1. Lebenszeichen 2021 Litauen, Lettland, Estland, Polen

21.7.2021 –

Pünktlich am Nachmittag trafen Angela und Peter ein. Gemeinsam registrierten wir uns im Internet zur Einreise nach Litauen und fuhren dann zur Fähre. Das Einchecken war problemlos und das Einfahren und parken in der Fähre gewohnt stressig und eng.

Die Fähre hat uns gut gefallen, sie war sauber, gepflegt und die Kajüten waren ausreichend gross.

Wir hatten super Fährwetter, sonnig und windstill. Die Ostsee total ruhig, so dass wir gut schlafen konnten.

Der folgenden Seetag war ebenfalls schön, bei gutem Wetter und keinem Wind.

Abends legten wir in Kleipedia an, nachdem wir 30 Minuten vor einer verschlossenen Tür im Treppenhaus warten mußten. Sie hatten vergessen, diese zu öffnen und schließlich durften wir auf unser Deck und uns zwischen den zu eng gestellten LKWs durchschlängeln um zu unserem Wohnmobil zu kommen. Das hieß es rückwärts rausfahren.

Wir hatten beschlossen, gleich auf die Fähre zur Kurischen Nehrung zu fahren und dort in Smiltyne am Yachthafen zu übernachten. Das klappte super, ohne Wartezeit konnten wir auf die Fähre und im Yachthafen fanden wir 2 Stellplätze direkt am Wasser.

Den Tag ließen wir mit einem leckeren Abendessen im Hafenrestaurant ausklingen, wobei ich noch bemerken möchte, noch nie so gute Miesmuscheln gegessen zu haben wir dort.

Am nächsten Tag stand eine längere Fahrradtour auf dem Programm. Die Nehrung hat einen durchgehenden Fahrradweg hinter den Dünen. Man fährt, meist im Schatten, durch Birken- und Kiefernwälder, und hat Zwischenschritt immer wieder Zugang zu dem unglaublichen, fast leeren, kilometerlangen Sandstrand, mit Sand, wie aus der Eieruhr. Nach 22 Kilometer kamen wir in Juodkrante, der ersten größeren Siedlung an. Dort pausierten wir und dann ging es denselben Weg zurück. Leider verabschiedete sich der 3. Gang von Utes Fahrrad. Trotzdem schaffte sie die Tour bravourös.

Zurück am Wohnmobil, trafen wir Angela und Peter wieder, die zu Fuß am Strand unterwegs waren und mit der Fußgängerfähre noch das Hafenfest in Klaipeda besucht hatten.

Wir beschlossen zu viert dort noch einmal hinzufahren und trafen dort auf tausende Leuten. 4 davon trugen Masken, das waren wir. Von Corona war hier weit und breit nichts zu spüren. 

Nach 3 Stunden hatten wir genug von den vielen Menschen und fuhren zurück. Um Mitternacht gab es noch ein Feuerwerk.

Nach einem schönen Frühstück draussen bezahlten wir und wollten das Gelände verlassen. Der gesamte Zufahrtsbereich war völlig mit PKWs zugestellt, so dass wir keine Chance dazu hatten.

Nach energischer Intervention von Ute und Peter wurde uns ein anderes Tor aufgeschlossen und wir konnten doch noch vom Hafengelände. 

Es ging Richtung Nida, unserem heutigen Tagesziel. Vorher hielten wir noch einmal in Juodkrante an um den Hexenweg zu gehen, ein Rundweg, an dem an die 80 Holzskulpturen Hexen, Teufel und andere finstere Gesellen dargestellt sind. War ein schöner Spaziergang.

Danach liefen wir noch zur Kormorankolonie. Die zahlreichen Vögel haben bereits eine große Waldfläche heimgesucht und durch ihren ätzenden Kot die Bäume absterben lassen. Da sie ca. 400 Gramm Fisch pro Tag vertilgen sind sie bei den Fischern nicht gerne gesehen, stehen aber unter Naturschutz.

Ich hatte zuvor mit dem Campingplatz in Nida telefoniert und erfahren, dass es keinen freien Platz für uns geben sollte. Auf der Kurischen Nehrung gibt es nur 2 Campingmöglichkeiten, den in Smiltyne und den in Nida. Da hatten wir ein Problem. Wir beschlossen trotzdem nach Nida zu fahren und, oh Wunder, wir erhielten 2 superschnell Plätze.

Den Rest des Tages verbrachten wir dort.

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Pre Lebenszeichen 2021 Litauen – Lettland – Estland – Polen

15.7. bis 21.7. 

Unser Abfahrt und Anreise nach Kiel zur Fähre

Nachdem wir uns bei unseren Vermietern verabschiedet hatten ging es am Donnerstag los. Wir wollten schnell noch unser Kfz in die Wohnmobilgarage stellen. Schon in Wengern fielen uns verschlammte Straßen auf, gefolgt von überlaufenden Gullis. Als ich dann bei der Demag in unsere Garagenzufahrtstrasse einbog, sah ich nur noch einen See und davor die Strassensperrung. Alles war überschwemmt und unsere Tiefgarage vollgelaufen.

Wir fuhren zurück und ließen das Kfz dort zurück. Wie wir später von Heidi und Peter erfuhren, waren alle in der Garage befindlichen Wohnmobile bis zur Höhe von 1,50m im Wasser, also aller Voraussicht nach Totalschaden. In der Regel befinden sich dort 60 bis 80 Wohnmobile.

Was hatten wir für ein Glück, unser Wohnmobil vor 2 Tagen geholt zu haben und unser Kfz nicht sofort dort gelassen zu haben.

Die Weiterfahrt Richtung Dortmund gestaltete sich schwierig, da die Strassen Richtung Hagen sowie Silschede gesperrt waren. Wir fanden dann noch einen Weg durch Witten.

In Dortmund wollte ich beim ADAC das Gewicht, sowie die Achslast prüfen lassen. Nach dem Wiegen starrte der Prüfer ungläubig auf den Beleg. 3740 kg Gesamtgewicht, Vorderachse links 876 kg, rechts 875 kg, Hinterachse links 990 kg rechts 994 kg. Intuitiv hatte ich das Womo sehr gleichmäßig beladen und bekam für diese Leistung eine 1 mit Stern vom Prüfer.

Die Hinfahrt nach Stelle gestaltete sich problemlos, so daß wir zum Kaffeetrinken bei Anne und Peter eintrafen. Abends ging es noch zum Abendessen zu einer urigen Wassermühle.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir mit den beiden nach Eppendorf zum Isemarkt. Dies ist ein in Hamburg und darüber hinaus sehr bekannter und traditioneller Markt, vergleichbar mit dem Markt in Münster.

Nachmittags waren Anne und Peter zum 80igsten Geburstag einer Nachbarin eingeladen, so dass wir „Freizeit“ hatten. 

An unserem Wohnmobil angekommen war vom geplanten kurzen Ausspannen keine Rede mehr, weil unser Kühlschrank ausgefallen war und Fehlermeldungen zeigte. Das konnten wir jetzt am Freitag Abend gar nicht gebrauchen. Wir prüften Gaszufuhr, schalteten alle Energiearten durch, schalteten den Kühlschrank aus und wieder ein – kein Erfolg. Ich fand im Internet dann in der Nähe eine Servicestelle für Thetfort Kühlschränke. Ute rief an und tatsächlich hob jemand ab, der uns sehr professionell, geduldig und nach einer Checkliste durch verschiedene Schaltroutinen führte. Schließlich sollten wir noch die 12V Versorgung ausschalten und tatsächlich nach Wiedereinschaltung lief der Kühlschrank wieder. Da haben wir wieder Glück gehabt an solch einen Fachmann zu geraten.

Danach besuchten wir noch ein Rock- und Blueskonzert vor dem Rathaus in Stelle. Später kam noch Peter und holte uns ab. Wir feierten dann noch 2 Stunden mit der uns unbekannten Geburtstagsgesellschaft nebst Dackel.

Am nächsten Vormittag verließen wir Anne und Peter Richtung Hamburg. Es war wie immer wieder ein schönes Wiedersehen.

In Hamburg fuhren wir direkt den Wohnmobilhafen Hamburg an, da der von uns bevorzugte Stellplatz am Fischmarkt geschlossen war, da Sonntag wieder Fischmarkt ist.

Zu Fuß ging es zum Jungfernstieg in die Fußgängerzonen, dann nach einer Stärkung an der Binnenalster weiter rund um Binnen- und Aussenalster. Unterwegs beobachteten wir die teilweise ungeschickten Rettungsversuche für ein gekentertes Kanu. Erst ein Tretboot entschärfte die Situation und die 3 Freizeitkapitäne konnten samt Kanu gerettet werden.

Vom Hotel Atlantik, wo wir uns ein Taxi bestellten, fuhren wir zur Panik City an der Reeperbahn. Wir hatten für den späten Nachmittag Karten gekauft. Dort wird einem das Leben von Udo Lindenberg von klein auf bis heute multimedial und mit Ausstellungsstücken sehr interessant und lebendig nähergebracht. Wir konnten sogar mit dem digitalen Udo in seinem Tonstudio das Lied „Ich mach mein Ding“ gemeinsam gesangsmäßig aufnehmen. Außerdem durften wir nach Anleitung von Udo 2 Likörelle malen, die wir uns dann sofort per email schicken lassen konnten.

Danach ging es noch einmal die Reeperbahn rauf und runter. Unterwegs trafen wir noch Olivia mit ihrer Besuchergruppe. Ich finde die Reeperbahn wird von Mal zu Mal schäbiger.

Ute wollte noch wissen wer diese Fingerübung wie Udo kann.

Nach einer kleinen Odyssee mit U- und S Bahn und einem weitern Fußmarsch schlossen wir den Tag ziemlich groggy ab. 

Der nächste Tag stand unter dem Motto „Wandern am Hafen“. Den ganzen Tag waren wir in der Gegend unterwegs bis Altona. Die an sich schön gemachte Hafenpromenade verkommt leider zu einer Kirmesmeile mit Karussels und Fressbuden. Der Hafenflair geht dadurch leider etwas verloren. Wir machten eine Pause bei der netten Kneipe „Zum Schellfischposten“, aus der die Sendung Inas Nacht gesendet wird. Am Ende hatten wir stolze 18 km auf der Uhr.

Am nächsten Tag ging es zunächst einmal durch den allmorgendlichen furchtbaren Berufsverkehr Richtung Norden. Wir machten eine Zwischenpause in Glückstadt, wo wir mit Hängen und Würgen aus dem Stau vor der Fähre herauskamen.

Danach besuchten wir Anke und Jürgen und verbrachten wieder schöne Stunden zusammen, vor allem am Abend vor der Feuertonne mit Angela, Dieter und Holger, die wir vor 2 Jahren in Brüssel beim Rallystart kennengelernt hatten.

Laboe war unser letztes Ziel vor der Fähre. Wir fanden einen guten Stellplatz direkt am Marine Ehrenmal. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand.

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