8. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020

8.8. bis 16.8.2020

Höfn, Djupivogur, Hallormsstadur, Seydisfjördur, Faeröer

Da es uns in Jökulsarlon so gut gefallen hatte, fuhren wir noch einmal dort hin, um bei gutem Wetter den Tag dort zu verbringen. Wir hatten super Sicht auf die Gletscher und fanden bei Hochbetrieb einen Parkplatz in der ersten Reihe. Nach dem Mittagessen mit Blick auf die Lagune genossen wir die spektäkulären Blicke auf die Eisberge. Am schwarzen Strand waren an diesem Tag große Eisbrocken angeschwemmt worden und bei Ebbe liegen geblieben, mit dem Schwarz als Kontrast schöne Motive.

In Prospekten und von unserem Helikopterpiloten hatten wir gehört, dass Höfn der Ort ist mit den besten Lobstern auf Island, wobei es sich offensichtlich um Langusten handelt. Also beschlossen wir, unser vorgezogenes Island Abschiedsessen hier einzunehmen. In einem sehr schönen Hotel mit Restaurant bestellte Ute Blumenkohlsteak mit Gerstenbrei, ich genehmigte mir Lobsterschwänze. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt, und es war ein würdiges Essen zum Abschluß unserer Tour.

Normalerweise war unser Programm damit abgearbeitet, aber wir hatten noch Tage übrig. Also verkürzten wir die nächste Etappe und steuerten Djupivogur an. Die 1 führt an dieser Stelle sehr malerisch direkt an der Küste und an diversen Fjorden entlang, wenn das Wetter stimmt. Leider war dies nicht der Fall, Regen Nebel 10 Grad.

Pffffffffff machte es hinter mir, „bei mir ist die Luft raus“, sagte Ute, war aber schon wieder in Prospekten und Karten vertieft.

Nach einiger Zeit hatte sie für die nächsten 2 Tage ein Programm aufgestellt. Es sollte nach Hallormsstadur und danach noch einmal in den Vatnajökull Nationalpark gehen.

Zunächst fuhren wir wieder bei miesem Wetter los. Als wir dann die Küste verließen, hörte es auf zu regnen, und es wurde milder. Kurz vor Egilstadir bogen wir rechts ab zum Lagarfljot, ein 35 km langer See. An seiner Ostseite befindet sich der größte Wald Islands und dort liegt der Campingplatz von Hallormsstadur. Der Platz war gut gefüllt, fast ausschließlich von Isländern mit Wohnwagen. Dies Gebiet ist ein Wanderparadies und wird von den Einheimischen sehr geschätzt.

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst die 931 bis zum Hengifoss. Der liegt ungefähr 500 m hoch, war aber von der Straße aus zu sehen. Ich dachte dieser Blick genügt, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Ute wollte aber „nur mal gucken“. Daraus wurde eine kapitale Wanderung von knapp 2 Stunden mit 400 Höhenmetern. Allerdings eine sehr schöne, zumal wir alleine waren und die Temperatur 20 °C erreichte.

Blick auf den Lagarfljot
Wanderung zum Hengifoss

Dann wechselten wir auf die 910, eine super Strasse, die zunächst auf 800 m ansteigt und man dann auf der Hochebene Aussichten ins Hochland und auf den Snaefell hat. Die Strasse endet nach 70 km beim größten Wasserkraftwerk Europas dem Karahnjukar.

Überhaupt hat Ute jede Menge Superlative in diese Tour gepackt: der Hallormsstadaskogur ist der größte Wald Islands, der Hengifoss ist der drittgrößte Wasserfall Islands, der Snaefell ist mit 1890 m der größte alleinstehende Berg Islands und dann noch das größte Wasserkraftwerk.

Auf den 70 km der 910 kamen uns 2 Fahrzeuge entgegen, ansonsten waren wir alleine.

Nachdem wir uns auf der riesigen Staumauer die Beine vertreten hatten, ging es dieselbe Strecke wieder zurück mit dem Endziel Seydisfjördur. Wir wollten dort 1 Tag eher eintreffen, da auch dieser Campingplatz aufgrund von Covit 19 nur reduzierte Plätze anbot, und wir sicher sein wollten, einen zu bekommen.

Den bekamen wir um 16 Uhr auch, gleichzeitig wurde vor unseren Augen eine Riesenbaustelle eingerichtet, sie teerten den ganzen Ort neu. In Island haben die Jungs dazu keine Oberbekleidung an und auf den Teermaschinen wird der ganze Ort mit ohrenbetäubender Musik beschallt. Das scheint hier keinen zu stören. Normalerweise ist Ute empfindlicher, was Lärmbelästigung angeht, aber dieses Mal reichte es mir. Sie arbeiteten um 23 Uhr noch immer.

Zwischendurch machten wir einen kleinen Spaziergang zum Fährterminal und erhielten einen Anruf von meinem Cousin mit der Bemerkung: wir können euch sehen. Sie hatten die Webcam vom Terminal im Internet aufgerufen und konnten uns tatsächlich sehen, war sehr witzig, Orwell läßt grüßen.

Nach einer überraschend ruhigen Nacht und gutem Wetter machten wir noch einen Spaziergang durch den Ort und zu den beiden Wasserfällen, beantragten die Rückerstattung der Steuern für die steuerfreien Produkte, die wir gekauft hatten und ließen die Islandreise dann endgültig gemütlich ausklingen.

Dann ging es am nächsten Tag gemütlich mittags auf die Fähre. Wir bezogen unsere Kabine, legten ab und ich mich hin. Wir hatten hohen Seegang und das spürte ich sofort. Abends wurde es ruhiger, und Ute holte mich ab in die Bar, wo ein Klavierspieler gute Musik produzierte, und wir noch einige Stunden mit Bekannten verbrachten, die wir unterwegs kennengelernt und uns auf der Fähre verabredet hatten.

Um 2 Uhr morgens war die Nacht zu Ende. Die Färöer mochten uns anscheinend nicht. Es stürmte und schüttete. Wir hatten eine Koordinate für einen Parkplatz, der sich für die Restübernachtung eignete. Der Sturm zog kräftig an der Dachluke, und es klapperte dauerhaft . Mit 2 Schaumgummiohrstöpsel konnte ich das Klappern minimieren und noch einige Stunden schlafen. Am nächsten Morgen sahen wir…….nichts. Es goß weiter und war total nebelig. Also hieß es aussitzen. Der Tag war schon morgens gelaufen.

Nachmittags gingen wir bei Regen in die Innenstadt von Torshavn, die eine schöne Altstadt hat. Ansonsten war wetterbedingt nichts los.

Am nächsten Morgen galt der erste Blick aus dem Fenster dem Wetter, es war heller und hatte aufgehört zu stürmen und regnen. Also begannen wir unsere am Vorabend geplante Tour über die 2 Inseln Streymoy und Eysturoy. Unser Schwerpunkt heute war die Insel Eysturoy. Ohne auf die genaue Streckenführung eingehen zu wollen, es war grandios. Die Sonne kam raus, wir hatten teilweise 20 °C und erlebten eine Landschaft und ein Farbenspiel mit Licht unnd Schatten, dass uns begeisterte. Die Strassen waren zwar eng, aber durch den wenigen Verkehr gut zu fahren.

Nach unserer Rundtour suchten wir den Campingplatz in Eidi auf und erlebten wieder eine Überraschung. Der Platz war nur mit Wohnwagen und Einheimischen belegt. Es gab keine Anmeldung, nur eine Geldbüchse. Ein netter Faeröer, der sogar etwas Deutsch konnte, klärte uns auf und meinte, wir könnten ruhig eine Nacht dort übernachten. Ansonsten war alles vorhanden, inklusive gutem WLAN.

Am nächsten Morgen wußten wir erst nicht, ob eine weitere Ausflugsfahrt sinnvoll sei, da es total neblig war. Wir entschlossen uns abzuwarten, und nach 3 Stunden wurde es tatsächlich etwas klarer.

Wir starteten unsere Tour, diesmal mit Schwerpunkt Streymoy. Die Sicht wurde immer besser und auch dieser Tag war wieder wunderschön.

In Vestmanna kaufte ich mir ein Schafsfell als Unterlage meines Campingstuhls. Ja,ja, Mann kommt schließlich in die Jahre. Ich benötige jetzt noch jemand, der mir Halteschlaufen annähen kann. Ich glaube, ich habe da schon jemand im Hinterkopf, die ich fragen könnte.

Danach ging es gemütlich zurück nach Torshavn, wo wir auf die Fähre warteten.

Damit enden auch unsere Lebenszeichen dieser Reise, die wieder sehr ereignis- und erlebnisreich war. Wie immer danken wir für eure Feedbacks und guten Wünsche.

Bis bald, sofern Covid nichts dagegen hat.

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7. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

29.7. – 8.8.2020

Grindavik, Pingvellir, Geysir, Hella, Westmänner Inseln, Seljalandfoss, Vik, Svinafell, Höfn

Am Morgen besuchten wir noch Perlan als allerletzte Station in Reykjavik. Perlan ist entstanden aus früheren Heißwassertanks und architektonisch dann aufgepeppt worden. Es beinhaltet ein Planetarium, Ausstellungen und ein Restaurant. Im Planetarium sahen wir eine 360° Multimediashow über die Entstehung Islands, ihren Attraktionen und wieder sehr ausführlich das Nordlicht.

Danach besuchten wir auf unserer Strecke nach Grindavik eine Islandpferde Ranch. Wir durften auf die Koppel und direkt Kontakt aufnehmen mit den Pferden. Sie strahlen eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus.

Hinter Hafnir sahen wir uns die Brücke zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte an. Jedes Jahr driften die Platten 2 cm auseinander.

Dann ging es noch zu den Schlammkratern von Gunnuvehr, bevor wir unseren Platz in Grindavik erreichten.

Der folgende Tag war wieder gut gefüllt mit Attraktionen. Zuerst fuhren wir zum Graenavatn, ein See in einem Vulkankrater.

Dann erreichten wir wieder ein Geothermalgebiet, Seltun.

Mittags besuchten wir das Geothermalwerk Hellisheidi, eines der modernsten der Welt. Parkplätze für 10 Busse und 150 Autos waren angelegt, 3 waren besetzt. Wir besichtigten die Ausstellung mit einem Audioguide. Ganz Reykjavik wird von diesem Werk mit warmen Wasser und Elektizität versorgt. Die Bohrungen gehen bis zu 2200 m tief. Beeindruckend war das CarbFix Projekt dort. Seit 2007 wird Co2 und andere sauren Gase, die bei der Produktion entstehen wieder in den Boden gepumpt, wo sie mit Basalt natürlich reagieren und zu Karbonat versteinern. Seit 2017 gibt es ein Projekt, dass diesen Prozeß auch mit Co2 aus der Luft entwickelt.

Reykjadalur, ein weiteres Thermalgebiet, war unser nächstes Ziel. Eigentlich hatte ich keine große Lust auf Wandern, da es auch schon relativ spät war. Dort fließen warme Flüsse, in denen man baden kann. Ute war nicht zu bremsen und so kamen weitere 9km und 400 Höhenmeter zustande, die wir allerdings nicht alleine gingen, sondern von Millionen kleiner Fliegen begleitet wurden.

Den Abschluß bildete noch einmal ein Kratersee im Kerid Vulkan.

Dann ging es in den Nationalpark Pingvellir, wo wir einen sehr schönen Campingplatz fanden. Unsere kleinen Begleiter warteten schon auf uns.

Keine guten Wetteraussichten für die nächsten Tage. Es heißt wieder improvisieren und anpassen. Zunächst blieben wir auf dem Campingplatz, da es schüttete. Nachmittags hörte der Regen auf, und wir fuhren zum Besucherzentrum Pingvellir. Leider war die Ausstellung bis zum 13.8. geschlossen.

Kaum waren wir wieder draußen, erhielten wir die nächste Dusche.

In Pingvelir wurde vor gut 1000 Jahre so was wie ein erstes Parlament gewählt. Es trafen sich die Ältesten aus ganz Island um grundlegende Entscheidungen einvernehmlich zu treffen und Recht zu sprechen. Außerdem kann man dort sehr deutlich die 2 Kontinentalplatten Eurasien und Amerika sehen, die jährlich 2 cm auseinander driften. Da wir vor 35 Jahren schon einmal hier waren, ist der Abstand der beiden Platten also um 70 cm gewachsen.

Da es immer mal wieder regnete, beschlossen wir, auf dem Campingplatz zu bleiben.

Unsere nächstes Ziele am nächsten Tag waren Geisyr und Gullfoss. Im Daurregen erreichten wir zuerst Geisyr. Der eigentliche, alte Geysir ist vor einigen Jahren erloschen, dafür ist der Strokkur eingesprungen, der alle paar Minuten mehr oder weniger hohe Fontänen ausstößt. Wahrscheinlich hat der Strokkur Humor, denn immer dann, wenn besonders viele Touristen, die mit Kameras und Handys bewaffnet, den großen Ausbruch erwarten, lange gewartet hatten, spendiert er eine enttäuschend kleine Fontäne. Man musste schon Geduld haben.

Danach fuhren wir das kurze Stück zum Gullfoss. Ein sehr schöner Wasserfall allerdings ohne Regenbogen, da es in Strömen regnete.

Wir entschieden uns auf dem Campingplatz am Geisyr zu übernachten und abends, noch mal einen Versuch zu starten das Gebiet des Geisyr ohne Regen zu erleben. Das klappte auch, und wir konnten noch eine kleine Wanderung unternehmen.

Der nächste Tag war wenigstens trocken. Wir besuchten das Geysir Gebiet und den Gullfoss noch einmal, diesmal bei besserer Witterung.

Unterwegs machten wir noch Station am Faxa Wasserfall, sehr schön gelegen mit einer großen Lachstreppe.

Danach folgte Reykholt, wo wir beim Erzeuger superleckere Erdbeeren, Brombeeren und Tomaten kauften. Die dort feil gebotene Tomatensuppe war ebenfalls vorzüglich.

Auf der Strecke lag noch Skalholt, der erste Bischofssitz und das christliche Machtzentrum des Landes. War kein „must see“.

Unsere Tagesziel war Hella.

Da wir noch einige Aktivitäten geplant haben, beobachteten wir die Wetterlage ganz genau um die besten Tage auszusuchen. Dies galt auch für Landmannalauga. Wir hatten den Montag als einzigen trockenen Tag der Woche dafür gefunden und schon in der letzten Woche die notwendigen Buskarten gekauft. Landmannalauga kann man nur mit 4×4 erreichen.

Der Sonntagabend versprach schon einmal gutes Wetter, es wurde sogar sonnig und warm.

Der Montag morgen war bewölkt. Pünktlich warteten wir an der Bushaltestelle, um vom aus Reykjavik gestarteten Bus mitgenommen zu werden. Wir waren schon überrascht, wieviele Gleichgesinnte dort schon warteten, mehr als ein Bus mitnehmen kann. Es wurden dann sogar 3 Busse, die komplett voll wurden. Die Fahrt dauerte über 3 Stunden, vorwiegend auf Piste. 3 Stunden Maskentragen war eine neue Erfahrung.

Das Wetter wurde wieder schlechter, es begann zu regnen und es wurde zunehmend neblig. Beste Voraussetzungen um eine schöne Landschaft zu betrachten und Wandern zu gehen. Je weiter wir ins Hochland kamen um so weniger sahen wir.

Unglaublich, aber als wir am Basecamp in Landmannalauga ankamen, wurde es hell, und der Nebel zog sich zurück. Dort herrschte ein großer Trubel, da hier der Laugavelur startet ein 55 km langer Trail durch das Hochland, den man in 3 – 5 Tagen läuft. Außerdem gab es dort die teuerste Toilette unseres Lebens. Fast 5€ zahlte ich fürs kleine Geschäft. In der Natur ist es untersagt, aber bei den Kursen wundert es mich nicht, dass die Ranger genau das Gegenteil erreichen.

Wir begannen eine wunderschöne Wanderung durch Lavafelder, Obsidianfelder, grünen Hochebenen, an dampfenden Schlammtöpfen vorbei, durch einen Canyon und zurück an einem Fluß entlang. Das Ganze garniert mit einzigartigen Landschaftsbildern, die bei immer besser werdenden Sichtverhältnissen auch die unterschiedlichen Farben der Gesteine zum Ausdruck brachten.

Nach 3 Stunden fanden wir uns wieder beim Bus ein und rumpelten dann 3 Stunden wieder auf den Pisten zurück nach Hella.

Das war ein toller Ausflug, und so hatten wir Landmannalauga sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus erlebt.

Wanderung in Landmannalauga

Wir entschlossen uns am nächsten Tag die Westmänner Inseln zu besuchen und eventuell eine Bootefahrt durch die Inseln zu machen.

Pünktlich kamen wir am Fährhafen Landeyjahöfn an und buchten eine Überfahrt. Die Passage dauert 40 Minuten. Von den 14 Inseln ist nur Heimaey besiedelt. Etwa 4000 Menschen wohnen dort.

In Heimaey angekommen orientierten wir uns erst mal nach den Möglichkeiten und fanden heraus, dass nur noch die große 2 stündige RIB Boot Tour stattfinden würde, in genau 15 Minuten. Wir buchten, und wurden professionell eingekleidet. Da ich natürlich Fotos schießen wollte, verpackte ich die Kamera in einen Plastikbeutel.

Dann kam der erste Hammer. Es galt Maskenpflicht auf dem RIB Boot. Da fährt man mit 50 – 60 km/h über den sehr windigen Nordatlantik und Covid hat noch Zeit in einem Aerosoltröpfchen den Weg zum Nächsten zu finden, sehr befremdlich.

Der zweite folgte danach. Unser Mitfahrer bestanden fast nur aus 14 jährigen Einheimischen, die natürlich Action erwarteten. Die bekamen sie und damit wir dann auch. Das Boot war ausgestattet mit einer enormen Stereoanlage, und der Musik nach zu urteilen, hatten die Bengels eigene Musik mitgebracht, so etwas, was man schon mal aus den Autos der coolen Jungs zu hören bekommt, nur viel lauter. Immer wenn die Musik angestellt wurde, mußten wir stehen, uns festhalten und mit den Beinen die Schläge des Bootes abfedern. Unser Skipper beschleunigte das mit 800 PS ausgestattete Boot auf Höchstgeschwindigkeit. Ab da wusste ich, es gibt kein einziges Foto. Ich hatte alle Hände voll zu tun, um auf den Beinen zu bleiben, wobei alle Hände falsch sind, ich hatte nur eine, in der anderen musste ich 2 Stunden die Kamera festhalten.

Nachdem wir uns an die Umstände gewöhnten, hatten wir richtig Spaß. Unglaublich die Beschleunigung des Bootes, die Fahrkunst des Skippers und natürlich die Schönheit der Inseln, mit vielen Höhlen, in die er trotz hoher Wellen hineinfuhr und den vielen Vogelfelsen mit Puffins. Das erste Mal sahen wir auch Bastölpel, mit einer eindrucksvollen Spannweite von fast 2 m. Wir konnten auch das die jüngste Insel der Welt sehen, Surtsey, die 1967 durch einen Vulkanausbruch entstand.

Nach diesem tollen Actionerlebnis hängten wir noch eine 2 stündige Inselrundfahrt per Bus dran, mit Erärungen zur Geschichte, zu dem Leben mit Vulkanen und zu dem Leben in der Abgeschottenheit.

Erstaunlich hoch ist der Lebensstandard dort, der der höchste in ganz Island sein soll. Man sah das auch an den Häusern, Autos und einem der schönsten Golfplätze de Welt.

Zum Abschluß der Fahrt, führte uns der Fahrer noch zu einer Puffins Auffangstation, wo verletzt oder verölte Puffins gepflegt und dann ausgewildert werden. Außerden hatten sie dort 2 Belugawale, die aus einem Zirkus aus Russland stammten und die in ein Freigehege ihren Lebensabend verbringen sollten. Der Umzug stand unmittelbar bevor.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück und wir übernachteten in Seljalandfoss.

Es wurde stürmisch in der Nacht mit Starkregen und um 3:30Uhr setzte ich das Womo um, da ich Sorge hatte abzusaufen.

Nachdem der Wind mittags nachgelassen hatte, machten wir uns auf nach Vik. Unterwegs gab es einiges zu sehen: Den Seljalandfoss, ein Wasserfall hinter dem man durchgehen kann. Den Skogafoss (Wasserfall), dem Solheimajökull (Gletscher), den schwarzen Strand von Dyrholaey, sowie einen weiteren schwarzen Strand mit Basaltsäulen und Felsnadeln im Meer.

Am Skogafoss hatte Ute ihren großen Auftritt. Wir hatten uns gerade den Wasserfall von oben angesehen und waren auf dem Rückweg zum Womo. Vor uns 3 Damen, davon 1 ältere in einem blauen Regenmantel von Hurtigruten. So einen hat Ute auch und ohne dass ich Eingreifen konnte, schoss sie los, überholte die Damen und begann einem Veitstanz vor ihnen aufzuführen und wies immer wieder auf ihren Regenmantel, den sie ja identisch vermutete mit dem der älteren Dame. Nur, heute hatte sie ausnahmsweise ihren weißen Regenmantel an. Die irritierenden Blicke der Frauen ließen vermuten, dass sie sich nicht sicher waren zu entscheiden, braucht die Dame Hilfe und Vorsicht, ist die Dame vielleicht gefährlich. „Sie können vor uns ruhig weiter tanzen“, sagte dann eine von Ihnen. Dann bemerkte Ute ihren Irrtum. Ich stand mit offenem Mund da und wusste nicht, ob ich die Dame kennen muss. Nachdem Ute aufgeklärt hatte, war das Gelächter natürlich groß. Die Drei gehörten zu einer Reisegruppe. Als ihr Bus bei uns vorbei fuhr tanzte Ute noch einmal zum Abschied mit ihrer blauen Jacke schwenkend. Ich glaube der ganze Bus dachte, das was die Frau genommen hat will ich auch.

Dann erreichten wir unseren Übernachtungsplatz in Vik.

Der nächste Tag hielt wieder einige Besichtigungspunkte für uns bereit.

Zunächst besuchten wir eine Steinmännchenkolonie, die heute von Touristen und früher von Reisenden gebaut wurden für eine sichere Reise. Die Tradition geht Hunderte von Jahren zurück.

Dann folgte ein grün bewachsenes Lavafeld.

In Fjadrargljufur konnten wir eine kleine Wanderung an einem Canyon entlang unternehmen.

In Kirkjugolf sahen wir durch Gletscher blankgeschliffene sechseckige Basaltsteine, die einem Kirchenboden ähnelten.

Weitere Basaltformationen konnten wir in Dverghamrar bewundern.

Kurz vor Skaftafell sahen wir noch die Reste einer Stahlbrücke, die durch den letzten Vulkanaubruch unter dem Gletscher und der daraus folgenden Sturzflut zerstört wurde.

Der Höhepunkt des Tages folgte dann am Svinafellsjölkull, einem Gletscher, dem man zu Fuß bis auf 200 m erreichen konnte.

Nach dem Höhepunkt, kam die Überraschung des Tages. Bei der Anfahrt zum Campingplatz in Skaftafell wurden wir durch einen quer zur Fahrbahn stehenden SUV angehalten und man erklärte uns, dass der Platz voll sei. Unglaublich, die haben 2000 Plätze auf dem Platz und nur 100 Plätze wegen Corona freigegeben. Ausßerden sind alle buchbaren Aktivitäten, wie Rundflüge, Gletscherwanderungen usw. nicht verfügbar. In der ganzen letzten Wochen haben wir teilweise dicht an dicht gestanden und hier machten sie so einen Zirkus. Also wichen wir aus auf einen kleinen Campingplatz in Svinafell.

Die Nacht über stürmte es wieder heftig. Nachdem wir dem Campingplatz in Skatafell und dem Info Center einen weiteren Besuch abgestattet hatten und keine Änderung zum Vortag feststellten, beschlossen wir weiter zu fahren.

Der erste Halt war Fjallsarlon, wo der Öräfa Gletscher die Lagune erreicht. Wir buchten eine Zodiaktour, die uns an einigen kleineren Eisbergen vorbei und an der Gletscherkante entlang führte. War ganz nett.

Wir hätten noch etwas warten sollen, denn in Jökulsarlon gab es das gleiche nur viel imposanter. Viel größere Eisberge und eine größere Gletscherkante. Dort kann man auch mit Amphibienfahrzeugen in die Lagune.

Gegenüber von Jökulsarlon lagen Eisbrocken auf einem pechschwarzen Strand. Sie stammen vom Breidaner Gletscher und werden durch den kürzesten Fluß Islands (500m) bis ins Meer befördert, wo sie nach Wasserstand und Wind auch mal auf dem Strand liegen bleiben.

Uns gefiel dieser Platz sehr gut und wir beschlossen morgen noch einmal dorthin zu fahren und auf dem nächstdelegenen Campingplatz zu übernachten. Es gab keinen. 86 km mussten wir bis nach Höfn fahren. Ob wir morgen die Tour wieder zurück machen, glaube ich eher nicht.

In Höfn konnte ich das Womo noch einmal an einer Tankstelle waschen.

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