

26.05.23 bis 3.6.23
Fairbanks, Denali National Park, Talkeetna, Anchorage, Homer, Seward, Valdez
Im starken Regen, gut für die Natur, schlecht für uns, begannen wir die nächste lange Etappe nach Fairbanks. In Alaska gibt es keine kurzen Strecken. Alaska ist 5 Mal so groß wie Deutschland und hat rund 750000 Einwohner, wovon 300000 in Anchorage leben und ist somit der größte Bundesstaat der USA.
Es hieß km kloppen, bei nicht so gutem Wetter. Unseren ersten Stop legten wir in Delta Junction ein. Dort endert der Alaska Highway und geht in den Richardson Highway über. Dies wird durch ein Monument dokumentiert.

Dann besuchten wir Rika`s Roadhouse. Anfang des 19 Jahrhunderts hat hier die Schwedin Rika ein Roadhouse eröffnet. Dies wurde zwischenzeitlich als Museum umgewidmet und bot einige nette Motive.







Etwas weiter konnten wir einen Blick auf die Alaska Pipeline werfen. Sie fördert über 1200 km das im Eismeer geförderte Öl von Prudhoe Bay nach Valdez.

Unterwegs überquerten wir einige Flüsse, wo das Eis noch nicht völlig geschmolzen war.


Die nächste Empfehlung wollten wir eigentlich auslassen, sie war aber so schräg, dass wir doch kurz anhielten. In North Pole, so heißt der Ort wirklich, gibt es ein ganzjährig geöffnetes Santa Claus House. Es war, wie erwartet, schrecklich.


Das letzte Ziel unseres Besichtigungsprogramms war der Pioneer Park. Hier hat man historische Gebäude zusammengeführt, und in einem Freilichtmuseum kann man diese besichtigen.





Unterwegs konnten wir in der Ferne sogar den Denali, den höchsten Berg Nordamerikas mit 6190 m, wolkenlos sehen, was nur sehr selten möglich ist. Wir kennen ihn meistens noch unter McKinley, er bekam aber, während der Regierung Obamas, seinen alten Namen zurück.



Jetzt ging es westwärts Richtung Denali National Park. Es gab einen Fotostop in Nenana wo ein Denkmal den historisch letzten Nagel zeigt, der 1923 von Präsident Harding in die Trasse der Alaska Eisenbahn geschlagen wurde.

Der Denali National Park ist ein Sehnsuchtsort der Amerikaner. Er genießt den gleichen Stellenwert wie der Grand Canyon. Er ist riesig, 20000 qkm und weitestgehend unberührt, da es nur eine touristische Strasse gibt, die in einer Sackgasse endet und die man wieder zurück fahren muß. Nach dem Einchecken im National Park fuhren wir noch die einzige für private Fahrzeuge zugelassene Strasse bis zum Ende. Die Landschaft erinnert teilweise an das Hochland in Island.


Es folgte noch eine kleine Wanderung an einem Fluß entlang, dann bezogen wir den Stellplatz.



Am nächsten Tag stand ein 5 stündiger Ausflug in den Denali N.P. an. Die Busse fahren weiter in den Nationalpark als wir gestern. Unterwegs gab es wieder einige Tiere zu beobachten. Insgesamt war die Fahrt aber sehr ermüdend.






Kurios war allerdings das Schild zum Schutz der Dallschafe. Diese Tiere sind sehr scheu. An manchen Stellen der Strasse befindet sich der Migrationsweg der Schafe. Die Busse, die höchstens im Halbstundentakt fahren, können die Schafe stören. Also haben sich die Amis folgende Lösung ausgedacht. Zu jeder vollen Stunde muß der Busfahrer 10 Minuten vor dem Schild warten, um den Schafen wenigstens in diesen 10 Minuten Ruhe zu gönnen. Das machen die Fahrer auch. Auf die Sekunde wartete unser Fahrer mehrfach, bis die Zeit verstrichen war. Dallschaft haben wir übrigens nicht gesehen, ob sie nicht wissen, dass sie zu jeder vollen Stunde für 10 Minuten ruhig die Strasse queren können?

Dann hatten wir auch einmal Pech – mit dem Wetter. Es sollte eine landschaftlich schöne Fahrt längsseits des Nationalparks werden, mit einzigartigen Aussichten auf die Berge. An 3 Stellen sollte man den Denali gut sehen können, und nachmittags sollte der geplante Rundflug über den Denali stattfinden. Wegen des schlechten Wetters fiel der Flug aus, und die Aussichten während der Fahrt hielten sich auch in Grenzen.


Wie überall in Amerika werden die Veteranen und Gefallenen der beiden Weltkriege durch Denkmäler gewürdigt. So auch hier. Man hat sich einen besonders ruhiges Platz ausgesucht und dieses Ehrenmal errichtet.


Unmittelbar an unserem Stellplatz war eine Station der Alaska Railroad, die Seward und Fairbanks verbindet.



Es folgte die Etappe nach Anchorage. Anchorage bedeutet Ankerplatz, so hat Thomas Cook die Stelle genannt an der er um 1750 anlandete. Das Wetter war wieder regnerisch und so fuhren wir durch bis zum Iditarod Trail Sled Dog Museum.
Jedes Jahr im März findet hier das berühmteste Hundeschlittenrennen der Welt, das Idatarod, über 1850 km von Anchorage nach Nome, statt. Der Ursprung dieses Rennes ist tragisch und gleichzeitig heroisch. 1925 im Winter brach in Nome, im Norden Alaskas, die Diphterie aus. Es gab vorort keine Medizin. 20 Mashas mit insgesamt 100 Hunden organisierten eine Staffel und brachten das Serum in 5 1/2 Tagen nach Nome. Leonhard Seppala und sein Leithund Togo werden von den meisten Mashas als die wahren Helden gesehen. Sie transportierten das Serum über die weiteste Entfernung und über den gefährlichsten Teil der Strecke.

Wir hielten uns eine Zeit dort auf, sahen einige Hunde, die an dem Rennen teilgenommen hatten und einen Masha der ebenfalls diese Strapaze auf sich nimmt. In einem selbstgebauten Wagen fuhren wir eine Strecke mit 8 Hunden vor uns. Der Wagen wog 350 kg und war mit 5 Erwachsenen besetzt. Wir mußten uns mehrfach festhalten, so ein Tempo legten die Hund vor. Im Rennen fährt der Masha alleine mit 14 Hunden im Gespann, man kann sich vorstellen, was für eine Power dann im Gespann ist.


Die Hunde laufe von sich aus. Sie werden natürlich auf so eine Belastung vorbereitet. Sie haben eine Herzruhefrequenz von 40 (normale Hunde haben 120 bis 150) und können die Frequenz bis 250 steigern. Im Rennen legen sie pro Tag 200 km zurück und verbrauchen 10000 bis 12000 Kalorien.

Nach diesem schönen Erlebnis, besuchten wir noch den größten Wasserflugplatz der Welt in Anchorage am Lake Hood gelegen. Dort liegen bestimmt Hundert Wasserflugzeuge, und es gibt eine Start und Landebahn, die laufend frequentiert wird. War auch sehr interessant.




Abends wurden wir durch Jan und Simone, unsere Reiseleiter, zum Grillen eingeladen. Sie hatten reichlich gekauft, und als wir uns am Grill trafen begannen 4 LKWs und Kehrmaschinen die Strasse auf dem Campground zu säubern. Mindestens 20 Mal, und das ist wahrscheinlich untertrieben fuhr die Kehrmaschine hinter mir im Abstand von 2 Metern mit ohrenbetäubendem Krach vorbei. Dabei stellten sich die Fahrer derart dumm an, dass sie den Dreck von links nach rechts kehrten und dann wieder von vorne. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich hielt die Kehrmaschine an. Die Fahrerin war schmerzfrei, ließ sich nicht auf Rücksichtnahme ein und setzte ihre Arbeit fort. Um 21:30 Uhr war dann Feierabend und wir waren mit dem Grillen dann auch fertig.




Es ging auf die Kenai Peninsula nach Homer, der letzte auf der Strasse erreichbare Ort Alaskas. Kaum hat man Anchorage verlassen, taucht man wieder in die Wildnis ein. Beim Belugs Viewpoint warteten wir kurz auf Beluga Wale, aber die hatten heute frei.

Weiter ging es zum Portage Lake and Glacier. Der Portage Lake sollte voll von Eisschollen vom Gletscher sein, außerdem gäbe es im Visitors Center einen schönen Firm anzuschauen. Der See lag zwar malerisch, war aber eisfrei. Im Visitors Center gab es technische Probleme mit dem Film. Es lief etwas ruckelig an diesem Tag mit den Zwischenzielen.


Dann erreichten wie die Halbinsel Kenai. In Ninilchik sah man noch Reste der Siedlung, die in den 1800er Jahren von Russen erstellt wurden. Hier konnten wir auch einen brütenden Weißkopfseeadler sehen, sowie weitere Adler ein paar Kilometer weiter.








Es ging zum westlichsten auf der Strasse erreichbaren Punkt Nordamerikas, Anchor Point.
Auf einer sehr schönen Passstrasse erreichten wir Homer. Hier war viel los, der Ort ist auf Touristen gut eingestellt. Unterwegs kreuzten noch eine Elchkuh mit Jungen und ein junger Elchbulle unseren Weg.





Am Ende der schmalen Landzunge, dem Homer Spit konnten wir unseren traumhaften Stellplatz direkt am Cook Inlet genießen. Hier kann man auch die beiden 3000m hohen, aktiven Vulkane Mount Iliamna und Mount Redoubt sehen. Es gab noch einen sehr schönen Sonnenuntergang um 23:30Uhr.















Tags drauf fuhren wir ein ganzes Stück der gestrigen Strecke wieder zurück und bogen dann nach Seward ab.

Am Nachmittag erreichten wir den Exit Glacier. Dort konnte man einige km laufen und an einem Viewpoint die Gletscherzunge sehen. Hier wurden Jahresschilder aufgestellt bis zu denen in dem Jahr der Gletscher gereicht hatte, erschreckend.

Auch in Seward standen wir wieder am Wasser.
Den nächsten Tag unternahmen wir eine 6 stündige Bootstour durch die Inselwelt des Golfs von Alaska zum Holgate Gletscher. Unterwegs sahen wir zum ersten Mal Orcas, dann noch Buckelwale, Seelöwen, Papageientaucher, Schweinswale und Mountain Goats, die an einer fast senkrechten Feswand kletterten. Leider war das Wetter nicht so gut, was allerdings am Gletscher dazu beitrug, dass der Regen einige Gletscherabbrüche auslöste.








Nach der Rückkehr, konnten wir noch am Hafen die Strecke der Hochseeangler beobachten. Sieger war der Angler eines 200 kg schwerer Heilbutts.



Heute ging es nach Valdez, bekannt geworden durch den großen Ölunfall der Exxon Valdez. Vorher mußten wir aber durch den mautpflichtigen und 4 km langen Tunnel nach Whittier.


Dann stand die 6 stündige Fährfahrt nach Valdez an, durch den Prince William Sound. Es war plötzlich Sommer geworden bei strahlend blauen Himmel. Dies war wieder eine dieser Traumfahrten. Ein Höhepunkt war ein springender Grauwal, allerdings in der Ferne.









In Valdez bezogen wir wieder einen Stellplatz am Wasser. Nach dem Briefing hörte ich aus der Ferne Musik. Das mußte ich mir ansehen. Alles hatte ich im kalten und konservativen Alaska erwartet, nicht aber die Valdez Pride. Die LGBT Szene von Valdez feierte, und zwar schrill und laut. Hat Spaß gemacht sich das anzusehen.























































































































































































































































































































































































