6. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

14.10. bis 23.10.

Uluru – Kulgera

Heute stand wieder eine Transferstrecke ohne sehenswerte Zwischenstops an. Wir übernachten im Kulgera Roadhouse Campground, wo wir abends wieder ein Seabridge Essen haben. Roadhäuser haben alle ihren eigenen Charme, sie lieben Kuriositäten.

Dann folgte eine weitere Transferstrecke nach Coober Pedy, der Ort, mit den größten Opalminen der Welt. Vorher verließen wir die Nothern Territories und erreichten den neuen Bundesstaat South Australia, wesentlich kleiner als N.T. aber immer noch 2,5 mal so groß wie Deutschland. Wir verloren eine weitere Stunde, da hier Sommerzeit herrscht, damit sind wir jetzt 8,5 Stunden voraus.

Abends schauten wir uns noch im dortigen 360 ° Kino einen Film über den berühmten Ghan Zug an, der die 3000 km von Süd nach Nord in 3 Tagen fährt, heute ein exklusiver, komfortabler Touristenzug. Vom Lookout galt es noch einen Blick auf Coober Pedy zu werfen.

Coober Pedy

Am Vormittag besuchten wir eine stillgelegte Mine mit angeschlossenem Museum. 1915 wurden durch Zufall hier Opale gefunden. Eigentlich war die kleine Expedition unterwegs, um nach Gold zu suchen. Das war die Geburtsstunde von Coober Pedy. Hier werden 90 % des weltweiten Opalabbaus getätigt. Der Ort liegt an einer der heißesten Ecken Australiens. Im Sommer werden regelmäßig Temperaturen von 45°C gemessen. Darum wohnen 70% der etwa 1900 Einwohner in sogenannten Dugouts, das sind unterirdische Wohnhöhlen, in denen die Temperatur mit 23°C angenehm kühl bleibt.

Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam zum Sonnenuntergang zu den Breakaways. Das sind Felsformationen unterschiedlichstem Gestein, das besonders bei untergehender Sonne viele Farben entfaltet. Hier konnten wir auch den Dog Fence sehen, ein 100 Jahre alter Zaun gegen Dingos zum Schutz der Weidetiere, der 5600 km durch Südaustralien führt. Dazu gab es ein Glas eiskalten Sekts.

Cobber Pedy – Port Augusta

540 km standen heute auf dem Programm, das war die schlechte Nachricht, es ging endlich in erträgliche Temperaturbereiche, das war die gute Nachricht. Unterwegs änderte sich die Landschaft von Halbwüste in grün bewachsene Gebiete. Hier werden die berühmten Merinoschafe gezüchtet. Wir sahen sie nur sehr vereinzelt, nur durch die vielen Tiertransporte kann man sich die Dimension dieses Wirtschaftszweiges gut vorstellen.

Vor 100 Millionen Jahre gab es hier einen Ozean, dies wird durch große Salzseen z.B. Kokatha deutlich. Schließlich stoppten wir noch kurz in Woomera. Dies war ein Raketenversuchsgelände der Briten in den 60er Jahren. Hier wurden auch die ersten und einzigen Atomversuche unternommen, diese konkreten Gebiete sind natürlich gesperrt.

Schließlich erreichten wir Port Augusta bei 24,5°C. Was für eine Erleichterung nach 5 Wochen 38°C und höher. Lustig war die Truppe beim abendlichen Briefing zu sehen, lange Hosen und Jacken, als wenn der Winter ausgebrochen wäre

Es ist nicht zu glauben, aber wir haben am nächsten Morgen tatsächlich geheizt. 19 Grad fühlt sich momentan an wie Frost. Bevor wir nach Adelaide aufbrachen, besuchten wir noch den Botanischen Garten und den Leuchtturm Lookout in Port Augusta.

Auf der Strecke nach Adelaide änderte sich die Landschaft radikal. Landwirtschaft und Weinbau wird hier betrieben. Auch die Fahrzeuge im Strassenbild änderten sich von 4×4 Pickups in „normale“ Limousinen. Unterwegs kamen wir wieder an einigen Salzseen vorbei.

Als wir uns Adelaide näherten, hatte uns die Urbanität wieder fest im Griff. Staus und 6 spurige Autobahnen hatten wir bisher nicht im Programm. Der Campground liegt am Südliche Ozean mit hervorragender Infrastruktur.

Adelaide

Am nächsten Tag hatten wir eine ganztägige Stadtbesichtigung. Adelaide hat eigentlich nur 17000 Einwohner aber durch die Zuordnung von 250 Vororten kommt sie auf 1,2 Millionen Einwohner. Dadurch ist die Ausdehnunung der Stadt riesig. Wir besuchten den wirklich schönen Botanischen Garten mit der zur Zeit blühenden Rosenabteilung. In einem großen Baum hingen Hunderte von Flughunden

Die Mittagspause verbrachten wir in der Fußgängerzone, ehe wir dann eine alte Bibliothek aufsuchten und die 150 Jahre alte Architektur bewunderten.

Schließlich fuhren wir zum Hafen, wo wieder Street Art zu sehen waren.

Adelaide

Der folgende freie Tag fiel buchstäblich ins Wasser – es regnete mit kleinen Unterbrechungen. Somit gab es bis auf kleine Spaziergänge keine weiteren Aktionen. Abends luden Eva und Lukas wieder zum Grillen ein. Ich probierte Känguru und war angetan, es schmeckte sehr gut.

Adelaide – Hahndorf

Eigentlich waren nur 30 km zu fahren, aber Ute überredete mich zu einer Alternativroute mit insgesamt 180 km. Trotz Regen war dies ein guter Plan. Wir fuhren auf einer Scenic Route durch das Weingebiet der Adelaide Hills. Eine wunderschöne, gepflegte Landschaft, die auch bei Regen reizvolle Ausblicke bot. Unterwegs sahen wir unser erstes Rotes Kanguru. Das sind die größten ihrer Art.

Es ging durch Eukalyptusalleen und wir entdeckten bei einem Outlook einen Skulpturengarten. Kurz danach hielten wir noch beim Historic Herbig Tree, in dem der Emigrant Friedrich Herbig 1855 eine Zeit lang lebte. Der Baum hat einen Durchmesser von 6 Metern und ist ca. 500 Jahre alt.

Kurtz nach Hahndorf, auf dem Weg zum Weingut Barristers Block Wines, wo wir auch eine Weinprobe hatten und wo unser Übernachtungsplatz war, lief uns ein Koalabär über den Weg. Er lief vor uns weg, versteckte sich hinter einem Baum, lugte dort hervor, und als er sah, dass wir noch da waren, kletterte er schnell auf den Baum und behielt uns weiter im Auge.

Hahndorf – Grampians N.P.

Heute hat man es uns so richtig gegeben. Nein, eigentlich gestern schon. Gestern Abend hatten wir eine Weinprobe. Ich wunderte mich, dass die Besitzer irgendwann anfingen Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Auf die Frage warum sie das täten antworten sie, es würde ein wenig windig. Aus dem ein wenig windig entwickelte sich ein Sturm mit Starkregen, der bis zum Abend des nächsten Tages andauerte. In der Nacht wurde das Wohnmobi ( 5 t schwer) geschüttelt wie ein Cocktailshaker. Utes Dachfenster wurde undicht und trotz Abkleben tröpfelte es in ihr Bett. So machten wir kaum ein Auge zu.

Es standen 520 km an. Wir verließen unausgeschlafen Südaustralien und reisten in den Bundesstatt Victoria ein. Das bedeutet, wieder 1/2 Stunde die Uhr vorstellen.

Teilweise hatten wir Rückensturm, teilweise Seitensturm. Der Seitenwindassistent löste einige Male aus. Ich mußte mit dem Lenkrad mit beiden Händen ständig korrigieren, vor allem, wenn uns die Roadtrains mit 100 km/h entgegen kamen.

Zuerst hielten wir an einem Gehege, wo sei 1980 weiße Kängurus gehalten werden. Diese haben einen Gendefekt, sind aber keine Albinos.

Auch auf dem Land gibt es so etwas wie Street Art, nur heißt sie hier SiloArt. 3 Exponate steuerten wir an und man muß schon sagen, die Künstler können was.

Dann stand noch der Pink Lake Dimboola auf dem Programm. Unglaublich wie pink der war.

Nach 7 Stunden erreichten wir den Grambians N.P. Auf engen Strassen ging es hinein in die Berge. Weiterhin stürmte und regnete es mit kurzen Pausen.

Nach 30 km umfuhren wir eine Stelle, wo gerade von Parkrangnern ein umgestürzter Baum abgeräumt worden war. Nach weiteren 10 km ging nichts mehr. Ein großer Baum lag quer über der Strasse, und es stauten sich schon einige Fahrzeuge.

Die Ranger kamen auch dort an und ich hoffte, sie würden gleich mit der Räumung beginnen. Wir waren nur noch 10 km vom Campingplatz entfernt. Es tat sich nichts, und so ging ich zu ihnen und erfuhr, dass sie auf das „permit to cut“ auf die Erlaubnis zum Schneiden warteten. Diese erhielten sie nicht, und so blieb der Baum liegen, alle drehten um und fuhren zurück. Wir auch, denn wir hatten von Eva eine Alternativroute mitgeteilt bekommen. Diese war fast 100 km lang, da wir keine Pisten fahren dürfen, sondern nur geteerte Strassen , bei gerade gefahrenen 510 km hielt sich die Freude in Grenzen. Aber auch das schafften wir, und nach 10 Stunden Fahrzeit kamen wir am Campground bei 10°C an. Dort wurden wir von einer Gruppe Kangurus empfangen.

Grambians N.P.

Bei ca 5°C Aussentemperatur waren wir nach 12 Stunden Schlaf gut erholt. Der Sturm war abgezogen, die Strasse vom umgestürzten Baum befreit, und so konnten wir die geplanten Outlooks besuchen und kleine Wanderungen unternehmen. Die Landschaft im Grambians N.P. Ist wirklich sehenswert und es wäre schade gewesen, wenn wir ihn wetterbedingt nicht hätten besuchen können. Die Krönung war, als wir wieder einen Ameisenigel beobachten konnten.

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5.Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

4.10. bis 13.10.

Darwin – Litchfield N.P

Heute haben wir mit 41,5°C einen neuen Hitzerekord erlebt mit 90% Luftfeuchtigkeit. Das motiviert nicht zu körperlichen Aktivitäten. Diese wurden allerdings heute vorwiegend angeboten. Es galt einige Wasserfälle und Badeterassen zu besuchen. Wir versuchten einen Loop, brachen aber ab, da der Weg sehr rutschig war und wir uns nicht die Gräten brechen wollten. Ein anderer Versuch verlief ebenfalls enttäuschend, da die Badeterassen derart überlaufen waren, dass wir auf das Bad verzichteten.

Dafür fanden wir auf dem Campground einen überdachten Pool, der für ausreichend Abkühlung sorgte.

Abends gab es noch eine Vogelfütterung.

Lichfield N.P. – Mataranka

Morgens, nach einer weiteren Vogelfütterung, ging es auf dem Steward Highway gen Süden. In Kathrina wurden noch einmal unsere Vorräte aufgefüllt, und dann hieß es wieder fahren. Die Strecke war unspektakulär und so fuhren wir durch bis Mataranka. Hier gibt es Thermalquellen in denen man baden kann. Wir suchten diese auf, aber 32 °C Wassertemperatur ist auch bei 38°C Lufttemperatur keine Erfrischung. Nach einmal Eintauchen war es damit auch genug. Der erste Tag ohne Bilder.

Mataranka – Banka Banka

Jetzt geht es weiter südwärts ins rote Zentrum. Eine lange Etappe mit wenig Abwechslung stand auf dem Programm.

Auf einem Parkplatz, wo wir entsorgen konnten, umringten mich viele Krähen. Nachdem ich ins Auto gestiegen war und weiterfahren wollte, hüpften 2 auf eine kleine leere Schale zu und schauten dann zu uns. Ich füllte die Schale mit Wasser und schon waren alle da und tranken ausgiebig.

Dann hatten wir noch einen Stop in Daly Waters. Dieser Ort diente in den 30er Jahren der Quantas als Zwischenstop ihrer Flüge. Eine stillgelegte Landebahn ist noch vorhanden. Ansonsten lebt der Ort vom Daly Waters Pup, den man besucht haben muß, wenn man durchs Outback reist. Viele skurrile Gegenstände wurden hier gesammelt.

Wir übernachteten im Nirgendwo, hatten allerdings abends die Gelegenheit zu einem Lagerfeuer.

Banka Banka – Wauchope

Seit Wochen konnten wir das erste Mal einigermaßen schlafem, es waren nur 25°C nachts im Wohnmobil, im Vergleich zu über 30°C, wie die Wochen zuvor. Je südlicher wir kommen, desto weniger Luftfeuchtigkeit haben wir. Am Tag steigt das Thermometer aber weiterhin auf 38°C.

Am Ende der heutigen Etappe besuchten wir die Devils Marbles, Granitkugeln, die durch Erosion rund geschliffen wurden und teilweise übereinander liegen, sehr eindrucksvoll.

Wauchope – Alice Springs

Das Outback will erobert werden. Das haben wir in den letzten Tagen und heute erlebt, und es wird die nächsten Tage auch so bleiben – man muß Kilometer knüppeln. Dabei bietet das Outback wenig Abwechslung, aber gerade das macht es auch interessant. Man erlebt die Weite und Einsamkeit viel intensiver, wenn man stundenlang auf einer schnurgeraden Strasse fährt – mir gefällt das. Unser Sprinter zeigt Mitgefühl und erinnert ab und zu eine Pause einzulegen.

Heute ging es nach Alice Springs. Es liegt ziemlich genau in der Mitte des roten Zentrums, jeweils ca. 1500 km entfernt von Darwin und Adeleide. Vorher überquerten wir noch einmal den Tropic of Capricorn und verließen damit die Tropen. Außer, dass die Luftfeuchtigkeit etwas nachgelassen hat, spüren wir davon noch wenig, heute sind es wieder 38,5°C. Hier steht auch ein Gedenkstein zu Ehren der Ingenieure, die den nördlichen Teil des Stuart Highways bis Darwin gebaut haben. Die Streckenführung des Stuart Highways basiert auf der Süd/Nord Durchquerung des Kontinents 1862 durch John McDouall Stuart.

Alice Springs

Morgens wurden wir zu einer Stadtrundfahrt abgeholt. Mir war nicht klar warum wir hier eine Stadtrundfahrt machen, da Alice Springs als Stadt nicht viel zu bieten hat. Wir begannen ganz traditionell an einem Aussichtsturm. Dann wurde es aber sehr interessant, denn wir besuchten einzigartige Projekte der Statdt.

Zuerst die School Of The Air. Adelaid Miethke erkannte 1951, dass die Farmkinder, die abgelegen leben, wenig Zugang zu Bildung hatten. Die Eltern arbeiteten schwer, und es gab keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. So gründete sie die School Of The Air. Damals wurde mit einfacher Funktechnik eine Verbindung zu den Farmen hergestellt und täglich Unterricht für die Kinder erteilt, auch Sport. Mit 1300000 qkm Einzugsgebiet, was 3,5 Mal so groß ist wie Deutschland, ist dies das größte Klassenzimmer der Welt und war seiner Zeit weit voraus, wenn man bedenkt, wie schwer wir uns getan haben, Fernunterricht während der Pandemie zu organisieren. Die Kinder erhalten die Technik gestellt, alle 14 Tage Unterrichtsunterlagen und treffen sich für 1 Woche 3 bis 4 Mal im Jahr in Alice Springs um durch persönliche Kontakte auch aus der Isolation geholt zu werden. Internet über Starlink ist jetzt der Standard. Es erfolgen auch Hausbesuche durch Lehrer oder Tutoren. Wir konnten einer Lehrstunde live beiwohnen und waren total begeistert, was hier geschaffen wurde. Mittlerweile gibt es weitere Schulen dieser Art in Australien.

Das nächste interessante Projekt hier war der Besuch der Royal Flying Doctor Service. In den 1920er Jahren erkannte man, dass durch die riesigen Distanzen in Australien eine ärzliche Versorgung vorort unmöglich ist. Viele Kranke oder Verletzte starben, weil sie keinen oder einen zu späten Zugang zum Arzt hatten. Man begann mit einem Flugzeug, das von Quantas gespendet wurde. In Alice Springs gibt es jetzt 12 Flugzeuge, 12 Krankenschwestern, 12 Piloten, 6 Ingenieuren und ein Ärzteteam, die für einen Bereich mit einem Radius von 800 km für 36000 Menschen zuständig sind. In ganz Australien gibt es heute über 80 Flugzeuge für diese Einsätze.

Dann erfolgte noch der Besuch der Telegrafenstation, da wo alles begann. 1871 wurde diese gebaut um über Darwin, Indonesien……. bis nach London Telegramme zu verschicken

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Abends trafen wir uns mit einigen Mitreisenden in der Campingküche zum Grillen.

Alice Springs

Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Wir besuchten die West MacDonnell Range N.P. Die Bergkette hat einige sehenswerte Schluchten und Wasserlöcher zu bieten. Hier konnten wir aus der Ferne auch Felsenkänguruhs beobachten. Außerdem die die Scenic Route sehr sehenswert, so dass die 340 km gut zu verkraften sind.

Abends feierte Maja ihren 81. Geburtstag.

Alice Springs – Uluru

420 km trennten uns zum Uluru, dem heimlichen Wahrzeichen Australiens. Es wurde zusehens roter, obgleich noch viel Grün zu sehen ist, da es in den letzten 2 Tagen nachts geregnet hatte. 100 km vor dem Uluru sieht man in der Ferne den Mount Conner der häufig mit dem Uluru verwechselt wird.

Abends fuhren wir noch zum Sonnenuntergang, der allerdings ausfiel, da ein heftiges Gewitter aufzog – das kreierte trotzdem schöne Bilder

Uluru

Noch vor 7 Uhr morgens starteten wir mit der Wanderung rund um den Uluru. Diese ist 10,5 km lang und man sollte spätestens um 11 Uhr fertig sein, der Hitze wegen. Das war eine wunderschöne Wanderung, die wir strammen Fusses vor 9 Uhr beendet haben – endlich Bewegung bei erträglichen Temperaturen.

Am späten Nachmittag brachen wir zu den Olgas auf, auch bekannt als Kata Tjuta. Das sind 36 massive kuppelförmige Felsen etwa 50 km vom Uluru entfernt. Sie entstanden vor 550 Millionen Jahren und sind bis zu 546 m hoch. Hier kann man wieder, wie könnte es auch anders sein, einen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Uluru

An diesem Morgen machten wir den Mala Walk mit einem Ranger. Die Malas waren die Menschen, die vom Norden her kommend diesen Ort fanden und blieben. Der Ranger war ein Aborigine, dessen Großvater hier noch traditionell auf die Jagd ging. Wir besuchten einige wichtigen Stellen der Malas, an denen wir bei unserer „sportlichen“ Umrundung vorbei gegangen waren. Die Malas kannten Wasserlöcher und wußten, wann und wie lange sie gefüllt sind. Mit diesem Wissen konnten sie große Entfernungen überwinden. Ihr Wissen wurde in Form von Geschichten weitergegeben oder durch Nachahmung von Tätigkeiten. Es gab klar abgegrenzte Bereiche für Jungs, erwachsene Männer, erwachsene Frauen und Mädchen, sowie alte Leute. Das waren sehr interessante 2 Stunden mit dem Ranger.

Ich kanns nicht ändern, jetzt kommen noch mehr Bilder von Steinen! Wir haben nämlich einen Helikopterflug gebucht, der zum Sonnenuntergang zum Uluru und zu den Olgas fliegt. War super aber seht selbst.

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4. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 2025

24.9. bis 3.10.

Broome – Fitzroy Crossing

Wir befinden uns noch im Kimberley, ein Gebiet so groß wie Deutschland mit nur 40000 Einwohnern. Die Entfernungen sind tatsächlich gigantisch. Heute standen 400 km an. Wie zuvor änderte sich die Landschaft, je nachdem, ob in der Regenzeit regelmäßig Überflutungen stattfinden oder nicht. Es gab wieder riesige abgebrannte Gebiete, und die Strasse, die wir vorgestern gefahren sind, wurde heute gesperrt. Jetzt tauchten die ersten Boab Bäume auf, die uralt werden und tausende l Wasser speichern können.

Am Campingplatz wurde erst einmal der Adblue Durst unseres Sprinters gestillt, auch hier gab es sofort helfende Hände – die Motorhaube war auf, und schon war ich nicht mehr alleine.

Fitzroy Crossing – Kununurra

Heute stand die Königsetappe auf dem Programm, 650 km. Etwas mulmig war mir schon, da ich gestern ein großes Loch im linken Vorderreifen entdeckt hatte. Er war zwar dicht aber wie lange noch? Eva machte ein paar Bilder, um sie dem Vermieter zu schicken. Wir mußten also los, und das ausgerechnet auf der längsten Etappe in der Kimberley Region, die als letzte echte Wildnisregion Australiens gilt.

Die ersten 250 km waren recht eintönig. Auffallend waren die vielen toten Kängurus, die die Nacht nicht überlebt hatten. Dann wurde die Landschaft anders, wir kamen in die Berge und es wurde grüner. Allerdings gab es wieder Buschfeuer, die bis an die Strasse reichten.

Uns erreichte eine Whatsup Nachricht von Eva, dass wir in Kununurra neue Reifen kaufen könnten, wir müßten allerdings vor 16 Uhr dort sein – das schien schwierig. Trotzdem erreichten wir um 15:45 Uhr die Station und wirklich, sie hatten Reifen da und montierten beide an der Vorderachse.

Dann hatten wir Gelegenheit abends noch einige Vögel zu beobachten und zu fotografieren.

Kununurra – Lake Argyle

Nach dem gestrigen, anstrengenden Tag, belohnten wir uns heute mit einem 2 stündigen Rundflug über den Lake Argyle und den Bungle Bungle im Purnululu National Park. Wir wurden bereits um 6 Uhr abgeholt, damit wir vor den Thermikwinden wieder zurück sind. Der Platz in der Czessna war überraschend groß, und wir hatten eine gute Sicht.

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Der Lake Argyle ist ein Stausee, 2 Mal so groß wie der Bodensee. Man hat in angelegt, damit die riesigen Wassermengen während der Regenzeit nicht nutzlos ins Meer fließen, sondern die Gegend mit Wasser versorgt und Energie erzeugt. Es soll fast 15 Jahre gedauert haben, bis der See gefüllt war.

Dann flogen wir Richtung Bungle Bungle zu den sehenswerten Bienenkörben aus Sandstein, der vor etwa 350 Millionen Jahre abgelagert wurde. Durch Erosion wurden die Kuppen gebildet. Die orangen/roten Streifenmuster bestehen aus Eisen- und Manganoxid, die grauen und schwarzen aus Cyanobakterien.

Die Argyle Diamant Mine gehörte bis 2020 zu den größten Diamantminen der Welt und förderte 90 % der australischen Diamanten. Nur hier gab es rosa Diamanten. Sie wurde geschlossen, da die Vorkommen wirtschaftlich erschöpft waren.

Wir konnten auch Brände entdecken. Interessant sind die Ursachen dieser Brände. Glasscherben, glimmender Zigarettenstummel oder Vorsatz sind uns bekannt. Habt ihr schon einmal etwas von den Firehawks oder Feuerfalken gehört. Seit 2010 wissenschaftlich bewiesen, holen sich manche Greifvögel unter anderem der Schwarzmilan brennende Äste aus bestehenden Feuer und entfacht woanders ein neues, um Insekten und Reptilien aufzuscheuchen.

Dann schauten wir uns noch die Argyle Staumauer an über die man auch fahren kann.

Den Tag beendeten wir mit etwas Entspannung am Infinity Pool.

Lake Argyle – Katherine (Nitmiluk N.P.)

Wieder so ein langer Fahrtag! Zusätzlich mußten wir noch 1,5 Std. kompensieren, da wir eine neue Zeitzone erreicht hatten. Also starteten wir um 6:30 Uhr für die anstehenden 540 km.

Wir verließen Western Australia und reisten in die Northern Territory ein. Dies ist der dünn besiedelste Teil Australiens, 4 Mal so groß wie Deutschland aber nur 250000 Einwohner. Das macht auf den qkm 0,2 Bewohner, als Vergleich hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 235 Bewohner/qkm.

Die Fahrt führte durch die uns bekannte, zwischenzeitlich etwas langweilige Buschlandschaft. Erst zum Ende wurde es spürbar grüner, und die Bäume wurden größer. Während einer Pause gelang es mir einen Regenbogenlori hoch oben in einem Baum zu entdecken, der allerdings schwierig zu fotografieren war.

Nitmiluk N.P.

Morgens um 7 Uhr starteten wir unsere Wanderung im Nitmiluk Nationalpark. Hier hat der Katharinen River einen tiefen Canyon über Millionen Jahre gegraben. Der frühe Zeitpunkt ist der Hitze geschuldet, die bei 38°C im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit sonst nicht erträglich ist.

Es gab wieder schöne Vögel und Pflanzen zu bewundern.

Nicht dass ihr meint, ich habe mich zum Ornitologen und Botaniker entwickelt, die Bestimmung von Tier und Pflanze überlasse ich dem Iphone.

Katherine – Cooinda (Kakadu N.P.)

Wir starteten den Tag mit einer anstrengenden Wanderung bei de Edith Falls, wo wir anschließend auch eintauchten.

Dann hielten wir in Pine Creek, einer ehemaligen Goldgräbersiedlung. Neben den alten Maschinen entdeckten wir noch viele Flughunde.

Unterwegs sahen wir dann riesige Termitenhügel, die bis zu 7 m hoch werden können.

Wir erreichten den Eingang des Kakadu Nationalparks. Um erst einmal ein Misverständnis auszuräumen: Der Name Kakadu stammt nicht vom gleichnamigen Vogels. Der Name stammt aus einer Verfremdung der Aborigines Sprache Gagudju durch die früheren Siedler. Sie konnten das Wort nicht richtig aussprechen und ersetzten es durch Kakadu.

Der Park ist riesig und wir merkten schon 100 km vor Eintritt die Veränderung der Landschaft. Es wuchsen jetzt hohe Bäume und Palmen, alles war sehr grün, allerdings bei 40,5°C und 95% Luftfeuchtigkeit. Wir haben jetzt schon 2 Wochen stetig Temperaturen von mindestens 38°C. In Cooinda gibt es ein sehr schönes Museum über die Aborigine Kultur in diesem Gebiet. Draussen empfing uns passend ein Gelbhaubenkakadu.

Cooinda – Jabiru (Kakadu N.P.)

Früh um 6:30 Uhr wurden wir zur Bootsablegestelle Yellow Waters gebracht. Dort begann unsere Fotosafarie. Die Yellow Waters sind ein sogenannter Billabong. Dies sind riesige Wasserflächen ohne eigenen Zufluß, die aus der Regenzeit stammen. Der gesamte Kakadu Nationalpark steht in der Regenzeit über Monate unter Wasser.

Die Bootstour hat uns sehr gut gefallen, wir konnten viele Tiere in ihren Habitaten sehen, sogar ein Wasserbüffel zeigte sich kurz – zu kurz um zu fotografieren.

Danach frühstückten wir gemeinsam in der sehr vornehmen Cooinda Lodge.

Heute standen nur 60 km auf dem Plan. Wir begannen die 20000 Jahre alten Felszeichnungen an den Nourlangie Rocks zu besuchen. Besonders sind die 3D Zeichnungen wo auch das Skelett abgebildet ist.

Es folgte noch ein Loop auf einen Aussichtspunkt, aber bei wieder 38 °C war uns das dann genug. Wir fuhren unseren Campingplatz an und verschwanden sofort im Pool.

Jabiru (Kakadu N.P.) – Darwin

Heute ließen wir weitere 80 km aus um eine weitere Höhlenmalerei zu sehen. Auch die Flying Cocodiles stießen uns eher ab, als dass sie interessierten – wir mögen Tiere in ihrem eigenen Lebensraum und keine Zirkusveranstaltung. Auf dem direkten Weg ging es nach Darwin, hielten an einem Fluß und stießen auf eine kleine Gruppe Kängurus. Kängurus haben wir in den letzten 3 Wochen eher tot als lebend gesehen, so war das eine freudige Überraschung.

In Darwin konnten wir an der Vermieterstation Handtücher und Bettwäsche tauschen, sie füllten sogar Öl und Ad Blue nach und kontrollieren die Reifen. Damit haben wir etwa 1/3 der geplanten Gesamtstrecke geschafft.

Darwin

Darwin ist die Hauptstadt der Nothern Territories und hat mit Einzugsgebiet ca 200000 Einwohnern. Nachdem wir unsere Vorräte in der Gateway Mall aufgefüllt hatten, fuhren wir noch zur Stoken Hill Warf um endlich wieder Meer zu erblicken. Hier legen auch die Kreuzfahrtschiffe an. Auf dem Parkplatz erblickten wir ein Fahrzeug, dass dem Ghost Busters Film entsprungen sein konnte. Alle Aufbauten und Gerätschaften sind Fake und nur zur Geisterjagd bestimmt. Auch eine Notrufnummer ist vorhanden, die man wählen kann, wenn man Geister sieht. Interessant, mit was sich unsere Mitmenschen so beschäftigen.

Nachmittags fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Die Busse sind hier für alle kostenlos. Die Fußgängerpassage hat uns nicht beeindruckt, eher schon die Street Art Fassaden.

Dann gingen wir zum Mindil Night Market am Mindil Beach. Dort gibt es einmal wöchentlich Musik, Essen und Trinken und Souveniers mit Sonnenuntergang.

Zurück ging es wieder mit dem Linienbus, der jetzt voll mit teilweise angetrunkenen Aborigines war und von 2 Security Mitarbeitern begleitet wurde. Zu den Aborigines einige Anmerkungen: Zuerst: Mir tun die Menschen unendlich leid. Die Ursache für ihre jetzige Situation liegt in der Vergangenheit. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ihnen durch die britischen Siedler das Land weggenommen, damit Lebensgrundlage, kulturelle Orte und sozialer Zusammenhalt. Die Kinder wurden ihnen über Jahrzehnte weggenommen und in Heime oder Missionen gebracht – das sind die sogenannten „Stolen Generations“. Bis in die 60er Jahre hatten sie keine Bürgerrechte, wurden nicht mal bei Volkszählungen beachtet.. Sie leben meist abgeschieden in Siedlungen ohne Infrastruktur und Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen. Aborigines haben statistisch eine viel geringere Lebenserwartung. Arbeitslosigkeit, Rassismus und beengte Wohnverhältnisse sind weitere Gründe, die zu Alkohol und Drogenmisbrauch führen. Die sogenannten Community Programme wirken sehr langsam, weil die historischen Verletzungen sehr tief sitzen. Der letzte Versuch, das Referendum „Voice to Parliament“ , das eine indigene Vertretung im Parlament ermöglichen sollte, scheiterte 2023 mit großer Mehrheit.

Darwin

Vormittags fuhren wir mit dem HopOn HopOff Bus durch Darwin. Danach besuchten wir das Museum and Art Gallery, das Aborigine Kunst, sowie die bunte Tierwelt Australiens sehr eindrucksvoll präsentiert.

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