3. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

Am nächsten Tag, nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, starteten wir bei schönem Wetter in Damp zu einer Radtour. Da wir den geplanten Radweg nicht fanden, fuhren wir zunächst an der Küste entlang, bis die Wege ein angenehmes Fahren nicht mehr zuließen und wir auf einem Radweg, parallel zur Strasse zurück nach Damp fuhren. Danach versuchten wir es in die andere Richtung und fanden eine schöne Strecke am Meer entlang, an viele Campingplätzen vorbei, in ein Naturschutzgebiet. Auf der Rückfahrt bemerkte ich eine Dornenhecke und warnte Ute noch vor den Dornen am Boden. Darauf komme ich später noch zu sprechen.

Nachmittags war wieder einmal große Wäsche angesagt und abends belohnten wir uns mit dem Besuch des platzansässigen Griechen, wo wir sehr gut aßen.

Die nächste Station unserer Reise war Schacht Audorf. Auf diesem Stellplatz kann man wieder auf dem Nord-Ostseekanal direkt vor den Womos die Schiffe vorbei fahren sehen. Leider war die Loge bereits besetzt und so mussten wir uns mit dem Rang in der 2. Reihe begnügen. Auch hier unternahmen wir eine Radtour, wobei der Radweg aus aneinandergelegten Betonplatten bestand, die sich in den zurückliegenden Jahren verschoben hatten. Das ewige Gehoppel hatten wir nach 10 km satt und kehrten auf der Straße wieder zurück zum Wohnmobil.

Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal

In den nächsten Tage standen Treffen mit unseren Freunden aus Hagen und Stelle im Mittelpunkt.

Anne und Peter sind vor 2 Jahren nach Stelle gezogen und wir, sowie Margit, Bea, Berthold und Horst hatten für dieses Wochenende unseren Antrittsbesuch angekündigt.

Wir fanden einen Parkplatz in Stelle, der sich zum Übernachten eignete.

Mittags trafen wir gemeinsam mit den Hagenern bei Anne und Peter ein. Nach der Besichtigung ihrer sehr schönen Wohnung, fuhren wir nach Lüneburg, wo Peter uns zu einer Stadtführung angemeldet hatte. Leider war das Wetter etwas wechselhaft mit kleinen Schauern. Lüneburg ist im 2. Weltkrieg nicht beschädigt worden und hat somit eine wunderschöne Altstadt. Unsere Stadtführerin, aufgewachsen in Lüdenscheid, konnte uns ihre neue Heimat sehr detailreich näherbringen.

Lüneburger Rathaus
Lüneburg
alter Salzkran in Lüneburg
alter Salzkran in Lüneburg
Lüneburger Hafen
Lüneburger Hafen

Abends verlebten wir bei einem Italiener in Stelle noch einen schönen Abend.

Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel der Hagener. Anschließend fuhren wir nach Hamburg.

Peter, erfahren durch diverse Führungen seiner Besucher, konnte uns zunächst im Auto interessante Einblicke in die verschiedenen Häfen Hamburgs geben und von ausstehende Bauvorhaben aufgrund der geplatzten Olympiabewerbung berichten.

Anschließend konnten wir die Elbphilharmonie besichtigen, die im Moment das Highlight Hamburgs ist. Dies kann man bei Baukosten von 860 Millionen € auch erwarten. War sehr interessant.

Danach schlenderten wir an den Landungsbrücken vorbei, besuchten die Reeperbahn und aßen im Portugiesenviertel gut zu Abend.

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie
alte Speicherstadt mit Elbphilharmonie
alte Speicher und Elbphilharmonie
Hamburger Hafen Museumskräne
Hamburger Hafen Landungsbrücken

Am Sonntag, nach dem gemeinsamen Frühstück, verabschiedeten wir die Hagener, die nach Hause aufbrachen.

Für Anne/Peter und uns begann nun die geplante 3 tägige Radtour auf der alten Salzstrasse von Lüneburg nach Lübeck. Nach einer gemeinsamen Entscheidung, trotz der nicht perfekten Wettervorhersage, die Tour durchzuführen, hatte ich in Lauenburg und Mölln Hotelzimmer für uns gebucht.

Wir starteten nachmittags und schon nach 7 km ereilte mich die Defekthexe. Ein Platten, natürlich am Hinterrad, das bei meinem Geschick schwarze Hände bis zu den Ellenbogen bedeutete. Also erst einmal Gepäck abladen, Hinterrad ausbauen, Schlauch raus, neuen Schlauch rein und dann alles wieder zusammenbauen.

Glücklicherweise ereilte uns die Panne an einem Bushäuschen, so dass wir bei einsetzenden Regen, wenigstens im Trocknen waren.

Trotz leichten Regens wollten wir dann aber doch weiterfahren. Anne und Peter fuhren ab, ich lud noch die Gepäcktaschen auf das Rad ,und beim Aufsteigen sah ich, dass der Hinterreifen wieder platt war. Peter und Anne waren weg, ich hatte keinen Ersatzschlauch mehr und genervt beschlich mich das Gefühl, das dies bereits das Ende unserer Tour sein könnte. Da ich nach oldschool Art auch Flickzeug dabei hatte, beschloss ich, den Schlauch zu flicken. Ich wechselte zur Sicherheit das Ventil und fand im Schlauch ein Loch. Daraufhin prüfte ich intensiv den Mantel von innen, ja, hätte ich auch schon beim ersten Mal machen können und fand einen verholzten Dorn, wahrscheinlich ein Mitbringsel von unserer Radtour in Damp.

Inzwischen waren Anne und Peter wieder zurückgekommen. Peter half mir mit einem seiner Ersatzschläuche aus ,und nach einer gefühlten Ewigkeit, konnten wir bei immer noch leichtem Niesel unsere Tour fortsetzen.

Der Beginn einer Radtour

Nach der Hälfte der Strecke, steuerten wir eine Bäckerei an, um eine kleine Pause einzulegen. Wir hatten gerade den Laden betreten, da gab es einen mächtigen Schauer.

Die Strecke führte am Elbe – Lübeck – Kanal entlang. Nach weiteren Duschen von oben, erreichten wir Lauenburg. Unser Hotel „ Bellevue“ lag natürlich oberhalb der Altstadt, so dass zum Schluss noch eine Bergprüfung anstand.

Im Hotel gab es dann auch noch Schwierigkeiten mit der Buchung, wir erhielten dann aber doch noch 2 Zimmer. Das Abendessen hatten wir dann, bei einem fantastischen Blick über die Elbe, im Hotel.

Radtour auf der alten Salzstrasse

Die Etappe am 2. Tag führte uns von Lauenburg nach Mölln über Ratzeburg. Auf leider schlammiger Piste, wieder am Kanal entlang, lieferten wir uns Duelle mit einigen Freizeitkapitänen auf ihren Motorbooten.

Start zur 2. Etappe in Lauenburg

Schließlich erreichten wir Mölln und steuerten erst einmal eine Tankstelle an, um unsere Räder zu reinigen. Leider stürzte Ute unmittelbar danach aufgrund der nassen Bremsen. Sie zog sich mehre Hautabschürfungen am Knie und eine Rippenprellung zu. Wir hofften, dass sie am nächsten Tag wieder Radfahren konnte.

Das Hotel lag natürlich wieder auf einem Hügel, wenigstens das Einchecken verlief diesmal reibungslos und das Hotel war auch mindestens eine Stern besser als das erste.

Nach dem Duschen starteten wir zu einem kleinen Stadtspaziergang. Ein passendes Restaurant fanden wir auf die Schnelle nicht und so aßen wir vorzüglich im Hotel.

Am Dienstag, nachdem Ute grünes Licht zur Weiterfahrt gegeben hatte, besuchten wir den Möllner Dom, und das Eulenspiegeldenkmal. Danach starteten wir zur letzten Etappe nach Lübeck.

Mölln
Möllner Dom
Till Eulenspiegel Denkmal
Till Eulenspiegel Denkmal

Das Wetter war besser als am Vortag und in Ratzeburg konnten wir am Ratzeburger See, bei einer Pause, sogar draußen die Sonne genießen. Danach ging es auf schwierigen Waldwegen am Ratzeburger See entlang.

Pause am Ratzeburger See

In Lübeck mussten wir leider fast durch die ganze, verkehrsreiche Stadt um den Hauptbahnhof zu erreichen. Dort besorgte Peter schnell die notwendigen Bahnkarten für die Rückreise. Nach einmaligem Umsteigen in Hamburg fuhren wir bis Winsen an der Luhe. Bis Stelle hatten wir noch 7 km zu radeln und dann konnten wir uns nach 145 km, trotz des Sturzes von Ute, zufrieden abklatschen. Alles in allem hat es uns allen Spaß gemacht und war ein schönes gemeinsames Erlebnis.

so sehen Sieger aus

Abend gab es dann das Belohnungsessen bei einem Griechen, der ähnlich wie die spanischen Tapas, seine Gerichte auch in kleinen Portionen anbietet. Dadurch kann man sich verschiedenen Gerichte zu einem leckeren Essen zusammenstellen.

Nach dem Frühstück bei Anne und Peter hieß es auch von uns Abschied nehmen.

Wir brachen auf nach Lübeck, um dort noch einmal Angela und Peter zu treffen. Das Wetter war sommerlich und wir genossen erst einmal die Sonne. Anschließend verbrachten wir noch einen netten Abend mit den beiden.

Am nächsten Tag brachen wir auf nach Zingst zum uns bekannten Stellplatz am Surfcamp. Alles war wie immer, ziemlich relaxte Atmosphäre. Es folgte eine Radtour nach Pramort durch den Nationalpark Vorpommersche Bodenlandschaft, die uns bei der Rückfahrt, bei heftigen Gegenwind, viel abverlangte.

Naturreservat Vorpommersche Boddenlandschaft
Zingst
Zingst

Danach folgte Rügen als Etappenziel. Wir wählten einen Stellplatz in Dranske aus, den wir auch nach einer Fährfahrt der Wittower Fähre erreichten. Der gefiel uns nicht, also planten wir um und fuhren zum Parkplatz von Cap Arkona. Dort besuchten wir bei sonnigem Wetter das Cap und liefen einige km auf dem Küstenweg. Leider sind nach dem tragischen Unglück im letzten Jahr, als ein 9jähriges Mädchen von einem Felssturz erschlagen wurde, viele Wege und Aussichtsstellen gesperrt, und so erlebten wir das Cap nicht so spektakulär als erwartet.

Wittower Fähre
Cap Arkona
Cap Arcona
Cap Arcona Leuchtturm
Cap Arcona Leuchtturm

Anschließend ging es zum Knaus Campingpark Rügen, wo wir übernachten werden.

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2. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

Am diesem Tag verließen wir Römö. Vorher besuchten wir aber noch die älteste und kleinste Schule Dänemarks im Norden Römös.

Die kleinste und älteste Schule Dänemarks auf Römö

In Juvre schauten wir uns noch einen alten Grönlandwalkieferzaun aus 1772 an.

Alter Zaun aus Walfischkieferknochen auf Römö

Danach ging es über den Römö Deich zurück aufs Festland. Über die Magaritenroute ging es nach Vester Vedstedt, von wo man mit einem Traktorbus die Insel Mandö erreichen kann.

Wir hatten Glück, denn 5 Minuten nach unserer Ankunft startete der Traktorbus. Etwa 1 Stunde dauerte die Fahrt über einen Deich, der 2 Mal am Tag überflutet wird.

Auf der Insel leben 35 Menschen. Es gab eine Windmühle zu sehen und natürlich das Watt. Ich brach zu einer kleinen Wattwanderung auf, bis zur Wasserlinie, natürlich immer noch in Sichtweite des Ufers. War ein sehr schönes Erlebnis, leider robbenfrei.

Als ich zurückkam, sah ich, wie Ute von einer neugierigen Gänsegruppe bedrängt wurde. Als es nichts gab, ließen sie von ihr ab.

Traktorbusfahrt zur Insel Mandö
Deich nach Mandö
Windmühle auf Mandö
Watt
Start zur Wattwanderung
Angriff der Killergänse

Nach der Rückfahrt ging es weiter nach Ribe, unserem heutigen Tagesziel. Dort erwischten wir den letzten Platz, allerdings auf dem Busparkplatz und entschieden uns, das Risiko einzugehen und zu bleiben.

Ein kleiner Abendspaziergang durch das beschauliche Ribe, garniert natürlich mit einem leckeren Eis, rundete den Tag ab.

Da wir nicht vertrieben wurden, hatten wir eine ruhige Nacht und starteten unsere nächste Etappe nach Esbjerg. Unsere erste Stellplatzadresse im Hafen war ein Flop, dort gab es keinen Stellplatz. Plan B hieß Camping Esbjerg, wobei ich schon auf der Karte gesehen hatte, dass er nicht günstig zum Zentrum gelegen war. Dies bestätigte sich dann auch, als wir dort ankamen. Gott sei Dank war der Rezeptionist derart unfreundlich, dass wir grußlos wieder abzogen. Glücklicherweise entdeckte Ute dann im Zentrum eine Nebenstrasse, die sich für eine freie Übernachtung anbot. So konnten wir die längste und modernste Fußgängerzone zu Fuß in 5 Minuten erreichen.

An diesem Tag begann die Festwoche in Esbjerg, die abends eröffnet werden sollte. So erlebten wir an diesem Abend noch etwas Livemusik, nämlich Tributebands von Creedence Clearwater Revival und Roxette.

Creedence Tribute Band
Roxette Tribute Band

Nach dem Konzertbesuch bemerkten wir, dass wir wohl doch nicht in einer ruhigen Nebenstrasse geparkt hatten, sondern vor einem Kulturzentrum, in dem um 22 Uhr die Disco startete. Das hörte sich im Wohnmobil an, als stünden wir mitten auf der Tanzfläche. Also habe ich zu Fuß noch einmal die Lage gepeilt und einige 100 m weiter einen ruhigeren Platz gefunden.

Am nächsten Tag ging es nach Hvide Sande.

Vorher besuchten wir aber noch das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg. Das Museum hat Salzwasseraquarien, eine Robbenstation, Fanggeräte, Schiffsmodelle, erklärt das Wattenmeer mit seinen Bewohnern und zeigt eine neue Offshore Ausstellung.

Das Wetter war regnerisch und so fuhren wir durch bis Hvide Sande und trafen dort wieder verabredungsgemäß Peter und Angie, die Esbjerg ausgelassen hatten. Es gab dort einen schönen Surfstrand und abends wurde das Wetter wieder schön. Am Strand gibt es den sogenannten Dunkelturm. Dieses Kunstwerk ist eine offene Holzkonstruktion, in die man sich hineinstellen kann. Oben erscheinen Lichter und durch Lautsprecher hört manSOS ähnliche Laute. Es folgte: Eis essen, Jacke kaufen und Fisch kaufen für das gemeinsame Abendessen bei Peter.

Strand von Hvide Sande

 

Der Dunkelturm von Hvide Sande

Am Folgetag war Fischauktion für Touristen. Dort wurden touristentaugliche Portionen unterschiedlicher Fische und Meeresfrüchte versteigert. Der Auktionator gab das Gewicht der Portion und die Fischart bekannt und bot einen geringen Preis an. Alle, die den Fisch zu diesem Preis kaufen wollten, hoben die Hand. Dann erhöhte der Auktionator die Preise solange, bis nur noch ein Bieter bereit war zu kaufen. Das fand in einem wahnsinnig schnellen Tempo statt. War sehr unterhaltsam.

Fischauktion in Hvide Sande

Danach unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand.

Das heutige Tagesziel war Ringköping. Die Fahrt ging am Ringköping Fjord entlang bis Sondervig.

Dort machten wir halt, um das Sandskulpturenfestival zu besuchen. Dies stand in diesem Jahr unter dem Motto: Das Leben unter der Meeresoberfläche. Internationale Künstler hatten zu diesem Thema die unterschiedlichsten Werke errichtet in einer sehr beeindruckenden Qualität.

Hier ein paar Fakten, die wir der Ausstellung entnommen haben:

90% der weltweiten Fischbestände sind entweder überfischt oder erschöpft.

300.000 kleine Wale sterben jedes Jahr als Beifang.

85.000 Meeresschildkröten wurden in den letzten 20 Jahre durch Fischernetze getötet.

700 Arten sind direkt von der Verschmutzung durch Plastikmüll betroffen.

Mikroben und Bakterien machen 90 % der Biomasse der Weltmeere aus.

Die gemeine Krake muß sich all ihr Wissen selbst beibringen, da ihre Eltern direkt nach dem Schlüpfen sterben. Dies ist der Unterschied zu Wirbeltieren, die von Generation zu Generation ihr Wissen weitergeben.

Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur

Nach diesem aufschlussreichen und schönen Besuch der Sandskulpturen fuhren wir direkt nach Ringköping und fanden einen Stellplatz direkt am kleinen Jachthafen. Im Ort war nichts, aber auch gar nichts los, da Sonntag war und alles geschlossen hatte. Rätsel gab uns eine Skulptur auf, die eine gut im Futter stehende Frau auf den Schultern eines abgemagerten Mannes darstellte. Jedenfalls hatte jeder von uns seine eigene Interpretation.

was hat sich der Künstler wohl dabei gedacht?

Abends gab es dann noch einen schönen Nachthimmel zu betrachten.

Nachthimmel in Ringköping

Am nächsten Tag verabschiedeten wir Angie und Peter, die nach Hause fuhren. Für uns ging es weiter nach Sandskär. Wir fuhren Nebenstrecken durch schöne Landschaften und machten in Jelling halt, um uns die zum Weltkulturerbe gehörende Grabanlage der Wickingerkönige Harald und Gorm anzuschauen.

Zu der Zeit wurden reiche Bürger in Schiffen bestattet, insofern wurde für die beiden Wikingerkönige ein 350 m langes Steinschiff mit 2 Grabhügeln symbolisch gebaut. Häuser für das königliche Gefolge befanden sich mit dem Schiff in einem von Palisaden geschützten Bereich. Die Anlage wird auf über 1000 Jahre alt geschätzt.

 

Grabhügel
350 m langes, stilisiertes Steinschiff, auf dem der Vikingerkönig Harald nach Walhalla reisen konnte
stilisierte Palisadenfestung der Grabanlage

In Farup So machten wir eine Mittagspause an einem schönen Badesee, wo das Wikingerschiff Jelling Orm liegt.

Wikingerschiff Jelling Orm
Badesee in Farup So

Weiter ging es nach Aabenraa. Den ersten Campingplatz verwarfen wir, ebenso den Stellplatz am Hafen. Schließlich fanden wir einen wunderschönen Campingplatz am Fjord von Aabenraa in Sandskär.

Die Nacht war stürmisch und regnerisch, der Morgen dann wieder schön.

Mittags brachen wir zu unserer nächsten Station, Damp, an der deutschen Ostseeküste, auf. Wir erreichten den wirklich schönen Stellplatz dort am frühen Nachmittag und machten noch einen kleinen Erkundungsgang am Strand.

Abends zog dann das vorhergesagte Gewitter auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1. Lebenszeichen Dänemark/Deutschland/Polen

Unsere erste Station auf dem Weg nach Dänemark war Travemünde.

Dort trafen wir nach einer problemlosen Anreise am frühen Nachmittag ein und trafen Angie und Peter, mit denen wir einen Teil dieser Reise gemeinsam unternehmen wollten.

Nach einem kleinen Spaziergang an der Promenade belohnten wir uns mit einem Eis und später mit dem Besuch eines netten Fischlokals.

Ungeplant legten wir für den nächsten Tag Kiel als Ziel fest. Ute wollte unbedingt auf den Stellplatz „Kanalblick“ an der Kieler Foerde. Dort steht man unmittelbar an der größten Schleusenanlage Europas. Im Abstand von 20 m fahren Frachter, Tanker, Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe vorbei, um entweder die Ostsee oder umgekehrt die Nordsee zu erreichen.

Schiffe gucken

Über diesen Platz und dem Betreiberehepaar hatten wir vor einigen Wochen einen Fernsehbericht gesehen. Der neue Betreiber ist unter anderem Konzertveranstalter und seine Frau ausgebildete Opernsängerin. Sie veranstalten für die Camper und andere Gäste gerne klassische Konzerte auf dem Platz. Außerdem betreiben sie ein Museum, in dem die Nachkriegszeit Deutschlands, anhand von Exponaten der 50er Jahre, gezeigt werden. Interessante Leute.

Beim Einchecken fragte mich der Betreiber WIT ist das Wittmund? Als ich ihm sagte, dass das Witten ist,  erzählte er mit stolz, dass er den Saalbau kenne und schon Nabuco dort aufgeführt habe.

Den Tag verbrachten wir mit Schiffe gucken.

Wieder ungeplant kam plötzlich Flensburg auf die Routenliste. Dort waren wir auch noch nicht, also wurden wir uns schnell einig. Einen kostenlosen Stellplatz 1,5 km vom Zentrum und dem Hafen, fanden wir auch. Das Wetter war sehr unbeständig, und es gab immer wieder Regengüsse. Wir wetterten diese mit Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen immer wieder geschickt ab, so dass wir nicht naß wurden.

Flensburg hat einen sehr sehenswerten Oldtimerhafen für Segelschiffe und Motorschiffe. Diese werden durch Vereine gepflegt und befinden sich in einem perfekten Zustand.

Flensburg
Oldtimer Schiff
Oldtimer Schiff
Oldtimer Schiff
Oldtimer Schiff

Am nächsten Tag erreichten wir mit Tondern, Dänemark.

Tondern ist eine alte Handelsstadt und erhielt 1243 als erster Ort Dänemarks Stadtrechte. Wir schlenderten durch den Skulpturengarten, durch die sehr schöne, alt erhaltene Fußgängerzone und besuchten das Kunstmuseum und den Wasserturm.

Im Museum gab es eine Sonderausstellung vom Maler und Bildhauer Henry Moore. Desweiteren wurden Stuhlmodelle vom wohl berühmtesten Sohn der Stadt, Hans Wegner, gezeigt. Der Stuhldesigner ist weltberühmt geworden und seine Stühle sind in verschiedenen Museen weltweit ausgestellt.

Hans Wegner Stuhl
Hans Wegner Stuhl

Tondern war im 18. und 19. Jahrhundert Hauptstadt des Klöppel Handwerks. Dies kann man noch heute an der Architektur der alten Häuser erkennen. Sie haben alle einen Erker, mit Fenstern an 3 Seiten, damit die Frauen auch am Abend noch das letzte Tageslicht ausnutzen konnten, um zu arbeiten.

alte Erkerhäuser
altes Haus der Klöpplerinnen

In Tondern standen wir frei an der Festwiese des Ortes.

Römö war das Ziel des nächsten Tages.

Vorher besuchten wir noch Mögeltonder. Die Schloßstrasse ist noch mit dem Belag aus dem Mittelalter gepflastert, und alle Häuser sind Hunderte von Jahren alt und super restauriert. Leider war das Schackenbergschloß noch geschlossen und so mußte ein schöner Spaziergang durch den uralten Schloßgarten genügen.

Mögeltonder
Mögeltonder

Danach ging es auf der Magaritenroute über Rudböl durch Felder und Wiesen nach Hojer.

In Hojer besuchten wir die alte Windmühle und stoppten an der Schleuse mit weitem Blick ins Marschland.

Windmühle von Hojer
Windmühle mit Gartenanlage des Besitzers
Schleuse in Hojer

Danach fuhren wir den neu errichteten Stellplatz in Römö an. Dort waren wir vor 3 Jahren schon einmal. Damals gab es 3 Plätze, heute gibt es mehr als 150, super um Teiche angelegt, mit einer perfekten Infrastruktur.

Der nächste Tag stand unter dem Motto: ein Tag am Meer. Wir fuhren mit dem Wohnmobil zum Strand in Lakolk, den man mit Fahrzeuge befahren kann. Am Surf- und Kitestrand parkten wir 20 m von der Wasserlinie entfernt. Es folgten ein Strandspaziergang und Beobachten der Surfer und Kiter.

Surf- und Kitestrand Lakolk

Da man von Römö super mit der Fähre nach Sylt übersetzen kann, entschlossen wir uns, dies am nächsten Tag zu tun.

Mit unseren Rädern, bei sommerlichen Temperaturen, setzten wir am Vormittag über und begannen unsere Radtour nach Westerland. Zunächst hieß dies 20 km gegen den Wind bei Windstärke 4 zu radeln. Der Radweg von List nach Westerland ist sehr schön durch die Dünen- und Heidelandschaften angelegt.  Ute hielt sich tapfer, und wir erreichten dann Westerland. Ein Blick auf den Westerländer Strand mußte genügen, die gesparten 4 € Kurtaxe investierten wir dann lieber in Eis. Nach einem ausgiebigen Bummel durch die Fußgängerzone und einem leckeren Mittagessen, ging es dann zurück nach List. Der Wind schob uns kräftig von hinten und so konnten wir den einen oder anderen Tritt auslassen.

List
List
Westerland Strand
Fährfahrt von List nach Römö

In List trafen wir wieder Angie und Peter und nach den unvermeintlichen Scampis mit Knoblauchsauce bei Gosh ging es am Abend wieder zurück nach Römö.

Es gibt in Römö einen zweiten Strand, der mit Fahrzeugen befahren werden kann, der Sonderstrand. Hier gibt es große Bereiche, die den Strandseglern und Strandkitern vorbehalten sind. Dies war unser Ziel für den darauffolgenden Tag.

Mit den Rädern waren wir schnell dort. Ich buchte eine Kursstunde Strandsegeln. Nach einigen yogaähnlichen Verrenkungen lag ich endlich im Segler. Der Instructor erklärte mir kurz Lenkung und Großschot und murmelte etwas von Achten fahren zwischen 2 Bojen, die ich nicht erkennen konnte. Er schob mich an und schon ging die wilde Fahrt los. Ich bekam gut Wind ins Segel und steuerte erst einmal volles Rohr auf die 1 km entfernte Wasserlinie zu. Es machte super Spaß. Die Wenden und später die Halsen klappten auch vorzüglich, so dass ich 1 Stunde ununterbrochen hin und her heizte und dann schließlich den Segler wieder abgab. Der Instructor guckte mich irgendwie komisch an und fragte: did you have fun? Ich beantwortet die Frage wahrheitsgemäß und war noch voller Adrenalin.

Jetzt erzählte mir Ute die andere Geschichte. Ich hatte ja eine Kursstunde gebucht. Das heisst, der Instructor geht neben dem Segler erst einmal her und erklärt die Manöver, dann fährt man in einem 20 m Bereich Achten und wird nach erfolgreichen Übungen dann zum freien Fahren entlassen.

Das hatte ich wohl falsch verstanden. Als ich losdüste fragte der Instructor Ute, was macht der da, kriegt der die Kurve nicht hin? Dann verlor er mich aus den Augen……

Da hatte mich der Instructor noch im Griff
Da nicht mehr
Da auch nicht

Den Rest des Tages entspannten wir uns am Wohnmobil.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit 2 schönen Wanderungen durch die Dünen- und Heidelandschaft auf Römö. Dort bestiegen wir erfolgreich den mit 19 m höchsten Berg Dänemarks, den Hostberg.

Heidelandschaft Römö
Heidelandschaft Römö
Aufstieg zur Bergprüfung
Ute erreicht den höchsten Gipfel Dänemarks

 

 

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