Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 6

 

29.10. Tarifa – Martil

 

Die Nacht war wieder stürmisch.

 

Nach dem Frühstück, reihten wir uns zu einem Konvoi auf, um gemeinsam nach Algeciras zu fahren und die Fähre nach Tanger Med zu erreichen. Dort kamen wir 2 Stunden vor dem Ablegen an. Dann ging es auf die Fähre. Die Überfahrt dauert 1,5 Stunden. Während der Überfahrt muß man zur Paßkontrolle und sich die notwendigen Einreisestempel mit der wichtigen Einreisenummer abzuholen.  Also reihten wir uns nach 30 Minuten in die Schlange ein. Und dann begann das Desaster, dass bis zum Abend dauern sollte. Man konnte auch sagen: Willkommen in Afrika.

 

Für alle Pasagiere hatten sie einen Grenzer für die Passformalitäten eingesetzt. Das hatte zur Folge, dass wir längst in Tanger Med angelegt hatten und immer noch Hundert Leute auf die Abfertigung warteten. Das hatte wiederum zur Folge, dass kein Auto die Fähre verlassen konnte, da die Ausfahrten von Fahrzeugen der nicht abgefertigten Passagieren blockiert waren. Nachdem wir mehr als 2 Stunden gewartet hatten, vergrößerte man die Abfertigungsmannschaft um 2 auf 3. Sie teilten sich aber den einzigen Stempel und konnten die Eingabe in den Computer nur mit 2 Fingern und langem Suchen der Buchstaben bewerkstelligen. Dazu kam, dass die Bediensteten der Fähre  noch einen Nebenjob hatten, das geschmierte Vordrängeln. Wer Geld bot, wurde an der Schlange vorbei ganz nach vorne geführt. Dies wiederum führte zu tumultartigen Szenen, da die geduldig in der Schlange Wartenden versuchten, das Vordrängeln zu verhindern.

 

Irgendwann waren wir durch und hatten jetzt als nächste Herausforderung, den Zoll, mit dem Einführen der Wohnmobile vor uns. Wir füllten Formulare aus und folgten jedem Winken der Polizei. Nachdem ich meine Papiere abgegeben hatte und auf die Zollabnahme wartete, wurde der ganzen Gruppe mitgeteilt, dass sie zurück zu einem bestimmten Punkt mußte, da sie sich bei der Polizei nicht gemeldet haben sollte. Also wieder mit 11 Wohnmobilen gewendet und zurück. Dort passierte nichts. Man ließ uns warten. Unsere Reiseleitung versuchte Beamte zu motivieren, uns abzufertigen aber es dauerte wieder mindestens 2 Stunden bis wir dann doch einreisen durften.

 

Es war mittlerweile 18:30 Uhr abends und die erste Tagesetappe in Marokko lag ja noch vor uns. Geplant war die Einreise für 13:30 Uhr und unser nachmittägliches Briefing um 17:30 Uhr auf dem Campingplatz. Unmittelbar nach der Grenze tauschten wir noch Geld und ich kaufte noch für 20 € eine marokkanische SIM Karte, mit der ich, alle telefonischen und internetmäßigen Ausgaben für die nächsten 30 Tage beglichen haben sollte. Für Interessierte, meine marokkanische Tel.-Nr. lautet: 00212 633230958. Utes Tel.-Nr. ist geblieben.

 

Wir sind dann individuell gestartet und ich war froh, als ich merkte, dass wir der eingestellten  Route, dank des Navis und Utes Anweisungen aus dem Roadbook,  gut folgen konnten. Allerdings hatten wir gleich am Anfang darartigen Nebel in den Bergen, dass ich nur im 2. Gang langsam fahren konnte um überhaupt auf der Strasse zu bleiben.

 

Auf der Küstenstrasse war dann wieder alles ok und wir haben den Campingplatz, wie auch alle anderen Mitfahrer, gefunden.

 

30.10. Martil – Quezzane

 

Die Nacht war ok, nach den gestrigen Strapazen hatten wir gut geschlafen. Gut war auch, dass wir von gestern auf heute 2 Stunden gewonnen hatten durch die Zeitverschiebung, eine von Spanien nach Marokko und eine weitere in der Nacht zum 30.10. So konnten wir trotz ausgiebigem Ausschlafen schon um 9 Uhr starten. Die heutige Etappe betrug 170 km, natürlich ohne Autobahn.

 

Vorher ging es aber noch in den Marjane Supermarkt zum Einkaufen. Die Marjane Supermarktketten gehören Kataris, sind sehr gut sortiert, allerdings ohne Alkohol, was uns ja nicht stört.

 

Danach erleben wir eine traumhaft schöne Fahrt durch das Rif Gebirge, mit schönen Blicken auf den Atlantik oder in die Felsformationen. Fahrerisch war die Strasse ein Traum, ich liebe Serpentinen und steile An-bzw. Abstiege.

 

In Chefchaouen konnten wir am dortigen Campingplatz unser Wohnmobil parken und zu Fuß über Treppen in die Medina gelangen. Die Gebäude der Medina sind in hellblau und weiß gehalten. Sie war sehr interessant zu besichtigen. Dort haben wir zu Mittag gegessen und sind dann mit dem Taxi wieder zurück zum Wohnmobil gefahren.

 

Jetzt lagen noch 75 km vor uns. Wieder ging es in die Berge. An einem Fotostop, sprach uns plötzlich ein Deutscher an. Er war bei Siemens beschäftigt und baut in der Nähe eine Fabrik zur Herstellung von Windkraftanlagen, die zu 80 % exportiert werden sollen. Das Projekt soll 4 Jahre dauern. Er hatte frei, da Sonntag war und zeigte seinem Vater und seinem Onkel, die bei ihm zu Besuch waren, die schöne  Umgebung.

 

Im Laufe des Tages stiegen die Temperaturen auf 30 Grad C.  Um 16:30 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz in Quezzane und hatten noch Zeit, bis zum allabendlichen Briefing, zu duschen.

 

Abends gab es das erste marokkanische Gruppenessen, Suppe, Couscous und Obst.

 

31.10. Quezzane – Fes

 

Gott sei dank hatte es sich in der Nacht schön abgekühlt und wir konnten sehr gut schlafen.

 

Wir sind die ersten bei der Abfahrt um 8:30 Uhr. Die heutige Etappe betrug 150 km. Und wird für die nächsten 4 Tage die letzte Fahretappe sein. Wir werden von Fes aus verschiedene, organisierte Ausflüge und Besichtigungen machen.

 

An den marokkanischen Verkehr habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Er erfordert schon mehr Aufmerksamkeit als der deutsche. Es kommen einem Fahrradfahrer auf der eigenen Spur entgegen, Fußgänger benutzen die Fahrbahn, allerlei Tiere, wie Esel, Schafe, Hunde oder Ziegen  können plötzlich auftauchen.

 

Die heutige Fahrt war nicht so spektakulär, wie die gestrige aber viel entspannter. An einem weiteren  Marjane Supermarkt haben wir in einem angeschlossenen Restaurant sehr lecker zu Mittag gegessen und kamen  schon am frühen Nachmittag in Fes an. Der Nachmittag diente dann der Entspannung.

 

1.11. Fes

 

Heute ist der erste von 3 Tagen, an denen wir selbst nicht fahren.

 

In gemieteten Bussen und einem deutschsprachigen Reiseleiter fuhren wir zunächst nach Mecknes, der ersten Königsstadt, die wir besuchen. Sie besitzt 3 Stadtmauern. Die äußere hat eine Länge von 23 km. Die zweite schützte die priviligierte Bevölkerung, wie Beamte oder die Königsgarde. Die innere schützte den Königspalast.

Interessant war, dass wir einen Blick in den inneren Bereich werfen konntenund waren erstaunt, dass sich der König dort einen Golfplatz leistet.

 

Die Medina ist für europäische Augen immer wieder spannend zu besuchen.

 

Nach dem Mittagsessen ging es nach Volubilis, die am besten erhaltene Ausgrabungsstätte aus dem römischen Reich in diesem Teil Nordafrikas, mit vielen kunstvollen Mosaiken. Es gehört seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Den Abschluß des Tages bildete der Besuch von Moulay Idris, der wichtigsten Pilgerstätte Marokkos für Moslems. Sie besuchen das Mausoleum von Idris I, dem Gründer der Stadt. Da sich viele Marokkaner den im Islam erwünschten Besuch von Mekka nicht leisten können, und früher eine Reise nach Mekka 3 Jahre dauerte, ist ein 7facher Besuch von Moulay Idris gleichrangig, wie der Besuch von Mekka. Bis vor einigen Jahre galt die Stadt als verboten für Nichtgläubige, dies wurde dann aber liberalisiert. Weiterhin war der Besuch des Mausoleum jedoch für uns verboten.

 

2.11 Fes

 

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Medina von Fes.

 

Nach der Anfahrt durch das moderne Fes, wo der wohlhabendere Teil der Bevölkerung lebt, hielten wir als erstes am Tor des Königspalastes. Danach ging es zu einem Aussichtspunkt mit einem schönen Blick auf die gesamte Medina. Es gab interessante Informationen, wie z.B., warum die Stadt in Hanglage gebaut wurde, weil so die Abwässer automatisch abflossen. Die Hauptstrassen wurden gen Norden gebaut, weil so die Sonne genau 1 Stunde jede Strasse beschien und die Hinterlassenschaften der Esel, Muhlis, Kamele und Hunde dann getrocknet waren und keine unangenehmen Gerüche hinterliessen. In Fes wurde die erste Universität der Welt gegründet und unter anderem unser Alphabet erfunden.

 

Danach begann ein sehr ausführlicher Besuch der Medina mit Besuchen verschiedener Handwerksbetrieben wie Weberei, Töpferei, Bronzebearbeitung und Gerberei, natürlich jedes mal mit der Gelegenheit die Produkte günstig zu erwerben.

 

Alles in allem war es ein interessanter aber auch sehr anstrengender  Tag.

 

3.11. Fes

 

Der heutige Tag stand uns zur freien Verfügung.

 

Ich hatte nur einen Termin am Nachmittag. Gestern wurde gefragt, wer Lust hätte, einen Hammam zu besuchen. Da ich grundsätzlich neugierig bin, Neues auszuprobieren, hatte ich mich gemeldet. Mit mir waren noch 4 Frauen mit von der Partie. Da Frauen und Männer getrennt „behandelt“ werden, und Frauen nur von Frauen und Männer nur von Männern, mußte für mich extra noch einer besorgt werden.

 

Ich verkürze das Erlebnis jetzt mal auf – das brauche ich kein zweites Mal. Wer darauf steht von älteren Arabern wie ein Baby gewaschen, eingeseift, abgespült, eingeölt, massiert, abgeseift, shampooniert und noch mal abgespült zu werden ist hier richtig – für mich war es weniger Wellness, eher Stress. Ich hake das mal unter Erlebnis ab.

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Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 5

heute gibt es die letzten Lebenszeichen aus Europa.

 

23.10. Lissabon – Evora

 

Nach einer gemütlichen Fahrt, erreichten wir Evora und unseren Stellplatz, direkt an der Altstadt.

 

Evoras Altstadt gehört zum Unsesco Weltkulturerbe. Ihre Geschichte geht bis auf das 1. Jahrhundert n.C. zurück. Die Altstadt ist hervorragend erhalten und gut zu besichtigen. Schön war auch, dass an diesem Sonntag ein mittelalterlicher Markt stattfand, der gut besucht wurde.

 

Das Kurioseste in der Stadt ist jedoch die Chapel  of Bones. Diese Kapelle wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut und mit den Knochen der Einwohner ausgeschmückt. Man wird am Eingang der Kapelle mit den  Worten : Hier sind unsere Knochen, wir warten auf eure (Übersetzt) begrüßt.

 

 

24.10 Evora –    Moncarapacho   (Manta Rota)

 

Eine wunderschöne Fahrt durch das Gebiet des Alentejo. Es wechselten sich Olivenplantagen mit Korkeichen, und Weinreben ab.

 

Bester Laune näherten wir uns unserem Tagesziel Moncarapacho. Ute hatte im ADAC Stellplatzführer 2 Stellplätze gefunden, die sehr gut beurteilt wurden. Dann brachen wir unseren persönlichen Rekord. Noch 120 m bis zum Stellplatz. Das Navi schickte mich in eine letzte 90 Grad Kurve und schon stand ich auf der Bremse. Die Strasse viel zu eng und zu niedrig für den Alkoven. Also Warnblinkanlage an, vorsichtig zurücksetzten und auf dem Seitenstreifen anhalten. Ute ist dann, bei strömenden Regen, die 120 m abgegangen – kein Stellplatz vorhanden.

 

Also Stellplatz Nr. 2 eingegeben, ca. 3 km entfernt. Wir wurden dann in die Berge geführt auf Strassen, die sich immer mehr der Breite unseres Wohnmobils annäherten. Als wir von Teer auf Schotter wechselten, nutzte ich das Gott sei Dank offene Tor einer Finca um vorsichtig zu wenden. Mein Humor war jetzt auch aufgebraucht.

 

Ein Klick auf unsere PromobilApp im Navi zeigte neben die beiden nicht mehr vorhandenen Stellplätze, noch einen dritten, in der Nähe an. Also auf ein Neues. Dann standen wir mit der Zieladresse in einer Gärtnerei. Nichts zu sehen von Wohnmobilstellplätze. Langsam begannen unsere Nerven blankzuliegen.

 

Zum Glück fand Ute dann in der PromobilApp einen Stellplatz in 40 km Entfernung, in Manta Rota, an den sie sich erinnerte, da wir im Frühjahr dort waren. Ich hatte mir damals einen Hexenschuss zugezogen und ihn 3 Tage auf dem Platz auskuriert. Ich hätte mich aber an den Namen nicht erinnert. Dort sind wir dann auch hingefahren und haben ihn auch tatsächlich gefunden. Wahrscheinlich müssen wir unsere 3 Jahre alte Stellplatzführer mal aktualisieren.

 

25.10. Manta Rota –  Sevilla

 

Ute hatte in Unterlagen gelesen, dass sich 40 km von Sevilla entfernt, der Ort mit der schönsten Altstadt Andalusiens befinden soll. Carmona ist sein Name, ich hatte nie etwas von ihm gehört. Nach kurzer Überlegung, ob es uns die 80 km Umweg wert sind, entschieden wir, es zu tun.

 

Carmora war den Umweg wert. Die gesamte Altstadt befindet sich noch in gut erhaltenen Stadtmauern aus der Römerzeit und hat ihren eigenen Stil mit gelb abgesetzten Fenstern. Es war schön, durch die Gassen zu wandern, leider zur falschen Zeit, denn es war Siesta, alles, auch die vielen eindrucksvollen Kirchen waren geschlossen. Wir hatten auf der Fahrt nach Carmora 1 Stunde verloren, da Portugal 1 Stunde Zeitverschiebung hat.

 

Anschließend fuhren wir zu dem uns bekannen Stellplatz in Sevilla und trafen dort sowohl den anscheinend immer übel gelaunten Platzwart, als auch seinen betagten Hund.

 

26.10. Sevilla – El Palmar

 

Heute gab es nur die Pflichtaufgabe, an der letzten Möglichkeit in Chiclana de la Frontera noch einmal Gas aufzutanken und auch den Dieseltank füllten wir auf, damit wir Samstag gut vorbereitet nach Marokko einreisen können.

 

In El Palmar fanden wir einen freien Stellplatz, direkt am Strand. Die Temperatur betrug heute 27 Grad, nach 24 Grad gestern. So kann es bleiben.

 

27.10. El Palmar – Tarifa

 

Übernacht war es stürmisch geworden, ohne abzukühlen. Es waren nur 60 km bis zum Campingplatz in Tarifa aber ich hatte alle Hände voll zu tun, das Wohnmobil auf der Strasse zu halten, so stürmisch war es.

 

Auf dem Campingplatz wurden wir sogleich von Imke aus Potsdam begrüßt, unsere Reiseleiterin für Marokko. Macht auf den ersten Blick einen ganz patenten Eindruck. Wir sind wohl die ersten der Gruppe, die mit der Reiseleitung 11 Wohnmobile stark sein wird.

 

Als wir unseren Platz bezogen hatten, besuchte uns noch Stefan, der Fahrer von Wiebke und wahrscheinlich auch ihr Ehemann.

 

Heute war noch einmal große Wäsche angesagt, die bei den Temperaturen und dem Wind gut trocknete.

 

28.10. Tarifa

 

Es herrscht Sturm bei strahlendem Sonnenschein. Ich habe mich nicht an den Strand getraut, da ich mich in den Boen kaum auf den Beinen halten konnte. Selbst den Kitern war der Wind wohl zuviel, ich habe den ganzen Tag keinen  einzigen Schirm gesehen. Einem unserer Mitreisenden ist die Dachluke durch den Wind abgerissen worden, hat man mit Holzlatten notdürftig repariert.

 

Heute abend war unser erstes Briefing, das in den nächsten 4 Wochen täglich stattfinden wird. Dabei wird die nächste Tagesetappe erläutert und auf mögliche Sehenswürdigkeiten hingewiesen.

 

Wir erhielten ein Roadbook für alle folgenden Etappen mit ausführlichen Streckenerklärungen und GPS Daten und einen Reiseführer mit Karte. Macht insgesamt einen professionellen Eindruck.

 

Morgen steht erst mal die Ausreise, die Fährüberfahrt und die Einreise an.

 

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Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 4

17.10. Varguera – Fatima

 

Diesmal hatten wir eine ruhige Nacht. Wir befinden uns immer noch in einem Tiefdruckgebiet, wo es bis Mittag trocken und schön ist, dann im Laufe des Nachmittags bis zum nächsten Morgen regnet. Die Wetterapps versprechen allerdings ab morgen wieder gutes Wetter.

 

Heute hatten wir uns Fatima als Ziel gesetzt. Mir war Fatima nur als größtes Heiligtum in Portugal bekannt. Jeder Portugiese muß angeblich einmal im Leben nach Fatima gepilgert sein.

 

Die Reise begann komisch. Unser Navie führte uns immer tiefer in ein Naturschutzgebiet, wobei die Strasse von Teer auf Piste und dann auf Schlaglochpiste wechselte. Da die Löcher voll Wasser waren und teilweise über die ganze Piste reichten, war nicht zu erkennen, wie tief sie waren. Das war eine Eierei im ersten Gang. Nach 2 km hatte ich die Nase voll und habe gewendet, einen kleinen Umweg in Kauf genommen und Mensch, Nerven und Material geschont.

 

In Fatima konnte man direkt am Santuario, dem Heiligtum, auf dem großen Parkplatz kostenlos übernachten.

 

Am 13.5.1917 hatten die drei Hirtenkinder Lucia, Francisco und Jacinta auf dem Feld eine Erscheinung, eine Dame im strahlendem Licht mit einem Rosenkranz. Sie ermahnte die Kinder zu beten und lud sie jeweils am 13. Zur selben Stunde zum selben Ort ein. Bei der letzten Erscheinung am 13.10.1917 waren bereits 70000 Personen anwesend, die das Wunder auch sahen. Die Sonne verwandelte sich in eine Silberscheibe und drehte sich um sich selbst, wie ein Feuerrad und es schien, als würde sie zur Erde herabstürzen. Dies ist nur eine sehr grobe Beschreibung des Wunders, alles im Detail liefert Wikipedia.

 

Die Anlage in Fatima ist gigantisch. Alles super gepflegt und hervorragend präsentiert. Der Platz vor der Kirche ist größer als der vor dem Petersdom. Jährlich pilgern zwischen 4 und 6 Millionen Menschen nach Fatima. Es ist wirklich ein eindrucksvoller Ort und sehr ergreifend zu beobachten, mit welcher Inbrunst die Gläubigen dort beten oder wie sie auf ihren Knien nach vielen Kilometern, die Kirche erreichen.

 

Mit einer kleinen Touristenbahn sind wir dann die Plätze abgefahren, die mit den 3 Hirtenkindern und der Erscheinung in Verbindung stehen.

 

18.10. Fatima – Peniche

 

Der Sommer hat uns wieder erreicht. Im Laufe des Tages stiegen die Temperaturen auf 24 Grad C.

 

Auf dem sehr guten Stellplatz tauchte ein alter MAN aus Berlin auf. Die beiden Insassen sahen sehr alternativ aus, in Flatterkleid und Pumphose. Nach verschiedenen Manövern auf dem Platz stellte er sich dann neben uns. Ich kam ins Gespräch mit Uwe aus Berlin, 62 Jahre alt, Vater von 6 Kindern und seit 3 Jahren in dem 40 Jahre alten Bus lebend. Kinder sind erwachsen, 200 qm Wohnung im Prenzlauer Berg wurde aufgegeben und seitdem sind sie in der Welt unterwegs. Der Bus iar ein alter Theaterbus aus Neuss, den er vor vielen Jahren ausgebaut hatte. Er war ein großer Surffan und berichtete, das ab heute, die ganze Woche über, ein Surfworldcup hier stattfindet, zu dem die ganze Weltelite angereist ist.

 

Das haben wir dann zum Anlaß genommen, dort einmal vorbei zu schauen. Super Atmosphäre, super Sandstrand, kein Wind, sommerliche Temperatur und gute Welle. War sehr kurzweilig, obwohl es heute noch keinen Wettkampf gab, sondern nur Training.

 

19.10. Peniche

 

Der gestrige Strandtag hatte uns so gut gefallen, dass wir noch einen Tag in Peniche dranhängten.

 

Mittags ging es zum Surf Worlcup. Leider fand wieder kein Wettbewerb statt, wegen der nicht ausreichenden Wellen. Trotzdem haben wir die Profis beim Training wieder gut beobachten können. Ein Photo in dem neuen Ordner der Dropbox zeigt uns bei der Siegerehrung des Paarsurfens, bei dem wir den 3. Platz belegten, leider geschlagen von John John Florence und Gabriel Medina. Auf dem anderen Foto seht ihr mich beim Einzel, allerdings chancenlos.

 

 

20.10. Peniche – Lissabon

 

Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns doch Lissabon in unseren Reiseplan aufzunehmen. Wir waren unschlüssig, da wir bereits im Frühjahr hier waren aber wir lagen gut im Zeitplan und Lissabon war nicht weit entfernt.

 

Nach 2,5 Std. kamen wir in Lissabon an und sahen – nichts. Totaler Seenebel war aufgezogen. Trotzdem fanden wir den letzten Stellplatz auf einem Parkplatz in Belem.

 

Sodann starteten wir unsere Excursionen, Zuerst zu Fuß am Tejo entlang und als sich der Nebel dann doch auflöste mit einem Hop On Hop Off Bus.

 

Abends fuhren wir dann mit einem Taxi in die Alfama, der Altstadt von Lissabon. Abendessen mit Fado mußte sein.

 

21.10. Lissabon

 

Nach einer unruhigen Nacht, der Platz befindet sich an einer Bahnlinie, an einer viel befahrenen Strasse, an einer Fährstation,  in der Einflugschneise und in unmittelbaren Nähe zu einem Kiosk, der bis in den frühen Morgen laut Musik spielte, begann Teil 2 des Besichtigungsprogramms.

 

Unser gestern erworbenes Busticket galt für 2 Tage und berechtigte auf einer weiteren Besichtigungsroute den Bus zu benutzen. Diesmal lag der Schwerpunkt im Osten der Stadt, wo noch viele Gebäude stehen, die anläßlich der Weltausstellung errichtet wurden.

 

In meiner Liste der Berufe, die ich nie machen möchte, ist heute: Busfahrer im Hop On Hop Off Touristenbus in Lissabon, ganz nach oben gerutscht. Der Fahrer mußte sich fast 2 Stunden durch den Verkehr quälen, mit gefühlten 100000 anderen Bussen, alle Haltestellen waren blockiert und dazu kamen noch viele Großbaustellen.

 

Anschließen haben wir uns dann noch einige Schwerpunkte zu Fuß genauer angesehen. Abends trübte es sich ein und da wir den ganzen Tag unterwegs waren, ging es per Taxi wieder zurück zum Wohnmobil.

 

22.10. Lissabon

 

Ja, überraschend haben wir noch einen Tag hier eingelegt.   

 

Nachdem wir auf unserer geplanten Tour Richtung Evora noch bei dem uns bekannten Declathon am Campingplatz von Lissabon vorbei fuhren und noch ein paar Schnäppchen machten,  meinte Ute: eigentlich habe ich keine Lust mehr zur Weiterfahrt heute.  Das heißt übersetzt: fahr bitte noch die 500 m zum Campingplatz, wir machen es uns heute gemütlich im Wohnmobil.

 

Das haben wir dann auch getan.

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Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 3

8.10. Capbreton – Bilbao

 

Morgens mußte ich erst einmal den Bäcker vor unserem Wohnmobil verscheuchen, der dort mit seinem Lieferwagen parkte, seinen Stand aufbaute und begann, frische Baguettes zu verkaufen. Er machte dann auch nur so viel Platz wie gerade nötig.

 

Bilbao war unser heutiges Ziel. Biarritz und San Sebastian hatten wir schon im Frühjahr besucht, und so ließen wir sie „links liegen“.

 

Die Fahrt war wieder problemlos, allerdings teuer, da wir mautpflichtige Autobahnen befuhren und laufend zur Kasse gebeten wurden. Kurz vor Bilbao die letzte Station. Ich erwartete wieder zwischen 10 und 20 Euro, die nette Dame im Kassenhäuschen sagte etwas auf Spanisch, was ich natürlich nicht verstand und deutete dann auf die Anzeigentafel. Da stand was von ….24 Ich dachte: Mann ist das teuer, dann sah ich 0,24€.  Meinen ungläubigen Blick quittierte sie mit Kopfnicken, und ich weiß bis jetzt nicht, wie dieser Betrag zustande kam.

 

So erreichten wir bei gutem Wetter unseren Stellplatz. Der war wirklich klasse. In Bilbao möchte man nicht mit dem Wohnmobil hineinfahren, geschweige denn einen Stellplatz suchen, und so haben die Stadtoberen außerhalb von Bilbao, auf einem Berg, einen vorbildlichen Stellplatz erreichtet, wo man vom Wohnmobil aus den 1 Millionen Dollarblick auf ganz Bilbao hat. Fußläufig 300 m war die Busstation erreicht und in knapp 30 Minuten war man dann in der Altstadt.

 

Das haben wir dann auch gemacht. Zuerst haben wir uns im Mercato mit superleckeren Bocadillos gestärkt.

Dann folgte ein entspannter Rundgang durch die sehr sehenswerte Altstadt. Der obligatorische cafe con leche rundete den Nachmittag ab, und wir fuhren abends wieder zurück zum Stellplatz. 

 

Bei Dunkelheit hatten wir dann einen spektakulären Blick auf das beleuchtete Bilbao.

 

9.10. Bilbao – Gijon

 

Heute sollte es tiefer ins Baskenland gehen. Wir entschlossen uns, Landstrassen zu befahren, die in der Karte rot/grün markiert waren, ein Zeichen für landschaftlich reizvolle Strassen. Allerdings hatte ich mich beim Routen schon gewundert, warum wir für 280 km an die 7 Stunden brauchen sollten. Die Erklärung folgte recht schnell. Wir brauchten über eine Stunde um aus Bilbao herauszukommen, obwohl wir gar nicht drin waren. Die Orte im Baskenland lieben Ampeln. Jede der gefühlten 200 Ampeln, die wir passieren mußten, stand erst einmal auf rot.

Als wir dann endlich die Stadt verlassen hatten, warteten wir ungeduldig auf die landschaftlich schöne Strecke. Wir fuhren jeden Hügel rauf und runter, durch viele kleine Orte, die nicht unbedingt sehenswert waren, aber natürlich Ampeln besaßen, die, wenn sie uns kommen sahen, das Bedüfnis hatten, uns näher kennenzulernen und auf rot zu schalten.

 

Nach 1,5 Stunden hatten wir die Nase voll und stellten das Navi auf Autobahn. Und dann begann die von uns erhoffte schöne Tour. Besonders reizvoll war die Strecke Islares über Orinon nach Laredo. Durch einige Nationalparks, Gebirgsketten und mit Blick auf den Atlantik ging es weiter nach Asturien.

 

Der Stellplatz in Gijon befindet sich direkt am Strand der Biskaya und ist kostenlos. Gijon ist eine Industriestadt, die ansonsten für uns touristisch nicht viel zu bieten hatte. Zudem war es Sonntag und die Geschäfte waren geschlossen. Nach einer leckeren Stärkung mit Tortillas am Strand, hielten wir uns den Rest des Tages dort und in der Nähe des Wohnmobils auf.

 

10.10. Gijon – A Coruna

 

Heute lagen wieder 260 km vor uns. Wir entschieden, wieder die Autobahn zu benutzen, da die A8 größtenteils an der Küste verläuft und schöne Ausblicke versprach. Und so war es auch. Die Fahrt durch Asturien war landschaftlich ein Genuß. Leider gab es auf der gesamten Strecke keinen einzigen Parkplatz, so dass Fotostopps ausfielen.  Aber wir haben die Bilder ja im Kopf. Galizien schloss sich an mit der zu erwartenden üppigen Vegetation, steilen, hohen Bergen und schroffen Küsten. Mit dem Wetter hatten wir wieder Glück, da dies die regen- und nebelreichste Gegend Spanien ist.

 

Kurz nach Mittag war A Coruna erreicht. Noch 500 m. Ihr wisst was kommt – richtig, wir wurden von einem freundlichen Polizisten gestoppt. Vor uns lag ein kurzer Bereich, der als Fussgängerzone ausgewiesen war und nur von Bussen und Taxen befahren werden durfte. Wir zeigten dem Polizisten unsere Stellplatzadresse. Er wusste, wo das war und kurz hatte ich den Eindruck, er würde uns für die paar hundert Meter fahren lassen. Dem war aber nicht so. Ich mußte wenden, da hinter mir bereits ein Stau entstand. Er erklärte mir dann ausführlich und sehr lang, wie ich die Innenstadt zu umfahren hätte, um dann wieder in Sichtweite dieses Punktes, nach der Zone, unser Ziel zu erreichen – leider in Spanisch. Ich hatte nichts verstanden, und wir machten uns dann daran, durch die Innenstadt einen möglichen Weg zu finden. Nach 40 Minuten hatten wir es dann tatsächlich geschafft. Der Stellplatz scheint neu und unbekannt zu sein. Es stand nur 1 Wohnmobil dort. Die Lage ist phantastisch, man befindet sich direkt in der neuen Marina, ist in 2 Minuten  in der Altstadt und in 10 Minuten im Stadtzentrum. Strom, Wasser, Duschen, Waschmaschine und Entsorgung sind auch vorhanden. Wir sind dann wohl doch für unsere Mühen belohnt worden.

 

Sogleich unternahmen wir einen Spaziergang in die Altstadt und aßen in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Anschließen ging es ins Stadtzentrum, das direkt am Hafen liegt und sehr sehenswert war.

 

11.10. A Coruna

 

Analog zur Wettervorhersage war über Nacht Bewölkung aufgezogen. Im Laufe des Tages sollte es auch regnen.

Morgens habe ich mir den Einlauf der „Independence Of The Sea“, ein riesiges Kreuzfahrschiff mit 3680 Passagieren und 1360 Besatzungsmitgliedern, angesehen. Die Dimension des Schiffes im Verhältnis zur Größe der Häuser von A Coruna war schon befremdlich.

 

Anschließend ging es zu Fuß und regenfest zum Herkules Leuchtturm, dem Wahrzeichen von A Coruna. Er gehört zum Weltkulturerbe, stammt aus dem 1. Jahrhundert und ist der älteste, aktive römische Leuchtturm. Unterwegs kam dann auch der galizische Regen, allerdings bei milden Temperaturen. Als wir den Leuchtturm verließen, kamen auch schon die Busse des Kreuzfahrtschiffs.

 

Unser nächstes Ziel war der Besuch des Aquariums. Nach der mittäglichen Stärkung mit Tapas in der museumseigenen Bar wurden dann die Exponate ausgiebig studiert. Sie waren sehr schön präsentiert, in Aquarien und Becken, die den Lebensraum der Fische sehr gut nachbilden.

 

Nach der Rückkehr zum Wohnmobil hieß es Beine hochlegen und Fußball gucken.

 

12.10. A Coruna – Fisterra

 

Die ganze Nacht über hatte es gegossen. Die Stimmung paßte zu unserem heutigen Ziel, nämlich, das Ende der Welt. So heißt das wirkliche Ende des Jakobsweges am Cabo Fisterra. Hier haben früher die Pilger ihre  Schuhe stehen gelassen und ihre Kleider verbrannt, als weitere rituelle Reinigung.

 

Die Fahrt auf einer nagelneuen Autobahn durch eine abwechslungsreiche Landschaft war sehr kurzweilig. Das Wetter wurde überraschender Weise auch wieder gut.

 

In Fisterra fanden wir einen schönen Stellplatz mit Blick auf das Meer. Vorher sind wir aber noch zum Kap gefahren und haben uns das Treiben der Pilger dort vor Ort angesehen. Schilder wiesen überall darauf hin, dass offenes Feuer  verboten ist, aber man sah einige Stellen, wo noch Reste von Kleidung zu erkennen waren. Schuhe und andere Pilgerutensilien waren überall verstreut. Das Wetter wurde richtig mystisch mit abwechselndem Sonnenschein und Nebelschwaden. Typisch galizisch eben.

 

Fisterra ist voll auf die Pilger des Jakobwegs eingestellt. Überall gab es günstige Hostels und kleine Herbergen. Am Hafen konnte man nett sitzen und gut essen.

 

Am Ende des Hafens gab es ein altes Castell. Dort erschien ein alter Mann, der eine Familie vor uns ansprach und nach deren Nationalität fragte. Es waren Deutsche, und die Tochter konnte Spanisch. Auch wir wurden von ihm angesprochen und dann bat er uns in ein kleines Fischereimuseum. Die Tochter wurde von ihm zum Übersetzten eingeteilt. Dann begann er einen sehr interessanten Vortrag über die Geschichte der galizischen Fischerei, die Klugheit der Oktopusse, und wie der Mensch diese dann doch überlistete, über die Sardinenfischerei, wie früher Netze hergestellt und bearbeitet wurden und wozu das Steinlot gut war. Bei Nebel stellten sich die Frauen der Fischer an der Küste auf und antworteten – auf die durch große Muscheln getätigten Hornlaute der Männer – ihnen durch lautes Rufen, damit diese den Abstand zur Küste einschätzen konnten. Er war unglaublich motiviert, uns alles gut zu erklären, obwohl er es wahrscheinlich schon hunderte Male gemacht hatte.  Er war früher Fischer gewesen, hat dann 14 Jahre lang als Apnoetaucher Messermuscheln gefangen, und im Ruhestand wurde er zum Dichter, der es als eingeladener Teilnehmer schon auf internationale Veranstaltungen gebracht hat. Es gibt schon interessante Menschen.

 

Abends wurden wir dann noch, da es zwischen leichtem Niesel und Sonne wechselte, mit einem kompletten Regenbogen über der Bucht verwöhnt.

 

13.10. Fisterra – Porto

 

Auch diese Nacht hatte es geschüttet, und es sah nicht danach aus, dass es am Tage aufhören würde. Also habe ich die nächsten Tagesziele mal wetterbezogen gegoogelt und erst in Porto wieder gutes Wetter gefunden. Dort wollten wir erst in 3 Tagen hin, aber die Vorhersage für Fisterre und angrenzende Gebiete sagten für die nächsten 3 Tage Regen voraus. Also stand heute dann eine größere Tour auf dem Plan.

 

Wir ließen es uns trotzdem nicht nehmen, eine schöne Küstentour bis nach Noia zu unternehmen und erst dann wieder die Autobahn zu benutzen.

 

Bei Tui ging es über die Grenze nach Portugal und siehe da, das Wetter beruhigte sich und wurde langsam besser. Aufgrund der gewonnenen Stunde durch die Zeitverschiebung in Portugal, kamen wir recht früh am Nachmittag in Porto an. Der running gag holte uns auch dieses Mal wieder ein. 600 m vor dem Stellplatz zierte die einzige Strasse, die zum Stellplatz führte, ein Schild, Durchfahrt verboten.  Gott sei Dank entzifferte Ute noch die Message, die unter dem Schild angebracht war, nämlich, gilt ab 15.10. Also alles wieder gut.

 

Wir haben dann gleich, bei Sonnenschein und über 20 Grad, einen ausführlichen Stadtrundgang gemacht. Porto ist zwar touristisch ziemlich belastet, trotzdem hat es seinen Charme durch die topographische Lage, die gut erhaltenen Häuser und den Fluß Douro nicht verloren.

 

14.10. Porto

Heute hatten wir erst einmal eine ausführliche Stadtrundfahrt unternommen. Porto ist auch abseits der Altstadt sehr schön. Man könnte hier bestimmt eine Woche verbringen, um alle Sehenswürdigkeiten ausführlich zu besuchen. Unter anderem eine mehr als 100 Jahre alte Bibliothek, in der auch Harry Potter Firme gedreht wurden.

 

Nach der Stadtrundfahrt habe ich dann erst einmal eine kleine Französin vernascht. Nein, nicht wie ihr denkt, die kleine Französin ist die Übersetzung eines der alten Nationalgerichte. 2 Toasts werden mit Schinken und Fleischwurst belegt, dann kommt noch ein kleines Rinder-Steak dazu, dann noch eine spezielle einheimische Wurst (Linguica), darauf ein Ei, das Ganze mit Käse überbacken und mit einer dickflüssigen, heißen Sauce aus Tomaten, Bier und Senf serviert. Die Kleine lag mir dann aber wie eine Große im Magen.

 

15.10. Porto – Praia da Vagueira

 

Nach 2 Tagen Stadt stand uns der Sinn wieder nach Natur und Ruhe. In 90 km Entfernung fanden wir einen schönen Stellplatz an einem km langen feinsandigen Strand. Es gab hier nur eine kleine Surfschule und eine geschlossene Ferienanlage. Das versprach Ruhe, zumal uns in Porto ein Wohnmobil mit 4 Franzosen nachts mit lauter Musik genervt hatten. Das Wetter war durchwachsen, bedeckt mit sonnigen Abschnitten.

 

Abends kreuzte ein Pkw auf, der sich an einer geschlossenen Hütte ganz in unserer Nähe zu schaffen machte und Dinge dort hereinschaffte. Mit zunehmendem Unbehagen beobachteten wir dann, wie bis 20 Uhr etwa 25 PKWs heranfuhren und dort parkten. Und dann ging die Party los, mit voll aufgedrehter Anlage und Technosound. Als Ute sich dann die Sache von Nahem ansah, wurde sie freundlich angesprochen und eingeladen. Wie sich herausstellte feierte ein Portugiese mit seinen Freunden Geburtstag und hatte sich die Hütte gemietet. Aufgrund des doch vorhandenen Altersunterschiedes von 40 Jahren lehnte Ute höflich ab. Bis 6 Uhr morgens wurde durchgefeiert, und ich hatte Zeit genug, mir die Frage zu beantworten, ob mir die anscheinend zur Zeit angesagte Technomusik gefällt. Sie gefällt mir nicht.

 

Nachdem wir dann noch einige Stunden bis zum späten Vormittag geschlafen haben, und ich mit dem Platzwart geklärt hatte, dass heute Abend keine weitere Feier ansteht, haben wir für eine Nacht verlängert.

 

Anschließend folgte ein ausgiebiger Spaziergang am menschenleeren Strand. Auf dem Rückweg erhielten wir dann den ultimativen Vollwaschgang. Es goss, und pitschnass erreichten wir dann unser Wohnmobil, das wir auch nicht mehr verlassen haben.

 

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Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 2

 

3.10. Dijon – Premilhat

 

Nach dem Frühstück unternahmen wir zunächst einen Spaziergang zum schönen See Kir, bei bestem Wetter.

Danach ging es zu einem kulturellen Highlight, dem Mosesbrunnen. Der Mosesbrunnen ist ein 7m hohes sechseckiges Monument, aus dem 13. Jahrhundert, das in einem mit Grundwasser gefüllten Becken steht. Das Besondere ist seine Nischenarchitektur mit den 6 Propheten des Alten Testaments und 6 Engeln, die mit schmerzerfüllten Gesichtern das Leiden und Sterben Jesu Christi beklagen. Alles sehr fein und ausdrucksstark gestaltet.

 

Danach brachen wir zum nächsten Ziel Montlucon auf. Die Fahrt verlief zügig und vor Ort entschieden wir in Premilhat an einem schönen See zu übernachten. Überraschenderweise kostete der Platz nichts, obwohl er Strom anbot. Es folgte ein Spaziergang rund um den See und dann war der Tag auch schon rum.

 

4.10. Premilhat – La Rochelle/Ile de Re

 

Die Nacht war kalt, ca. 5 Grad, morgens im Womo 10 Grad. Das Wetter war sonnig und im Laufe des Tages erreichten wir wieder angenehme 22 Grad. Die Fahrt nach La Rochelle fand vorwiegend auf Autobahnen und Schnellstrassen statt, da wir 360 km zu bewältigen hatten. Wir hatten 4 Stellplätze in La Rochelle zur Auswahl. Da mich besonders der größte Yachthafen Europas reizte, fuhren wir als erstes den Stellplatz auf einem Parkplatz am Yachthafen an. Schon bei der Einfahrt in die Stadt fiel uns der enorme Verkehr auf. Als wir uns bis auf 200 m unserem Ziel genähert hatten, wollte Ute schon die Fahrt mit einem Handschlag  beenden. Ich sagte ihr, dass ich dann abschlage, wenn wir auf unserem Stellplatz stehen und dann begann schon die Odyssee. Auf dem Parklatz  und dem  gesamten Yachtbereich muß wohl eine riesige Messe oder sonst ein Event stattgefunden haben, es befanden sich riesige Zelte dort, die gerade abgebaut wurden. Jetzt konnten wir uns auch die ca. 40 LKWs erklären, die an der Zufahrt des Hafens auf ihren Einsatz warteten. Jedenfalls waren die Stellplätze gesperrt und wir mußten Nr. 2 unserer Liste anfahren. Dieser Parkplatz – am alten Hafen – war hoffnungslos überfüllt, und es folgte Versuch Nr. 3, wieder ein Parkplatzgelände, diesmal an einem Park. Auch hier herrsche Chaos. Wir konnten den Parkplatz zwar anfahren und sahen vereinzelt auch Womos, wurden aber sofort von einem Franzosen, der bereits ein Strafmandat in der Hand hielt, darauf hingewiesen, dass das Übernachten verboten sei, und die Polizei bereits kontrollieren würde. Die sahen wir auch schon auf schmucken Mountainbikes. Wir hielten kurz an, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen und schon war ein Polizist da, der uns allerdings sehr freundlich noch einmal klarmachte, dass es hier verboten sei zu stehen. Er versuchte dann noch in Englisch, uns eine weitere Möglichkeit irgendwo in der Stadt zu empfehlen, ich hatte aber schon genug von La Rochelle, und wir beschlossen, direkt die Ile de Re anzufahren, die wir erst am nächsten Tag auf dem Plan hatten.

 

Hier fanden wir, nach Überquerung der 3 km langen, mautpflichtigen Brücke, einen schönen Stellplatz, direkt am Atlantik.

 

Danach machten wir noch einen Spaziergang am Strand entlang. Die Temperaturen wurden jetzt auch abends angenehm.

 

5.10. Ile de Re

 

Wir beschlossen, noch einen Tag auf der Insel zu verbringen, zumal das Wetter wieder sommerlich geworden ist.

Allerdings wollten wir einen Stellplatz am anderen Ende der Insel nutzen. Die Insel ist 36 km lang und bei den Franzosen sehr beliebt. Sie heißt auch St. Tropez des Atlantiks. Auf der Fahrt über die Insel überraschte uns der ausgeprägte Weinanbau, hätten wir hier gar nicht erwartet. Ansonsten sind Austern und sonstige Meeresfrüchte angesagt sowie Salinen.

 

Ich hatte morgens vor der Abfahrt noch einen kleinen Fischstand entdeckt und wollte mir eigentlich ein Stück Lachs kaufen. Da ich anstehen mußte, überlegte ich, dass ich Lachs auch zuhause bekomme, also änderte ich auf einen Fisch, der nach seinem Namen „de Re“  angehängt bekam. Das mußte wohl ein einheimischer Fisch sein. Dann sah ich, wie mein Vordermann 2 kg Jakobsmuscheln bestellte. Ich habe von dem Behandeln und Zubereiten dieser Tiere keine Ahnung. Als ich aber sah, wie der Verkäufer die Muscheln aus der Schale nahm und sie zuschnitt, traute ich mir die Zubereitung dann doch zu – einfach in die Pfanne. Und so bestellte ich mir für das Mittagessen 1 kg Jakobsmuscheln, sind dann 7 Stück.

 

Am anderen Ende der Insel gefiel uns der Stellplatz nicht, und wir wählten dann den am Leuchtturm. Anschließend fuhren wir mit den Rädern zum Leuchtturm. Hier konnte man den kultivierten Lebensstil der Franzosen wieder gut beobachten. Obwohl die Insel so gut wie leer ist, die Saison ist vorbei, tummelten sich am Leuchtturm in den geschätzten 10 gut besuchten Lokalen die gut situierten Senioren und aßen gepflegt Meeresfrüchte zu Mittag, begleitet von Wein und Sekt.

 

Zurück im Wohnmobil habe ich dann die Herausforderung Jakobsmuscheln in Angriff genommen. Ich war dann mit meinen Kochkünsten zufrieden, sie schmeckten sehr lecker.

 

6.10. Ile de Re – Andernos les Baines

 

Morgens ist es empfindlich kühl. Nach Abschluß der logistischen Arbeiten, Wasser aufnehmen und Entsorgen,  machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen in Royan. Wir wollten die Fähre um 12:15 bekommen. Unterwegs tankten wir noch Gas und waren überrascht, wie wenig wir bisher verbraucht hatten. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir auf den Stellplätzen immer Strom hatten und somit der Kühlschrank schon einmal auf Strom lief.

 

Wir kamen pünktlich am Fährhafen an, bezahlten stolze 48 Euro und setzten dann über nach Le Verdun sur Mer.  Die Überfahrt dauerte ca. 20 Minuten. Die Temperatur stieg wieder auf 20 Grad und es war sonnig. Die Weiterfahrt ging schnurgerade nach Süden, zunächst auf der Weinstrasse von Bordeaux, später auf einer landschaftlich schönen Strecke durch den Nationalpark von Meroc. Unser Tagesziel Andernos les Bains liegt am Bassin d`Arcachon, der Stellplatz sollte am alten Austernhafen liegen. Lag er auch, aber vorher schockte uns einige riesige Baustelle am Hafen und wir dachten, der Stellplatz sei gesperrt. Er lag Gott sei Dank im hinteren Bereich des Hafens und wurde durch die Baustelle nicht beeinträchtigt.

 

Abends, zum Sonnenuntergang, machten wir noch einen kleinen Spaziergang in den Ort, der sehr gepflegt und durch wunderschöne Blumenbepflanzung sehr einladend war.

 

7.10. Andernos les Baines – Capbreton

 

Nachts war es richtig kalt, 5 Grad, aber wir haben ja Heizung. Auf unserem Weg nach Capbreton machten wir noch einen Abstecher zur Düne von Pilat, der größten Wanderdüne Europas. Wir erreichten sie nach 45 km. Sie ist 2,7 km lang, 500 m breit und 118 m hoch. Von oben hatten wir einen schönen Ausblick auf das Bassin von Arcachon auf der einen Seite und dem Nationalpark von Gascogne auf der anderen Seite. Dem riesigen Parkplatz nach zu urteilen, muß hier im Sommer die Hölle los sein.

 

Nach weiteren 160 km erreichten wir den uns schon bekannten Stellplatz in Capbreton. Wir hatten ihn allerdings nicht so voll erwartet. Obwohl Platz für 180 Wohnmobile vorhanden ist, gab es nur noch einige wenige freie Stellen. Anscheinend ist Surfsaison, denn die meisten Gäste sind Surfer.

 

Nach dem Essen hat Ute den Ort besucht, und ich hab mir die Surfer angeschaut. Als ich im Sand saß, kam ein Hund auf mich zugelaufen und setzte sich, ohne Blickkontakt zu mir, direkt neben mich. Ich verstand, er wollte spielen. Als ich einen Stein aufnahm, registrierte er es sofort und tanzte vor mir herum. War sehr amüsant.  

 

 

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