

6.6. bis 21.6.
Virgin River, Valley of Fire State Park, Lake Mead, Las Vegas, Death Valley, Beatty, Tonopah, Mono Lake, Tracy, Castro Valley, Dublin, San Francisco
Wir wurden wieder vor einer neuen Herausforderung gestellt. Nachdem wir in den letzten 3 Wochen ständig auf um die 2000m Höhe waren, jeden Morgen heizen mußten, obwohl es am Tag bis 30 Grad warm wurde, kamen wir jetzt wieder in die Wüste. Wir hatten unser Reisetempo verlangsamt und vor dem State Park „Valley of Fire“ noch 2 Nächte am Virgin River geplant. Was wir nicht recherchiert hatten, waren die Temperaturen dort – über 40°C. Die sogenannte Recreation Area am Fluß war nagelneu. In unserem festinstallierten Grill war noch nie Holzkohle gelegen. Der Virgin River entpuppte sich als grüner Rinnsal, der auch nicht zum Baden einlud. Also saßen wir den ganzen Tag am Womo im Schatten. Allerdings konnte ich das letzte Komfort Feature unseres Fahrzeugs nutzen, die Außendusche. Abends hatten wir 39°C im Womo und wir ließen dann doch den Generator laufen um die Klimaanlage zu nutzen.





Wir planten wieder um. Noch so einen Tag in der Wüste ohne Infrastruktur wollten wir uns nicht antun. Also fuhren wir am nächsten Tag schon zum Valley of Fire. Dort kann man leider keine Campgrounds reservieren, es gilt first come, first serve. Wir starteten schon früh und fanden tatsächlich einen wunderschönen Stellplatz mit Strom und Wasser direkt an den roten Felsen. Begrüßt wurden wir übrigens von einem kapitalen Desert Bighorn Sheep, das auch auf dem Campground „wohnte“. Hier war es leider noch heißer. Die Touristeninformation riet von Wanderungen ab, wegen der Hitze. Campfire war verboten, was in Amerika höchst selten ist. Im Womo lief den ganzen Tag die Klimaanlage, die es aber nicht unter 35°C schaffte.



Am nächsten Tag fuhren wir wieder alle Lookouts ab und machten 2 kleine Wanderungen. Hier sind die Felsen rot und je nach Licht wirkt es als würden sie brennen, daher der Name Valley of Fire. Zurück hieß es wieder nicht bewegen, höchstens zur Dusche. Obwohl es der aus unserer Sicht lebensfeinlichste Ort unserer Reise ist, haben wir noch nie soviel Tiere gesehen. Das Desert Bighorn Sheep mit Familie, Mutter mit Lamm und einem Halbwüchsigen, ein Wüstenfuchs, eine Springmaus, Antelope Ground Squirrel und Wüstenhasen. Mir ist rätselhaft, wo die ihr Wasser finden.












Tags drauf entschlossen wir uns zu einer ausgiebigen Fahrt durch die Lake Mead Recreation Area. Die Strasse durch die Black Mountains war wieder ein Genuß und menschenleer. Den Grund dafür fanden wir bei unseren beiden Stopps an der Echo Bay und Callville Bay. Der Lake Mead ist der größte Stausee Amerikas. Der Wasserspiegel ist in den letzten 20 Jahren um 30 m gesunken. Das konnten wir auch an unserem Navi erkennen, dass uns schon lange im Wasser vermutete, obwohl es noch einige 100 m bis zur Wasserlinie war.




Die touristische Infrastruktur mit Wassersportanlagen, Bungalows war mal riesig, wenn man die verlassenen Parkplätzen betrachtet. Echo Bay ist bereits ein lost place und Callville Bay wird bald folgen. Furchtbar so eine Naturkatastrophe mit eigenen Augen zu sehen. Ich bin mal gespannt, wie es in Las Vegas mit der Strom- und Wasserversorgung weitergeht, wenn der See ausgetrocknet ist.





Dann verließen wir das Valley of Fire, wieder mit einer persönlichen Verabschiedung vom uns bekannten Desert Bighorn Sheep. Es ging nach Las Vegas, wo uns auch wieder 44 °C erwarteten. Wir hatten vor Wochen einen Stellplatz im RV Campground des Circus Circus Hotel gebucht. Damit liegt der Strip genau vor uns.
Las Vegas – was soll man dazu sagen – künstlich, überflüssig, schrill, laut, innovativ, beeindruckend, spannend, faszinierend. Wir hatten 3 Tage gebucht. Am Tag konnte man draussen wegen der Temparaturen nichts machen, aber in den Hotels war es angenehm kühl. Unbeschreiblich, was in den Casinos los ist, dort wird richtig Geld vernichtet. Jedes Hotel versucht durch Attraktionen die Gäste in ihre Casinos zu locken. Man findet dort Nachbauten von: Venedig mit richtigen Gondeln, die durch das Hotel fahren, New York, Paris, Rom, Ägypten usw. Es gibt anscheinend keine Grenzen, die die Phantasie der Planer beschränkt.




















Für den ersten Abend hatten wir uns Karten besorgt für das Stück Mystere vom Cirque de Soleil. Es finden übrigens 5 verschiedene Programme des Cirque de Soleil parallel in Las Vegas statt. Das Theater und das Bühnenbild im Treasure Island waren gigantisch. Wie nicht anders zu erwarten, war die Show, gespickt mit Weltklasseakrobaten, super.
Für den 2. Abend hatten wir Karten für eine Rocksängerin gekauft. Leider wurde das Konzert kurzfristig abgesagt. Also wieder ins Netz und gucken, was es sonst noch so gibt. Copperfield fiel wegen hoher Kartenpreise bei uns durch, also buchten wir die Show von „America`s Got Talent“, die amerikanische Form von „Deutschland sucht den Superstar“. Allerdings hat man die in der Show schon gefunden, denn es treten nur Sieger der letzten Staffeln auf. Die waren auch echt gut, vor allem der Magier Dustin Tavella und der junge, blinde, autistische Klavierspieler Kodi Lee mit außergewöhnlicher Stimme. ( Youtube Videos) Auch hier fühlten wir uns gut unterhalten.
Bei der Planung unserer Reise hatte ich 2 Problemziele, Yosemite National Park und Death Valley. Wir wollten eigentlich mit Yosemite beginnen, das ging aber nicht, da der Tioga Pass noch verschneit war. Also drehten wir unsere Route um. Das hatte zur Folge, dass wir relativ spät ins Death Valley kamen, mit entsprechend großer Hitze. Ab Juli ist es vom Vermieter verboten ins Valley zu fahren. Ich beobachtete seit 14 Tagen die Temperaturvorhersagen dort, die genau zu unserem Tag über 50 °C vorhersagten. Wir beschlossen daher aus Sicherheitsgründen nicht durch Death Valley zu fahren. Vorgestern sank die Temperaturvorhersage auf „kühle“ 38°C. Das schien uns verantwortbar und so fuhren wir von Las Vegas ins Death Valley. Das Tal bietet eigentlich nicht viel Spektakuläres, einzig das Gefühl bei Badwater knapp 100 m unter dem Meeresspiegel zu sein macht es dann doch zu etwas Besonderem.








Vor Badwater hielt ich an, um ein Foto der Salzpfanne zu machen. Wir hatten bis dahin bestimmt 1 Stunde kein Auto gesehen. Als ich mich umdrehte sah ich, wie ein schwarzer Pickup hinter uns hielt. Ich machte mein Photo, in der Annahme, dass die 3 jungen Männer ebenfalls an Photos interessiert waren. Mitnichten, denn die hatten andere Sorgen. Es stellte sich heraus, dass es 3 Deutsche waren, 2 Studenten, die in Kanada bzw. auf Hawai ihr Auslandssemester absolviert hatten und ein Unternehmensberater. Sie hatten sich einen Totalschaden an einem Vorderreifen zugezogen. Natürlich gibt es im Death Valley kein Netz zum Telefonieren.
Dann stellten sich nur noch Fragen: gibt es ein Ersatzrad, Wagenheber, Werkzeug und wenn wo. Wir hatten nichts dergleichen im Womo. Das Werkzeug wurde hinter der Rücksitzbank vermutet, die wir nicht umzulegen schafften. Dann hielt ein weiterer Pickup mit einer Rangerin, die Funk hatte. Die Jungs wollten den Reifen aus Kostengründen selbst wechseln. Das Ersatzrad befand sich unter dem Wagen. Keiner wußte, wie man es löst. Die Rangerin versuchte alle aufkommenden Fragen per Funk mit einem Kollegen zu klären und dann hatten wir das Ersatzrad gelöst und den Wagenheber gefunden. Zu dem hatte ich von Anfang an kein Vertrauen. Er war für 3,5 t viel zu unterdimensioniert, was sich als wahr herausstellte. Voll ausgefahren rührte sich der Platten nicht einen Milimeter vom Boden. Nachdem man den Rahmen an 2 Stellen tüchtig eingedrückt hatte und das Vorderrad immer noch fest auf dem Boden stand, entschieden die Jungs, jetzt doch den Servicewagen zu bestellen. Es waren mittlerweile gut 3 Stunden vergangen. Immer wieder machten wir Pausen im Wohnmobil, wo permanent die Klimaanlage lief, um uns abzukühlen, denn es war wieder sehr heiß. Schließlich kam der Monteur, der als erstes mit Kopfschütteln den Wagenheber weglegte und sich eines hydraulischen bediente. Das klappte auch nicht, erst mit einem größeren schaffte er es. Das Ersatzrad entpuppte sich leider nur als Notrad und so mußten die Drei noch 20 Meilen nach Furnace Creek fahren und dort versuchen ein vollwertiges Rad zu bekommen. Zum Abschied schenkten uns die Jungs eine original verpackte Küchenrolle als Dankeschön. Das zeigt, wie fertig die waren.




Damit war unser Tagesablauf auch beendet und wir übernachteten in Beatty einem kleinen Nest außerhalb des Death Valleys. Das sind jetzt kleine Transitpassagen, die wir machen, da wir genug Zeit haben, bis zur Wohnmobilabgabe. Die nächste Station wird Mono Lake sein. Übrigens, nach 14 Tage Dauerbetrieb der Klimaanlage, mußten wir heute morgen wieder heizen. Das Klima auf dieser Reise ist eine wirkliche Herausforderung.
Die nächste Etappe ging zum Mono Lake am Eingang zum Yosemite National Park. Die Fahrt war wieder sehr abwechslungsreich, zunächst durch Wüste, dann Steppe, es kam das erste Grün und schließlich Wald.
Der Mono Lake hat auch viel zu wenig Wasser, die Dürre und das Abzweigen von viel zuviel Wasser für die Versorgung der Städte, hat auch hier zu einer Katastrophe geführt. Am Mono Lake werden wir 2 Tage bleiben. Die Zeit nutzten wir zur ersten Säuberung des Wohnmobils und zum Packen der ersten Koffer mit Sachen, die wir bis zur Abreise nicht mehr benötigen werden.












Der Stellplatz begrüßte Ute gleich mit einem ihrer Freunde, der gleich nach ihrer Ankunft seine Arbeit aufnahm.

Wir entschlossen uns trotzdem unseren Aufenthalt hier noch um einen Tag zu verlängern. In der Nähe kann man die Tufa Towers am und im Mono Lake besuchen. Das sind Süsswasserquellen die vor Tausenden von Jahren , als der Wasserspiegel viel höher war, Mineralien ablagerten und so die Türme bildeten, ähnlich wie bei den Tropfsteinhöhlen, nur unter Wasser. Als der Wassespiegel dann sank, blieben die Säulen stehen. Danach sind wir den June Scenic Loop gefahren, ein ca. 20 Meilen langer Rundweg an 3 malerischen Seen vorbei, in den Bergen.






Nacht zog ein heftiger Sturm auf, der auch den ganzen nächsten Tag anhielt. Morgen werden wir unsere härteste Nuß, den Yosemite National Park knacken müssen. Er hat bisher mit allen Mitteln versucht unseren Besuch zu verhindern. Erst war der Tioga Pass bis Ende Mai wegen Schnee gesperrt. Dann waren alle Campingplätze ausgebucht, wobei mehr als die Hälfte der Plätze dieses Jahr wegen Renovierung geschlossen haben und schließlich verlangt man nur für die Durchreise ein Permit, dass man auf einer unkomfortablen Internetseite buchen kann. Bis in den Sommer waren alle Tage ausgebucht. Also werden wir morgen wieder um 4:30 aufstehen, um vor 6 Uhr den Eingang passiert zu haben, da die Kontrollen erst ab 6 Uhr vorgenommen werden.
Die Nacht war kurz und um 4:45 Uhr waren wir auf der Strasse. Es war schön zu beobachten, wie ganz langsam der Tag begann. Das Gate war, wie erhofft nicht besetzt und schon waren wir im Park. Wir fuhren den gesamten Highway 120 zunächst über den 3100m hohen Tioga Pass und dann weiter ca. 80 Meilen durch eine herrliche Berglandschaft. Das hat wieder richtig Spaß gemacht.










Wir hatten für diese Nacht noch keinen Übernachtungsplatz und versuchten es wieder auf einem Walmart Parkplatz. Leider mußten wir feststellen, dass alle Walmart Parkplätze in Kalifornien für Übernachtungen gesperrt sind. Also galt es wieder recherchieren. Ute fand einige Adresse, wo man frei übernachten könnte und ich fand einen RV Platz in Tracy, der nächsten Stadt auf der Srecke. Den fanden wir auch, war klein aber gepflegt aber niemand vor Ort, den man hätte fragen können, ob noch Platz für uns ist. Ich fand eine Telefonnummer, wo nur ein Band lief. Dort hinterließ ich meine Tel.-Nr. und parkte erst mal das Womo. Nach einer Stunde meldete sich eine nette Dame, die mir erklärte, dass der Platz nur für Mitglieder der Elk Org. vorgesehen sei. Sie ließ uns dann aber für 10 $ auf dem Parkplatz übernachten.

Dann folgten noch 2 Nächte im Castro Valley, wo wir noch einmal sehr schön mitten in einem großen Eukalyptuswald standen. Hier konnten wir in aller Ruhe das Womo für die Abgabe vorbereiten und Packen.


Dann ging es auf die letzte Etappe nach Dublin zur Wohnmobilabgabe. Nachdem wir alle Tanks geleert, Benzin und Gas aufgefüllt hatten, gestaltete sich diese als problemlos. Mit dem Uber fuhren wir dann zum gebuchten Hotel in der Nähe des Flughafens, von wo wir morgen abfliegen werden.


Damit ist unsere Reise zu Ende. Sie war die bisher herausvordernste, anstrengenste aber auch erlebnisreichste Reise, die wir bisher unternommen haben. 16500 km liegen hinter uns und wir sind froh, dass wir ohne größere Pannen diese bewältigt haben.
Damit schließen wir unsere Lebenszeichen für diese Reise und freuen uns auf persönliche Treffen.

















































































