14. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

9.3. bis 19.3.2019

Sharja-Fähre Bandar Abbas-Bandar Lengeh-Siraf-Bandar Deylam-Chogha Zanbil-Dezful-Kermanschah-Bisotum-Takht e Soleyman-Tabriz-Maku

Es folgten 2 nervige Grenztage.

Zunächst mußten wir mittags am Fährhafen eintreffen. 7 Stunden später wurde geladen, und wir durften aufs Schiff. Dann ging die Warterei weiter bis 21 Uhr, dann legte die Fähre ab. Normalerweise konnten wir kurz nach dem Ablegen zu unseren Womos zum Schlafen, diesmal allerdings nicht. Der Seegang war so stark, dass aus Sicherheitsgründen die unteren Decks gesperrt waren. Also ging die Langeweile weiter. Plötzlich machte es einen riesen Schlag, alle wurden augenblicklich wach, ich dachte, wir hätten einen umherschwimmenden Container gerammt. Dann folgten weitere Schläge, das waren die hohen Wellen. Um mich herum verloren einige Gesichter ihre Farbe, und auch ich wartete auf entsprechende Symptome, da ich zur Seekrankheit neige. Gott sei Dank und den helfenden Armbändchen, die über Akkupressurpunkte innen an den Handgelenken Seekrankheit bekämpfen, kam ich davon.

Fähre Sharja

Um 1 Uhr hatte der Seegang nachgelassen, und wir konnten nach unten. Die lauten Schiffsdiesel in Verbindung mit 2 Kühltransportern mit laufenden Kühlaggregaten, schafften dann eine gemütliche Atmosphäre für einen ruhigen Schlaf.

Morgens um 10 Uhr erreichten wir mit Verspätung Bandar Abbas und damit wieder iranischen Boden. Sofort spürte man die uns von der Hinreise bekannte  Gastfreundschaft. Wir saßen im Womo gemütlich am Frühstückstisch, da klopfte es am Fenster, und der Fahrer des neben uns stehenden LKWs bot uns Tee an. Er saß, für uns armselig, vor einer Blechklappe seines LKWs und frühstückte auch. Unser Angebot Kaffee von uns zu bekommen, lehnte er bescheiden ab.

Die Einreise- und Zollformalitäten gingen überraschend schnell vonstatten, so dass wir bereits um 15:30 Uhr das Grenzgelände verlassen konnten.

Wir werden bis zum Ende der Reise jetzt viele Fahrtage haben, vor uns liegen mehr als 5000 km, die wir als Gruppenreise bis Ende März schaffen müssen, danach geht es von Bergama in der Türkei individuell weiter.

Die nächste Etappe führte uns nach Bandar Lengeh, wo wir schon einmal waren und die nächsten 2 Nächte verbringen werden.

Abends konnten wir Meeresschildkröten beobachten, die in Strandnähe immer wieder auftauchten, leider keine Chance sie zu fotografieren.

In Bandar Lengeh hatten wir unser erstes offizielles Briefing mit unseren „neuen“ Reiseleitern Oleg und Amin. Oleg hatte uns schon von Polen bis Dubai begleitet und wird uns auf der restlichen Rückreise unterstützen. Amin ist unser neuer Guide im Iran.

Wir erfuhren, dass die im Herbst 2018 verfügten Sanktionen jetzt langsam bei der Bevölkerung ankommen. Neben der galoppierenden Inflation sind die Preise u.a. für sogenanntes rotes Fleisch (Rind und Lamm) sowie Tomaten sehr gestiegen. Die Erzeuger bekommen durch die Inflation kaum Geld für ihre Produkte und versuchen diese ins Ausland zu verkaufen oder zu sehr hohen Preisen im Inland, die nur sehr wenige noch bezahlen können.

Eine andere Auswirkung war die Sperrung fast aller Handys der Gruppe. Durch den starken Schmuggel unregistrierter Handys sah sich die Politik gezwungen, alle Handys zu sperren und gegen Nachweis der Rechtmäßigkeit wieder freizugeben. Das ist für Ausländer fast unmöglich, und deshalb hatten wir auch mindestens 2 Handys mit für solche Umstände, denn die Handys, die wir auf der Hinreise benutzt hatten waren alle gesperrt.

Die Dieselsituation ist für uns jetzt noch kritischer als noch vor 3 Monaten. Gemeinsames Tanken ist so gut wie unmöglich. Wir sind gezwungen, täglich abends den Tank für den nächsten Tag voll zu haben und schaffen das nur durch Goodwill von Tankwarten und Lastwagenfahrern. Wir benötigen nämlich die Tankkarte eines LKW Fahrers um auf seinen Namen an Diesel zu kommen.

Jedes Mal ein neues Abenteuer, wenngleich die Leute vorort sehr hilfsbereit sind.

Die nächste Etappe führte uns über 320 km nach Siraf. Hier befindet sich die Erdöl- und Gasindustrie des Landes. Über 50 km fährt man an riesigen Raffinerien mit lodernden Schloten vorbei, wobei die ganze Gegend nach Schwefel stinkt.

Nach unserem ersten, erfolgreichen Solo Tankerlebnis, 40 l für 2 Euro (Einheimische zahlen die Hälfte), erreichten wir unseren Stellplatz am Meer.

wir geniessen die letzten Sommertage am Meer
wir geniessen die letzten Sommertage am Meer
Stellplatz in Bandar Lengeh

Um 21 Uhr, ich lag schon im Alkoven, klopfte es. Ute öffnete die Tür und ich hörte eine Männerstimme fragen: „Farsi?“ Darauf Ute: „No Thank you“ und schloß die Tür. Was ich nicht wußte war, dass – im Dunkeln – vor unserem Mobil 2 Soldaten mit Maschinengewehren standen und sich mit No Thank you nicht abspeisen lassen würden. Das Klopfen wurde energischer, und Ute brachte die beiden dann zu unserem iranischen Reiseleiter Amin, der erfuhr, dass wir und 3 weitere Mobile genau an der Beobachtungsstellung der Soldaten parkierten und uns von dort entfernen  sollten. Sie hielten dort Ausschau nach Schmugglern, die vom Meer kommen und nachts an Land gehen.

Von Siraf fuhren wir am nächsten Tag 400 km nach Bandar Deylam. Dies wird unsere letzte Station am Meer sein. Wir werden in den nächsten Tagen leider auch den Sommer verlassen, da wir in Nordiran Nachttemperaturen von – 2 Grad C erwarten. Auf dieser Etappe verließen wir die Industriezone und konnten uns wieder an der abwechslungsreichen Landschaft erfreuen.

Stellplatz in Bandar Deylam
Meer werden wir erst wieder in der Türkei sehen
hier herrscht jetzt Frühling

Es folgten 380 km nach Chogha Zanbil. Dort befindet sich das Weltkulturerbe Dur – Untash. Dies ist ein über 3000 Jahre altes Zikkurat, ein Tempel in Pyramidenform. Er wurde vom König Untash Napirisha gebaut, der König der Elamiten, das Urvolk der Iraner. Diese Anlage wurde erst vor 40 Jahren entdeckt und in der Gegend werden noch viele weitere Ausgrabungen in den nächsten Jahre vorgenommen.

Dur – Untash

Auf unserer nächsten Etappe nach Dezful machten wir in Shushtar halt, um das alte Wasserversorgungssystem, das von König Darius errichtet wurde, zu besichtigen. Auch dies gehört zum Unseco Weltkulturerbe.

Shushtar

Wir fuhren danach 350 km nach Kermanschah in der Provinz Kurdistan. Damit hatten wir den Winter wieder erreicht. Wir befanden uns auf der Hochebene auf 1400 m. Die Temperaturen sanken in den einstelligen Bereich. Die Strecke war allerdings sehr abwechslungsreich und schön. Wir fuhren 4 Tankstellen an um jeweils 20 l Diesel zu bekommen. Das wird zunehmend nervig.

unterwegs auf der Hochebene
hat gehalten
jetzt wurde es kalt
jetzt wurde es kalt

Unser Stellplatz befand sich an der Karawanserei direkt im Weltkulturerbe Bisotun. Die Karawanserei wurde im 16. Jahrhundert errichtet und zum (iranischen) 5 Sterne Hotel ausgebaut. Dort konnten wir für 2 Nächte Zimmer beziehen. Die Zimmer hatten keine Fenster, so, wie es in einer Karawanserei üblich war.

Bisotun Karawanserei
Bisotun Karawanserei

Am nächsten Tag besichtigten wir Bisotun. In einer riesigen senkrecht aufsteigenden Felswand sind Reliefs aus der Zeit von Darius I. zu besichtigen. Es ist u. a. Herakles dargestellt und eine Szene einer Machtübergabe. War ein netter Spaziergang, aber auch nicht besonders eindrucksvoll.

Bisotun Herakles
Bisotun

Nach dem Mittagessen in Kehrmanschah besichtigten wir noch Tak-i Bustan, wo weitere Reliefs aus der Sassaniden Periode 350 vor Christus zu sehen waren. Diese waren schon eindrucksvoller, weil sehr gut erhalten und größer.

Tak-i Bustan

Danach ging es zurück ins Hotel, wo wir eine landestypische Teestube aufsuchten, in der fleißig Shisha geraucht wurde.

Da wir am nächsten Tag bis auf 2200 m fahren werden, und es schon diese Nacht auf -4 Grad abkühlen soll, hatte ich vorsorglich für die Nacht die Womoheizung angestellt, obwohl wir in der Karawanserei schliefen. Hauptsache wir bekommen keinen Schnee.

Wir arbeiteten uns weiter gen Norden. Es war jetzt wirklich Arbeit, weil die Etappen sehr lang waren, die Strassen sehr schlecht und der Verkehr iranisch. Unser heutiges Ziel hieß nach 360 anstrengenden km Takht e Soleyman auf 2100 m. Hier befindet sich ein weiteres Unesco Weltkulturerbe, eine Festung mit Feuertempel und einem 21 ° warmen kleinen See. Im Reiseführer wird dies als eine der schönsten Sehenswürdigkeiten des Iran gepriesen. Leider waren nur Ruinen zu besichtigen.

unterwegs nach Takht e Soleyman
Takht e Soleyman

Wieder folgte eine 360 km Etappe nach Tabriz, in der Provinz Ost Aserbaidschan. Über zwei 2000er Pässe und Regen erreichten wir nach 7 Stunden die Millionenstadt Tabriz und gerieten gleich mal in einen Megastau und Schneeregen, die uns 13 km vor dem Ziel 1 Stunde kostete.

Tabriz ist eine Industriestadt. Hier werden auch die iranischen Autos gebaut. Außerdem ist es das Zentrum der iranischen Teppichproduktion. Es liegt leider in einem erdbebengefährdeten Gebiet, das im Jahre 1780 ca. 200000 Menschenleben kostete und 1840 weitere 50000. Dadurch sind alle alten Gebäude zerstört. Es hat den größten Basar der Welt und viele große Parks. In einem davon übernachteten wir.

Der nächste Tag begann mit einer Überraschung. Nachts hatte es geschneit und es lagen 10 cm Schnee. Alle waren begeistert, denn die kältesten Orte unerer Rückreise liegen noch vor uns.

das brauchten wir nicht

Wir besichtigten In Tabriz die Blaue Moschee, von der nach den Erdbeben noch Fragmente stehen geblieben waren, und die restauriert wurde, und den historischen Basar. Zwischendurch stärkten wir uns in einem landestypischen netten Restaurant.

Tabritz Blaue Moschee
Historischer Basar
Filiale von Victoria`s Secret?
typisch gedeckter Tisch für das Nouruz Fest (iranisches Neujahrsfest am 21.3.)

Abends gab es im El Goli Pars Hotel noch ein Seabridgeessen, als Abschluß unserer Iran Etappen (eine folgt allerdings noch)

Desserttisch

Der Iran schenkt uns nichts. Nachts hatte es wieder geschneit. Morgens fuhr sich Christoph erst einmal seine Treppe beim Abbiegen ab, sie war noch ausgefahren. Es folgten Schnellreparaturen, da wieder 270 km vor uns lagen. Der Schneefall wurde immer schlimmer und der Verkehr in Tabriz auch.

so starteten wir in Tabris

Nach 1 1/2 Stunden ließ der Schneefall nach und in der Ferne konnte man blauen Himmel und schneebedeckte Berge sehen. Die Fahrt entwickelte sich dann zu einer sehr schönen.

Wie immer kam das dicke Ende zum Schluß. Der Stellplatz an einem Hotel in Maku war eine Zumutung. Der Verkehr dort war schon heftig, dann mußte man im laufenden Verkehr 90° in eine schmale Zufahrt einfahren, die rechts und links einen tiefen Wassergraben hatte. Da wegen Nouruz, dem iranischen Neujahr, heute sehr viele Gäste im Hotel erwartet und Parkplätze benötigt werden, mussten wir mit unseren Womos ständig umparken. Um 17 Uhr hatten wir dann alle unsere endgültige Parkposition erreicht – pünktlich zum Beginn der Knallerei. Um das neue Jahr zu begrüßen, werden jetzt die ganze Nacht Raketen abgefeuert, und es wird laut geknallt. Gut, dass wir morgen ausschlafen können, bis ca. 5.30 Uhr, denn um 7 Uhr müssen wir an der Grenze sein. Wir fahren in die Türkei.

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13. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

20.2. – 7.3.

Ibri-Al Ain-Abu Dhabi-Liwa-Moreeb Düne-Al Mirfa-Abu Dhabi-Jumeira-Sharja

Heute stand wieder ein Grenzübergang an, vom Oman nach Abu Dhabi. Wie gewöhnlich, waren wir auf lange Abfertigungszeiten gefasst. Wir trafen uns Mittags an der Grenze und nach 3,5 Stunden konnten wir in Abu Dhabi einreisen.

Unser Stellplatz lag in einem großen Freizeitpark kurz vor Al Ain. Es wehte ein strammer Wind und es war kalt, so dass weitere Outdooraktivitäten unterblieben. Nachts sanken die Temperaturen auf 12 GradC.

Vormittags, am nächsten Tag wurden wir zu einer halbtägigen Stadtrundfahrt im Bus abgeholt. Wir fuhren nach Al Ain und besuchten zunächst die Oase, wo wir die Arbeiter beobachten konnten, die auf die weiblichen Dattelpalmen mklettern um diese mit den Fruchtständen der männlichen zu befruchten. Das nächste Ziel war das Al Ain Museum und das Al Ain Palast Museum wo die Geschichte Al Ains dargestellt wurde. Mittags folgt der Besuch einer großen Mall.

Oase Al Ain
Telecom Bau Al Ain
Al Ain Museum
Al Ain Palast Museum
in Abu Dhabi ist alles nobel, selbst die Ampeln

Der Rest des Tages war frei.

Ich hatte vor unserem Wohnmobil eine Feuerstelle mit Steinen entdeckt und beschloß abends unser seit 4 Wochen mitgeschlepptes Feuerholz dort bei einem Lagerfeuer zu verbrennen. Dies taten wir auch und es war bei diesmal angenehmeren Temperaturen sehr gemütlich. Um 21:30Uhr löschten wir das Feuer und ich wunderte mich, dass der angekündigte Besucherandrang, mit lauten Autos, Motorrädern und Grillfeierlichkeiten, aufgrund des anstehenden Wochenendes, überhaupt nicht zu bemerken war. Vorsorglich steckte ich mir Stöpsel in die Ohren und schlief tief und fest. Was sich in der Nacht abspielte, erzählte mir Ute dann am nächsten Morgen, bzw. ich konnte die Spuren noch selbst sehen.

Um 11 Uhr kam das erste Auto von 6 weiteren. Sie parkten direkt an unserem Wohnmobil. Es folgte ein Lkw mit Speis und Trank und dann noch ein Bus mit weiteren Gästen. Dann wurde gekocht. Die vermeintliche Feuerstelle entpuppte sich als Kochstelle, die von den Bangladeshi jede Woche benutzt wurde und unsere Anwesenheit schien sie in keiner Weise zu stören, sie verhielten sich, als wären wir nicht da, laut und rücksichtslos. Das Ganze ging wohl bis 3 oder 4 Uhr und dann breiteten sie ihre Matten aus und schliefen zu unseren Füßen. Ute war bedient.

unsere Nachbarn

Wir verließen früh diesen ungastlichen Ort und machten uns auf den Weg nach Abu Dhabi Stadt.

Seit 2 Tagen versuchte Ute Informationen zu erlangen wann und wo Kamelrennen in Abu Dhabi stattfänden. Unsere Reiseleitung war nicht in der Lage das zu klären, also fuhren wir auf gut Glück zu der Kamel Rennbahn. Nachdem wir eine erfolglos angefahren hatten und den Hinweis auf eine zweite erhielten, standen wir plötzlich vor einer tiefen Sandpiste. Ich wollte schon aufgeben aber Ute motivierte mich noch zu einer möglichen Umfahrung und tatsächlich fanden wir die Bahn, auf der ab 14 Uhr Rennen stattfinden sollten.

Trainingseinheit für ein Rennkamel

Wir machten Pause und dann füllte sich das Areal mit Kamelen und Autos.

Punkt 14 Uhr startete das erste von 16 Rennen. Das war sehr interessant zu beobachten, wie aus 3 Startboxen je 10 Kamele losrennen und links und rechts jeweils 50 SUVs mitfahren und ihre Favoriten anfeuern. Seit einigen Jahren werden die Kamele durch kleine Roboter mit einer Rute „motiviert“, schneller zu laufen, nachdem es zu viele Unfälle mit den früheren Kinderjockeys gab.

auf dem Weg zum Rennen
Fernsehinterview mit Abu Dhabi TV
Kamelrennen Startboxen
Kamelrennen
Kamelrennen
Jockeyroboter

Wir verbrachten dort einige Stunden und fuhren dann die restlichen 60 km nach Abu Dhabi Stadt, wo wir den Stellplatz am neuen Hafen bezogen, wo wir 4 Nächste bleiben werden.

die waren natürlich auch da

Abu Dhabi ist das mit Abstand reichste Emirat. 93 % der Erdöl und Erdgasvorkommen befinden sich in Abu Dhabi. Während Dubai das Wirtschafts- und Touristenzentrum der Emirate ist, beansprucht Abi Dhabi die politische Führung. Auch die Ausrichtung von Dubai und Abu Dhabi sind völlig unterschiedlich. In Dubai dominieren private wirtschaftliche Aktivitäten und es gibt einen langfristigen Plan, das Land vom Öl und Gas unabhängig zu machen und den Tourismus auszubauen. Die großen Projekte werden in der Regel vor geplanten Termine fertiggestellt, da die privaten Investoren auf schnellen return on investment achten. In Abu Dhabi wird die Wirtschaft vom Staat dominiert. Öl und Gas sind die Grundlage der Wirtschaft und der Zukunftspläne. Die Vorkommen sollen noch 90 Jahre reichen. Investitionen gehen in der Regel vom Staat aus und Projekte werden selten pünktlich abgeschlossen. So befindet sich der neue Flughafen terminlich 3 Jahre im Rückstand.

Um gegen die überlegene Außenwirkung von Dubai etwas entgegen zu setzen, hat man auf einer Kunstinsel Sadiyat das Louvre – und das Guggenheimmuseum errichtet. Mit astronomischen Summen, hat man die Namensrechte für 30 Jahre erworben und bezahlt dem Louvre Paris 750 Mio. € dafür, das man Kunst aus Paris leihweise zeigen kann.

Dieses Museum war dann am nächsten Tag unsere erste Station. Für mich, als Museumsbanause, war der Besuch nicht sehr eindrucksvoll.

Louvre Abu Dhabi

Danach fuhren wir die neue Corniche entlang der Skyline und hielten am teuersten Hotel der Emirate, dem Emirate Palace. Dann fuhren wir noch einige Viewpoints an, von denen man jeweils schöne Sichten auf die Skyline hatte.

Skyline Abu Dhabi
Skyline Abu Dhabi
Emirate Palace
Emirate Palace
Fairmont Abu Dhabi

Den Abschluß bildeten dann noch Besuche von Obst- Gemüse- und Fischmarkt.

Es folgte ein Tag ohne Programm. Wir beschlossen zur Ferrari World zu fahren. Dort befindet sich neben verschiedenen Themenparks auch die Formel 1 Strecke, Yas Marina Circuit und die größte Mall in Abu Dhabi, Yas Mall.

Yas Marina Circuit
Yas Marina Circuit

Die Insel Yas ist die drittgrößte Insel von Abu Dhabi und hier finden momentan die größten Investitionen statt.

Nachdem wir „einen Blick“ auf die Rennstrecke geworfen hatten, schauten wir uns die völlig unübersichtliche Yas Mall an und nahmen dort einen Imbis.

Dann fuhren wir zurück zur Corniche, wo wir einen guten Parkplatz für unser Womo fanden. Eigentlich wollten wir dort einen ausgiebigen Spaziergang machen aber nach 2 km entschlossen wir uns zurück zu kehren und erst einmal die feuchte Mittagshitze abzuwarten. In Abu Dhabi ist es im Gegensatz zu Dubai fast immer schwülwarm, im Sommer hoch in die 40er Grade und die Wassertemperatur steigt auf 38 Grad.

Am späten Nachmittag machten wir uns dann doch auf und konnten von der Corniche an der Skyline entlang gehen. An fast allen Hochhäusern hängen riesige Schilder mit Tel.-Nr., über die man Büros und Wohnungen mieten oder kaufen kann. Die Hochhäuser sollen zu 2/3 leer stehen und es wird fleißig weiter gebaut.

Skyline Abu Dhabi am Abend

Unser Ziel war das Etihad Towers Hotel, wo wir hofften in die obersten Etagen zu kommen und Abu Dhabi bei Nacht zu bewundern. Das gelang uns auch und wir besuchten Ray`s Bar in der 62. Etage, wo wir sogar noch in den Genuß der Happy Hour kamen. Die Ausblicke von oben waren atemberaubend. Die Bar hat nur komplette Glaswände und man hat somit einen 360° Blick. Abu Dhabi ist nicht Dubai, was die Illumination betrifft, es war trotzdem ein eindrucksvolles Erlebnis.

Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Emirate Palace am Abend
illuminierte Hotelfassaden
illuminierte Hotelfassaden

Mit dem Taxi ging es zurück zum Womo und dann zum Stellplatz.

Der 3. Tag unseres Aufenthaltes in Abu Dhabi begann mit einer Busfahrt zur Scheich-Zayid-Moschee, der größten in den Emiraten mit einer Kapazität von 40000 Personen im großen Gebetssaal. 800 Mio.€ hat sich das der Scheich kosten lassen und das feinste Material war gerade gut genug. Man findet dort den größten handgeknüpften Teppich mit 5000 qm, der von 1200 Knüpferinnen im Iran hergestellt wurde und den größten Kronleuchter der Welt mit einem Gewicht von 17 t.

Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee

Hier ist alles maßlos, verschwenderisch und überhaupt nicht nachhaltig.180 km 6 bis 8 spurige Autobahn werden großzügig begrünt, künstlich bewässert und beleuchtet. Die Unmengen Wasser werden in riesigen Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen und das Salz umgehend wieder ins Meer geschüttet, was einen dramatischen Anstieg der Salzkonzentration zur Folge hat mit den damit verbundenen ökologischen Auswirkungen. Geld spielt überhaupt keine Rolle, Fertigstellungstermine für Großprojekte anscheinend auch nicht, der neue Flughafen ist 3 Jahren über Termin und immer noch nicht fertig. Am deutlichsten wurde uns das beim Besuch der Zukunfts- und Ökostadt Masdar vor den Toren Abu Dhabis. Hier soll eine Stadt entstehen, die klimaneutral ist, gebaut von Sir Norman Forster. Sie sollte 2016 fertig sein, der Termin wurde dann auf 2018 verlängert und jetzt wurde 2030 genannt. 100erte von Milliarden fließen in dieses Projekt. Mein Eindruck war, das hier die westlichen Industrieländer dem Scheich einen Floh ins Ohr gesetzt hatten, für die Zeit nach dem Öl eine Vision zu haben und diese mit einem Megaprojekt zu untermauern. Stolz wurden wir in eine fahrerlose 4 Personen Kabine gesetzt und erwarteten eine Fahrt in die Zukunft. Ich traute meinen Augen nicht, als wir nach 3 Minuten Fahrt durch die Tiefgarage wieder am Startpunkt ankamen. War das ein Teil der Zukunftstechnologie? Fahrerlose Transportsysteme kenne ich schon seit 30 Jahren. Solar und Wind spielen hier jetzt auch eine Rolle aber sind die heutigen Technologien 2030 überhaupt noch aktuell?

Mit innerem Kopfschütteln ging es weiter zur Ferrariworld und der Yas Mall, die wir schon von gestern kannten.

Zum Abschluß des Tages fuhren wir mit Motorbooten die Corniche entlang der Skyline. Unser Boot hatte 400 Ps und der Bootsführer ließ es tüchtig krachen, bis er von der Polizei angehalten wurde weil der Wind und die Wellen zu stark waren für die Strecke, die er fahren wollte. Also tuckerten wir 15 Minuten vor uns hin. „Das ist ja eine bessere Kaffeefahrt“ sagte ich zu Ute, wohl wissend, das der Bangladeshi nicht der deutschen Sprache mächtig war. Irgendwas musste er doch verstanden und sich in seiner Ehre gekränkt gefühlt haben, denn dann gab er es uns richtig. Mit 70 km/h heizte er zurück und alle, bis auf ihn, waren klatschnass. War eine Riesen Gaudi.

Bootsfahrt mit 400 PS
dann kann es ja losgehen
Skyline

Zum Thema Visa für Saudi Arabien war zu sagen, das der ursprüngliche Plan B (Rückreise durch den Iran und der Türkei) jetzt zum Plan A erklärt wurde. Wir werden wohl kein Visum bekommen und es wurden bereits Visa für den Iran für die Gruppe beantragt.

Danach stand wieder Wüste auf dem Programm. Es ging 300 km südlich ins Leere Viertel zur Liwa Oase. Die Fahrt war zunächst wieder langweilig. Das änderte sich auf den letzten 25 km. Da ging es auf einer kleinen Teerstrasse mitten hinein in die Sandwüste. War wieder ein schönes Erlebnis.

Anfahrt zum Camp

Wir standen an einem Wüstencamp in einer Sanzpfanne an der Moreeb Düne.

Camp an der Moreeb Düne

Dort blieben wir 3 Nächte. Unsere Fähre nach Iran ist für den 6.3. gebucht, jetzt müssen wir die Zeit bis dahin improvisieren und überbrücken.

Wir unternahmen einige Wanderungen in die Dünen, genossen die Sonnenuntergänge und bestiegen die 120 m hohe Moreeb Düne.

Wanderung in den Dünen
Moreeb Düne
Moreeb Düne

Hans hatte Kontakt zu einem Einheimischen bekommen, der eine Mitfahrt in seinem 400 PS. 8 Zylinder SUV in die Dünen anbot. Da war ich sofort dabei. Unglaublich, was diese Wagen im Sand leisten können. Der Luftdruck wurde auf 1,7 bar gesenkt und dann ging es los. Er hatte sichtlich Spaß uns zu zeigen, was er und sein Wagen kann. Der Höhepunkt war allerdings, dass er uns dann selbst fahren ließ. Das hat richtig Spaß gemacht.

sieht harmlos aus, hat aber 400 PS und 8 Zylinder

Abends waren wir noch zu einem Grillabend beim Besitzer des Camps eingeladen. Wenn Araber einladen, dann gibt es immer reichlich. Nicht nur die Menge war beeindruckend, sondern vor allem die Qualität, super Fleisch auf den Punkt gegrillt. Wir hatten es genossen.

sieht nicht nur lecker aus
sondern war es auch

Die Nacht war schwülheiß, bestimmt über 30 GradC im Wohnmobil, am Tag hatten wir an die 40 Grad. So waren wir froh, dass das nächste Ziel uns wieder an die Küste bringen sollte. Es ging 200 km nach Al Mirfa, nahe an der Saudi Arabischen Grenze.

Es war sehr stürmisch geworden und wir erlebten wieder einen Sandsturm. Das Thermometer sank auf 20 GradC und dann, nach 50 km leuchtete beim Womo die gelbe Motorwarnleuchte auf mit dem Hinweis: Motor überprüfen. Das kam zum richtigen Zeitpunkt, denn wir waren noch mindestens 50 km vom nächsten Ort entfernt, und Fiat gab es erst wieder in Abu Dhabi. Wir hatten in unserer erst kurzen Wohnmobilkarriere zwei Mal die Ehre, von dieser gelben Lampe besucht zu werden. Das erste Mal endete es in Spanien mit einem Turboschaden, das zweite Mal traf es uns im Leihwomo in Namibia, das zum Austausch des Womos führte. Also keine guten Erinnerungen.

wieder ein schei…. Sandsturm

Wir nahmen Kontakt zu Valerie auf und erfuhren, dass er 1,5 Stunden hinter uns war und das Fehlerauslesetablett dabei hatte. Wir hatten jetzt Zeit und fuhren zu einem LKW Car Wash, um unsere Salzschicht, die wir uns beim Sturm in Abu Dhabi eingehandelt hatten, zu entfernen. Ich bekam Kontakt zu einem jungen Araber, der in den USA studiert und nur kurz zu Hause war. Wir unterhielten uns nett, als sein Wagen fertig war stieg er ein und gab dem Wagenwäscher das Geld. Der kam dann zu uns und sagte: Your car ist payed. Ich konnte den abfahrenden Spender gerade noch erreichen und mich bei ihm bedanken. Solche Erlebnisse hat man hier öfters.

Wir trafen dann Valerie und die Diagnose zeigte den Fehler Partikelfilter. Er löschte ihn und forderte mich auf hochtouriger zu fahren, dann wäre das kein Problem. Also ist der 6. Gang für den Rest der Reise tabu.

Der Sturm nahm weiter zu und wir konnten in dem eigentlich sehr schönen Zielort nicht mal das Womo verlassen. Auch die Nacht war stürmisch und wir beschlossen für die nächsten 4 Tage unser eigenes Programm zu gestalten. Die Wettervorhersage sagte weiter stürmische Tage voraus und die nächsten, an der Küste liegende Ziele, wären für das Wetter ungeeignet gewesen.

Wir starteten nach Abu Dhabi um abends die Sheik Zayed Moschee beleuchtet zu erleben. Die Fahrt verlief problemlos, die Warnleuchte kehrte nicht zurück.

Nach dem Besuch einer Mall trafen wir abends noch Ernst und Christine, denen wir von unseren Plänen berichtet hatten und die dann entschieden, ebenfalls zur Moschee zu kommen.

Abu Dhabi in vom Sturm gereinigter Luft

Wie nicht anders zu erwarten, war sie illuminiert noch eindrucksvoller als am Tage, was dazu führt, dass ihr noch einige Fotos der Moschee aushalten müßt.

Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet

Wir hofften, auf dem Parkplatz vor der Moschee übernachten zu können und richteten uns entsprechend ein. Leider war dem nicht so. Um 22:30 Uhr klopfte es, ein Security Mann forderte uns freundlich aber bestimmt auf, das Gelände zu verlassen, nicht aber ohne uns inen Alternativplatz in der Nähe zu empfehlen. Den fanden wir dann auch nach einigen Runden im Kreisverkehr. Wir standen mit direkter Sicht auf die Moschee auf einem riesigen Parkplatz.

Wir entschlossen uns die nächsten 3 bis 4 Tage in Dubai zu zubringen, da es nach wie vor stürmisch war und die alternativen Ziele bei Wind ungeeignet erschienen. Außerdem wollten wir Dubai etwas intensiver kennen lernen als bei unserem ersten Besuch.

Wir fanden in Jumeira einen kleinen, öffentlichen Parkplatz, 100 m vom Meer und beschlossen dort zu bleiben.

Zunächst machten wir eine kleine Wanderung und kauften unterwegs einen 3 Tagespass für den Hop On Hop Off Bus. Diese war zwar nicht ganz billig, wir haben ihn aber in den nächsten Tagen voll ausgereizt.

Das Gute war, dass sich eine Station direkt am Strand befand, so dass wir über diese Linie immer wieder gut nach Hause kamen.

Wir befuhren 4 unterschiedliche Strecken am Tag, besuchten das Aquarium, machten eine Creekfahrt mit der Daw , unternahmen 2 Nighttouren durch ganz Dubai und fuhren mit dem Boot in und um die Palme. Dabei hatten wir besonders Glück, denn wir gerieten in eine Kreutzfahrertour, die so nicht angeboten wird. Diese Tour dauerte doppelt so lange, wie die übliche Tour und umfuhr die ganze Palme. Außerdem hatten wir eine deutsche Reisleitung, die ihrer Gruppe viel zur Insel und dem Leben in Dubai erzählen konnte.

Unsere letzte Station in den VAE war wieder Sharja, wo wir die letzte Nacht verbrachten und dann gemeinsam zur Grenze und Fähre nach Iran aufbrachen

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