1. Lebenszeichen von Bermuda

 

Heute hieß es um 4 Uhr aufstehen. Beim Auschecken bot man uns eine Privatlimousine zum Flughafen für 10 $ mehr an, als ein Taxi kostet. Diesen Luxus gönnten wir uns.

Ich hatte übrigens gestern spät doch noch einen netten Kontakt mit unserer Vermieterin auf Bermuda. Alles sei ok und sie freut sich uns zu sehen. Damit war die Nachtruhe dann doch gesichert.

Nach einem 1:40 Stunde dauernden Flug, waren wir schon da, nahmen ein Taxi und fuhren nach Warwick. Dort angekommen, begrüßte uns unsere Vermieterin. Ruth Sousa ist weit über 80 Jahre alt und wohnt seit 20 Jahren, nach dem Tod ihres Mannes allein im Haus. So alt müssen auch die Bilder sein mit denen sie ihr Zimmer mit Bad anbietet. Es besteht ein leichter Renovierungsstau und vor allem scheint sie nichts wegschmeißen zu können. Alles steht voll mit Gläsern, Vasen, Andenken,Bildern usw. Besonders mag sie Handtücher, davon gibt es im Bad bestimmt 40 Stück. Allerdings wird dieser, zuerst gemischte Eindruck, durch ihre Herzlichkeit und die Lage des Hauses, mit direktem Blick auf die Bucht von Hamilton, ausgeglichen.

Wir unternahmen noch einen Ausflug nach Hamilton, wo wir uns mit Fähr-und Buspässen für unseren Aufenthalt eindeckten und genossen den schönen Tag auf der frei zugänglichen Terasse des Hamilton Princess Hotels, direkt am hoteleigenen Yachthafen.

 

Am nächsten Tag stand unser Einstieg beim America’s Cup an. Unser Fähranleger befindet sich 3 Minuten von unserem Haus und mit dieser Fähre konnten wir Hamilton erreichen. Mit einer weiteren Fähre gelangten wir zum Royal Naval Dockyard, dem Austragungsort der Regatta.

Nach dem Einchecken besichtigten wir das extra für dieses Event angelegte Village und konnten auch die ersten Boote betrachten. Nach einer kurzen Stärkung, gingen wir dann zum Grandstand, für den wir uns Karten besorgt hatten. Der Grandstand ist eine Zuschauertribüne, von wo man einen ungestörten Blick auf das Geschehen hat, mit einer großen Leinwand, auf der die Action vom Hubschrauber übertragen werden. Weiterhin ist dort das Fernsehen angesiedelt und 2 Moderatoren kommentieren die Rennen.

Das erste Rennen wurde 2 Mal verschoben, wegen zu starkem Wind. Alles über 25 Knoten Wind ist zuviel für die Boote. Dieses bekamen wir an diesem Tag  bestätigt. Von 4 an diesem Tag eingesetzten Booten, überstand nur das SoftBankteam Japan Boot die Rennen unbeschadet. An denTeams Landrover BAR England und Artemis Schweden gab es deutliche Beschädigungen und die Emirates Team New Zealand kenterten bei ihrem 2. Rennen kopfüber und beschädigten ihr Boot erheblich. Hier wurden vor unseren Augen Millionen € buchstäblich versenkt.

 

Die Tagesregatten finden  wie folgt statt: 4 Teams segeln an diesem Tag, 2 Teams segeln 2 Mal in Form eines Matchraces gegeneinander. Also finden täglich 4 Rennen statt.

Es ist schon spektakulär, wie schnell die Boote sind, bis zu 90 km/h. Allerdings sind sie so leicht gebaut, dass die Grenzen sowohl vom Material her, als auch vom Handling her, bei zuviel Wind,  schnell erreicht sind. Diese Boote sind in der Lage über 95% einer Regatta auf den Foils zu segeln, das heißt, auch die Manöver finden ohne großen Geschwindigkeitsverlust statt. In den Booten sind 450 Sensoren verbaut, die 40000 Signale in der Sekunde liefern. Die Mannschaft besteht aus 6 Seglern, die alle eine spezielle Aufgabe haben. Der Taktiker hat in seiner Segelhose auf den Oberschenkeln je ein Tablet integriert, auf dem er die Informationen der Sensoren für seine Entscheidungen ablesen und nutzen kann.

 

Nach 2 Rennen begann es heftig zu Regnen, wie man sich tropische Regenfälle vorstellt, nur bei 6 Windstärken. Alle wurden pitschnass, wir hatten aber an unsere Regenjacken gedacht und so trotzten wir dem Wetter. Das ganze entwickelte sich dann zu einer sehr lustigen Party, denn die Moderatoren, auch bis auf die Unterhose nass, wie sie versicherten, schafften es durch ihre Art, die Leute bei Laune zu halten.

Alles in allem war dies ein tolles Erlebis und wir sind gespannt auf die nächsten Tage, sofern die Teams die Boote wieder flott kriegen.

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2. Lebenszeichen von Bermuda

Heute, Mittwoch, habe ich frei und Ute übernimmt den Blog.

Nach dem gestrigen Tag, der durch eine dramatische Kenterung, Bruch auf allen Booten und Penalty-Ärger für Schweden spektakulär verlief, bekamen wir noch am späten Abend eine email vom Veranstalter, dass die Wahrscheinlichkeit, dass heute Rennen stattfinden würden, unter 50 % liege, da mit Starkwind zu rechnen sei. So kam es dann auch.  Um 14 Uhr teilte die Rennleitung mit, dass alle Rennen abgesagt seien. Natürlich gab es überall enttäuschte Gesichter, nicht nur bei den Zuschauern, auch bei den Teams, aber Sicherheit steht über allem.

Da es insofern nichts Aktuelles vom heutigen Renntag zu berichten gibt, nachstehend einige Hintergrundinformationen über den Americas Cup der letzten Jahre und von Bermuda.

Darum geht es
Das sind die Protagonisten

Nachdem im Jahre 2013 der schwedische Skipper von Bord fiel und tödlich verunglückte, wurden die Sicherheitsmassnahmen drastisch verschärft. Die maximale Windgeschwindigkeit, mit der gesegelt werden darf, beträgt jetzt 24 Knoten, jedes Crewmitglied muss einen Helm und eine Schwimmweste tragen sowie ein Messer und ein Beatmungsgerät bei sich führen.

Dies ist auch deswegen wichtig geworden, da die Katamarane seit 2013 von 22 m auf 15 m verkürzt wurden und dadurch noch leichter und noch schneller geworden sind. Statt mit 11 Mann werden sie jetzt nur noch mit 6 Mann gesegelt. Dies hat zur Folge, dass es zum Beispiel den Luxus des reinen Taktikers an Bord nicht mehr gibt. Der Taktiker muss heute auch noch andere Sachen beherrschen, zum Beispiel Hydraulik aufbauen können oder ähnliches.

Die Katamarane sind, wie gesagt, 15 m lang, 24 m hoch, 8,50 m breit, 92 km/h schnell, sie haben eine Segelfläche von 103 Quadratmetern und wiegen 2.400 kg (weniger als unser Wohnmobil !). Die Kabelage an Bord beläuft sich auf 1.200 m und die Konstruktionsstunden betragen 35.000. Außerdem sind die Katamarane dafür ausgelegt und in der Lage, sofern die Crew es schafft, die Rennen zu 100 % auf Foiles (eine Art Stelze) zu segeln, so dass der Rumpf des Bootes die Wasseroberfläche nicht berührt.

Das typische Crewmitglied ist 1,82 m gross, wiegt 87,5 kg und hat während des Rennens einen Pulsschlag zwischen 164 und 184. Es vertilgt pro Woche 35.000 Kalorien und trinkt 35 Liter Wasser.

Nachdem das Boot der Neuseeländer gestern mit einem Salto Mortale gekentert ist und – man stelle sich vor – dies unglaublicherweise noch VOR der Startlinie  – sind 3 Mitglieder von Bord gefallen und mussten mitsamt oben erwähnter Ausrüstungs-Montur bei Starkwind und heftigem Wellengang irgendwie zum Boot zurück schwimmen. Die drei anderen mussten in schwindelerregender Höhe sehr lange ausharren, bis das Boot vom Durchkentern zum Kentern gebracht werden konnte und anschließend mit fremder Hilfe wieder auf beide Schwimmer zum Stehen kam, um dann abgeschleppt und die Nacht über repariert zu werden.

Der direkte Gegner des gekenterten Neuseeländischen Bootes war England, deren Skipper bereits mit 19 Jahren in seiner Segelklasse die olympische Silbermedaille gewonnen hat und in den nachfolgenden vier Olympischen Spielen jeweils die Goldmedallie. Außerdem ist er 11-facher Weltmeister und hat weitere bedeutende Titel gewonnen. Er gilt als DER herausragende Segler und wurde bereits zum Sir geadelt. All dies bewahrte ihn jedoch nicht vor der Peinlichkeit,  eine Wende zu eng anzusteuern, die Wendetonne aufzuspiessen und die Luft herauszulassen.  Darüber hinaus wurde er in den Vorläufen durch empfindliche Niederlagen regelrecht gedemütigt (unglaubliche 6 Minuten Rückstand), wurde wie ein Schuljunge vorgeführt und brachte es auch noch fertig, einen unterirdischen Frühstart von ungefähr 2 Minuten hinzulegen (2 Sekunden wären für sein Können angemessen gewesen) . Irgendwie bekommt er seine „Rita“, die offenbar schwer zu bändigen ist, nicht richtig in den Griff. Zu seiner großen Schmach gewann das (vorgestern gekenterte) Neuseeländische Boot mit dem jungen 26-jährigen Skipper auch noch die Vorläufe und durfte sich als Vorlaufsieger seinen direkten  1:1 Gegner aussuchen und wählte – England. Zur Stunde steht es 3 : 1 für Neuseeland, wer als erster der beiden 5 Punkte gewinnt, darf ins Finale der Herausforderer gegen den Titelverteidiger ORACLE einziehen.

Nachdem Schweden ebenfalls grosse Probleme hatte und ihnen bei dem starken Wind alle möglichen Material-Teile um die Ohren flogen, waren sie vorübergehend nicht mehr richtig manövrierfähig und segelten plötzlich ganz woanders hin – sie waren kurzzeitig außerhalb des gesteckten Rennkurses unterwegs -, was ihnen eine Strafe der Rennleitung einbrachte. Wenngleich es dem Team gelang, das Boot als Ganzes über die Ziellinie zu bringen, konnten sie jedoch keine Punkte einfahren, so dass es 3:1 für Japan steht.

Die Franzosen sind leider in den Vorläufen ausgeschieden und nicht mehr dabei. In einem der Vorbereitungsrennen ist ihr Skipper von Bord gefallen und hat sich an den Foiles sehr schwer am Fuß verletzt, so dass er operiert werden musste und zur Zeit nicht segeln kann. Da er ebenfalls hoch dekoriert ist, war er so kurzfristig nicht gleichwertig zu ersetzen.

Den rennfreien Nachmittag haben Manfred und ich in St. George verbracht. St. George liegt ganz im Osten der Insel Bermuda und gehört zum Weltkulturerbe. Es war toll, diesen Teil der Insel vollkommen entspannt zu erleben, dort durch die Gassen zu streifen und das karibisch anmutende Feeling aufzunehmen. Abends sind wir noch auf dem Stadtfest in Hamilton (der Hauptstadt Bermudas) gewesen, wo viel musiziert und spektakulär getanzt wurde. Es gab eine Friseur-Meile, viele Stände mit eindrucksvollen Kunstobjekten,  jede Menge leckeres Essen und eine tolle Atmosphäre.

Da zu später Stunde keine Fähre mehr zu unserer Unterkunft fuhr, sind wir mit einem überfüllten Linien-Bus nach Hause gefahren, was ein sehr spezielles Erlebnis war.

Donnerstag: Heute morgen haben wir uns spontan entschlossen, nicht mit der Fähre, sondern mit dem Bus zum Royal Naval Dockyard (dem Austragungsort der Rennen) zu fahren, um auf dem Landweg noch ein wenig mehr von der Insel zu sehen. Im Bus war auch die Mutter einer der englischen Crewmitglieder. Als wir die englische Crew vom Bus aus auf dem Wasser trainieren sahen, war sie ziemlich aufgeregt, verständlich. Schließlich lag das Team um ihren Sohn mit 1:3 im Rückstand und drohte am Nachmittag auszuscheiden.

Das Wetter war heute vom aller feinsten, wenig Wind und nur eine kleine Welle, so dass schnell klar wurde, dass heute andere Parameter (eher taktische) zum Sieg verhelfen würden als vorgestern bei Starkwind, Regen und hohen Wellen.

Manfred und ich gesellten uns zu einem sehr sympathischen Ehepaar aus England, die selbstverständlich ihrem Sir die Daumen drückten und dies auch in landestypischen Fahnen, Perücken und dergleichen zum Ausdruck brachten. Zusammen verbrachten wir eine wirklich gute Zeit an der Rennstrecke.

Das erste Rennen ging auch glatt 1:0 an den Sir, der einen hervorragenden Job machte und sein ganzes Können zeigte. Der junge Skipper von Neuseeland unterlag. Somit konnte Neuseeland die erforderlichen 5 Punkte nicht sicherstellen, es stand 4:2. Im darauf folgenden Rennen hatte England aber keine Chance mehr gegen Neuseeland, so dass Neuseeland heute mit 5:2 in das Finale der Herausforderer eingezogen ist, das am kommenden Samstag und Sonntag ausgetragen wird.

Der zweite Finalgegner wird entweder Japan oder Schweden sein. Nachdem Japan vorgestern überaus erfolgreich segelte und 3:1 gegen Schweden in Führung ging, lief heute bei Japan überhaupt nichts mehr zusammen. Schweden gewann die beiden Rennen souverän und glich 3:3 aus.

Da auch hier 5 Gewinn-Punkte von Nöten sind und die Zeit nunmehr eilt (inzwischen gibt es schon drei Ausfalltage, 2 durch Starkwind, 1 durch Flaute) wurde den beiden noch ein drittes Rennen aufgebrummt, das Schweden mit Nervenstärke ebenfalls gewann, nun steht es 4:3 für Schweden.

Übrigens war heute „Happy Ocean Day“.
Ein Tag, der auf den Plastikmüll in den Weltmeeren aufmerksam machte.

Auf unserer Heimfahrt mit der Fähre drehte Manfred ein Video und sich dabei mehrmals um sich selbst und schwupps ging seine wieder auffüllbare Fahrrad-Plastikwasserflasche über Bord direkt in den Ozean….

Manfred und ich werden erst am Samstag wieder zu den Rennen gehen. Morgen möchten wir weitere Erkundigungen auf der Insel anstellen und an einem der schönen Sandstrände baden.

Hier wohnen wir

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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3. Lebenszeichen von Bermuda

Da heute nur ein Rennen stattfand, nutzten wir den Tag, um die Insel  zu erkunden.

Wir haben ein 7 Tages Ticket, dass alle Fähren und alle Busse auf Bermuda beinhaltet und so wählten wir Busverbindungen aus, die sowohl an der Nordküste als auch an der Südküste landschaftlich schön entlang führten.

Unser erstes Ziel waren die Crystal Caves. Das sind 2 Millionen Jahre alte Tropfsteinhöhlen, die durch Zufall vor 110 Jahren durch 2 Cricket spielende Jungen entdeckt wurden. Beim Spiel verschwand der Ball in einer Felsspalte. Um ihn zu holen  zwängten sich die Jungen immer tiefer in die Spalte, bis sie die Höhle entdeckten.

Die Höhle ist gut angelegt und mit einem Führer, der herausragende Entertainmentqualitäten besaß, durchstreiften wir die Gänge. Am Grund der Höhle befindet sich ein See, der Verbindung zum Atlantik hat. Da von oben Regenwasser eindringt, sind die ersten 3 cm des Wassers Süßwasser und daruter befindet sich das salzige Meerwasser. Tiere können dort mangels Nahrung nicht leben.

Es dauert noch etwa 100 Jahre, bis der Stalaktit den Stalagmit berührt

 

Danach ging es wieder auf einer schönen Bustour zurück nach Hamilton, von wo wir ,nach einer kleinen Stärkung, südwärts zu den Stränden Bermudas aufbrachen. Unser Ziel war die Horseshoe Bay, mit einem der schönsten Strände Bermudas.

Dies konnten wir, nachdem wir dort angekommen waren, vollkommen bestätigen. Pulvrig weißer Sand, türkisfarbenes Meer und blauer Himmel – was will man mehr? Wir nahmen dort ein erfrischendes Bad und hingen dann noch eine Zeit dort ab.

Horseshoe Bay

Die Rückfahrt per Bus nach Hamilton gestaltete sich dann spannend. 3 geplante Busse fielen aus und als der  vierte dann kam, war die Haltstelle voll mit Menschen. Alle zwängten sich in den Bus, wir auch. Leider ergatterten wir nur einen Stehplatz. Da es in Bermuda so gut wie keinen Meter gerader oder ebener Strasse gibt, sondern eine Kurve der und ein Hügel dem anderen folgt und Busfahrer nur Vollgas und Vollbremsung kennen, hatten wir das Gefühl bis Hamilton Achterbahn im Stehen zu fahren. Nach den ersten etwas unsicheren Minuten begann die Fahrt dann Spaß zu machen.

In Hamilton mußten wir dann noch auf unsere „Hausfähre“ warten und wurden wieder gut unterhalten.

Ein Vater stand am Kai, fein gemacht, mit Lederschuhen, weißem Hemd und dunkelblauer langen Hose und erwartete anscheinend seine Familie. Die kam dann auch per Motorboot, in Form seiner Frau, ebenfalls chic gemacht und seinem ca. 6 jährigen Sohn. Der Vater signalisierte dem Sohn, das Steuer zu übernehmen und das Anlegemanöver zu fahren. Dazu gab er von Land aus laut Anweisung. Natürlich war der Kleine völlig überfordert von dem komplizierten Manöver. Irgendwie näherte er sich rückwärts der Kaimauer. Der Vater hatte sich mittlerweile auf die Mauer gesetzt um bei erfolgreichem Manöver, auf des Schiff zu springen. Spätestens jetzt könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie die Geschichte ausging. Platsch machte es und der Vater nahm ein erfrischendes Vollbad im Hafenbecken. Er bestieg dann schnell das Boot und fuhr, selbst am Steuer übernehmend mit versteinerter Miene davon. Diese Szene kennt man eigentlich nur aus den lustigen Videos von YouTube. Diesmal erlebten wir sie live.

Das ist der Blick von unserer Terasse

 

 

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4. Lebenszeichen von Bermuda

Heute begannen die Finale der Herausforderer. Artemis Racing Schweden hatte sich gegen Softbank Japan 5:3 durchgesetzt, Emirates Team New Zealand hatte 5:2 gegen Land Rover Bar England gewonnen.

Diese beiden Teams werden heute und morgen den Herausforderer für das Finale gegen den Titelverteidiger Oracle Team USA aussegeln, das dann nächste Woche stattfinden wird.

Der Titelverteidiger

 

Artemis Racing und  Emirates Team New Zealand unterscheiden sich grundsätzlich bei den sogenannten Grindern. Die Grinder müssen die Energie erzeugen, damit die Foils, die Ruder und das Flügelsegel mit Hydraulik bewegt werden können. Dies geschieht herkömmlich mit Armmuskelkraft, indem sie laufend eine Winch drehen. So ist auch Artemis aufgestellt. Emirates Team New Zealand hat dieses Jahr die Konkurrenz überrascht, indem sie Rad Grinder einsetzt. Dabei sitzen die Grinder auf Rädern und bringen durch ihre Beinmuskelkraft Energie in die Hydraulik. In beiden Booten sitzen mehrere Segel Olympiasieger und Weltmeister.

Die heute angesetzten Rennen verliefen wieder turbulent. Nachdem Artemis den Start des ersten Rennens gewonnen hatte, machten sie gegen Mitte des Rennens einen Fehler, bei einer Halse, als der Luvbug eintauchte und das Schiff abbremste. Dies nutzte Emirates aus und gewann deutlich.

Sieger des 1. Rennens Emirates

Auch im 2. Rennen gewann  Artemis wieder den Start und fuhr ein fehlerfreies Rennen. Emirates versuchte alles, um den Startrückstand zu verkürzen, mußte sich aber dann doch geschlagen geben.

Sieger des 2.. Rennens Artemis

Das 3. Rennen begann wie die zwei vorherigen, Artemis gewann den Start knapp und so ging das Rennen weiter. Die ganze Zeit bis Mitte des Rennes betrug der Zeitabstand nur 1 bis 2 Sekunden. Wir freuten uns schon auf ein packendes Finale, da erwischte es Nathan Outerridge. Der Steuermann von Artemis verließ das Schiff, natürlich unfreiwillig. Bei einer Wende, bei der die gesamte Mannschaft von einem Schwimmer in den anderen wechselt, rutschte er aus und verschwand im Atlantik. Das Boot war kurz führerlos, dann übernahm der Taktiker das Ruder, hatte aber keine Chance mehr, Emirates einzuholen und gab auf. Es gibt anscheinend nichts, was bei diesem Americas Cup nicht passiert.

Nathan Outerridge, Steuermann der Artemis

Jetzt steht es 2:1 für Emrates Team New Zealand, und morgen werden wir uns noch einmal 3 Rennen anschauen.

Das Fliegen wird auch schon probiert
Ein morgendlicher Besucher

 

Mit Drohgebärde

 

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5. Lebenszeichen von Bermuda

In der Nacht gab es ein tropisches Gewitter. Morgens berichtete unsere Vermieterin, dass sie aufwachte, ihre Gardine waagerecht im Zimmer flatterte und ihr Bett bereits naß war.

Im strömenden Regen, erreichten wir Dockyard, für unseren letzten geplanten Besuch der Rennen. Da wir Platz im Grandstand hatten, saßen wir wenigstens trocken.

Heute standen 3 weitere Rennen an. Sollte Neuseeland alle 3 Rennen gewinnen, hätten sie das Finale für die Herausforderung des Titelverteidigers Oracle Team USA gewonnen.

Vorher gab es aber wieder eine Begebenheit der besonderen Art. Eine Millionen teuere Yacht wurde vor unseren Augen auf einen Felsen gefahren und hing fest. In der Haut des Kapitäns mochte ich nicht gesteckt haben, zumal wahrscheinlich VIP Gäste an Bord waren, die das Rennen direkt am Kurs beobachten wollten.

Das erste Rennen wurde mit 15 Sekunden Vorsprung von Artemis gewonnen. Damit stand es 2:2 und da der Gewinner 5 Punkte benötigt, war klar, dass heute keine Entscheidung mehr fallen würde.

Sieger des 1. Rennens: Artemis

Im 2. Rennen gingen beide Boote zeitgleich über die Startlinie. 2 Penalty Anträge von Neuseeland für Artemis wurden abgewiesen.  Das muss den Steuermann von Neuseeland so geärgert haben, dass er danach wie von einem anderen Stern segelte und Artemis dermaßen abhing, dass sie das Rennen aufgaben. Zwischenstand 3:2 für Neuseeland.

 

Sieger des 2. Rennens:  Emirates Team New Zealand

Das 3. Rennen bot wieder Außergewöhnliches. Beide Boote gingen wieder zeitgleich über die Startlinie. Artemis gewann die erste Kreuz und führte mit ein paar Sekunden. Mitte des Rennens kam Neuseeland wieder sehr stark zurück und fuhr einen beträchtlichen Vorsprung heraus. Jedem war klar, dass Neuseeland dieses Rennen souverän gewinnen würde. Dann, an der letzten Wende,  200 m vom Ziel entfernt, kam das Boot fast zum Stehen. Wahrscheinlich war die Hydraulik mangels Energie zusammengebrochen. Artemis, die 550 m zurücklag, kam mit 40 Knoten Geschwindigkeit immer näher. Schließlich schafften die Neuseeländer es wieder, das Boot auf Geschwindigkeit zu bringen, und auf den letzten 100 m fuhren beide Boote gleichauf auf das Ziel zu. Neuseeland gewann mit einem Abstand von weniger als 1 Sekunde. Die Fans flippten aus. Wir auch, obwohl wir neutral waren, aber solch ein Rennen reißt einen einfach mit.

Sieger des 3. Rennens: Emirates Team New Zealand

Das Wetter wurde am Nachmittag übrigens wieder schön und wir erleben gerade einen schönen Sonnenuntergang auf der Terrasse.

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6. und letzte Lebenszeichen von Bermuda

Heute grüßen wir Euch zum letzten Mal von Bermuda. Gleich heißt es Koffer packen und morgen geht es dann heimwärts.

Der Ordnung halber möchten wir Euch noch mitteilen, dass die Neuseeländer schließlich  5:2 gewonnen haben und nächste Woche gegen Oracle um den Pokal segeln werden. Man kann auf Servus TV wohl die Rennen verfolgen, für die, die es interessiert.

Machts gut, wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

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