
24.9. bis 3.10.
Broome – Fitzroy Crossing
Wir befinden uns noch im Kimberley, ein Gebiet so groß wie Deutschland mit nur 40000 Einwohnern. Die Entfernungen sind tatsächlich gigantisch. Heute standen 400 km an. Wie zuvor änderte sich die Landschaft, je nachdem, ob in der Regenzeit regelmäßig Überflutungen stattfinden oder nicht. Es gab wieder riesige abgebrannte Gebiete, und die Strasse, die wir vorgestern gefahren sind, wurde heute gesperrt. Jetzt tauchten die ersten Boab Bäume auf, die uralt werden und tausende l Wasser speichern können.









Am Campingplatz wurde erst einmal der Adblue Durst unseres Sprinters gestillt, auch hier gab es sofort helfende Hände – die Motorhaube war auf, und schon war ich nicht mehr alleine.


Fitzroy Crossing – Kununurra
Heute stand die Königsetappe auf dem Programm, 650 km. Etwas mulmig war mir schon, da ich gestern ein großes Loch im linken Vorderreifen entdeckt hatte. Er war zwar dicht aber wie lange noch? Eva machte ein paar Bilder, um sie dem Vermieter zu schicken. Wir mußten also los, und das ausgerechnet auf der längsten Etappe in der Kimberley Region, die als letzte echte Wildnisregion Australiens gilt.
Die ersten 250 km waren recht eintönig. Auffallend waren die vielen toten Kängurus, die die Nacht nicht überlebt hatten. Dann wurde die Landschaft anders, wir kamen in die Berge und es wurde grüner. Allerdings gab es wieder Buschfeuer, die bis an die Strasse reichten.






Uns erreichte eine Whatsup Nachricht von Eva, dass wir in Kununurra neue Reifen kaufen könnten, wir müßten allerdings vor 16 Uhr dort sein – das schien schwierig. Trotzdem erreichten wir um 15:45 Uhr die Station und wirklich, sie hatten Reifen da und montierten beide an der Vorderachse.


Dann hatten wir Gelegenheit abends noch einige Vögel zu beobachten und zu fotografieren.











Kununurra – Lake Argyle
Nach dem gestrigen, anstrengenden Tag, belohnten wir uns heute mit einem 2 stündigen Rundflug über den Lake Argyle und den Bungle Bungle im Purnululu National Park. Wir wurden bereits um 6 Uhr abgeholt, damit wir vor den Thermikwinden wieder zurück sind. Der Platz in der Czessna war überraschend groß, und wir hatten eine gute Sicht.
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Der Lake Argyle ist ein Stausee, 2 Mal so groß wie der Bodensee. Man hat in angelegt, damit die riesigen Wassermengen während der Regenzeit nicht nutzlos ins Meer fließen, sondern die Gegend mit Wasser versorgt und Energie erzeugt. Es soll fast 15 Jahre gedauert haben, bis der See gefüllt war.








Dann flogen wir Richtung Bungle Bungle zu den sehenswerten Bienenkörben aus Sandstein, der vor etwa 350 Millionen Jahre abgelagert wurde. Durch Erosion wurden die Kuppen gebildet. Die orangen/roten Streifenmuster bestehen aus Eisen- und Manganoxid, die grauen und schwarzen aus Cyanobakterien.











Die Argyle Diamant Mine gehörte bis 2020 zu den größten Diamantminen der Welt und förderte 90 % der australischen Diamanten. Nur hier gab es rosa Diamanten. Sie wurde geschlossen, da die Vorkommen wirtschaftlich erschöpft waren.


Wir konnten auch Brände entdecken. Interessant sind die Ursachen dieser Brände. Glasscherben, glimmender Zigarettenstummel oder Vorsatz sind uns bekannt. Habt ihr schon einmal etwas von den Firehawks oder Feuerfalken gehört. Seit 2010 wissenschaftlich bewiesen, holen sich manche Greifvögel unter anderem der Schwarzmilan brennende Äste aus bestehenden Feuer und entfacht woanders ein neues, um Insekten und Reptilien aufzuscheuchen.

Dann schauten wir uns noch die Argyle Staumauer an über die man auch fahren kann.



Den Tag beendeten wir mit etwas Entspannung am Infinity Pool.


Lake Argyle – Katherine (Nitmiluk N.P.)
Wieder so ein langer Fahrtag! Zusätzlich mußten wir noch 1,5 Std. kompensieren, da wir eine neue Zeitzone erreicht hatten. Also starteten wir um 6:30 Uhr für die anstehenden 540 km.
Wir verließen Western Australia und reisten in die Northern Territory ein. Dies ist der dünn besiedelste Teil Australiens, 4 Mal so groß wie Deutschland aber nur 250000 Einwohner. Das macht auf den qkm 0,2 Bewohner, als Vergleich hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 235 Bewohner/qkm.


Die Fahrt führte durch die uns bekannte, zwischenzeitlich etwas langweilige Buschlandschaft. Erst zum Ende wurde es spürbar grüner, und die Bäume wurden größer. Während einer Pause gelang es mir einen Regenbogenlori hoch oben in einem Baum zu entdecken, der allerdings schwierig zu fotografieren war.



Nitmiluk N.P.
Morgens um 7 Uhr starteten wir unsere Wanderung im Nitmiluk Nationalpark. Hier hat der Katharinen River einen tiefen Canyon über Millionen Jahre gegraben. Der frühe Zeitpunkt ist der Hitze geschuldet, die bei 38°C im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit sonst nicht erträglich ist.





Es gab wieder schöne Vögel und Pflanzen zu bewundern.







Nicht dass ihr meint, ich habe mich zum Ornitologen und Botaniker entwickelt, die Bestimmung von Tier und Pflanze überlasse ich dem Iphone.
Katherine – Cooinda (Kakadu N.P.)
Wir starteten den Tag mit einer anstrengenden Wanderung bei de Edith Falls, wo wir anschließend auch eintauchten.




Dann hielten wir in Pine Creek, einer ehemaligen Goldgräbersiedlung. Neben den alten Maschinen entdeckten wir noch viele Flughunde.






Unterwegs sahen wir dann riesige Termitenhügel, die bis zu 7 m hoch werden können.

Wir erreichten den Eingang des Kakadu Nationalparks. Um erst einmal ein Misverständnis auszuräumen: Der Name Kakadu stammt nicht vom gleichnamigen Vogels. Der Name stammt aus einer Verfremdung der Aborigines Sprache Gagudju durch die früheren Siedler. Sie konnten das Wort nicht richtig aussprechen und ersetzten es durch Kakadu.
Der Park ist riesig und wir merkten schon 100 km vor Eintritt die Veränderung der Landschaft. Es wuchsen jetzt hohe Bäume und Palmen, alles war sehr grün, allerdings bei 40,5°C und 95% Luftfeuchtigkeit. Wir haben jetzt schon 2 Wochen stetig Temperaturen von mindestens 38°C. In Cooinda gibt es ein sehr schönes Museum über die Aborigine Kultur in diesem Gebiet. Draussen empfing uns passend ein Gelbhaubenkakadu.




Cooinda – Jabiru (Kakadu N.P.)
Früh um 6:30 Uhr wurden wir zur Bootsablegestelle Yellow Waters gebracht. Dort begann unsere Fotosafarie. Die Yellow Waters sind ein sogenannter Billabong. Dies sind riesige Wasserflächen ohne eigenen Zufluß, die aus der Regenzeit stammen. Der gesamte Kakadu Nationalpark steht in der Regenzeit über Monate unter Wasser.
Die Bootstour hat uns sehr gut gefallen, wir konnten viele Tiere in ihren Habitaten sehen, sogar ein Wasserbüffel zeigte sich kurz – zu kurz um zu fotografieren.














Danach frühstückten wir gemeinsam in der sehr vornehmen Cooinda Lodge.
Heute standen nur 60 km auf dem Plan. Wir begannen die 20000 Jahre alten Felszeichnungen an den Nourlangie Rocks zu besuchen. Besonders sind die 3D Zeichnungen wo auch das Skelett abgebildet ist.





Es folgte noch ein Loop auf einen Aussichtspunkt, aber bei wieder 38 °C war uns das dann genug. Wir fuhren unseren Campingplatz an und verschwanden sofort im Pool.
Jabiru (Kakadu N.P.) – Darwin
Heute ließen wir weitere 80 km aus um eine weitere Höhlenmalerei zu sehen. Auch die Flying Cocodiles stießen uns eher ab, als dass sie interessierten – wir mögen Tiere in ihrem eigenen Lebensraum und keine Zirkusveranstaltung. Auf dem direkten Weg ging es nach Darwin, hielten an einem Fluß und stießen auf eine kleine Gruppe Kängurus. Kängurus haben wir in den letzten 3 Wochen eher tot als lebend gesehen, so war das eine freudige Überraschung.




In Darwin konnten wir an der Vermieterstation Handtücher und Bettwäsche tauschen, sie füllten sogar Öl und Ad Blue nach und kontrollieren die Reifen. Damit haben wir etwa 1/3 der geplanten Gesamtstrecke geschafft.
Darwin
Darwin ist die Hauptstadt der Nothern Territories und hat mit Einzugsgebiet ca 200000 Einwohnern. Nachdem wir unsere Vorräte in der Gateway Mall aufgefüllt hatten, fuhren wir noch zur Stoken Hill Warf um endlich wieder Meer zu erblicken. Hier legen auch die Kreuzfahrtschiffe an. Auf dem Parkplatz erblickten wir ein Fahrzeug, dass dem Ghost Busters Film entsprungen sein konnte. Alle Aufbauten und Gerätschaften sind Fake und nur zur Geisterjagd bestimmt. Auch eine Notrufnummer ist vorhanden, die man wählen kann, wenn man Geister sieht. Interessant, mit was sich unsere Mitmenschen so beschäftigen.




Nachmittags fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Die Busse sind hier für alle kostenlos. Die Fußgängerpassage hat uns nicht beeindruckt, eher schon die Street Art Fassaden.






Dann gingen wir zum Mindil Night Market am Mindil Beach. Dort gibt es einmal wöchentlich Musik, Essen und Trinken und Souveniers mit Sonnenuntergang.

Zurück ging es wieder mit dem Linienbus, der jetzt voll mit teilweise angetrunkenen Aborigines war und von 2 Security Mitarbeitern begleitet wurde. Zu den Aborigines einige Anmerkungen: Zuerst: Mir tun die Menschen unendlich leid. Die Ursache für ihre jetzige Situation liegt in der Vergangenheit. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ihnen durch die britischen Siedler das Land weggenommen, damit Lebensgrundlage, kulturelle Orte und sozialer Zusammenhalt. Die Kinder wurden ihnen über Jahrzehnte weggenommen und in Heime oder Missionen gebracht – das sind die sogenannten „Stolen Generations“. Bis in die 60er Jahre hatten sie keine Bürgerrechte, wurden nicht mal bei Volkszählungen beachtet.. Sie leben meist abgeschieden in Siedlungen ohne Infrastruktur und Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen. Aborigines haben statistisch eine viel geringere Lebenserwartung. Arbeitslosigkeit, Rassismus und beengte Wohnverhältnisse sind weitere Gründe, die zu Alkohol und Drogenmisbrauch führen. Die sogenannten Community Programme wirken sehr langsam, weil die historischen Verletzungen sehr tief sitzen. Der letzte Versuch, das Referendum „Voice to Parliament“ , das eine indigene Vertretung im Parlament ermöglichen sollte, scheiterte 2023 mit großer Mehrheit.
Darwin
Vormittags fuhren wir mit dem HopOn HopOff Bus durch Darwin. Danach besuchten wir das Museum and Art Gallery, das Aborigine Kunst, sowie die bunte Tierwelt Australiens sehr eindrucksvoll präsentiert.

Lieber Manfred, liebe Ute, wir grüßen euch aus Wetter wo es im Moment stürmt und regnet (hier ist es trotzdem aber auch schön). Das Lebenszeichen haben wir wieder verschlungen . Toll was ihr alles erlebt, weiterhin eine tolle Reise. Wir vermissen euch . Lg. Renate und Uwe