
14.10. bis 23.10.
Uluru – Kulgera
Heute stand wieder eine Transferstrecke ohne sehenswerte Zwischenstops an. Wir übernachten im Kulgera Roadhouse Campground, wo wir abends wieder ein Seabridge Essen haben. Roadhäuser haben alle ihren eigenen Charme, sie lieben Kuriositäten.







Dann folgte eine weitere Transferstrecke nach Coober Pedy, der Ort, mit den größten Opalminen der Welt. Vorher verließen wir die Nothern Territories und erreichten den neuen Bundesstaat South Australia, wesentlich kleiner als N.T. aber immer noch 2,5 mal so groß wie Deutschland. Wir verloren eine weitere Stunde, da hier Sommerzeit herrscht, damit sind wir jetzt 8,5 Stunden voraus.










Abends schauten wir uns noch im dortigen 360 ° Kino einen Film über den berühmten Ghan Zug an, der die 3000 km von Süd nach Nord in 3 Tagen fährt, heute ein exklusiver, komfortabler Touristenzug. Vom Lookout galt es noch einen Blick auf Coober Pedy zu werfen.


Coober Pedy
Am Vormittag besuchten wir eine stillgelegte Mine mit angeschlossenem Museum. 1915 wurden durch Zufall hier Opale gefunden. Eigentlich war die kleine Expedition unterwegs, um nach Gold zu suchen. Das war die Geburtsstunde von Coober Pedy. Hier werden 90 % des weltweiten Opalabbaus getätigt. Der Ort liegt an einer der heißesten Ecken Australiens. Im Sommer werden regelmäßig Temperaturen von 45°C gemessen. Darum wohnen 70% der etwa 1900 Einwohner in sogenannten Dugouts, das sind unterirdische Wohnhöhlen, in denen die Temperatur mit 23°C angenehm kühl bleibt.












Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam zum Sonnenuntergang zu den Breakaways. Das sind Felsformationen unterschiedlichstem Gestein, das besonders bei untergehender Sonne viele Farben entfaltet. Hier konnten wir auch den Dog Fence sehen, ein 100 Jahre alter Zaun gegen Dingos zum Schutz der Weidetiere, der 5600 km durch Südaustralien führt. Dazu gab es ein Glas eiskalten Sekts.











Cobber Pedy – Port Augusta
540 km standen heute auf dem Programm, das war die schlechte Nachricht, es ging endlich in erträgliche Temperaturbereiche, das war die gute Nachricht. Unterwegs änderte sich die Landschaft von Halbwüste in grün bewachsene Gebiete. Hier werden die berühmten Merinoschafe gezüchtet. Wir sahen sie nur sehr vereinzelt, nur durch die vielen Tiertransporte kann man sich die Dimension dieses Wirtschaftszweiges gut vorstellen.
Vor 100 Millionen Jahre gab es hier einen Ozean, dies wird durch große Salzseen z.B. Kokatha deutlich. Schließlich stoppten wir noch kurz in Woomera. Dies war ein Raketenversuchsgelände der Briten in den 60er Jahren. Hier wurden auch die ersten und einzigen Atomversuche unternommen, diese konkreten Gebiete sind natürlich gesperrt.













Schließlich erreichten wir Port Augusta bei 24,5°C. Was für eine Erleichterung nach 5 Wochen 38°C und höher. Lustig war die Truppe beim abendlichen Briefing zu sehen, lange Hosen und Jacken, als wenn der Winter ausgebrochen wäre
Es ist nicht zu glauben, aber wir haben am nächsten Morgen tatsächlich geheizt. 19 Grad fühlt sich momentan an wie Frost. Bevor wir nach Adelaide aufbrachen, besuchten wir noch den Botanischen Garten und den Leuchtturm Lookout in Port Augusta.
Auf der Strecke nach Adelaide änderte sich die Landschaft radikal. Landwirtschaft und Weinbau wird hier betrieben. Auch die Fahrzeuge im Strassenbild änderten sich von 4×4 Pickups in „normale“ Limousinen. Unterwegs kamen wir wieder an einigen Salzseen vorbei.





Als wir uns Adelaide näherten, hatte uns die Urbanität wieder fest im Griff. Staus und 6 spurige Autobahnen hatten wir bisher nicht im Programm. Der Campground liegt am Südliche Ozean mit hervorragender Infrastruktur.
Adelaide
Am nächsten Tag hatten wir eine ganztägige Stadtbesichtigung. Adelaide hat eigentlich nur 17000 Einwohner aber durch die Zuordnung von 250 Vororten kommt sie auf 1,2 Millionen Einwohner. Dadurch ist die Ausdehnunung der Stadt riesig. Wir besuchten den wirklich schönen Botanischen Garten mit der zur Zeit blühenden Rosenabteilung. In einem großen Baum hingen Hunderte von Flughunden















Die Mittagspause verbrachten wir in der Fußgängerzone, ehe wir dann eine alte Bibliothek aufsuchten und die 150 Jahre alte Architektur bewunderten.



Schließlich fuhren wir zum Hafen, wo wieder Street Art zu sehen waren.








Adelaide
Der folgende freie Tag fiel buchstäblich ins Wasser – es regnete mit kleinen Unterbrechungen. Somit gab es bis auf kleine Spaziergänge keine weiteren Aktionen. Abends luden Eva und Lukas wieder zum Grillen ein. Ich probierte Känguru und war angetan, es schmeckte sehr gut.
Adelaide – Hahndorf
Eigentlich waren nur 30 km zu fahren, aber Ute überredete mich zu einer Alternativroute mit insgesamt 180 km. Trotz Regen war dies ein guter Plan. Wir fuhren auf einer Scenic Route durch das Weingebiet der Adelaide Hills. Eine wunderschöne, gepflegte Landschaft, die auch bei Regen reizvolle Ausblicke bot. Unterwegs sahen wir unser erstes Rotes Kanguru. Das sind die größten ihrer Art.



Es ging durch Eukalyptusalleen und wir entdeckten bei einem Outlook einen Skulpturengarten. Kurz danach hielten wir noch beim Historic Herbig Tree, in dem der Emigrant Friedrich Herbig 1855 eine Zeit lang lebte. Der Baum hat einen Durchmesser von 6 Metern und ist ca. 500 Jahre alt.







Kurtz nach Hahndorf, auf dem Weg zum Weingut Barristers Block Wines, wo wir auch eine Weinprobe hatten und wo unser Übernachtungsplatz war, lief uns ein Koalabär über den Weg. Er lief vor uns weg, versteckte sich hinter einem Baum, lugte dort hervor, und als er sah, dass wir noch da waren, kletterte er schnell auf den Baum und behielt uns weiter im Auge.



Hahndorf – Grampians N.P.
Heute hat man es uns so richtig gegeben. Nein, eigentlich gestern schon. Gestern Abend hatten wir eine Weinprobe. Ich wunderte mich, dass die Besitzer irgendwann anfingen Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Auf die Frage warum sie das täten antworten sie, es würde ein wenig windig. Aus dem ein wenig windig entwickelte sich ein Sturm mit Starkregen, der bis zum Abend des nächsten Tages andauerte. In der Nacht wurde das Wohnmobi ( 5 t schwer) geschüttelt wie ein Cocktailshaker. Utes Dachfenster wurde undicht und trotz Abkleben tröpfelte es in ihr Bett. So machten wir kaum ein Auge zu.
Es standen 520 km an. Wir verließen unausgeschlafen Südaustralien und reisten in den Bundesstatt Victoria ein. Das bedeutet, wieder 1/2 Stunde die Uhr vorstellen.


Teilweise hatten wir Rückensturm, teilweise Seitensturm. Der Seitenwindassistent löste einige Male aus. Ich mußte mit dem Lenkrad mit beiden Händen ständig korrigieren, vor allem, wenn uns die Roadtrains mit 100 km/h entgegen kamen.
Zuerst hielten wir an einem Gehege, wo sei 1980 weiße Kängurus gehalten werden. Diese haben einen Gendefekt, sind aber keine Albinos.



Auch auf dem Land gibt es so etwas wie Street Art, nur heißt sie hier SiloArt. 3 Exponate steuerten wir an und man muß schon sagen, die Künstler können was.



Dann stand noch der Pink Lake Dimboola auf dem Programm. Unglaublich wie pink der war.


Nach 7 Stunden erreichten wir den Grambians N.P. Auf engen Strassen ging es hinein in die Berge. Weiterhin stürmte und regnete es mit kurzen Pausen.


Nach 30 km umfuhren wir eine Stelle, wo gerade von Parkrangnern ein umgestürzter Baum abgeräumt worden war. Nach weiteren 10 km ging nichts mehr. Ein großer Baum lag quer über der Strasse, und es stauten sich schon einige Fahrzeuge.

Die Ranger kamen auch dort an und ich hoffte, sie würden gleich mit der Räumung beginnen. Wir waren nur noch 10 km vom Campingplatz entfernt. Es tat sich nichts, und so ging ich zu ihnen und erfuhr, dass sie auf das „permit to cut“ auf die Erlaubnis zum Schneiden warteten. Diese erhielten sie nicht, und so blieb der Baum liegen, alle drehten um und fuhren zurück. Wir auch, denn wir hatten von Eva eine Alternativroute mitgeteilt bekommen. Diese war fast 100 km lang, da wir keine Pisten fahren dürfen, sondern nur geteerte Strassen , bei gerade gefahrenen 510 km hielt sich die Freude in Grenzen. Aber auch das schafften wir, und nach 10 Stunden Fahrzeit kamen wir am Campground bei 10°C an. Dort wurden wir von einer Gruppe Kangurus empfangen.



Grambians N.P.
Bei ca 5°C Aussentemperatur waren wir nach 12 Stunden Schlaf gut erholt. Der Sturm war abgezogen, die Strasse vom umgestürzten Baum befreit, und so konnten wir die geplanten Outlooks besuchen und kleine Wanderungen unternehmen. Die Landschaft im Grambians N.P. Ist wirklich sehenswert und es wäre schade gewesen, wenn wir ihn wetterbedingt nicht hätten besuchen können. Die Krönung war, als wir wieder einen Ameisenigel beobachten konnten.












































































































































































































































