Das 1. Lebenszeichen aus New York

Die An-  und Einreise verlief reibungslos. Unsere bestellten XL Sitze entsprachen unseren Vorstellungen und so kamen wir entspannt in New York an.

Die eigentliche Einreise hat mich mehr als positiv überrascht. Wir sind noch nie so schnell in ein Land mit Grenzkontrollen eingereist, wie in die USA trotz Abgabe von 10 Fingerabdrücken und Fotografieren.

Für die Taxifahrt brauchten wir Geduld, da wir immer in Begleitung Tausender anderer Autos waren, die alle in die Stadt wollten. Wir brauchten 75 Minuten.

Beim Einchecken im Hotel war ich dann innerhalb einer Millisekunde hellwach und voller Adrenalin. Ute verlangte nach meiner Kreditkarte. Ich nahm meinen Rucksack von den Schultern und wunderte mich sofort, dass er geöffnet war. Das Portemonaie war weg, inklusive aller Kreditkarten, Geld usw. Sofort nahm ich an, dass ich Opfer eines Diebes geworden war, der die Ablenkung, Taxi verlassen, Gepäck ausladen, Hotel betreten für seine Zwecke nutzte. Ich war bestimmt 10 Minuten nicht in der Lage, vernünftig zu handeln und suchte immer wieder geschockt meine Sachen durch, ohne Erfolg. Auf einmal nach dem bestimmt 5. Durchsuchen meiner Jacke, fand ich es. Ich weis, weder warum ich es nicht bei den vorherigen 4 Versuchen gefunden hatte, noch warum es überhaupt in meiner Jacke war und warum der Rucksack geöffnet war. Ich war zu 100 % sicher, dass es im Rucksack hätte sein müssen. Ende gut alles gut.

Wir haben ein super Hotel Riu Plaza direkt am Times Square. Nachmittags hatten wir dann noch einen ausgiebigen Bummel gemacht, Pizza gegessen und für Donnertag abend Theaterkarten gekauft für den Wintergarden, in dem ein neues Musical von Andrew Lloyd Webber, „The School Of Rock“, gezeigt wird. Um etliche 100 Dollar ärmer sind wir dann wieder ins Hotel.

Times Square

Am nächste Tag hieß es zeitig aufstehen, da Ute eine auführliche Stadtrundfahrt gebucht hatte, die um 9 Uhr vor dem Sheraton Hotel starten sollte. Pünktlichn um 8:45 Uhr standen wir vor dem Hotel und warteten…und warteten…und warteten. Es kam kein Bus. Ute fand in den Unterlagen eine Tel.-Nr.,  die im Falle von Schwierigkeiten anzurufen wäre. Dies versuchte sie auch aber auf der Strasse war es zu laut. Also ab ins Hotel zum Concierge. Dieser stellte mit seinem Telefon eine Verbindung her und nach etlichem Hin und Her erfuhren wir, dass die Fahrt bereits um 8:30 gestartet war. Unsere Unterlage von Neckermann war falsch.  Ute vereinbarte, dass wir die Fahrt am Freitag nachholen können.

Wir hatten dann ein 2 Tagesticket für den Hop On Hop Off Bus gekauft und eine ausgiebige und schöne Stadtrundfahrt   gemacht. Mittags gab es dann sehr gutes indisches Essen.

 

Unser nächster Plan war, die Linie zu wechseln um  im Norden die Circle Line zu erreichen, mit der wir dann auf dem Hudson River bis zur Freiheitsstatue und zurück fahren konnten. Leider war der Bus gerade weg und so machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Anlegestelle.

 

Die Fahrt auf dem Hudson war auch wieder schön. Sie Skyline von Manhatten ist wirklich sehr eindrucksvoll. Dann fuhren wir einmal um die Liberty und wieder zurück.

Da wir noch Zeit hatten bis zum Theaterbesuch, machten wir noch einen längeren Spaziergang an der Pier entlang und dann Richtung Midtown Manhatten durch den Central Park zum Times Square und dann zum Hotel.

Anschließend  war Frischmachen und kurz Ausruhen angesagt und um 19 Uhr waren wir wieder pünklich im Theater am Broadway.

Um es kurz zu machen, das Musical war der Hammer. Die Darsteller waren super. Die Handlung könnt ihr sicher im Internet recherchieren, das würde hier zu weit führen. Die Darsteller der Schüler, alle ca. 12 Jahre alt, konnten singen, tanzen, schauspielern und Instrumente spielen. Das Publikum, wir eingeschlossen, war begeistert.

Wintergarden

Spät abends versuchten wir noch auf den „Top of the rock“, der Aussichtsplattform vom Rockefellercenter zu gelangen, wieder waren die Unterlagen von Neckermann nicht vollständig, denn man verlangte den Reisepass als Identifikation, den wir natürlich nicht dabei hatten. Also verschoben wir das auch auf später.

Am Donnerstag hieß es wieder früh aufstehen, um um 8:30 am Treffpunkt zu sein für unsere geführte „Triboro Tour“. Diese Tour sollte durch die 3 sogenannte boroughs: The Bronx, Queens und Brooklyn führen. Pünklich wurden wir von unserem chilenischen Führer Francesco abgeholt. Mit uns an Bord eine 70 jährige Amerikanerin mit ihrer 96 jährigen Mutter.

Die gesamte Tour war ausgesprochen schön und interessant. Sie führte durch Upper West Side nach Harlem und dann in die Bronx, dann nach Queens über Greenpoint, Williamsburg nach Brooklyn. Zum Schluß fuhren wir über die Brooklyn Bridge durch Greenwich Village wieder zurück nach Midtown Manhatten. So bekamen wir einen umfassenden und  erweiterten Eindruck von New York, das nicht nur aus Manhatten besteht.

Yankee Stadium
Skyline Manhatten

Unser Reiseleiter war sehr engagiert uns die Eigenheiten der einzelnen Stadtteile mit den unterschiedlichen Ethnie  zu zeigen und an besonders schönen Stellen einen Stop einzulegen. Bei einem Italiener in Brooklyn, der der Sage nach früher Kontakte zur Mafia gehabt haben sollte, gab es dann noch einen guten Capuccino und einige Pastries. Da vor dem Laden eine fette Harley Davidson der New Yorker Polizei stand und der Cop innen genüßlich seinen Espresso schlürfte, nahmen wir an, dass die wilden Zeiten vorbei waren.

Nach unserer Rückkehr folgte dann noch eine Hop On Hop Off Tour aus unserem 2 Tagespass von gestern.

Diesmal befuhren wir die nördliche Uptown Route vom Times Square über Upper West Side, Morningside Hights, Harlem, East Harlem, Upper East Side wieder zurück zum Times Square.

Apollo Theater Harlem
Guggenheim Museum

Ihr seht, dies ist kein Erholungsurlaub.

 

 

 

 

 

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2. Lebenszeichen aus New York

Nach dem gewohnten frühen Aufstehen standen wir pünktlich um 8:15 Uhr vor dem Sheraton Hotel um unsere vor 2 Tagen verpaßte, geführte New York Tour zu machen. Auch unser Guide Stephan, ein Amerikaner, der in München aufwuchs und vor 12 Jahren in die USA ging, holte uns pünktlich ab.

 

Zuerst fuhren wir am Central Park die Upper West Side entlang bis zum Dakota, in dem neben anderen Stars auch John Lennon und Yoko Ono wohnten. Direkt vor dem Wohnhaus wurde er 1980 von einem Fan erschossen, der immer mit Lennon verbunden sein wollte. Yoko Ono wohnt übrigens immer noch in dem Haus. Im direkt angrenzenden Central Park wurde von Ono ein Mosaik initiiert, mit dem Wort „Imagine“ in Anlehnung an den Song.

Dakota
Central Park
„Imagine“ Mosaik

Die Upper West Side direkt am Central Park ist im Gegensatz zur gegenüberliegenden Upper East Side gerade zu günstig. Der durchschnittliche Preis einer Wohnung dort beläuft sich nur auf 45 Mio. Dollar im Gegensatz zur Upper East Side, wo man 87 Mio. Dollar berappen muß, wenn man dort überhaupt eine Wohnung erhält, weil auf der Seite die Altreichen New Yorker Familien , wohnen, die unter sich bleiben wollen.

Überhaupt hat New York einige Zahlen zu liefern, die interessant sind:

Einwohnen ca. 8.500.000

davon Illegale 120.000

Jährliche Besucher 60.000.000

Sprachen 800

Millionäre 400.000

Milliardäre 67

Die teuerste bisher verkaufte Wohnung in der 432 nd Park Avenue kostete 175.000.000 $

Anteil, den ein Durchschnittsverdiener für Miete aufbringen muß 70 %

Jährliche Kosten für einen Studienplatz an der New Yorker Universität  60.000 $

 

Über die Upper Eastside ging es dann am Empire State Building vorbei zum Trump Tower. Er ist eines von 19 Wolkenkratzer, die Trump in New York gebaut hat. Melania und ihr Sohn bewohnen die obersten 6 Stockwerke des Towers, der Sohn allein 2. Nach den Ferien steht der Umzug ins Weisse Haus an. Das kann eng werden.

Empire State Building

 

Trump Tower

Vorbei am Flatiron Building (Bügeleisenhaus), fuhren wir südwärts nach Greenwich Village. Auf der Christopher Street erfuhren wir die Geschichte dieses Bezirks, der in den 70er Jahren berühmt wurde durch die Schwulen- und Lesbenbewegung. Als die Polizei die illegalen Bars räumen und schließen wollte, gab es auch aus der Bevölkerung so starke Proteste, dass die Gesetze liberal geändert wurden.  Heute ist das Viertel  auch ein beliebtes Künstlerviertel geworden.

Flatiron House

Gleich anschließend fuhren wir durch Soho, dass schon lange seinen schlechten Ruf abgelegt hat und zu den angesagtesten Vierteln New Yorks gehört. Hier wurden die sogenannten Lofts erfunden, da Soho früher fast nur aus Fabrikgebäuden bestand.

Danach folgte Little Italy und  Chinatown, wobei Chinatown Litte Italy fast aufgefressen hat und sich immer weiter ausdehnt. Eine Begründung bestej

hat darin, dass sich die europäischen Auswanderer über Generationen integriert haben und sich in New York verteilten, die Chinesen dies nicht tun und über Generationen ihre Viertel nicht verlassen und auch kein Englisch sprechen.

Brooklyn BridgeWir erreichten dann den südlichen Financial District mit der Wall Street und fuhren dann am Ground Zero  vorbei zurück nach Midtown.

Brooklyn Bridge
Manhatten Bridge

Es wurde knapp, denn wir hatten um 14 Uhr unseren Termin für eine Walking Tour durch den Theater District mit Lunch im Hardrock Cafe. Leider warteten wir wieder vergebens, kein Führer kam. So machten wir uns direkt auf zum Hardrock Cafe, tauschten unseren Voucher gegen ein leckeres 3 Gänge Essen mit Getränken ein. Unsere Enttäuschung hielt sich in Grenzen, da der  Theater District direkt vor unserem Hotel liegt und wir schon einige Strassen abgelaufen waren.

Dann haben wir noch Karten gekauft für die Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center für morgen früh 8 Uhr.

Auf dem Heimweg kamen wir am Ambassador Theater vorbei, wo das Musical „Chicago“ läuft. „Chicago“ ist das am längsten am Broadway aufgeführte Musical. Kurzentschlossen hatten wir noch mal beide Augen bei den Preisen zugedrückt und für Samstag Abend Karten gekauft.

Um 22 Uhr waren wir zum Empire State Building aufgebrochen, um Manhatten von oben bei Nacht zu betrachten. Die Wartezeit vor den Aufzügen hielt sich in Grenzen und oben konnten wir in alle Himmelsrichtungen die beleuchteten Häuserschluchten von New York  betrachten. Das war wieder ein super Erlebnis.

Samstag morgen waren wir pünktlich am Rockefeller Center und mit dem ersten Aufzug auf dem  „Top of the Rock“. Der Himmel war bewölkt, trotzdem hatten wir eine gute Sicht. Auch diese Aussichten hatten wir genossen.

Meine Krankenkasse, jetzt weis ich wo die Beiträge bleiben
Central Park mit Upper Westside
Richtung Empire State Building
Richtung Central Park
Empire State Building

Dann stand unser Einstand bei der New Yorker U Bahn an. Wir wollten einige Stunden in Greenwich verbringen, das uns bei der Stadtrundfahrt gut gefallen hatte. Das Kartenziehen war schnell erledigt aber im Gegensatz zu Ute kam ich mit meiner Karte nicht durch die Sperre. Nach einiger Zeit öffnete man mir eine Tür, durch die ich zum Bahnsteig gelangte. Unser geplanter Ausstieg war die Christopher Street. Was wir nicht wußten war, dass wir in eine Expresslinie eingestiegen waren, die fast bis zur Endstation durchfuhr. Also auf der anderen Seite wieder zurück und darauf achten die Normallinie zu erwischen. Man lernt immer wieder etwas dazu.

In Greenwich sind wir durch das schöne Viertel gebummelt und haben am Hudson River eine Kaffeepause, bei mittlerweile wieder herrlichem Wetter, eingelegt.

Christpher Street
Kunst in Greenwich
Musik im Park

Danach wanderten wir durch Soho südwärts bis zum Ground Zero.

Die Mahnmale auf den alten Fundamenten der beiden Türme sind sehr eindrucksvoll. Auf den Rändern stehen die Namen aller Opfer. Täglich werden an die Namen der Opfer, die an diesem Tag Geburtstag gehabt hätten eine weiße Rose abgelegt. Die Wasserfälle an den Rändern und in der Mitte sollen an den Augenblick des Einsturzes erinnern.

Ground Zero
Ground Zero
Geburtstagsehrung eines Opfers

Rührend ist auch der Anblick eines Baumes, der monatelang unter den Trümmern verborgen und fast völlig zerstört war. Als man noch einen kleinen Rest leben in ihm fand, wurde er an einer exponierten Stelle neu eingepflanzt, gepflegt und hat sich mittlerweile zu einem stattlichen Baum entwickelt.

Survival Tree

Abends stand noch der Besuch des Musicals Chicago an. Das war ein klassisches Musical, ähnlich wie Cabaret. Vom Stil her, hatte uns das erste besser gefallen wobei die musikalische und tänzerische Qualität der Darsteller sehr gut war.

Ambassador Theater
Unser Limousinenservice zum Theater

 

 

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3. und letztes Lebenszeichen aus New York

Heute durften wir das erste mal ausschlafen, da wir nur das Metropolitan Museum of Art auf dem Programm hatten. Der Weg führte uns die 5th Avenue nach Norden. Auf Höhe der Mitte des Central Parks ist das Museum angesiedelt. Auf der 5th gerieten wir erst einmal in die Israel Parade, eine Parade aller in New York und Umgebung jüdischer Organisationen. Dafür hatten sie die 5th gesperrt und wir mußten uns im Zickzack dem Museum nähern.

Israel Parade

Im Museum gibt es alles, die drittgrößte Ägypthenausstellung der Welt, Kunst geordnet nach allen Regionen der Welt und damit meine ich wirklich allen Regionen, sowie Bilder von allen weltbekannten Künstlern.  Dort hängen dann nicht nur 1 oder 2 Picasso, sondern 20. Die Größe des Museums ist ebenfalls eindrucksvoll, was meine Beine soeben bestätigten.

 

Metropolitan Museum Of Art
Selbstbildnis des jungen Picasso
Selbstbildnis des älteren Picasso

Henri Matisse
Marc Chagall

Unterbrochen durch 2 Kaffeepausen hatten wir uns einige Stunden im Museum aufgehalten. Es war kurz vor 4 Uhr, als wir das Museum wieder verließen. Mir taten die Knochen weh und ich freute mich auf einen gemütlichen Abend auf dem Hotelzimmer mit hochgelegten Beinen.

Eigentlich hätte ich es wissen müssen, dass es anders kommen würde. Ute war unerbittlich und bestand auf den Besuch des sich in der Nähe befindlichen Solomon R. Guggenheim Museums.

Das Museum hat eine außergewöhnliche Architektur und ist innen sehr gut aufgebaut. Man schraubt sich spiralförmig bis ganz nach oben und kann unterwegs die Kunstwerke betrachten. Übrigens unter anderem wieder 20 Picasso. Auch dieser Besuch war wieder gut.

 

Solomon R. Guggenheim

Danach konnten wir die 5th bis zu unserem Hotel benutzen und haben damit das Besichtigungsprogramm erledigt.

Unterwegs wünschte sich Ute diese Louis Vuitton Tasche aber leider war die Reisekasse leer

Heute werden wir noch packen und morgen geht es um 5 Uhr zum JFK Flughafen zum Flug auf die Bermudas.

Übrigens, ich versuche seit 4 Tagen tel. Kontakt mit unserer Vermieterin auf Bermuda aufzunehmen aber es nimmt niemand ab. Ob uns dort ein weiteres Abenteuer erwartet?

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1. Lebenszeichen von Bermuda

 

Heute hieß es um 4 Uhr aufstehen. Beim Auschecken bot man uns eine Privatlimousine zum Flughafen für 10 $ mehr an, als ein Taxi kostet. Diesen Luxus gönnten wir uns.

Ich hatte übrigens gestern spät doch noch einen netten Kontakt mit unserer Vermieterin auf Bermuda. Alles sei ok und sie freut sich uns zu sehen. Damit war die Nachtruhe dann doch gesichert.

Nach einem 1:40 Stunde dauernden Flug, waren wir schon da, nahmen ein Taxi und fuhren nach Warwick. Dort angekommen, begrüßte uns unsere Vermieterin. Ruth Sousa ist weit über 80 Jahre alt und wohnt seit 20 Jahren, nach dem Tod ihres Mannes allein im Haus. So alt müssen auch die Bilder sein mit denen sie ihr Zimmer mit Bad anbietet. Es besteht ein leichter Renovierungsstau und vor allem scheint sie nichts wegschmeißen zu können. Alles steht voll mit Gläsern, Vasen, Andenken,Bildern usw. Besonders mag sie Handtücher, davon gibt es im Bad bestimmt 40 Stück. Allerdings wird dieser, zuerst gemischte Eindruck, durch ihre Herzlichkeit und die Lage des Hauses, mit direktem Blick auf die Bucht von Hamilton, ausgeglichen.

Wir unternahmen noch einen Ausflug nach Hamilton, wo wir uns mit Fähr-und Buspässen für unseren Aufenthalt eindeckten und genossen den schönen Tag auf der frei zugänglichen Terasse des Hamilton Princess Hotels, direkt am hoteleigenen Yachthafen.

 

Am nächsten Tag stand unser Einstieg beim America’s Cup an. Unser Fähranleger befindet sich 3 Minuten von unserem Haus und mit dieser Fähre konnten wir Hamilton erreichen. Mit einer weiteren Fähre gelangten wir zum Royal Naval Dockyard, dem Austragungsort der Regatta.

Nach dem Einchecken besichtigten wir das extra für dieses Event angelegte Village und konnten auch die ersten Boote betrachten. Nach einer kurzen Stärkung, gingen wir dann zum Grandstand, für den wir uns Karten besorgt hatten. Der Grandstand ist eine Zuschauertribüne, von wo man einen ungestörten Blick auf das Geschehen hat, mit einer großen Leinwand, auf der die Action vom Hubschrauber übertragen werden. Weiterhin ist dort das Fernsehen angesiedelt und 2 Moderatoren kommentieren die Rennen.

Das erste Rennen wurde 2 Mal verschoben, wegen zu starkem Wind. Alles über 25 Knoten Wind ist zuviel für die Boote. Dieses bekamen wir an diesem Tag  bestätigt. Von 4 an diesem Tag eingesetzten Booten, überstand nur das SoftBankteam Japan Boot die Rennen unbeschadet. An denTeams Landrover BAR England und Artemis Schweden gab es deutliche Beschädigungen und die Emirates Team New Zealand kenterten bei ihrem 2. Rennen kopfüber und beschädigten ihr Boot erheblich. Hier wurden vor unseren Augen Millionen € buchstäblich versenkt.

 

Die Tagesregatten finden  wie folgt statt: 4 Teams segeln an diesem Tag, 2 Teams segeln 2 Mal in Form eines Matchraces gegeneinander. Also finden täglich 4 Rennen statt.

Es ist schon spektakulär, wie schnell die Boote sind, bis zu 90 km/h. Allerdings sind sie so leicht gebaut, dass die Grenzen sowohl vom Material her, als auch vom Handling her, bei zuviel Wind,  schnell erreicht sind. Diese Boote sind in der Lage über 95% einer Regatta auf den Foils zu segeln, das heißt, auch die Manöver finden ohne großen Geschwindigkeitsverlust statt. In den Booten sind 450 Sensoren verbaut, die 40000 Signale in der Sekunde liefern. Die Mannschaft besteht aus 6 Seglern, die alle eine spezielle Aufgabe haben. Der Taktiker hat in seiner Segelhose auf den Oberschenkeln je ein Tablet integriert, auf dem er die Informationen der Sensoren für seine Entscheidungen ablesen und nutzen kann.

 

Nach 2 Rennen begann es heftig zu Regnen, wie man sich tropische Regenfälle vorstellt, nur bei 6 Windstärken. Alle wurden pitschnass, wir hatten aber an unsere Regenjacken gedacht und so trotzten wir dem Wetter. Das ganze entwickelte sich dann zu einer sehr lustigen Party, denn die Moderatoren, auch bis auf die Unterhose nass, wie sie versicherten, schafften es durch ihre Art, die Leute bei Laune zu halten.

Alles in allem war dies ein tolles Erlebis und wir sind gespannt auf die nächsten Tage, sofern die Teams die Boote wieder flott kriegen.

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2. Lebenszeichen von Bermuda

Heute, Mittwoch, habe ich frei und Ute übernimmt den Blog.

Nach dem gestrigen Tag, der durch eine dramatische Kenterung, Bruch auf allen Booten und Penalty-Ärger für Schweden spektakulär verlief, bekamen wir noch am späten Abend eine email vom Veranstalter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass heute Rennen stattfinden würden, unter 50 % liege, da mit Starkwind zu rechnen sei. So kam es dann auch.  Um 14 Uhr teilte die Rennleitung mit, dass alle Rennen abgesagt seien. Natürlich gab es überall enttäuschte Gesichter, nicht nur bei den Zuschauern, auch bei den Teams, aber Sicherheit steht über allem.

Da es insofern nichts Aktuelles vom heutigen Renntag zu berichten gibt, nachstehend einige Hintergrundinformationen über den Americas Cup der letzten Jahre und von Bermuda.

Darum geht es
Das sind die Protagonisten

Nachdem im Jahre 2013 der schwedische Skipper von Bord fiel und tödlich verunglückte, wurden die Sicherheitsmassnahmen drastisch verschärft. Die maximale Windgeschwindigkeit, mit der gesegelt werden darf, beträgt jetzt 24 Knoten, jedes Crewmitglied muss einen Helm und eine Schwimmweste tragen sowie ein Messer und ein Beatmungsgerät bei sich führen.

Dies ist auch deswegen wichtig geworden, da die Katamarane seit 2013 von 22 m auf 15 m verkürzt wurden und dadurch noch leichter und noch schneller geworden sind. Statt mit 11 Mann werden sie jetzt nur noch mit 6 Mann gesegelt. Dies hat zur Folge, dass es zum Beispiel den Luxus des reinen Taktikers an Bord nicht mehr gibt. Der Taktiker muss heute auch noch andere Sachen beherrschen, zum Beispiel Hydraulik aufbauen können oder ähnliches.

Die Katamarane sind, wie gesagt, 15 m lang, 24 m hoch, 8,50 m breit, 92 km/h schnell, sie haben eine Segelfläche von 103 Quadratmetern und wiegen 2.400 kg (weniger als unser Wohnmobil !). Die Kabelage an Bord beläuft sich auf 1.200 m und die Konstruktionsstunden betragen 35.000. Außerdem sind die Katamarane dafür ausgelegt und in der Lage, sofern die Crew es schafft, die Rennen zu 100 % auf Foiles (eine Art Stelze) zu segeln, so dass der Rumpf des Bootes die Wasseroberfläche nicht berührt.

Das typische Crewmitglied ist 1,82 m gross, wiegt 87,5 kg und hat während des Rennens einen Pulsschlag zwischen 164 und 184. Es vertilgt pro Woche 35.000 Kalorien und trinkt 35 Liter Wasser.

Nachdem das Boot der Neuseeländer gestern mit einem Salto Mortale gekentert ist und – man stelle sich vor – dies unglaublicherweise noch VOR der Startlinie  – sind 3 Mitglieder von Bord gefallen und mussten mitsamt oben erwähnter Ausrüstungs-Montur bei Starkwind und heftigem Wellengang irgendwie zum Boot zurück schwimmen. Die drei anderen mussten in schwindelerregender Höhe sehr lange ausharren, bis das Boot vom Durchkentern zum Kentern gebracht werden konnte und anschließend mit fremder Hilfe wieder auf beide Schwimmer zum Stehen kam, um dann abgeschleppt und die Nacht über repariert zu werden.

Der direkte Gegner des gekenterten Neuseeländischen Bootes war England, deren Skipper bereits mit 19 Jahren in seiner Segelklasse die olympische Silbermedaille gewonnen hat und in den nachfolgenden vier Olympischen Spielen jeweils die Goldmedallie. Außerdem ist er 11-facher Weltmeister und hat weitere bedeutende Titel gewonnen. Er gilt als DER herausragende Segler und wurde bereits zum Sir geadelt. All dies bewahrte ihn jedoch nicht vor der Peinlichkeit,  eine Wende zu eng anzusteuern, die Wendetonne aufzuspiessen und die Luft herauszulassen.  Darüber hinaus wurde er in den Vorläufen durch empfindliche Niederlagen regelrecht gedemütigt (unglaubliche 6 Minuten Rückstand), wurde wie ein Schuljunge vorgeführt und brachte es auch noch fertig, einen unterirdischen Frühstart von ungefähr 2 Minuten hinzulegen (2 Sekunden wären für sein Können angemessen gewesen) . Irgendwie bekommt er seine „Rita“, die offenbar schwer zu bändigen ist, nicht richtig in den Griff. Zu seiner großen Schmach gewann das (vorgestern gekenterte) Neuseeländische Boot mit dem jungen 26-jährigen Skipper auch noch die Vorläufe und durfte sich als Vorlaufsieger seinen direkten  1:1 Gegner aussuchen und wählte – England. Zur Stunde steht es 3 : 1 für Neuseeland, wer als erster der beiden 5 Punkte gewinnt, darf ins Finale der Herausforderer gegen den Titelverteidiger ORACLE einziehen.

Nachdem Schweden ebenfalls grosse Probleme hatte und ihnen bei dem starken Wind alle möglichen Material-Teile um die Ohren flogen, waren sie vorübergehend nicht mehr richtig manövrierfähig und segelten plötzlich ganz woanders hin – sie waren kurzzeitig außerhalb des gesteckten Rennkurses unterwegs -, was ihnen eine Strafe der Rennleitung einbrachte. Wenngleich es dem Team gelang, das Boot als Ganzes über die Ziellinie zu bringen, konnten sie jedoch keine Punkte einfahren, so dass es 3:1 für Japan steht.

Die Franzosen sind leider in den Vorläufen ausgeschieden und nicht mehr dabei. In einem der Vorbereitungsrennen ist ihr Skipper von Bord gefallen und hat sich an den Foiles sehr schwer am Fuß verletzt, so dass er operiert werden musste und zur Zeit nicht segeln kann. Da er ebenfalls hoch dekoriert ist, war er so kurzfristig nicht gleichwertig zu ersetzen.

Den rennfreien Nachmittag haben Manfred und ich in St. George verbracht. St. George liegt ganz im Osten der Insel Bermuda und gehört zum Weltkulturerbe. Es war toll, diesen Teil der Insel vollkommen entspannt zu erleben, dort durch die Gassen zu streifen und das karibisch anmutende Feeling aufzunehmen. Abends sind wir noch auf dem Stadtfest in Hamilton (der Hauptstadt Bermudas) gewesen, wo viel musiziert und spektakulär getanzt wurde. Es gab eine Friseur-Meile, viele Stände mit eindrucksvollen Kunstobjekten,  jede Menge leckeres Essen und eine tolle Atmosphäre.

Da zu später Stunde keine Fähre mehr zu unserer Unterkunft fuhr, sind wir mit einem überfüllten Linien-Bus nach Hause gefahren, was ein sehr spezielles Erlebnis war.

Donnerstag: Heute morgen haben wir uns spontan entschlossen, nicht mit der Fähre, sondern mit dem Bus zum Royal Naval Dockyard (dem Austragungsort der Rennen) zu fahren, um auf dem Landweg noch ein wenig mehr von der Insel zu sehen. Im Bus war auch die Mutter einer der englischen Crewmitglieder. Als wir die englische Crew vom Bus aus auf dem Wasser trainieren sahen, war sie ziemlich aufgeregt, verständlich. Schließlich lag das Team um ihren Sohn mit 1:3 im Rückstand und drohte am Nachmittag auszuscheiden.

Das Wetter war heute vom aller feinsten, wenig Wind und nur eine kleine Welle, so dass schnell klar wurde, dass heute andere Parameter (eher taktische) zum Sieg verhelfen würden als vorgestern bei Starkwind, Regen und hohen Wellen.

Manfred und ich gesellten uns zu einem sehr sympathischen Ehepaar aus England, die selbstverständlich ihrem Sir die Daumen drückten und dies auch in landestypischen Fahnen, Perücken und dergleichen zum Ausdruck brachten. Zusammen verbrachten wir eine wirklich gute Zeit an der Rennstrecke.

Das erste Rennen ging auch glatt 1:0 an den Sir, der einen hervorragenden Job machte und sein ganzes Können zeigte. Der junge Skipper von Neuseeland unterlag. Somit konnte Neuseeland die erforderlichen 5 Punkte nicht sicherstellen, es stand 4:2. Im darauf folgenden Rennen hatte England aber keine Chance mehr gegen Neuseeland, so dass Neuseeland heute mit 5:2 in das Finale der Herausforderer eingezogen ist, das am kommenden Samstag und Sonntag ausgetragen wird.

Der zweite Finalgegner wird entweder Japan oder Schweden sein. Nachdem Japan vorgestern überaus erfolgreich segelte und 3:1 gegen Schweden in Führung ging, lief heute bei Japan überhaupt nichts mehr zusammen. Schweden gewann die beiden Rennen souverän und glich 3:3 aus.

Da auch hier 5 Gewinn-Punkte von Nöten sind und die Zeit nunmehr eilt (inzwischen gibt es schon drei Ausfalltage, 2 durch Starkwind, 1 durch Flaute) wurde den beiden noch ein drittes Rennen aufgebrummt, das Schweden mit Nervenstärke ebenfalls gewann, nun steht es 4:3 für Schweden.

Übrigens war heute „Happy Ocean Day“.
Ein Tag, der auf den Plastikmüll in den Weltmeeren aufmerksam machte.

Auf unserer Heimfahrt mit der Fähre drehte Manfred ein Video und sich dabei mehrmals um sich selbst und schwupps ging seine wieder auffüllbare Fahrrad-Plastikwasserflasche über Bord direkt in den Ozean….

Manfred und ich werden erst am Samstag wieder zu den Rennen gehen. Morgen möchten wir weitere Erkundigungen auf der Insel anstellen und an einem der schönen Sandstrände baden.

Hier wohnen wir

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3. Lebenszeichen von Bermuda

Da heute nur ein Rennen stattfand, nutzten wir den Tag, um die Insel  zu erkunden.

Wir haben ein 7 Tages Ticket, dass alle Fähren und alle Busse auf Bermuda beinhaltet und so wählten wir Busverbindungen aus, die sowohl an der Nordküste als auch an der Südküste landschaftlich schön entlang führten.

Unser erstes Ziel waren die Crystal Caves. Das sind 2 Millionen Jahre alte Tropfsteinhöhlen, die durch Zufall vor 110 Jahren durch 2 Cricket spielende Jungen entdeckt wurden. Beim Spiel verschwand der Ball in einer Felsspalte. Um ihn zu holen  zwängten sich die Jungen immer tiefer in die Spalte, bis sie die Höhle entdeckten.

Die Höhle ist gut angelegt und mit einem Führer, der herausragende Entertainmentqualitäten besaß, durchstreiften wir die Gänge. Am Grund der Höhle befindet sich ein See, der Verbindung zum Atlantik hat. Da von oben Regenwasser eindringt, sind die ersten 3 cm des Wassers Süßwasser und daruter befindet sich das salzige Meerwasser. Tiere können dort mangels Nahrung nicht leben.

Es dauert noch etwa 100 Jahre, bis der Stalaktit den Stalagmit berührt

 

Danach ging es wieder auf einer schönen Bustour zurück nach Hamilton, von wo wir ,nach einer kleinen Stärkung, südwärts zu den Stränden Bermudas aufbrachen. Unser Ziel war die Horseshoe Bay, mit einem der schönsten Strände Bermudas.

Dies konnten wir, nachdem wir dort angekommen waren, vollkommen bestätigen. Pulvrig weißer Sand, türkisfarbenes Meer und blauer Himmel – was will man mehr? Wir nahmen dort ein erfrischendes Bad und hingen dann noch eine Zeit dort ab.

Horseshoe Bay

Die Rückfahrt per Bus nach Hamilton gestaltete sich dann spannend. 3 geplante Busse fielen aus und als der  vierte dann kam, war die Haltstelle voll mit Menschen. Alle zwängten sich in den Bus, wir auch. Leider ergatterten wir nur einen Stehplatz. Da es in Bermuda so gut wie keinen Meter gerader oder ebener Strasse gibt, sondern eine Kurve der und ein Hügel dem anderen folgt und Busfahrer nur Vollgas und Vollbremsung kennen, hatten wir das Gefühl bis Hamilton Achterbahn im Stehen zu fahren. Nach den ersten etwas unsicheren Minuten begann die Fahrt dann Spaß zu machen.

In Hamilton mußten wir dann noch auf unsere „Hausfähre“ warten und wurden wieder gut unterhalten.

Ein Vater stand am Kai, fein gemacht, mit Lederschuhen, weißem Hemd und dunkelblauer langen Hose und erwartete anscheinend seine Familie. Die kam dann auch per Motorboot, in Form seiner Frau, ebenfalls chic gemacht und seinem ca. 6 jährigen Sohn. Der Vater signalisierte dem Sohn, das Steuer zu übernehmen und das Anlegemanöver zu fahren. Dazu gab er von Land aus laut Anweisung. Natürlich war der Kleine völlig überfordert von dem komplizierten Manöver. Irgendwie näherte er sich rückwärts der Kaimauer. Der Vater hatte sich mittlerweile auf die Mauer gesetzt um bei erfolgreichem Manöver, auf des Schiff zu springen. Spätestens jetzt könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie die Geschichte ausging. Platsch machte es und der Vater nahm ein erfrischendes Vollbad im Hafenbecken. Er bestieg dann schnell das Boot und fuhr, selbst am Steuer übernehmend mit versteinerter Miene davon. Diese Szene kennt man eigentlich nur aus den lustigen Videos von YouTube. Diesmal erlebten wir sie live.

Das ist der Blick von unserer Terasse

 

 

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4. Lebenszeichen von Bermuda

Heute begannen die Finale der Herausforderer. Artemis Racing Schweden hatte sich gegen Softbank Japan 5:3 durchgesetzt, Emirates Team New Zealand hatte 5:2 gegen Land Rover Bar England gewonnen.

Diese beiden Teams werden heute und morgen den Herausforderer für das Finale gegen den Titelverteidiger Oracle Team USA aussegeln, das dann nächste Woche stattfinden wird.

Der Titelverteidiger

 

Artemis Racing und  Emirates Team New Zealand unterscheiden sich grundsätzlich bei den sogenannten Grindern. Die Grinder müssen die Energie erzeugen, damit die Foils, die Ruder und das Flügelsegel mit Hydraulik bewegt werden können. Dies geschieht herkömmlich mit Armmuskelkraft, indem sie laufend eine Winch drehen. So ist auch Artemis aufgestellt. Emirates Team New Zealand hat dieses Jahr die Konkurrenz überrascht, indem sie Rad Grinder einsetzt. Dabei sitzen die Grinder auf Rädern und bringen durch ihre Beinmuskelkraft Energie in die Hydraulik. In beiden Booten sitzen mehrere Segel Olympiasieger und Weltmeister.

Die heute angesetzten Rennen verliefen wieder turbulent. Nachdem Artemis den Start des ersten Rennens gewonnen hatte, machten sie gegen Mitte des Rennens einen Fehler, bei einer Halse, als der Luvbug eintauchte und das Schiff abbremste. Dies nutzte Emirates aus und gewann deutlich.

Sieger des 1. Rennens Emirates

Auch im 2. Rennen gewann  Artemis wieder den Start und fuhr ein fehlerfreies Rennen. Emirates versuchte alles, um den Startrückstand zu verkürzen, mußte sich aber dann doch geschlagen geben.

Sieger des 2.. Rennens Artemis

Das 3. Rennen begann wie die zwei vorherigen, Artemis gewann den Start knapp und so ging das Rennen weiter. Die ganze Zeit bis Mitte des Rennes betrug der Zeitabstand nur 1 bis 2 Sekunden. Wir freuten uns schon auf ein packendes Finale, da erwischte es Nathan Outerridge. Der Steuermann von Artemis verließ das Schiff, natürlich unfreiwillig. Bei einer Wende, bei der die gesamte Mannschaft von einem Schwimmer in den anderen wechselt, rutschte er aus und verschwand im Atlantik. Das Boot war kurz führerlos, dann übernahm der Taktiker das Ruder, hatte aber keine Chance mehr, Emirates einzuholen und gab auf. Es gibt anscheinend nichts, was bei diesem Americas Cup nicht passiert.

Nathan Outerridge, Steuermann der Artemis

Jetzt steht es 2:1 für Emrates Team New Zealand, und morgen werden wir uns noch einmal 3 Rennen anschauen.

Das Fliegen wird auch schon probiert
Ein morgendlicher Besucher

 

Mit Drohgebärde

 

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5. Lebenszeichen von Bermuda

In der Nacht gab es ein tropisches Gewitter. Morgens berichtete unsere Vermieterin, dass sie aufwachte, ihre Gardine waagerecht im Zimmer flatterte und ihr Bett bereits naß war.

Im strömenden Regen, erreichten wir Dockyard, für unseren letzten geplanten Besuch der Rennen. Da wir Platz im Grandstand hatten, saßen wir wenigstens trocken.

Heute standen 3 weitere Rennen an. Sollte Neuseeland alle 3 Rennen gewinnen, hätten sie das Finale für die Herausforderung des Titelverteidigers Oracle Team USA gewonnen.

Vorher gab es aber wieder eine Begebenheit der besonderen Art. Eine Millionen teuere Yacht wurde vor unseren Augen auf einen Felsen gefahren und hing fest. In der Haut des Kapitäns mochte ich nicht gesteckt haben, zumal wahrscheinlich VIP Gäste an Bord waren, die das Rennen direkt am Kurs beobachten wollten.

Das erste Rennen wurde mit 15 Sekunden Vorsprung von Artemis gewonnen. Damit stand es 2:2 und da der Gewinner 5 Punkte benötigt, war klar, dass heute keine Entscheidung mehr fallen würde.

Sieger des 1. Rennens: Artemis

Im 2. Rennen gingen beide Boote zeitgleich über die Startlinie. 2 Penalty Anträge von Neuseeland für Artemis wurden abgewiesen.  Das muss den Steuermann von Neuseeland so geärgert haben, dass er danach wie von einem anderen Stern segelte und Artemis dermaßen abhing, dass sie das Rennen aufgaben. Zwischenstand 3:2 für Neuseeland.

 

Sieger des 2. Rennens:  Emirates Team New Zealand

Das 3. Rennen bot wieder Außergewöhnliches. Beide Boote gingen wieder zeitgleich über die Startlinie. Artemis gewann die erste Kreuz und führte mit ein paar Sekunden. Mitte des Rennens kam Neuseeland wieder sehr stark zurück und fuhr einen beträchtlichen Vorsprung heraus. Jedem war klar, dass Neuseeland dieses Rennen souverän gewinnen würde. Dann, an der letzten Wende,  200 m vom Ziel entfernt, kam das Boot fast zum Stehen. Wahrscheinlich war die Hydraulik mangels Energie zusammengebrochen. Artemis, die 550 m zurücklag, kam mit 40 Knoten Geschwindigkeit immer näher. Schließlich schafften die Neuseeländer es wieder, das Boot auf Geschwindigkeit zu bringen, und auf den letzten 100 m fuhren beide Boote gleichauf auf das Ziel zu. Neuseeland gewann mit einem Abstand von weniger als 1 Sekunde. Die Fans flippten aus. Wir auch, obwohl wir neutral waren, aber solch ein Rennen reißt einen einfach mit.

Sieger des 3. Rennens: Emirates Team New Zealand

Das Wetter wurde am Nachmittag übrigens wieder schön und wir erleben gerade einen schönen Sonnenuntergang auf der Terrasse.

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6. und letzte Lebenszeichen von Bermuda

Heute grüßen wir Euch zum letzten Mal von Bermuda. Gleich heißt es Koffer packen und morgen geht es dann heimwärts.

Der Ordnung halber möchten wir Euch noch mitteilen, dass die Neuseeländer schließlich  5:2 gewonnen haben und nächste Woche gegen Oracle um den Pokal segeln werden. Man kann auf Servus TV wohl die Rennen verfolgen, für die, die es interessiert.

Machts gut, wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

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