5. Lebenszeichen Falklandinseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

22.1. bis. 26.1. Petermann Island, Yalour Island, Drake Passage, Beagle Channel, Punta Arenas

Dann hatten wir Kaiserwetter. Vor unserer Anlandung gab es noch wunderbare Motive zu fotografieren, vom Schiff aus.

Die Anlandung fand auf Petermann Island statt. Dort konnten wir erstmals Adelie Pinguine beobachten, die bereits Junge hatten.

Neben den dort auch heimischen Eselspinguine, hatten wir sehr schöne Aussichten.

Die geplante Anlandung am Nachmittag in Yalour Island konnte wegen zu viel Eises nicht durchgeführt werden. Dafür machten wir eine Zodiakfahrt durchs Eis.

Dann verließen wir die Antarktis, das heißt wir fuhren norwestlich direkt in die Drake Passage. Zum Abschied gab es noch einige Eisberge

Es lagen jetzt 2 Seetage vor uns. Vor der Drakepassage hatte ich großen Respekt, da ich glaube nicht „seefest“ zu sein. Die Wettervorhersage sieht gar nicht schlecht aus. „Nur“ Windstärken 5 bis 6 und Wellenhöhen von 3 bis 4 m. Bis jetzt gehts mir gut, ich mußte heute nur nach 30 Minuten vom Rad steigen, da ich dachte, ich kippe wegen des Seegangs um. Ansonsten werden weitere Vorträge angeboten.

Die Nacht war dann allerdings heftig. Windstärke 8 und die Welle von den Seite bedeuteten, dass man nur auf dem Rücken im Bett liegen konnte. Seitenlage war unmöglich. Geschlafen haben wir nicht viel, aber der Magen hat gehalten. Der nächste Tag blieb zunächst sehr unangenehm, dann zum Nachmittag hin wurde es besser und wir konnten uns noch sportlich betätigen.

Tags drauf fuhren wir in den Beagle Channel und damit in die chilenischen Fjorde. Das Wetter meinte es wieder gut mit uns, und nach dem Frühstück konnten wir die schöne Landschaft mit den mächtigen Gletschern genießen.

Dann begannen die Vorbereitungen für die Rückreise, Pässe einsammeln, Formulare ausfüllen, packen…. Es gab weitere Vorträge am Nachmittag, wobei der Vortrag des Expeditionsteams noch einmal die Highlights der Reise in einer sehr sympathischen Art und Weise zusammenfasste.

Dann hieß es Abschied nehmen von der Fram. Wir machten noch einen kurzen Fotostop in Punta Arenas.

Dann flogen wir nach Santiago de Chile, unterwegs konnten wir noch einige schöne Blicke auf Patagonien, Gletscher und Vulkane werfen.

Wir sind insgesamt 5200 km mit der Fram unterwegs gewesen und haben die Reise richtig genossen, zumal sie ohne Anzeichen von Seekrankheit verlief. Wir haben 8 Arten von Pinguinen gesehen, Orcas, Buckelwale, Finwale, Seeleoparden, Weddellrobben, Ohrenrobben, Seelöwen, Seeelefanten, Albatrosse und eine ganze Menge anderer Seevögel.

Morgen werden wir nach Hause fliegen und haben dann wieder Gelegenheit euch persönlich von unseren Eindrücken zu berichten.

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4. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

16.1. bis 21.1. Southorkney Islands, Signey Island, Southshetland Islands, Antarktis

Gestern erfuhren wir, dass wir außerplanmäßig die Orkney Inseln anlaufen werden. Dies steht nicht im Programm, war früher aber eine Station der Reise. Wir haben 2 Wissenschaftler in Süd Georgien an Bord genommen, die ihre Forschungsarbeit in Süd Orkney fortsetzen. Dort setzen wir sie ab. Seitens der Expeditionsleitung versucht man für uns einen Landgang zu organisieren.

Heute ist ein Seetag. Westlich und östlich von uns toben Stürme, aber die Passage dazwischen, unsere Route nach Süd Orkney, ist relativ ruhig – Glück gehabt.

Der Tag ist wieder mit Vorträgen, einer Schnitzeljagd, Reinigung der Bekleidung und Schuhe sowie ein Pfannkuchenessen mit dem Kapitän, gut gefüllt.

Vormittags legte ich wieder eine Radrunde ein, während Ute auf Schnitzeljagd ging und später ihre Sporteinheit absolvierte.

Dann gab es noch ein Highlight – wir durften bei laufenden Betrieb auf die Brücke. Dort erklärte uns ein deutscher Student der Maritime Wissenschaften Grundlegendes. Am Beeindruckensten fand ich folgendes. Wir ankern nie. Trotzdem bleibt das Schiff punktgenau auf der Stelle liegen, wo es soll, bei unseren Anlandungen und Zodiakfahrten. Das regelt ein Steuerungscomputer der mittels Satelitennavigation unter Berücksichtigung von Strömung und Wind, mittels 4 Motore das Schiff ständig hält.

Wir erreichten die ersten kleinen Inseln von Süd Orkney.

Nach dem Frühstück, am nächsten Tag, gab es eine Durchsage, dass vor uns 30 bis 40 Finn- und Buckelwale fressen würden. Aus der Ferne waren sie auch zu beobachten. Um uns herum konnte man den Blas deutlich sehen, aber zum fotografieren waren sie zu weit weg.

Wir steuerten die Forschungsstation auf Signey Island an. Dort werden die beiden Forscher abgesetzt und den Sommer dort verbringen. Wir werden die ersten Touristen sein, die auf der Antarktis nach Corona eine Forschungsstation besuchen dürfen, bisher gab es ein striktes Verbot dafür.

Dort angekommen wurden wir von dem Stationsleiter freundlich empfangen. Es ist eine kleine Britische Station mit dem Namen: Signy Research Station Base H. 4 Forscher leben dort den Sommer über und beobachten das Wetter und die Auswirkungen des Klimawandels. Früher war dort eine Walfangstation.

Abends gab es noch eine erfreuliche Information. Da wir durch den ungeplanten Besuch der Orkney Inseln den eigentlichen Kurs verlassen mußten, würden wir am Eisberg A23a vorbeikommen. Morgens um 4 Uhr sei die geplante Sichtung, und wir würden bei Bedarf geweckt werden. Außerdem würden wir 4 Stunden an dem Eisberg entlang fahren – klang spannend.

A23a hat sich 1986 vom Filchner Ice Shelf gelöst lief dann aber schnell auf Grund. 37 Jahre verharrte er dort bis er sich 2022 löste und die Weddle Sea kreuzte. 2024 wird der Eisberg die antarktische Strömung erreichen und durch den Südlichen Antlantik in der sogenannten „Iceberg Alley“ sich in Richtung Süd Georgien bewegen. Die Ausmaße des größten Eisberges der Welt sind gigantisch: 74 km lang, 59 km breit, durchschnittliche Höhe 300 m, höchste Höhe 430 m.

Um 4 Uhr standen wir, wie viele Mitstreiter an der Reling und sahen – nichts. Es war neblig und so blieb es auch die nächsten Stunden. Sogar ein solcher Koloss versteht sich zu verstecken.

Der Seetag war weiterhin neblig, lediglich 1 Stunde hatten wir etwas klarere Sicht. Vom Außendeck konnten wir wieder Wale und Seevögel beobachten.

Am Nachmittag hatten wir Gelegenheit den Maschinenraum der Fram zu besichtigen. Ich hatte mich gleich in den ersten Tagen dafür angemeldet und die Info erhalten, ich sollte mit der Möglichkeit zur Besichtigung zurückhaltend sein. Sie wollen nicht 170 Leute durch diesen Bereich des Schiffes lotsen.

Die Führung vom 1. Offizier war natürlich für uns sehr interessant, wann hat man schon Gelegenheit dazu und dann noch im laufenden Betrieb. Ein paar Details, die ich behalten habe: 4 Propeller, die sich um 360° drehen lassen und das Schiff ziehen nicht schieben. Antrieb durch 4 Generatore, die durch Dieselaggregate versorgt werden. Verbrauch auf der Reise 340000l Maritimdiesel. 2 3m lange hydraulische Stabilisatore. Meerwasserentsalzungsanlage, die für jeden Passagier kalkulierte 210 l Wasser pro Tag aufbereitet. Die Fram kann bis zu 70 cm Frischeis brechen.

Am nächsten Tag erreichten wir die Antarktis zumindes nach der Antarctic Treaty Organisation, die alles oberhalb des 60. Breitengrades als Antarktis definiert und als Schutzgebiet erklärt hat.

Tatsächlich erreichten wir die Südshetlandsinseln. Es schneite und die Sicht war schlecht. In Half Moon Bay gab es die nächsten Anlandung und dort waren die Zügelpinguine zu bewundern. Es ist schon erstaunlich welch lustigeGesichtsausdrücke die Natur schafft – natürlich nur aus unserer Sicht.

Nachmittags fuhren durch Neptune‘s Bellows, eine Meerenge, die auch für die „kleine“ Fram tricky ist.

Dann erreichten wir unser Tagesziel Whaler’ Bay auf Deception Island. Dies ist ein aktiver Vulkan, der überwacht wird und zur Zeit mit „grün“ bewertet wird. Unsere Anlandung führte uns zum verlassenen Hafen Port Foster. Dort befindet sich eine verlassenen Walstation, die 1936 verlassen wurde. Anschließend wurde sie von den Engländern als Forschungsstation genutzt und 1967, nach dem Vulkanausbruch, beschädigt aufgegeben. Hier befand sich seit den 20er Jahren sogar eine Landebahn und ein Hangar für Flugzeuge mit deren Hilfe man bessere Landkarten anfertigte.

Dann, während unseres Briefings für morgen, gab es plötzlich Tumulte. Orcas wurden gesichtet, der Käptn stoppte die Maschinen, und wir konnten etliche, leider wieder in der Ferne, gut beobachten.

Finally we did it – heute betraten wir erstmals die Antarktis in Orne Harbour. Wir landeten neben einem mächtigen Gletscher an und mußten dann 100 Höhenmeter durch ein sehr steiles Schneefeld klettern. Oben erwartet uns erst einmal ein phantstischer Ausblick sowie eine Zügelpinguinkolonie. Die brüten dort oben und haben Junge. Jedes Mal müssen sie den Weg zum Meer und zurück machen, um Futter zu holen. Der Aufstieg war nicht ohne und ich hätte nicht gedacht, dass sich Ute das traut – hat sie aber – Chapeau!

Am Nachmittag erreichten wir Cuverville Island. Die ganze Strecke dorthin begleiteten uns Inseln und mächtige Gletscher, die eine Abrisskante von bestimmt 50 m hatten. So stellt man sich die Antarktis vor, obwohl es wieder wärmer geworden war, 4°C.

Wir landeten dort an und waren natürlich nicht alleine. Eselspinguine waren diesmal die Landbesitzer, die uns ignorierten und ihrer Wege gingen. Es ist immer noch sehr schön sie zu beobachten obwohl wir schon so viele gesehen haben. Die Szenerie vom Aussichtspunkt war spektakulär mit den Eisbergen und Abbrucheis in der Bucht.

Abends gab es noch einmal um 23:30 Uhr ein paar stimmungsvolle Fotomotive.

Am nächsten Tag halfen wir den Forschern bei ihren Probenentnahmen. Mit dem Science Boot ging es raus, und mit verschiedenen Geräten und Sonden wurden Wasserproben entnommen, gefiltert und die Proben gesichert. Dabei ging es um Salzgehalt, Phytoplankton, ph-Wert, Temperatur, Tiefenmessung wo Phytoplankton vorhanden ist usw. Die Ergebnisse werden an die Forschungsleitung in San Diego übermittelt.

Dann gab es eine Anlandung in Neko Harbour, mit Besuch von Eselspinguinkolonien und schönen Gletschern. Hier hatten sich die Pinguine Highways angelegt um einfacher zum Wasser zu kommen. Sie hatten immer Vorfahrt vor uns.

Nach dem Mittagessen wurden wir nach draußen gerufen. Eine Gruppe Buckelwale waren ganz nah am Fressen. So nah hatte ich sie noch nie gesehen. Völlig überrascht war ich von den Lauten, die die Wale ausstießen, fast wie Elefanten. Selbst unsere mitreisenden Meeresbiologen hörten diese Laute zum ersten Mal und waren völlig verblüfft.

Anschließend durchfuhren wir den Neumeier Channel und erreichten Damoy Point, wo eine weitere Anlandung anstand.

Heute hatten wir viel Verspätung, so fuhren wir erst um 23:30 Uhr durch den Lemaire Channel. Der war aber wieder spektakulär, sehr eng mit senkrecht aufragenden Felsen.

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3. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

10. 1.24 bis 15.1. Süd Georgien

16 Nationalitäten sind an Bord: 55 Amerikaner, 43 Engländer, 29 Australier, 10 Deutsche, 7 Holländer, 7 Franzosen, 6 Schweizer, 5 Chinesen, 4 Kanadier, 2 Österreicher, 2 Neuseeländer, 2 Finnen, 1 Belgier, 1 Malaye, 1 Portugiese und 1 Spanier

Das ruhige Wetter war vorbei. In der Nacht frischte der Wind auf, und wir hatten 3 m hohe Wellen. Trotz der Schaukelei konnten wir einigermaßen gut schlafen.

Es lagen 2 Seetage Richtung Süd Georgien an, und wir dachten diese entspannt zu verbringen. Da hatte Hurtigruten etwas dagegen. 

Hurtigruten ist Mitglied in der 1990 gegründeten IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators). Diese verpflichten sich, sichere und vor allem umweltverträgliche Reisen in die Antarktis durchzuführen. Was heißt das konkret für uns? Zuerst mußten wir an einem verpflichtenden Vortrag zu dem Thema teilnehmen, in dem uns die bevorstehenden Aufgaben erläutert wurden. Dann erfolgte die Reinigung der Stiefel mit Zahnbürste und Büroklammer. Kein Steinchen darf an den Schuhen zurückbleiben. Diese werden bei der ersten Anlandung in Süd Georgien von externen Inspekteuren geprüft. Je nach Reinigungsgrad der Schuhe wird ein Score errechnet. Liegt der Score unter 85 verliert der Veranstalter die Genehmigung für diese Reisen.

Danach erfolgte die Reinigung der Außenbekleidung, Hose, Jacke, Mütze, Handschuhe sowie  Kamera und Rucksäcke. Diese werden komplett abgesaugt und die Klettverschlüsse händisch von anhaftenden Teilen befreit.

So möchte man verhindern, dass Verunreinigungen in das Ökosystem von den Reisenden eingebracht werden. Sehr beeindruckend ist, wie bestimmt und konsequent die Crewmitglieder auf die Einhaltung dieser Maßnahmen achten. Nach der Prozedur mußten wir noch eine Erklärung unterschreiben und bestätigen , dass wir mit dem vorgeschriebenem Standard entsprechender gereinigter Kleidung anlanden. Diese ganzen Papiere werden vor Erreichen Süd Georgiens der zuständigen Behörde übermittelt, und erst dann sind Anlandungen erlaubt.

Außerdem dürfen in Süd Georgien nur jeweils 100 Menschen an einer Anlegestelle zugleich anlanden.

Ansonsten war der Tag vollgepackt mit den unterschiedlichsten Vorträgen der Wissenschaftler.

Wir bekamen Sturm. Die Temperaturen sanken auf 3 Grad C, 6 m Wellen und Windstärke 9. Ich bin bis jetzt überrascht, dass ich noch keine Anzeichen von Seekrankheit verspüre. Ich hoffe es bleibt so. Wir konnten sogar bei dem Seegang eine Sportrunde einlegen.

Es wurden wieder sehr interessante Vorträge angeboten von einer Historikerin über die Shackelton Expedition. Eine Geologin erklärte uns das Entstehen von Steinen und ein Meeresbiologe hielt einen Vortrag über die gigantischen Mengen von Phytoplankton und Krill als Lebensgrundlage praktisch aller in den antarktischen Gewässern lebenden Spezies. Außerdem vermittelte er die Wichtigkeit der Antarktis für die hier entstehenden Meeresströmungen, die Einfluß auf das weltweite Wetter haben. Im Übrigen hat hier der Klimawandel schon viel schneller eingesetzt als bei uns – in den letzten 60 Jahren stieg die Durchschnittstemperatur hier um 3 Grad C.

Plötzlich wurde er unterbrochen mit einer Lautsprecherdurchsage: der erste Eisberg. Wir werden sicher noch viele weitere sehen.

Es wurde kalt und es blieb stürmisch. Um 5:30 Uhr stand ich alleine auf dem Außendeck, um die ersten Felsen von Süd Georgien zu betrachten. Außerdem sah ich einen Wal, viele jagende Pinguine und Seelöwen sowie Albatrosse – war ein schöner Tagesbeginn.

Süd Georgien hat mit den angrenzenden, geschützten Gewässern das größte Naturschutzgebiet weltweit. Dort leben die meisten Pinguine und Seelöwen auf der Erde. Süd Georgien hat mich ganz stark an die Lofoten erinnert, mit den steilen, schroffen, und hohen Felsen und den schnellen Wetterwechseln.

Unsere erste, geplante Anlandung in Possession Bay mußte gestrichen werden, da unsere Expeditionsvorhut zu viele tote Seelöwen am Strand vorfand, die aufgrund der grassierenden Vogelgrippe gestorben waren. Wir machten stattdessen eine Zodiakfahrt an den Stränden entlang und wurden pitschnass. Fotografieren bei den Bedingungen ist Glücksache.

Nach unserer täglichen Sportrunde ging es dann am Nachmittag auf eine weitere Zodiakfahrt in Prince Olav Harbour. Hier stehen noch die Überreste einer alten Walfangfabrik. Vor hundert Jahren wurde hier bis in den 30er Jahren Walöl produziert. Man geht davon aus, dass ca 1,3 Millionen Wale in dieser Zeit in den verschiedenen Fabriken verarbeitet wurden, eine unvorstellbare Biomasse. Kaum hatten wir die Bucht verlassen, kamen wir in eine solche Dünung und starkem Wind, dass der 60 PS Außenbord Motor nicht mehr dagegen ankam, und wir umkehren mußten. In einer geschützteren Bucht konnten wir dann wieder Pinguin- und Seelöwenkolonien beobachten.

Um 20 Uhr gab es dann eine Durchsage, man könne auf dem Außendeck die größte Pinguinkolonie der Welt sehen. Aus der Ferne sah man die in Salisbury Plain lebenden ca. 850000 Pinguine in einer gigantischen Kolonie. Bei dem Sturm und Regen hielten wir es allerdings nur kurz draußen aus.

Nachdem wir die vorabendliche Absage für die eigentlich am nächsten Tag geplante Wanderung aufgrund von Sturm und Schneefall verdaut hatten, ermöglichte uns das Expeditionsteam eine Anlandung in Sandebugten. Die Bucht war die einzig windgeschützte.

Wir betraten erstmals Süd Georgien und das noch an einer Stelle, die wunderschön war. Wir liefen durch Kolonien von Seelöwen, deren Junge noch keine Menschen gesehen hatten und neugierig auf uns zukamen. Eine kleine Kolonie Königspinguine war auch zugegen. Die Landschaft war einmalig, wir liefen auf Moos, auf dem wir bestimmt 10 cm einsanken, so dick war es. Es gab die unterschiedlichsten Grün- und Brauntöne zu bewundern. Das war bisher ein wirkliches Highlight.

Leider mußte die 2. Anlandung für den Nachmittag abgesagt werden aufgrund des zu starken Windes. Der Kapitän versuchte 2 Stunden lang eine Möglichkeit zu finden, mußte dann aber aufgeben. Die Natur ist wie immer der Sieger. Wie auf den Fotos zu erkennen, nehmen die Eisberge zu.

Wir bekamen wieder gutes Wetter. Die erste Zodiakfahrt führte uns in die Herkules Bay. Dort leben Seelöwen, Königspinguine und Goldschopfpinguine in einer wunderschönen Bucht mit Wasserfall.

Dann nahmen wir Kurs auf Grytviken. Grytviken war eine große Walfangstation vor 100 Jahren. Dort wurden in der Fangsaison täglich 70 Finnwale verarbeitet. Heute steht noch die alte Stabkirche dort, eine Poststelle und ein kleines Museum. Während des Sommers leben dort 15 Menschen. Hier befindet sich auch Sheckletons Grab.

Wir begannen die Excursion mit einer 2 stündigen Wanderung zu einem Aussichtspunkt.

Dann konnten wir uns noch die Reste der Station ansehen.

Natürlich durften auch die Seelöwen mit den Jungen und die Kaiserpinguine nicht zu kurz kommen, die sich völlig furchtlos uns gegenüber zeigten.

Ziemlich durchgefroren kamen wir zurück auf das Schiff. Ein Saunabesuch half, um wieder auf Temperatur zu kommen. Abends kam dann noch ein besonders eindrucksvoller zweifarbiger Eisberg vorbei.

Der Morgen begann regnerisch, aber mit wenig Wind, was für unsere Aktivitäten wichtig ist. Wir unternahmen eine Zodiaktour in der St. Andrews Bay. Diese zeichnet sich aus durch eine riesige Königspinguinkolonie von etwa 500000 Paaren. Diese wächst sogar, da die Tiere hier beste Lebensbedingungen mit ausreichendem Futter vorfinden.

Dann machten wir uns auf zum Gletscher des Drygalski Fjords, der letzten Station auf Süd Georgien. Dort machte sich der Kapitän einen Spaß daraus, das Schiff 3 x um 360° auf der Stelle zu drehen, bis keiner mehr wußte was eigentlich los war. Dann fing es an zu schneien und wir verließen den Fjord und Süd Georgien.

Süd Georgien hat uns echt überrascht. Wir waren und sind sehr beeindruckt von der Tier- und Pflanzenwelt, den schroffen Bergen und das extrem schnell wechselnde Wetter – ein außergewöhnlich schönes Land.

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2. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

6.1.24 bis 9.1.24 Magelanstrasse, New Island, West Point, Saunders Island, Carcass Island, Stanley

Gestern hatten wir noch eine Sicherheitseinweisung sowie die offizielle Vorstellung der Besatzung und des Expeditionsteams.

Werden wir hoffentlich nie brauchen

Das Wetter war bestens, kaum Seegang und so konnten wir sehr gut schlafen.

Der nächste Tag war ein Seetag. Es war sonnig, 12 Grad C, wenig Seegang. Wir befuhren die Magelanstrasse Richtung Falklandinseln, die wir morgen erreichen.

.Wir begannen den Tag nach dem Frühstück mit dem Besuch des Fitnesscenters.

Im Laufe des Tages erhielten wir ein Briefing über die zukünftigen Abläufe bei den Anlandungen mit den Zodiaks, sowie das Verhalten an Land. Aufgrund der Vogelgrippe, die im letzten Jahr auch diese Region erreicht hat, ist es nur erlaubt mit desinfizierten Stiefeln das Land zu betreten. Dies wird beim Verlassen des Schiffes durch zwei akribisch arbeitende Mitarbeiter unter Zuhilfenahme von Stirnlampe und Pinzette kontrolliert. Hinsetzen, knien, hinlegen, selbst eine Tasche absetzen ist auf den Inseln verboten. Nach Rückkehr werden die Stiefel auf dem Schiff wieder desinfiziert.

Es folgten Vorträge zu Wissenschaftsprogrammen, an denen Hurtigrute beteiligt ist. Insgesamt 10 Wissenschaftler begleiten die Tour, Geologen, Ornitologen, Meeresbiologen, Historiker und 2 Gastwissenschaftler der Oxford Universität. Man kan freiwillig an diesen Projekten teilnehmen und Daten sammeln, zum Beispiel Vögel zählen, Wolken bestimmen, Wale und Orcas fotographieren und die Photos zur Verfügung stellen und Wasserproben entnehmen.

Wußtet ihr, das die Antarktis 2 Mal so groß ist wie Australien?

Zwischen den Vorträgen hielten wir Ausschau nach Tieren und sahen Delphine und Albatrosse. Natürlich gab es auch Erholungspausen.

Die Nacht war wieder ruhig, der Morgen ebenfalls, es war aber bedeckt bei 10 Grad C.

Wir begannen unsere Erkundungen auf einigen Inseln Westfalklands

Zuerste erreichten wir die nordwestliche Insel der Falkland Inseln, New Island. Hier hatten wir die erste Anlandung.

Mit den Zodiaks ging es zu einem kleinen Strand, dann 1,5 km über die Insel zu den Schwarzbrauenalbatrosse und Felsenpinguinen. Unterwegs sahen wir noch weitere Vögel.

Es war ein beeindruckender Anblick, der sich uns an den Kolonien bot. Albatrosse und Felsenpinguine brüteten nebeneinander. Einige hatten bereits Junge, die es zu füttern galt. Es war ein ewiges Kommen und Gehen. Die Albatrosse mußten Windboeen abwarten, um zu starten und zu landen. Die Felsenpinguine waren sehr neugierig und kamen teilweise direkt auf uns zu um nachzusehen, wer denn da kommt. Teilweise mußten wir vor ihnen „flüchten“ um die 5 m Distanz zu ihnen einzuhalten. 16000 km schwimmen die Felsenpinhuine ab April Richtung Norden. Sie sind monogam, Männchen und Weibchen suchen für die Jungen unterschiedliches Futter. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.

Vormittags waren wir wieder zurück auf dem Schiff und wir entschieden uns noch eine Runde im Fitnesscenter zu machen.

Am Nachmittag erreichten wir die Insel West Point. Die zweite Anlandung versprach Magellan Pinguine und eine große Kolonie Albatrosse. Die Magellanpinguine waren bereits in ihren Höhlen, so mußte ein einsamer Pinguin als Fotomodell herhalten

Die Albatroskolonie war erst nach einer 2,5 km langen, sehr anstrengenden Wanderung zu erreichen.

Es bot sich hier auch wieder ein phantastisches Bild von Albatrossküken mit Eltern und die putzigen Felsenpinguine, die gerne in Gesellschaft von Albatrossen brüten, da sie dort gut gegen Raubvögel geschützt sind.

Zurück auf dem Schiff waren wir echt groggy, war doch sehr anstrengend, und wir waren zu warm angezogen.

Wieder erlebten wir eine ruhige Nacht und erreichten am Morgen, bei Sonnenschein und 10 Grad C, Saunders Island.

Wir starteten unsere erste Excursion auf Sauders Island. Dort leben 4 verschiedene Pinguinarten, die zur Zeit Junge haben, Königspinguine, Magellanpinguine, Felsenpinguine und Gentoopinguine. Wir konnten viele Kolonien beobachten und machten einen ausgedehnten Spaziergang bis zum malerisch gelegenen weißen Strand. Dort ließen sich Delphine beobachten, die teilweise mit den Wellen surften.

Nachmittags erreichten wir Carcass Island. Hier wartete eine 9 km lange Küstenwanderung auf uns. Landschaftlich wieder ein Erlebnis, das Meer wirkt schon unwirklich blau. Teilweise erinnerten die Strände an die Karibik. Die Sonne schien wieder, und obwohl wir nur ein T-Shirt unter der Windjacke trugen waren wir wieder nass geschwitzt, durch die Sonnenstrahlung.

Am weißen Sandstrand befand sich wieder eine Kolonie Magellanpinguine. Diesmal konnten wir sie auch schwimmen sehen und waren über ihre Geschwindigkeit beeindruckt.

Nach der Wanderung gab es bei den einzigen Bewohnern der Insel noch Kaffee und Kuchen.

Die Belohnung nach der Wanderung

Es erfolgte die Überfahrt nach Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln. Um 6 Uhr morgens, so wurde uns am Vorabend empfohlen, gäbe es eine gute Chance Wale zu sehen. Also stand ich um 6 Uhr als folgsamer Tourist bei Regen an Deck und schaute mir die grauen Wellen an. Allerdings war ich nicht allein, es gab noch andere unausgeschlafene Mitreisende. Den Walen war es dann 6 Uhr doch zu früh, sie ließen sich nicht sehen.

Kurze Zeit später legte ein Lotsenboot bei uns an. Es galt die Enge „The Narrow“ zu passieren, dies ist nur mit Lotsen erlaubt. Dann sahen wir die ersten Häuser von Stanley und legten dort an.

Wir ließen den angebotenen Bus aus und gingen zu Fuß in den Ort. Auffällig waren die blühenden Blumen überall.

In Stanley wartete ein Stadtführer auf uns, um uns Stanley näherzubringen. Vorher beobachteten wir noch eine Seelöwin, die voll entspannt ihr Junges säugte, jedoch von einem Truthahngeier belagert wurde. Es stellte sich heraus, dass er es auf die Milch der Seelöwin abgesehen hatte, die beim Säugen teilweise auf den Boden kleckerte.

Dann streiften wir durch den kleinen Ort, der vor vielen Jahrzehnten als Handelsort bedeutender war, da zu der Zeit 800 Schiffe im Jahr dort anlegten.

Es fing an zu regnen und wir beschlossen, zurück zum Schiff zu kehren. Hier warten das Sportcenter, die Sauna und der Jacuzzi auf uns.

Am Abend verließen wir die Falkland Inseln und machten uns auf den Weg nach Süd Georgien.

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1. Lebenszeichen Falklandinseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

3.1.24 bis 5.1.24 Anreise über Düsseldorf, Paris, Santiago de Chile, Punta Arenas

Nachdem uns Heidi und Peter netterweise nach Düsseldorf gebracht hatten, mussten wir noch 2,5 Stunden warten, da die Gepäckvorschriften wieder geändert wurden. Erst 2 Stunden vor Abflug nehmen sie Gepäckstücke an.

Wir verließen Düsseldorf in usseligem Wetter, aber bester Laune.

Paris empfing uns ebenfalls feucht fröhlig. Dort hatten wir 7,5 Stunden Aufenthalt, den wir Gott sei Dank in einer bequemen Lounge verbringen konnten.

Der Flug nach Santiago begann erst einmal mit mehrmaligem Sitzplatzwechsel. Utes Sitz war defekt und das Bordentertainment funktionierte auch nicht. Uns wurden dann alternative Plätze angeboten, die dann doch nicht frei waren. Schließlich fanden wir dann 2 Sitze, leider nicht nebeneinander, aber sie waren ok.

Der Bordservice war ok. Ich konnte auf dem 14,5 Stundenflug bestimmt 8 Stunden schlafen. Allerdings wurden wir öfters durch heftige Turbulenzen wieder wach gemacht.

Die Einreise in Chile verlief problemlos, obwohl wir anscheinend die Einzigen waren, die kein Immigration Formular ausgefüllt hatten. Schien nicht so wichtig, wir wurden durchgewunken.

Dann begann der perfekte Service von Hurtigruten. Ab Einreiseschalter standen im Abstand von 20 m Mitarbeiter in Hurtigruten T-Shirts, die uns in Empfang nahmen und zum nächsten Mitarbeiter begleiteten. Dann wurden wir zum Mandarin Orientel Hotel gebracht, wo Hurtigruten einen ganzen Bereich reserviert hatte, um uns mit Informationen, Getränken, Sandwiches zu versorgen. Wir mußten noch auf die Zimmer warten, die noch nicht fertig waren. Zwischenzeitlich hatte ich ein Angebot über eine 4 stündige Stadtrundfahrt entdeckt, zu der wir uns sofort anmeldeten.

Schließlich bekamen wir unsere Schlüssel mit der Bemerkung: you are lucky, you got an upgrade for a suite with terrace. So sieht sie aus.

Dazu kommt noch eine Gästetoilette und ein Ankleidezimmer. Fanden wir eine nette Geste.

Da ich über Chile bisher nicht viel Detailwissen angesammelt hatte, war die Stadtrundfahrt durch die Details des Reiseleiters über Chile sehr informativ.

Und die Anreise geht weiter.

Morgens um 4 Uhr hieß es aufstehen. Mit 8 Bussen ging es zum Flughafen. Wir wurden für Nr.1 eingeteilt mit dem Privileg, als erste Gruppe abzureisen und damit am frühesten aufzustehen. Es stand ein 3,5 stündiger Flug nach Punta Arenas an. Ich erhielt beide Bordkarten und nach einiger Zeit fragte Ute, wo ich sitze. Sitz 21a passte nicht zu 2c, dem Sitz von Ute. Dann sahen wir, dass ich eine Bordkarte nach Easter Island erhalten hatte. Gott sei Dank hatten wir dies jetzt bemerkt. Mit der Reiseleitung ging es noch einmal zum Schalter, wo ich die richtige Bordkarte erhielt. Allerdings war ja auch mein Koffer schon eingecheckt Richtung Osterinseln. Man beruhigte mich, das mit dem Koffer würde schon klappen. Trotzdem war mir unbehaglich bei dem Gedanken ohne Koffer die Tour zu beginnen, ohne Möglichkeit noch Sachen einzukaufen.

Lange Rede kurzer Sinn alles war gut, der Koffer kam an.

Es folgte das Verladen der Koffer und eine kleine Stadtrundfahrt durch Punta Arenas

Wir besuchten ein Museum und erfuhren einiges über die Ureinwohnen. Von den hier früher lebenden 5 Stämmen haben leider keine die Besiedelung der „Weißen“ von vor hundert Jahren überlebt, und damit gibt es nur wenige Zeugnisse deren Kultur. Danach fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt und dem Zentralplatz der Stadt. In Patagonien leben 180000 Menschen, in Punta Arenas 130000 davon. Patagonien ist halb so groß wir die „alte“ Bundesrepublik.

Danach ging es dann endlich zum Schiff. Nach einigen Sicherheitschecks konnten wir unsere Kabine beziehen und auspacken. Wir erhielten unsere Stiefel und eine Jacke. Während des Abendessens verließen wir Punta Arenas.

Jetzt werden wir uns erst einmal von der anstrengenden Anreise erholen und sind gespannt was uns erwartet.

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