3. Lebenszeichen Across America März 2022

23.3. bis 28.3.

Washington, Shallotte, Charlston, Savannah, St. Augustine, Daytona Beach, Cape Canaveral

Der nächste Tag war super anstrengend. Es war die mit 420 Meilen längste Strecke nach Shallotte in North Carolina. Erschwerend kam hinzu, dass wir 1 Stunde im Stau standen, da ein Fahrzeug auf der Interstate brannte, und der Verkehr fast durchgängig heftig war. So kamen insgesamt 10 Stunden Fahrt zusammen. Zur Belohnung durften wir dann auch noch auf einem Walmart Parkplatz übernachten, da auf unserem vorgesehenen Parkplatz Baumaterial lagerte. Eva, unsere Reiseleiterin hatte jedem von uns gestern beim Briefing allerdings zur Motivation einen Stick mit ihren Lieblingsliedern passend zum Roadtrip geschenkt. Fanden wir alle sehr nett. Überhaubt sind wir bisher mit unseren Reiseleitern Eva und Lukas sehr zufrieden. Sie sind immer ansprechbar, sympathisch und geben sich alle Mühe, uns für die nächsten Fahrtage ausreichend zu informieren.

Jetzt ging es nach Charlston. Leider ein Tag mit fast Dauerregen, was der „Perle von South Carolina“, so wird Charlston auch genannt, ein wenig von ihrer Schönheit nahm. Wir befinden uns jetzt im Süden und es ist richtig warm geworden. In Charlston begann 1860 der amerikanische Bürgerkrieg. Auf unserer bisherigen Tour wurden wir pausenlos mit Denkmälern der verschiedenen Kriege, Kriegshelden, Soldatenfriedhöfen, Schlachtfeldern oder militärischen, historischen Gebäude konfrontiert.

In Charlston parkte ich das Wohnmobil in einem für Wohnmobile freigegebenen Parkhaus. Durch eine kostenlosen Busfahrt durch die historische Altstadt bekamen wir einen Überblick und machten anschließend einen Spaziergang.

Tags drauf war Savannah in Georgia unser Ziel.

Unterwegs besichtigten wir Fort Pulaski, wo der amerikanische Bürgerkrieg endete und Tybee Island mit ihrem fantastischen Strand. Dort erwarben wir eine Jahreskarte für alle Eintritte der National State Parks oder angeschlossenen Sehenswürdigkeiten für 80$/Fahrzeug. Die Eintrittspreise hier sind happig. Für das Fort Pulaski wurden 35$ aufgerufen. Der Pass wird sich sehr schnell amortisieren.

Danach besuchten wir noch Tybee Island mit dem fantastischen Strand.

Nachmittags folgte noch ein geführter Stadtrundgang durch Savannah, eine wunderschöne, lebendige Stadt mit vielen alten Gebäuden. Danach hatten wir Freizeit und entdeckten im Marriot Hotel phantastische Edelsteine, in einer Größe und Vielfalt, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Die ganze Lobby war dekoriert mit diesen Exponaten. Der Besitzer hat 400 Millionen Dollar in das Hotel investiert. In der Baobab Lounge nahmen wir dann noch einen Drink.

Heute ging es nach St. Augustine im Sunshine State Florida, der ältesten Stadt Amerikas. Wir sind endgültig im Sommer angekommen bei 25°C und hatten Glück, den letzten freien RV (Recreation Vehicle) Parkplatz zu ergattern, fußläufig von der historischen Altstadt gelegen. 

Natürlich ist auch hier ein Fort, das aus dem 17.Jh. und aus Naturmuschelkalk erbaute Castillo de San Marcos, eines der Sehenswürdigkeiten. Das Spanish Quarter ist touristisch. Sehenswerter für uns waren das Flagler College, die Kathedrahle und weitere sehr repräsentative Gebäude.

Daytona war unser nächstes Ziel. Auf einer Panoramastrasse am Atlantik entlang fuhren wir an schönen Strandhäusern vorbei 70 Meilen bis Daytona Beach. Leider waren die Harley Davidson Weeks seit 2 Wochen vorbei, also beschlossen wir, den weltweit größten Harley Händler Bruce Rossmeyer zu besuchen. Im Showroom stehen auf 2 Etagen einige Hundert Harleys, vom Standardmodell über zum 69000 $ teuren Custommades bis hin zu historischen Modellen. Der Besuch hatte sich wirklich gelohnt. 

Danach ging es zum weltberühmten Daytona Beach auf dem man 10 Meilen fahren kann. Das mußten wir ausprobieren, obwohl vom Vermieter nicht erlaubt. 20$ Eintritt kostete der Spaß. Es war ziemlich voll, man steht von der Piste rechts, setzt sich dann vor sein Auto und beobachtet die vorbeifahrenden Autos. Nach einiger Zeit merkte ich, dass wir anscheinend die einzigen der Gruppe waren, die den Strand besuchten. Außerdem war kein Fahrzeug größer als unseres, geschweige denn schwerer (6 t). Da war ich dann beim Rausfahren doch etwas angespannt, aber alles ging gut. 

Unser Stellplatz liegt etwas außerhalb von Daytona im Tomoko State Park, sehr idyllisch, wie im Dschungel. 

Nach einer kürzeren Etappe am nächsten Tag, erreichten wir das Kennedy Space Center. Nach stolzen 55$ Eintrittsgeld/Person durften wir es auch betreten, nachdem wir noch schnell die 15$ Parkgebühr entrichtet hatten. Die Amis nehmen es von den Lebendigen. Wir unterstützen übrigens die „notleidende“ Ölindustrie mit unserem Spritverbrauch und 4,20$/Gallone. Am besten nicht drüber nachdenken.

Im Kennedy Space Center verbrachten wir den ganzen Tag. Es gibt wirklich gut gemachte Filme mit Animationen zu verschiedenen Themen der Raumfahrt, natürlich auch die Geschichte der Mondlandung. Interessant war auch das Artemis Programm, das neue Mondlandungen beinhaltet, sowie die Erforschung und Landung auf dem Mars. 

Abends beim Briefing erfuhren wir, dass die Spring Breaker derart über die Strenge geschlagen haben, mit Schusswaffengebrauch, Schlägereien und Verletzten, dass der Gouverneur von Florida für Miami Beach und Umgebung eine Ausgangssperre für abends ausrief.

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2. Lebenszeichen Across America März 2022

17.3. bis 22.3.

New York, Lancaster, Washington

Wir dachten, wir hätten schon in Chicago eine besondere Stadtführerin gehabt, wurden in New York aber eines Besseren belehrt. Oli tauchte auf, ein Franke, der schon 10 Jahre in New York lebt, bunt, schrill und laut. Er ist studierter Sonderpädagoge, Tauchlehrer, Skilehrer, Urlaubsplaner, Bogenschießlehrer, Reisefotograf, Entertainer und zertifizierter Stadtführer für New York, Washington und Miami. Schaut mal auf seine Homepage: https://www.olidaytours.com/

Mit ihm machten wir eine wirklich besondere Stadtführung. Obwohl das Wetter recht durchwachsen war, konnte er die Gruppe durch seine eigene Art immer wieder überraschen und motivieren. Er zeigte uns Dinge, an denen wir blind vorbei gelaufen wären und bewies durch sein Detailwissen, dass er nicht nur ein Showman ist sondern ein ausgewiesener Experte.

Der “Bummel“ dauerte gut 6 Stunden, ohne Pause und führte uns vom 9/11 Memorial durch den Finanzdisstrikt, das Grand Central Terminal, nordwärts über den Broadway zum Timesquare, mit vielen Stops und Erklärungen von Oli. Wir waren nach diesem Trip zwar alle fertig, aber froh, einen solchen Guide gehabt zu haben, der einen ansonsten grauen Tag buchstäblich bunt gestaltete.

In der Nacht haben wir sehr gut geschlafen. Der nächste Tag war zur freinen Verfügung und den begannen wir ganz piano. Mittags wurde es schön, wir bekamen 20 Grad und begannen unsere von Oli empfohlene Tour: Hudson Yards, Vessel, Highline Park, Little Island.

Highline Park ist eine zum Fußgängerweg umgestaltete Bahntrasse. War sehr interessant und gut besucht. Die 15 km lange Tour begann auf der 32nd Strasse und führte dann südwärts durch Chelsea, über Little Island nach Greenwich und Soho am Hudson River entlang bis Pier 11, von wo wir die Fähre nach New Jersey nehmen konnten. War ein wunderschöner sommerlicher Tag mit interessanten Begegnungen, wie ihr auf den Bildern sehen könnt.

Dann folgte wieder ein Fahrtag nach Lancaster in Pennsylvania zu den Amish. Unterwegs machten wir noch einen Stop in Strasburg, wo das Red Caboose Motel sehenswert war, das aus ausrangierten alten Wagons besteht.

Dann schauten wir uns noch die alte Dampflok am Railroad Museum an.

Lancaster beherbergt eine der größten Amish Gemeiden weltweit. ca. 40000 Menschen leben nach sehr strengen religiösen Wertvorstellungen. Die Amish spalteten sich im 16. Jahrhundert von den Mennoniten ab, die in ihren Augen den Glauben zu großzügig auslegten. Sie stammen ursprünglich aus Deutschland, wo sie im 15. Jahrhundert wegen Verfolgung auswanderten. Wir erhielten in Amish Village, einem Museumsdorf, einen sehr informativen Vortrag zu ihrer Lebensweise.

Weiter ging es über Baltimore auf einen sehr guten Campground in der Nähe von Washington.

Nachmittags kam noch dieses Geschoß an. Die Besitzer, 2 Rentner aus Kansas haben dieses Ensemble selbst designed und bauen lassen. In dem Anhänger befinden sich 2 Golfcarts und Fahrräder. Diese können angehoben werden damit der BMW X7 dort auch noch Platz findet.

Am nächsten Tag stand wieder eine organisierte Stadtrundfahrt auf dem Programm. Unser Stadtführer Kurt war 80 Jahre alt und mit 20 Jahren nach Amerika gekommen. Er ist promovierter Chemiker, der im Pentagon an der Entwicklung von Raketentreibstoffen arbeitete. Um seinen 4 Kindern und seiner Frau eine Universitätsausbildung zu ermöglichen kaufte er nach und nach 11 Schrottimmobilien, sanierte sie selbst und verkaufte sie dann mit Gewinn. Wieder eine sehr bemerkenswerte Persönlichkeit.

Er berichtete, dass rund um Washington zur Zeit eine große Anzahl Trucks kreisen, die versuchen in die Stadt zu gelangen, um gegen das Impfen und die Coronaauflagen zu protestieren, indem sie die Stadt lahmlegen. Ähnliches gab es vor einigen Wochen schon in Kanada. Alle Zufahrtsstrassen werden durch die Polizei kontrolliert, bisher haben die Trucks keinen Weg gefunden und kreisen weiter.

Wir besuchten die klassischen Sehenswürdigkeiten, Washington besitzt darübner hinaus eine Unzahl an riesigen Verwaltungs- und Regierungsgebäuden, die alle in unterschiedlichen Baustilen vor einigen Jahrzehnten errichtet wurden. Darüber hinaus befinden sich hier einige hervorragende Museen, die in der Regel nicht von staatlicher Seite entstanden, sondern durch erfolgreiche Geschäftsleute gesponsert wurden.

Abends gab es das erste gemeinsame Lagerfeuer auf dem Campground. Mit dem Wetter haben wir bisher Glück die Temperaturen liegen zum Teil über 20°C.

Der nächste Tag war wieder zur freien Verfügung. Wir ließen ihn wieder langsam angehen und fuhren dann mit Bus und Bahn zur Innenstadt und verbrachten den wieder sommerlichen Tagen an den berühmten Plätzen und erfreuten uns an der Japanischen Kirschbaumblüte.

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1. Lebenszeichen Across America, März 2022

13.3. bis 17.3.

Frankfurt, Chicago,New York

Abflug von Frankfurt

Nach einem sehr entspannten und schönen Flug landeten wir bei gutem Wetter in Chicago. Wir konnten uns nicht beschweren, waren die Temperaturen am Vortag von minus 15 Grad nachts und minus 6 Grad am Tage, auf angenehme 10 Grad gestiegen.

Nach einiger Wartezeit kam dann auch unser Shuttleservice, der uns zum Hotel brachte. Dort warteten schon unsere Reiseleiter Eva und Lukas. Noch einen kleinen Spaziergang gemacht, dann ging es in Bett.

Am nächsten Tag stand die Stadtbesichtigung Chicagos auf dem Programm. Unsere Stadtführerin, Marianna, hatte eine interessante Vita. Sie hatte in der Folkwangschule in Essen pantomine und Theater studiert, war dann durch die Aktion Sühnezeichen als Friedensaktivistin in die USA gekommen um an einer Grundschule Kunst und Musik zu lehren. Hier heiratete sie 2 mal, bekam die Greencard und ist bis heute in Kunst und Tanz, mit eigener Galerie und Tanzschule, auch international, unterwegs.

Eigentlich hatte ich an Chicago keine großen Erwartungen, wurde allerdings eines Besseren belehrt. Die Stadt liegt wunderschön am Michigan See, hat eine unglaublich breite kulturelle Szene, die durch die unterschiedlichen sogenannten Nachbarschaften der Schweden, Deutsche, Italiener, Polen, Iren usw entstand. Herausragend ist aber ihre Architektur. Hier wurde der Wolkenkratzer von Le Baron Jenney auf Stahlskelettkonstruktion erfunden. Es gibt eine Menge alter Wolkenkratzer, die mehr als 100 Jahre alt sind.

Wir unternahmen eine ausführliche Stadtrundfahrt mit einigen Fotostops, machten an der Navy Pier eine Mittagspause und waren um 16 Uhr wieder im Hotel. Abends stand das erste Briefing an und dann folgte das erste gemeinsames Seabridgeessen mit allen Teilnehmern.

Am nächsten Tag ging es zur Wohnmobilfabrik in Middleburry. Hier befinden sich viele dieser Fabriken, werden doch 80 % aller USA Wohnmobile in dieser Stadt gefertigt.

Pünktlich kamen wir mit dem Bus dort an und sahen schon alle Womos aufgestellt für uns. Alle, nein eins fehlte, natürlich unseres. Es war noch in der Fabrik. Dann sollten “schnell“ die Vertäge gemacht werden. Nach 3 Verträgen fiel das System aus und es ging nichts Mehr. Unser Womo kam dann auch ohne Nummernschild, das lag im Wagen. Es dauerte 2 Stunden bis man aus der Fabrik einen passenden Maulschlüssel herangeschafft hatte um 4 Schrauben zu lösen und das Schild dann zu befestigen. Diese Wartezeit war gar nichts, denn das System war immer noch ausgefallen. Nach 4 Stunden entschied unsere Reiseleitung den Rest der Gruppe ohne Vertrag los zu schicken.

Unser erster Halt war Elyra in Ohio, wo wir in einem Hotel übernachteten, da wir aufgrund möglicher Minusgrade kein Wasser aufnehmen durften. Dann wartete ein Hammerfahrtag auf uns. 420 Meilen fuhren wir auf einem Campground in den Pokomo Mountains in Pennsylvania. Bis nach New York sind dies Transitstrecken, auf denen wir keinen Stop machen, da es nichts zu sehen gibt.

Heute sind wir in New York angekommen und werden nachmittags einen Stadtbummel durch Manhatten mit einem Stadtführer machen.

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