Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 11

wir hatten vom 3. bis 5.12 im Club gebucht, um abzuwarten, ob es uns gefällt. Das tat es, zumal das Wetter, wie vorhergesagt, sehr gut war. Wir hatten etwas Sport getrieben, Spinning, Yoga, und es uns gut gehen lassen. Also verlängerten wir um weitere 3 Tage. Am 8.12. wollten wir abends auschecken. Der Rezeptionist bemühte seine Computer und meinte, warum wollt ihr denn schon heute auschecken, ihr habt doch schon bis 9.12. bezahlt. Wir kamen aus der Nummer in der Weise raus, dass wir vorschoben, uns dann wohl geirrt zu haben, was mit der gewonnenen Entspannung zu erklären sei. Wie dem auch sei, da hat sich Robinson wohl vertan. 6 Tage bezahlt und 7 Tage genossen.  

Robinson Club

Also verschoben wir unsere Abreise um einen Tag. 

Zurück durch Marokko ging es über den uns bekannten Campingplatz in Mohammedia. Am nächsten Tag war Tanger Med unser Ziel. Dort kamen wir um 13 Uhr an und versuchten die 14 Uhr Fähre zu bekommen. Vorher mußten wir allerdings nich das Ticket kaufen und durch Polizei und Zoll. Das versprach sportlich zu werden.  

Wie erwartet boten sich sofort am Parkplatz „Helfer“ an, uns Tickets zu besorgen. Wir lehnten ab und am 1. Schalter offerierte man uns einen Gesamtpreis von 190€  für die Überfahrt. Wir wußten, dass Seabridge 130 € bezahlt hatte, da wir die Rückfähre, die wir erst mitgebucht hatten, mit diesem Betrag gutgeschrieben bekamen.

Ich lehnte ab und Ute stand schon einige Schalter weiter in intensiver Unterhaltung mit einem Marokkaner. Ich gesellte mich dazu und konnte nicht glauben, dass Ute bei einer anderen Gesellschaft, auch zu 14 Uhr, ein Ticket für 88 € ergattert hatte. Ich sagte ihr, das glaube ich erst dann, wenn wir auf dem Schiff sind. Man ist eben latent skeptisch. 

Sowohl die Kontrollen der Polizeit, als auch des Zolls, wo das gesamte Wohnmobil durch einen fahrbaren Scanner auf mitgeführte Flüchtlinge untersucht wude, verliefen, entgegen unseren Erfahrungen bei der Einreise, völlig problemlos und schnell. 15 Minuten vor Abfahrt waren wir am Schiff und konnten sofort an Bord fahren. 

Die Überfahrt war ok und auf spanischer Seite entschlossen wir uns Spanien sofort wieder zu verlassen und nach Groß Britannien zu fahren. 

Schon 2 Mal waren wir an Gibralta vorbei gefahren, ohne es zu besuchen. Das lag an meinen Vorurteilen, die da waren: da gibt es nur einen Felsen, lange Grenzkontrollen, aggressive Affen und Touristikläden. Dieses Mal wollten wir uns das dann mal aus der Nähe ansehen. Auf einem neuen Stellplatz am Hafen, wunderschön angelegt, konnten wir übernachten. Abends gab es für uns in der Hafenpinte noch leckere Tapas. 

Am nächsten Tag sind wir dann unbedarft zu Fuß über die Grenze. In Gibralta wurden wir von einem Taxifahrer angesprochen, der eine Inselrundfahrt mit den Besuchen der „must see“ Orten zu einem vernünftigen Preis anbot und so starteten wir exklusiv in einem Mercedes Kleinbus mit Audio- und Videotechnik und deutscher Erklärung.

Ich mußte meine Vorurteile aber ganz schnell ablegen. Das wurde ein ganz spannender Tag.  

Unser Fahrer war sehr engagiert und erklärte uns die Historie Gibraltas während der einzelnen Belagerungen und Kriegen. Wir besuchten eine Tropfsteinhöhle unglaublichen Ausmasses, in dem ein Theater eingebaut wurde und die eindrucksvoll illuminiert wurde. Wir erfuhren, dass wir nur 20 % der Höhle gesehen hatten. Es gab eine ausgedehnte Tour über 3 Stunden, die tief in das Höhlensystem führt und sogar einen unterirdischen See erreicht.   

Danach war der Besuch eines Teils der Höhlengangsysteme an der Reihe, das in  den vergangenen Jahrhunderten angelegt wurden und deren Länge größer ist, als die oberirdisch angelegten Strassen. 

Sehr beeindruckend waren dann aber vor allem die Affen. Die waren so was von entspannt. Wir konnten ganz nah an einer Mutter vorbeigehen, die, so schien es, stolz ihr kleines Kind zeigte. Vorn Aggressivität kein Spur. Unser Fahrer kannte die Affen beim Namen. Er ist dort seit 24 Jahren unterwegs und bei den Affen akzeptiert. Er konnte sie anfassen und sogar einem dominanten Männschen das Maul öffnen, um uns die eindrucksvollen Zähne zu zeigen. Als Belohnung gab es einige Brotbrösel. Aggressiv sind die Affen im Sommer, wenn der Massentourismuss Stress mitbringt und die blöden Touristen die Affen füttern. Dann kommt der Futterneid durch und es gibt Ärger. Das Füttern der Affen ist mit einer Geldstrafe von 4000€ belegt. 

Den Tag in Gibralta schlossen wir mit einem Bummel durch die Hauptstrasse ab, bevor wir wieder über die Grenze nach Spanien gingen. 

Der nächste Tag versprach wettermäßig wieder gut zu werden, bevor die nächsten 3 Tage wieder regnerisch werden könnten. Wir beschlosse nach Torre del Mare zu fahren, wo es uns ganz gut gefällt und wo es 2 Campingplätze für Überwinterer gibt. 

Mittags waren wir dort und es war sofort klar, das Überwintern auf solchen Campingplätzen für uns nicht infrage kommt. Die hocken da auf kleinen Parzellen, bauen sich mit Vorzelten und Küchenzelten völlig ein und haben kaum Platz für einen Stuhl im Freien, einfach furchtbar. 

Wir haben dann noch einen schönen, sonningen Tag dort verbracht und frei übernachtet.

Torre Del Mar

 Nachts kam dann der angekündigte Regen, der bis zum Nachmittag anhielt. Wir machten uns auf nach Andalusien, zu einen, von dem Motorradpärchen aus Alaska empfohlenden Campingplatz. Die Empfehlung war gerechtfertigt, wir fanden einen sehr sauberen, gepflegten Platz vor, mit ausgezeichneten Sanitäreinrichtungen und gutem Wifi.  

Danach ging es bei Dauerregen und unentwegtem Gegenwind gen Norden. Betera bei Valencia war unser Ziel, einen Platz, den wir schon kannten und der günstig an der Autobahn liegt. Mit Mühe fanden wir dort einen Platz, der nicht unter Wasser stand. Es regnete weiter. 

Das Drama Teil 1 

Das nächste Ziel war Mataro bei Barcelona. Endlich hörte es auf zu regnen aber der starke Gegenwind blieb. Ca. 100 km vor unserem Ziel, leuchtete plötzlich die  Motorsteuerungswarnleuchte auf. Damit war natürlich gleich Stress im Fahrzeug. Ich fuhr von der Autobahn ab und auf einer Nebenstrasse, wo ich halten konnte, studierten wir erst einmal das Manual und dann die Adressenübersicht für Fiat Werkstätten. Im Manual hieß es, Probleme mit der Einspritzpumpe, man könne weiterfahren aber nicht Vollast und die nächste Werkstatt sei anzufahren. Wie lange man weiterfahren könne stand dort nicht. Wir fanden in Mataro tatsächlich eine Fiat Adresse und beschlossen, die 100 km in Angriff zu nehmen. Natürlich war Sonntag und so fuhren wir zuerst den geplanten Campingplatz an. Der hatte zu. Es kommt dann immer alles zusammen. Also suchten wir dann die Fiatwerkstatt auf, fanden sie auch und übernachteten vor dem Eingang. 

Am nächten Morgen sind wir dann um 8 Uhr zum Service. Man sprach dort kein Wort Englisch. Ich zeigte im Manual die Kontrolleuchte und wurde gebeten das Wohnmobil zu holen und in der Werkstatt abzustellen.

Die Werkstatt befand sich im 1. Stock eines großen Gebäudes, mit extrem steile Anfahrt und oben einer scharfen Kante. Es geschah, wie ich es befürchtet hatte, an dem Knick setzte ich wahrscheinlich den Abwassertank auf. Kein schönes Geräusch. 

Der Receptionist arbeitete derweil mit einer Übersetzungsapp auf seinem Smartphone und bat um 1,5 Stunden Geduld, bis man den Fehler lokalisiert haben würde. 

Also gingen wir erst einmal um die Ecke Kaffe trinken.  

Nach unserer Rückkehr eröffnete uns der Mitarbeiter, dass der Turbolader zu wenig Druck hat und man einige Tage benötigt, das zu beheben. Wir könnten aber auch so weiterfahren aber ohne Garantie. Anscheinend hoffte man, dass wir dies auch tun würden. Wir signalisierten jedoch, dass wir auf jeden Fall den Wagen reparieren lassen wollten und ein Hotel nehmen würden. Der Receptionist verschwand wieder und kam nach geraumer Zeit mit einer Dame wieder, die des Englischen mächtig war. Sie schlug vor, dass wir eine Werkstatt in Barcelona aufsuchen sollten, die größer sei als ihre. Ich bat sie dort anzurufen und unser Kommen zu avisieren. Wieder verging eine lange Zeit. Dann kam sie und bot uns jetzt an, das Fahrzeug doch zu reparieren. In Barcelona hätte man keine Zeit mehr vor Weihnachten. Sie versprach, den Wagen im Laufe der Woche zu reparieren. Ein Ibis Hotel war fußläufig zu erreichen und nun sind wir hier erst einmal gestrandet. Zur Ehrenrettung der Werkstatt muß man anmerken, dass alle Beteiligten sehr freundlich und hilfbereit waren, nur der Prozeß zur endgültigen Bereitschaft zur Reparatur war etwas nervig.  

Die Nacht war sehr erholsam und der Tag verlief mit Warten. Wir waren um 17 Uhr verabredet, dann wollte man uns das Ergebnis des ersten Reparaturtages mitteilen. Mittags aßen wir etwas im Hotel, dass keine Küche hatte, sondern nur kleine Speisen anbot. Utes Essen war wohl ungenießbar, was sie auch zum Ausdruck brachte. Daraufhin brauchten wir das Essen nicht bezahlen. Zurück auf Zimmer stellten wir fest, dass wir kein Wasser hatten. Das betraf das ganze Hotel. Nach etwa 3 Stunden war dies wieder repariert. Das Hotel teilte uns mit, dass wir diese Nacht nicht bezahlen brauchten.  

Um 16 Uhr standen wir auf der Matte. Die Dame erkannte uns und winkte uns zu sich. Man hatte den Fehler gefunden, ein Teil, das 270 € kosten würde war bereits bestellt und man hoffte morgen alles erledigen zu können. Wir waren richtig erleichtert und hatten jetzt wieder einen Plan nach Hause zu kommen, wenn auch nicht mehr vor Weihnachten.   

Das Drama Teil 2 

Am Mittwoch erhielten wir um 11 Uhr die ersehnte SMS, dass der Wagen fertig war. Wir bezahlten die Rechnung und starteten bei mittlerweile wieder gutem Wetter Richtung Sete in Frankreich. Es dauerte genau 10 km, dann hatten wir dieselbe Warnmeldung wieder im Display. Also wieder runter von der Autobahn und zurück in die Werkstatt. Diese macht, wie allgemein in Spanien üblich, von 13 bis 15 Uhr Pause. Es war 12:30 Uhr und Ute kündigte unsere Rückkehr per SMS an. Der Werkstattleiter war überrascht, hatte er doch, nach eigener Schilderung eine Probefahrt gemacht. Also hieß es wieder warten. Um 13 Uhr eröffnete uns die Dame, dass wahrscheinlich das eingebaute Ersatzteil fehlerhaft gewesen sein muß. Ab 15 Uhr würde man versuchen, solch ein Teil aus Barcelona zu besorgen.  

Also haben wir uns die Altstadt von Mataro angesehen und sind dann wieder zu 15:30 Uhr zurück zur Werkstadt. Das Teil war in Barcelona nicht aufzutreiben und man bat uns noch 1 Stunde Geduld zu haben, dann könne man mehr sagen. Ihr seht, wir waren mit einer unendlichen Geduld ausgestattet aber es brachte auch nichts, die Nerven zu verlieren.. Diesmal ging es in den Verkaufsraum, wo wir uns die neuesten Peugeot Modelle anschauen durften und für 50 cent einen Kaffee trinken konnten.  

Um 17 Uhr standen wir wieder auf der Matte und erfuhren, dass das Teil aus Madrid kommt und morgen um 8 Uhr eintreffen würde. Nach erfolgreichem  Einbau würden wir wieder eine SMS erhalten.  

Also hatten wir wieder eine Nacht im Ibis Hotel gebucht und hofften, dass alles gut gehen würde.  

Das Drama Teil 3 

Morgens erhielten wir um 10 Uhr die Mitteilung, dass das Wohnmobil fertig sei. Also machten wir uns auf um es abzuholen.  Man versicherte uns, dass der Werkstattleiter eine 50 km Probefahrt erfolgreich absolviert hatte.

Wir sahen, dass das Wohnmobil warm gefahren war, das Sprit fehlte und die Anzeigeleuchte aus war.  

Es dauerte genau 7 km bis sie wieder leuchtete. 

Ich war sowieso skeptisch gewesen, dass die Ursache der Anzeige das defekte Ersatzteil gewesen sein sollte. Darum war ich auf diese Situation vorbereitet und hatte mir vorgenommen, trotz der Anzeige die Heimreise anzutreten. Ute war sofort einverstanden.  

Durch den Fehler, war das Fahrzeug in den Notmodus gesetzt worden. Das  hatte zur Folge, dass ich auf gerader Strecke mit langem Anlauf 100 km erreichen konnte aber sobald die kleinste Steigung zu überwinden war sackte die Drehzahl sofort in den Keller und wir krochen dann teilweise mit 60 km im 4. Gang über die Autobahn. Die LKW Fahrer waren begeistert, zumal die Ausläufer der Pyrenäen, das Zentralmassiv, die Ardennen und Luxemburg vor uns lagen. Außerdem hatten wir unsere geplanten Tagesetappen verdoppelt um schnell nach Hause zu kommen. 

Lange Rede kurzer Sinn, wir haben gestern in Lyon übernachtet und sind jetzt in Trier. Morgen hoffen wir die letzten 280 km auch noch zu schaffen. Drückt die Daumen. 

Trotz der letzten widrigen Umstände hatten wir eine einzigartige Reise mit unglaublich vielen Erlebnissen.

Wir möchten nicht vergessen, dass wir solch lange Reisen nicht so beruhigt machen könnten, wenn uns nicht lieben Menschen unterstützen würden. So bedanken wir uns bei unseren Vermietern Heidi und Peter, die auf unsere Wohnung Acht geben und bei Angelika, die als „Backoffice“ unsere Post sichtet und notwendige monitäre Transaktionen ausführt. Danke auch an alle, für die Feedbacks und guten Wünsche. 

Euch allen, wünschen wir ein schönes, friedliches Weihnachtsfest und einen gute Rutsch ins neue Jahr.

   Sende Artikel als PDF   

Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 10

 

1.12. Marrakech

 

Heute war ein Tag mit strahlender Sonne. Das  motivierte uns zu einem schönen Ausflug in den Hohen Atlas.

 

Als wir letztes Mal in Marrakech waren und den Tag zur freien Verfügung hatten, waren Rudolf, einer unserer Reisebegleiter und seine Frau als einzige der Gruppe ins nahegelegte Ourika Tal gefahren. Er war sehr begeistert davon und empfahl mir beim Abschied, falls wir wieder nach Marrakesch führen, dieses Tal unbedingt zu besuchen. Mich reizten allerdings auch die schneebedeckten Berge in machbarer Nähe.

 

Wir fuhren die 35 km bis nach Ourika und hofften dort auf eine Touristeninformation zu stoßen, die uns weitere detaillierte Informationen geben könnte. Gesagt, getan und tatsächlich fanden wir an der Hauptstrasse eine solche Information.

 

Der Touristik Manager erklärte uns die zu erwartenden Schönheiten des Tals, das bei den unbedingt anzuschauenden Wasserfälle etwa 1600 m hoch liegt.

 

Der andere Bereich des Ourika Tals ging in das Skigebiet Oukalmeden auf 2600 m. Die Strasse wurde von ihm als befahrbar mit unserem Wohnmobil beschrieben und so planten wir zuerst in den afrikanischen Schnee zu fahren und anschließend das schöne Tal zu durchfahren.

 

Wir hatten, wie gesagt sehr schöne Fernsicht und so war der Aufstieg auf 2600 m, mit wenig Gegenverkehr und unvergleichlichen Aussichten ein Genuß. Unterwegs durchfuhren wir einige alte Berberdörfer, die wie angeklebt an den steilen Felshängen hingen.

 

Oukalmeden ist das Skiresort der Marrakeschianer. Es liegt etwa 70 km entfernt von der Stadt und im Sommer kann man der Hitze schnell entkommen und sich im Schnee abkühlen. Es gibt dort einige Pensionen und Hotels, 4 Schlepplifte und ein Sessellift, der noch einmal weiter rauf auf 3200 m fährt.

 

Die Lifte waren nicht in Betrieb, obwohl ausreichend Schnee lag. Der Skiverleih findet am Strassenrand statt, wo die ausrangierten Ski und Skischuhe aus Österreich, der Schweiz und Deutschland, angeboten werden. Bindungen einstellen? Kennen die nicht. Wir haben dann amüsiert beobachtet, wie die Marrokaner unerschrocken mit den geliehenden Skischuhen und den Brettern in der Hand einige hundert Meter den Hang erklommen, die Bretter anschnallten und sofort stürzten und so den Hang mit der Textilbremse  abwärts schlitterten.

 

Nachdem wir uns dort einige Zeit aufgehalten hatten, beschlossen wir in einem kleinen Restaurant, das wir bei der Hinfahrt gesehen hatten, zu Mittag zu essen. Auf ungefähr 1500 m fanden wir es auch wieder. Wir waren die einzigen Gäste. Es gab nur Tajine, die allerdings schon fertig war. So setzten wir uns auf die Dachterasse, genossen den Ausblick und die wirklich leckere Tajine und setzten dann die Fahrt fort.

 

dav

Nach etwa 30 km bogen wir dann ins Ourika Tal ab. Bis zum Ende waren noch einmal 35 km zu fahren, durch kleine Dörfer und an unzähligen Restaurants vorbei, die die Tische und Stühle teilweise direkt unten am Fluß plazierten und die man nur auf abenteuerlichen Hängebrücken erreichen konnte. Am Ende des Tals kam es wie es kommen mußte, Männer sprangen auf die Strasse , wild gestikulierend, für uns ginge es nicht weiter, hier endet die Strasse und man könne nicht wenden. Dies geschah natürlich an einem kleinen Parkplatz, der der letzte vor der Katastrophe weiter oben sein sollte. So gewann man Parkkunden.

 

Wir hatten den Wagen dann auch dort abgestellt und hatten jetzt den nächsten „Helfer“ an den Fersen. Den ersten Wasserfall, so sagte uns der Touristikmanager unten im Dorf, könnte man ohne Führer machen. Das hatten wir auch vor und es fiel mir, wie immer, schwer, möglichst unhöflich zu sein, um den Führer loszuwerden. Also gingen wir die Strasse weiter und suchten den Einstieg. Mittlerweile hatte sich erneut ein älterer Mann als Führer angeboten. Wir fanden den Einstieg nicht und verhandelten mit ihm einen Preis für 1 Stunde.

 

Gott sei Dank hatten wir den Führer dabei. Nicht nur, dass wir den Weg nie gefunden hätten, es ging einen Flußlauf rauf, den wir auf allen vieren kletternd und nur mit Hilfestellung durch den Führer meistern konnten. Bei einigen Passagen hatte ich schon arge Bedenken und wartete auf Proteste von Ute. Aber sie hielt sich tapfer und schließlich erreichten wir den Wasserfall. Der war ganz nett aber spektakulärer war der Aufstieg und dann wieder der Abstieg.

 

Danach entlohnten wir den Parkwächter mit 1€ für die Bewachung des Wohnmobils und dann ging es zurück Richtung Campingplatz, den wir kurz nach Sonnenuntergang erreichten.

 

Das war wieder ein Supertag.

 

2.12. Marrakesch – Essaouira

 

Vor 2 Tagen war mir ein Motorrad fahrendes Pärchen aufgefallen, wegen der super ausgestatteten Mottorräder und Zeltausrüstung. Gestern abend bin ich an den Motorrädern vorbei gegangen um zu schauen, woher die Leute stammten. Die Nummernschilder waren verdreckt und so gut wie nicht zu lesen. Lediglich das Wort Alaska las ich und interpretierte dies als Fake Nummernschild.

 

Heute, bei der Abreise, sah ich Bewegung bei den beiden. Ich bin dann dahin und hatte mit dem Mann Kontakt aufgenommen. Dann kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es handelte sich tatsächlich um ein amerikanisches Pärchen, das sich auf einer 3 bis 4 Jahre lang dauernden Weltreise befand. Es war im Juli in Alaska gestartet, hatte dann Kanada durchfahren und ist von Toronto nach Paris geflogen, um in Europa gen Süden zu fahren. Es befand sich aktuell auf dem Weg nach Kapstadt, wollte dann wieder auf der Ostseite Afrikas zurück nach Ägypten, durch den Mittleren Osten, Indien durch den Himalaya, nach China, durch die Mongolei und Russland nach Finnland… usw, ich höre jetzt auf. 86 Länder wollen die beiden durchreisen und haben eine humanitäre Mission, nämlich etwas gegen die zweithäufigste Todesursache von Kindern in der Dritten Welt oder in Flüchtlingsheimen, den Durchfallerkrankungen wie Ruhr oder Cholera zu unternehmen. Wer interessiert ist kann weitere Informationen seiner Mission auf seiner Website, www.travessillaexpedition.org, nachlesen.

Das war ein sehr interessanter Kontakt.

 

Danach ging es Richtung Essaouira, wo wir 10 Tage zuvor schon einmal gewesen waren. Diesmal wählten wir aber nicht den schlechten Campingplatz vom letzten Mal, sondern einen bewachten Parkplatz, wo man für 3 € übernachten kann.

 

3.12. Essaouira – Imourane

 

Auf unserem Weg Richtung Robinson Club Agadir hatten wir uns vorgenommen, kurz vor Agadir, einen Campingplatz zu nutzen, 1 oder 2 Tage dort zu bleiben und den vorhergesagten Regen abzuwarten, um dann den Club bei gutem Wetter auch richtig genießen zu können. Ute hatte einige Campingplätze vorbereitet. Bei gutem Wetter und Temperaturen bis 24 Grad ging es eine sehr schöne Küstenstrasse gen Süden.

 

Wir erreichten schließlich den Campingplatz in Imourane, der sich als riesiger Überwinterungscampingplatz herausstellte und wo wir einen Platz buchten. Kaum hatten wir alles erledigt, eingecheckt, Strom angeschlossen und noch Wasser gekauft, kam der Regen.

 

Wir hoffen, Montag kann es, wie geplant, in den Club gehen. 

 

 

 

Dies ist vorläufig das letzte Lebenszeichen. Wir sind seit Montag im Robinson Club, haben einen exklusiven Stellplatz und nutzen die Annehmlichkeiten, die der Club,bei bestem Wetter,..u bieten hat. Da wir noch nicht wissen wie lange wir hier bleiben werden, melden wir uns erst wieder, wenn wir auf der Rückreise sind., bei bestem Wetter.

   Sende Artikel als PDF