Tag 10 bis 18
Die nächsten 2 Tage versprachen Stress. Jeweils 500 km galt es zu bewältigen.
Am ersten Tag überquerten wir die Grenze nach Botswana. Dort verloren wir schon einmal 1 Stunde wegen der notwendigen Formalitäten. Christine bezeichnete diesen Grenzübergang als einfach. Mal sehen wie die anderen sind. Die Fahrt verlief ereignislos. Die Straße war akzeptabel und nach 8 Stunden kamen wir in Francistown an. Die Schadensbilanz der Gruppe an diesem Tag lautete: 1 gesprungene Frontscheibe, ein geplatzter Reifen, 1 lose Außenleuchte und Dieselverlust bei einem Fahrzeug. Dani hatte gut zu tun.
Der nächste Tag versprach noch mehr Stress und er hielt, was er versprach. Es ging nordwärts bis nach Kasane an der Grenze zu Zimbabwe. Wir wurden vor den Schlaglöchern gewarnt, von dem jedes einzelne bei uns sofort zur kompletten Straßensperre führen würde, 100erten mußten wir versuchen auszuweichen. Teilweise waren sie knietief. Natürlich musste man auch eine gewisse Geschwindigkeit fahren um die 500 km zu bewältigen. Ganz spannend wurde es, wenn man auf seiner Seite den Krater kommen sah aber nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen konnte, weil dort gerade, die hier üblichen 60 Tonner entgegen kamen. Dann hieß es voll in die Eisen und manchmal bis zum Stand abbremsen. Außerdem waren 300 km durch unbewohntem Gebiet zu meistern, was auch eine gewisse Anspannung hervorrief. Last but not least, waren da noch die Wildtiere, die plötzlich die Strasse querten. Nach 9 Stunden kamen wir Gott sei Dank ohne Schaden, in Kasane an.
Abends begann es zu regnen und das Wasser lief innen an der Aufbautür in Strömen ins Mobil und unten wieder heraus.
Tags drauf hieß es früh aufstehen. Um 5:45 Uhr begann unsere 3 stündige Morgenpirschfahrt in Allradwagen im Tschobe Nationalpark. Der Tschobe Nationalpark ist mit 22000qkm nur halb so groß wie der Krüger Nationalpark. Wenn man bedenkt, dass der Krüger Nationalpark halb so groß wie die Schweiz ist, werden die Dimensionen dieser Nationalparks erst mal deutlich.
Zu den bekannten Big 5, Löwe Leopard, Naßhorn, Elefant und Wasserbüffel, die am schwierigsten zu jagenden Wildtiere, fehlten uns noch der Löwe und der Leopard. Wir hatten an diesem Tag großes Glück. Gleich am Beginn der Fahrt, sahen wir einen Löwen und noch spektakulärer war die Begegnung mit 2 Leoparden, wobei einer im Baum eine frisch gerissene Antilope frass und der andere sich als Model outete und sich ausgiebig fotografieren ließ.
Auf der Rückfahrt gerieten wir noch in einen Wolkenbruch und alle 40 Teilnehmer wurden in den offenen Fahrzeugen bis auf die Haut nass.










Danach waren einige Stunden Entspannung angesagt bis es am Nachmittag zur Sunset Bootsfahrt auf dem Thebe ging, die uns in den Tschobe Nationalpark führte. Dies war entspannend, wenn auch die ersten Stunden sehr heiß waren. Wir sahen wieder viele Tiere am Ufer aber man merkt, dass ein Hippo oder ein Wasserbüffel mittlerweile keinen mehr zum juchzenden Aufschrei bringt.






Am nächsten Tag standen wieder einige Abenteuer auf dem Programm.
Erst einmal galt es die als kompliziert zu passierende Grenze nach Simbabwe zu meistern. Dafür gab es am Abend vorher ein ausführliches Briefing. Reflektoren mußten an die Mobile geklebt werden. Alle Beleuchtungselemente mussten funktionieren, keine Fleisch- oder Wurstwaren dürfen eingeführt werden, reichlich Geld in speziellen Währungen waren vorzuhalten. Ein Christina bekannter Zollbeamter kam extra persönlich zum Briefing, um uns am nächsten Tag zu unterstützen.
Um 6 Uhr startete der Konvoi. Richtig, diesmal fuhren wir alle zusammen zur Grenze. Die 20 Wohnmobile machten mächtig Eindruck am Straßenrand. Um es abzukürzen, es war diesmal sehr leicht, alle Formalitäten zu erledigen, und nach 1 ½ Stunden fuhren wir bereits auf simbabwisches Territorium.
Nach 80 km erreichten wir unser Camp an den Viktoria Fällen. Es gab ein Frühbriefing um 9:30Uhr über die Aktivitäten, die hier geplant waren, und dann ging es zum gebuchten Helikopterflug über die Victoria Fälle.
Es war grandios. Wir flogen mit Tom, einem früheren amerikanischen Airforce Piloten, in einem 4 sitzigen Helikopter. Alles war beeindruckend, die gut gefüllten Wasserfälle, der Canyon und die einzigartige Landschaft aus dieser Perspektive. Sehr zufrieden kehrten wir mittags zurück zum Camp und ließen die Eindrücke noch ein paar Stunden nachwirken.





Am frühen Abend hieß es dann wieder auf zu einem neuen, schönen Erlebnis, einer Bootsfahrt auf dem Sambesi. Auf dem Boot war ein schön gedeckter Tisch für die Seabridgetruppe vorbereitet. Getränke waren komplett frei und man reichte uns sogar noch Fingerfood, z.B. Krokodilkebab. War eine schöne entspannte Fahrt, die trotz eines heftigen Gewitters allen gefiel.
Nach einer mückengenervten Nacht, besuchten wir dann die Viktoriafälle. Diese waren fußläufig von unserem Camp zu erreichen. Es gibt dort 19 sogenannte lookouts, von denen man die Fälle aus verschiedenen Perspektiven bestaunen kann. Ab Nr. 10 wird es nass, so prophezeite Christine, bei uns bereits ab Nr. 8. Wir waren nass bis auf die Haut. Die Kamera wurde im Gefrierbeutel geschützt und konnte nur bis Nr. 7 eingesetzt werden. Es war grandios anzuschauen, wie der Sambesie sich in die Felsen gefressen hat und einen riesigen 80 km langen Canyon bildet.



Danach traf sich fast die ganze Truppe im Lookout Cafe zu einem kleinen Imbiss. Von dort hat man einen wunderschönen Blick in den Canyon.


Nach unserem nachmittäglichen Briefing, hatte Christine noch eine Überraschung vorbereitet. Sie hatte eine Folkloretruppe engagiert, die tolle Stimmen hatten und zu traditionellen Liedern auch tanzten. Wir alle waren begeistert, was sich auch im Trinkgeld für die Truppe wiederspiegelte.

Anschließend gab es ein Saebridgeessen im bekannten Victoria Falls Hotel, wo die Übernachtung bei 400 US Dollar beginnt. Ein feiner Kontrast zu dem doch etwas rustikalen Ambiente der Mobile. Das Buffet war übrigens sehr lecker.

Der nächste Tag versprach wieder Arbeit. 480 km lagen vor uns mit dem diesmal eigenständig abzuwickelndem Grenzübertritt von Simbabwe nach Botswana. Wir starteten früh, und nach 70 km war die Grenze erreicht. Ute hatte die Formalitäten gut vorbereitet und nach einer halben Stunde, hatten wir das Prozedere erledigt. Es folgte eine Schuhdesinfektion und wir mussten mit dem Wohnmobil durch ein Desinfektionsbad fahren. Nach 200 km gab es eine Veterinärkontrolle, bei der wir wieder unsere Schuhe desinfizieren und ein weiteres Mal durch ein Desinfektionsbad fahren mussten. Außerdem wurde unser Kühlschrank gefilzt und 2 Tomaten und 2 Paprika beschlagnahmt.
Die Fahrt war ansonsten eintönig, bis auf die uns bereits bekannten Schlaglöcher, die fast auf der gesamten Strecke zu beachten waren.
Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Camp Planet Baobab in Gweta, ein schönes im Stil eines typisch afrikanischen Dorfes erbautes Camp mit beeindruckenden Baobab Bäumen und einem schönen Swimmingpool, den wir sofort nach Ankunft benutzten.




Tags drauf ging es 220 km, teilweise wieder auf mit Schlaglöchern gespickten Straßen Richtung Maun.
Zwei Reifenschäden waren nachmittags die Bilanz unserer Mitreisenden. Nach einem kurzen Briefing fuhren wir zum lokalen Flughafen, um einen Scenic Flight über das Okawango Delta zu unternehmen. Wir flogen mit einer 4 sitzigen Maschine über das beeindruckende Delta,mit vielen Tiersichtungen. Wieder ein Highlight unserer Reise.





Danach war wieder Arbeit angesagt. Die nächste Etappe führte uns von Maun nach Buitepos über 520 km. Außerdem mussten wir eigenständig die Grenze von Botswana nach Namibia passieren. Die Fahrt war sehr eintönig. 4 Vögel mussten daran glauben und fast wären wir mit einem Esel kollidiert, der meinte kurz vor uns gemächlichen Schrittes auf die Fahrbahn zu treten. Da hieß es wieder voll in die Eisen und Dauerhupe. Schien ihn aber nicht sonderlich zu interessieren.
Die Grenzabfertigungen waren diesmal sehr nervig. Es dauerte und dauerte, Fingerabdrücke wurden genommen, Photos gemacht und die verschiedensten Formulare verlangt. Dann wurde uns auch noch eine zu hohe Gebühr abverlangt, von der sich die ihrer Rolle sehr bewussten Grenzerin trotz Protest nicht abbringen ließ.
Abends gab es im Camp noch eine kleine Raubtierfütterung zu sehen. Das privat geführte Camp besitzt neben vielen anderen Tieren auch 2 Leoparden. Diese warteten Punkt 18 Uhr auf Fleisch.
Der nächste Tag begann zunächst einmal mit eine Kassenprüfung. Die Freiwilligen Ute und Doris hatten sich am Anfang der Reise als Kassenprüfer gemeldet. Gemeinsam mit unserer Reiseleiterin prüften sie als Vertreterinnen der Gruppa alle Ein-und Ausgaben, die Christine für uns getätigt hatte. Mit einer Unterschrift wirde Christine entlastet. Dies fand heute statt, da uns die ersten Mitreisenden morgen verlassen werden. 3 neue Pärchen werden zur Gruppe dazustoßen und die Namibiareise mitmachen.
Es ging heute 280 km bis nach Buitepos, 20 km vor Windhoek, wo Bobo Camper, unser Verleiher, eine Station hat. Unsere Windschutzsheibe hat einen Sprung.


























































