10. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 52 bis 55

Der nächste Morgen begann entspannt bei einem gemütlichen Frühstück. Das sollte jedoch so nicht bleiben. Als unsere Nachbarin uns fragte, ob wir unser Glück schon gesehen hätten, wußten wir, der Pannenteufel hat uns wieder eingeholt. Wir hatten einen Platten, obwohl das Womo 2 Tage nicht bewegt wurde. Also Werkzeug auspacken, Christine informieren, um die nächste Reifenreparaturwerkstatt heraus zu finden und frisch ans Werk. Als der Reservereifen montiert war und ich den Wagenheber absenkte, sahen wir, dass auch der Ersatzreifen platt war, warum auch immer. Mittlerweile hatte Christine die Koordinaten der nächsten beiden Werkstätten herausgefunden. Die näheste war 114km entfernt. Das hieß, mit dem Kompressor 1 Bar Überdruck auf den Reifen, auf die M2 und dann Daumen drücken, dass die Luft reicht. Zur Sicherheit hatten wir den Kompressor noch mit an Bord, falls wir unterwegs Luft hätten nachfüllen müssen. Mit 4 Platten führen wir wieder unangefochten das Ranking der Reifendefektgeschädigten an.

Wir fanden die Werkstatt, und es wurde sofort mit der Reparatur begonnen. Wir unterhielten uns mit einem Einheimischen, der uns auf das Cafe, direkt neben der Werkstatt, aufmerksam machte. Hier gäbe es den besten Kaffee in Südafrika. Natürlich nahm ich das nicht ernst aber als er nicht nachließ, das Cafe zu empfehlen, bat ich Ute doch dort einmal hinein zu schauen. Ute ging und kam nicht wieder. Nach erfolgter Reparatur beider Reifen und Befestigung unserer vorderen Stoßstange, die wir fast verloren hätten, kam Ute zurück. Sie war begeistert von dem Cafe. Also entschlossen wir uns, dort ein 2. Frühstück einzunehmen.

Der Laden war wirklich toll. Schwer zu beschreiben, die Fotos zeigen es besser. Auch das Essen war vorzüglich. So hatte dieser ungeplante Stopp noch etwas Schönes. Da ich abends mal wieder grillen wollte, mußte ich noch Fleisch einkaufen. Der nette Einheimische empfahl mir einen Metzger, den wir auch fanden und ich ein wunderbares Angus T Bone Steak erwarb.

Cafe Chamäleon
Cafe Chamäleon
Cafe Chamäleon

Dann ging es wieder auf die Piste Richtung Port Elizabeth und weiter in den Addo Elephant Park.

Dort begannen wir gleich mit einer Pirschfahrt und sahen wieder viele Tiere, vor allem Elefanten.

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park

Rechtzeitig zum abendlichen Briefing waren wir dann im Camp. Danach wurde der Grill angeschmissen, und der Tag endete mit dem Genuß des vorzüglichen Steaks.

Der nächste Tag begann wieder mit einer morgentlichen Pirschfahrt. Leider hatte es nachts geregnet, dadurch finden die Tiere auch außerhalb der Wasserstellen genügend Wasser und sind seltener zu sehen. So war es auch. Allerdings hatten wir Glück und konnten noch einen vollgefressenen Löwen beobachten, der neben seinem Riß lag und sich ausruhte.

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park
Addo Elephant Park

Danach ging es auf 250 km Richtung Graaff Reinet. Die Fahrt war eher langweilig, weil es bewölkt war und dadurch die Landschaft nicht so einladend wirkte. Die Strecke führte uns auf der Mohair Route entlang. Hier werden Mohair Ziegen gezüchtet und die Wolle für teure Schals und Pullover verarbeitet.

Graaff Reinet hat eine schöne Kirche und einige schöne alte Häuser. Außerdem wohnt dort ein Mensch, der seit den 60er Jahren Kakteen züchtet und einen großen Kakteenpark besitzt.Er fällt weiterhin auf, weil er am Eingang seines Parks ein Schild aufgestellt hat, mit der Aufschrift: Americans are not welcome. Uns begrüßte er mit der Frage, ob wir Merkel gewählt hätten. War schon ein merkwürdiger Zeitgenosse.

Abends gab es das vorgezogene Seabridge Abschiedsessen. Mit dem Shuttel ging es in die Stadt, ins Restaurant. Um 19 Uhr gab es die Suppe, um 21 Uhr den Hauptgang. Dies kommentierte Christine: „Die Deutschen haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“. So muß man es wohl sehen.

Graaff Reinet, Kirche

Am nächsten Morgen fuhren wir erst einmal mit dem Shuttle zum „Valley of Desolation“ . Das Tal der Trostlosigkeit empfing uns unten mit Nebel. Den durchstießen wir in 1400 m Höhe und hatten wunderbare Fernsichten.

Valley of Desolation
Valley of Desolation
Valley of Desolation

Dann begann die Tagesetappe nach Gariep Dam, über 260 km. Dies war wieder eine sehr schöne Tour, über 2 Passe, auf 1800 m und sehr schönen Hochebenen.

unterwegs nach Gariep Dam

In Garieb Dam schauten wir uns den größten Stausee Südafrikas an. Hier wird der Oranje gestaut.

Stausee Gariep Dam

Dann bezogen wir unser, am Stausee gelegenes, Camp.

Abends war Strausseneierwettöffnen angesagt. Ich hatte wieder das Glück für meine Gruppe gegen andere anzutreten, mit der Aufgabe, ein Straussenei zu öffnen. Seit Tagen hatten wir uns Gedanken gemacht, wie dies zu bewerkstelligen sei. Im Internet wurden Bohrer empfohlen, die wir natürlich nicht dabei haben. Ute und ich hatten schon eine Nagelfeile und Drahtgeflecht zum Aufschleifen gekauft, dazu Strohhalme zum Ausblasen. Am späten Nachmittag kam Fred, einer aus meiner Gruppe, zu mir und sagte: Kuck mal, was ich Dir gekauft habe. Eine Eisensäge hatte er in einem Werkzeugladen erstanden. Damit stiegen unsere Chancen natürlich gewaltig.

Wir mußten erst noch ein Gewitter abwarten und dann ging es los. Die anderen hatten keine Chance. Schnell hatte ich 2 Schnitte in die Schale gesägt, dann mit einem Strohhalm die Haut und den Dotter durchstoßen und dann schüttelte Michael das Innere in die Schüssel. 1Min.20 bedeuteten Seabridgerekord. Allerdings muß ich sagen, dass wir durch die brachiale Methode nicht das schönste Loch geschaffen hatten. Da waren die anderen besser.

Dann wurde in einer großen Pfanne für jede Gruppe Rührei gebraten, schmeckte wie Hühnerei. Ein Straussenei entspricht von der Menge her 24 Hühnereiern.

Abendstimmung
Abendstimmung

Letzte Meldung von der Schadensfront: der rechte Aussenspiegel löst sich in seine Bestandteile auf und wird nur noch mit viel Tape zusammen gehalten.

Tags drauf wurde noch einmal von uns alles abverlangt. 500 km standen an, bis zum Golden Gate National Park.

Die ersten 180 km fuhren wir auf der N1, der A2 Südafrikas. Die N1 stellt die Verbindung von Johannesburg nach Kapstadt oder Port Elizabeth dar. Hunderte von LKWs waren unterwegs. Jedes Überholmanöver, ein neues Abenteuer.

Wir wechselten dann auf die N8, die uns durch eine schöne Landschaft führte, vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

Die letzten 70 km wurden immer spektakulärer. Wir fuhren direkt an der Grenze zu Lesotho entlang in ein Gebirge mit wunderschönen Hochtälern. Im Golden Gate National Park erreichten wir dann eine Höhe von 1900 m.

Um die Müdigkeit aus den Beinen zu bekommen, unternahmen wir dann noch eine kleine Wanderung in die Berge, mit wunderschönen Aussichten.

Golden Gate National Park
Golden Gate National Park
Golden Gate National Park
Golden Gate National Park

Abends fand das letzte Briefing unserer Reise statt. Dies wird auch das letzte Lebenszeichen von uns sein, da wir morgen nach Heidelberg fahren, wo wir kein Netz haben werden. Dort heißt es Packen und Saubermachen, da wir die Womos am übernächsten Tag besenrein abgeben werden.

Wir hoffen, wir werden die beiden letzten Tage pannenfrei absolvieren und hätten dann einen guten Abschluß einer wunderbaren und erlebnisreichen Reise.

Danke für Eure Kommentare und emails.

Wir sehen uns dann persönlich wieder in Deutschland.

Bye Bye

   Sende Artikel als PDF   

9. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 47 bis 51

Tags drauf standen 280 km bis Mossel Bay auf dem Plan. Allerdings gab es links und rechts der Wegstrecke einiges zu besuchen.

In Brendasdorp hielten wir an dem Fairtrade Unternehmen Kapula Candle und Ceramic. Hier werden Frauen beschäftigt, die Kerzen und Keramik herstellen. Ein sehr schönes Geschäft, das zum Einkaufen einlud.

Er war auch einkaufen und nahm danach ein Bad

Danach besuchten wir in Swellendam den Drostdy Museums Complex. Dies ist ein Heimatmuseum, bestehend aus verschiedenen historischen Gebäuden, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen ab 1750 zeigen. Erbaut wurde der Komplex von der Holländisch Ostindischen Kompanie.

Drostdy Museums Complex
Drostdy Museums Complex
Drostdy Museums Complex
Leichenwagen
Löschwagen

Über schöne Strassen erreichten wir dann unser Camp in Mossel Bay. Dieses war im Gegensatz zu allen anderen von uns besuchten Camps brechend voll. Es gab für südafrikanische Rentner Sonderpreise für Januar bis März. Dies wurde anscheinend gut angenommen und mit unserer „Rentnertruppe“ senkten wir den Altersdurchschnitt in dem Camp beträchtlich.

Wir hatten erfahren, dass Pierre mit seinem Womo liegen geblieben war und ein Abschleppunternehmen beauftragt war, ihn zum Camp zu bringen. Mit großem Hallo wurde er von uns begrüßt, als der Abschleppwagen mit dem Womo huckepack auf dem Platz erschien. Bei ihm ging nichts mehr. Am nächsten Tag sollte ein Techniker vom Verleiher kommen und helfen.

Für abends hatte Ute in dem angesagten King Fisher Restaurant vorsorglich Plätze reserviert. Wir waren dann schließlich wieder 14 Leute, die hervorragenden Fisch und Meeresfrüchte genossen.

Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Diaz Museums Complex. Hier wird über die Seefahrt in der Zeit, als der Seeweg nach Indien gesucht wurde, informiert. Unter anderem hatte man die Caravelle vom Portugiesen Bartolomeu Diaz nachgebaut und ausgestellt. Er schaffte es zwar nicht um das Kap der Guten Hoffnung herum, brachte aber so viele Informationen nach Portugal zurück, dass schließlich Vasco Da Gama den Seeweg nach Indien fand.

Nachbau der Caravelle von Vasco Da Gama

Dann begann unsere eigentliche Tagesetappe nach Oudtshoorn. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Halbwüste, in der das Klima, bedingt durch einen Gebirgszug, bis zum Ozean, trocken und heiß ist. Ein idealer Ort für Strausse, die in der Gegend in 400 Straussenfarmen gezüchtet werden.

Wieder führte die Strecke durch schöne Landschaften, die wir nicht immer im vollen Maße genießen konnten, da es bewölkt und im Gebirge neblig war.

Bevor wir zum Camp fuhren, besuchten wir noch Cango Caves. Dies ist ein großes Höhlensystem. Wir nahmen an einer Führung teil. Die Höhle war schon eindrucksvoll, aber ähnliche Tropfsteinhöhlen hatten wir schon früher besichtigt.

Eingang der Cango Caves
Cango Caves
Cango Caves

Abends war gemeinsames Grillen „befohlen“. Christine hatte sich angeboten Straussenfilet zu besorgen, was von allen genutzt wurde. War wieder sehr lecker.

Pierre hatte den Platz mit seinem alten Womo und weiterhin ohne Turbolader Leistung mit Mühe erreicht, da es einige Gebirgszüge zu überwinden galt. Ein Ersatzwohnmobil aus Kapstadt war ihm für den Abend versprochen und um 9 Uhr abends traf es auch ein. Sofort wurde umgepackt, da der Fahrer mit dem defekten Womo umgehend die Rückreise antrat. Im Dunkeln, mit halber Leistung, wieder 9 Stunden Fahrt, der Arme.

Tags drauf fuhren wir alle gemeinsam um 11 Uhr zur Cango Ostrich Farm, einer Straussenfarm. Bei einer Führung erhielten wir viele Informationen über das Leben der Strausse und deren wirtschaftlicher Nutzung. Anschließend gab es ein Straussen Lunch.

Dann begann die eigentliche Etappe, die uns auf der Gardenroute nach Knysna führte. Wieder landschaftlich einmalig, nur war es wieder bewölkt, was die Fotos immer beeinträchtigt.

Unterwegs besuchten wir noch das Railway Museum in George. Wir waren überrascht von den Ausmaßen des Museums. Es wurden bestimmt 15 riesige Dampfloks aus den 20er und 30er Jahren gezeigt. Dazu Salonwagen aus der Zeit. Dann schloß sich noch ein Oldtimer Museum an, dessen Schwerpunkt Borgwart Autos im perfekten Zustand waren, alles Leihgaben privater Besitzer. War wieder eine nette Abwechslung auf der Strecke.

Railway Museum
Railway Museum

Unser Camp lag malerisch am Indischen Ozean und wir wurden abends mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns in Knysna zu frühstücken und uns den Ort anzuschauen. Knysna ist ein mondäner Ort, wo sich die Schönen und die Reichen treffen, teilweise in abgeriegelten Komplexen. Größer kann der Unterschied zu den Townships nicht sein. Südafrika ist übrigens weltweit das Land mit den größten sozialen Unterschieden. War mir neu, ich dachte immer Indien sei es. Hier brodelt es gewaltig unter der vermeintlich friedlichen Oberfläche. Es wird momentan ein Gesetzesvorschlag erarbeitet, dass alle weißen Farmer ohne Entschädigung enteignen werden sollen. Auch der neue Präsident unterstützt dieses Ansinnen. „Die Zeit der Versöhnung ist vorbei, nun kommt die Zeit der Gerechtigkeit“ soll ein Zitat von ihm sein. Ich habe gelesen, dass momentan wöchentlich ein weißer Farmer ermordet wird. Das sind alles Tendenzen, die für das Land nichts Gutes ahnen lassen. Wir bekommen davon allerdings nichts mit.

Das Frühstück an der Waterfront war vorzüglich. (Das war jetzt aber ein unsensibler Übergang) Wir besuchten danach den feinen Stadtteil Thesen Island mit dem angesagten Cafe, Ile de Pain. Hier trifft man sich, will man dazu gehören. Wir wollten und kauften ein Vollkornbrot und einige Teilchen für später.

Knysna
Knysna

Danach ging es zum Heads View Point, den zu erreichen fahrerisch eine Herausforderung war, sehr eng und kurvig. Oben hatte man einen phantastischen Blick auf die Lagune und den Meeresdurchbruch.

Heads View Point
Heads View Point

Weiter ging es auf der Gardenroute, bei wieder sommerlichem Wetter, zur Plettenberg Bay, der bei Südafrikanern beliebteste Strand. Dort zog ich auch meine Badehose an und erfrischte mich im Indischen Ozean. Die Temperatur war ok, bestimmt 5 Grad wärmer als der Atlantik. Das Wasser des Atlantiks ist im Sommer kälter als im Winter, da der Benguelastrom eiskaltes Wasser aus der Antarktis vom abschmelzenden Eis an die Küste führt.

Danach besuchten wir Monkeyland, einer Auffangstation für Affen, die aus Laboren, Zoos, Zirkussen oder privatem Besitz stammen und hier nach einer Eingewöhnung in einem riesigen Wald in Ruhe und ohne Qualen leben können. Mit einem Führer gingen wir durch den Wald und sahen eine Menge Affen, die mittlerweile an Menschen gewöhnt sind (bis auf die, die von Menschen gequält wurden) und sich gut beobachten lassen.

Nach einer Stunde gings weiter zum Nature’s Valley, einem traumhaften Tal mit einem super Strand. Ute machte Kaffee und wir setzten uns in den Sand und genossen die am Morgen gekauften Teilchen.

Kaffeetrinken am Strand von Nature’s Valley

Der letzte Stop war Bloukrans Bridge Bungy Jumping. Dort kann man von einer Brücke 216 m in die Tiefe springen. Bis 2007 war dies die höchste Bungee Jumping Anlage der Welt. Wir beobachteten einige Wahnsinnige und brachen dann auf zu unserem Ziel, TsiTsikama National Park.

Dort bezogen wir direkt am Ozean unseren Stellplatz.

Ausblick vom Womo
Ein Stellplatz Nachbar

Den nächsten Tag blieben wir im Camp. Einer der wenigen Tage ohne Programm.

Ich schloß mich einer Gruppe an, die den Waterfall Trail begehen wollten. Das war mehr Klettern als gehen, sehr anstrengend. Am Wasserfall, nahmen wir erst einmal ein erfrischendes Bad im Naturpool. Dann ging es die selbe Strecke wieder zurück. Den Rest des Tages nutzte ich zur Erholung.

Waterfall Trail
Waterfall Trail
Tagesausklang

 

 

   Sende Artikel als PDF