10. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 52 bis 55

Der nächste Morgen begann entspannt bei einem gemütlichen Frühstück. Das sollte jedoch so nicht bleiben. Als unsere Nachbarin uns fragte, ob wir unser Glück schon gesehen hätten, wußten wir, der Pannenteufel hat uns wieder eingeholt. Wir hatten einen Platten, obwohl das Womo 2 Tage nicht bewegt wurde. Also Werkzeug auspacken, Christine informieren, um die nächste Reifenreparaturwerkstatt heraus zu finden und frisch ans Werk. Als der Reservereifen montiert war und ich den Wagenheber absenkte, sahen wir, dass auch der Ersatzreifen platt war, warum auch immer. Mittlerweile hatte Christine die Koordinaten der nächsten beiden Werkstätten herausgefunden. Die näheste war 114km entfernt. Das hieß, mit dem Kompressor 1 Bar Überdruck auf den Reifen, auf die M2 und dann Daumen drücken, dass die Luft reicht. Zur Sicherheit hatten wir den Kompressor noch mit an Bord, falls wir unterwegs Luft hätten nachfüllen müssen. Mit 4 Platten führen wir wieder unangefochten das Ranking der Reifendefektgeschädigten an.

Wir fanden die Werkstatt, und es wurde sofort mit der Reparatur begonnen. Wir unterhielten uns mit einem Einheimischen, der uns auf das Cafe, direkt neben der Werkstatt, aufmerksam machte. Hier gäbe es den besten Kaffee in Südafrika. Natürlich nahm ich das nicht ernst aber als er nicht nachließ, das Cafe zu empfehlen, bat ich Ute doch dort einmal hinein zu schauen. Ute ging und kam nicht wieder. Nach erfolgter Reparatur beider Reifen und Befestigung unserer vorderen Stoßstange, die wir fast verloren hätten, kam Ute zurück. Sie war begeistert von dem Cafe. Also entschlossen wir uns, dort ein 2. Frühstück einzunehmen.

Der Laden war wirklich toll. Schwer zu beschreiben, die Fotos zeigen es besser. Auch das Essen war vorzüglich. So hatte dieser ungeplante Stopp noch etwas Schönes. Da ich abends mal wieder grillen wollte, mußte ich noch Fleisch einkaufen. Der nette Einheimische empfahl mir einen Metzger, den wir auch fanden und ich ein wunderbares Angus T Bone Steak erwarb.

Cafe Chamäleon
Cafe Chamäleon
Cafe Chamäleon

Dann ging es wieder auf die Piste Richtung Port Elizabeth und weiter in den Addo Elephant Park.

Dort begannen wir gleich mit einer Pirschfahrt und sahen wieder viele Tiere, vor allem Elefanten.

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park

Rechtzeitig zum abendlichen Briefing waren wir dann im Camp. Danach wurde der Grill angeschmissen, und der Tag endete mit dem Genuß des vorzüglichen Steaks.

Der nächste Tag begann wieder mit einer morgentlichen Pirschfahrt. Leider hatte es nachts geregnet, dadurch finden die Tiere auch außerhalb der Wasserstellen genügend Wasser und sind seltener zu sehen. So war es auch. Allerdings hatten wir Glück und konnten noch einen vollgefressenen Löwen beobachten, der neben seinem Riß lag und sich ausruhte.

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park

Danach ging es auf 250 km Richtung Graaff Reinet. Die Fahrt war eher langweilig, weil es bewölkt war und dadurch die Landschaft nicht so einladend wirkte. Die Strecke führte uns auf der Mohair Route entlang. Hier werden Mohair Ziegen gezüchtet und die Wolle für teure Schals und Pullover verarbeitet.

Graaff Reinet hat eine schöne Kirche und einige schöne alte Häuser. Außerdem wohnt dort ein Mensch, der seit den 60er Jahren Kakteen züchtet und einen großen Kakteenpark besitzt.Er fällt weiterhin auf, weil er am Eingang seines Parks ein Schild aufgestellt hat, mit der Aufschrift: Americans are not welcome. Uns begrüßte er mit der Frage, ob wir Merkel gewählt hätten. War schon ein merkwürdiger Zeitgenosse.

Abends gab es das vorgezogene Seabridge Abschiedsessen. Mit dem Shuttel ging es in die Stadt, ins Restaurant. Um 19 Uhr gab es die Suppe, um 21 Uhr den Hauptgang. Dies kommentierte Christine: „Die Deutschen haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“. So muß man es wohl sehen.

Graaff Reinet, Kirche

Am nächsten Morgen fuhren wir erst einmal mit dem Shuttle zum „Valley of Desolation“ . Das Tal der Trostlosigkeit empfing uns unten mit Nebel. Den durchstießen wir in 1400 m Höhe und hatten wunderbare Fernsichten.

Valley of Desolation
Valley of Desolation
Valley of Desolation

Dann begann die Tagesetappe nach Gariep Dam, über 260 km. Dies war wieder eine sehr schöne Tour, über 2 Passe, auf 1800 m und sehr schönen Hochebenen.

unterwegs nach Gariep Dam

In Garieb Dam schauten wir uns den größten Stausee Südafrikas an. Hier wird der Oranje gestaut.

Stausee Gariep Dam

Dann bezogen wir unser, am Stausee gelegenes, Camp.

Abends war Strausseneierwettöffnen angesagt. Ich hatte wieder das Glück für meine Gruppe gegen andere anzutreten, mit der Aufgabe, ein Straussenei zu öffnen. Seit Tagen hatten wir uns Gedanken gemacht, wie dies zu bewerkstelligen sei. Im Internet wurden Bohrer empfohlen, die wir natürlich nicht dabei haben. Ute und ich hatten schon eine Nagelfeile und Drahtgeflecht zum Aufschleifen gekauft, dazu Strohhalme zum Ausblasen. Am späten Nachmittag kam Fred, einer aus meiner Gruppe, zu mir und sagte: Kuck mal, was ich Dir gekauft habe. Eine Eisensäge hatte er in einem Werkzeugladen erstanden. Damit stiegen unsere Chancen natürlich gewaltig.

Wir mußten erst noch ein Gewitter abwarten und dann ging es los. Die anderen hatten keine Chance. Schnell hatte ich 2 Schnitte in die Schale gesägt, dann mit einem Strohhalm die Haut und den Dotter durchstoßen und dann schüttelte Michael das Innere in die Schüssel. 1Min.20 bedeuteten Seabridgerekord. Allerdings muß ich sagen, dass wir durch die brachiale Methode nicht das schönste Loch geschaffen hatten. Da waren die anderen besser.

Dann wurde in einer großen Pfanne für jede Gruppe Rührei gebraten, schmeckte wie Hühnerei. Ein Straussenei entspricht von der Menge her 24 Hühnereiern.

Abendstimmung
Abendstimmung

Letzte Meldung von der Schadensfront: der rechte Aussenspiegel löst sich in seine Bestandteile auf und wird nur noch mit viel Tape zusammen gehalten.

Tags drauf wurde noch einmal von uns alles abverlangt. 500 km standen an, bis zum Golden Gate National Park.

Die ersten 180 km fuhren wir auf der N1, der A2 Südafrikas. Die N1 stellt die Verbindung von Johannesburg nach Kapstadt oder Port Elizabeth dar. Hunderte von LKWs waren unterwegs. Jedes Überholmanöver, ein neues Abenteuer.

Wir wechselten dann auf die N8, die uns durch eine schöne Landschaft führte, vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Die letzten 70 km wurden immer spektakulärer. Wir fuhren direkt an der Grenze zu Lesotho entlang in ein Gebirge mit wunderschönen Hochtälern. Im Golden Gate National Park erreichten wir dann eine Höhe von 1900 m.

Um die Müdigkeit aus den Beinen zu bekommen, unternahmen wir dann noch eine kleine Wanderung in die Berge, mit wunderschönen Aussichten.

Golden Gate National Park
Golden Gate National Park
Golden Gate National Park
Golden Gate National Park

Abends fand das letzte Briefing unserer Reise statt. Dies wird auch das letzte Lebenszeichen von uns sein, da wir morgen nach Heidelberg fahren, wo wir kein Netz haben werden. Dort heißt es Packen und Saubermachen, da wir die Womos am übernächsten Tag besenrein abgeben werden.

Wir hoffen, wir werden die beiden letzten Tage pannenfrei absolvieren und hätten dann einen guten Abschluß einer wunderbaren und erlebnisreichen Reise.

Danke für Eure Kommentare und emails.

Wir sehen uns dann persönlich wieder in Deutschland.

Bye Bye

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9. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 47 bis 51

Tags drauf standen 280 km bis Mossel Bay auf dem Plan. Allerdings gab es links und rechts der Wegstrecke einiges zu besuchen.

In Brendasdorp hielten wir an dem Fairtrade Unternehmen Kapula Candle und Ceramic. Hier werden Frauen beschäftigt, die Kerzen und Keramik herstellen. Ein sehr schönes Geschäft, das zum Einkaufen einlud.

Er war auch einkaufen und nahm danach ein Bad

Danach besuchten wir in Swellendam den Drostdy Museums Complex. Dies ist ein Heimatmuseum, bestehend aus verschiedenen historischen Gebäuden, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen ab 1750 zeigen. Erbaut wurde der Komplex von der Holländisch Ostindischen Kompanie.

Drostdy Museums Complex
Drostdy Museums Complex
Drostdy Museums Complex
Leichenwagen
Löschwagen

Über schöne Strassen erreichten wir dann unser Camp in Mossel Bay. Dieses war im Gegensatz zu allen anderen von uns besuchten Camps brechend voll. Es gab für südafrikanische Rentner Sonderpreise für Januar bis März. Dies wurde anscheinend gut angenommen und mit unserer „Rentnertruppe“ senkten wir den Altersdurchschnitt in dem Camp beträchtlich.

Wir hatten erfahren, dass Pierre mit seinem Womo liegen geblieben war und ein Abschleppunternehmen beauftragt war, ihn zum Camp zu bringen. Mit großem Hallo wurde er von uns begrüßt, als der Abschleppwagen mit dem Womo huckepack auf dem Platz erschien. Bei ihm ging nichts mehr. Am nächsten Tag sollte ein Techniker vom Verleiher kommen und helfen.

Für abends hatte Ute in dem angesagten King Fisher Restaurant vorsorglich Plätze reserviert. Wir waren dann schließlich wieder 14 Leute, die hervorragenden Fisch und Meeresfrüchte genossen.

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Diaz Museums Complex. Hier wird über die Seefahrt in der Zeit, als der Seeweg nach Indien gesucht wurde, informiert. Unter anderem hatte man die Caravelle vom Portugiesen Bartolomeu Diaz nachgebaut und ausgestellt. Er schaffte es zwar nicht um das Kap der Guten Hoffnung herum, brachte aber so viele Informationen nach Portugal zurück, dass schließlich Vasco Da Gama den Seeweg nach Indien fand.

Nachbau der Caravelle von Vasco Da Gama

Dann begann unsere eigentliche Tagesetappe nach Oudtshoorn. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Halbwüste, in der das Klima, bedingt durch einen Gebirgszug, bis zum Ozean, trocken und heiß ist. Ein idealer Ort für Strausse, die in der Gegend in 400 Straussenfarmen gezüchtet werden.

Wieder führte die Strecke durch schöne Landschaften, die wir nicht immer im vollen Maße genießen konnten, da es bewölkt und im Gebirge neblig war.

Bevor wir zum Camp fuhren, besuchten wir noch Cango Caves. Dies ist ein großes Höhlensystem. Wir nahmen an einer Führung teil. Die Höhle war schon eindrucksvoll, aber ähnliche Tropfsteinhöhlen hatten wir schon früher besichtigt.

Eingang der Cango Caves
Cango Caves
Cango Caves

Abends war gemeinsames Grillen „befohlen“. Christine hatte sich angeboten Straussenfilet zu besorgen, was von allen genutzt wurde. War wieder sehr lecker.

Pierre hatte den Platz mit seinem alten Womo und weiterhin ohne Turbolader Leistung mit Mühe erreicht, da es einige Gebirgszüge zu überwinden galt. Ein Ersatzwohnmobil aus Kapstadt war ihm für den Abend versprochen und um 9 Uhr abends traf es auch ein. Sofort wurde umgepackt, da der Fahrer mit dem defekten Womo umgehend die Rückreise antrat. Im Dunkeln, mit halber Leistung, wieder 9 Stunden Fahrt, der Arme.

Tags drauf fuhren wir alle gemeinsam um 11 Uhr zur Cango Ostrich Farm, einer Straussenfarm. Bei einer Führung erhielten wir viele Informationen über das Leben der Strausse und deren wirtschaftlicher Nutzung. Anschließend gab es ein Straussen Lunch.

Dann begann die eigentliche Etappe, die uns auf der Gardenroute nach Knysna führte. Wieder landschaftlich einmalig, nur war es wieder bewölkt, was die Fotos immer beeinträchtigt.

Unterwegs besuchten wir noch das Railway Museum in George. Wir waren überrascht von den Ausmaßen des Museums. Es wurden bestimmt 15 riesige Dampfloks aus den 20er und 30er Jahren gezeigt. Dazu Salonwagen aus der Zeit. Dann schloß sich noch ein Oldtimer Museum an, dessen Schwerpunkt Borgwart Autos im perfekten Zustand waren, alles Leihgaben privater Besitzer. War wieder eine nette Abwechslung auf der Strecke.

Railway Museum
Railway Museum

Unser Camp lag malerisch am Indischen Ozean und wir wurden abends mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns in Knysna zu frühstücken und uns den Ort anzuschauen. Knysna ist ein mondäner Ort, wo sich die Schönen und die Reichen treffen, teilweise in abgeriegelten Komplexen. Größer kann der Unterschied zu den Townships nicht sein. Südafrika ist übrigens weltweit das Land mit den größten sozialen Unterschieden. War mir neu, ich dachte immer Indien sei es. Hier brodelt es gewaltig unter der vermeintlich friedlichen Oberfläche. Es wird momentan ein Gesetzesvorschlag erarbeitet, dass alle weißen Farmer ohne Entschädigung enteignen werden sollen. Auch der neue Präsident unterstützt dieses Ansinnen. „Die Zeit der Versöhnung ist vorbei, nun kommt die Zeit der Gerechtigkeit“ soll ein Zitat von ihm sein. Ich habe gelesen, dass momentan wöchentlich ein weißer Farmer ermordet wird. Das sind alles Tendenzen, die für das Land nichts Gutes ahnen lassen. Wir bekommen davon allerdings nichts mit.

Das Frühstück an der Waterfront war vorzüglich. (Das war jetzt aber ein unsensibler Übergang) Wir besuchten danach den feinen Stadtteil Thesen Island mit dem angesagten Cafe, Ile de Pain. Hier trifft man sich, will man dazu gehören. Wir wollten und kauften ein Vollkornbrot und einige Teilchen für später.

Knysna
Knysna

Danach ging es zum Heads View Point, den zu erreichen fahrerisch eine Herausforderung war, sehr eng und kurvig. Oben hatte man einen phantastischen Blick auf die Lagune und den Meeresdurchbruch.

Heads View Point
Heads View Point

Weiter ging es auf der Gardenroute, bei wieder sommerlichem Wetter, zur Plettenberg Bay, der bei Südafrikanern beliebteste Strand. Dort zog ich auch meine Badehose an und erfrischte mich im Indischen Ozean. Die Temperatur war ok, bestimmt 5 Grad wärmer als der Atlantik. Das Wasser des Atlantiks ist im Sommer kälter als im Winter, da der Benguelastrom eiskaltes Wasser aus der Antarktis vom abschmelzenden Eis an die Küste führt.

Danach besuchten wir Monkeyland, einer Auffangstation für Affen, die aus Laboren, Zoos, Zirkussen oder privatem Besitz stammen und hier nach einer Eingewöhnung in einem riesigen Wald in Ruhe und ohne Qualen leben können. Mit einem Führer gingen wir durch den Wald und sahen eine Menge Affen, die mittlerweile an Menschen gewöhnt sind (bis auf die, die von Menschen gequält wurden) und sich gut beobachten lassen.

Nach einer Stunde gings weiter zum Nature’s Valley, einem traumhaften Tal mit einem super Strand. Ute machte Kaffee und wir setzten uns in den Sand und genossen die am Morgen gekauften Teilchen.

Kaffeetrinken am Strand von Nature’s Valley

Der letzte Stop war Bloukrans Bridge Bungy Jumping. Dort kann man von einer Brücke 216 m in die Tiefe springen. Bis 2007 war dies die höchste Bungee Jumping Anlage der Welt. Wir beobachteten einige Wahnsinnige und brachen dann auf zu unserem Ziel, TsiTsikama National Park.

Dort bezogen wir direkt am Ozean unseren Stellplatz.

Ausblick vom Womo
Ein Stellplatz Nachbar

Den nächsten Tag blieben wir im Camp. Einer der wenigen Tage ohne Programm.

Ich schloß mich einer Gruppe an, die den Waterfall Trail begehen wollten. Das war mehr Klettern als gehen, sehr anstrengend. Am Wasserfall, nahmen wir erst einmal ein erfrischendes Bad im Naturpool. Dann ging es die selbe Strecke wieder zurück. Den Rest des Tages nutzte ich zur Erholung.

Waterfall Trail
Waterfall Trail
Tagesausklang

 

 

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8. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

 

Tag 42 bis 46

Die Kapstädter leiden seit 3 Jahren unter der Trockenheit und rationieren den Wasserverbrauch je Einwohner auf 50 l, kaum sind wir da, regnet es. Bereits in der Nacht fing es an, und am Morgen war es sehr bewölkt.

Heute stand die Besichtigung Kapstadts auf dem Programm. Morgens wurden wir mit dem Bus abgeholt, und ein deutschsprachiger Stadtführer begrüßte uns. Eigentlich sollten wir in Kapstadt auf 10 neue Mitreisende, sowie auf Christa, der neue Assistentin von Christine, stoßen, aber ein Mitreisender hatte am Flughafen 3 Mal die falsche PIN eingegeben, als er Rand aus dem Geldautomaten ziehen wollte. Dies führte zu Verzögerungen, so dass wir ohne sie mit der Stadtrundfahrt begannen. Es waren auch nur 6 Personen in Kapstadt gelandet, die anderen sollten angeblich den Flug verpaßt haben.

Der Tafelberg war voll in Wolken gehüllt, damit war an eine Gondelfahrt zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Wir fuhren auf den Signal Hill, ein vorgelagerter Berg, von dem man auch eine schöne Aussicht auf Kapstadt hat. Es lockerte etwas auf und die Sicht wurde besser. Mittags stand die Entscheidung an, auf den Tafelberg zu fahren aber der Gondelbetrieb war jetzt aufgrund zu starker Winde eingestellt.

Stattdessen machten wir mit dem Stadtführer einen geführten Spaziergang durch Kapstadt, trafen auf die verspäteten „Neuen“ und hatten danach den Rest des Tages zur freien Verfügung.

Kaum waren wir abends wieder an den Wohnmobilen, fing es wieder an zu regnen, den Kapstädtern sei es gegönnt. Morgen soll das Wetter wieder besser werden.

Kapstadt mit Tafelberg
Kapstadt
Robben Island, Mandelas Gefängnisinsel
bunter Stadtteil in Kapstadt
Parkbewohner
WM Stadion Kapstadt
Greenmarket
Protea, Nationalblume Südafrika
Protea, Nationalblume Südafrika
alter Sklavenmarkt in Kapstadt
Gedenkstätte an die Sklaverei
Namen von Sklaven

Unser Stadtführer berichtete am nächsten Tag, dass der gestrige Regen das Thema der Kapstädter sei. In unseren Breiten würde man den Regen als normale Luftfeuchtigkeit bezeichnen.

Der Tag war wieder voll beplant und wir begannen mit der Kaprundfahrt. Den ersten Teil der Strecke, bis Hout Bay, hatte ich gestern schon mit dem Sightseeing Bus gemacht, allerdings bei bestem Wetter. Dann überquerten wir die Halbinsel und über Simons Town, auf einer wunderschönen Küstenstrasse, fuhren wir in den Table Mountain Nationalpark zum Kap der Guten Hoffnung.

Kaprundfahrt, Hout Bay
Kaprundfahrt
Elanantilope
Kap der Guten Hoffnung

Dort waren wir nicht alleine und es galt sich anzustellen, um das Photo mit dem Holzschild zu machen.

Christine hatte sich wieder eine Überraschung ausgedacht und baute eine Sektbar auf. Dann stieß die ganze Gruppe auf die schöne Reise und das Erreichen des Kaps an.

Gruppenfoto am Kap

Das Wetter wurde jetzt wieder gut und ich unternahm eine kleine aber anspruchsvolle Wanderung zum Cape Point. Dort nahm uns der Bus wieder auf und weiter ging es zum Boulder Beach, zur Pinguin Kolonie. Es machte Spaß die Pinguine so nah zu beobachten. Schamlos trieb es ein Pärchen hinter Büschen. Ein anderes war schon weiter und hatte sich um 2 Eier zu kümmern. Bei der Familie nebenan, sah man schon ein neu geschlüpftes Wesen. Eifrig wurden woanders Bruthöhlen ausgehoben oder vom Nachbarn Nistmaterial geklaut. War sehr kurzweilig.

Kapwanderung
Kapwanderung
Kapwanderung
Kapwanderung
Pinguinkolonie Boulder Beach
Pinguinkolonie Boulder Beach
Pinguinkolonie Boulder Beach
Pinguinkolonie Boulder Beach
Pinguinkolonie Boulder Beach

Am nächsten Tag hieß es Abchied nehmen von Kapstadt. Es ging Richtung Stellenbosch der Weinregion des Kaps. In der Umgebung von Stellenbosch gibt es mehr als.80 Weingüter, 3 davon galt es zu besuchen und 2 Weinproben standen an.

Nach dem Abstellen der Wohnmobile in Stellenbosch, fuhren wir mit dem Bus zum Weingut Delheim. Dort wurden 5 Weine verköstigt, mit entsprechenden Erklärungen eines Mitarbeiters.

Weinprobe beim Weingut Delheim
Weingut Delheim

Dann ging es zum Weingut Camberley. Dort war es ganz fein. Auf der Terasse, mit freinem Blick auf den Tafelberg, wurde zunächst Sekt angeboten. Dann folgten Lachshäppchen. Dann gab es 2 Weinproben, unterbrochen mit Springbockcarpachio. Beim anschließenden Mittagessen gab es Strauß und 3 weitere Weinproben. Das ganze hatte Stil. Schließlich wird ein Wein dieses Weingutes auch in der 1. Klasse der Lufthansa angeboten.

Weingut Camberley
Weingut Camberley
Weingut Camberley

Das dritte Weingut, das wir besuchten, besichtigten wir nur kurz, aus dem Grund, weil es völlig anders war, als die beiden anderen. Es hieß Tokaro, war ganz modern gestaltet und mit moderner Kunst geschmückt. War ein interessanter Kontrast zu den vorherigen.

Kunst beim Weingut Tokaro

Dann hatten wir noch etwas Freizeit in Stellenbosch.

Der nächste Tag bot eine landschaftlich schöne Strecke durch die Weinbauregion von Stellenbosch und Franschhoek bis zum Atlantik nach Hermanus.

Über den Sir Lowry’s Pass ging es zu einem Aussichtspunkt, von der man einen atemberaubenden Ausblick auf die False Bay und den Tafelberg im Hintergrund hatte. In der Ebene besuchten wir kurz Gordon’s Bay mit einem schönen weißen Strand.

Dann folgten 10 km auf einer Küstenstrasse, die zu den schönsten Südafrikas zählt.

Panoramaküstenstrasse nach Hermanus
Panoramaküstenstrasse nach Hermanus
Panoramaküstenstrasse nach Hermanus
False Bay
False Bay mit Tafelberg
Gordon’s Bay
Gordon’s Bay
Blinder Pasagier

Wir erreichten Betty’s Bay und damit die zweite Pinguinkolonie, die wir besichtigten.

Pinguinkolonie Betty’s Bay
Pinguinkolonie Betty’s Bay

Danach fuhren wir Richtung Hermanus und bezogen unser Camp.

Wenn ich in der Schule besser aufgepasst hätte, wüßte ich, dass das Kap der Guten Hoffnung nicht der südlichste Punkt Afrikas ist, sondern Cape Agulhas. Da ich aber nicht der Einzige mit diesem Wissensdefizit zu sein scheine, hatte Seabridge dieses Ziel mit in die Reise aufgenommen. Diese Fahrt stand am nächsten Tag auf dem Programm.

Vorher sahen wir uns aber noch Hermanus an und frühstückten in einem sehr schönen Cafe am Meer. Hermanus hat uns sehr gefallen. Es ist ein sehr gepflegter Ort mit vielen Geschäften und Freizeitangeboten.

Bucht bei Hermanus

Die weitere Fahrt verlief im Vergleich zu den Vortagen etwas trister. Wir sind eben schon verwöhnt, dass uns eine Aussicht auf den Atlantik nicht mehr zum Anhalten bringt.

In Cape Agulhas bezogen wir unser Camp und gingen etwa 1,5 m zum Kap. Hier kommen von links der Indische und von rechts der Altantische Ozean zusammen. Im Gegensatz zum Kap der Guten Hoffnung herrscht hier noch kein Massentourismus.

Cape Agulhas
Indischer Ozean
Atlantischer Ozean, oder doch umgekehrt?
Leuchtturm vom Capa Agulhas
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7. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

 

Tag 35 bis 41

Ich hatte vergessen, von einer netten Begegnung gestern, zu berichten. Auf der Fahrt nach Lüderitz, trafen wir in der Wüste auf einen Radfahrer mit Gepäck. Jürgen hatte uns in Botswana von ähnlichen Begegnungen berichtet und die Radfahrer mit einer kalten Cola beglückt. Das taten wir jetzt auch. Wir hielten an, und Ute rannte mit der Cola in der Hand zum Radfahrer. Der wußte nicht, wie ihm geschah. Er war Japaner und seit 11 Monaten unterwegs. 15000 km war er bis dato geradelt, er wollte nach Lüderitz und dann bis Kapstadt, wo seine Reise enden sollte und er wieder nach Hause fliegen wollte. Seit 10 Tagen war er in der Wüste unterwegs, bei bis zu 40 Grad C, und ihr könnt euch vorstellen, mit welchem Genuß er die eiskalte Cola trank. Wir machten dann noch gegenseitig ein paar Fotos und wünschten eine gute Reise.

eine nette Begegnung

Heute hatten wir einen der seltenen „freien Tage“. Das hinderte uns nicht daran, ein eigenes Programm aufzustellen.

Zunächst fuhren wir noch einmal nach Kohlmanskoop, einer verlassenen Diamantengeisterstadt, die Anfang des 20. Jahunderts von Joseph Lüderitz gegründet wurde. Lüderitz kam kurz danach um, als er von einer Excursion den Ort Lüderitz mit dem Kanu auf dem Atlantik erreichen wollte. Er wurde nie gefunden.

Wir nahmen an einer geführten Tour teil und erfuhren wie der Diamantenboom ausgelöst wurde, wie man zu der Zeit lebte und wohnte, wie Diamanten geschmuggelt wurden und wie heute noch nach Diamanten geschürft wird. Es gibt eine riesige Verbotszone, über 100 km lang, gesichert durch Starkstromzäune und nur durch eine Sicherheitsschleuse zu betreten und zu verlassen. Die Tour wurde durch eine ältere, deutschstämmige Namibianerin geleitet, die uns viel von der früheren Zeit berichten konnte.

Kohlmanskoop
Kohlmanskoop
Kohlmanskoop, restaurierte Kegelbahn
Kohlmanskoop, restaurierte Wohnstube
Kohlmanskoop
Kohlmankoop

Anschließend fuhren wir zum Diaz View Point, einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick hat auf eine Bucht und einer vorgelagerten Insel mit Robben.

Diaz View Point, Robbeninsel
Diaz View Point, Robbeninsel

Willy schien den Verlust des Pechvogels an uns nicht zu akzeptieren, denn wir fanden ihn auf dem Parkplatz mit geöffneter Motorhaube. Nichts ging mehr. Gemeinsam mit einigen Anwesenden schoben wir ihn an und tatsächlich, der Wagen sprang an, und er konnte zum Campingplatz fahren. Wie sich herausstellte, war der Anlasser defekt. Er soll morgen einen neuen bekommen.

Danach folgte noch ein Besuch der Achat Coast, die einen naturbelassenen einsam Strand bot.

Achat Coast, wir grüßen euch

Es war Zeit zu essen und wir besuchten ein empfohlenes Restaurant, in dem wir sehr gut aßen und den Nachmittag bei Kaffee und Waffeln ausklingen ließen.

Lüderitz, Felsenkirche
Lüderitz
Lüderitz

Am nächsten Tag stand wieder eine 360 km lange Transferstrecke nach Keetmanshoop auf Teer an.

War das eine Wohltat, die gravel roads mal verlassen zu haben.

Wir legten in der Lodge Alte Kalkofen nach 250 km eine Pause ein, um dort die sogenannten lebenden Steine zu betrachten, sogenannte Lithos. Das sind Pflanzen, die wie Steine aussehen, sehr interessant.

 

Lodge Alte Kalkofen, ein neugieriger Springbock
Lithos
Lithos
Lithos

Bevor wir unser Camp erreichten besuchten wir noch Giants Playground. Dies sind übereinander gestapelte Felsquader, die aussehen, als hätte ein Riese mit Steinen gespielt.

Giants Playground
Giants Playground

Zum Sonnenuntergang gingen wir in den Köcherwald. Diese Quiver Bäume kommen nur hier und in Kapstadt vor. Wir erlebten einen wirklich schönen Sonnenuntergang und einen farbenprächtigen Himmel.

Quiver Baum
Köcherbaumwald
Köcherbaumwald, wir grüßen euch wieder
Köcherbaumwald, Bewohner
Köcherbaumwald, Klippschliefer
Köcherbaumwald, Sonnenuntergang
Abendstimmung

Die heutige Schadensbilanz sieht wie folgt aus:. 1 defekte Kühler, 2 defekte Anlasser, 2 Autos ohne volle Leistung (Turboschaden?) Hurra, wir waren dieses Mal nicht dabei.

Abends verabschiedeten wir unsere 6 Mitreisenden, die nur Namibia gebucht hatten.

Die dritte Nacht Powerkuscheln in unserem neuen Querbett bekam uns besser als die ersten 2 Nächte. So ein Alkoven hat schon sein Vorteile.

Heute gings wieder auf die Piste. Um halb Sieben stellte Sam den richtigen Reifendruck ein. Dann fuhren wir zur Naute Destille zum Probieren. Morgens um 10 Uhr gab es für jeden 5 verschiedene Brände und Weine. Wir hatten anschließend ja nur noch 120 km gravel road bei 35 Grad C vor uns. Hier fahren nur die ganz Harten mit.

Naute Destille, Tiere in der Nachbarschaft
Naute Destille, Tiere in der Nachbarschaft
Naute Destille, Tiere in der Nachbarschaft
Naute Destille, Tiere in der Nachbarschaft

Danach führte uns die Route zu 2 Ausichtspunkten des Fish River Canyons zu betrachten. Er ist 160 km lang, 22 km breit und bis zu 555 m tief und ist damit der zweitgrößte Canyon der Welt.

Fish River Canyon
Fish River Canyon
Fish River Canyon

Dann bezogen wir unseren Stellplatz im Camp des Canyon Roadhouse. Dort aß ich, in einem urig eingerichteten Lokal, lecker Springbock Sirleon, butterzart.

Canyon Roadhouse
Canyon Roadhouse
Canyon Roadhouse

Am nächsten Tag standen die letzten 70 km Piste auf dem Programm. Insgesamt sind wir auf der Tour über 1700 km Piste gefahren. Wir hatten 23 Reifenschäden, was Christine mit, unterdurchschnittlich, kommentierte.

Es waren 340 km insgesamt zu fahren, und wir hatten den Grenzübergang nach Südafrika zu bewerkstellingen. Dieser war sehr einfach und unkompliziert.

An unserem Tagesziel Springbock ließen wir unser Wohnmobil waschen. Für 6 € waren 5 fleißige Angestellte tätig. Teilweise nahmen sie sich huckepack um auch die höheren Bereiche des Womos zu reinigen. War eine echte Show.

Die nächste Etappe war wieder eine Langstreckenetappe. 400 km galt es zu bewältigen, allerdings auf einer hervorragenden Strasse durch eine wunderschöne Berglandschaft.

Unterwegs wollten wir in Nancy’s Tea Room, in Clanwilliam, Rooibos Tee trinken. Vor der Tür trafen wir auf den Besitzer, der sich entschuldigte, den Laden geschlossen zu halten, wegen Wassermangels. Es geht also los. Mal sehen. was uns in Kapstadt erwartet. Clanwilliam ist übrigens das Zentrum des Rooibos Teeanbaus. Nur hier gibt es diesenTee, der in aller Welt exportiert wird.

Unser Tagesziel war Lambert’s Bay am Atlantischen Ozean, ein bei Südafrikanern beliebtes Touristenstädtchen. Zunächst beuchten wir Birds Island, eine durch eine Brücke zu ereichende, vorgelagerte Insel, auf der es zur Zeit Kaptölpel gibt, die ihre Jungen aufziehen.

Birdsisland
Kaptölpel
Kaptölpel mit Jungen

Abends schaffte es Christine wieder fast die gesamte Mannschaft zum Besuch eines Fischlokals zu überreden, wo wir zwar 1 ½ Stunden auf das Essen warteten, dieses aber hervorragend mundete.

Die nächste Etappe brachte uns nach Melkbosstrand in die Nähe von Kapstadt.

Unterwegs gab es verschiedene Optionen zum Besuch von Sehenswürdigkeiten. So besuchten wir Paternoster, einer der ältesten und bekanntesten Urlaubsorte an der Westküste. Das empfohlene „Vorstrand“ Restaurant, wo wir einen Kaffee trinken wollten, war noch geschlossen. Also machten wir einen kleinen Strandspaziergang, fast allein am großen Strand.

Strand von Paternoster

Anschließend besuchten wir Langebaan, ebenfalls ein beliebter Ferienort.

Dann folgte der West Coast National Park, ein Vogelparadies mit schönen Aussichtspunkten auf die Lagune. Beeindruckende Vögel ließen sich nicht blicken aber die Fahrt durch den Nationalpark war trotzdem schön.

West Coast National Park
West Coast National Park

Zuletzt fuhren wir nach Melkbosstrand. Dies ist ein Windsurf und Kite Paradies. Es blies ein sehr starker Wind und nur die absoluten Könner waren draußen. Im Hintergrund konnte man den Tafelberg von Kapstadt sehen, sowie Robben Island, die Gefängnisinsel, auf der Mandela einsaß.

Hier blieben wir einige Zeit, bevor wir unser Camp bezogen.

Melkbosstrand mit Tafelberg
Melkbosstrand mit Tafelberg

Abends gab es wieder eine Verabschiedung………..

Am nächsten Tag stand zunächst einmal die Abgabe unseres Womos bei Bobocamp Kapstadt an. Dies hatte folgende Vorgeschichte:

Als wir nach unserer Havarie das Mobil des Technikers übernahmen, merkten wir erst abends, nachdem wir etwas runter gekommen waren, dass wir ein Raucherfahrzeug übenommen hatten. Außerdem war es noch verdreckt, trotz des Einsatzes des Hotelhousekeeping von Helmeringhausen, und wir bemerkten noch Mängel an der Ausrüstung. Ich konnte unsere Beschwerde erst am nächsten Morgen loswerden und verlangte einen weiteren Tausch des Womos, so schnell wie möglich. Christine hatte völliges Verständnis und versprach sich für uns bei Bobocamp einzusetzen. Ein Tausch war aber frühestens in Kapstadt möglich. Als Sofortmaßnahme ließ sie die Gardinen und Polsterbezüge sofort reinigen. Ute putzte stundenlang das Innere des Womos und mit reichlich Duftspray wurde der Geruch leidlich weniger. In den darauffolgenden Tagen lernten wir das Womo besser kennen und schließlich auch lieben. Schließlich hatte es Automatik, einen 90 l Tank und einen stärkeren Motor. Ute und ich beschlossen, das Womo nicht zu tauschen sondern nachbessern zu lassen. Die täglichen Putzeinsätze von Ute hatten schließlich auch den Rauchgeruch zu gut wie vertrieben. Aus diesem Grund mußten wir morgens zu Bobocamp mit der Mängelliste: Austausch aller defekten LED Leuchten, Austausch der Matratzen, Austausch des Sitzpolsters, Austausch aller Fliegengitter, Feinjustierung des Automatikgetriebes sowie nochmalige Grundreinigung. Abends sollten wir das Womo wieder auf unserem Platz vorfinden.

Ansonsten ging es nach Kapstadt. Ute hatte sich für eine Township Tour angemeldet. Da ich dazu keine Lust hatte, machte ich eine Kap Umrundung mit dem Sightseeing Bus. In 2 ½ Stunden konnte ich die wunderschöne Gegend hinter dem Tafelberg erleben, wie Hout Bay, Camps Bay, Clifton, Bantry Bay, Sea Point, Three Anchor Bay und schließlich die Waterfront von Kapstadt. Dort traf ich Ute wieder, die auch sehr zufrieden war mit ihrer Tour.

Kapstadt Long Road
Kapstadt Long Street
Kapstadt
Hout Bay
Camps Bay
Clifton
Tafelberg von „hinten“

In Townships leben bis zu 3 Mio. Menschen. In dem von Ute besuchten, lebten 15000 Menschen. Die Einnahmen dieser Touren kommen vollständig sozialen Projekte in den jeweiligen Townships zugute. Der Tourguide erläuterte die Historie der Townships, das heutige Leben und die unterschiedlichen Lebensumstände dort. Im Township leben vom Millionär bis zum bettelarmen Arbeitslosen, sowie eine Mittelschicht, in eigenen Gebieten zusammen. Bildungsmangel, aufgrund schlechterer Schulen, scheint ein Hauptgrund zu sein, warum viele Schwarze nicht aus ihrer schlechten Situation heraus kommen.

Eingang Langa Township
wohlhabende Bewohner im Township
Mittelschicht im Township
arme Bevölkerung im Township
Einrichtung eines armen Bewohners
Einrichtung eines armen Bewohners

Wir verbrachten den Rest des Nachmittags an der Waterfront.

Kunst an der Waterfront Das Kunstwerk besteht aus Coladosenstreifen und Kronkorken
Townshipgitarren aus alten Kanistern

Nach unserer Rückkehr, waren wir sehr gespannt, auf unser Womo. Es roch schon einmal frisch und angenehm. Wir haben neue Matratzen und ein neues Sitzpolster erhalten. Alle Gardinen und Polsterbezüge wurden noch einmal gereinigt. Das Bett war mit neuem sehr schicken Bettzeug neu bezogen. Der Rest der Arbeiten soll morgen auf dem Campingplatz erfolgen.

Wir sind erst einmal zufrieden.

Hier noch eine Anekdote von Christine. Ute bot Christine am Morgen ein Pfefferminzbonbon an. Wie wir erst am Abend erfuhren, brach bei Christine beim Zubeißen ein Zahn ab. Sie ließ sich nichts anmerken, sondern suchte bereits im Bus, im Internet nach einem Zahnarzt in Kapstadt. Dort erlebte sie ein Wunder. Der Zahnarzt war technisch auf dem allerneuesten Stand. Er scannte den lädierten Zahn ab und fertigte in 1 ½ Stunden eine Krone, die sofort passte. Auch die Zahnfarbe stimmte. Ich schätze hier wird bereits mit 3 D Printern gearbeitet. Da haben die Zahnärzte in Deutschland noch viel aufzuholen.

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6. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 28 bis 34

Am folgendem Tag lagen 260 km bis nach Solitär vor uns. Klingt eigentlich ganz entspannt, aber die Strecke beinhaltete 180 km Piste. 30 km Salzpiste war zu befahren wie eine Teerstrasse, dann folgten 150 km übles Waschbrett. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen nicht mit 30 Stundenkilometer zu fahren, wie die ersten Pisten, sondern 60 bis 70 km/h schnell. Das kostete schon Überwindung aber sonst kommt man nicht voran und das Fahrwerk sowie die weicheren Reifen schlucken die Unebenheiten besser. Trotzdem würde ich mit unserem Wohnmobil keinen km hier fahren.

Zur Vorbereitung dieser Tagesetappe hat der Mechaniker mit einem 2. Mann in den letzten 2 Tagen in Swakopmund alle bekannten Schäden an den Fahrzeugen repariert, einschließlich den Einbau eines neuen Kühlers. Bei uns fiel noch zum Schluß der rechte Blinker aus, der am nächsten Morgen um 6:30 Uhr, kurz vor unserer Abfahrt, noch repariert wurde.

Die Fahrt war ohrenbetäubend laut, weil alles schepperte, selbst die Gardinenröllchen sprangen aus den Schienen, so dass die Gardinen auf halb sieben hingen, aber landschaftlich war es wieder grandios und wunderschön.

Wir fuhren durch den Namib Naukluft Nationalpark in den Kuiseb-Canyon hinein, über den abenteuerlichen Gaub-Pass (827 m) und dann wieder in die Sanddünen der Namib-Wüste.

Schließlich erreichten wir das Camp in Solitär. Die Konzentration hatte mich so angestrengt, dass ich nach Ankunft erst einmal ein paar Stunden geschlafen habe. Es ist eben kein Erholungsurlaub.

Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Gaub Pass
Kuiseb-Canyon
Wendekreis des Steinbocks, Sonne steht im Zenith
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?

 

Übrigens blieb 60 km vor dem Ziel ein Wohnmobil stehen und ließ sich nicht mehr bewegen. Alle Warnleuchten waren an, Motorsteuerung, Getriebe, ABS usw. Er ließ sich nicht mehr starten, bis Christine, unsere Reiseleiterin, kam (sie war noch 50 km entfernt) mit einem Stein einige Motorteile traktierte und schließlich den elektrischen Fehler erkannte und behob – bei mittlerweile 40 Grad. Die hat echt was drauf.

Abends gab es wieder ein gemütliches Lagerfeuer mit dem Restholz vom letzten, dass wir mitgenommen hatten.

Der nächste Tag begann entspannt. Ausschlafen, beim Bäcker Brötchen holen und draussen gemütlich frühstücken. Ja, richtig, hier in der Wüste gab es einen wirklich guten Bäcker.

Nur 90 km Piste stand uns bevor und diesmal war sie sehr gut zu befahren. Nach 1.1/2 Stunden erreichen wir unser Ziel Sesriem

Der Empfehlung Christine folgend besuchten wir sofort nach Ankunft den Canyon, um eine kleine Wanderung dort zu machen. Nach einem kurzen Abstieg, erreichten wir das Flussbett und konnten dort die pittoreske Felslandschaft, die der Fluß geschaffen hatte, bestaunen. Nur alle paar Jahrzehnte fällt hier Regen.

Es wurde brüllend heiß, über 40 Grad C, und nach dem Bezug unseres Stellplatzes, galt es nur noch Schatten suchen, ein wenig schlafen und abduschen.

Sesriem Canyon
Sesriem Canyon
Sesriem Canyon

Der nächste Tag begann früh. 4:30 Uhr aufstehen, 5:30 Uhr abfahren um den Sonnenaufgang von Düne 45 zu genießen. Die Düne gehört zum Dünenmeer der Namib, das Weltnaturerbestatus hat. Danach sollte es zum Sossusvlei gehen. Wir genehmigten uns für diese beiden Ziele einen Umweg von 120 km.

Vor dem Sonnenaufgang galt es die große  Düne 45 zu erklimmen.  Das war Schwerstarbeit und schweißnass, sowie kurzatmig, kam ich nach 40 Minuten oben an. Der Sonnenaufgang selbst war eigentlich unspektakulär, schön war das Farbspiel mit den Dünen.

Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem

Danach ging es, wie geplant zum Sossuvlei, einer Salz-Tonpfanne mit abgestorbenen Bäumen darin. Wir hatten das schon während unseres Rundfluges von oben betrachten können. Nach Bezahlen des Eintritts wird man ca. 4,5 km mit einem 4WD zur Tonpfanne gebracht. Zu den roten Dünen, bietet die weiße Pfanne mit den toten Bäumen einen unwirklichen Kontrast.

Sossuvlei
Sossuvlei
Sossuvlei

Es wurde wieder heiß, und wir machten uns auf den 60 km Rückweg zum Camp.

Jetzt begann die eigentliche Tagesetappe über 180 km Piste nach Duwisib.

Es begann alles ganz harmlos. Die Strasse war akzeptabel und die Landschaft wunderschön. Wir näherten uns den Namib Bergen und fuhren über den 1630 m hohen Tsarishoogte Pass. Ich mag solche Strassen und als dann noch kleine Wasserlöcher zu durchfahren waren, hatte ich richtig Spass. Leider wurden die Wasserlöcher von Mal zu Mal länger und ich hatte Mühe den Wagen da durch zu manövrieren. Das Wasser spritzte bis zum Alkoven. Als ich Ute gerade sagte: so jetzt habe ich genug Spass gehabt, kam sie. Die Mutter aller Wasserlöcher, ca. 150 m lang. Im Wasserloch steckte bereits Willy fest. Davor versammelten sich 8 Wohnmobile. Bernd watete mutig durch das Wasser, es reichte bis zum Oberschenkel und suchte die beste Stelle um einen Durchfahrtsversuch zu wagen. Auf der anderen Seite gab er dann Pierre Signal für den Versuch. Er schaffte es, und nach und nach durchfuhren dann alle Mobile diese Passage. Willy wurde angeschoben und schaffte es schließlich auch. Er ist übrigens der augenblickliche Pechvogel, denn er hatte gestern schon eine kapitale Reifenpanne und nach dem heutigen Desaster, ereilte ihn das gleiche Schicksal 3km vor unserem Camp noch einmal.

Abends gab es ein Seabridgeessen beim deutschstämmigen Farmer, dem das Camp und die Farm gehört.

Namib Berge morgens
Spasswasserloch
Quälerei
„die Mutter“ der Wasserlöcher

Gestrandet

Das war der bisher härteste Tag unserer Wohnmobilkarriere.

Er startete völlig entspannt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück. Ich versprach Ute anläßlich des Valintintages einen besonderen Tag. Der sollte es dann auch werden, nur anders als gedacht. Sam, unser Mechaniker, reparierte unsere gebrochenen Schranktürscharniere. Als Vorletzte fuhren wir dann los. Wir hatten gehört, dass sich bereits wieder 2 festgefahren haben sollten, und nach 10 km, sahen wir alle wieder.

Die Strecke war unpassierbar. Etwa 300 m Piste mit tiefem Sand, der durch die letzten Regenfälle angespült worden war, versperrten die Weiterfahrt. Christine und der Farmer hatten bereits reagiert als wir ankamen.

Man baute eine Strasse für uns.

Ich konnte es nicht glauben. Ein riesiges Baufahrzeug war dabei den Sand aus der Fahrbahn zu schieben und gleichzeitig zu glätten. Manche unserer Mitstreiter, die zeitig gestartet waren, harrten bereits einige Stunden aus. Wir mußten ungefähr 1 Stunde warten, dann gab es das Signal. Einer nach dem anderen fuhr mit Vollgas in die Piste, die sofort wieder nachgab. Alle schafften es trotzden, sich durch den Sand auf die andere Seite zu wühlen.

nichts geht mehr
eine Strasse extra für uns
der nützliche Helfer

Die Fahrt ging dann für uns erst einmal normal weiter, bis die gelbe Motorwarnleuchte sich zu den uns schon länger begleiteten Warnleuchten, „kein ABS“, „kein ASR“,“kein Hillholder“,gesellte. „Check Engine“ gab uns die Anzeige noch mit auf den Weg aber wo checkt man die Engine mitten in der Wüste. Also weiterfahren. Dies akzeptierte der Motor auch noch 20 km, dann schaltete er in den Schonmodus. Nach weiteren 20 km ging gar nichts mehr.

Wir warteten auf Christine, die kurze Zeit später zu uns stieß, mit der bitteren Nachricht, dass Sam nicht auf der Piste war, sondern ein Getriebeschaden an seinem Fahrzeug hatte und noch auf dem Campingplatz versuchte zu reparieren. Also fiel seine Hilfe schon mal aus. Ein Abschleppseil hatte Christine nicht, da die Fahrzeuge nur abgeschleppt werden können aber selbst, mangels einer Abschleppöse vorne, nicht abschleppen können.

Ihr kennt ja Christines Kreativität mittlerweile. „Dann müssen wir euch eben die letzten 29 km bis zum nächsten Ort schieben“ war ihre Lösungsvorschlag.

Ute besorgte einen am Strassenrand liegenden Reifenmantel. Mittels unserer Wäscheleine banden wir den Reifen vorne an den Kühler von Christines Wagen. Dann ging es los.

Für Ramiro, Christines Assistenten, war dies wieder ein Fest. Er liebt diese Herausforderungen. Vorsichtig schob er sich an unser Fahrzeug und begann es anzuschieben. Es funktionierte wunderbar. Mit 50 km/h schob er uns über die Piste und den folgenden Hügeln bis nach Helmeringhausen. Er sah hinten gar nichts, mußte nur den eingeklemmten Reifen zwischen unseren Fahrzeugen im Auge behalten und ich durfte keine großen Lenkbewegungen ausführen und nicht bremsen.

wo ein Wille ist, gibts auch einen Weg
der Pusher

 

In Helmeringhausen gab es von Sam die Anweisung, die Batterie abzuklemmen. Wir gingen dann im örtlichen, sehr schönen Hotel, Leberkäs essen. Gab es hier wirklich. Nach dem Essen machte ich einen neuen Versuch unser Womo zu starten, nachdem ich die Batterie wieder angeklemmt hatte, ohne Erfolg. Sam war mit seiner Reparatur auch noch nicht fertig und damit sah der Plan wie folgt aus: Christine verläßt uns und holt die Gruppe ein. Sam stößt, so Gott will und er wieder fahrtüchtig wird, zu uns und versucht uns flott zu kriegen. Wir übernachten hier und fahren morgen 2 Etappen.

gestrandet

Um 19 Uhr erreichte Sam uns. Er schloß das Diagnosegerät an unser Fahrzeug und versuchte den Fehler zu lokalisieren, ohne Erfolg. Ein Batterietausch brachte auch nichts. Wir übernachteten an Strassenrand in Helmeringhausen.

Am ächsten Tag, um 6:30 Uhr, überraschte Sam uns mit der Lösung, die Fahrzeuge zu wechseln. Wir sollten mit seinem weiterfahren, er würde auf den Transporter mit dem Ersatzfahrzeug warten, dass dann unser havariertes Womo zurück nach Windhoek bringen sollte, ein Fahrstrecke 7 Stunden.

Ich war froh, dass es für uns eine Lösung gab und rechnete mir aus, um 8:30Uhr auf der Piste zu sein – nicht so in Afrika.

Erst einmal wurde sein Fahrzeug auf den eigentlich geschlossenen Campingplatz gebracht. Dann begann er den Werkstattwagen, denn als solcher wurde das Womo mißbraucht, ausgeladen. Dann besorgte er einen Housekeeper vom Hotel, der versuchte aus der Junggesellenhöhle wieder ein halbwegs sauberes Womo zu machen. Dann schleppter er uns auf den Campingplatz. Dann wurden die Wohnraumbatterien getauscht, dann wurden die Gasherde getauscht, dann wurden die Reservereifen getauscht, alles unter dem Aspekt, unsere waren besser als seine. Dann mußten wir mit allen unseren Sachen umziehen. Dazwischen führte er 65 Telefonate. Lange Rede kurzer Sinn um 12:30 Uhr konnten wir endlich starten.

die mobile Werkstatt
unser “ Neuer“, Bj. 2015, 130.000 km

Vor uns lagen die restlichen 110 km Piste von gestern und weitere 120 km bis nach Lüderitz.

Die Fahrt war ok, ich gewöhnte mich schnell an das Automatikgetriebe, und der fehlende Alkoven half uns bei dem stürmischen Winden vor Lüderitz. In der letzen halben Stunde unserer Fahrt sank das Thermometer von 35 GradC auf 23 Grad C.

Es stürmte so stark, dass wir 3 Mal den Stellplatz wechselten, bis wir eine Position gefunden hatten, bei der das Womo nicht wie eine Schiffschaukel wackelte.

Wir haben übrigens den Pechvogel jetzt von Willy übernommen.

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5. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 26 bis 29

 

Der nächste Tag versprach entspannt zu werden. Nur 50 km nach Omandumba waren zu absolvieren. Diese 50 km führten tief in den Orongo Nationalpark, wo die Buschmänner eine Siedlung bewohnen. Diese wollten wir besuchen.

Wir waren die ersten am Ziel und fuhren gleich ins Dorf. Das war etwas voreilig. Dort hatten wir nichts zu suchen. Also einige 100 m rückwärts auf einen Vorplatz, der völlig leer war. Das kann auch ein Problem darstellen, welchen Stellplatz nimmt man? Wir probierten solange, bis ich mich im losen Sand festgefahren hatte. Mit Plastikschaufel und Salatschüssel gruben wir das Wohnmobil wieder frei und ich kam aus dieser mislichen Lage heraus. Dann warteten wir auf unsere Mitstreiter, und warteten und warteten. Nach 1 ½ Stunden waren wir immer noch alleine, was angesichts der Tatsache, dass ich Bernd etwa 4 km vor unserem Ziel überholt hatte und er schon längst hätte da sein müssen, merkwürdig war.

schöner Stellplatz aber leider falsch

Ich begann den Weg zu Fuß abzulaufen, den wir gekommen waren und nach 500 m fand ich alle Wohnmobile auf den vorgesehenen Stellplätzen. Wir waren falsch. Schließlich fanden wir noch eine Lücke.

Anfahrt zum Orongo Nationalpark
Anfahrt zum Orongo Nationalpark
Orongo Nationalpark
Orongo Nationalpark
Briefing bei 40 Grad C

Als nächstes stand ein sogenannter Bushwalk an. Wir besuchten die Familien der Buschmänner, die wir in ihrem traditionellen Outfit antrafen.

Die Buschmänner sind das älteste Naturvolk der Erde und man spricht von deren Einzugsgebiet, als sie noch Nomaden waren, als die Wiege der Menschheit.

2 Männer, 2 Frauen und ca 20 kleine Kinder begleiteten uns auf den 2 stündigen Spaziergang. Uns wurden Heilpflanzen und deren Anwendung gezeigt, das Feuermachen mit einem Stück Holz, die Herstellung und der Gebrauch von Pfeil und Bogen, die Herstellung des absolut tötlichen Pfeilgifts, das Anschleichen auf der Jagd und das Aufstellen von Fallen zum Fangen von Vögeln.

Der Rundgang war sehr interessant und authentisch. Natürlich leben diese Familien auch schon vom Tourismus, allerdings noch in einer sehr zurückgenommenen Form, so dass für uns alles Gezeigte sehr überzeugend und auch stolz wirkte.

Buschmänner
Buschmänner
Buschmänner

Am Abend war das Abbrennen eines Lagerfeuers geplant. Wir standen frei, ohne Strom und Entsorgung in einer atemberaubenden Felslandschaft, da passte das Lagerfeuer gut in die nächtliche Szenerie.

Es wurde auch ein sehr schöner Abend, wo die ganze Gruppe im Halbkreis um das Feuer saß und, wie schon so oft geübt, zechte und sang.

Vorglühen der Feierbiester
Lagerfeuer im Orongo Nationalpark

Der nächste Tag begann früh. Wir starteten um 6:30 Uhr nach Swakopmund. 200 km größtenteils auf Piste waren geplant. Auf diesen Pisten mußte man sogenannte Riviers durchfahren, ausgetrocknete Flußbette, in denen sehr viel Sand angehäuft ist. Da hieß es Anlauf nehmen und durch. Bisher ging auch alles gut, allerdings trafen wir dann auf eine Stelle, wo ich wirklich anhielt, dann 100 m rückwärts fuhr und mit voller Beschleunigung und in der Hoffnung, dass es reichen würde, durchrauschte. Diesmal schaffte ich es. Einige Kilometer weiter, sahen wir die 2 vor uns gestarteten Wohnmobile stehen. Die sandige Stelle war bestimmt 100 m lang und sehr tief.  1 Wohnmobil hatte es bis zur Hälfte geschafft, blieb stecken und wurde mit Hilfe von 10 Dorfbewohnern durch das Rivier geschoben. Das 2. Wohnmobil versuchte am Rand durchzukommen, das war ein fataler Fehler. Hier war es noch weicher, es brach ein und fuhr sich fest. Alle versuchten es freizubekommen. Es gab eine Schaufel und sonst nur Hände. Alle Versuche mit Brettern und Steinen verliefen negativ. Der Dorfälteste sagte zu mir, ich sollte eine Umgehung durch das Dorf nehmen. Ich ging die Strecke ab und unterwegs sprach mich eine Bewohnerin an und sagte mir, dass wir diese Route keinesfalls fahren könnten, da noch 2  breitere Flußdurchfahrten kämen und wir diese nie schaffen würden. Das bedeutete, dass wir die gestrige Route zurück fahren  und einen Umweg von 70 km in Kauf nehmen mußten. Immerhin eine Möglichkeit, das Tagesziel zu erreichen. Ich versuchte Chistine tel. zu erreichen aber wie sich herausstellte, war ihr Akku leer, der Klassiker. Also fuhren wir zurück, um die restliche Gruppe und Christine zu informieren. Auf den 20 km zurück, kamen uns bereits einige Mitreisende entgegen, die wir auf die Situation einstimmten und die zu fahrende Umgehung mitteilten. Im Camp verabredeten wir mit Christine, dass sie zu den Havarierten fährt und der Rest der Gruppe die geänderte Route in Angriff nimmt.

da ging nichts mehr
sofort waren Helfer da

Auf der Fahrt nach Swakopmund, über den Trans Kalahari Highway, wechselte die Landschaft kontinuierlich. Es wurde immer karger und schließlich hatten wir die Sandwüste erreicht. Dafür wurde es auch immer kühler und in Swakopmund hatten wir schließlich angenehme 25 Grad. Wir werden hier 3 Tage bleiben und bezogen einen Luxusstellplatz, mit eigenem Badehäuschen, Terasse, Grillplatz und eigener Palme. Übrigens, die Havaristen hatten es dann mit Hilfe der Dorfbewohner auch geschafft.

Strand Swakomund

Um 8 Uhr, am nächsten Tag, startete unser Swakopmund Programm mit einer Wüstentour in die Namib mit Allradfahrzeugen. Es galt, neben der Schönheit der Dünen, die Little 5 der Namib zu finden. Das sind: Namaqua Chamäleon, Sandviper, Schaufelkopfsalamander, Cartwheeling Spinne und Palmato Gecko. Alle diese Tiere leben im Sand oder sind so gut getarnt, dass wir sie nicht sehen. Unser Guide zeigte die Spuren, die die Anwesendheit der Tiere verrieten und grub sie dann aus. Bis auf den Cartwheeling Spider fand er auch alle Tiere. Es war wieder einmal beeindruckend wie sich Tiere auch die schwierigsten Lebensräume erschließen. Diese 4 stündige Tour war nicht nur unterhaltsam, wegen der Fahrt durch die Dünen, sondern auch wieder sehr lehrreich.

Sandviper
Sandviper
Schaufelkopfsalamander
Palmato Gecko
Namaqua Chamäleon
Namib
Namib

Für nachmittags hatten wir uns zu einem Rundflug über die Namib angemeldet. Auf diesen 2 ¼ Std. dauernden Flug hatte ich mich schon lange gefreut.

Wir starteten in einer 6 sitzigen Cessna, die so ausgelegt war, dass 4 Personen unbequem darin sitzen können. Mir taten die beiden Frauen aus Südamerika leid, die hinter uns saßen und überhaubt keinen Platz hatten. Das war aber auch das einzig Negative. Der Flug war einfach grandios. Über 650 km flogen wir durch Canyons, über die großen Dünenfeldern, über Salzseen bis zur Küste. Dann ging es die Skelettküste nordwärts zurück nach Swakopmund. Der Pilot war gut drauf, er flog teilweise nur in 30 m Höhe und tauchte in den Canyon hinein.

Es war wieder ein Glanzstück der Natur, diese Farben und Formen zu erschaffen.

Kuisep Flussbett
Kuisep Canyon
Kuisep Canyon
Kuisep Canyon
Dünen Namib
Dünen Namib
Dünen Namib
Dünen Namib
Skelett Küste
Skelett Küste

Abends traf sich die Gruppe in einem sehr guten Restaurant zu einem gemeinsamen Essen und Ihr wisst schon…..

Eine Seelöwen und Delphin Tour stand am nächsten Tag auf dem Programm. Mit einem Katamaran gings los. Die Anfahrt zu den Robbenbänken versüssten uns 2 zahme Pelikane und eine Robbe, die zwar in Freiheit leben, von Menschen aber aufgezogen wurden. Sie besuchten uns hin und wieder, verschwanden für eine Zeit und tauchten dann wieder überraschend auf, um an Bord mit zu reisen. Natürlich wurden sie mit etwas Fisch belohnt.

Robben gibt es in Namibia zu hauf, 2,6 Mio. Tiere wird geschätzt. Wenn man sich vor Augen führt, dass eine Robbe pro Tag die Menge von 1/3 ihren Körpergewichts fressen kann, verwundert es nicht, dass die Fisch- und Brillenpinguinebestände sehr gefährdet sind. Wir sahen einige Kolonien und konnten anhand der Menge der Robben das Problem verstehen. Einige Delphine konnten auch beobachtet werden, und dann wurde zu unserer Überraschung Austern und Sekt serviert. Man lebt nicht schlecht als Camper.

Wegbegleiter
Robbenkolonie
Robbenkolonie
Delphine

Nach unserer Rückkehr am frühen Nachmittag, beschlossen wir den Tag nicht nutzlos zu verplempern, sondern noch eine eigene Exkursion mit dem Wohnmobil zu unternehmen. Etwa 50 km weit in die Namib hinein kann man die Welwitschias, eine besondere Wüstenpflanze, die hier und in Angola anzutreffen ist, bestaunen. Die älteste Pflanze ist 1500 Jahre alt. Die Tour führt durch das Moon Valley, einer Mondlandschaft in den Goanikontes Nationalpark. Wir hatten diesen Canyon gestern vom Flugzeug aus gesehen und jetzt durch fuhren wir ihn mit dem Mobil. Nach 2,5 Stunden erreichten wir die 1500 Jahre alte Pflanze. Sie ist durch einen Zaun geschützt und von einem Podest aus, kann man sie bestaunen.

Die Fahrt war sehr einsam. Auf der gesamten Strecke kam uns kein einziger Wagen entgegen. Die Piste war grenzwwertig. Übelstes Waschbrett. Nach und nach meldeten sich wieder alle Warnleuchten am Armaturenbrett. Ich habe gelernt. dass Iveco ein Italiener ist, und Italiener lieben diesen Schnickschnack, man braucht ihn nicht zu beachten.

Komischerweise ist da was dran, denn nach dem Tanken in Swakopmund waren alle Lichter wieder aus.

Goanikontes Nationalpark
Waschbrett
Swakop Flussbett
Kuisep Canyon
Flechten
Flechten
1500 Jahre alte Welwitschia, ca 2 m hoch
weibliche Welwitschia
männliche Welwitschia
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4. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 19 bis 25

Nachmittags beim Briefing verabschiedeten wir 11 Mitreisende, die übermorgen wieder nach Hause fliegen. Dazu kamen noch Bettina, die Asistentin von Christine und Dani unser Mechaniker.

Es gab einen kleinen Umtrunk und anschließend ein schönes Seabridgeessen mit frisch Gegrilltem.

Anschließend wurden die Fahrzeuge gemeldet, an denen Reparaturen auszuführen waren. Von 19 Mobilen mußten 16 in die Werkstatt, wir eingeschlossen.

Mir war gar nicht bewußt gewesen, dass wir uns auf 1800 m Höhe befinden. Die Nacht war dadurch schön kalt gewesen. Die Tagestemperaturen gehen mittlerweile hoch in die 30er Grad.

Kakteenblüte auf unserem Camp

 

Am nächsten Tag wurden wir mit einem Bus zur Stadtrundfahrt nach Windhoek abgeholt. Unser Fahrer zeigte uns die Bereiche, wo die schwarze Bevölkerung wohnt, nämlich noch in Blechbehausungen, allerdings mit Tieren, was deren Reichtum bedeutet. Die Bastarde (dies ist hier kein Schimpfwort), Mischlinge zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe , bevorzugen Steinhäuser und legen schon Wert auf ein entsprechendes Prestige. Die weiße Bevölkerung bevölkert die  besten Wohngebiete.

Namibia ist größer als halb Europa und hat eine Bevölkerung von 2,3 Mio. Einwohner. Es gehört mit Südafrika und Botswana zu den reichsten Ländern Afrikas.

Windhoek hat uns nicht besonders beeindruckt. Dies wurde auch nicht besser durch die Tatsache, dass wir im Aufzug des Independant Museums steckenblieben und das bei Utes Klaustrophobie und Höhenangst (Glasfahrstuhl).  Wir bummelten noch 2 Stunden durch die Einkaufsmeile  und fuhren dann zu Joe’s Bierhaus, um etwas zu essen. Diese Kneipe ist berühmt und mit allerlei Krimskrams ausgestattet. Das war ein netter Besuch mit gutem Essen.

Trotz vorheriger Warnung wurden 3 Reisende bestohlen. Ganz blöd war es für ein Paar, dass morgen abreisen wird. Pässe und Kreditkarten waren weg. Christine ist mit denen dann zur Botschaft um Ersatzdokumente für die Auseise und den Flug zu besorgen.

Bahnhof Windhoek
alte Lok

 

hier blieben wir im Aufzug stecken
Christuskirche, Wahrzeichen von Windhoek

Nach der Rückkehr zum Camp, standen alle Wohnmobile repariert wieder auf ihren Plätzen.

Das war ein guter Service. Danach wurden wir ausführlich auf die bevorstehenden Schotterpisten vorbereitet. Schriftlich, persönlich durch Christine und dann noch von der Chefin von Bobo Camper. Alles, was wir bisher erlebt haben, was Strassenverhältnisse betrifft, scheint in den nächsten Wochen weit übertroffen zu werden. Wir sind mal gespannt.

Abends gab es noch eine eine merkwürdige Wolkenformation, einen schönen Sonnenuntergang und noch eine schöne Abendstimmung.

ausergewöhnliche Wolkenformation
Sonnenuntergang
Abendstimmung

 

Die nächste Etappe führte uns zum Waterbergplateau, einer beeindruckenden Felsformation. Die letzten 17 km durften wir dann Schotter und Wellblech genießen. Es ist wirklich anspruchsvoll, auf solch einem Untergrund zu fahren. 3 Mal brach der Wagen auf der Wellblechpiste aus, da er sich aufschaukelt und dann unlenkbar ist. Mehr als 30 km/h war nicht drin.

Am Camp angekommen, unternahm ich sofort den sogenannten Mountain View Trail auf die Felsen. War ganz schön anspruchsvoll, die Felssteine hinauf zu klettern, zumal wir auf 1600 Höhe waren. Von oben hatte man einen schönen Ausblick auf die Talebene.

Mountain View Trail
Aussicht vom Waterberg Plateau
Waterberg Plateau
Abendstimmung

Nach den Briefing wurde wieder einmal Geburtstag gefeiert. Diese Gruppe und vor allem unsere Reiseleiterin liebt das Feiern und läßt keine Gelegenheit dazu aus. Diesmal lief die Feierei etwas aus dem Ruder. 1 Pärchen, dass erst seit Windhoek mit uns fährt, schien die Wirkung von Alkohol unter den klimatischen Bedingungen und den körperlichen Anstrengungen unterschätzt zu haben.

Als ich sie das erste Mal wahrnahm waren beide schon schön angeschickert. Später am Abend, es war schon dunkel, standen sie neben mir. Ich hörte ein Geräusch, dehte mich zu ihnen, aber sie waren verschwunden. Beide lagen im Staub. Sie waren zusammen wie Bahnschranken einfach umgefallen und lagen dort wie Käfer auf dem Rücken auf dem Boden, ohne aufstehen zu können. Nach der ersten Diagnose, dass nichts passiert war, konnten wir uns dann vor Lachen nicht halten. Ute versuchte sie mit Taschenlampenunterstützung zu ihren Wohnmobilen zu bringen aber sie wußten nicht , wo sie standen. Sie betraten sogar ein fremdes Mobil und waren überrascht, dass dort jemand am Tisch saß. Schließlich gelang es Ute den richtigen Wagen zu finden und sie abzuliefern.

Ich möchte nicht wissen, wie die morgen Wohnmobil fahren wollen. Ein 2. neu dazugekommenes Pärchen verfuhr sich 200 km und traf erst in völliger Dunkelheit bei uns ein.

Am nächsten Tag ging es die Schotterpiste zurück auf die Strasse und dann Richtung Tsuma.  Die Landschaft änderte sich einige Male und entspannt erreichten wir unser Camp. Dies verfügte über einen 50 m Pool, den wir sofort nutzten.

Abends grillte die ganze Gruppe gemeinsam südafikanisch, d.h., es wird Holz verbrannt und über der Glut wird gegrillt. Holzkohle ist hier uncool.

Am folgenden Tag erreichten wir die Etosha Pfanne. Dies ist ein 22000 qkm großer Nationalpark. Hier werden wir 3 Tage bleiben und auf Pirschfahrten gehen. Nachdem wir erfolgreich eine Ameiseninvasion im Wohnmobil bekämpft hatten, fingen wir nach dem Einchecken sofort damit an. 4 Stunden fuhren wir auf teilweise Wellblech Pisten von Wasserloch zu Wasserloch. War sehr abwechslungsreich, einmal von der Landschaft her aber auch von den Tieren, die wir beobachten konnten. Elefanten, Gnus, Zebras, Giraffen, Strauße, Warzenschweine, Flamingos, Antilopen und Riesentrappen.

Danach ließen wir für die morgige 120 km Schotteretappe Reifendruck ab, damit es wenigstens etwas erträglicher und sicherer wird.

Die Besichtigung des am Camp beleuchteten Wasserlochs war hingegegen ein Pleite. Keine Tiere, dafür ein mächtiges Gewitter, vor dem wir gerade noch das Wohnmobil erreichten. Die Tagestemperturen betrugen heute 38,5 Grad. Ach ja, es wurde noch schnell eine Giftschlange entsorgt.

In der Nacht schüttete es mächtig. Wir beschlossen, früh morgens zum ersten Wasserloch zu fahren und dort zu frühstücken und Tiere zu beobachten. Um 6:30 Uhr starteten wir. Beim Frühstück hatten wir zwar eine schöne Aussicht auf das Wasserloch, doch Tiere ließen sich nicht blicken. Der ergiebige Regen hatte wohl überall Pfützen entstehen lassen, die als Tränke für den Tag reichten. In den ersten Stunden hatten wir einige Tierbegegnungen, unter anderem mit einem Naßhorn. Der niedrige Reifendruck machte sich positiv bemerkbar, der Wagen lag besser und wir spürten nicht jeden Stein.

Die letzten 2 Stunden waren eine echte Herausforderung, keine Tiere, trockene Wasserlöcher und eine unmöglich Strasse, die teilweise nur unter 10 km/h gefahren werden konnte. Für ein 7 m Wohnmobil war das nix.

Für die 120 km haben wir 6 Stunden gebaucht. Etosha hat bisher nicht ganz das gehalten, was wir uns versprochen hatten. Sehr aufwändig zu fahrenden Strecken, wenig Tiere. Vielleicht wird es morgen, auf unserer letzten Etappe in Etosho besser.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Camp Halali, wieder bei 39 Grad C. Die Sonne steht im Zenith, es gibt keinen Schatten. Da fühlt man sich doch im Wohnmobil, bei voll laufender Klimaanlage und angenehm kühlen 32 Grad, C richtig aufgehoben.

Morgens hieß es wieder zeitig aufstehen, da wir beim Etosha Outlook frühstücken wollten. Um 6:30 Uhr gings los. Wir hatten diesen Punkt gestern ausgelassen und eine andere Strecke gefahren. Darum mußten wir jetzt erst einmal wieder zurück. Der Aussichtspunkt ist das Ende einer 3 km langen in die Etoscha Pfanne hineingebaute Piste. Dort angekommen sieht man nur lebensfeindliche, weisse Weite. Wir waren ganz allein, das hatte auch etwas.

Etosha Pfanne
Etosha Pfanne

 

Dann starteten wir unsere letzte Pirschfahrt. Heute sahen wir 4 neue Tiere: einen Streifenschakal, der aus einer Pfütze am Wegrand trank, einen männlichen Löwen, der unter einem Baum Siesta hielt und eine Kuhantilope. Wir machten unterwegs eine Pause und legten uns an einem Wasserloch etwas hin. Nach 30 Minuten sollte es weitergehen. Ging aber nicht, direkt vor unserem Wohnmobil, in einer großen Pfütze hatte es sich eine Tüpfelhyäne gemütlich gemacht und ließ sich von den mittlerweilen 6 Wohnmobilen nicht stören. Nachdem es sich ausgiebig abgekühlt hatte, verließ sie uns und wir konnten weiterfahren.

Die heutige Etappe war wieder sehr schön, obwohl wir wieder 7 Stunden Wellblechpisten zu meistern hatten.

Abends nach dem Briefing wurde wieder Geburtstag gefeiert, der dritte auf dieser Reise bisher. Da hieß es wieder „Hoch die Tassen“. Die Gruppe ist ausgesprochen trinkfest. Die Feier wurde unterbrochen, als direkt am Zaun zum Camp eine Elefantenherde von 30 Tieren vorbei zog. Das war ein schöner Abschluß des Tages.

Am nächsten Morgen beschlossen wir früh sofort ans Wasserloch zu gehen. Dort trafen wir Zebras an und eine Streifenschakalfamilie, die Vögel jagte.

Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha

 

Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha

 

Kurz vor Abfahrt, gehe ich immer noch einmal um das Mobil, ob optisch alles in Ordnung ist. War es an diesem Morgen leider nicht. Wieder ein Plattfuss. Unser Mechaniker wechselte daraufhin das Rad. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle, um auf den vorhandenen Reifen wieder den vollen Druck herzustellen, da wieder Teerstrasse angesagt war. Den defekten Reifen füllte ich mit 5 bar um ihn notfalls noch einmal als Reservereifen zu nutzen, da wir jetzt 120 km bis zur nächsten Reifenwerkstatt vor uns hatten.

Alles ging glatt, der Reifen wurde repariert und so waren wir wieder voll einsatzbereit. Die Reparaturen in der Gruppe neahmen wieder zu. 3 defekte Reifen, 1 Klimaanlage mußte ausgetauscht werden, Kühlwasserverlust, gebrochene Schrankscharniere, abgebrochene Sitzlehnen und nasse Betten aufgrund defekter Klimanlage. Unser Mechaniker hatte immer gut zu tun.

Die heutge Etappe endete in Omaruru.

Abend gab es wieder ein Seabridgeesssen und ein weiterer Geburtstag wurde gefeiert wie immer nicht abstinent.

 

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3. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 10 bis 18

Die nächsten 2 Tage versprachen Stress. Jeweils 500 km galt es zu bewältigen.

Am ersten Tag überquerten wir die Grenze nach Botswana. Dort verloren wir schon einmal 1 Stunde wegen der notwendigen Formalitäten. Christine bezeichnete diesen Grenzübergang als einfach. Mal sehen wie die anderen sind. Die Fahrt verlief ereignislos. Die Straße war akzeptabel und nach 8 Stunden kamen wir in Francistown an. Die Schadensbilanz der Gruppe an diesem Tag lautete: 1 gesprungene Frontscheibe, ein geplatzter Reifen, 1 lose Außenleuchte und Dieselverlust bei einem Fahrzeug. Dani hatte gut zu tun.

Der nächste Tag versprach noch mehr Stress und er hielt, was er versprach. Es ging nordwärts bis nach Kasane an der Grenze zu Zimbabwe. Wir wurden vor den Schlaglöchern gewarnt, von dem jedes einzelne bei uns sofort zur kompletten Straßensperre führen würde, 100erten mußten wir versuchen auszuweichen. Teilweise waren sie knietief. Natürlich musste man auch eine gewisse Geschwindigkeit fahren um die 500 km zu bewältigen. Ganz spannend wurde es, wenn man auf seiner Seite den Krater kommen sah aber nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen konnte, weil dort gerade, die hier üblichen 60 Tonner entgegen kamen. Dann hieß es voll in die Eisen und manchmal bis zum Stand abbremsen. Außerdem waren 300 km durch unbewohntem Gebiet zu meistern, was auch eine gewisse Anspannung hervorrief. Last but not least, waren da noch die Wildtiere, die plötzlich die Strasse querten. Nach 9 Stunden kamen wir Gott sei Dank ohne Schaden, in Kasane an.

Abends begann es zu regnen und das Wasser lief innen an der Aufbautür in Strömen ins Mobil und unten wieder heraus.

Tags drauf hieß es früh aufstehen. Um 5:45 Uhr begann unsere 3 stündige Morgenpirschfahrt in Allradwagen im Tschobe Nationalpark. Der Tschobe Nationalpark ist mit 22000qkm nur halb so groß wie der Krüger Nationalpark. Wenn man bedenkt, dass der Krüger Nationalpark halb so groß wie die Schweiz ist, werden die Dimensionen dieser Nationalparks erst mal deutlich.

Zu den bekannten Big 5, Löwe Leopard, Naßhorn, Elefant und Wasserbüffel, die am schwierigsten zu jagenden Wildtiere, fehlten uns noch der Löwe und der Leopard. Wir hatten an diesem Tag großes Glück. Gleich am Beginn der Fahrt, sahen wir einen Löwen und noch spektakulärer war die Begegnung mit 2 Leoparden, wobei einer im Baum eine frisch gerissene Antilope frass und der andere sich als Model outete und sich ausgiebig fotografieren ließ.

Auf der Rückfahrt gerieten wir noch in einen Wolkenbruch und alle 40 Teilnehmer wurden in den offenen Fahrzeugen bis auf die Haut nass.

Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark

Danach waren einige Stunden Entspannung angesagt bis es am Nachmittag zur Sunset Bootsfahrt auf dem Thebe ging, die uns in den Tschobe Nationalpark führte. Dies war entspannend, wenn auch die ersten Stunden sehr heiß waren. Wir sahen wieder viele Tiere am Ufer aber man merkt, dass ein Hippo oder ein Wasserbüffel mittlerweile keinen mehr zum juchzenden Aufschrei bringt.

Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise

Am nächsten Tag standen wieder einige Abenteuer auf dem Programm.

Erst einmal galt es die als kompliziert zu passierende Grenze nach Simbabwe zu meistern. Dafür gab es am Abend vorher ein ausführliches Briefing. Reflektoren mußten an die Mobile geklebt werden. Alle Beleuchtungselemente mussten funktionieren, keine Fleisch- oder Wurstwaren dürfen eingeführt werden, reichlich Geld in speziellen Währungen waren vorzuhalten. Ein Christina bekannter Zollbeamter kam extra persönlich zum Briefing, um uns am nächsten Tag zu unterstützen.

Um 6 Uhr startete der Konvoi. Richtig, diesmal fuhren wir alle zusammen zur Grenze. Die 20 Wohnmobile machten mächtig Eindruck am Straßenrand. Um es abzukürzen, es war diesmal sehr leicht, alle Formalitäten zu erledigen, und nach 1 ½ Stunden fuhren wir bereits auf simbabwisches Territorium.

Nach 80 km erreichten wir unser Camp an den Viktoria Fällen. Es gab ein Frühbriefing um 9:30Uhr über die Aktivitäten, die hier geplant waren, und dann ging es zum gebuchten Helikopterflug über die Victoria Fälle.

Es war grandios. Wir flogen mit Tom, einem früheren amerikanischen Airforce Piloten, in einem 4 sitzigen Helikopter. Alles war beeindruckend, die gut gefüllten Wasserfälle, der Canyon und die einzigartige Landschaft aus dieser Perspektive. Sehr zufrieden kehrten wir mittags zurück zum Camp und ließen die Eindrücke noch ein paar Stunden nachwirken.

Viktoriafälle
Viktoriafälle
Victoriafälle
Viktoriafälle
Viktoriafälle

Am frühen Abend hieß es dann wieder auf zu einem neuen, schönen Erlebnis, einer Bootsfahrt auf dem Sambesi. Auf dem Boot war ein schön gedeckter Tisch für die Seabridgetruppe vorbereitet. Getränke waren komplett frei und man reichte uns sogar noch Fingerfood, z.B. Krokodilkebab. War eine schöne entspannte Fahrt, die trotz eines heftigen Gewitters allen gefiel.

Nach einer mückengenervten Nacht, besuchten wir dann die Viktoriafälle. Diese waren fußläufig von unserem Camp zu erreichen. Es gibt dort 19 sogenannte lookouts, von denen man die Fälle aus verschiedenen Perspektiven bestaunen kann. Ab Nr. 10 wird es nass, so prophezeite Christine, bei uns bereits ab Nr. 8. Wir waren nass bis auf die Haut. Die Kamera wurde im Gefrierbeutel geschützt und konnte nur bis Nr. 7 eingesetzt werden. Es war grandios anzuschauen, wie der Sambesie sich in die Felsen gefressen hat und einen riesigen 80 km langen Canyon bildet.

Viktoriafälle
Viktoriafälle
Viktoriafälle

Danach traf sich fast die ganze Truppe im Lookout Cafe zu einem kleinen Imbiss. Von dort hat man einen wunderschönen Blick in den Canyon.

Sambesi Canyon
Sambesi Canyon

Nach unserem nachmittäglichen Briefing, hatte Christine noch eine Überraschung vorbereitet. Sie hatte eine Folkloretruppe engagiert, die tolle Stimmen hatten und zu traditionellen Liedern auch tanzten. Wir alle waren begeistert, was sich auch im Trinkgeld für die Truppe wiederspiegelte.

Folkloregruppe

Anschließend gab es ein Saebridgeessen im bekannten Victoria Falls Hotel, wo die Übernachtung bei 400 US Dollar beginnt.  Ein feiner Kontrast zu dem doch etwas rustikalen Ambiente der Mobile. Das Buffet war übrigens sehr lecker.

Victoria Falls Hotel

Der nächste Tag versprach wieder Arbeit. 480 km lagen vor uns mit dem diesmal eigenständig abzuwickelndem Grenzübertritt von Simbabwe nach Botswana. Wir starteten früh, und nach 70 km war die Grenze erreicht. Ute hatte die Formalitäten gut vorbereitet und nach einer halben Stunde, hatten wir das Prozedere erledigt. Es folgte eine Schuhdesinfektion und wir mussten mit dem Wohnmobil durch ein Desinfektionsbad fahren. Nach 200 km gab es eine Veterinärkontrolle, bei der wir wieder unsere Schuhe desinfizieren und ein weiteres Mal durch ein Desinfektionsbad fahren mussten. Außerdem wurde unser Kühlschrank gefilzt und 2 Tomaten und 2 Paprika beschlagnahmt.

Die Fahrt war ansonsten eintönig, bis auf die uns bereits bekannten Schlaglöcher, die fast auf der gesamten Strecke zu beachten waren.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Camp Planet Baobab in Gweta, ein schönes im Stil eines typisch afrikanischen Dorfes erbautes Camp mit beeindruckenden Baobab Bäumen und einem schönen Swimmingpool, den wir sofort nach Ankunft benutzten.

Baobab Baum
Baobab Baum
Vögel im Camp
Tukhan

Tags drauf ging es 220 km, teilweise wieder auf mit Schlaglöchern gespickten Straßen Richtung Maun.

Zwei Reifenschäden waren nachmittags die Bilanz unserer Mitreisenden. Nach einem kurzen Briefing fuhren wir zum lokalen Flughafen, um einen Scenic Flight über das Okawango Delta zu unternehmen. Wir flogen mit einer 4 sitzigen Maschine über das beeindruckende Delta,mit vielen Tiersichtungen. Wieder ein Highlight unserer Reise.

Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta

Danach war wieder Arbeit angesagt. Die nächste Etappe führte uns von Maun nach Buitepos über 520 km. Außerdem mussten wir eigenständig die Grenze von Botswana nach Namibia passieren.  Die Fahrt war sehr eintönig. 4 Vögel mussten daran glauben und fast wären wir mit einem Esel kollidiert, der meinte kurz vor uns gemächlichen Schrittes auf die Fahrbahn zu treten. Da hieß es wieder voll in die Eisen und Dauerhupe. Schien ihn aber nicht sonderlich zu interessieren.

Die Grenzabfertigungen waren diesmal sehr nervig. Es dauerte und dauerte, Fingerabdrücke wurden genommen, Photos gemacht und die verschiedensten Formulare verlangt. Dann wurde uns auch noch eine zu hohe Gebühr abverlangt, von der sich die ihrer Rolle sehr bewussten Grenzerin trotz Protest nicht abbringen ließ.

Abends gab es im Camp noch eine kleine Raubtierfütterung zu sehen. Das privat geführte Camp besitzt neben vielen anderen Tieren auch 2 Leoparden. Diese warteten Punkt 18 Uhr auf Fleisch.

Der nächste Tag begann zunächst einmal mit eine Kassenprüfung. Die Freiwilligen Ute und Doris hatten sich am Anfang der Reise als Kassenprüfer gemeldet. Gemeinsam mit unserer Reiseleiterin prüften sie als Vertreterinnen der Gruppa alle Ein-und Ausgaben, die Christine für uns getätigt hatte. Mit einer Unterschrift wirde Christine entlastet. Dies fand heute statt, da uns die ersten Mitreisenden morgen verlassen werden. 3 neue Pärchen werden zur Gruppe dazustoßen und die Namibiareise mitmachen.

Es ging heute 280 km bis nach Buitepos, 20 km vor Windhoek, wo Bobo Camper, unser Verleiher, eine Station hat. Unsere Windschutzsheibe hat einen Sprung.

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2. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 6 bis 9

Heute ging es vom Blyde Canyon zum Krüger Nationalpark, wo wir uns 3 Tage aufhalten werden. In Graskop fand ich einen Biltong Laden, wo ich mich mit Dörrfleisch vom Kudu, vom Sprigbock, vom Rind, von der Gemse und von einem Vogel dessen Name ich vergessen habe, eindeckte.

Biltong

In Numbi erreichten wir den Krüger Nationalpark und begannen, nach umfangreichen Formalitäten, unsere Pirschfahrt. Bei einer Pirschfahrt fährt man nicht über 30 kmh, um überhaupt die Chance zu haben, Tiere zu sehen.

Verschieden Arten von Antilopen liefen uns sofort über den Weg. Wir entschieden, am 1. Wasserloch Shitihave Damm eine kleine Mittagspause einzulegen. Ich bereitete mir einen schönen Teller des gerade erworbenen Biltongs zu und war vom Geschmack begeistert. Das Beste war Kudu.

Viele Tiere waren am Wasseloch nicht zu beobachten, was für die Tageszeit auch nicht verwunderlich war.

Die langsame Fahrt durch den Park war sehr entspannend und um 3 Uhr erreichten wir unser Camp in Skukuza.

Um 16:30 Uhr starteten wir zu einer geführen, 3 stündigen Pirschfahrt in einem offenen LKW. Das war ein Treffer. Wir sahen Rhinozerosse, Flußpferde, Elefanten, eine Giraffe, eine Herde Büffel und kurz nur einen Löwen, der von der Büffelherde vertrieben wurde. Die allseits vorhandenen diversen Antilopenarten wurden von unserem Führer als fastfood bezeichnet.

Nachstehend einige Tieraufnamen vom heutigen Tag.

 

 

Am nächsten Tag stand eine 220 km und 9 Stunden dauernde Pirschfahrt im eigenen Mobil auf dem Plan.

Allerdings stand vorher die Behebung eines neuen Problems an. Unser Toilette streikte. Ich traute mich nicht mit Gewalt die Kassette aus dem Wohnmobil zu zerren. Christine wußte auch keinen Rat, also war Dani dran. Als er bemerkte wie blockiert die Kassette war, entfuhr ihm ein ehrlich gemeintes „Shit“. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Er riss dann doch die Kassette mit Gewalt aus dem Mobil und stellte fest, dass sie innen gebrochen war. Sie schien auch nicht das erste Mal defekt zu sein, denn wir sahen, dass bereits 4 Schrauben in die Kassette geschraubt worden waren, die da nicht hingehörten. Er brachte uns eine andere Kassette mit dem Hinweis, sie nur waagerecht zum Entsoren zu tragen, da die Dichtung undicht sei, Eine komplett funktionsfähige erhalten wir erst in Windhoek. Das ist eben Afrika.

Entlang des Sabie Rivers ging es teilweise auf Schotterstrassen zu verschiedenen Wasserlöchern Richtung Skukuzabis bis nach Satara, unserem Tagesziel. Wieder sahen wir viele Tiere und eine wunderschöne Landschaft. Außerdem war es spannend, ganz allein diese Fahrt zu unternehmen.

Für den nächsten Tag waren „nur“ 80 km Pirschfahrt geplant, davon aber die letzten 40 km auf Schotter, als Training für Namibia. Die Strecke führte von Satara über den Olifants River nach Olifants und dann nach Letaba. Es war wieder sehr schön, allerdings stiegen die Temperaturen auf 41 Grad C.

Beim Aussteigen aus dem Wohnmbil im Camp schlug die Tür zurück und mir genau auf die rechte Hand, mit der ich mich am Rahmen festhielt. Da war ich augenblicklich hellwach. Gott sei Dank war sie nur gequetscht und nichts gebrochen, denn ich wußte noch nicht, dass ich sie am Abend noch dringend brauchen würde. Als wir nämlich nach dem Briefing wieder zurück kamen, war mein linker Vorderreifen platt. Vor einem Reifenwechsel am Wohnmobil hatte ich schon immer Respekt, also war jetzt der Zeitpunkt gekommen. Das Iveco Bordwerkzeug schien ausreichend und nach dem Lösen der Muttern, hatte ich mit Gerhard einen willkommenen Helfer, der schon einige Erfahrung mit Reifenwechsel hatte, und gemeinsam schafften wir diesen dann auch.

Dummerweise ist morgen Sonntag und alle Reifenreparaturbetriebe sind zu. Also müssen wir morgen die anstehenden 350 km ohne Reserverad fahren.

Hier noch einige Bilder von den oben beschriebenen Pirschfahrten.

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1. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 1 bis 5

Die Reise begann damit, dass wir, da wir zeitig am Flughafen waren, die automatische Passkontrolle, alternativ zu der bekannten Kontrolle mit lebenden Grenzbeamten angeboten wird, ausprobieren wollten. Die geht so: Man legt seinen Reisepass unter einem Scanner. Danach öffnet sich eine Tür und man tritt in eine kleine Kammer, die Tür schließt wieder, dann wird man mit mehreren Punkstrahlern ausgiebig beleuchtet. Das ist dann wohl die automatische Gesichtserkennung. Nachdem der Computer das lebende Gesicht mit dem Bild im Reisepass verglichen und als übereinstimmend entschieden hat, öffnet sich die Tür wieder, und man hat die Passkontrolle erfolgreich durchlaufen. Bei mir ging alles glatt. Ute dauerte wohl die Gesichtserkennung in der geschlossen Kammer zu lange und sie begann nach mir zu rufen. Ich konnte auch nichts machen. Zwischenzeitlich wurde auch der diensthabende Zollbeamte aufmerksam. Er mußte sich dann, nachdem sich die Kammer öffnete und Ute stinkig an ihm vorbeistapfte noch ein: “Ich war gefangen“ gefallen lassen

Der Flug nach Johannesburg verlief etwas turbulent. Wir hatten von Frankfurt bis Johannesburg mit heftigen Turbulenzen zu kämpfen, die den von mir geplanten ausgiebigen Schlaf verhinderten.

In Johannesburg trafen wir alle unsere Mitreisenden und unsere Reiseleiterin nebst Assistentin.

Es folgte eine Stadtrundfahrt durch Johannesburg. Auch von höchsten Hochhaus Johannesburgs, dem „Top of Africa“ konnte Johannesburg bei mir nicht punkten.

Diamond House
Johannesburg
Johannesburg

Wir fuhren anschließend auf die Cradle Moon Lodge, wo wir 2 Nächste verbrachten. Die Lodge ist luxuriös, man wohnt in sogenannten Rondavels (Rundhütten). Auf dem Gelände laufen Zebras, Springböcke, Antilopen frei herum.

 

Am nächsten Tag stand Pretoria auf dem Programm. Pretoria ist sehenswert. Wir besuchten den Church Square, wo das Denkmal von Paul Kruger steht. Außerdem befindet sich dort noch das alte Parlamentsgebäude.

Altes Parlamentsgebäude
Paul Kruger

Danach besuchten wir das Outtrekker Denkmal, das an den Sieg der Buren über die Zulu erinnert.

Outtrekker Denkmal
Outtrekker Denkmal

Es folgte eine Fahrt durch das Botschaftsviertel von Pretoria. In Pretoria befinden sich die zweitmeisten Botschaften anderer Länder auf der Welt. Das Viertel ist riesig, und auch die reichen Weißen haben dort ihre imposanten Villen.

Es folgte der Besuch des neuen Nelson Mandela Denkmals.

Nelson Mandela Denkmal
Wir mit unserem Beschützer
Regierungssitz Südafrikas

Abend hatten wir unser erstes Briefing mit Christine und Bettina unsere Reiseleiterinnen. Dies war sehr ausführlich und hatte als Schwerpunkt: was kann alles passieren und was dann? Es stellte sich heraus, dass Pannen, vor allem Reifenpannen nichts Aussergewöhnliches  und eher die Regel sind, als die Ausnahme. Dies hat dazu geführt, dass bei uns erstmals ein Mechaniker im eigenem Wohnmobil mit Ersatzteilen mitfährt. Auf der einen Seite beruhigend, andererseits hatte ich mit dieser Pannenwahrscheinlichkeit nicht gerechnet.

Die Nacht war etwas unruhig, da sich eine Fledermaus in unsere Hütte verirrt hatte und nicht mehr herauskam. Wir öffneten das Fenster und nach einiger Zeit fand sie den Ausweg. Dafür hatten wir neue Gäste – Mücken.

Am nächsten Tag wurde es spannend. Die Wohnmobile wurden übergeben. Nach einem freundlichen Empfang durch den Chef von Bobo Camps und umfangreichen Formalitäten, konnen wir starten. Wir hatten Glück. Wir erhielten ein relativ neues Wohnmobil aus 2017 mit 31000 km. Dazu noch ein größeres, als bestellt, nämlich einen Alkoven.

Unser Wohnmobil

Dann gings los, Rechtslenker, Linksverkehr und mit links schalten. 350 km lagen vor uns. Erst ging es zum Einkaufen, dann besorgten wir uns eine neue Sim Karte.

Es kostet doch schon eine Menge Konzentration und als wir schließlich in Sabie ankamen war ich geschafft.

Es folgte das obligatorische Briefing für den nächsten Tag, verbunden mit einem Quiz. Unsere Gruppe „Ute“ gewann souverän und wir erhielten als 1. Preis ein Päckchen RooibosTee, weil er aus Südafrika stammt, wie wir lernten.

Dann folgte ein sehr schöner Tag auf einer Panoramastrasse bis Blyde River Canyon, dem drittgrößten Canyon der Welt. Wir fuhren mehrer landschaftliche schöne Orte an wie: Graskop Falls, God’s Window, Wonder View, Bourke’s Luck Potholes, Berlin Falls, Lowveld Lookout und den Drie Rondavels.

Graskop Falls
God’s Window
Wonder View
Bourke’s Luck Potholes
Bourke’s Luck Potholes
Berlin Falls
Lowveld Lookout
Drie Rondavels

Das abschließende Briefing wurde durch unsere netten Reiseleiterinnen dahingehend verfeinert, als dass uns Biltong in verschiedenen Geschmacksrichtungen gereicht wurde und ein bekannter einheimischer 50%iger Schnaps.. Biltong ist aus Rind, Schwein oder Wild verschieden gewürztes Dörrfleich.

Biltong

Außerdem reparierte Christine den Verschluß unserer Wohnraumtür. Ich hatte sie verriegelt und dann ging nichts mehr. Wir mußten den ganzen Tag über unsere Fahrertür das Womo verlassen und betreten. Mit einem Löffelstiel behob Christine das Problem. Jetzt muß nur noch das Loch in unserem Tisch, das wundersam entstand, gekittet werden. Dani kümmert sich morgen darum.

Übrigens hat heute der erste unserer Gruppe eine neue Kupplung bekommen, montiert durch unseren Mechaniker Dani. .

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