Tag 52 bis 55
Der nächste Morgen begann entspannt bei einem gemütlichen Frühstück. Das sollte jedoch so nicht bleiben. Als unsere Nachbarin uns fragte, ob wir unser Glück schon gesehen hätten, wußten wir, der Pannenteufel hat uns wieder eingeholt. Wir hatten einen Platten, obwohl das Womo 2 Tage nicht bewegt wurde. Also Werkzeug auspacken, Christine informieren, um die nächste Reifenreparaturwerkstatt heraus zu finden und frisch ans Werk. Als der Reservereifen montiert war und ich den Wagenheber absenkte, sahen wir, dass auch der Ersatzreifen platt war, warum auch immer. Mittlerweile hatte Christine die Koordinaten der nächsten beiden Werkstätten herausgefunden. Die näheste war 114km entfernt. Das hieß, mit dem Kompressor 1 Bar Überdruck auf den Reifen, auf die M2 und dann Daumen drücken, dass die Luft reicht. Zur Sicherheit hatten wir den Kompressor noch mit an Bord, falls wir unterwegs Luft hätten nachfüllen müssen. Mit 4 Platten führen wir wieder unangefochten das Ranking der Reifendefektgeschädigten an.
Wir fanden die Werkstatt, und es wurde sofort mit der Reparatur begonnen. Wir unterhielten uns mit einem Einheimischen, der uns auf das Cafe, direkt neben der Werkstatt, aufmerksam machte. Hier gäbe es den besten Kaffee in Südafrika. Natürlich nahm ich das nicht ernst aber als er nicht nachließ, das Cafe zu empfehlen, bat ich Ute doch dort einmal hinein zu schauen. Ute ging und kam nicht wieder. Nach erfolgter Reparatur beider Reifen und Befestigung unserer vorderen Stoßstange, die wir fast verloren hätten, kam Ute zurück. Sie war begeistert von dem Cafe. Also entschlossen wir uns, dort ein 2. Frühstück einzunehmen.
Der Laden war wirklich toll. Schwer zu beschreiben, die Fotos zeigen es besser. Auch das Essen war vorzüglich. So hatte dieser ungeplante Stopp noch etwas Schönes. Da ich abends mal wieder grillen wollte, mußte ich noch Fleisch einkaufen. Der nette Einheimische empfahl mir einen Metzger, den wir auch fanden und ich ein wunderbares Angus T Bone Steak erwarb.



Dann ging es wieder auf die Piste Richtung Port Elizabeth und weiter in den Addo Elephant Park.
Dort begannen wir gleich mit einer Pirschfahrt und sahen wieder viele Tiere, vor allem Elefanten.






Rechtzeitig zum abendlichen Briefing waren wir dann im Camp. Danach wurde der Grill angeschmissen, und der Tag endete mit dem Genuß des vorzüglichen Steaks.
Der nächste Tag begann wieder mit einer morgentlichen Pirschfahrt. Leider hatte es nachts geregnet, dadurch finden die Tiere auch außerhalb der Wasserstellen genügend Wasser und sind seltener zu sehen. So war es auch. Allerdings hatten wir Glück und konnten noch einen vollgefressenen Löwen beobachten, der neben seinem Riß lag und sich ausruhte.








Danach ging es auf 250 km Richtung Graaff Reinet. Die Fahrt war eher langweilig, weil es bewölkt war und dadurch die Landschaft nicht so einladend wirkte. Die Strecke führte uns auf der Mohair Route entlang. Hier werden Mohair Ziegen gezüchtet und die Wolle für teure Schals und Pullover verarbeitet.
Graaff Reinet hat eine schöne Kirche und einige schöne alte Häuser. Außerdem wohnt dort ein Mensch, der seit den 60er Jahren Kakteen züchtet und einen großen Kakteenpark besitzt.Er fällt weiterhin auf, weil er am Eingang seines Parks ein Schild aufgestellt hat, mit der Aufschrift: Americans are not welcome. Uns begrüßte er mit der Frage, ob wir Merkel gewählt hätten. War schon ein merkwürdiger Zeitgenosse.
Abends gab es das vorgezogene Seabridge Abschiedsessen. Mit dem Shuttel ging es in die Stadt, ins Restaurant. Um 19 Uhr gab es die Suppe, um 21 Uhr den Hauptgang. Dies kommentierte Christine: „Die Deutschen haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“. So muß man es wohl sehen.

Am nächsten Morgen fuhren wir erst einmal mit dem Shuttle zum „Valley of Desolation“ . Das Tal der Trostlosigkeit empfing uns unten mit Nebel. Den durchstießen wir in 1400 m Höhe und hatten wunderbare Fernsichten.



Dann begann die Tagesetappe nach Gariep Dam, über 260 km. Dies war wieder eine sehr schöne Tour, über 2 Passe, auf 1800 m und sehr schönen Hochebenen.

In Garieb Dam schauten wir uns den größten Stausee Südafrikas an. Hier wird der Oranje gestaut.

Dann bezogen wir unser, am Stausee gelegenes, Camp.
Abends war Strausseneierwettöffnen angesagt. Ich hatte wieder das Glück für meine Gruppe gegen andere anzutreten, mit der Aufgabe, ein Straussenei zu öffnen. Seit Tagen hatten wir uns Gedanken gemacht, wie dies zu bewerkstelligen sei. Im Internet wurden Bohrer empfohlen, die wir natürlich nicht dabei haben. Ute und ich hatten schon eine Nagelfeile und Drahtgeflecht zum Aufschleifen gekauft, dazu Strohhalme zum Ausblasen. Am späten Nachmittag kam Fred, einer aus meiner Gruppe, zu mir und sagte: Kuck mal, was ich Dir gekauft habe. Eine Eisensäge hatte er in einem Werkzeugladen erstanden. Damit stiegen unsere Chancen natürlich gewaltig.
Wir mußten erst noch ein Gewitter abwarten und dann ging es los. Die anderen hatten keine Chance. Schnell hatte ich 2 Schnitte in die Schale gesägt, dann mit einem Strohhalm die Haut und den Dotter durchstoßen und dann schüttelte Michael das Innere in die Schüssel. 1Min.20 bedeuteten Seabridgerekord. Allerdings muß ich sagen, dass wir durch die brachiale Methode nicht das schönste Loch geschaffen hatten. Da waren die anderen besser.
Dann wurde in einer großen Pfanne für jede Gruppe Rührei gebraten, schmeckte wie Hühnerei. Ein Straussenei entspricht von der Menge her 24 Hühnereiern.


Letzte Meldung von der Schadensfront: der rechte Aussenspiegel löst sich in seine Bestandteile auf und wird nur noch mit viel Tape zusammen gehalten.
Tags drauf wurde noch einmal von uns alles abverlangt. 500 km standen an, bis zum Golden Gate National Park.
Die ersten 180 km fuhren wir auf der N1, der A2 Südafrikas. Die N1 stellt die Verbindung von Johannesburg nach Kapstadt oder Port Elizabeth dar. Hunderte von LKWs waren unterwegs. Jedes Überholmanöver, ein neues Abenteuer.
Wir wechselten dann auf die N8, die uns durch eine schöne Landschaft führte, vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Die letzten 70 km wurden immer spektakulärer. Wir fuhren direkt an der Grenze zu Lesotho entlang in ein Gebirge mit wunderschönen Hochtälern. Im Golden Gate National Park erreichten wir dann eine Höhe von 1900 m.
Um die Müdigkeit aus den Beinen zu bekommen, unternahmen wir dann noch eine kleine Wanderung in die Berge, mit wunderschönen Aussichten.




Abends fand das letzte Briefing unserer Reise statt. Dies wird auch das letzte Lebenszeichen von uns sein, da wir morgen nach Heidelberg fahren, wo wir kein Netz haben werden. Dort heißt es Packen und Saubermachen, da wir die Womos am übernächsten Tag besenrein abgeben werden.
Wir hoffen, wir werden die beiden letzten Tage pannenfrei absolvieren und hätten dann einen guten Abschluß einer wunderbaren und erlebnisreichen Reise.
Danke für Eure Kommentare und emails.
Wir sehen uns dann persönlich wieder in Deutschland.
Bye Bye



















































































































































































































































































































































