10. Lebenszeichen Across America März 2022

24.5. bis 29.5.

Monument Valley, Mesa Verde, Ouray, Canyonland, Arches

Da wir nur eine kurze Etappe von200 km vor uns hatten, ließen wir es gemütlich angehen.

Am späten Vormittag nahmen wir noch Propan auf, da wir in den nächsten 2 Wochen keine gute Möglichkeit dafür in Aussicht hatten. Den Kühlschrank und den Gefrierschrank hatten wir deshalb auch gut gefüllt.

Nach 2 Meilen sahen kamen wir an einem Rodeoevent vorbei, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. War wieder sehr interessant, zu sehen, wie professionell und mit Leidenschaft die Mojaves, dieses Event gestalteten.

Wir staunten, wie geschickt die Frauen ihre Pferde im Griff hatten, nur einhändig, da sie mit der anderen Hand mit dem Lasso ein Kalb fangen mußten. Es zählte die Zeit.

Da es wieder sehr heiß war, und wir kein Wasser mitgenommen hatte, ging ich zurück, um es zu holen. Im Womo empfing mich ein bekannter Piepton “Check gas“, den wir von der wochenlangen Nerverei bei Angelika schon kannten. Der Kühlschrank streikte. Also erst einmal klassisch ein- und ausschalten – half nichts. Dann die Außenklappe geöffnet, natürlich dabei eine Veriegelung abgebrochen, um zu sehen, ob alle Kabel noch angeschlossen waren – waren sie. Natürlich war Sonntag, und wir wolltern ja in ein Gebiet ohne große Orte, wo es bestimmt keinen RV Reparuturbetrieb gab. Sollten wir noch einen Tag in Page bleiben und Montag versuchen eine entsprechende Werkstatt zu finden? Dann fiel mir El Monte, unser Vermieter, ein. Wir hatten ja eine Notfallnummer. Ich rief dort an, und nach kurzer Prüfung unserer Mietdaten, konnte ich einer netten Dame unser Problem schildern. Sie fragte als erstes, ob wir kürzlich Gas getankt hätten – hatten wir. Dann schlug sie folgende Prozedur vor: Kühlschrank an lassen, alle Gasverbraucher in Betrieb setzten, 1 Minute laufen lassen, dann Kühlschrank ausschalten und nach 10 Sekunden wieder anschalten. Wenn dies nicht helfen würde, sollte ich mich noch einmal melden. Also frisch ans Werk, den Herd angemacht – ging nicht. Auch hier kein Gas. Dann kam mir ein Gedanke. Sollte die unfreundliche Dame an der Gastankstelle etwa den Tank abgedreht gelassen haben. Es ist nämlich so, wir dürfen keine Hand an den Gastank anlegen. Ausschließlich geschultes Personal an den Tankstellen dürfen dies. Ich öffnete die Außenklappe und tatsächlich war der Tank abgedreht. Virtuell habe ich der Dame noch einen Tritt verpaßt. Soviel Aufregung umsonst.

Erleichtert ging es dann endlich los. Die Fahrt auf einer Scenic Route war wieder sehr abwechslungsreich. Dann sahen wir von weiten die ersten sogenannten Arches, die Felsen die prominent aus der Ebene ragen.

Wir bezogen unseren Stellplatz und abends wurde wieder gegrillt.

Das Wetter am nächsten Tag war wieder völlig anders. Nach der gestrigen Hitze hatten wir am Vormittag erträgliche 18 °C. Ein kurzer Spaziergang auf dem, direkt am Campground gelegenen Trail versprach schöne Motive für unsere am Nachmittag gebuchte Tour ins Tal.

Für den Nachmittag hatten wir eine geführte Tour ins Monument Valley gebucht, d.h. wir mußten, weil wir mit unserem RV die 17 Meilen Scenic Piste nicht fahren konnten. Wir wurden in einem offenen Pickup abgeholt. Unser Guide begann gleich mit etwas flachen Witzen und als unser erster Stop von Souvenierständen gesäumt war, senkte ich meine Erwartungshaltung deutlich. Das hielt auch noch an, als er von der Scenic Road abbog und eine Sandpiste nahm. „Wir fahren jetzt ins Hinterland, wo nur Tourguides hinein fahren dürfen“, war seine Erklärung. Das änderte dann alles. Selbst Navajo, erklärte er uns, in verträglicher Dosierung Geschichte und das Leben der Navajos heute. 95% ihrer Population haben sie in den letzten Jahrhunderten verloren und versuchen durch eigene Schulen ihre Sprache und Kultur nicht verloren gehen zu lassen. Wir kamen in Gebiete, wo wir völlig allein waren und so alles noch intensiver genießen konnten. Unterwegs besuchten wir noch eine kleine Navajo Siedlung, wo wirklich noch ein Clan traditionell lebt, ohne Wasser und nur einem Generator. Dort konnten wir auch die sogenannten Hogans besichtigen, die früheren Behausungen der Navajos.

Die Landschaft wurde jetzt wieder grandios. Monument Valley ist ein zutreffender Name. Die Natur hat wirklich Monumente aus Sandstein geschaffen. Sie dienten als Kulisse für viele Western u.a. mit John Wayne. Die Fahrt entpuppte sich als Volltreffer, zumal das Wetter, das am Tage bewölkt war, zum Sonnenuntergang sonnig wurde und wir bestes Licht zum Fotografieren hatten.

   

Wir verließen Monument Valley am nächsten Morgen, nicht ohne noch letzte Blicke, diesmal bei Sonnanaufgang auf die Scenerie zu werfen.

Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher zum Mexican Hat.

Es ging Richtung Mesa Verde National Park. Die Fahrt war wieder landschaftlich ein Genuß. Wir machten Höhe, und die Landschaft wurde grün.

Dann war ich doch überrascht, dass Ute hier heimlich Geschäfte macht. Es gibt sogar die Ute Mountains und Ute Reservation.

In Mesa Verde, auf 2400 m, standen wir auf einen sogenannten Dry Platz, d.h. es gibt kein Wasser und kein Strom, allerdings Grill, Feuerstelle und Sitzbank.

Dann machte ich mich noch auf den kleinen, am Campground beginnende Trail zu wandern. Der war sehr schön angelegt mit Blick auf das ca. 800 m tieferliegende San Juan Tal. Ich war da völlig allein unterwegs und das einzig Unentspannte war: ich mußte immer an Bären denken. Wir befinden uns wieder in einem aktiven Bärengebiet.

Die Nacht war bitterkalt, 2°C und wir zogen an was wir hatten. Um 5 Uhr machte ich dann doch die Heizung an.

Dann erkundeten wir den Mesa Verde National Park. Mesa Verde bedeutet grüner Tafelberg und das konnten wir schnell nachvollzielen, denn der gesamte Park ist bewaldet. Uns interessierten die dort gefundenen Anasazi-Siedlungen. Sie haben in großen Halbhöhlen des Canyons ihre Cliffhäuser gebaut. Seit dem 12. Jahrhundert sollen sie sich dort angesiedelt haben aber um 1300 n .C. waren sie bereits wieder verschwunden. Über Gründe wird spekuliert, am wahrscheinlichsten ist die These, dass die zu der Zeit herrschende Dürre ein Grund sein könnte.

Wir haben wieder eine Traumstrasse entdeckt. 

Zunächst ging es von Mesa Verde ostwärts bis Durango. Hier parkten wir vor Mc Donalds, da die sehr gutes Wifi haben. Wir habe teilweise kein Netz und auf den Plätzen ist das Wifi nicht zu gebrauchen. Da muß man dann solche Möglichkeiten nutzen. Wir mußten unbedingt den Platz in Las Vegas buchen, obwohl wir noch nicht den genauen Termin haben. Ein Anruf im Circus Circus, die haben auch einen RV Stellplatz am Hotel, klärte uns auf, dass wir 2 Tage vor gebuchten Termin kostenlos stornieren können. Auch der Reiseblog war wieder notleidend, da ich keine Bilder laden konnte. 

Nach gut einer Stunde brachen wir dann auf Richtung Ouray. Dann gab es nur noch Genuß pur. Auf dem sogenannten Million Dollar Highway überfuhren wir zunächst den Mola Pass und anschließend den Red Mountain Pass, beide über 3300 m hoch. Das Wetter war wieder perfekt und die Landschaft auch. Birkenwälder wechselten sich mit Kieferwaälder ab und oberhalb der Baumgrenze gab es dann noch einen malerischen See. Unser Womo hat die Strapazen super weggesteckt, im Gegenteil, es machte richtig Spaß mit der Motorleistung die Pässe zu fahren. Bremsen, bei den Abfahrten, brauchte ich fast nie, da die Fordmaschinen eine starke Motorbremse besitzen.

Wir durchfuhren Silverton, wo alles sehr gepflegt war. Dort standen superschöne Häuser. Hier muß immer noch reichlich Geld wohnen. Silverton und Ouray sind alte Silber- und Goldgräberstädte, deren früherer Reichtum heute durch Tourismus erhalten wurde.

In Ouray hatte ich eine Koordinate für einen Platz gefunden. Die Anfahrt zum Amphietheater, so der Name des Campgrounds war wieder herausfordernd. Wir fuhren auf einer schmalen Strasse noch einmal gut 400 Höhenmeter in den Berg. Dort fanden wir einen sogenannten Host, der uns einen guten Platz anbot, den wir dann auch nahmen. Auch hier gibt es nur Dry Plätze.

Wir machten dann noch einen Abstecher nach Ouray und vertraten uns dort die Füße. Abends machten wir mal wieder ein Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen änderten wir unseren Tagesplan kurzfristig. Canyonlands National Park war unser Ziel und zwar der nördliche Eingang. Wir beschlossen einen Umweg zu fahren und südlich bis zum Needles Overview zu fahren. Die Fahrt war problemlos, wir fuhren durch dünn besiedelte Teile Colorados immer zwischen 1800 und 2300 m Höhe.

Nach dem Abzweig zum Overlook kamen wir an einem Campground vorbei, den Ute bei kurzfristigem Netz im Internet als ausgebucht gefunden hatte. Wir fuhren trotzdem hinein. Von 26 Plätzen waren bestimmt die Hälfe frei. Wir suchten uns einen schönen Platz aus, registrierten uns selbst, legten 20 Dollar in den Umschlag und schon hatten wir eine Bleibe für die Nacht.

Dann fuhren wir noch 12 Meilen zum Overlook. Hier haben der Colorado und Green River wieder ganze Arbeit geleistet. Einen weiteren riesigen Canyon haben sie in Millionen von Jahren gebildet. Nicht ganz so tief wie der Grand Canyon aber viel breiter. Wir waren wieder allein dort, was uns wunderte, weil der ganze Bereich nagelneu angelegt worden war.

Nach der Besichtigung blieben wir dort und ruhten uns aus – bis der Bus mit den 50 Italienern kam. Dann war es mit der Ruhe vorbei. Während der 1 Stunde Aufenthalt wurde intensiv palavert, in dem 1 m schattigen Zwischenraum von Bus und Wohnmobil. Ute hielt sich tapfer. Normalerweise nervt sie das. Diesmal ließ sie sich nichts anmerken.

Auf der Rückfahrt sahen wir noch ein Ergebnis eines exklusiven Hobbies der Amerikaner – Strassenschilder erschießen.  

Jeder Tag verläuft etwas anders als geplant. Wir wollten nach Moeb, dort wieder zu Mc Donals und dort verschiedene Dinge im Internet planen, buchen oder regeln. Wichtig war für morgen ein Permit zum Betreten des Arches National Parks zu bekommen. Kostet nichts, muß man aber mit Tag und Stunde anmelden. Alles war bereits für die nächsten Tage ausgebucht. Es gab verschiedene für uns unklare Infos, wie man trotzdem zu einem Permit kommen kann. Wir beschlossen zum Visitors Center zu fahren um vor Ort mehr zu erfahren. Dann sahen wir den Stau vor der Parkeinfahrt. Bevor wir dort reingerieten, drehte ich und wir planten jetzt neu. Die Permits gelten von 6 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Der Park ist 24/7 geöffnet. Wir werden also morgen um 5 Uhr versuchen dort hinein zu kommen. Auch unsere Recherche nach einem Campingplatz verlief erfolglos – alles ausgebucht.

Nachdem wir noch entsorgt und eingekauft hatten machten wir uns auf den Weg in den Canyonlands National Park von der anderen Seite. Und schon standen wir wieder im Stau. Wir passierten nach einigen Minuten ein Schild mit dem Aufdruck: von hier noch 60 Minuten. Wir nutzten die Zeit und aßen zu Mittag. Nach ca. 45 Minuten waren wir im Park.

Wie schon in den anderen Parks können wir nur befestigte Strassen befahren. Diese sind aber mit schönen Viewpoints bestückt, so dass man einen schönen Überblick bekommt. Den ganzen Nachmittag verbachten wir wieder mit Staunen, Fotografieren und wandern. Auch dieser Park war wieder einzigartig.

Dann ging es zurück. Von einem Mitreisenden, der auch verlängert hatte und ca. 10 Tage vor uns hier war hatten wir den Hinweis auf einen Übernachtungsplatz bekommen, wo er frei übernachtet hatte. Den fuhren wir an und verbrachten dort die Nacht.

Die Nacht war kurz. Um 4:30 Uhr ging der Wecker und um kurz vor 5 waren wir in stockfinsterer Nacht beim Eingang in den Park. Ich traute meinen Augen nicht, wie an der Perlenschnur aufgezogen Auto an Auto fuhr den Berg hinauf in den Nationalpark. Alle hatten das gleiche Ziel, den Delicate Arch, das Aushängeschild vom Arches National Park. Nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir am Ende des Parks auf den großen Parkplatz an. Er war bereits zur Hälfe gefüllt und es herrschte emsiges Treiben. Man war professionell mit Stirnlampe und den neuesten Kollektion der einschlägigen Outdoorbekleidungsanbieter ausgerüstet. Dann merkten wir, dass wir noch einen 1 stündigen Anstieg zum Delicate Arch zu absolvieren hatten. Der Trail war mit “moderate strengthness“ betitelt, was nichts Gutes verhieß. So war es dann auch. Der Anstieg war sehr anstrengend und am Ende sogar ausgesetzt. Wir befinden uns immer noch auf 1800 m Höhe.Ute mußte sich sehr überwinden diese letzte Passage zu meistern. Dann sahen wir ihn, sogar mit Sonnenaufgang.

Auch hier wieder sehr eindrucksvoll, was die Natur für Konstruktionen zaubert. Nach einiger Zeit hieß es wieder absteigen und dann frühstückten wir erst einmal.

Wir hielten uns insgesamt fast 11 Stunden im Park auf und besuchten jeden Viewpoint. Diese verdienen ihren Namen nur zum Teil, denn in der Regel muß man noch 1 bis 3 Kilometerlaufen. So kamen heute bestimmt 12 km zusammen. Auch hier wieder zwar Fels aber völlig anders geformt. Wir waren wieder begeistert.

Als wir den Park um 17:30 Uhr verließen, trauten wir unseren Augen nicht. Am Parkeingang eine riesig lange Autoschlange, die alle noch in den Park wollten. Die haben mindestens 1 Stunde für die Einfahrt gebraucht.

In Moab fuhren wir wieder zu Mac Donalds um unter anderem dieses Lesezeichen zu finalisieren. Ich wollte Pommes holen und wurde von einem Schild empfangen: wegen Personalmangels nur Drive Thru. Also stellte ich mich zwischen den Autos an, ging immer mit in der Schlange, bestellte am Automaten, bezahlte am Schalter und bekam das Essen. Zufuß durch den Drive Thru hab ich auch noch nicht gemacht.

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9. Lebenszeichen Across America März 2022

15.5. bis 21.5.

Grand Canyon, Page, Horseshoe Bend, Glen Canyon Dam, Upper und Lower Antelope Canyon, Lake Powell

Die nächsten 5 Tage verbrachten wir im Grand Canyon. Die erste Nacht im Park und die anderen 4 Nächte im RV Campground direkt am Visitor Center.

Der südliche Teil des Grand Canyon ist touristisch jetzt voll erschlossen. Es gibt jede Menge gute Strassen, Hotels, Restaurants, Parkplätze an den View Points und es fahren unentgeldlich Busse permanent den ganzen Tag alle Orte an. Vor 40 Jahren, als ich schon einmal dort war, war nichts davon vorhanden.

Was geblieben ist sind die spektakulären Blicke auf und in den Canyon. Man ist über die gewaltigen Ausmaße sprachlos. Natürlich sind die Sonnenuntergänge dann noch spektakulärer. Es fällt schwer Fotos auszuwählen, daher bekommt ihr hier die geballte Ladung – da müßt ihr durch.

Wir haben dann doch den Aufenthalt um 1 Tag verkürzt, da unser nächstes Ziel, der Antelope Canyon nur mit Guides zu erkunden ist und wir nur mit Mühe Termine fanden, die die Verkürzung erforderten. Alles war danach auf Wochen ausgebucht.

Als wir am Nachmittag den Grand Canyon ein letztes Mal verließen, fuhr plötzlich Sybille und Jörg mit ihrem Bimobil vor uns. Sie hatten eine andere Route als wir gewählt aber hier trafen beide Route auseinander. War wieder ein nettes Wiedersehen.

Morgens brachen wir Richtung Page auf und fuhren noch einmal ein ganzes Stück durch den Grand Canyon. Im Morgenlicht sah er auch sehr schön aus.

Die Landschaft änderte sich wieder radikal, da wir von 2200 m auf 1200 m hinabfuhren. Wir fuhren in die Navajo Nation, ein Reservat in der Größe Bayerns, mit eigener Verwaltung. Es besteht vorwiegend aus Sandsteinwüste und Canyons.

In Page fuhren wir erst einmal zum Horseshoe Bend. Hier bildet der Colorado fast einen Kreis und der Canyon hat die Form eines Hufes, daher der Name.

Dann schauten wir uns noch den Glen Canyon Dam an, durch den der Lake Powell entstand.

Die Temperatur stieg wieder auf weit über 30 °C und es stürmte – heizen brauchten wir hier nicht im Gegensatz zum Grand Canyon, wo es nachts auf 3°C abkühlte.

Am nächsten Tag haben wir erst einmal auf dem Walmart Parkplatz ausgeschlafen. Wir werden hier noch 2 Nächte verbringen. Dann besuchten wir die 2 Touranbieter für die Besuche des Upper und Lower Antelop Canyons. Wir wollten sicherstellen, dass wir die richtige Uhrzeit im Auge behalten, denn wir befinden uns hier genau auf der Zeitgrenze von Arizona und Utah. So hat Utes Applewatch 1 Stunde später angezeigt als meine, obwohl alle Einstellungen gleich waren. Dann ging es zum Lake Powell, d.h. es sollte dorthin gehen. Wir haben kein Wasser sehen können. Der See ist weiträumig abgesperrt, man kommt nur mit Golfcarts weiter ans Wasser. Das liegt wohl daran, dass er kaum Wasser hat. Wir werden morgen einen 2. Versuch starten.

Dann ging es in den Upper Antelope Canyon, und wieder muß man vor der Natur niederknien. Was das Wasser für bizarre, unwirkliche Formen geschaffen hat, ist unbeschreiblich – die Bilder sprechen wahrscheinlich für sich. Das war wieder ein einmaliges Erlebnis..

Am nächsten Tag galt es wieder früh aufstehen, wir hatten eine Tour in den Lower Antelope Canyon gebucht. In dem Teil des Canyons muß man über Leitern und Treppen erst einmal in den Canyon einsteigen. Trotz der „Wow“ Momente des Vortages waren wir wieder begeistert. Unser Guide entpuppte sich als künstlerischer Fotograf. An verschiedenen Stellen machte er von jedem Paar Aufnahmen, die wir so nie gemacht hätten, weil wir natürlich die exponierten Stellen nicht kannten. Bilder aus dem Antelop Canyon erzielen unglaubliche Preise, das Bild “Ghost“ erzielte bei einer Auktion 6,5 Millionen Dollar. Microsoft benutz Bilder für ihre Bildschirmschoner. Das war auch ein mehr als lohnenswerter Ausflug. Übrigens konnte man bis 1997 den Canyon alleine besuchen. Dann geschah eine Katastrophe – 11 Touristen kamen durch eine  Sturzflut mit einer 4 m hohen Welle ums Leben. Ab dem Zeitpunkt kommt man nur mit Guides in den Canyon.

Dann besuchten wir noch die Antelope Point Marina und sahen das ganze Ausmaß des niedrigen Wasserspiegels vom Lake Powell. Dort befindet sich eine hochmoderne Marina mit Hunderten von großen Hausbooten und Motoryachten die fast alle nicht mehr fahren, wegen des niedrigen Wasserstandes. Erreichen kann man die Marina nur noch mit einem kostenlosen Shuttleservice via Golfcart. Hier scheint sich eine Katastrophe anzubahnen. Seit 19 Jahren dauert hier die Dürre schon. Im letzten Jahr wurden die Hausbootbesitzer aufgefordert ihre Boote an Land zu bringen, da es später nicht mehr ginge. Haben viele nicht gemacht – wahrscheinlich stirbt die Hoffnung auf Besserung der Situation zuletzt.

Am Wahwear Overlook machten wir erst einmal eine längere Pause, man muß das Gesehene auch erst einmal verarbeiten.

Später fuhren wir noch zum Lone Rock Beach am Lake Powell. Der Lone Rock ist ein prominent plazierter Felsen, der früher im Wasser stand. Die Markierungen an den Ufern deuten darauf hin, dass der Wasserspiegel früher mindestens 20 m höher war, und das beim zweitgrößten Stausee der USA.

Den Tag beendeten wir wieder am Wahwear Overlook zum Sonnenuntergang.

Page hat uns mit seinen Natursehenswürdigkeiten wirklich überrascht. Am Walmart standen wir 3 Nächte kostenlos mit super WLAN.

Kostenloser Stellplatz mit Vorgarten
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8. Lebenszeichen Across America März 2022


6.5. bis 14.5.

San Francisco, Fresno, Kings Canyon, Sequoia National Park, Tehachapi, Joshua National Park, Kingsman, Williams

Der erste Tag allein unterwegs begann früh. Wir wollten zeitliche Reserve haben, falls wir keinen geeigneten Stellplatz finden. Dies war sowieso nur eine Transitstrecke in den Südwesten, wo die Nationalparks liegen. Mit etwas Stau schafften wir es aus San Francisco heraus und wechselten dann 10 Mal den Highway bis wir Richtung Fresno unterwegs waren. In Fresno gab es keinen Stellplatz aber ich hatte heraus gefunden, dass man in Sander beim Walmart übernachten kann. Wir waren Mittags dort und fanden ein schattiges Plätzchen, es war wieder sehr heiß geworden. Dort konnten wir tatsächlich ungestört schlafen.

Die nächste Etappe war auch wieder spannend. Auch für diesen Tag hatten wir noch keinen Stellplatz buchen können, alles ausgebucht. Unser Ziel war der Kings Canyon National Park. Dort gibt es nur einen Platz nach dem Prinzip: first come, first serve. Um 9:30 Uhr erreichten wir den Parkeingang und erfuhren, dass der Platz schon belegt war. Trotzdem fuhren wir dorthin und wurden freundlich mit einem Schild: „Full“ begrüßt. Einen Plan B hatten wir nicht, also fuhren wir trotzdem hinein und fanden tatsächlich einen leeren Platz. Der Zettel am Platz sagte aus, dass nur bis zum 7.5. gebucht war, also war der Gast schon abgereist. Schnell füllten wir ein Anmeldeformular aus, legten 22 Dollar in den Umschlag, steckten den Umschlag in den Briefkasten und befestigten den Zettel mit dem Abreisedatum 8.5. an unserem Platz. Da hatten wir Glück gehabt, denn es war der einzige freie Platz im Campground. Der war sowieso nur zu 1/3 nutzbar, der Rest war gesperrt, warum wissen wir nicht.

Dann begann eine tolle Fahrt Richtung Canyon durch den Nationalpark. Unser Platz lag auf 2000m Höhe und die fuhren wir runter zum Kings River. Die Ausblicke in die Sierra Nevada, wo noch teilweise Schnee lag, war atemberaubend.

Am Kings River erfuhren wir, dass die Strasse zum Canyon gesperrt sei, wegen massiver Erdrutsche. Also nichts mit Canyon. Dafür besuchten wir eine Höhle, die uns allerdings nach der Besichtigung der Carlsbad Cavern Höhle nicht besonders beeindruckte. Allerdings mußte man teilweise etwas klettern und war sehr nahe an den Tropfsteinen.

Danach machten wir auf der Rückfahrt noch einen Stop am malerisch gelegenen Hume See und verweilten dort eine Zeit. 

Dann gab es einen weiteren Höhepunkt, die Sequoia Bäume. Wir fuhren zum General Grand, dem drittgrößten Baum der Welt, was das Volumen angeht. Höhe 82 m, größter Umfang 33 m, Volumen 1320 qm, Gewicht 1325 t, Alter 1700 Jahre – unglaublich beeindruckend.

 Zurück zum Stellplatz, ließen wir den Tag mit einem Lagerfeuer ausklingen.

Nachts um 3 Uhr wachte ich auf, denn es waren nur noch 8 Grad C im Womo. Wofür hat man schließlich eine Heizung an Bord, und nach kurzer Zeit war es wieder angenehm. Wir schliefen beide 12 Stunden, anscheinend hatten wir die nötig.

Dann brachen wir auf zum Sequoia National Park. Durch den Park führt nur eine für uns befahrbare Strasse mit 10000 Kurven und einigen 1000m Höhenmeter. Die Aussichten und die Fahrt war wieder wunderschön. Vor allem die Sequoia Bäume strahlen eine unheimliche Ruhe aus. Wir besuchten General Sherman,den größten Sequoia der Welt und danach den Sentinel, der auf 2200 Jahre geschätzt wird. Angeblich hat man schon Bäume gefunden, die auf 3300 Jahre geschätzt werden.

Wir kamen auch durch große von Waldbränden zerstörte Wälder. Nur die Sequoia überleben in der Regel diese Brände. Sie haben eine bis zu 60 cm dicke Rinde die die Bäume feuerfester macht. Außerdem enthalten sie Tannin das gegen  Schädlingen schützt.

Witzigerweise trafen wir unterwegs Jörg und Sybille, die mit ihrem Bimobil auch verlängert haben und bis September Amerika bereisen wollen.

Unseren Campground fanden wir, allerdings nicht unseren Stellplatz Nr.31. Auch hier gab es keinen Menschen an der Rezeption. Es hing ein Zettel aus, der die Namen und Stellplätze auswies, die reserviert waren. Weder unser Name noch die Nr. 31 waren darauf zu lesen, obwohl Ute die Bestätigung per email erhalten hatte. Auch auf dem ausgehängten Stellplatzplan gab es die Nr. 30 und 32. Netzempfang gibt es in den Nationalparks natürlich auch nicht. Ich kriegte fast zuviel. Ute machte sich auf die Reise durch den unübersichtlichen Campground und fand tatsächlich Nr. 31 mit unserem Bestätigungszettel. Irgendjemand will uns ärgern. Dafür erhielten wir auf unserem Platz dann gleich Besuch von 2 Rehen und einem Grauhörnchen.

Die Plätze in den Nationalparks sind sehr spartanisch, ohne Strom, Wasser und Entsorgung, sie liegen allerdings phantastisch. Abends gönnten wir uns bei angenehmen Temperaturen wieder ein Lagerfeuer. Es ist kaum zu verstehen, dass trotz der vielen Feuer in den Nationalparks Lagerfeuer ausdrücklich erlaubt sind.

Dann ging es weiter südwärts. Die Strecke zum Joshua TreeNationalpark war uns an einem Stück zu lang, deshalb übernachteten wir auf halber Strecke in Tehachapi. Die Fahrt war abwechslungsreich, zuerst fuhren wir an Zitrusplantagen vorbei, dann durchfuhren wir große Ölfelder. In Tehachapi war es zwar sonnig aber bei starkem Wind sehr kalt.

Dann folgte der Rest des Weges zum Joshua Tree National Park. Diesmal ging es durch die Mojave Wüste auf gut 1000 m. Kilometerlange schnurgerade Strassen klingen zwar eintönig, waren trotzdem sehenswert.

Im Yucca Valley fanden wir einen schönen Stellplatz.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir dann die 6 Meilen zum Eingang in den Joshua Tree National Park. Durch unsere am Anfang der Reise für 80 Dollar erworbene Jahreskarte für alle Nationalparks Amerikas, brauchen wir keinen Eintritt bezahlen, die Karte hat sich schon mehrfach bezahlt gemacht.

Joshua Tree liegt in der Mojave Wüste auf ca. 1000 m. Hier wachsen die Joshua Trees, die eigentlich keine Bäume sind, sondern eine Yucca Palmenart.

Wir fuhren einige Strassen ab und wanderten auf verschiedenen sehr gut angelegten Trails. Die Landschaft wird durch riesige sogenannte Boulder geprägt, das sind Granitsteine, die aus Bergen herausgewaschen wurden. In Verbindung mit der Pflanzenwelt ergab dies eine wunderschöne Mischung.

Für die nächsten 2 Nächte hatte Ute einen Platz auf dem Campground innerhalb des Parks gebucht. Den fanden wir auch und waren begeistert. Toller Blick in die Felsen, Feuerstelle, Grill und Sitzbank, was will man mehr.

Abends gab es dann kein Lagerfeuer, es war zu kalt.

Den ganzen nächsten Tag waren wir im Nationalpark unterwegs. Wir liefen einige loops ab und fuhren am Nachmittag Richtung südlicher Ausgang. Während der ca. 20 Meilen veränderte sich die Landschaft enorm. Die Joshua Trees verschwanden und es tauchten die Cholla Kakteen auf.  Weitere 200 Höhenmeter tiefer sah man auch diese nicht mehr sondern die  Ocotillos.Die Mojave Wüste veränderte sich zum Colorado Desert.

Der Tag hatte wieder Spaß gemacht, bewegten wir uns doch in Landschaften , die wir zuvor noch nicht erlebt hatten.

Am Nachmittag grillten wir auf dem von einem Mitreisenden geschenkten Webergrill. Es gab für mich ein ausgezeichnetes Ripeyesteack, für Ute Gemüseschiffchen.

Dann kamen erst 2 chaotische Mädels, die 3 Stunden versuchten ein neu gekauftes Zelt aufzustellen. Später 2 Typen in Pickups, die auch unorganisiert versuchten Einmannzelte aufzustellen. Spät am Abend schafften sie es nicht ein Lagerfeuer anzuzünden und den Grill in Betrieb zu setzten. Dafür hörte ich Wortfetzen wie Whisky, Eis, Bier,  und es roch verdächtig nach  Marihuana. 

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der historischen Route 66. Ute hatte 2 Stunden benötigt die ausgewählte Route ins Navi zu kriegen. Das lag daran, dass es keine durchgängige Bezeichnung der Route 66 mehr gibt. Es gibt Teilabschnitte und Strassen die völlig anders benannt werden. Außerdem hat sie auch größeren Bauvorhaben weichen müssen und diese Unwägbarkeiten  mochte unser Navi nicht. Also war die analoge Karte wieder gefragt.

Die Tour war großartig. Tolle Landschaften, kilometerlange Züge, und einen Pass, der es in sich hatte. Das war für unser Womo schon grenzwertig aber hat Spaß gemacht. Unterwegs machten wir an einigen interessanten Stellen Halt, und trafen ein besonderes Pärchen, die den sogenannten“Suicide Awareness Bus“ aus einem 30 Jahren alten Collegebus umgebaut hatten. Der Bus war über und über mit Einträgen versehen, von Leuten, die einen Angehörigen durch Selbstmord verloren hatten. Der Besitzer hatte seinen Sohn auch so verloren. Alles in allen sehr skuril aber interessant. Er war mitten in der Wüste gestrandet mangels Benzin. Während er mir seine Mission erklärte (die ich nur teilweise verstand), mir seinen „lieben“Kampfhund vorstellte, rekelte sich seine Partnerin auf der Dachterasse des Busses im Bikini. Beide waren ausgesprochen freundlich, und wir gaben ihnen 20 Dollar Benzingeld.

In Kingsman besuchten wir noch die Touristeninfo und erhielten ausführlichen Infos über Arizona und der Route66.

Unseren Stellplatz hatte Ute vor Wochen buchen können, es war ein KOA Stellplatz, die in der Regel super ausgestattet sind, war auch dieser.

Ich entdeckte einen schönen Pool und schon war das Erfrischungsbad sicher. Wir haben hier wieder 35 GradC.

Jetzt ist es mir auch passiert. Wir wollten vom Stellplatz auf die Route 66 und kamen an eine Baustelle, deren Umleitungszeichen mir nicht ganz klar war. Ich bog links auf die Strasse und wunderte mich, dass gleich der erste hupte. Dies passiert in Amerika praktisch nie. Ich überlegte, ob alle Klappen am Womo geschlossen waren oder ob sonst irgend etwas am Wagen sein könnte. Dann hupten mich weitere Fahrzeuge an und blinkten mit Fernlicht. Dann ging mir ein Licht auf – ich war ein Geisterfahrer, der auf dem 2 spurigen Highway auf der Überholspur fuhr. Gott sei dank kam nach einigen 100 m eine Möglichkeit die Strasse zu verlassen. Ich konnte mir früher nie vorstellen, wie man falsch auf eine Autobahn fahren könnte, jetzt weis ich es. Damit bekommt der Song: „Get your kicks on route 66“ eine besondere Bedeutung für mich.

Die Fahrt auf der 66 war wieder einmalig. Wir fuhren fast allein auf der Strasse, da ansonsten der fast parallel laufendende Highway genommen wurde. Es gab wieder sehr skurile Siedlungen, meistens mit verrosteten Autos dekoriert. In Seligman machten wir halt. Dort wird der Mythos Route 66 überall sichtbar, sehr interessant und fotogen.

Dann erreichten wir auf 2000m Höhe unseren KOA Campground in Williams. Am Tage läuft jetzt die Klimaanlage, nachts, die Heizung. Es ist unglaublich wie unbrauchbar das Internet hier ist, nicht mal telefonieren konnten wir.  Empfangen wurden wir übrigens mit einem Feuerwehreinsatz.

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7. Lebenszeichen Across America März 2022

28.4. bis 5.5.

Anaheim, Los Angeles, Santa Barbara, Pismo Beach, Monterey, San Francisco

Bevor wir nach Anaheim aufbrachen, fuhren wir zum AAA Center. Das ist der US ADAC mit dem er auch kooperiert. Als Mietglied des ADACs erhielten wir kostenlos Strassenkarten und Stellplatzkarten für die Staaten, die wir noch alleine bereisen werden.

Die folgende Strecke führte an der Küste entlang, nordwärts, mit schönen Buchten und Aussichten. Leider konnten wir erst in La Jolla einen Parkplatz finden und schauten uns die Waterfront des Ortes an, an der zahlreich Seelöwen, Pelikane und andere Vögel leben.

Carlsbad und Ocean Side waren weitere Orte, wo wir kurze Stopps einlegten. Je näher wir uns Los Angeles näherten, umso mehr nahm der Verkehr und die Fahrspuren zu. Ich habe bis zu 8 gezählt – in eine Richtung. Trotzdem gab es einen großen Stau, durch den wir uns kämpfen mußten.

Unser Stellplazu war in Anaheim, einer Stadt vor Los Angeles. Hier sahen wir zu ersten Mal bewußt, dass mindestens die Hälfte der dort stehenden Wohnwagen und Wohnmobile als Dauerunterkunft genutzt wurden. Die Menschen können sich in der Stadt keine Wohnung leisten. Sie gehen ganz normal morgens zur Arbeit und leben in ihren Wohnwagen bzw Wohnmobilen.

Abends gab es um 21:30Uhr noch ein schönes Feuerwerk von Disneyland, nicht weit vom Stellplatz. Das machen die an jedem Wochenende von Freitag bis Sonntag.

Am nächsten Tag starteten wir um 8 Uhr zu einer, wie sich herausstellte, 11 stündigen Stadtrundfahrt. Unser Stadtführer, gleichzeitig Fahrer, war Deutscher, der Anfang der 90er Jahre ausgewandert war. Zunächst ging es nach 1 stündiger Anreise nach Downtown. Hier gründeten die Spanier Los Angeles, indem sie eine Mission errichteten. Dies taten sie an der gesamten Küste bis über San Francisco hinaus im Abstand von 25 Meilen, was einem Tagesmarsch entsprach.

Danach fuhren wir zum Observatorium, von dem man einen guten Blick auf den berühmten Hollywood Schriftzug hat. Dan folgte der Griffith Park, der Fashion District und das Staple Center, das jetzt crypto.com Arena heißt.

Unser Guide zeigte uns nicht nur die zu erwartenden schönen und bekannten Teile Los Angeles, sondern auch andere. Zum Beispiel Skid Row, eine Strasse in der zur Zeit etwa 5000 Obdachlose in Pappkartons, Zelten oder Planen „vegetieren“. Insgesamt gibt es im Los Angeles County über 60000 Obdachlose. Es wurde ob dieser Bilder still im Bus.

In Farmers Market machten wir eine Mittagspause. Wir kauften 1 Baguette und 2 Broten bei einem Bäcker und waren sage und schreibe 30 Dollar los.

In Beverly Hills machten wir einen Fußmarsch zum teuren Rodeo Drive, wo die Dekadenz keine Grenze kennt.

Wir besuchten dann das Dolby Theater, wo kürzlich die Oscars verliehen wurden und den Walk of Fame. Dann folgte der Sunset Strip mit Bars und Restaurants.

Es folgte Sant Monica mit ihrem schönen Strand und langen Pier, furchtbar überlaufen , laut, hat uns gar nicht gefallen.

Venice Beach hingegen hat mir wieder besser gefallen, mit den ausgeflippten Leuten, alles etwas alternativer, aber natürlich auch völlig touristisch ausgebeutet.

Den Abschluß bildete ein Besuch von Del Rey Harbour mit seinen Seelöwen und Pelikanen, die beide aber schon Feierabend hatten.

Das war ein toller Tag, der uns Los Angeles, nicht zuletzt durch die vielen Hinweise unseres Stadtführers, in allen Facetten gezeigt hatte.

Am nächsten Tag fuhren wir den Pacific Ocean Drive weiter nordwärts Richtung Santa Barbara. Malibu und Ventura lagen auf der Strecke, die landschaftlich super schön war.

Santa Barbara hat uns ausgesprochen gut gefallen. Alles sehr edel, sauber, keine unnützen Schnickschnack Geschäfte. Wir spazierten 2 Stunden durch den Ort und am Strand entlang und befuhren dann den etwa 15 Meilen langen Scenic Drive durch die schönsten Teile Santa Barbaras.

Unser Stellplatz ernüchterte uns dann wieder, er liegt 5m vom US 101 entfernt, die Autos fahren gefühlt hinten ins Bad, dann durch die Küche und hinaus durchs Fahrerhaus.

Weiter ging es nordwärts. Mit dem Wetter haben wir Glück, es war sonnig aber nachts teilweise einstellig.

Wir machten Halt in Solvang, ein dänisches Städtchen In Amerika. Es gibt einige gute Bäckereien und der Ort war wirklich sehenswert.

Unser Stellplatz liegt direkt am Pazifik in Pismo Beach. Abends wurden wir wieder von unseren Reiseleitern zum Sundowner an den Strand eingeladen.

Dann folgte die schönste Etappe dieser Reise. Auf dem Pacific Highway 1 gab es wunderbare View Points, die wir gar nicht alle anfahren konnten. Das Wetter war wieder gut, der Seenebel hörte 1 Meile vor der Küste auf. Unterwegs sahen wir eine große Seeelefantenkolonie.

Über Big Sur, Carmel ging es nach Monterey, wo wir nach einem Bummel zur Fisherman`s Wharf noch den 10 Meilen langen Pacific Grove Scenic Drive durch und um Monterey herum fuhren.

Übernachten haben wir in Laguna Seca, auch bekannt als amerikanische Motorrennstrecke.

Abends überreichten Bodo und Robert, in einer amüsanten Form, noch die gesammelten Trinkgelder an Eva und Lukas, als Dankeschön, für die wirklich gute Reiseleitung.

Dann steuerten wir unsere letzte Etappe an, San Francisco. In Candelstick bezogen wir unseren Stellplatz für 2 Nächte und erlebten noch einmal ungezügelte Geldgier. Der ungepflegteste Platz der Reise, ohne Internet, kostete 120 Dollar/Nacht + Tax 20%.

Nachmittags fuhren wir mit Uber nach Chinatown, das wir uns bis abends anschauten. Dann hatten wir unser Abschiedsessen, natürlich chinesisch. Chinesisch ist übrigens die 2. Sprache in SF, nicht Spanisch, wie sonst in Kalifornien.

Am letzten Tag ging es bereits 8:30 Uhr los. Wir fuhren mit der Cable Car eine ganze Strecke von Anfang bis Ende.

Dann sahen wir uns die Lombardstreet an mit den bekannten Zickzack Kurven und 26% Gefälle.

Dann folgten Fisherman`s Wharf und Pier 39 mit den Seelöwen. Es folgte ein Besuch im Hardrock Cafe und dann kam der Bus mit Anita, unsere chinesisch/amerikanische Stadtführerin, 7sprachig, aufgedreht, Typ Althippie. Sie brachte uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt wieder in einem anderen Stil näher. Wir hörten zwischendurch die Musik der 67er Jahre, die sie zum Teil lautstark mitsang.

Damit war dieser Teil der Reise für uns beendet. Unsere Mitreisenden hatten am nächsten Tag noch die RV Rückgabe und den Rückflug vor sich. Da die RV`s leer übergeben werden mußten, erhielten wir alles Überzählige, Lebensmitteln, Getränke, Werkzeuge, Grill, Holz, Kissen usw. Wir sind jetzt noch schwerer unterwegs.

Die Reise war bisher anstrengend aber lohnenswert. Wir haben wirklich viele Facetten Amerikas in einer schönen Form kennengelernt. Mit der Gruppe hatten wir Glück, sie war sehr homogen und harmonisch. Unsere Reiseleitung war Spitze.

Jetzt beginnt für uns die eigene Tour, die neue Herausforderungen bereits bereithält. So sind die Stellplätze in den Nationalparks seit 6 Monaten ausgebucht. Die Amis haben während Corona auch ihr Land entdeckt und Wohnmobile werden wie verrückt produziert und verkauft. Wir mußten unser geplante Strecke schon mehrfach ändern, da Strassen noch wegen Schnee gesperrt sind, Durchfahrten durch Parks angemeldet werden müssen, viele Campgrounds durch die letzten Feuer nicht geöffnet habe, alles online zu geschehen hat und das Internet, wenn vorhanden, teilweise grottenschlecht ist. Im Moment kostet der Einstieg Nerven, drückt die Daumen, dass wir, wie geplant, durchkommen.

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