
24.5. bis 29.5.
Monument Valley, Mesa Verde, Ouray, Canyonland, Arches
Da wir nur eine kurze Etappe von200 km vor uns hatten, ließen wir es gemütlich angehen.
Am späten Vormittag nahmen wir noch Propan auf, da wir in den nächsten 2 Wochen keine gute Möglichkeit dafür in Aussicht hatten. Den Kühlschrank und den Gefrierschrank hatten wir deshalb auch gut gefüllt.
Nach 2 Meilen sahen kamen wir an einem Rodeoevent vorbei, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. War wieder sehr interessant, zu sehen, wie professionell und mit Leidenschaft die Mojaves, dieses Event gestalteten.
Wir staunten, wie geschickt die Frauen ihre Pferde im Griff hatten, nur einhändig, da sie mit der anderen Hand mit dem Lasso ein Kalb fangen mußten. Es zählte die Zeit.











Da es wieder sehr heiß war, und wir kein Wasser mitgenommen hatte, ging ich zurück, um es zu holen. Im Womo empfing mich ein bekannter Piepton “Check gas“, den wir von der wochenlangen Nerverei bei Angelika schon kannten. Der Kühlschrank streikte. Also erst einmal klassisch ein- und ausschalten – half nichts. Dann die Außenklappe geöffnet, natürlich dabei eine Veriegelung abgebrochen, um zu sehen, ob alle Kabel noch angeschlossen waren – waren sie. Natürlich war Sonntag, und wir wolltern ja in ein Gebiet ohne große Orte, wo es bestimmt keinen RV Reparuturbetrieb gab. Sollten wir noch einen Tag in Page bleiben und Montag versuchen eine entsprechende Werkstatt zu finden? Dann fiel mir El Monte, unser Vermieter, ein. Wir hatten ja eine Notfallnummer. Ich rief dort an, und nach kurzer Prüfung unserer Mietdaten, konnte ich einer netten Dame unser Problem schildern. Sie fragte als erstes, ob wir kürzlich Gas getankt hätten – hatten wir. Dann schlug sie folgende Prozedur vor: Kühlschrank an lassen, alle Gasverbraucher in Betrieb setzten, 1 Minute laufen lassen, dann Kühlschrank ausschalten und nach 10 Sekunden wieder anschalten. Wenn dies nicht helfen würde, sollte ich mich noch einmal melden. Also frisch ans Werk, den Herd angemacht – ging nicht. Auch hier kein Gas. Dann kam mir ein Gedanke. Sollte die unfreundliche Dame an der Gastankstelle etwa den Tank abgedreht gelassen haben. Es ist nämlich so, wir dürfen keine Hand an den Gastank anlegen. Ausschließlich geschultes Personal an den Tankstellen dürfen dies. Ich öffnete die Außenklappe und tatsächlich war der Tank abgedreht. Virtuell habe ich der Dame noch einen Tritt verpaßt. Soviel Aufregung umsonst.
Erleichtert ging es dann endlich los. Die Fahrt auf einer Scenic Route war wieder sehr abwechslungsreich. Dann sahen wir von weiten die ersten sogenannten Arches, die Felsen die prominent aus der Ebene ragen.




Wir bezogen unseren Stellplatz und abends wurde wieder gegrillt.
Das Wetter am nächsten Tag war wieder völlig anders. Nach der gestrigen Hitze hatten wir am Vormittag erträgliche 18 °C. Ein kurzer Spaziergang auf dem, direkt am Campground gelegenen Trail versprach schöne Motive für unsere am Nachmittag gebuchte Tour ins Tal.




Für den Nachmittag hatten wir eine geführte Tour ins Monument Valley gebucht, d.h. wir mußten, weil wir mit unserem RV die 17 Meilen Scenic Piste nicht fahren konnten. Wir wurden in einem offenen Pickup abgeholt. Unser Guide begann gleich mit etwas flachen Witzen und als unser erster Stop von Souvenierständen gesäumt war, senkte ich meine Erwartungshaltung deutlich. Das hielt auch noch an, als er von der Scenic Road abbog und eine Sandpiste nahm. „Wir fahren jetzt ins Hinterland, wo nur Tourguides hinein fahren dürfen“, war seine Erklärung. Das änderte dann alles. Selbst Navajo, erklärte er uns, in verträglicher Dosierung Geschichte und das Leben der Navajos heute. 95% ihrer Population haben sie in den letzten Jahrhunderten verloren und versuchen durch eigene Schulen ihre Sprache und Kultur nicht verloren gehen zu lassen. Wir kamen in Gebiete, wo wir völlig allein waren und so alles noch intensiver genießen konnten. Unterwegs besuchten wir noch eine kleine Navajo Siedlung, wo wirklich noch ein Clan traditionell lebt, ohne Wasser und nur einem Generator. Dort konnten wir auch die sogenannten Hogans besichtigen, die früheren Behausungen der Navajos.
Die Landschaft wurde jetzt wieder grandios. Monument Valley ist ein zutreffender Name. Die Natur hat wirklich Monumente aus Sandstein geschaffen. Sie dienten als Kulisse für viele Western u.a. mit John Wayne. Die Fahrt entpuppte sich als Volltreffer, zumal das Wetter, das am Tage bewölkt war, zum Sonnenuntergang sonnig wurde und wir bestes Licht zum Fotografieren hatten.















Wir verließen Monument Valley am nächsten Morgen, nicht ohne noch letzte Blicke, diesmal bei Sonnanaufgang auf die Scenerie zu werfen.



Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher zum Mexican Hat.


Es ging Richtung Mesa Verde National Park. Die Fahrt war wieder landschaftlich ein Genuß. Wir machten Höhe, und die Landschaft wurde grün.


Dann war ich doch überrascht, dass Ute hier heimlich Geschäfte macht. Es gibt sogar die Ute Mountains und Ute Reservation.

In Mesa Verde, auf 2400 m, standen wir auf einen sogenannten Dry Platz, d.h. es gibt kein Wasser und kein Strom, allerdings Grill, Feuerstelle und Sitzbank.

Dann machte ich mich noch auf den kleinen, am Campground beginnende Trail zu wandern. Der war sehr schön angelegt mit Blick auf das ca. 800 m tieferliegende San Juan Tal. Ich war da völlig allein unterwegs und das einzig Unentspannte war: ich mußte immer an Bären denken. Wir befinden uns wieder in einem aktiven Bärengebiet.




Die Nacht war bitterkalt, 2°C und wir zogen an was wir hatten. Um 5 Uhr machte ich dann doch die Heizung an.
Dann erkundeten wir den Mesa Verde National Park. Mesa Verde bedeutet grüner Tafelberg und das konnten wir schnell nachvollzielen, denn der gesamte Park ist bewaldet. Uns interessierten die dort gefundenen Anasazi-Siedlungen. Sie haben in großen Halbhöhlen des Canyons ihre Cliffhäuser gebaut. Seit dem 12. Jahrhundert sollen sie sich dort angesiedelt haben aber um 1300 n .C. waren sie bereits wieder verschwunden. Über Gründe wird spekuliert, am wahrscheinlichsten ist die These, dass die zu der Zeit herrschende Dürre ein Grund sein könnte.













Wir haben wieder eine Traumstrasse entdeckt.
Zunächst ging es von Mesa Verde ostwärts bis Durango. Hier parkten wir vor Mc Donalds, da die sehr gutes Wifi haben. Wir habe teilweise kein Netz und auf den Plätzen ist das Wifi nicht zu gebrauchen. Da muß man dann solche Möglichkeiten nutzen. Wir mußten unbedingt den Platz in Las Vegas buchen, obwohl wir noch nicht den genauen Termin haben. Ein Anruf im Circus Circus, die haben auch einen RV Stellplatz am Hotel, klärte uns auf, dass wir 2 Tage vor gebuchten Termin kostenlos stornieren können. Auch der Reiseblog war wieder notleidend, da ich keine Bilder laden konnte.
Nach gut einer Stunde brachen wir dann auf Richtung Ouray. Dann gab es nur noch Genuß pur. Auf dem sogenannten Million Dollar Highway überfuhren wir zunächst den Mola Pass und anschließend den Red Mountain Pass, beide über 3300 m hoch. Das Wetter war wieder perfekt und die Landschaft auch. Birkenwälder wechselten sich mit Kieferwaälder ab und oberhalb der Baumgrenze gab es dann noch einen malerischen See. Unser Womo hat die Strapazen super weggesteckt, im Gegenteil, es machte richtig Spaß mit der Motorleistung die Pässe zu fahren. Bremsen, bei den Abfahrten, brauchte ich fast nie, da die Fordmaschinen eine starke Motorbremse besitzen.







Wir durchfuhren Silverton, wo alles sehr gepflegt war. Dort standen superschöne Häuser. Hier muß immer noch reichlich Geld wohnen. Silverton und Ouray sind alte Silber- und Goldgräberstädte, deren früherer Reichtum heute durch Tourismus erhalten wurde.





In Ouray hatte ich eine Koordinate für einen Platz gefunden. Die Anfahrt zum Amphietheater, so der Name des Campgrounds war wieder herausfordernd. Wir fuhren auf einer schmalen Strasse noch einmal gut 400 Höhenmeter in den Berg. Dort fanden wir einen sogenannten Host, der uns einen guten Platz anbot, den wir dann auch nahmen. Auch hier gibt es nur Dry Plätze.



Wir machten dann noch einen Abstecher nach Ouray und vertraten uns dort die Füße. Abends machten wir mal wieder ein Lagerfeuer.
Am nächsten Morgen änderten wir unseren Tagesplan kurzfristig. Canyonlands National Park war unser Ziel und zwar der nördliche Eingang. Wir beschlossen einen Umweg zu fahren und südlich bis zum Needles Overview zu fahren. Die Fahrt war problemlos, wir fuhren durch dünn besiedelte Teile Colorados immer zwischen 1800 und 2300 m Höhe.


Nach dem Abzweig zum Overlook kamen wir an einem Campground vorbei, den Ute bei kurzfristigem Netz im Internet als ausgebucht gefunden hatte. Wir fuhren trotzdem hinein. Von 26 Plätzen waren bestimmt die Hälfe frei. Wir suchten uns einen schönen Platz aus, registrierten uns selbst, legten 20 Dollar in den Umschlag und schon hatten wir eine Bleibe für die Nacht.


Dann fuhren wir noch 12 Meilen zum Overlook. Hier haben der Colorado und Green River wieder ganze Arbeit geleistet. Einen weiteren riesigen Canyon haben sie in Millionen von Jahren gebildet. Nicht ganz so tief wie der Grand Canyon aber viel breiter. Wir waren wieder allein dort, was uns wunderte, weil der ganze Bereich nagelneu angelegt worden war.



Nach der Besichtigung blieben wir dort und ruhten uns aus – bis der Bus mit den 50 Italienern kam. Dann war es mit der Ruhe vorbei. Während der 1 Stunde Aufenthalt wurde intensiv palavert, in dem 1 m schattigen Zwischenraum von Bus und Wohnmobil. Ute hielt sich tapfer. Normalerweise nervt sie das. Diesmal ließ sie sich nichts anmerken.
Auf der Rückfahrt sahen wir noch ein Ergebnis eines exklusiven Hobbies der Amerikaner – Strassenschilder erschießen.



Jeder Tag verläuft etwas anders als geplant. Wir wollten nach Moeb, dort wieder zu Mc Donals und dort verschiedene Dinge im Internet planen, buchen oder regeln. Wichtig war für morgen ein Permit zum Betreten des Arches National Parks zu bekommen. Kostet nichts, muß man aber mit Tag und Stunde anmelden. Alles war bereits für die nächsten Tage ausgebucht. Es gab verschiedene für uns unklare Infos, wie man trotzdem zu einem Permit kommen kann. Wir beschlossen zum Visitors Center zu fahren um vor Ort mehr zu erfahren. Dann sahen wir den Stau vor der Parkeinfahrt. Bevor wir dort reingerieten, drehte ich und wir planten jetzt neu. Die Permits gelten von 6 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Der Park ist 24/7 geöffnet. Wir werden also morgen um 5 Uhr versuchen dort hinein zu kommen. Auch unsere Recherche nach einem Campingplatz verlief erfolglos – alles ausgebucht.
Nachdem wir noch entsorgt und eingekauft hatten machten wir uns auf den Weg in den Canyonlands National Park von der anderen Seite. Und schon standen wir wieder im Stau. Wir passierten nach einigen Minuten ein Schild mit dem Aufdruck: von hier noch 60 Minuten. Wir nutzten die Zeit und aßen zu Mittag. Nach ca. 45 Minuten waren wir im Park.
Wie schon in den anderen Parks können wir nur befestigte Strassen befahren. Diese sind aber mit schönen Viewpoints bestückt, so dass man einen schönen Überblick bekommt. Den ganzen Nachmittag verbachten wir wieder mit Staunen, Fotografieren und wandern. Auch dieser Park war wieder einzigartig.













Dann ging es zurück. Von einem Mitreisenden, der auch verlängert hatte und ca. 10 Tage vor uns hier war hatten wir den Hinweis auf einen Übernachtungsplatz bekommen, wo er frei übernachtet hatte. Den fuhren wir an und verbrachten dort die Nacht.
Die Nacht war kurz. Um 4:30 Uhr ging der Wecker und um kurz vor 5 waren wir in stockfinsterer Nacht beim Eingang in den Park. Ich traute meinen Augen nicht, wie an der Perlenschnur aufgezogen Auto an Auto fuhr den Berg hinauf in den Nationalpark. Alle hatten das gleiche Ziel, den Delicate Arch, das Aushängeschild vom Arches National Park. Nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir am Ende des Parks auf den großen Parkplatz an. Er war bereits zur Hälfe gefüllt und es herrschte emsiges Treiben. Man war professionell mit Stirnlampe und den neuesten Kollektion der einschlägigen Outdoorbekleidungsanbieter ausgerüstet. Dann merkten wir, dass wir noch einen 1 stündigen Anstieg zum Delicate Arch zu absolvieren hatten. Der Trail war mit “moderate strengthness“ betitelt, was nichts Gutes verhieß. So war es dann auch. Der Anstieg war sehr anstrengend und am Ende sogar ausgesetzt. Wir befinden uns immer noch auf 1800 m Höhe.Ute mußte sich sehr überwinden diese letzte Passage zu meistern. Dann sahen wir ihn, sogar mit Sonnenaufgang.




Auch hier wieder sehr eindrucksvoll, was die Natur für Konstruktionen zaubert. Nach einiger Zeit hieß es wieder absteigen und dann frühstückten wir erst einmal.
Wir hielten uns insgesamt fast 11 Stunden im Park auf und besuchten jeden Viewpoint. Diese verdienen ihren Namen nur zum Teil, denn in der Regel muß man noch 1 bis 3 Kilometerlaufen. So kamen heute bestimmt 12 km zusammen. Auch hier wieder zwar Fels aber völlig anders geformt. Wir waren wieder begeistert.


















Als wir den Park um 17:30 Uhr verließen, trauten wir unseren Augen nicht. Am Parkeingang eine riesig lange Autoschlange, die alle noch in den Park wollten. Die haben mindestens 1 Stunde für die Einfahrt gebraucht.



In Moab fuhren wir wieder zu Mac Donalds um unter anderem dieses Lesezeichen zu finalisieren. Ich wollte Pommes holen und wurde von einem Schild empfangen: wegen Personalmangels nur Drive Thru. Also stellte ich mich zwischen den Autos an, ging immer mit in der Schlange, bestellte am Automaten, bezahlte am Schalter und bekam das Essen. Zufuß durch den Drive Thru hab ich auch noch nicht gemacht.



























































































































































































































































































































































