6. Lebenszeichen Across America März 2022

14.4. bis 27.4.

Lafayette, Housten, San Antonio, Fort Stockton, Carlsbad, Alamogordo, Deming, Tombstone, Tucson, Organ Pipe Cactus N.P., Imperial Sand Dunes, San Diego,

Es folgten 3 eher ereignisarme Fahretappen. 

Zunächst ging es nach Lafayette. Diese Gegnd wurde durch die Arcadier geprägt, das waren französische Siedler, die im 18. Jahrhundert von den Briten aus Canada vertrieben wurden. Wie New Orleans und Lafayette bestimmten französische Namen diese Etappe.

Hier gab es ein Seabridgeessen im Cajun Stil. Ob Kaiman, Huhn oder Scampis, alles wird mit derselben Panade frittiert und schmeckt gleich. Irgendetwas hatte mich dann erwischt. Ich wachte nachts auf, war schweißgebadet und schaffte es gerade noch zur Toilette. Der Kreislauf war fast weg, und ich sah nur noch schwarz. Nach einiger Zeit ging es dann wieder etwas besser, und ich konnte wieder einschlafen. Am nächsten Morgen war alles so, als wäre nichts geschehen. Ich habe keine Ahnung, was das war, zumal ich der einzige war, dem es nach dem Alligator-Essen so schlecht ging. Am Essen kann es demnach nicht gelegen haben.

Hier mal einige Exemplare, wie wir sie auf jeden Stellplatz zu sehen bekommen.

Dann erreichten wir Texas, den Lone Star State und zweitgrößten Staat der Vereinigten Staaten, nach Alaska, etwa 2 Mal so groß wie Deutschland. Die Texaner scheinen ähnliche Gene zu haben wie die Bayern. Sie wollen immer etwas Besonderes. Zum Beispiel haben sie als Einzige ein vollkommen autarkes Stromnetz. Sie lehnen jede Verbindung zu ihren Nachbarstaaten ab. Das hat dann auch zur Folge, dass, wie im letzten Jahr für einige Tage Teile Texas ohne Strom waren. Auf der anderen Seite verfügt Texas über die meisten Windparks der USA.

Die Strecke nach Housten war relativ langweilig, dafür war der Katy Lake RV Park sehr  schön. In Texas gibt es viele Orte mit deutschen Namen, die aus der Zeit der deutschen Siedler stammen. So sahen wir Weimar und Neuberlin. Viele Strassen haben deutsche Namen, wie Forstmann, Schneider, o. ä.

Katy Lake RV Park

Dann ging es nach San Antonio. Wir fuhren ausschließlich den Highway, an blühenden Blumen auf den Stand- und Mittelstreifen vorbei.

In Luling fuhren wir kurz von der Autobahn ab und entdeckten die ersten Ölpumpen. Hier begann der Ölboom in Texas. Luling entwickelte sich damals enorm. Nach kurzer Zeit ging die Entwicklung an Luling vorbei und man sieht es, es wirkt etwas heruntergekommen. Nach einigen Fotos bei bestialischen Gestank an den alten Pumpen, setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten einen wieder sehr schönen RV Platz.

Am Ostervormittag lud uns unsere Reiseleitung zu einem gemeinsamen Osterbrunch ein. Sie hatten alles eingekauft, benötigten vorab nur Kühlschrankkapazitäten. Wir bauten dann unsere Tische und Stühle auf, jeder brachte sein Geschirr und Besteck mit, und Eva und Lukas zauberten ein ganz tolles Büffet, es gab sogar gefärbte Eier, die sie nachts noch eingefärbt hatten. Das war eine richtig tolle Aktion, und alle waren begeistert.

Wie wir erfuhren, sollte jeder Reiseteilnehmer morgens an seinem Mobil ein kleines Säckchen mit Ostereiern vorfinden. Wir und 2 andere Paare nicht. Das lag daran, dass wir von Grauhörnchen ausgeraubt worden waren, die uns die Säckchen gestohlen hatten, was man sogar beobachtet hatte, aber nicht verhindern konnte.

Mittags fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von San Antonio. Es gibt dort als Highlight Alamo zu besichtigen. In der ehemaligen Missionsstation verteidigten sich einige Texaner im Unabhängigkeitskrieg gegen die Mexikaner einige Wochen lang, bevor sie verloren und getötet wurden. Diese Zeit der Verteidigung nutzte General Housten 3 Wochen später, um genügend Bewaffnete gegen die Mexikaner zu rekrutieren, und um den Krieg schließlich zu gewinnen. Dies ist die wichtigste Gedenkstätte für die Texaner.

Ansonsten ist San Antonio eine sehr lebendige Stadt mit einem toll angelegten River Walk beidseitig des San Antonio Rivers. Sehenwert auch der Grand Market, ein rein mexikanischer Markt.

Dann folgte wieder ein langer Fahrtag nach Fort Stockten. Allerdings war er ncht landweilig, weil sich die Landschaft änderte. Es ging durch die Texas Hills an vielen Ranchen vorbei nach Fredericksburg.

Hier kann man noch die meisten Spuren der deutschen Siedler erkennen, die Mitte des 18. Jahrhunderts vom Prinzen Friedrich von Preußen dorthin geschickt wurden. Ihm zu Ehren wurde der Ort Fredericksburg genannt.

Dann löste mich Ute ab, und ich konnte 120 Meilen entspannen und die Landschaft genießen.

Es folgten 160 Meilen durch die Ölfelder Texas .

Dann erreichten wir die größte, für die Öffentlichkeit begehbare Höhle der Welt, im Carlsbad Caverns National Park.

Eigentlich kann man das Höhlensystem gar nicht realistisch beschreiben. Ich habe schon einige Höhlen gesehen, auch große, aber diese stellt alles in den Schatten. Man kann mit einem Aufzug 200 m zur großen Halle direkt fahren, oder man geht zu Fuß in die Höhle. Das haben wir gemacht. Es führte ein extrem steiler Weg 200 Höhenmeter in die Tiefe. Er war ganz dezent beleuchtet, so dass man die Tiefe Gott sei Dank gar nicht sehen konnte. Insgesamt sind wir in der Höhle 5,5 km gelaufen. Es soll in der Nähe noch ein Höhlensystem geben mit Ausmaßen von 240 km. Dies ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Mit dem Fahrstuhl ging es wieder nach oben und dann warteten wir auf das Ausfliegen der Fledermäuse, ein weiteres Highlight des Tages. In der Höhle kommen im Sommer bis zu 400000 Exemplare Mexikanischer Bulldogfledermäuse zum Überwintern aus Mexiko, Mittelamerika und Brasilien. Jetzt waren erst einige Tausend eingetroffen, die pünktlich um 19:45 Uhr die Höhle verließen, um in der Nacht auf Insektenjagt zu gehen. Beobachten konnte man dies in einem eigens dafür geschaffenen Amphitheater mit Erklärungen eines sehr unterhaltsamer Rangers.

Nach einem schönen Sonnenaufgang hielten wir im White Sands National Park. Die schneeweissen White Sands bestehen aus Gips. Es ging mit dem Womo 5 Meilen tief in die Gipswüste mit wirklich einmaligen Aussichten in die Dünenlandschaften. Es gab einige Viewpoints, die wir anfuhren und bis zum Ende machten, bevor wir noch eine Wanderung auf dem Big Dune Natural Trail, bei 33 Grad Celsius unternahmen.. Diese riesige Wüste wird von der Armee für Raketenversuchen genutzt, und 1945 fand hier der erste Atombombenversuch statt.

Anschließend tankten wir erstmalig Propan.

Auch heute hatten wir wieder einen landschaftlich schönen Stellplatz, wieder mit Aussicht. Abends gab es dann noch eine kleine Geburtstagsfeier mit Lagerfeuer.

Dann ging es durch den Wilden Westen nach Tombstone. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Halt in Bisbee. Dort ist eine stillgelegte Kupfermine zu sehen, aus der Zeit, als dort reiche Kupfer-, Silber-und Goldvorkommen entdeckt wurden. Diese Zeiten sind vorbei und heute ist Bisbee ein netter Urlaubsort mit schönen alten Häusern.

Danach schauten wir uns den Friedhof am Boothill an. Boothill deshalb, weil die meisten der dort begrabenen Cowboys mit Stiefeln beerdigt wurden, da sie entweder erschossen, gelyncht oder gehenkt wurden. 

Tombstone nennt sich selbst „The Town too Tough to Die“. Sie hat überlebt, indem sie – auch nachdem die Gold-, Silber- und Kupfervorräte zu Ende gingen, sich als Westernstadt erhalten hat und vom Tourismus lebt. Jeden Tag gibt es mehrfach das legendäre Gun Shootout zwischen Doc Holliday, Wyatt Earp und seinen Brüdern auf der einen (das sind die Guten und Gesetzestreuen) und den Clanton Brüdern (den Gangstern). auf der anderen. Am Ende dieser Story liegen die Clantons erschossen am Boden. Alles für meinen Geschmack zu touristisch, die Amerikaner lieben es aber so.

Abends gab es in einem Saloon wieder ein Seabridgeessen.

Die nächste Etappe führte uns durch die Sonora Wüste, landschaftlich wieder sehr reizvoll. Wir hatten eine alternative Route genommen, um den Interstate zu vermeiden. In der Karte sah ich, dass wir ein kurzes Stück Gravelroad fahren mußten. Die hätten wir besser nicht fahren sollen. Ich dachte das Wohnmobil fällt auseinander. Wir fuhren in einen Canyon, die Strasse wurde eng, links ging es 50 m hinunter, keine befestigte Strassenbegrenzung. Uns kamen einige Einheimische mit ATV Fahrzeugen entgegen, die sich wunderten, was wir hier auf der Piste machen. Nach gefühlten Stunden kamen wir wieder auf Teer, und ich inspizierte erst einmal die Kabine. Es war nichts kaputt gegangen, wir hatten Glück gehabt.

Dann besuchten wir das Titan Missle Museum. Dies ist eine unterirdische Abschußrampe der 30 m hohen, atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete Titan II. Seit 30 Jahren ist die Anlage im Zuge der Abrüstungsverträge mit der damaligen Sowjetunion stillgelegt und dient seit längerer Zeit als Museum. Überraschenderweise war die Führung sehr interessant, da der Tagesablauf der dort Stationierten und der organisatorische Ablauf bis zum Abschuß der Rakete sehr authentisch dargestellt wurde.

Tagesziel war der Gilbert Ray Campground im Saguaro N.P.

Der nächste Tag war zur freien Verfügung. Morgens besuchten wir das Arizona Sonora Desert Museum, eine Kombination von Botanischem Garten und Zoo. Es ist weitläufig angelegt und die fast 3 Stunden, die wir umher wanderten vergingen wie im Flug.

Danach fuhren wir in den Saguaro Nationalpark, zusätzlich einen Pisten Loop durch die Wüste und machten eine kleine Wanderung. 

Dann ging es weiter durch die Wüste zum Organ Pipe Cactus National Monument. Wir hatten seit Tagen Temperaturen weit in die 30er Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 10%. Abends gingen wir auf einen kleinen Hügel zum Sonnenuntergang.

Der nächste Tag begann damit, dass der Wagen anders ansprang als sonst. Es leuchtete die Motorsteuerungswarnleuchte und noch eine andere Lampe, die blieben auch nach mehrfachem Neustart. Der Tempomat funktionierte nicht und das Automatikgetriebe schaltete auch nicht korrekt. Wir hatten weder Internet noch Telefonnetz. Also fuhren wir zum nächsten Ort zur Tankstelle und tankten. Eine Reparaturwerkstätte gab es dort nicht, erst im nächsten 50 km entfernten Ort. Auf der Strecke erlosch eine Lampe und der Tempomat funktionierte wieder. In Ort Ajo hielten wir kurz an der Touristeninfo, die aber geschlossen war. Danach erlosch auch die Motorsteuerungsleuchte, und der Wagen fuhr wie gewohnt. Trotzdem fuhren wir die nächste Werkstatt an. Ich erklärte die Situation einer anscheinend sehr kompetenten Mechanikerin, die mich fragte, wann wir das letzte Mal getankt hätten. In 9 von 10 Fällen wäre der Tankdeckel nicht richtig geschlossen worden und durch mögliche einströmende Luft in den Tank würde die Elektronik gestört, wir sollten uns keine Sorgen machen. War wahrscheinlich bei uns auch so, denn seitdem läuft das Womo wieder einwandfrei. Wieder was gelernt.

Unser Tagesziel waren die Imperial Sand Dunes, die einzigen Wanderdünen der USA. Sie liegen in Kalifornien. In der Mittagspause aßen wir noch alles Gemüse und Obst, da deren Einfuhr nach Kalifornien verboten ist. An der Fruchtkontrolle konnten wir aber ungeprüft durchfahren und erreichten kurze Zeit später die spektakulären Dünen.

Nach dem Sonnenuntergang gab es dann wieder ein Lagerfeuer.

Dann folgte eine sehr schöne Etappe über die Sierra Nevada nach San Diego. Damit verließen wir auch das extreme Wüstenklima. Am Pazifik herrschten nicht die fast 40 Grad, sondern nur angenehme 16 Grad.

Unser erster Stop erfolgte in San Diego Old Town, die aber für meinen Geschmack langweilig touristisch ausgebeutet wurde – nur mexikanische Souvelierläden und Restaurants. Trotzdem aßen wir dort und fuhren dann zur Waterfront, wo wir nach langem Suchen einen Parkplatz für unser Womo fanden. Uns fielen die vielen Obdachlosen auf, die hier in den Parks offen lebten.

Unser Ziel war der Flugzeugträger USS Midway, der hier zu besichtigen war. War wieder ganz interessant, obwohl es Kriegsgerät ist. Die Dimensionen sind unglaublich. Wir machten eine Führung bis zur Brücke und waren über die spartanischen Ausmaße überrascht. Veterane, die früher auf dem Flugzeugkreuzer gedient hatten, machten diese Führungen zu einem besonderen Erlebnis.

Der nächste Tag war frei. Mittags fuhren wir auf die vorgelagerte Insel Coronado. Coronado ist sehr gepflegt, hat nette Häuser, einen schönen Strand und ein 5 Sterne Hotel im alten englischen Stil.

Abends fuhren wir so weit es ging an die Mexicanische Grenze von wo man in der Ferne die Baja California und den Grenzzaun sehen konnte.

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5. Lebenszeichen Across America März 2022

6.4. – 13.4.

Fort Myers, Myakka River State Park (S. P.), Hillsborough S.P., Manatee Springs S.P., Panama City Beach, Pensacola, New Orleans

Der Campingplatz in der Nähe von Fort Myers bot allen Luxus. Strom, Ver-und Entsorgung am Platz, 2 Pools, Abfallabholung. Hier überwintern die sogenannten snowbirds, das sind die gut situierten Senioren, die vor dem  Winter fliehen. Von Anfang Oktober bis Ende April leben sie in der Regel hier.

…….und wieder kam ein Womo Mechaniker auf den Platz. 

Unsere Womos haben eine grottenschlechte Auslieferungsqualität. Fast alle Tourteilnehmer haben mit Schäden zu kämpfen. Wir gehören, nachdem unsere Pumpe nach 1 Woche wieder zufriedenstellend lief, da Lukas das halboffene Ablaufventil des Wassertanks entdeckte und schloß, noch zu den Glücklicheren der Truppe. Außer, dass die Wohnraumtür stark klemmt und sich eine Schublade, in der Lebensmittel gelagert waren beim Ausziehen zerlegte, sind wir zufrieden. Unsere Mitstreiter haben Wassereinbrüche und dadurch nasse Betten, Schubladen, die sich während der Fahrt selbstständig machen und mit Polstern gesichert werden müssen, sich lösende Innenwände usw. Am Härtesten hat es Gebhard und Angelika getroffen. Von Anfang an piepte der Kühlschrank, wenn wir fahren oder autark stehen, ohne Strom, und er mit Gas versorgt werden muß. Trotz aller Expertise der Teilnehmer und einem 3-fachen Monteurbesuch schaffte es keiner, den Fehler zu beheben.  Die Armen schliefen keine Nacht durch. 

Der oben erwähnte Monteur versuchte auch sein Glück und meldete „fertig“. Nach 5 Meilen auf dem Highway piepte es wieder. Daraufhin beorderte unsere Reiseleitung den Monteur auf die nächste Raststätte. Jetzt hatte man ihn an seiner Ehre  getroffen. Er fing an, das Womo zu zerlegen. Erst dem Kühlschrank, dann die Wand, wo das Panel für die Füllstände angebracht ist, dann eine weitere Seitenwand. Dann demonierte er die Betten und fand den Fehler. Keiner traute seinen Augen, auch der Mechaniker nicht. Die hatten in der Fabrik den Wassertank nicht vollständig fixiert, er rutschte während der Fahrt immer hin und her. (Gefüllt wiegt der Tank 150 kg). Neben dem Tank lag die Gasleitung, die von dem rutschenden Tank gequetscht war, so dass keine ausreichende Gaszufuhr  für den Kühlschrank möglich war. Nicht zu glauben, wie die im Werk gepfuscht haben.

Heute Abend habe ich Angelika gefragt, ob sie gut geschlafen hätte, nein, sagte sie, diesmal hatten sie einen Raben auf dem Dach, der die ganze Nacht hin- und hertänzelte.

Wir ließen es am nächsten Morgen langsam angehen und fuhren mittags direkt zum Myakka River State Park. In wunderschöner Natur gibt es hier einen Stellplatz.

Am nächsten Morgen kreisten Geier über unserem Platz.

Unter Geiern

Dies verhieß nichts Gutes, und so kam es dann auch. Wir waren auf Baden am – angeblich als schönsten Strand der USA ausgezeichneten – Soto North Beach eingestellt. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es goß fast den ganzen Tag.

Wir entschlossen uns nach einem kurzen Besuch des Strandes, das Florida Aquarium in Tampa zu besuchen. Wir hatten nicht alleine diese Idee. Das Aquarium war megavoll, ohrenbetörend laut und gefühlt sah man mehr Kinder als Fische. Trotzdem sahen wir einige Exponate, die wir noch nicht in anderen Aquarien gesehen hatten.

Unser Stellplatz lag im Hillsbourough River State Park, konnte aber nur zum Teil genutzt werden, da er unter Wasser stand –  wenn es hier regnet, dann richtig. Das für den Abend geplante Lagerfeuer mit Würstchen-Stockbrot-Grillen fiel dann auch dem Wetter zum Opfer.

Tags drauf war es wieder schön. Es hatte sich allerdings auf 20°C abgekühlt. Auf der 150 Meilen Etappe durch schöne Natur und kleinen Städtchen machten wir am Manatee Springs S.P. halt, um mit viel Glück Manatees (Seekühe) zu sehen. Leider hatten diese etwas anderes vor, und so blieb ein Gang an wunderschönen Mangroven entlang.

Unser heutiger Stellplatz war der Suwannee River Bend RV Park in der Nähe von Chiefland.

Ein erster Besucher am Womo

Abends wurden dann Würstchen im Brotmantel und anschließend Marshmellos über dem offenen Feuer gegrillt.

Panama City Beach stand auf dem Programm für den nächsten Tag. Unterweg besuchten wir den Edward Ball Wakulla State Park. Dort gibt es eine Quelle, und im Sommer kommen die Manatees. Jetzt ist es noch zu kalt, sie brauchen mindestens 22 Grad C Wassertemperatur.  Es war überraschend kühl geworden, nicht mehr als 15°, was aber nach den Tagen der Schwüle recht angenehm war.

Im State Park wurde der erste Tarzanfilm mit Jonny Weismüller gedreht. Sehenswert war auch die historische Walkulla Springs Lodge. Wir unternahmen noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald und „Jane griff die Liane“.

Panama City Beach ist wieder eine typische Urlaubslocation mit einem super schönen Strand. Dort fand ein hochklassisches Strandvolleyballturnier statt, dem wir einige Zeit folgten. 

Dann hieß es Einkaufen bei Walmart und Abendessen.

Ute lag schon im Bett und war am Lesen, es war 22:30 Uhr, ich zog mir gerade den Schlafanzug an, da erhielten wir von Eva die Mitteilung, dass die Polizei da sei, und wir auf dem Walmartparkplatz nicht übernachten dürften. Wir erhielten Koordinaten für einen anderen Walmart 17 Meilen entfernt und machten uns auf den Weg. Dort angekommen sammelten sich nach und nach unsere Mitstreiter. Lukas holte sich vom dortigen Walmart-Manager das OK für die Übernachtung und dann war wieder alles gut. 

Am nächsten Tag erfuhren wir, dass der Manager des 1. Walmarts und die Polizei die Situation folgendermaßenn erklärten. Die Stadt hatte kurzfristig das Übernachten auf den Parkplätzen verboten, da die Springbreak Jugendlichen den Walmart derart zurstört hatten, dass er einige Zeit geschlossen werden musste und erst seit 2 Tagen wieder geöffnet war. Der Tipp, den 2. Walmart anzufahren, kam von der Polizei.

Dann folgte ein Tag, an dem wir die schönsten Strände des Golfs von Mexiko abfuhren.

Wir machten eine Pause am Destin Harbor Boardwalk, wo uns als Touristen alles geboten wird, was wir nicht brauchen.

Die Fahrt zum Fort Pickens Nationalpark war wieder in unserem Sinne, schöne Strasse, links und rechts weißer Sand.

Abends lud uns unsere Reiseleitung zum Sundowner an den Strand ein, als kleine Entschädigung für das Ungemach der letzten Nacht.

Dann folgte wieder eine etwas längere Etappe nach New Orleans, mit einer Pause in Biloxi, die eine sehr sehenswerte und informative Touristeninfirmation haben. Dort konnten wir uns einen Film anschauen über die Geschichte Biloxis, die Auswirkungen vom Hurrikan Kathrina und die spätere Entwicklung zum Las Vegas der Golfküste, mit einigen Casinos.

Die Strasse säumten dann typische Südstaatenhäuser und später bei Mobile die Häuser der Krabbenfischer.

Unser Stellplatz lag etwas vor New Orleans. Abends wurden wir vom Bus abgeholt zu einer Mississippi Cruise.

Anschließend entschlossen wir uns, nicht mit der Gruppe wieder zum Womo zu fahren, sondern das Nachtleben des French Quarters und insbesondere der Bourbon Street zu erleben. Wahnsinn, was da abends abgeht. Aus allen Kneipen schallt Livemusik, einem werden offen Drogen angeboten, Freaks wo man hinschaut, aber auch überall Polizeipräsenz, sogar hoch zu Roß.

Wir blieben in einem Club mit guter Rockmusik bis Mitternacht und fuhren dann mit dem Uber zurück.

Am nächsten Tag gab es eine Stadtrundfahrt mit einer deutschen Führerin. Hiltraud ihr Name. Dabei lernten wir viele Ecken und Viertel New Orleans kennen, die sehr sehenswert waren. Unter anderem erfuhren wir beim Besuch eines Friedhofs, dass die Gräber gekauft werden und über Jahrhunderte alle Angehörigen der Familien dort beigesetzt werden, und zwar über der Erde. Sind die Kammern voll, wird ausgefegt um neuen Platz zu schaffen, makaber zwar, aber so ist das hier üblich, haben wir live gesehen.

Nachmittags verabschiedete sich die Thermo-Sicherung unseres Gasbrenners für den Heißwasser-Boiler ein zweites Mal., d. h. wir haben wieder kein warmes Wasser, z. B. zum Duschen oder Abwaschen. Die Sicherungen sind ausverkauft, da es sich hierbei wahrscheinlich um einen Konstruktionsfehler handelt, und alle Coachmen Fahrzeuge davon betroffen sind. Die Sicherungen sind zu sensitiv. Der Vorteil einer Gruppenreise ist, dass es immer jemanden gibt, der eine Idee hat: die Idee war, die Thermo-Sicherung einfach wegzulassen. Wir haben sie einfach überbrückt, und schon haben wir wieder warmes Wasser. Ich glaube, Thermo-Sicherungen werden überschätzt. (Scherz)

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4. Lebenszeichen Across America März 2022

29.3. bis 5.4.

Florida City Homestead, Miami, Key West, Everglades Nationalpark, Ft. Myers

Aufgrund zweier Nachfragen füge ich einige Bilder unseres Wohnmobils bei. Das Mobil ist 7,6 m lang, 2,45 breit, 3,65 hoch und wiegt 6 t. Es hat einen 5,7 l, 8 Zylinder Ford Benzinmotor mit 255 PS. Der Tank faßt 180 l. Es hat einen Benzingenerator zur Stromerzeugung, wenn Landstrom nicht vorhanden ist, eine Außendusche und alle Ver- und Entsorgungen können in der Regel über Schläuche direkt am Stellplatz vorgenommen werden.

Am Abend des nächsten freien Tages gab es ein gemeinsames Grillen.

Es folgte ein anstrengender Fahrtag, der mit 240 Meilen gar nicht so extrem lang war, allerdings ging es an den Städten Fort Lauderdale und Miami auf z. T. 7 spurigen Strassen vorbei, mit extrem viel Verkehr. Wir machten einen Schlenker zum Indian River Drive, am Atlantik entlang, durch Siedlungen mit extrem schicken Häusern. 

Nach 6 Stunden erreichten wir dann unser Tagesziel, Florida City Homestead. Wir schienen früh genug losgefahren zu sein, denn abends beim Briefing erfuhren wir, dass ein Teil unserer Mitstreiter bis zu 10 Stunden gebraucht hatte, oder noch gar nicht eingetroffen war.

Miami stand auf dem Programm für den nächsten Tag. Morgens wurden wir per Bus nach        Bay Side Miami gebracht. Dort wartete ein Ausflugsdampfer auf uns, und wir unternahmen eine super Rundfahrt, am Finanzdistrikt vorbei, bis zu den Millionenanwesen der Reichen und Superreichen. Wir sahen die Häuser von unter andern Gloria Estefan, Ricky Martin, Puff Daddy, Shakira, Mike Krieger (Instagram Gründer), Philipp Frost (Erfinder von Viagra).

Danach ging es zum Ocean Drive in South Beach. Dort gibt es die bekannten Art Deco Häuser zu sehen und einen endlosen Strand.

Zum Schluß besuchten wir noch einen etwas neueren Bezirk Wywood. Hier haben sich Galerien und Künstler angesiedelt und den vorher heruntergekommenen Bezirk sehr attraktiv gemacht. Graffity Künstler haben beinahe jedes Haus mit ihrer Kunst dekoriert.

Dann folgte die Etappe, auf die ich mich schon die ganze Zeit gefreut hatte, die Fahrt über die Keys bis Key West. Ute hatte an diesem Tag auch Geburtstag. Die Fahrt war, wie erwartet. ausergewöhnlich.

Wir hielten an einigen schönen Stränden und gingen zum ersten Mal ins Wasser. Bei 27° Wassertemperatur kostete das keine Überwindung.

In Robbies Marina machten wir einen Halt und konnten zusehen wie Tarpunfische gefüttert wurden.

Den nächsten freien Tag nutzten wir, Key West auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem öffentlichen Bus ging es für 50 Cent, wir sind ja schließlich Seniors, in die Innenstadt. Dort schlenderten wir bis Mittag durch die Altstadt, die eine einzige Partymeile ist. Allerdings hat Key West einen eigenen Flair. Der kommt wahrscheinlich daher, dass sich Key West 1982 von den USA losgesagt hatte. Es erklärte sich für unabhängig und rief einen eigenen Staat, die Republik Concha (Fechterschnecke) aus. Dann erklärte es den USA der Krieg und ergab sich nach 1 Minute, nur um anschließend 1 Mrd. Dollar Wiederaufbauhilfe zu beantragen. Mit dieser Aktion schafften es die Key Wester, dass die USA die unseligen Kontrollstellen auf der einzigen Landverbindung abschafften. Diesen Freiheitsspirit tragen viele der rund 20.000 Einwohner noch heute in sich. Jedes Jahr gibt es ab 23.4., dem Unabhängisgkeitstag, eine tagelange Feierlichkeit. Concha unterhält weltweit auch einige Generalkonsulate, sogar eins in Bingen. Eigene Pässe werden auch ausgereicht, allerdings kann man nicht damit reisen. Wenn sich die Key Wester vom Militär bedroht fühlen, wehren sie sich: sie werfen Weißbrot, Toilettenpapier und spritzen mit Wasserpistolen.

Mit dem Uber ging es zurück zum Stellplatz, um etwas der schwülen Hitze zu entkommen. Dann am späten Nachmittag zogen wir wieder los, um pünktlich den weltberühmten Sonnenuntergang zu erleben. Hunderte von Zuschauern sehen ihn sich an, es kommen Strassenkünstler, Zauberer, Feuerschlucker zum Spot. Außerdem sieht man dort und in den Strassen dann wirklich verrückte Leute.

Die Rückfahrt am nächsten Tag verlief etwas anders als geplant. Wir hatten für 16 Uhr eine Glasbodenbootsfahrt in Key Largo reserviert und bezahlt. Also ließen wir den Tag locker angehen. Die Stops am Blue Hole und der kurze Spaziergang im Key Deer Nature Park waren unspektakulär und bei der schwülen Hitze auch nicht so angenehm. 

Am Sombrero Beach legten wir dann eine Pause ein und gingen baden. Dann ging es weiter, wir hatten noch reichlich Zeit bis zum Bootsstart, füllten unsere Vorräte in einem Supermarkt auf und brachen auf zur letzten, etwa 47 Meilen langen Etappe. Nach 25 Meilen gerieten wir in einen Stau, der uns 1 1/2 Stunden Zeit kostete. Damit konnten wir die Bootsfahrt ad acta legen. Dann gerieten wir noch in ein tropisches Gewitter und kamen schließlich leicht genervt an unserem Stellplatz an. Hier verstärkte sich das Gewitter noch einmal und es gab tatsächlich Hagel. 

Wir starteten früh in Richtung Everglades National Park. Durch unsere Jahreskarte sparten wir wieder 30 $ Eintritt. Es waren wenig Besucher dort und Gott sei Dank auch keine Mücken. 

Die Fahrt durch die Everglades war sehr schön und bot ein gutes Kontrastprogramm zum Touristenrummel in Key West. Wir liefen einige sogenannte Boardwalks ab, dass sind Rundwege auf Stegen in unterschiedlichen Längen. Dabei stießen wir auch auf Alligatore und sogar auf eine Mutter mit Kind. Pause machten wir in Flamingo den südlichsten Ort der Everglades.

Unterwegs gerieten wir wieder in ein mächtiges Gewitter mit Starkregen.

Nach den Everglades ging es über den Tamiami Trail ins Naturschutzgebiet Big Cypress Preserve am Nordrand der Everglades. Hier lag auch unser Stellplatz.

Tags drauf ging es den Tamiami Trail, dem Damm zwischen Miami und Tampa, weiter Richtung Westen. Wieder gingen wir einige Boardwalks ab, die hier zuhauf angeboten wurden. 

Außerdem fanden wir das kleinste Postoffice der Welt.

In Naples machten wir eine Badepause im badewannenwarmen Ozean.

Noch ein Stück weiter und wir erreichten unseren Stellplatz in der Nähe von Fort Myers.

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