21.12. – 30.12.
Sharjah-Alman-Limm Al Qaiwain-Ras Al Khaimah-Jebel Jais-Dubai-Al Jazirah Al Hamra
Die Nacht auf dem öffentlichen Parkplatz an der Lagune war „lebendig“. Die Araber genießen es spät ans Wasser zu kommen und dort zu essen und laut zu palavern, gerne cruisen sie mit ihren großen Limousinen umher, um zu sehen und gesehen zu werden. Was sie absolut nicht mögen ist Stille. Da sind die Kulturen der Nordeuropäer und Araber nicht kompatibel. So verbrachten wir dann dort den Tag und wurden abends abgeholt zum Seabridge Essen.

Dies fand an der eleganten Al Majaz Waterfront im feinen „Shakespear & Co“ statt. Wir verabschiedeten Oleg, Ararat und Sirius, für die die Reise hier zu Ende ging. Unser neuer Reiseleiter ist Valery mit Hamdi als lokalem Guide und Alex als Helfer. Valery verabschiedete sich dann gleich für die nächsten 3 Tage, da er als Weißrusse kein Visum für Musandam erhält, obwohl Musandam zum Oman gehört. Für den Oman selbst erhält er eins.
Während des Essens konnten wir von unserer Terasse aus, die Wasserspiele an der Waterfront beobachten. Es hatte schon was von Dubai light.



Am nächsten Tag stand der Grenzübertritt in den Oman an. Das Ziel war Musandam, eine Exklave des Oman, an der Strasse von Hormuz. Dabei durchquerten wir die Emirate Alman, Limm Al Qaiwain und Ras Al Khaimah.
30 km vor der Grenze standen wir an einer roten Ampel. Plötzlich machte sich der neben uns stehenden Pkw durch Hupen bemerkbar und wild gestikulierende Insassen versprachen nichts Gutes. Die Gesten deuteten auf unser Wohnmobil, und als ich in den Aussenspiegel guckte, sah ich nur dichten, dunklen Rauch unter unserem Mobil hervorquellen. Ich fuhr rechts ran, und beim Aussteigen blieb mir die Luft weg, so stank der Rauch. Nachdem der Motor aus war, hörte auch der Qualm auf. Also brennen tun wir schon einmal nicht, war meine erste Schlußfolgerung. Aus der Formel 1 weiß ich, wenn starker Qualm das Fahrzeug verläßt, handelt es sich in der Regel um einen kapitalen Motorschaden. Dies war mein 2. Gedanke. Öl und Wasser waren allerdings in Ordnung, im Motorraum war auch nichts Ausergewöhnliches zu sehen, wir hatten keinen Leistungsverlust, und vorher gab es keine Warnhinweise auf dem Armaturenbrett.
Wie vereinbart, hingen wir eine Warnweste an den linken Aussenspiegel, was in der Seabridgesprache heißt: ich brauche Hilfe. Ute kontaktierte unser Reiseleitung und erfuhr, das auch Max liegen geblieben war und wir warten sollten. Die nächsten 3 Wohnmobile fuhren an uns vorbei, ohne zu halten, was wir nicht lustig fanden. 2 Araber hielten und erkundigten sich, ob sie helfen könnten. Wir bedankten uns und sagten ihnen, dass wir bereits Hilfe angefordert hätten.
Dann hielt Kai mit seinem Expeditionsmobil. „Probleme?“ fragte er, „kann man schon sagen“ antwortete ich. Gedanklich ging ich schon worstcase szenarien durch, wie kriegen wir das Womo mit totalem Motorschaden nach Deutschland, von wo und wann fliegen wir ab nach Hause, usw.
Nachdem ich Kai die Situation erläutert hatte, fragte er: „habt ihr einen Partikelfilter?“ Klar haben wir einen Partikelfilter. „Dann hat er ausgebrannt“, war sein Fazit. „Mach mal an“, forderte er uns auf und ich startete den Motor. Alles war in Ordnung, kein Qualm, kein schlechtes Motorgeräusch, kein Leistungsverlust, nichts. Mann, waren wir erleichtert. Wir lernten: wenn sich der Partikelfilter, der im Auspuff sitzt, zu verstopfen droht, infolge von zum Beispiel schlechtem Diesel, dann brennt er, bevor er komplett zu macht und eine Weiterfahrt dann nicht mehr möglich ist, die eingelagerten Schadstoffe aus. Das hatten wir wohl erlebt und konnten, nachdem wir allgemein Entwarnung gegeben hatten, die Weiterfahrt wie gewohnt fortsetzen. Allerdings hatten wir reichlich Nerven gelassen.
Die Grenze war gewohnt nervig, mit langen Wartezeiten.
Auf einer schönen Küstenstrasse fuhren wir dann nach Musandam und erreichten unseren Stellplatz, der malerisch am Bassa Beach gelegen war.




An dem Abend waren wir früh im Bett, da uns der Stress unterwegs doch einigermaßen mitgenommen hatte. Dem erholsamen Schlaf standen nur die feiernden Araber abends und die Fischer früh morgends im Wege, die die Boote um 5 Uhr zu Wasser ließen. Wir stellten dann das Wohnmobil um, in der Hoffnung, in der nächsten Nacht ruhiger zu schlafen.
Am Tag stand eine ganztägige Bootsfahrt durch die Fjorde vom arabischen Norwegen, wie es hier heißt, auf traditionellen Dhaw Holzbooten an. Unterwegs gab es ein Mittagsessen und Gelegenheit zum Schnorcheln. War eine sehr entspannte Fahrt, Gott sei Dank, bei ruhiger See.







In dieser Nacht wurden wir von 14 Polizeibeamten beglückt, die ihr wöchentliches Treffen, mit Grillen und Tratschen neben unser Wohnmobil durchführten. Ute kriegte die Krise, ich auch. Wieder hieß es am nächsten Morgen umsetzen und hoffen.
Es war Heilig Abend und wir begannen ihn, mit einer freiwilligen kleinen Andacht an der Felswand und einem gemeinsam gesungenen Lied „Stille Nacht“. Dann kann ja heute Nacht nichts schiefgehen, dachte ich. Weit gefehlt. Plötzlich kamen 20 Pkws mit Asiaten und deren muslimische Frauen und Kindern aus VAE. Sie bauten Zelte auf, große Lampen und begannen ihren Kurzurlaub mit viel Hallo.
Wir ließen uns nichts anmerken und begannen unser gemeinsames Weihnachtsessen. Nachdem wir fast fertig waren, kam aus der Dunkelheit ein Glockengeräusch und ein Weihnachtsmann schlurfte mit einem dicken Sack auf dem Rücken in unsere Richtung. Der Weihnachtsmann entpuppte sich als Weihnachtsfrau, es war Iris, die im Auftrag für jeden, eine Tüte mit Obst, Süßigkeiten und eine Weihnachtsmütze von Seabridge überreichte. War ein gelungener Gag.





Der Abend endete dann bei einem schönen Lagerfeuer am Strand.
Am 1. Weihnachtstag begrüßten uns erst einmal eine kleine Ziegenherde intensiv von der Felskante

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung und wir versuchten mit der Hilfe von Ernst unser gerissenes Fliegentürgitter zu reparieren. Nach 2 Stunden gaben wir auf und beschlossen bei nächster „Langeweile“, die komplette Tür zu zerlegen und einen neuen Faden einzuziehen. Zum Glück gibt es hier keine Mücken.
Nachmittags bestiegen wir den Felsen und erfrfeuten uns an einer spektakulären Aussicht auf die Strasse von Hormuz und dem Bassa Beach.




Am nächsten Tag starteten wir früh, da wir uns schon um 8 Uhr an der Grenze zur VAE treffen wollten. Unterwegs gab es einen schönen Sonnenaufgang.
Die Abfertigung verlief diesmal überraschend reibungslos, und so konnten wir unsere Fahrt nach Dubai fortsetzen. Wir entschlossen uns einen 100 km langen Umweg zu fahren um die spektakuläre Bergstrasse zum Jebel Jais zu befahren. Dieser ist zwar nur 1300 m hoch, doch die haben es in sich. Die Strasse war ein Traum. Durch ein wildes Gebirge haben die eine super Strasse gebaut mit vielen Kehren in einem top Zustand.

Oben trafen wir noch einige Mitstreiter, die sich dies auch nicht entgehen lassen wollten. Wir blieben bis Mittag und aßen dort noch eine Pizza, die auch noch sehr gut war.



Nach weiteren 180 km erreichten wir Dubai und steuerten erst einmal eine Mall zum Einkaufen an. Wir werden hier 4 Nächte stehen und volles Programm haben. Da ist fürs Einkaufen keine Zeit.
Wir standen im Mushrif Park, eine riesige Parkanlage in Dubai, die von den Einheimischen als Picknick- und Erholungsanlage genutzt wird.
Es standen 3 Tage sehr intensives Sightseeing auf dem Programm. Mit einem eigenem Bus und lokalem Stadtführer wurden die Ziele angesteuert. Wir sahen:
Dubai Mall, die größte Mall Arabiens mit 1300 Geschäften und den tanzenden Wasserfontänen an der Waterfront, den Burj Khalifa, von dessen 124. Stockwerk wir eine 360° Aussicht auf Dubai hatten, wir befuhren den Dubai Creek mit einem traditionellen Abra Boot zum Besuch des Dubai Museums, den Gewürz Souk, den Gold Souk, den Burj Al Arab, Jumeirah Beach, das Marina Viertel, die künstlich aufgeschüttete Palmeninsel mit dem Hotel Atlantis, Dubais Herrscherpalast Zabeel, den Madinat Souk, die Emirate Mall mit der weltberühmten Skihalle, der Al Batuta Mall mit den nachgemachten Marktstrassen aus Indien, Ägypten, Persien und Marokko, sowie Magic Gardens.




























Alles in allem hat uns die Architektur der Stadt schon in ihren Bann gerissen, wobei die pure, verschwenderische Nutzung von Wasser, Energie und anderen Recourcen schon bedenklich stimmt. Das Wasser wird zum Beispiel durch riesige Meerwasserentsalzungsanlagen aus dem Golf gewonnen. Das Salz wird dem Meer wieder zugeführt, so daß der Salzgehalt stetig steigt und das Ökosystem im Golf irgendwann mal kippen wird. Das haben die Verantwortlichen auch erkannt und als Lösung werden am Indischen Ozean zukünftig die Anlagen gebaut und dort das Salz wieder ins Meer gekippt. Der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Einheimischen ist 10 Mal größer als unserer.
Dubais Öleinnahmen betragen nur noch 7 % der Bruttoinlandproduktes. Das meiste Geld wird durch Handel und Tourismus gemacht. Es gibt einen Masterplan, der Dubai bis 2050 zur attraktivsten Stadt der Emirate und Arabiens entwickeln soll.
Uns hatte nach dem ersten Tag Dubai bei Nacht gefehlt und so sind wir am 2. Tag nicht mit zurück gefahren, sondern an der Dubai geblieben, um die Wasserspiele und die Skyline bei Nacht zu erleben. Das war eine gute Entscheidung. Sowohl die Wasserspiele als auch die Lightshow des Burj Khalifa waren sehenswert.





Als wir zu mit dem Taxi zum Stellplatz wollten, warteten am Taxi pick up ca. 500 Menschen. Ich dachte mich trift der Schlag, da der Park um 22 Uhr die Tore schließt und wir Schwierigkeiten erwarteten, rechtzeitig zurück zu sein. Ob ihrs glaubt oder nicht, nach 20 Minuten saßen wir im Taxi. Das Ganze ist unglaublich gut organisiert und die Taxikapazitäten sind gigantisch.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der verrückten Stadt, wir fuhren nach Al Jazirah Al Hamra, wo wir in einem Beachclub Silvester feiern werden.






































































































































































