6. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

26.05.23 bis 3.6.23

Fairbanks, Denali National Park, Talkeetna, Anchorage, Homer, Seward, Valdez

Im starken Regen, gut für die Natur, schlecht für uns, begannen wir die nächste lange Etappe nach Fairbanks. In Alaska gibt es keine kurzen Strecken. Alaska ist 5 Mal so groß wie Deutschland und hat rund 750000 Einwohner, wovon 300000 in Anchorage leben und ist somit der größte Bundesstaat der USA.

Es hieß km kloppen, bei nicht so gutem Wetter. Unseren ersten Stop legten wir in Delta Junction ein. Dort endert der Alaska Highway und geht in den Richardson Highway über. Dies wird durch ein Monument dokumentiert.

Dann besuchten wir Rika`s Roadhouse. Anfang des 19 Jahrhunderts hat hier die Schwedin Rika ein Roadhouse eröffnet. Dies wurde zwischenzeitlich als Museum umgewidmet und bot einige nette Motive.

Etwas weiter konnten wir einen Blick auf die Alaska Pipeline werfen. Sie fördert über 1200 km das im Eismeer geförderte Öl von Prudhoe Bay nach Valdez.

Unterwegs überquerten wir einige Flüsse, wo das Eis noch nicht völlig geschmolzen war.

Die nächste Empfehlung wollten wir eigentlich auslassen, sie war aber so schräg, dass wir doch kurz anhielten. In North Pole, so heißt der Ort wirklich, gibt es ein ganzjährig geöffnetes Santa Claus House. Es war, wie erwartet, schrecklich.

Das letzte Ziel unseres Besichtigungsprogramms war der Pioneer Park. Hier hat man historische Gebäude zusammengeführt, und in einem Freilichtmuseum kann man diese besichtigen.

Unterwegs konnten wir in der Ferne sogar den Denali, den höchsten Berg Nordamerikas mit 6190 m, wolkenlos sehen, was nur sehr selten möglich ist. Wir kennen ihn meistens noch unter McKinley, er bekam aber, während der Regierung Obamas, seinen alten Namen zurück.

Jetzt ging es westwärts Richtung Denali National Park. Es gab einen Fotostop in Nenana wo ein Denkmal den historisch letzten Nagel zeigt, der 1923 von Präsident Harding in die Trasse der Alaska Eisenbahn geschlagen wurde.

Der Denali National Park ist ein Sehnsuchtsort der Amerikaner. Er genießt den gleichen Stellenwert wie der Grand Canyon. Er ist riesig, 20000 qkm und weitestgehend unberührt, da es nur eine touristische Strasse gibt, die in einer Sackgasse endet und die man wieder zurück fahren muß. Nach dem Einchecken im National Park fuhren wir noch die einzige für private Fahrzeuge zugelassene Strasse bis zum Ende. Die Landschaft erinnert teilweise an das Hochland in Island.

Es folgte noch eine kleine Wanderung an einem Fluß entlang, dann bezogen wir den Stellplatz.

Am nächsten Tag stand ein 5 stündiger Ausflug in den Denali N.P. an. Die Busse fahren weiter in den Nationalpark als wir gestern. Unterwegs gab es wieder einige Tiere zu beobachten. Insgesamt war die Fahrt aber sehr ermüdend.

Kurios war allerdings das Schild zum Schutz der Dallschafe. Diese Tiere sind sehr scheu. An manchen Stellen der Strasse befindet sich der Migrationsweg der Schafe. Die Busse, die höchstens im Halbstundentakt fahren, können die Schafe stören. Also haben sich die Amis folgende Lösung ausgedacht. Zu jeder vollen Stunde muß der Busfahrer 10 Minuten vor dem Schild warten, um den Schafen wenigstens in diesen 10 Minuten Ruhe zu gönnen. Das machen die Fahrer auch. Auf die Sekunde wartete unser Fahrer mehrfach, bis die Zeit verstrichen war. Dallschaft haben wir übrigens nicht gesehen, ob sie nicht wissen, dass sie zu jeder vollen Stunde für 10 Minuten ruhig die Strasse queren können?

Dann hatten wir auch einmal Pech – mit dem Wetter. Es sollte eine landschaftlich schöne Fahrt längsseits des Nationalparks werden, mit einzigartigen Aussichten auf die Berge. An 3 Stellen sollte man den Denali gut sehen können, und nachmittags sollte der geplante Rundflug über den Denali stattfinden. Wegen des schlechten Wetters fiel der Flug aus, und die Aussichten während der Fahrt hielten sich auch in Grenzen.

   

Wie überall in Amerika werden die Veteranen und Gefallenen der beiden Weltkriege durch Denkmäler gewürdigt. So auch hier. Man hat sich einen besonders ruhiges Platz ausgesucht und dieses Ehrenmal errichtet.

Unmittelbar an unserem Stellplatz war eine Station der Alaska Railroad, die Seward und Fairbanks verbindet.

Es folgte die Etappe nach Anchorage. Anchorage bedeutet Ankerplatz, so hat Thomas Cook die Stelle genannt an der er um 1750 anlandete. Das Wetter war wieder regnerisch und so fuhren wir durch bis zum Iditarod Trail Sled Dog Museum.

Jedes Jahr im März findet hier das berühmteste Hundeschlittenrennen der Welt, das Idatarod, über 1850 km von Anchorage nach Nome, statt. Der Ursprung dieses Rennes ist tragisch und gleichzeitig heroisch. 1925 im Winter brach in Nome, im Norden Alaskas, die Diphterie aus. Es gab vorort keine Medizin. 20 Mashas mit insgesamt 100 Hunden organisierten eine Staffel und brachten das Serum in 5 1/2 Tagen nach Nome. Leonhard Seppala und sein Leithund Togo werden von den meisten Mashas als die wahren Helden gesehen. Sie transportierten das Serum über die weiteste Entfernung und über den gefährlichsten Teil der Strecke.

Wir hielten uns eine Zeit dort auf, sahen einige Hunde, die an dem Rennen teilgenommen hatten und einen Masha der ebenfalls diese Strapaze auf sich nimmt. In einem selbstgebauten Wagen fuhren wir eine Strecke mit 8 Hunden vor uns. Der Wagen wog 350 kg und war mit 5 Erwachsenen besetzt. Wir mußten uns mehrfach festhalten, so ein Tempo legten die Hund vor. Im Rennen fährt der Masha alleine mit 14 Hunden im Gespann, man kann sich vorstellen, was für eine Power dann im Gespann ist.

Die Hunde laufe von sich aus. Sie werden natürlich auf so eine Belastung vorbereitet. Sie haben eine Herzruhefrequenz von 40 (normale Hunde haben 120 bis 150) und können die Frequenz bis 250 steigern. Im Rennen legen sie pro Tag 200 km zurück und verbrauchen 10000 bis 12000 Kalorien.

Der wollte unbedingt mit mir spielen

Nach diesem schönen Erlebnis, besuchten wir noch den größten Wasserflugplatz der Welt in Anchorage am Lake Hood gelegen. Dort liegen bestimmt Hundert Wasserflugzeuge, und es gibt eine Start und Landebahn, die laufend frequentiert wird. War auch sehr interessant.

Abends wurden wir durch Jan und Simone, unsere Reiseleiter, zum Grillen eingeladen. Sie hatten reichlich gekauft, und als wir uns am Grill trafen begannen 4 LKWs und Kehrmaschinen die Strasse auf dem Campground zu säubern. Mindestens 20 Mal, und das ist wahrscheinlich untertrieben fuhr die Kehrmaschine hinter mir im Abstand von 2 Metern mit ohrenbetäubendem Krach vorbei. Dabei stellten sich die Fahrer derart dumm an, dass sie den Dreck von links nach rechts kehrten und dann wieder von vorne. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich hielt die Kehrmaschine an. Die Fahrerin war schmerzfrei, ließ sich nicht auf Rücksichtnahme ein und setzte ihre Arbeit fort. Um 21:30 Uhr war dann Feierabend und wir waren mit dem Grillen dann auch fertig.

Es ging auf die Kenai Peninsula nach Homer, der letzte auf der Strasse erreichbare Ort Alaskas. Kaum hat man Anchorage verlassen, taucht man wieder in die Wildnis ein. Beim Belugs Viewpoint warteten wir kurz auf Beluga Wale, aber die hatten heute frei.

Weiter ging es zum Portage Lake and Glacier. Der Portage Lake sollte voll von Eisschollen vom Gletscher sein, außerdem gäbe es im Visitors Center einen schönen Firm anzuschauen. Der See lag zwar malerisch, war aber eisfrei. Im Visitors Center gab es technische Probleme mit dem Film. Es lief etwas ruckelig an diesem Tag mit den Zwischenzielen.

Dann erreichten wie die Halbinsel Kenai. In Ninilchik sah man noch Reste der Siedlung, die in den 1800er Jahren von Russen erstellt wurden. Hier konnten wir auch einen brütenden Weißkopfseeadler sehen, sowie weitere Adler ein paar Kilometer weiter. 

Es ging zum westlichsten auf der Strasse erreichbaren Punkt Nordamerikas, Anchor Point.

Auf einer sehr schönen Passstrasse erreichten wir Homer. Hier war viel los, der Ort ist auf Touristen gut eingestellt. Unterwegs kreuzten noch eine Elchkuh mit Jungen und ein junger Elchbulle unseren Weg.

Am Ende der schmalen Landzunge, dem Homer Spit konnten wir unseren traumhaften Stellplatz direkt am Cook Inlet genießen. Hier kann man auch die beiden 3000m hohen, aktiven Vulkane Mount Iliamna und Mount Redoubt sehen. Es gab noch einen sehr schönen Sonnenuntergang um 23:30Uhr.

Tags drauf fuhren wir ein ganzes Stück der gestrigen Strecke wieder zurück und bogen dann nach Seward ab.

Am Nachmittag erreichten wir den Exit Glacier. Dort konnte man einige km laufen und an einem Viewpoint die Gletscherzunge sehen. Hier wurden Jahresschilder aufgestellt bis zu denen in dem Jahr der Gletscher gereicht hatte, erschreckend.

Auch in Seward standen wir wieder am Wasser. 

Den nächsten Tag unternahmen wir eine 6 stündige Bootstour durch die Inselwelt des Golfs von Alaska zum Holgate Gletscher. Unterwegs sahen wir zum ersten Mal Orcas, dann noch Buckelwale, Seelöwen, Papageientaucher, Schweinswale und Mountain Goats, die an einer fast senkrechten Feswand kletterten. Leider war das Wetter nicht so gut, was allerdings am Gletscher dazu beitrug, dass der Regen einige Gletscherabbrüche auslöste.

Nach der Rückkehr, konnten wir noch am Hafen die Strecke der Hochseeangler beobachten. Sieger war der Angler eines 200 kg schwerer Heilbutts.

Heute ging es nach Valdez, bekannt geworden durch den großen Ölunfall der Exxon Valdez. Vorher mußten wir aber durch den mautpflichtigen und 4 km langen Tunnel nach Whittier.

Dann stand die 6 stündige Fährfahrt nach Valdez an, durch den Prince William Sound. Es war plötzlich Sommer geworden bei strahlend blauen Himmel. Dies war wieder eine dieser Traumfahrten. Ein Höhepunkt war ein springender Grauwal, allerdings in der Ferne.

In Valdez bezogen wir wieder einen Stellplatz am Wasser. Nach dem Briefing hörte ich aus der Ferne Musik. Das mußte ich mir ansehen. Alles hatte ich im kalten und konservativen Alaska erwartet, nicht aber die Valdez Pride. Die LGBT Szene von Valdez feierte, und zwar schrill und laut. Hat Spaß gemacht sich das anzusehen.

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5. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

22.5.23 bis 25.5.23

Skagway, Haines, Kluane Lake, Tok

Heute verließen wir Kanada. Unsere Reiseroute ändert sich für die nächsten 3 Tage. Wir fahren jetzt die Route rückwärts, Skagway, Haines, Destruktion Bay werden die nächsten Ziele sein, bis wir ab dann wieder dem alte Routenverlauf folgen werden.

Die Fahrt nach Skagway war wieder ein Traum, ich fand sie mindestens so schön, wie den Icefield Highway. Wir hatten wieder gutes Wetter mit Fernsicht.

Zunächst erreichten wir den Emerald Lake, den wir schon von der anderen Seite betrachten konnten.

Dann hielten wir in Carcross Desert, der kleinsten Wüste der Welt, nach eigenen Angaben. Hier befand sich früher mal ein Gletschersee, der austrocknete. Zurück blieb Sand, der sich zu Dünen formte. Das Ganze ist nur einige hundert Meter groß. War einen Stop wert, um sich die Füße zu vertreten.

Es folgte Carcross, ein netter kleiner Ort in dem vorwiegend die sogenannten „First Nation Poeple“ leben, die Tlingit. Die Häuserfronten sind mit spirituellen Bildern aus deren Kultur versehen. Es gab guten Kaffe und einen frischen Heidelbeermuffin.

Auf dem weiteren Weg lohnte sich ein Stop um Bowe Island zu sehen.

Dann hieß es erst einmal Abschied von Kanada zu nehmen.

Die Ausreise war easy, die US Einreise war eigentlich auch ok, allerdings wurden alle Womos gefilzt, uns nahm man Mandarinen ab, anderen eingefrorenes Hühnchen und Eier, alles halb so wild.

20 km weiter erreichten wir Skagway. Hier landen bis zu 6 Kreuzfahrtschiffe ,die sogenannte inlet Routen fahren, das heißt, ähnlich wie bei den Hurtigruten, fahren sie die Westküste von Seattle rauf bis Alaska, durch die Fjorde und wieder zurück. Der Ort besteht nur aus Souvenier- und Dutzenden Juwellierläden, die den sogenannten Broadway säumen. Die Hausfassaden sind nett restauriert. Skagway ist eine ehemalige Goldgräberstadt und Ausgangsort beim Klondike Goldrausch, Ende des 19 Jahrhunderts. Hier begannen die Routen über den White- und Chilkoot Pass. Im Tourismuszentrum wurde ein guten Film über diese Zeit gezeigt.

Der nächste Tag war Fährtag, diese ging aber erst nachmittags. Darum besuchten wir zunächst das Gold Rush Cementery mit den Gräbern einiger Goldsucher..

Gleich daneben gab es einen Wasserfall.

Dann fuhren wir die recht schöne Strecke nach Dyea. Dyea war früher ebenfalls ein blühender Ort, von dem mittlerweile nichts mehr übrig geblieben ist. Dort beginnt der Chilkoot Trail, den die Goldsucher vor 140 Jahren gehen mußten. Wir wollten einige Kilometer auf dem Trail laufen, brachen aber bereits nach 500 m ab. Zu steil für uns verweichlichte Wohlstandsbürger. Wenn man bedenkt dass der Trail 56 km lang ist und die Menschen alles tragen mußten, Ausrüstung, Vorräte für mehrere Monate usw. – unvorstellbar. Nicht umsonst starben bei diesem Trek dort auch Tausende von Menschen.

Dann hieß es warten. Mit einiger Verspätung konnten wir auf die Fähre. Die Überfahrt nach Haines war wieder einzigartig. Genau wie der Stellplatz direkt am Fjord gelegen. Hier sahen wir den ersten Weißkopfseeadler hoch am Himmel. Den Tag beendeten wir wieder mit einem Lagerfeuer.

Den nächsten Tag begannen wir mit einem Spaziergang durch Haines, am Hafen entlang zum Fort Seward mit seinen schönen Herrenhäusern

Das nächste Ziel war der Chilkoot Lake. Hier fangen im Sommer die Grizzlys Lachse. Und hier konnten wir den ersten Weißkopfseeadler fotografieren, wenn auch aus großer Entfernung.

Dann begann eine lange Etappe nach Kluane Lake. Es folgte wieder ein Grenzübertritt nach Kanada, da wir durch British Columbia und etwas später wieder durch Yukon fuhren. Unterwegs gab es wie wieder schöne Landschaften zu betrachten.

Der Höhepunkt dieser Etappe war zweifelsohne der Grizzly, den wir aufspürten. In dieser Höhe, 1100m, sind die Bären eigentlich zu dieser Jahreszeit nicht mehr anzutreffen, da es noch keine Nahrung gibt. Sie ziehen nach dem Winterschlaf schnell in die Täler, wo es frisches Gras gibt. Dieser hatte wohl verschlafen.

Es folgte wieder eine lange Transitetappe nach Tok. Auf der bisher schlechtesten Strasse ging es über 380 km von einer Baustelle zur anderen und durch ein Schlagloch zum nächsten. Die schlimmsten 170 km mit Schottepistenabschnitten hatte sich Ute vorgenommen, natürlich ohne zu wissen, was auf uns zukommt. Hat sie bravorös gemeistert. Es folgte wieder eine Einreise in die USA , und in Alaska werden wir die nächsten 14 Tage bleiben. Ab morgen werden wir auch wieder die alte Route fahren.

Zu sehen gab es nichts Spektakuläres, aber wir sind auch schon verwöhnt – natürlich war die Landschaft wieder sehr schön.

Interessant war ein Film über den Tetlin Nationalpark mit Informationen über die First Nation. 1942 mit Fertigstellung des Alaska Highways wurden den dort Lebenden Ureinwohner das Jagen und Fischen, die Grundlage ihres Lebens, verboten. Erst in den letzten Jahrzehnten erhielten sie ihre Rechte wieder zurück und dürfen nun selbst die Nationalparks verwalten und haben auch politisch eine Stimme erhalten.

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4. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

18.5.23 – 21.5.23

Liard River Hot Springs, Watson Lake, Whitehorse

Wir starteten unsere nächste Etappe wieder im Rauch. Nach 150 km waren wir endlich durch. Insgesamt sind wir 1000 km im Rauch von Buschfeuern gefahren, eine Distanz größer als Deutschland von Nord nach Süd.

Die Etappe war dann landschaftlich sehr reizvoll. Es ging wieder in die Rocky Mountains. Beim Summit Lake machten wir unseren ersten Stop.

Dann erreichten wir den Muncho Lake, an deren Ufer wir 11 km entlang fuhren. Dort, bei einer Pause, erblickten wir in der Ferne einen kapitalen Grizzly, den ich nur mit vollem Tele einigermaßen fotografieren konnte.

Wir versuchten an einem Steilhang, der als Salzlecke dient, Dallschafe zu sehen. Sie waren aber nicht zugegen.

Dann sahen wir die ersten Bisons.

Unser Ziel, Liard River Hot Springs, erreichten wir am späten Nachmittag. Hier gibt es heiße Quellen, die als Pool ausgebaut wurden, außerdem sind dort die sogenannten Hanging Gardens zu erreichen, ein Wasserfall, der über einige Sinterterassen durch Pflanzen führt. Auf dem Weg zu den Pools konnten wir eine friedlich grasende Elchkuh beobachten.

Abend gab es wieder ein Lagerfeuer, da der fireban in dieser Gegend erst am nächsten Tag galt. Es gab wieder eine leckere Bratwurst am Feuer gegrillt.

Weiter fuhren wir tagsdrauf Richtung Watson Lake. Wir haben immer noch gutes Wetter mit Temperaturen um 30 Grad C.

Wir fuhren den Liard River entlang, der sehr viel Wasser führte und die Stromschnellen eindrucksvoll anschwellen ließ.

Wieder waren Bisons zu beobachten. Teilweise einzeln, aber auch als Herde.

Dann erreichten wir Yukon. Ab jetzt gilt es weniger auf Tiere als auf Menschen Ausschau zu halten. Yukon ist 2 mal so groß wie Deutschland, hat 43000 Einwohner, von denen 25000 in der Hauptstadt Whitehorse leben. Die Menschen sind hier also die seltenste Spezies.

Übrigens ist Ute diese Etappe sehr umsichtig gefahren.

Beim Bau des Alaska Highways hatte der Soldat Carl Lindley 1942 heftiges Heimweh. Er stammte aus einem kleinen Ort, Tausende von km entfernt. Hier in Watson Lake stellte er ein Schild auf mit dem Namen seines Heimatortes. Das hat dazu geführt, dass seitdem etwa 100000 Schilder aufgestellt wurden von Durchreisenden oder neuerdings Touristen.

Hagener scheinen übrigens auch schon hier gewesen zu sein.

Den Tag beendeten wir mit einer Umrundung des malerisch gelegenen Watson Lake.

460 km standen am nächsten Tag vor uns. Es war eine Transitstrecke ohne wesentliche empfohlene Stops, allerdings sehr schön und fast verkehrsfrei. Über 270 km gab es weder eine Siedlung noch Handynetz.

In Whitehorse fuhren wir erst einmal zur Vermietstation Bettwäsche und Handtücher tauschen. Wir wurden sehr nett durch ein Holländisches Pärchen empfangen, das gerade heute ihren Dienst für 4 Monate auf Work and Travel Basis begonnen hatten. Wir bekamen noch kostenlos Propangas, der etwas wacklige Außenspiegel wurde befestigt, die Küchenjalousie neu eingestellt, und dann fuhren wir noch kurz in die Stadt, die nach dem ersten Eindruck nicht wirklich viel bietet.

Die Reise gefällt uns bisher mega, was auch am perfekten Wetter liegt. Der einzige Kritikpunkt sind die ausgewählten Übernachtungsplätze. Sie liegen meist an der Straße, sind laut und anders als man sich großzügig im Wald gelegene Naturplätze vorstellt. So auch dieser in Whitehorse. Direkt an der Strasse gelegen, wurden wir mit donnernden Geräuschen empfangen, die von einer großen Ramme stammten – der Highway wird neu gebaut. Bis 8 Uhr abends wurde auch am Samstag gearbeitet. Dafür waren in Whitehorse die meisten Geschäfte und Restaurants ab 15 Uhr oder ganztägig geschlossen.

Abends, beim Briefing zog Jan, unser Reiseleiter eine Zwischenbilanz unserer Reise durch Kanada. Wir hatten bisher viel Glück, die Strassen wurden rechtzeitig geöffnet, wir „entkamen“ den Waldbränden und hatten extrem gutes Wetter – gut für uns, sehr schlecht für die Natur und es gibt einen funktionierenden Plan B für den gesperrten Pass nach Tok. Es gab dann noch ein Geschenk von ihm, nämlich eine kleine Bärenglocke, die man in Bärengebieten mit sich führen sollte, um auf sich aufmerksam zu machen. 

Nach einem netten Grillabend mit Lagerfeuer, bei dem ich mein gekauftes Holz verbrannte, da die Einfuhr in die USA übermorgen verboten ist, konnten wir genüßlich ausschlafen. Allerdings kam Ute‘s Pyjama beim Bettwäschewechsel abhanden, was sie beim Zubettgehen bemerkte. Er lag morgens unter der Bettdecke und wurde, als wir kurz abgelenkt waren, vom Personal der Vermietstation versehentlich mit in das Bettzeug eingerollt und zum Wäschewechsel gegeben. Mal sehen, ob wir ihn bei der Fahrzeugrückgabe in Whitehorse frisch gereinigt in Empfang nehmen können…

 Wir hatten einen „freien“ Tag. Gegen Mittag fuhren wir zum nahe gelegenen Miles Canyon. Über eine Hängebrücke erreicht man den Yukon Rim Trail, auf dem wir eine kleine Wanderung unternahmen. 

Dann sahen wir „Manfred“. Das Mobil hatten wir 2020 auf unserer Baltikumreise in Estland schon einmal gesehen und fotografiert. Jetzt treibt sich die Familie in Kanada rum. 

Anschließend schauten wir uns noch die Klondike an, den letzten Raddampfer, der zur Goldgräberzeit über den Yukon schipperte.

Danach bummelten wir durch Parks, aßen leckere Crepes und fuhren zurück zum Stellplatz, wo uns auch am Sonntag die Ramme empfing.

Abends wurde noch einmal gegrillt um alle nicht zulässigen Produkte für die USA Einreise zu „vernichten“

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3. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

13.5.23 bis 17.5.23

Jasper, Hinton, Dawson Creek, Fort Nelson

Vorab, wir haben seit einigen Tagen einen positiv getesten Coronafall in der Gruppe. Es läuft trotzdem alles planmäßig weiter, wie sind ja vorwiegend draussen und halten Abstand zu ihm.

Einen anderen Mitreisenden hat es schon in Vancouver getroffen. Er ist beim Fahrradfahren auf den Rücken gefallen und kann seit dem kaum noch laufen, echt tragisch.

Die Strecke zwischen Banff und Jasper auf dem Icefield Parkway wird als die schönste Panoramastrasse der Welt bezeichnet. Wir sind zwar noch nicht alle Panoramastrassen der Welt gefahren, aber von denen die wir kennen, war die heutige wirklich die schönste. Eine wunderbar zu fahrende, breite Strasse ohne LKWs, die sind hier verboten, führt durch die einzigartige Hochgebirgslandschaft der Rocky Mountains.

Wir starteten früh und besuchten die Johnston Canyon Lower Falls, die wir auf einer kurzen Wanderung erreichten.

Es folgte der zugefrorene Peyto Lake.

Dann ging es zum Weeping Wall 

Anschließend zu den Bridal Veil Falls.

Es folgte der Höhepunkt der Strecke das Columbia Icefield.

Nach einer Wanderung in Richtung Gletscher, die Zunge ist zu Fuß nicht erreichbar, stellten wir das Wohnmobil auf dem riesigen Parkplatz ganz weit weg vom nächsten Fahrzeug, um etwas zum Essen zu machen und anschließend einen erholsamen Nap zu nehmen. Kaum waren wir weggedöst, hörte ich Geräusche, die ich erst als, von einer Kreissäge stammend, identifizierte. Mitnichten. Neben uns hatte ein Reisebus 50 Inder entlassen, von denen die Hälfte einen Lautsprecher und eine transportable Musikanlage aufgebaut hatten und zu indischer Popmusik tanzten und laut frohlockten. Bollywood am Gletscher hätten wir auch nicht erwartet.

Deshalb ging es dann weiter zu den Tangle Falls, wo wir eine Bighornsheep Familie gut beobachten konnten.

Dann gab es dem nächsten Wasserfall, nämlich die Sunwapta Falls.

Am Outlook Goats and Glaciers konnten wir tatsächlich Mountaingoats beobachten, die in einem Steilhang wahrscheinlich Salz gefunden hatten und dieses leckten.

Der letzte Wasserfall für heute waren die Athabasca Falls.

Dann nach 11 Stunden Overload an Eindrücken erreichten wir unseren Stellplatz in Jasper, auf dem wir Wapitis grasen sahen. 

Den nächsten Tag begannen wir mit 3 Stunden Waldbaden auf dem wunderschönen Trail „Valley of 5 Lakes“. Die kleinen Seen haben eine fast schon künstliche türkise Farbe.

Danach wurde noch in Jasper Wäsche gewaschen und den Rest des Tages relaxt.

Beim allabendlichen Biefing gab es dann Neuigkeiten für uns. Wir hatten bisher aussergewöhnlich gutes Wetter. Zur Zeit haben wir in Jasper auf 1200 m Höhe am Tag 30 Grad C. Es ist seit Beginn unserer Reise viel zu warm und zu trocken. Das hat seinen Preis, wie wir heute erfuhren. Unsere Alaskareise wackelt. Die Waldbrände in Alberta können nun doch eventuell zu Strassensperrungen führen. Durch die Hitze hier, hat es in Dawson Überschwemmungen durch starke Regenfälle gegeben. Strassen, die wir geplant hatten zu fahren, sind weggespült. Der Yukon River war bis vor einer Woche noch zugefroren. Der zur Zeit stattfindende Eisbruch verhindert die geplante Fährfahrt. Der Top of the World Highway nach Tok ist gesperrt und damit auch die Grenze zur USA. Klingt erst einmal dramatisch. Unsere Reiseleitung, sowie ein Team bei Seabridge arbeiten aber zur Zeit Plan B und C aus. Innerhalb der nächsten 2 Tage muß dann entschieden werden, was wir in Alaska machen können und wie wir fahren. Auf jeden Fall gibt es keinen Abbruch der Reise. Es bleibt spannend, aber das kennen wir von unserer Oman Reise auch schon, wo für uns Saudi Arabien nicht möglich war. 

Dann folgte ein etwas entspannterer Tag, was das Fahren betrifft. Wir starteten wieder mit einer Wanderung im Maligne Canyon . Der Canyon ist sehr tief und man läuft schön an einer Kante entlang. Unterwegs sahen wir noch ein Krähennest und konnten zusehen, wie die Küken gefüttert wurden.

Dann folgte ein Stop am Medicine Lake, wo in der Ferne ein Seeadlernest zu sehen war. Der Bereich war aber weiträumig gesperrt.

In Hinton wurde kurz eingekauft und dann zum Campingplatz gefahren. Unterwegs konnten wir noch eine Herde Bighorn Schafe beobachten.

Beim Briefing erfuhren wir, dass intensiv an einer Lösung für Alaska gearbeitet wird. Allerdings ist seit 3 Stunden der 93 Highway gesperrt worden, wegen eines Brandes. Das bedeutet, dass wir momentan in Dawson Creek stranden, da es keine Ausweichmöglichkeit gibt. Es bleibt spannend.

Am nächsten Tag stand eine lange Etappe von 430 km an. 350 km davon fuhren wir im Rauch der Waldbrände von Alberta. Auffällig ist, dass in Kanada wohl das Insektensterben nicht so weit fortgeschritten ist, wie bei uns. Das merkt man dadurch, dass man bei jedem Tanken die Windschutzscheibe reinigen muß. Das gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr.

Wir entdeckten unterwegs 2 Grizzlys, die gemütlich auf einer Wiese Gras frassen. Das schauten wir uns eine Weile an. Ansonsten war dies eher eine Transitetappe. 

In Dawson Creek beginnt der Alaska Highway. Das wird durch ein „Mile 0“ Denkmal dokumentiert. Außerdem haben wir noch einige schöne Hausfassadenmalereien gefunden.

Abend beim Briefing wurde es wieder spannend. Die Strasse, die wir morgen fahren müssen, war heute teilweise einspurig offen. Um 15 Uhr war sie wieder vollkommen gesperrt, wir vermuten man versuchte mit einem Gegenfeuer die Situation zu beschleunigen. Abends wurde sie „clear“ gemeldet. Wir werden morgen auf jeden Fall den Versuch unternehmen durchzukommen. Alternativ gibt es nur eine längere Umfahrung mit einer 60 km Pistenstrecke, die nur für LKWs geeignet ist. Als letzte Option gibt es eine weitere Umfahrung mit 1000 km Umweg. Drückt die Daumen.

Danke fürs Daumendrücken. Morgens erhielten wir noch einmal die Information, dass der Highway frei sei. Also starteten wir früh die 450 km Etappe. Der gestrige Brand war nur ca. 2 km breit, links und rechts, alles verkohlt. Die ganze Fahrt über fuhren wir wieder durch Rauch.

Insgesamt war die Fahrt recht eintönig, allerdings sahen wir auf der Strecke 7 Bären. Die Stops waren eine gern gesehene Abwechsung und es war schön, die Tiere beobachten zu können. Leider sahen wir auch einen toten Bären neben der Fahrbahn liegen und dahinter einen abgerissenen Kotflügel.

In Fort Nelson, unserem Zielort, besuchten wir noch ein spezielles Museum, wo allerlei Kuriositäten aber auch schicke alte Autos gezeigt wurde.

Unserem Nachbar scheint sein Bus nicht auszureichen, er zieht noch einen weiteren Camper hinter sich her, wahrscheinlich fürs Personal.

Abends beim Briefing gab es erst einmal `ne Runde von der Reiseleitung, für, dass wir es bis hierhin geschafft hatten. Von uns gab es Applaus und ein Lob zurück für das Krisenmanagement. Es gab weitere guten Nachrichten. Alaska wird in einer etwas anderen Reihenfolge zu fahren sein, weil man eine Fähre über den Yukon gefunden hat. Klingt einfach ,aber ich möchte mir nicht vorstellen, was in Düsseldorf gerödelt wurde um die erfolgten Reservierungen zu stornieren und dann anhand der neuen Route neue Reservierungen zu buchen, für Plätze, die in der Regel seit Monaten ausgebucht sind.

Übrigens, heute wurde mein alter Herr und das kann man wörtlich nehmen, 97 Jahre alt.

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2. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

8.5.23 bis 12.5.23

Harrison Hot Springs, Cache Creek, Revelstoke, Banff

Harrison Hot Springs war das Ziel unserer nächsten Etappe. Ab jetzt gehts ins Landesinnere und raus aus der Urbanität. Gleich am Anfang besuchten wir den Lynn Canyon, wieder mit einer Hängebrücke. Dort unternahmen wir erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang durch den wunderschönen Regenwald.

Danach ging es ohne weitere Unterbrechung nach Harrison Hot Springs, sehr schön an einem See gelegen. Dort verbrachten wir unsere Mittagspause ungestört und genossen das Bergpanorama.

Danach gelangten wir zu unserem RV Platz, und damit war wieder ein schöner Tag zu Ende.

Früh starteten wir zur nächsten Etappe, da einiges unterwegs zu besichtigen war. Wir begannen mit einem Spaziergang zu den Bridal Veil Falls in der Nähe unseres Campgrounds.

Leider waren einige Vorschläge für die heutige Etappe geschlossen. Erst am Hells Gate, einer imposante Stromschnelle des Frasier Rivers, unternahmen wir einen Versuch, obwohl uns ein Bauarbeiter davon abriet. Wir mußten 1 km sehr steil bergab zum Fluß gehen. Dort befindet sich eine Brücke, von der man die Stromschnelle sehen kann. Diese Brücke war auch geschlossen. Man konnte aber ahnen, wie stark die Strömung ist, da komplette Bäume mitgerissen wurden. Ein Bauarbeiter erzählte uns, dass der Fluß in den letzten 14 Tagen um 20 m gestiegen sei, aufgrund der enormen plötzlichen Hitze und der damit verbundenen Schneeschmelze.

Wir passierten Lytton, ein zuvor aufstrebender schöner Ort, der 2021 zur Hälfe abgebrannt ist. Er bot noch immer ein Bild des Jammers.

Dann standen wir lange still. Es gibt auf dem Trans Canada Highway unzählige Baustellen, die teilweise nur einspurig befahrbar sind. In der Regel wartet man einige Minuten und kann dann fahren.

Bei einer dieser Ampel warteten wir bestimmt 20 Minuten. Als wir wieder losfahren konnten sahen wir auch warum. Vor 3 Tagen hatte es ein heftiges Unwetter gegeben und 2 kleine Flüsse hatten eine Flutwelle erzeugt, die Brücken und Strassen wegrissen hatte. Jetzt war man noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Wir erreichten die Historische Hat Creek Ranch in Cache Creek und wurden von Seabridge zum Essen eingeladen. Bei sommerlichen Temperaturen konnten wir draußen essen.

Auf der Ranch kann man das Hat Creek House besichtigen, das letzte noch erhaltete Road House entlang der Cariboo Wagon Road, auf der früher die Goldsucher unterwegs waren. Es gab damals Hunderte von solchen Rasthäusern. Hier konnte man einen interessanten Einblick in die Pionierzeit des Kanadischen Westens erhalten.

Der Tag wurde wieder mit einer kleinen Geburtstagsfeier am Lagerfeuer beendet.

Es ging auf eine 320 km Etappe nach Revelstoke. Nach einem Stop am Supermarkt fuhren wir wieder durch wunderschöne Landschaften.

Wir überquerten den Columbia River, den wasserreichsten Fluß Nordamerikas. Er entwässert eine Fläche, die 3 Mal so groß ist wie Deutschland. Überraschenderweise führte er sehr wenig Wasser, da es in Alberta sehr trocken war.

In Craigellachie konnten wir uns „The Last Spike“ ansehen. Ein Denkmal zum Gedenken an den Abschluß der Eisenbahn-Gleisbauarbeiten 1885 mit dem Einschlagen des letzten Nagels.

Anschließend erreichten wir Revelstoke und trafen uns beim Revelstoke Railway Museum zu einer Führung. Revelstoke war zur Blütezeit der wichtigste Standort zur Wartung und Reparatur der Dampflokomotiven, die nicht mit Kohle, sondern mit Öl fuhren. Der Ort erlebte seinen Absturz durch die Einführung der Dieselloks. Innerhalb von 10 Jahren sank der Anteil der Dampfloks von 97% auf 1%.

Wir besuchten dann noch kurz den Revelstoke Dam, der den Columbia River staut und Elektrizität liefert.

Dann noch einen kleinen Bummel durch den Ort und wieder war ein interessanter Tag zu Ende.

Glück gehört auch dazu. Heute hatten wir 2 mal davon. Erstens, wir hatten Kaiserwetter und zweitens, viel wichtiger, der Trans Canada Highway nach Banff war freigegeben. Dieser wird nämlich großflächig erneuert und war monatelang gesperrt. Das hätte einen 100 km Umweg zur Folge gehabt, und wir hätten die schöne scenic route von derr Stadt Golden nach Banff nicht gesehen.

Die Fahrt durch die Rocky Mountains zwischen 1200m und 1700m auf einer sehr guten Strasse war super. Unterwegs hielten wir im Yoho Nationalpark bei der Natural Bridge. Hier hat sich der Kicking Horse River durch Felsen gefressen.

Malerisch gelegen war auch Emerald Lake.

In Field kauften wir den benötigten permit für die Nationalparks in Banff und Jasper. Der dann geplante stop am Spiral Tunnel war nicht möglich, weil gesperrt. Dafür änderten wir die eigentlich geplante Route und fuhren zum Lake Louise, der noch fast zugefroren war. Hier konnten wir auch das Nobelhotel Fairmont Chateau Lake Louise besuchen.

Wir haben British Columbia damit verlassen und Alberta erreicht. BC ist 3 Mal so groß wie Deutschland, hat 5,7 Mio. Einwohner, wovon 50% in Vancouver und Umgebung leben. Jeder hat hier viel Platz.

Unseren Stellplatz erreichten wir in Banff. 

Hier bleiben wir 2 Nächte. Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Wir starteten mit der Banff Gondola. Sie brachte uns auf den Sulphur Mountain, von dem man atemberaubende Blicke in alle Richtungen hat.

Danach suchten wir den lookout auf, von dem man das legendäre Fermont Banff Spring Hotel gut sehen konnte. Danach besuchten wir es.

Dann gings zu den Bow Falls, wo wir eine ausgiebige Pause machten.

Zuletzt machten wir dann noch einen Spaziergang durch Banff. Der Ort ist natürlich sehr touristisch, aber bei unglaublichen 25 ° Grad kann man bei einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen dort super relaxen, außerdem durch gutes WiFi den Block beenden und versenden.

Abends machten wir noch eine kleine Wanderung zu den Hoodoos, das sind Sandsteinformationen.

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1. Lebenszeichen Kanada und Alaska Mai 2023

30.4.23 bis 7.5.23

Frankfurt, Vancouver, Vancouver Island (Victoria, Ucluelet, Pacific Rim National Park), Vancouver

Endlich ging es wieder los.

Wie üblich reisten wir einen Tag vor Abflug an und checkten unser Gepäck nachmittags ein. Die üblichen Fragen nach Waffen, brennbaren Flüssigkeiten und Feuerzeugen im Gepäck beantwortete ich wie immer mit nein. 3 Stunden später fiel mir ein, dass Ute mir ein Feuerzeug gab, mit dem ich erst einmal nichts anzufangen wußte. Ich war mir dann nicht mehr sicher, ob ich es eingepackt hatte. Wir wollten sicher gehen, unser Gepäck in Vancouver auch zu erhalten, also gingen wir noch einmal zum Lufthansa Schalter und schilderten unsere Bedenken. Die Dame konnte uns beruhigen, wenn etwas durch den Scanner gefunden wird, wird der Koffer geöffnet, das Teil entfernt, ein Zettel mit entsprechenden Hinweisen in den Koffer gelegt, und das Gepäck weitertransportiert. Das war schon mal eine gute Nachricht.

Am nächsten Morgen gingen wir zur Sicherheitskontrolle. Diese war überraschender Weise total leer, so dass wir sofort rankamen. Nach Durchschreiten der Schleuse, bat mich ein grobschlächtiger, miesgrämig aussehender Kontrolleur zu sich. Bewußt provozierend zog er sich die Gummihandschuhe an. Um etwas Freude in sein anscheinend schweres Leben zu bringen, fragte ich ihn mit Blick auf die gummierten Hände: das wird doch wohl keine medizinische Untersuchung? Ohne Kommentar erhielt ich die Leibesvisitation meines Lebens, indem er keinen Quadratzentimeter meines Körpers ausließ, inklusive Schuhe ausziehen usw.

Danach begaben wir uns in die Lufthansalounge, um erst einmal zu frühstücken. Später kamen dann auch unsere Bekannten Anke und Jürgen dazu, die wir auch schon mehr als ein Jahr nicht gesehen hatten.

Der Flug nach Vancouver war super, wenn der Service nicht gewesen wäre. Eigentlich sind wir nicht empfindlich, aber die Schlechtleistung der 3 Herren im Service hat tatsächlich dazu geführt, dass ich einen Kommentar an die Lufthansa geschrieben habe.

Neufundland und die Rocky Mountains

In Vancouver wurden wir von Simone und Jan, unserer Reiseleitung empfangen, und nach Vollzähligkeit der Gruppe ging es dann ins Holiday Inn nach Downtown. Den Rest des Tages verbrachten wir dann mit einem Spaziergang zur Waterfront, Pizzaessen und den Versuch, so lange wach zu bleiben wie möglich – bis 22 Uhr gelang uns das auch.

Nach dem Frühstück begannen wir dann mit unserer Stadtrundfahrt, die von einem lokalen Guide, Dieter, durchgeführt wurde. Das Wetter war super, es war bestimmt 10 Grad wärmer geworden als am Vortag.

Es war Red Dress Day, ein Gedenktag an die Tausenden Kinder der Poeple of First Nation, die ihnen weggenommen wurden, um sie in die weiße Gesellschaft umzuerziehen. Wir besuchten unter anderem die Waterfront, die Vancouver Public Library, eine der größten Bibliotheken der Welt mit 6 Stockwerken, den Stanley Park, die Dampfuhr, das Elendsviertel Hastings, wo die Drogenkonsumenten mehr tot als lebend auf der Strasse liegen und schließlich Granville Island, von wo man einen schönen Blick hat auf die Skyline, und wo es einen schönen Markt und viele Restaurants gibt. Außerdem konnten wir eine sanfte Form von Tauben- und Mövenbekämpfung beobachten. Dort läuft ein Security Mann mit einem Falken durch die Gegend, der ab und zu auch durch die Gegend fliegt und so alle Vögel vertreibt, ohne sie zu jagen.

Waterfront

Vancouver Public Library

Totempfähle im Stanley Park

Blick vom Stanley Park auf die Skyline

Dampfuhr

Granville Island

Abends gab es das erste Briefing und ein sehr leckeres Seabridge Fischessen in dem drehbaren Restaurant „Top of Vancouver“ auf einem Wolkenkratzer.

Am nächsten Tag hieß es wieder früh aufstehen, um 7:30 Uhr ging es zu Frayserway, unserem Wohnmobilvermieter. Dort herrschte Hochbetrieb, insgesamt 40 Mobile wurden am Vomittag vermietet, somit dauerte die Prozedur für uns einige Stunden. Wir erhielten wieder nagelneue Mobile mit einer sehr guten Ausstattung und dem ersten Augenschein nach auch in einer besseren Verarbeitungsqualität als die von unserer letzten Amerikareise.

Dann ging es zur Fähre Richtung Vancouver Island. Obwohl kleiner als Vancouver, ist Victoria auf Vancouver Island, die Hauptstadt von Britisch Columbia. Die Fähre kann man nicht vorbuchen, es gilt: first come first serve. Leider waren überraschen viele Fahrzeug in den Warteschlangen und so mußten wir 3 Stunden warten. Diese Zeit nutzten wir um unsere Koffer auszupacken und uns im Wohnmobil einzurichten. Die Passage nach Victoria dauert 1,5 Stunden und führt durch eine sehr schöne Insellandschaft.

Dann ging es zum Einkaufen, kostenlose Strassenkarten beim AAC abholen und zum Campground, wo wir abends unser erstes Wohnmobil Briefing hatten.

Obwohl schlechtes Wetter angekündigt war, hatten wir wieder einen schönen sonnigen Tag. Der Tag stand zur freien Verfügung zum Besuch von Victoria. Mit dem öffentlichen Bus ging es in die Stadt. Zu Fuß erkundeten wir dann die wirklich schöne Stadt. Gerade als wir ankamen, konnten wir die Ankunft einiger Kanus mit Inuits miterleben, die am heutigen Tag ein großes Treffen in der Stadt hatten. Anschließend warfen wir einen Blick in das Fermont Empress Hotel.

Dann besichtigten wir das Parlament und konnten sogar live eine Parlamentssitzung verfolgen, wo die Opposition die aktuelle Finanzministerin „grillte“. Es ging um Co2 Certifikate, die nächstes Jahr erhoben werden sollen und um die Frage, wer das Sagen hat, die Finanzministerin oder der Umweltminister – kam uns irgendwie bekannt vor.

Anschließend begann ein schöner Spaziergang zur Fisherman‘s Warf mit einem Fish and Chips Imbiss.

Weiter ging‘s bis zum Punkt 0 des Trans Kanada Highways, der in Victoria beginnt, der 3. längsten Strasse der Welt, die wir in den nächsten Wochen noch befahren werden.

Dann ging es weiter Richtung Downtown und Chinatown und anschließend, nach einem leckeren Kaffee mit dem Bus zurück zum Campingplatz

Heute stimmte der Wetterbericht leider. Schon nachts hatte es angefangen zu regnen und so blieb es den ganzen Tag. Vancouver Island ist eine riesige Insel, und so hatten wir eine Distanz von 290 km zu fahren mit einigen empfohlenen Besichtigungspunkten.

Zunächst fuhren wir Duncan an, das für seine Totempfähle bekannt ist. Dort füllten wir auch noch einmal unsere Vorräte auf, da es in den nächsten Tagen keine guten Einkaufsmöglichkeiten geben wird.

Danach hielten wir in Chemainus und bummelten an den Häusern entlang, die von Künstlern wirklich prächtig bemalt sind. Beim deutschen Bäcker gab es auch ein noch warmes Graubrot zu kaufen.

Den nächsten Stop legten wir im MacMillan Prov. Park ein, wo wir den sogenannten Big Tree Trail abliefen. Hier existiert ein Regenwald aus Roten Zedern, wie er vor der Besiedlung durch die Engländer überall auf Vancouver Island vorhanden war. Die Zedern werden bis zu 1000 Jahre alt und erreichen eine Höhe bis zu knapp 100 m.

Schließlich sahen wir uns noch die Petroglyphen am Sproat Lake an, bevor wir die letzten 90 km auf einer schönen Scenic Route nach Ucluelet in Angriff nahmen.

Unterwegs sahen wir tatsächlich unseren ersten Bären, einen Schwarzbär, der neben der Strasse einen Müllbeutel auseinander nahm. Da wir keine Chance hatten zu fotografieren, müssen uns die Bilder in unseren Köpfen genügen. 

Abends gab es in Ucluelet anläßlich eines Geburtstages ein erstes Lagerfeuer bei allerdings noch frostigen Temperaturen.

Tags drauf gings zum whale watching. In Tofino starteten wir und fuhren 18 Meilen aufs Meer durch eine sehr schöne Inselwelt. Wir sahen Grauwale, allerdings lassen die Kanadier viel Platz zu den Tieren aus Tierschutzgründen. Fotografieren ist dann Glückssache. Außerdem konnten wir viele Seeotter beobachten, sowie eine Seelöwenkoloinie. Insgesamt war das eine sehr schöne Tour, die ich ohne Seekrankheit genießen konnte.

Danach bummelten wir durch Tofino, eine touristische, leicht alternativ angehauchte Ortschaft, in der gerade ein Skateboardfestival stattfand. 

Danach standen einige Strände des Pacific Rim National Parks auf dem Programm, wie Wickaninnish Beach und Long Beach. Das sind superbreite sehr lange Strände, die vor allem bei Surfern beliebt sind. Auffällig sind an allen Stränden und Ufern die Mengen an Baumstämmen, die dort angeschwemmt werden. Teilweise werden sie durch Flüsse nach Unwettern ins Meer gespült oder sie haben sich aus Flößen gelöst, die es hier noch häufig gibt.

Am Abend fuhren wir noch nach Ucluelet zum Leuchtturm und unternahmen dort noch eine kleine Wanderung auf dem Wild Pacific Trail durch einen wunderschönen Regenwald mit tollen Aussichten auf den Pacific.

Wie schon gestern, hat sich das gute Wetter wieder zurück gemeldet. Heute ging es wieder aufs Festland, zurück nach Vancouver. Dafür mußten wir ca. 165 km bis zur Ablege-Fähre in Nanaimo zurück legen, allerdings vorwiegend auf einer scenic route. Nach 1 Stunde Wartezeit konnten wir um 12 Uhr auf die Fähre. Nach 100 Minuten kamen wir in Horseshoe Bay an und fuhren wieder auf einer grandiosen Strasse am Meer entlang nach Squamish, wo wir zuerst die Shannon Falls Wasserfälle besuchten.

Gleich daneben gibt es die Sea to Sky Gondola auf 880 m Höhe, die wir auch nahmen, da wir eine gute Fernsicht hatten. Oben angekommen, sahen wir noch Schneereste, vor 14 Tagen lag noch reichlich Schnee. Man hat eine grandiose Aussicht auf den Fjord und das Küstengebirge. Dort gibt es eine Hängebrücke, die ich sofort benutzte. Außerdem konnten wir verschiedene Trails begehen, durch schöne Wälder mit verschiedenen Outlooks.

Dann hatten wir noch 50 km zu unserem Campingplatz in Vancouver Nord. „Und immer grüßt das Murmeltier“, es waren wieder die letzten 200 m, die noch einmal zur Nerverei wurden. Wir sahen schon den Platz, dann bog ich einmal zu früh ab und landete auf dem Highway, der über die  Lionsgatebridge direkt nach Downtown Vancouver führte, natürlich ohne eine einzige Möglichkeit abzubiegen und bei sehr lebhaftem Sonntagabendverkehr. Erst als wir in der Nähe unseres Hotels vom ersten Tag, direkt in der Innenstadt waren, konnte ich wenden. Beim abendlichen Briefing erfuhren wir, dass wir nicht die Einzigen waren, die Vancouver noch einmal mit dem Wohnmobil besucht hatten.

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