19. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

5.5. – 11.5.2019

Grimaud-Castellane-Sisteron-Savigny le Sec-Pont à Mousson-Brüssel-Wengern

In der darauffolgenden Nacht hatte ich kein Auge zugetan. Solch einen Sturm hatten wir noch nicht erlebt. Ich hatte mehrmals Sorge, das Womo fällt um. Am Morgen ließ der Sturm etwas nach, und wir konnten unsere Fahrt nach Grasse beginnen. Dort erreichten wir die Route Napoleon, die wir bis Grenoble fahren möchten.

Die ersten km nach Grasse waren sehr steil und wir erreichten schnell 1000 m Höhe. Die Strasse und Landschaft waren wunderschön, und entspannt erreichten wir unser Tagesziel in Castellane.

Route Napoleon
Route Napoleon

Dort fanden wir bei einem sehr freundlichen Stellplatzbesitzer einen Platz.

Der Brötchendienst am Platz funktionierte am nächsten Tag einwandfrei, unsere bestellten Croissants und Baguettes waren pünktlich da. Nach dem Frühstück, Tanken und Einkaufen ging es weiter auf der Route, bei Kaiserwetter, nach Sisteron.

unterwegs nach Sisteron
unterwegs nach Sisteron
unterwegs nach Sisteron, der passte auch da durch
unterwegs nach Sisteron

Sisteron hat uns positiv überrascht. Landschaftlich schön gelegen, gepflegt, ausgezeichnet mit 3 Fleurie und einem gut gelegenen Stellplatz. Zu Fuß war die Altstadt in 3 Minuten zu erreichen, was wünscht sich ein Wohnmobilfahrer mehr?

Sisteron Stellplatz
Sisteron, Siesta
Sisteron
Sisteron
Sisteron
Sisteron
Sisteron, Kastell
Sisteron
Sisteron
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Sisteron, Altstadt
Sisteron, Men at work

La Mure war unser nächstes Ziel auf der Route Napoleon. Nach 120 km erreichten wir den Ort und waren wieder eine wunderschöne Strecke gefahren.

Route Napoleon
Route Napoleon
Route Napoleon

Im Laufe des Nachmittags wurde es richtig warm, und wir genossen die Aussicht von unseren Stühlen vor dem Wohnmobil. Danach machten wir noch einen Spaziergang in den Ort, der aber mit Sisteron nicht mithalten konnte.

In der Nacht schlug das Wetter um. Nach 40 km erreichten wir Grenoble und hatten damit die Route Napoleon durchfahren.

Auf der Autobahn ging es nordwärts. Bei Dauerregen fuhren wir 350 km bis nach Savigny le Sec, ein in der Nähe der Autobahn gelegenes Nest, mit einem gut bewerteten Stellplatz. Für 5 € konnten wir gut übernachten. Das war fast schon geschenkt zu den 56 € Autobahngebühr, die wir während des Tages bezahlt hatten.

unterwegs nach Savigny le Sec

Am nächsten Tag schwammen wir 210 km nach Pont à Mousson. Es regnete jetzt seit 2 Tagen und teilweise war bei stürmischen Wind kaum Sicht.

Pont à Mousson liegt an der Mosel in der Nähe von Metz, hat einen kleinen Yachthafen und einen vorbildlichen Wohnmobilstellplatz mit allem Service. Nachmittags gab es einige Regenpausen, die wir für einen Besuch des netten Städtchens nutzten.

Pont a Mousson, Yachthafen
Pont a Mousson, Stellplatz
unsere Nachbarn in Pont a Mousson
Pont a Mousson, St. Martin Kirche

Die vorletzte Etappe unserer Reise führte uns nach Brüssel. Über Luxemburg ging es über 310 km in die europäische Hauptstadt. Wir hatten bereits vor Tagen bei der im Stadtteil Molenbeek liegenden Jugendherberge einen von 5 angebotenen Stellplätzen gebucht. Diese waren durch ein großes Eisentor von der Strasse getrennt, was Ute erst einmal von der Rezeption öffnen ließ. Im Inneren fanden wir einen geteerten Platz mit neuen Ent- und Versorgungsanlagen. Wir erhielten Informationen zu U-Bahn und Lage der Jugendherberge und stellten fest, dass wir fußläufig vom Grote Markt, einem der Wahrzeichen Brüssels entfernt waren.

Grote Markt, Rathaus
Grote Markt, Haus der Herzöge von Brabant
Grote Markt, Broodhuis
Grote Markt, Südwestseite, Gildehäuser
Nordwestseite, Gildehäuser

Abends machten wir uns auf, um im Vergnügungsviertel, im Club La Machine, Jürgen mit seinen Mitstreitern zu treffen. Dort war für alle Rallyeteilnehmer ein meet and greet vorgesehen. Das Wiedersehen mit Jürgen war sehr herzlich auf beiden Seiten, und wir freuten uns auch, seine 3 sehr netten Freunde, Dieter, Bernd und Holger, kennen zu lernen. Unter dem Namen „Memory Team“ hatten sie gemeldet. Bei Bier, Cola und Fritten hatten wir uns viel zu erzählen.

meet and greet Treffpunkt
Das Memoryteam mit Maskottchen
Fritten gehen immer

Den Abend schlossen wir mit einem kleinen Bummel zum Grote Markt, mit dem Rathaus und den Gildehäusern, ab, der wunderschön beleuchtet, uns sehr beeindruckte.

Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert

Nach einem, im Stellplatzpreis beinhaltetem Frühstück, fuhren wir mit der U Bahn zum Atomium, dem Startplatz der Rallye „Knights of the Island“. Jürgen und seine Gang holten sich gerade ihr Roadbook ab. Die Rallye gehört zu einer Reihe sogenannter Charity Rallyes, wo das eingesammelte Geld von den Teams vorgesehenen sozialen Einrichtungen zu Gute kommt. Mindestens 500 € sind von jedem Team zu sammeln. Der augenblickliche Stand der Spenden betrug über 100.000 €. Ansonsten müssen die Autos älter als 20 Jahre sein, und der Spaß steht an erster Stelle. Es gilt unterwegs skurrile Aufgaben zu lösen und damit Punkte zu sammeln. Auf der von Jürgen mitgefahrenen „Baltic Circle“, mußten die Teams unter anderem eine Ziege ans Lenkrad setzten, eine russische Zollbeamtin auf den Arm nehmen und mit einem russischen LKW Fahrer Armdrücken. Alles muß per Photo dukumentiert werden.

114 Teams hatten gemeldet, und sich teilweise lustig verkleidet. Es herrschte eine sehr gute, entspannte Atmosphäre. Kurz vor dem Start verabschiedeten wir uns vom Team, wünschten ihnen alles Gute und viel Spaß und beobachteten dann den Start, wo jedes Fahrzeug vom Sprecher einzeln mit Rallyenummer, Teamnamen und guten Wünschen verabschiedet wurde.

Knight of the Island Rally
Atominum
Memory Team mit Einsatzfahrzeug
Man beachte in der rechten hinteren Ecke, die Jim Beam Wiskyflasche genutzt als Bremsflüssigkeitsbehälter
so sieht Teamarbeit aus
es geht schließlich nach Schottland
dezente Rallye Outfits
Teilnehmer Foto

Danach fuhren wir wieder in die Innenstadt und bummelten noch etwas durch die wirklich sehenswerte Altstadt.

Die Galeries Royales Saint-Hubert
Die Galeries Royales Saint-Hubert

Damit ist unsere Reise fast vorbei. Morgen werden wir unsere letzte Etappe nach Wetter in Angriff nehmen. Wir haben ein wirkliches Abenteuer erlebt, sind knapp 23.000 km gefahren, haben 14 Länder auf 2 Kontinenten bereist und werden jetzt einige Zeit benötigen, alles zu verarbeiten.

Vielen Dank für Eure Kommentare und netten emails.

Über kurz oder lang, werden wir uns dann wiedersehen.

Bis dahin sagen wir Euch tschüß.

Ute und Manfred

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18. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

22.4. – 4.5.2019

Chinque Terre-Sportono-San Remo-Biot-Grimaud

Die nächsten Etappen sollten uns durch Ligurien führen. Zunächst blieben wir jedoch 3 Tage in Sportorno hängen, wegen schlechtem Wetter. Es regnete unaufhörlich, so dass der Stellplatz begann voll zu laufen.

Nach 3 Tagen war die Schlechtwetterfront durch, und wir machten uns auf nach San Remo. Wir fanden einen Stellplatz 3 km fußläufig von San Remo. Dort standen bestimmt 100 Wohnmobile auf einem großen Parkplatz, der für alle, aufgrund daueroffener Schranke auch noch kostenlos war.

San Remo hat mir vor allem wegen der urigen, sehr authentischen und touristisch nicht verunstalteten mitteralterlichen Altstadt gefallen. Sie ist vollständig bewohnt.

San Remo
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt

Die Stadt war voll und nach dem einsamen Abwettern im Womo war das wieder krasse Urbanität.

endlich wieder Menschen

San Remo war sehr lebendig, hat ein schönes, bekanntes Casino, schöne Parks und einen Hafen.  Alfred Nobel hat hier auch gelebt, es gibt eine nach ihm benannte Strasse und Villa.

San Remo, Casino
San Remo, Fischerhafen
San Remo, Yachthafen
San Remo, Giardini Comunali

Danach stand die französische Riviera auf unserem Programm, und wir verließen Italien. Diese Ecke ist für Womos, besonders wenn man frei stehen möchte, ungeeignet. Es gibt keinen Platz, die Strassen sind schmal und die ganze Küste ist vollständig besiedelt. Also suchten wir uns einen geografisch gut gelegenen Campingplatz, von dem aus wir die Besichtigungsziele per Bahn oder Bus gut erreichen konnten.

Diesen fanden wir in Biot. Die Fahrt dorthin auf der Küstenstrasse war teilweise mühsam aber auch spektakulär, besonders die Strecke oberhalb von Monaco. Von Biot kann man mit dem Zug Monaco, Nizza und Cannes gut erreichen. Der Bahnhof lag nur 100 m entfernt vom Platz.

Nach einem weiteren Ruhetag und Schwierigkeiten ein Ticket zu ziehen, da es diese nur am Automaten gegen Münzen gibt, starteten wir per Bahn nach Monaco. Die Fahrt dauert knapp 1 Stunde und führt direkt an der Küste entlang mit schönen Ausblicken auf die Riviera. Es gab eine Ticketkontrolle durch Bahnmitarbeiter, die durch martialisch ausgerüstete Polizisten à la SEK begleitet wurden. Hier wirkt anscheinend die Terrorangst nach dem Anschlag in Nizza immer noch nach.

In Monte Carlo besuchten wir zunächst das Casino. Dort kann man auch die schöne Fassade des Hotels de Paris und das gegenüber liegende Café de Paris bewundern. Wir hielten uns eine Zeitlang dort auf, um Autos zu gucken. Alles was gut und teuer ist, wird dort einmal im Kreis herum gefahren und mit möglichst cooler Mine präsentiert. Oder man verläßt sein 200.000 € Gefährt mitten auf der Strasse stehen, gibt dem eilig herbei eilenden Casinomitarbeiter den Schlüssel und betritt lässig das Casino.

War sehr unterhaltsam.

Monte Carlo, Casino
Monte Carlo, Sky Mirror
Monte Carlo, Casinorückseite
Monte Carlo, Casino
Monte Carlo, Hotel de Paris
Monte Carlo, Café de Paris

Danach ging es zum Hafen, der auch sehr sehenswert war. Da in 14 Tagen der Formel 1 Grandprix stattfindet, war man überall mit den Vorbereitungen beschäftigt. Strassen wurden neu geteert, Leitplanken montiert und Tribünen aufgebaut. Die ersten Superyachten hatten sich auch schon die besten Liegeplätze gesichert.

Monaco wird größer, Landgewinnung
Monte Carlo, Yachthafen
Monte Carlo, Yachthafen
Monte Carlo, Yachthafen
die kann man für 620.000 €/Woche chartern
Monte Carlo, Fürstenpalast, Fürst Albert war zu Hause, die Fahne wehte
Monte Carlo, Vorbereitungen für den Formel 1 Grandprix
Monte Carlo, Le Stade Nautique Rainier III.

Nach 6 Stunden Stadterkundung ging es dann wieder mit den Zug zurück nach Biot.

Nizza war am nächsten Tag unser Erkundungsziel, wieder mit Zuganreise. Nach einem ersten Bummel auf der Promenade des Anglais und den Besuch des Blumenmarktes, ging es mit dem HopOn HopOff Bus los zu einer Stadtrundfahrt. Beeindruckend waren die schönen Häuser aus der Belle Epoque, die zu einem beträchtlichen Anteil russische Wurzeln haben. Auch der kleine Nachbarort Villefranche sur Mer war ein Abstecher wert.

Blumenmarkt
Bucht von Nizza
Nizza, Bahnhof
Nizza, schöne Häuserfassade
Nizza, schöne Häuserfassade
Nizza, auf dem Weg nach Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer, Yachthafen
Villefranche sur Mer, Viermast Seacloud

Danach gönnten wir uns, ganz dekadent, einen Cappuccino im ersten Haus am Platze, dem Hotel Negresco. Dieses Hotel wurde vor dem ersten Weltkrieg von einem Rumänen gebaut, mit dem Ziel, das beste Hotel der Welt zu errichten. Leider kam dann der erste Weltkrieg dazwischen. Noch heute beeindruckt vor allem der Ballsaal mit seiner schönen Architektur.

Nizza, Hotel Negresco
Nizza, Hotel Negresco, Ballsaal

Nach einem ausgiebigen Bummel durch die Altstadt fuhren wir abends wieder zurück.

Am nächsten Tag gings zu Fuß nach Antibes. Die Stadt hat uns wirklich überrascht, mit der wunderschönen, gut erhaltenen Altstadt und kompletter Stadtmauer. Am beeindruckendsten war allerdings der Yachthafen Port Vauban, hinter dem sich Monte Carlo und Nizza verstecken können. Ich habe noch nie so viele Yachten, Super- und Megayachten auf einem Fleck gesehen, wobei der „Fleck“ riesig ist. 1700 Liegeplätze für Yachten bis 170 m sind dort vorhanden. Es gab viel anzuschauen und so verlief auch dieser Tag kurzweilig.

Antibes, Yachthafen
Antibes, Yachthafen
Antibes, Altstadt
Antibes, Altstadt
Antibes, Fort

Unsere Côte d’Azur Route führte uns am nächsten Tag weiter nach Cannes. Mit einer kleinen Bahn fuhren wir in Cannes die wichtigsten Orte an, die Croisette, das Carlton International, die Rue d‘ Antibes, das Palais de Festival, den Rosengarten, den Port Canto und die Altstadt.

Cannes, Blick von der Croisette
Cannes, Carlton International
Cannes, Port Canto
Cannes, Casino
Cannes, Palais de Festival mit dem berühmten roten Teppich
Cannes, Blick auf die Altstadt
Cannes, schöne Hausfassade

Wirklich beeindruckt hat uns Cannes aber nicht, das kann auch daran liegen, dass wir jetzt schon einige Côte d’Azur Highlights gesehen hatten, und sich doch einiges wiederholte.

St. Tropez sollte unsere letzte Station an der Côte d’Azur sein. Dafür fuhren wir auf der schönen Küstenstrasse bis nach Grimaud auf einen Campingplatz, den uns ein deutsches Ehepaar in Italien empfohlen hatte. Wir bekamen einen Platz am Strand und ließen den Tag bei bestem Sommerwetter entspannt ausklingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Boot nach St. Tropez. St. Tropez hat uns wieder sehr gut gefallen, ein schöner Yachthafen, eine sehenswerte Uferfront, eine sehr gut erhaltene Altstadt und überall der Mythos von Brigitte Bardot, ohne die St. Tropez nicht das geworden wäre, was es schließlich wurde. Wir probierten bretonische Crêpes, die Galettes heißen, sehr lecker. Am späten Nachmittag ging es mit dem Boot wieder zurück, und wir hatten einen sehr schönen Tag erlebt.

St. Tropez, Hafen
St. Tropez, interessantes Segeloutfit einer Frauencrew
St. Tropez, die Club Méditerranée 2 war auch da
St. Tropez, hier saßen schon früher die Schönen und die Reichen
St. Tropez, bretonische Crêpes
St. Tropez Waterfront
St. Tropez
St. Tropez, Tattoowerbung
St. Tropez, hier trinken selbst die Teddys Champagner
St. Tropez, und tschüss

Dies war die letzte Station am Meer, morgen geht es auf der Route Napoleon nach Norden gen Heimat. Wir werden über Brüssel fahren, um am 11. Mai dort Jürgen zu verabschieden, der mit seinen Freunden an der Rally „Knight of the Island 2019“ teilnehmen wird. Am 12. Mai planen wir wieder zu Hause zu sein.

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