5.5. – 11.5.2019
Grimaud-Castellane-Sisteron-Savigny le Sec-Pont à Mousson-Brüssel-Wengern
In der darauffolgenden Nacht hatte ich kein Auge zugetan. Solch einen Sturm hatten wir noch nicht erlebt. Ich hatte mehrmals Sorge, das Womo fällt um. Am Morgen ließ der Sturm etwas nach, und wir konnten unsere Fahrt nach Grasse beginnen. Dort erreichten wir die Route Napoleon, die wir bis Grenoble fahren möchten.
Die ersten km nach Grasse waren sehr steil und wir erreichten schnell 1000 m Höhe. Die Strasse und Landschaft waren wunderschön, und entspannt erreichten wir unser Tagesziel in Castellane.


Dort fanden wir bei einem sehr freundlichen Stellplatzbesitzer einen Platz.
Der Brötchendienst am Platz funktionierte am nächsten Tag einwandfrei, unsere bestellten Croissants und Baguettes waren pünktlich da. Nach dem Frühstück, Tanken und Einkaufen ging es weiter auf der Route, bei Kaiserwetter, nach Sisteron.




Sisteron hat uns positiv überrascht. Landschaftlich schön gelegen, gepflegt, ausgezeichnet mit 3 Fleurie und einem gut gelegenen Stellplatz. Zu Fuß war die Altstadt in 3 Minuten zu erreichen, was wünscht sich ein Wohnmobilfahrer mehr?















La Mure war unser nächstes Ziel auf der Route Napoleon. Nach 120 km erreichten wir den Ort und waren wieder eine wunderschöne Strecke gefahren.



Im Laufe des Nachmittags wurde es richtig warm, und wir genossen die Aussicht von unseren Stühlen vor dem Wohnmobil. Danach machten wir noch einen Spaziergang in den Ort, der aber mit Sisteron nicht mithalten konnte.
In der Nacht schlug das Wetter um. Nach 40 km erreichten wir Grenoble und hatten damit die Route Napoleon durchfahren.
Auf der Autobahn ging es nordwärts. Bei Dauerregen fuhren wir 350 km bis nach Savigny le Sec, ein in der Nähe der Autobahn gelegenes Nest, mit einem gut bewerteten Stellplatz. Für 5 € konnten wir gut übernachten. Das war fast schon geschenkt zu den 56 € Autobahngebühr, die wir während des Tages bezahlt hatten.

Am nächsten Tag schwammen wir 210 km nach Pont à Mousson. Es regnete jetzt seit 2 Tagen und teilweise war bei stürmischen Wind kaum Sicht.
Pont à Mousson liegt an der Mosel in der Nähe von Metz, hat einen kleinen Yachthafen und einen vorbildlichen Wohnmobilstellplatz mit allem Service. Nachmittags gab es einige Regenpausen, die wir für einen Besuch des netten Städtchens nutzten.




Die vorletzte Etappe unserer Reise führte uns nach Brüssel. Über Luxemburg ging es über 310 km in die europäische Hauptstadt. Wir hatten bereits vor Tagen bei der im Stadtteil Molenbeek liegenden Jugendherberge einen von 5 angebotenen Stellplätzen gebucht. Diese waren durch ein großes Eisentor von der Strasse getrennt, was Ute erst einmal von der Rezeption öffnen ließ. Im Inneren fanden wir einen geteerten Platz mit neuen Ent- und Versorgungsanlagen. Wir erhielten Informationen zu U-Bahn und Lage der Jugendherberge und stellten fest, dass wir fußläufig vom Grote Markt, einem der Wahrzeichen Brüssels entfernt waren.





Abends machten wir uns auf, um im Vergnügungsviertel, im Club La Machine, Jürgen mit seinen Mitstreitern zu treffen. Dort war für alle Rallyeteilnehmer ein meet and greet vorgesehen. Das Wiedersehen mit Jürgen war sehr herzlich auf beiden Seiten, und wir freuten uns auch, seine 3 sehr netten Freunde, Dieter, Bernd und Holger, kennen zu lernen. Unter dem Namen „Memory Team“ hatten sie gemeldet. Bei Bier, Cola und Fritten hatten wir uns viel zu erzählen.



Den Abend schlossen wir mit einem kleinen Bummel zum Grote Markt, mit dem Rathaus und den Gildehäusern, ab, der wunderschön beleuchtet, uns sehr beeindruckte.





Nach einem, im Stellplatzpreis beinhaltetem Frühstück, fuhren wir mit der U Bahn zum Atomium, dem Startplatz der Rallye „Knights of the Island“. Jürgen und seine Gang holten sich gerade ihr Roadbook ab. Die Rallye gehört zu einer Reihe sogenannter Charity Rallyes, wo das eingesammelte Geld von den Teams vorgesehenen sozialen Einrichtungen zu Gute kommt. Mindestens 500 € sind von jedem Team zu sammeln. Der augenblickliche Stand der Spenden betrug über 100.000 €. Ansonsten müssen die Autos älter als 20 Jahre sein, und der Spaß steht an erster Stelle. Es gilt unterwegs skurrile Aufgaben zu lösen und damit Punkte zu sammeln. Auf der von Jürgen mitgefahrenen „Baltic Circle“, mußten die Teams unter anderem eine Ziege ans Lenkrad setzten, eine russische Zollbeamtin auf den Arm nehmen und mit einem russischen LKW Fahrer Armdrücken. Alles muß per Photo dukumentiert werden.
114 Teams hatten gemeldet, und sich teilweise lustig verkleidet. Es herrschte eine sehr gute, entspannte Atmosphäre. Kurz vor dem Start verabschiedeten wir uns vom Team, wünschten ihnen alles Gute und viel Spaß und beobachteten dann den Start, wo jedes Fahrzeug vom Sprecher einzeln mit Rallyenummer, Teamnamen und guten Wünschen verabschiedet wurde.








Danach fuhren wir wieder in die Innenstadt und bummelten noch etwas durch die wirklich sehenswerte Altstadt.


Damit ist unsere Reise fast vorbei. Morgen werden wir unsere letzte Etappe nach Wetter in Angriff nehmen. Wir haben ein wirkliches Abenteuer erlebt, sind knapp 23.000 km gefahren, haben 14 Länder auf 2 Kontinenten bereist und werden jetzt einige Zeit benötigen, alles zu verarbeiten.
Vielen Dank für Eure Kommentare und netten emails.
Über kurz oder lang, werden wir uns dann wiedersehen.
Bis dahin sagen wir Euch tschüß.
Ute und Manfred




























































