14.4. bis 27.4.

Lafayette, Housten, San Antonio, Fort Stockton, Carlsbad, Alamogordo, Deming, Tombstone, Tucson, Organ Pipe Cactus N.P., Imperial Sand Dunes, San Diego,
Es folgten 3 eher ereignisarme Fahretappen.
Zunächst ging es nach Lafayette. Diese Gegnd wurde durch die Arcadier geprägt, das waren französische Siedler, die im 18. Jahrhundert von den Briten aus Canada vertrieben wurden. Wie New Orleans und Lafayette bestimmten französische Namen diese Etappe.
Hier gab es ein Seabridgeessen im Cajun Stil. Ob Kaiman, Huhn oder Scampis, alles wird mit derselben Panade frittiert und schmeckt gleich. Irgendetwas hatte mich dann erwischt. Ich wachte nachts auf, war schweißgebadet und schaffte es gerade noch zur Toilette. Der Kreislauf war fast weg, und ich sah nur noch schwarz. Nach einiger Zeit ging es dann wieder etwas besser, und ich konnte wieder einschlafen. Am nächsten Morgen war alles so, als wäre nichts geschehen. Ich habe keine Ahnung, was das war, zumal ich der einzige war, dem es nach dem Alligator-Essen so schlecht ging. Am Essen kann es demnach nicht gelegen haben.
Hier mal einige Exemplare, wie wir sie auf jeden Stellplatz zu sehen bekommen.



Dann erreichten wir Texas, den Lone Star State und zweitgrößten Staat der Vereinigten Staaten, nach Alaska, etwa 2 Mal so groß wie Deutschland. Die Texaner scheinen ähnliche Gene zu haben wie die Bayern. Sie wollen immer etwas Besonderes. Zum Beispiel haben sie als Einzige ein vollkommen autarkes Stromnetz. Sie lehnen jede Verbindung zu ihren Nachbarstaaten ab. Das hat dann auch zur Folge, dass, wie im letzten Jahr für einige Tage Teile Texas ohne Strom waren. Auf der anderen Seite verfügt Texas über die meisten Windparks der USA.
Die Strecke nach Housten war relativ langweilig, dafür war der Katy Lake RV Park sehr schön. In Texas gibt es viele Orte mit deutschen Namen, die aus der Zeit der deutschen Siedler stammen. So sahen wir Weimar und Neuberlin. Viele Strassen haben deutsche Namen, wie Forstmann, Schneider, o. ä.

Dann ging es nach San Antonio. Wir fuhren ausschließlich den Highway, an blühenden Blumen auf den Stand- und Mittelstreifen vorbei.
In Luling fuhren wir kurz von der Autobahn ab und entdeckten die ersten Ölpumpen. Hier begann der Ölboom in Texas. Luling entwickelte sich damals enorm. Nach kurzer Zeit ging die Entwicklung an Luling vorbei und man sieht es, es wirkt etwas heruntergekommen. Nach einigen Fotos bei bestialischen Gestank an den alten Pumpen, setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten einen wieder sehr schönen RV Platz.


Am Ostervormittag lud uns unsere Reiseleitung zu einem gemeinsamen Osterbrunch ein. Sie hatten alles eingekauft, benötigten vorab nur Kühlschrankkapazitäten. Wir bauten dann unsere Tische und Stühle auf, jeder brachte sein Geschirr und Besteck mit, und Eva und Lukas zauberten ein ganz tolles Büffet, es gab sogar gefärbte Eier, die sie nachts noch eingefärbt hatten. Das war eine richtig tolle Aktion, und alle waren begeistert.





Wie wir erfuhren, sollte jeder Reiseteilnehmer morgens an seinem Mobil ein kleines Säckchen mit Ostereiern vorfinden. Wir und 2 andere Paare nicht. Das lag daran, dass wir von Grauhörnchen ausgeraubt worden waren, die uns die Säckchen gestohlen hatten, was man sogar beobachtet hatte, aber nicht verhindern konnte.
Mittags fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von San Antonio. Es gibt dort als Highlight Alamo zu besichtigen. In der ehemaligen Missionsstation verteidigten sich einige Texaner im Unabhängigkeitskrieg gegen die Mexikaner einige Wochen lang, bevor sie verloren und getötet wurden. Diese Zeit der Verteidigung nutzte General Housten 3 Wochen später, um genügend Bewaffnete gegen die Mexikaner zu rekrutieren, und um den Krieg schließlich zu gewinnen. Dies ist die wichtigste Gedenkstätte für die Texaner.
Ansonsten ist San Antonio eine sehr lebendige Stadt mit einem toll angelegten River Walk beidseitig des San Antonio Rivers. Sehenwert auch der Grand Market, ein rein mexikanischer Markt.


























Dann folgte wieder ein langer Fahrtag nach Fort Stockten. Allerdings war er ncht landweilig, weil sich die Landschaft änderte. Es ging durch die Texas Hills an vielen Ranchen vorbei nach Fredericksburg.



Hier kann man noch die meisten Spuren der deutschen Siedler erkennen, die Mitte des 18. Jahrhunderts vom Prinzen Friedrich von Preußen dorthin geschickt wurden. Ihm zu Ehren wurde der Ort Fredericksburg genannt.







Dann löste mich Ute ab, und ich konnte 120 Meilen entspannen und die Landschaft genießen.

Es folgten 160 Meilen durch die Ölfelder Texas .






Dann erreichten wir die größte, für die Öffentlichkeit begehbare Höhle der Welt, im Carlsbad Caverns National Park.
Eigentlich kann man das Höhlensystem gar nicht realistisch beschreiben. Ich habe schon einige Höhlen gesehen, auch große, aber diese stellt alles in den Schatten. Man kann mit einem Aufzug 200 m zur großen Halle direkt fahren, oder man geht zu Fuß in die Höhle. Das haben wir gemacht. Es führte ein extrem steiler Weg 200 Höhenmeter in die Tiefe. Er war ganz dezent beleuchtet, so dass man die Tiefe Gott sei Dank gar nicht sehen konnte. Insgesamt sind wir in der Höhle 5,5 km gelaufen. Es soll in der Nähe noch ein Höhlensystem geben mit Ausmaßen von 240 km. Dies ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.











Mit dem Fahrstuhl ging es wieder nach oben und dann warteten wir auf das Ausfliegen der Fledermäuse, ein weiteres Highlight des Tages. In der Höhle kommen im Sommer bis zu 400000 Exemplare Mexikanischer Bulldogfledermäuse zum Überwintern aus Mexiko, Mittelamerika und Brasilien. Jetzt waren erst einige Tausend eingetroffen, die pünktlich um 19:45 Uhr die Höhle verließen, um in der Nacht auf Insektenjagt zu gehen. Beobachten konnte man dies in einem eigens dafür geschaffenen Amphitheater mit Erklärungen eines sehr unterhaltsamer Rangers.
Nach einem schönen Sonnenaufgang hielten wir im White Sands National Park. Die schneeweissen White Sands bestehen aus Gips. Es ging mit dem Womo 5 Meilen tief in die Gipswüste mit wirklich einmaligen Aussichten in die Dünenlandschaften. Es gab einige Viewpoints, die wir anfuhren und bis zum Ende machten, bevor wir noch eine Wanderung auf dem Big Dune Natural Trail, bei 33 Grad Celsius unternahmen.. Diese riesige Wüste wird von der Armee für Raketenversuchen genutzt, und 1945 fand hier der erste Atombombenversuch statt.











Anschließend tankten wir erstmalig Propan.


Auch heute hatten wir wieder einen landschaftlich schönen Stellplatz, wieder mit Aussicht. Abends gab es dann noch eine kleine Geburtstagsfeier mit Lagerfeuer.


Dann ging es durch den Wilden Westen nach Tombstone. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Halt in Bisbee. Dort ist eine stillgelegte Kupfermine zu sehen, aus der Zeit, als dort reiche Kupfer-, Silber-und Goldvorkommen entdeckt wurden. Diese Zeiten sind vorbei und heute ist Bisbee ein netter Urlaubsort mit schönen alten Häusern.






Danach schauten wir uns den Friedhof am Boothill an. Boothill deshalb, weil die meisten der dort begrabenen Cowboys mit Stiefeln beerdigt wurden, da sie entweder erschossen, gelyncht oder gehenkt wurden.


Tombstone nennt sich selbst „The Town too Tough to Die“. Sie hat überlebt, indem sie – auch nachdem die Gold-, Silber- und Kupfervorräte zu Ende gingen, sich als Westernstadt erhalten hat und vom Tourismus lebt. Jeden Tag gibt es mehrfach das legendäre Gun Shootout zwischen Doc Holliday, Wyatt Earp und seinen Brüdern auf der einen (das sind die Guten und Gesetzestreuen) und den Clanton Brüdern (den Gangstern). auf der anderen. Am Ende dieser Story liegen die Clantons erschossen am Boden. Alles für meinen Geschmack zu touristisch, die Amerikaner lieben es aber so.







Abends gab es in einem Saloon wieder ein Seabridgeessen.

Die nächste Etappe führte uns durch die Sonora Wüste, landschaftlich wieder sehr reizvoll. Wir hatten eine alternative Route genommen, um den Interstate zu vermeiden. In der Karte sah ich, dass wir ein kurzes Stück Gravelroad fahren mußten. Die hätten wir besser nicht fahren sollen. Ich dachte das Wohnmobil fällt auseinander. Wir fuhren in einen Canyon, die Strasse wurde eng, links ging es 50 m hinunter, keine befestigte Strassenbegrenzung. Uns kamen einige Einheimische mit ATV Fahrzeugen entgegen, die sich wunderten, was wir hier auf der Piste machen. Nach gefühlten Stunden kamen wir wieder auf Teer, und ich inspizierte erst einmal die Kabine. Es war nichts kaputt gegangen, wir hatten Glück gehabt.






Dann besuchten wir das Titan Missle Museum. Dies ist eine unterirdische Abschußrampe der 30 m hohen, atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete Titan II. Seit 30 Jahren ist die Anlage im Zuge der Abrüstungsverträge mit der damaligen Sowjetunion stillgelegt und dient seit längerer Zeit als Museum. Überraschenderweise war die Führung sehr interessant, da der Tagesablauf der dort Stationierten und der organisatorische Ablauf bis zum Abschuß der Rakete sehr authentisch dargestellt wurde.




Tagesziel war der Gilbert Ray Campground im Saguaro N.P.
Der nächste Tag war zur freien Verfügung. Morgens besuchten wir das Arizona Sonora Desert Museum, eine Kombination von Botanischem Garten und Zoo. Es ist weitläufig angelegt und die fast 3 Stunden, die wir umher wanderten vergingen wie im Flug.












Danach fuhren wir in den Saguaro Nationalpark, zusätzlich einen Pisten Loop durch die Wüste und machten eine kleine Wanderung.



Dann ging es weiter durch die Wüste zum Organ Pipe Cactus National Monument. Wir hatten seit Tagen Temperaturen weit in die 30er Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 10%. Abends gingen wir auf einen kleinen Hügel zum Sonnenuntergang.


Der nächste Tag begann damit, dass der Wagen anders ansprang als sonst. Es leuchtete die Motorsteuerungswarnleuchte und noch eine andere Lampe, die blieben auch nach mehrfachem Neustart. Der Tempomat funktionierte nicht und das Automatikgetriebe schaltete auch nicht korrekt. Wir hatten weder Internet noch Telefonnetz. Also fuhren wir zum nächsten Ort zur Tankstelle und tankten. Eine Reparaturwerkstätte gab es dort nicht, erst im nächsten 50 km entfernten Ort. Auf der Strecke erlosch eine Lampe und der Tempomat funktionierte wieder. In Ort Ajo hielten wir kurz an der Touristeninfo, die aber geschlossen war. Danach erlosch auch die Motorsteuerungsleuchte, und der Wagen fuhr wie gewohnt. Trotzdem fuhren wir die nächste Werkstatt an. Ich erklärte die Situation einer anscheinend sehr kompetenten Mechanikerin, die mich fragte, wann wir das letzte Mal getankt hätten. In 9 von 10 Fällen wäre der Tankdeckel nicht richtig geschlossen worden und durch mögliche einströmende Luft in den Tank würde die Elektronik gestört, wir sollten uns keine Sorgen machen. War wahrscheinlich bei uns auch so, denn seitdem läuft das Womo wieder einwandfrei. Wieder was gelernt.
Unser Tagesziel waren die Imperial Sand Dunes, die einzigen Wanderdünen der USA. Sie liegen in Kalifornien. In der Mittagspause aßen wir noch alles Gemüse und Obst, da deren Einfuhr nach Kalifornien verboten ist. An der Fruchtkontrolle konnten wir aber ungeprüft durchfahren und erreichten kurze Zeit später die spektakulären Dünen.
Nach dem Sonnenuntergang gab es dann wieder ein Lagerfeuer.













Dann folgte eine sehr schöne Etappe über die Sierra Nevada nach San Diego. Damit verließen wir auch das extreme Wüstenklima. Am Pazifik herrschten nicht die fast 40 Grad, sondern nur angenehme 16 Grad.




Unser erster Stop erfolgte in San Diego Old Town, die aber für meinen Geschmack langweilig touristisch ausgebeutet wurde – nur mexikanische Souvelierläden und Restaurants. Trotzdem aßen wir dort und fuhren dann zur Waterfront, wo wir nach langem Suchen einen Parkplatz für unser Womo fanden. Uns fielen die vielen Obdachlosen auf, die hier in den Parks offen lebten.







Unser Ziel war der Flugzeugträger USS Midway, der hier zu besichtigen war. War wieder ganz interessant, obwohl es Kriegsgerät ist. Die Dimensionen sind unglaublich. Wir machten eine Führung bis zur Brücke und waren über die spartanischen Ausmaße überrascht. Veterane, die früher auf dem Flugzeugkreuzer gedient hatten, machten diese Führungen zu einem besonderen Erlebnis.







Der nächste Tag war frei. Mittags fuhren wir auf die vorgelagerte Insel Coronado. Coronado ist sehr gepflegt, hat nette Häuser, einen schönen Strand und ein 5 Sterne Hotel im alten englischen Stil.










Abends fuhren wir so weit es ging an die Mexicanische Grenze von wo man in der Ferne die Baja California und den Grenzzaun sehen konnte.







































































































































































































































