4. Lebenszeichen Irland Mai 2024

Connemara, Achill Island, Ballina, Sligo, Dungloe, Glenveagh National Park, Rosguill, Derry, Bushmills

15.5. bis 20.5.

Heute hatten wir wieder einen vollgepackten Tag. 11 Stunden und 260 km waren wir insgesamt unterwegs und hatten unsere erste Feindberührung. Ein entgegenkommender Kleintransporter meinte nicht bremsen zu müssen und touchierte den linken Außenspiegel, dieser klappte ein, aber der untere kleine Spiegel löste sich und hing an den Kabeln runter. Natürlich fuhr er weiter, als wäre nichts geschehen. Bei der nächsten Möglichkeit hielt ich an und konnte den kleinen Spiegel wieder in die Führung stecken, er funktioniert sogar wieder elektrisch. Allerdings haben wir einen kleinen Riß im Außengehäuse des Spiegels, ein kleines Souvenir aus Irland.

Ansonsten gab es viel zu sehen. Über Küstenstrassen ging es zum Alcock und Brown Monument. Hier befindet sich der Landeplatz des ersten 1919 durchgeführten Non Stop Transatlantikfluges von Alcock und Brown. Außerdem gelang es Marconi dort die erste Funkverbindung über den Atlantik herzustellen.

Danach fuhren wir zum Connemara National Park, wo wir eine Wanderung unternahmen.

Es folgte die Besichtigung von Kylemor Abbey mit den Gärten. Hier residierte Herzog Henry von Manchester mit Familie und ließ es sich augenscheinlich gut gehen.

Dann folgte eine traumhafte Strecke über den Dhulough Pass mit wunderschönen Aussichten.

Schließlich gönnten wir uns noch einen kleinen Umweg auf einer kleinen Strasse auf Achill Island bis wir den Campingplatz erreichten.

Das Briefing war für 20:30 Uhr terminiert, wer nicht da war, war unser Reiseleiter. Es folgte eine SMS, „ ich komme 15 Minuten später“. Um 21:15 Uhr kippte dann die Stimmung, er war immer noch nicht da. Um 21:30 kam er schließlich an und entschuldigte sich, er hätte die letzte SMS vergessen abzuschicken, er hätte im Stau gestanden. Einige Mitreisende sind ziemlich bedient – mal sehen wie sich das weiter entwickelt.

Es folgte ein freier Tag, den ich vormittags zu einer schönen Radtour nutzte. Es ging steil über einen Pass nach Keel, wo die Strasse endete. Dort gibt es einen schönen Strand, wobei man sagen muß, dass Irland wirklich viele schöne Strände hat, die auch noch total sauber sind – kein sichtbares Plastik zum Beispiel.

Danach hieß es Beine hoch, erst am späten Nachmittag ging es noch mal zum Strand, Füße vertreten.

Abends wurde wieder gemeinsam gegrillt. Die Emotionen schienen sich gelegt zu haben – „beide Seiten“ gingen wieder freundschaftlich miteinander um.

Es zog Sturm auf und am nächsten Morgen war es neblig und kalt. Es gab 2 erwähnenswerte Stopps auf der Route. Zunächst hielten wir bei den Ceide Fields an der Nordküste des Mayo Distrikts. Hier wurde über Jahrhunderte Torf abgebaut. Dabei wurden Steinansammlungen gefunden, die auf eine frühe Besiedlung hinwiesen. Tatsächlich erforschte man die Gegend dann wissenschaftlich und fand das größte durch Steinmauern aufgeteilte Siedlungsgebiet aus der Steinzeit der Welt, bis zu 6000 Jahre alt. Durch Klimawandel wurde es schließlich unmöglich dort weiter zu leben. Über Jahrhunderte entstanden Moore. Zu sehen sind für uns nur einige Steinhaufen und aufgrund des Wetters ließen wir auch die geplante Wanderung durch das Moorgebiet ausfallen.

Trotz des Wetters machten wir dann doch den Umweg nach Downpatrick Head und wurden nicht enttäuscht. Der Nebel lichtete sich ein wenig und so hatten wir eine gute Sicht auf die Steilküste. Von den 50m hohen Felsen trafen wir auf Angler, die tatsächlich reichlich Beute machten.

Dann ging es auf direkten Weg nach Strandhill zum Campingplatz und 10 km davor wurde es sonnig und warm.

 Es folgte ein weiterer langer Fahrtag mit einigen Zwischenstationen. Die ersten beider waren allerdings enttäuschend. Die erste war noch verschlossen und die zweite, das Grab Irlands großer Dichter und Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats mußten wir auf den Friedhof lange suchen, so unscheinbar war es.

Über teilweise wieder enge Strassen fuhren wir nach Slieve Legue, dort gibt es die höchsten Klippen Irlands. Dann war es soweit – auf einer 20%iger Steigung kam mir ein Wohnmobil entgegen. Keiner konnte ausweichen – hinter mir ein PKW – zentimeterweise ließ ich das Womo zurück rollen, bis wir eine etwas breitere Stelle fanden. Das braucht man nicht jeden Tag.

Die Klippen wiederum waren allerdings sehenswert. Dort unternahmen wir eine Wanderung.

Dann besuchten wir nich Glencolumbkille Folk Village – ein liebevoll errichtetes Museumsdorf.

In Dungloe erreichten wir abends den Campingplatz. Fußläufig konnten wir dann den Pub erreichen, wo ein hervorragendes Gruppenessen  auf uns wartete.

Das Wetter war weiterhin sonnig und so freuten wir uns am nächsten Tag auf den Besuch des Glenveagh National Parks. Auf guten Strassen mit wenig Verkehr durch eine schöne Landschaft erreichten wir ihn. Dort wanderten wir wieder ausgiebig, besuchten das Glenveagh Castle und die Gärten.

Heute ließen wir den Besuch eines weiteren Leuchtturms aus, der uns 60 km Umweg gekostet hätte und fuhren direkt zum am Tra Na Rosann Beach wo wir direkt am Strand übernachteten. Der Strand war so traumhaft und das  Wasser so blau, dass ich beschloss ein Bad im Atlantik zu nehmen. War doch sehr sehr sehr erfrischend. Dann setzten wir uns auf ein paar Felsen am menschenleeren Strand. Ute meditierte und nach einer halben Stunde kam eine alte Frau mit einem Kleinkind um die Ecke. Begleitet wurden sie von einem mittelgroßen Hund. Ich ahnte was kommen musste. Ute hatte die Augen geschlossen, der Hund, sehr friedlich aber neugierig inspizierte Ute und blieb vor ihr stehen. Ute öffnete die Augen und schauten in 30 cm Abstand dem Hund in die Augen. Der Schreck war entsprechend und die Frau entschuldigte sich. Wir mußten dann allerdings alle lachen. 

Von Rosguil fuhren wir am nächsten Tag direkt nach Derry und verließen damit Irland, von einer Grenze nach Nordirland merkten wir nichts. In Derry empfing uns Gerry, unser Stadtführer. Nach einem kurzen Ausflug in vorige Jahrhunderte, widmete er sich der neueren Geschichte, nämlich die Diskriminierung der nordirischen Katholiken durch die protestantischen Briten. Das Ganze gipfelte in dem sogenannten „Boody Sunday“ am 30.1.1972 als britische Soldaten 17 unbewaffnete Demonstranten hinterrücks erschossen. Es stellte sich heraus, dass der Vater von Gerry einer von ihnen war und im Alter von 32 Jahre erschossen wurde. Inwieweit heute hier Frieden herrscht darf bezweifelt werden.

Die weitere Route führte uns auf der Causeway Costal Route am Atlantik entlang, wo es Klippen aus Kreidefelsen zu bewundern gibt.

   Sende Artikel als PDF   

8. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020

8.8. bis 16.8.2020

Höfn, Djupivogur, Hallormsstadur, Seydisfjördur, Faeröer

Da es uns in Jökulsarlon so gut gefallen hatte, fuhren wir noch einmal dort hin, um bei gutem Wetter den Tag dort zu verbringen. Wir hatten super Sicht auf die Gletscher und fanden bei Hochbetrieb einen Parkplatz in der ersten Reihe. Nach dem Mittagessen mit Blick auf die Lagune genossen wir die spektäkulären Blicke auf die Eisberge. Am schwarzen Strand waren an diesem Tag große Eisbrocken angeschwemmt worden und bei Ebbe liegen geblieben, mit dem Schwarz als Kontrast schöne Motive.

In Prospekten und von unserem Helikopterpiloten hatten wir gehört, dass Höfn der Ort ist mit den besten Lobstern auf Island, wobei es sich offensichtlich um Langusten handelt. Also beschlossen wir, unser vorgezogenes Island Abschiedsessen hier einzunehmen. In einem sehr schönen Hotel mit Restaurant bestellte Ute Blumenkohlsteak mit Gerstenbrei, ich genehmigte mir Lobsterschwänze. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt, und es war ein würdiges Essen zum Abschluß unserer Tour.

Normalerweise war unser Programm damit abgearbeitet, aber wir hatten noch Tage übrig. Also verkürzten wir die nächste Etappe und steuerten Djupivogur an. Die 1 führt an dieser Stelle sehr malerisch direkt an der Küste und an diversen Fjorden entlang, wenn das Wetter stimmt. Leider war dies nicht der Fall, Regen Nebel 10 Grad.

Pffffffffff machte es hinter mir, „bei mir ist die Luft raus“, sagte Ute, war aber schon wieder in Prospekten und Karten vertieft.

Nach einiger Zeit hatte sie für die nächsten 2 Tage ein Programm aufgestellt. Es sollte nach Hallormsstadur und danach noch einmal in den Vatnajökull Nationalpark gehen.

Zunächst fuhren wir wieder bei miesem Wetter los. Als wir dann die Küste verließen, hörte es auf zu regnen, und es wurde milder. Kurz vor Egilstadir bogen wir rechts ab zum Lagarfljot, ein 35 km langer See. An seiner Ostseite befindet sich der größte Wald Islands und dort liegt der Campingplatz von Hallormsstadur. Der Platz war gut gefüllt, fast ausschließlich von Isländern mit Wohnwagen. Dies Gebiet ist ein Wanderparadies und wird von den Einheimischen sehr geschätzt.

Am nächsten Tag fuhren wir zunächst die 931 bis zum Hengifoss. Der liegt ungefähr 500 m hoch, war aber von der Straße aus zu sehen. Ich dachte dieser Blick genügt, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Ute wollte aber „nur mal gucken“. Daraus wurde eine kapitale Wanderung von knapp 2 Stunden mit 400 Höhenmetern. Allerdings eine sehr schöne, zumal wir alleine waren und die Temperatur 20 °C erreichte.

Blick auf den Lagarfljot
Wanderung zum Hengifoss

Dann wechselten wir auf die 910, eine super Strasse, die zunächst auf 800 m ansteigt und man dann auf der Hochebene Aussichten ins Hochland und auf den Snaefell hat. Die Strasse endet nach 70 km beim größten Wasserkraftwerk Europas dem Karahnjukar.

Überhaupt hat Ute jede Menge Superlative in diese Tour gepackt: der Hallormsstadaskogur ist der größte Wald Islands, der Hengifoss ist der drittgrößte Wasserfall Islands, der Snaefell ist mit 1890 m der größte alleinstehende Berg Islands und dann noch das größte Wasserkraftwerk.

Auf den 70 km der 910 kamen uns 2 Fahrzeuge entgegen, ansonsten waren wir alleine.

Nachdem wir uns auf der riesigen Staumauer die Beine vertreten hatten, ging es dieselbe Strecke wieder zurück mit dem Endziel Seydisfjördur. Wir wollten dort 1 Tag eher eintreffen, da auch dieser Campingplatz aufgrund von Covit 19 nur reduzierte Plätze anbot, und wir sicher sein wollten, einen zu bekommen.

Den bekamen wir um 16 Uhr auch, gleichzeitig wurde vor unseren Augen eine Riesenbaustelle eingerichtet, sie teerten den ganzen Ort neu. In Island haben die Jungs dazu keine Oberbekleidung an und auf den Teermaschinen wird der ganze Ort mit ohrenbetäubender Musik beschallt. Das scheint hier keinen zu stören. Normalerweise ist Ute empfindlicher, was Lärmbelästigung angeht, aber dieses Mal reichte es mir. Sie arbeiteten um 23 Uhr noch immer.

Zwischendurch machten wir einen kleinen Spaziergang zum Fährterminal und erhielten einen Anruf von meinem Cousin mit der Bemerkung: wir können euch sehen. Sie hatten die Webcam vom Terminal im Internet aufgerufen und konnten uns tatsächlich sehen, war sehr witzig, Orwell läßt grüßen.

Nach einer überraschend ruhigen Nacht und gutem Wetter machten wir noch einen Spaziergang durch den Ort und zu den beiden Wasserfällen, beantragten die Rückerstattung der Steuern für die steuerfreien Produkte, die wir gekauft hatten und ließen die Islandreise dann endgültig gemütlich ausklingen.

Dann ging es am nächsten Tag gemütlich mittags auf die Fähre. Wir bezogen unsere Kabine, legten ab und ich mich hin. Wir hatten hohen Seegang und das spürte ich sofort. Abends wurde es ruhiger, und Ute holte mich ab in die Bar, wo ein Klavierspieler gute Musik produzierte, und wir noch einige Stunden mit Bekannten verbrachten, die wir unterwegs kennengelernt und uns auf der Fähre verabredet hatten.

Um 2 Uhr morgens war die Nacht zu Ende. Die Färöer mochten uns anscheinend nicht. Es stürmte und schüttete. Wir hatten eine Koordinate für einen Parkplatz, der sich für die Restübernachtung eignete. Der Sturm zog kräftig an der Dachluke, und es klapperte dauerhaft . Mit 2 Schaumgummiohrstöpsel konnte ich das Klappern minimieren und noch einige Stunden schlafen. Am nächsten Morgen sahen wir…….nichts. Es goß weiter und war total nebelig. Also hieß es aussitzen. Der Tag war schon morgens gelaufen.

Nachmittags gingen wir bei Regen in die Innenstadt von Torshavn, die eine schöne Altstadt hat. Ansonsten war wetterbedingt nichts los.

Am nächsten Morgen galt der erste Blick aus dem Fenster dem Wetter, es war heller und hatte aufgehört zu stürmen und regnen. Also begannen wir unsere am Vorabend geplante Tour über die 2 Inseln Streymoy und Eysturoy. Unser Schwerpunkt heute war die Insel Eysturoy. Ohne auf die genaue Streckenführung eingehen zu wollen, es war grandios. Die Sonne kam raus, wir hatten teilweise 20 °C und erlebten eine Landschaft und ein Farbenspiel mit Licht unnd Schatten, dass uns begeisterte. Die Strassen waren zwar eng, aber durch den wenigen Verkehr gut zu fahren.

Nach unserer Rundtour suchten wir den Campingplatz in Eidi auf und erlebten wieder eine Überraschung. Der Platz war nur mit Wohnwagen und Einheimischen belegt. Es gab keine Anmeldung, nur eine Geldbüchse. Ein netter Faeröer, der sogar etwas Deutsch konnte, klärte uns auf und meinte, wir könnten ruhig eine Nacht dort übernachten. Ansonsten war alles vorhanden, inklusive gutem WLAN.

Am nächsten Morgen wußten wir erst nicht, ob eine weitere Ausflugsfahrt sinnvoll sei, da es total neblig war. Wir entschlossen uns abzuwarten, und nach 3 Stunden wurde es tatsächlich etwas klarer.

Wir starteten unsere Tour, diesmal mit Schwerpunkt Streymoy. Die Sicht wurde immer besser und auch dieser Tag war wieder wunderschön.

In Vestmanna kaufte ich mir ein Schafsfell als Unterlage meines Campingstuhls. Ja,ja, Mann kommt schließlich in die Jahre. Ich benötige jetzt noch jemand, der mir Halteschlaufen annähen kann. Ich glaube, ich habe da schon jemand im Hinterkopf, die ich fragen könnte.

Danach ging es gemütlich zurück nach Torshavn, wo wir auf die Fähre warteten.

Damit enden auch unsere Lebenszeichen dieser Reise, die wieder sehr ereignis- und erlebnisreich war. Wie immer danken wir für eure Feedbacks und guten Wünsche.

Bis bald, sofern Covid nichts dagegen hat.

   Sende Artikel als PDF   

7. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

29.7. – 8.8.2020

Grindavik, Pingvellir, Geysir, Hella, Westmänner Inseln, Seljalandfoss, Vik, Svinafell, Höfn

Am Morgen besuchten wir noch Perlan als allerletzte Station in Reykjavik. Perlan ist entstanden aus früheren Heißwassertanks und architektonisch dann aufgepeppt worden. Es beinhaltet ein Planetarium, Ausstellungen und ein Restaurant. Im Planetarium sahen wir eine 360° Multimediashow über die Entstehung Islands, ihren Attraktionen und wieder sehr ausführlich das Nordlicht.

Danach besuchten wir auf unserer Strecke nach Grindavik eine Islandpferde Ranch. Wir durften auf die Koppel und direkt Kontakt aufnehmen mit den Pferden. Sie strahlen eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus.

Hinter Hafnir sahen wir uns die Brücke zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte an. Jedes Jahr driften die Platten 2 cm auseinander.

Dann ging es noch zu den Schlammkratern von Gunnuvehr, bevor wir unseren Platz in Grindavik erreichten.

Der folgende Tag war wieder gut gefüllt mit Attraktionen. Zuerst fuhren wir zum Graenavatn, ein See in einem Vulkankrater.

Dann erreichten wir wieder ein Geothermalgebiet, Seltun.

Mittags besuchten wir das Geothermalwerk Hellisheidi, eines der modernsten der Welt. Parkplätze für 10 Busse und 150 Autos waren angelegt, 3 waren besetzt. Wir besichtigten die Ausstellung mit einem Audioguide. Ganz Reykjavik wird von diesem Werk mit warmen Wasser und Elektizität versorgt. Die Bohrungen gehen bis zu 2200 m tief. Beeindruckend war das CarbFix Projekt dort. Seit 2007 wird Co2 und andere sauren Gase, die bei der Produktion entstehen wieder in den Boden gepumpt, wo sie mit Basalt natürlich reagieren und zu Karbonat versteinern. Seit 2017 gibt es ein Projekt, dass diesen Prozeß auch mit Co2 aus der Luft entwickelt.

Reykjadalur, ein weiteres Thermalgebiet, war unser nächstes Ziel. Eigentlich hatte ich keine große Lust auf Wandern, da es auch schon relativ spät war. Dort fließen warme Flüsse, in denen man baden kann. Ute war nicht zu bremsen und so kamen weitere 9km und 400 Höhenmeter zustande, die wir allerdings nicht alleine gingen, sondern von Millionen kleiner Fliegen begleitet wurden.

Den Abschluß bildete noch einmal ein Kratersee im Kerid Vulkan.

Dann ging es in den Nationalpark Pingvellir, wo wir einen sehr schönen Campingplatz fanden. Unsere kleinen Begleiter warteten schon auf uns.

Keine guten Wetteraussichten für die nächsten Tage. Es heißt wieder improvisieren und anpassen. Zunächst blieben wir auf dem Campingplatz, da es schüttete. Nachmittags hörte der Regen auf, und wir fuhren zum Besucherzentrum Pingvellir. Leider war die Ausstellung bis zum 13.8. geschlossen.

Kaum waren wir wieder draußen, erhielten wir die nächste Dusche.

In Pingvelir wurde vor gut 1000 Jahre so was wie ein erstes Parlament gewählt. Es trafen sich die Ältesten aus ganz Island um grundlegende Entscheidungen einvernehmlich zu treffen und Recht zu sprechen. Außerdem kann man dort sehr deutlich die 2 Kontinentalplatten Eurasien und Amerika sehen, die jährlich 2 cm auseinander driften. Da wir vor 35 Jahren schon einmal hier waren, ist der Abstand der beiden Platten also um 70 cm gewachsen.

Da es immer mal wieder regnete, beschlossen wir, auf dem Campingplatz zu bleiben.

Unsere nächstes Ziele am nächsten Tag waren Geisyr und Gullfoss. Im Daurregen erreichten wir zuerst Geisyr. Der eigentliche, alte Geysir ist vor einigen Jahren erloschen, dafür ist der Strokkur eingesprungen, der alle paar Minuten mehr oder weniger hohe Fontänen ausstößt. Wahrscheinlich hat der Strokkur Humor, denn immer dann, wenn besonders viele Touristen, die mit Kameras und Handys bewaffnet, den großen Ausbruch erwarten, lange gewartet hatten, spendiert er eine enttäuschend kleine Fontäne. Man musste schon Geduld haben.

Danach fuhren wir das kurze Stück zum Gullfoss. Ein sehr schöner Wasserfall allerdings ohne Regenbogen, da es in Strömen regnete.

Wir entschieden uns auf dem Campingplatz am Geisyr zu übernachten und abends, noch mal einen Versuch zu starten das Gebiet des Geisyr ohne Regen zu erleben. Das klappte auch, und wir konnten noch eine kleine Wanderung unternehmen.

Der nächste Tag war wenigstens trocken. Wir besuchten das Geysir Gebiet und den Gullfoss noch einmal, diesmal bei besserer Witterung.

Unterwegs machten wir noch Station am Faxa Wasserfall, sehr schön gelegen mit einer großen Lachstreppe.

Danach folgte Reykholt, wo wir beim Erzeuger superleckere Erdbeeren, Brombeeren und Tomaten kauften. Die dort feil gebotene Tomatensuppe war ebenfalls vorzüglich.

Auf der Strecke lag noch Skalholt, der erste Bischofssitz und das christliche Machtzentrum des Landes. War kein „must see“.

Unsere Tagesziel war Hella.

Da wir noch einige Aktivitäten geplant haben, beobachteten wir die Wetterlage ganz genau um die besten Tage auszusuchen. Dies galt auch für Landmannalauga. Wir hatten den Montag als einzigen trockenen Tag der Woche dafür gefunden und schon in der letzten Woche die notwendigen Buskarten gekauft. Landmannalauga kann man nur mit 4×4 erreichen.

Der Sonntagabend versprach schon einmal gutes Wetter, es wurde sogar sonnig und warm.

Der Montag morgen war bewölkt. Pünktlich warteten wir an der Bushaltestelle, um vom aus Reykjavik gestarteten Bus mitgenommen zu werden. Wir waren schon überrascht, wieviele Gleichgesinnte dort schon warteten, mehr als ein Bus mitnehmen kann. Es wurden dann sogar 3 Busse, die komplett voll wurden. Die Fahrt dauerte über 3 Stunden, vorwiegend auf Piste. 3 Stunden Maskentragen war eine neue Erfahrung.

Das Wetter wurde wieder schlechter, es begann zu regnen und es wurde zunehmend neblig. Beste Voraussetzungen um eine schöne Landschaft zu betrachten und Wandern zu gehen. Je weiter wir ins Hochland kamen um so weniger sahen wir.

Unglaublich, aber als wir am Basecamp in Landmannalauga ankamen, wurde es hell, und der Nebel zog sich zurück. Dort herrschte ein großer Trubel, da hier der Laugavelur startet ein 55 km langer Trail durch das Hochland, den man in 3 – 5 Tagen läuft. Außerdem gab es dort die teuerste Toilette unseres Lebens. Fast 5€ zahlte ich fürs kleine Geschäft. In der Natur ist es untersagt, aber bei den Kursen wundert es mich nicht, dass die Ranger genau das Gegenteil erreichen.

Wir begannen eine wunderschöne Wanderung durch Lavafelder, Obsidianfelder, grünen Hochebenen, an dampfenden Schlammtöpfen vorbei, durch einen Canyon und zurück an einem Fluß entlang. Das Ganze garniert mit einzigartigen Landschaftsbildern, die bei immer besser werdenden Sichtverhältnissen auch die unterschiedlichen Farben der Gesteine zum Ausdruck brachten.

Nach 3 Stunden fanden wir uns wieder beim Bus ein und rumpelten dann 3 Stunden wieder auf den Pisten zurück nach Hella.

Das war ein toller Ausflug, und so hatten wir Landmannalauga sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus erlebt.

Wanderung in Landmannalauga

Wir entschlossen uns am nächsten Tag die Westmänner Inseln zu besuchen und eventuell eine Bootefahrt durch die Inseln zu machen.

Pünktlich kamen wir am Fährhafen Landeyjahöfn an und buchten eine Überfahrt. Die Passage dauert 40 Minuten. Von den 14 Inseln ist nur Heimaey besiedelt. Etwa 4000 Menschen wohnen dort.

In Heimaey angekommen orientierten wir uns erst mal nach den Möglichkeiten und fanden heraus, dass nur noch die große 2 stündige RIB Boot Tour stattfinden würde, in genau 15 Minuten. Wir buchten, und wurden professionell eingekleidet. Da ich natürlich Fotos schießen wollte, verpackte ich die Kamera in einen Plastikbeutel.

Dann kam der erste Hammer. Es galt Maskenpflicht auf dem RIB Boot. Da fährt man mit 50 – 60 km/h über den sehr windigen Nordatlantik und Covid hat noch Zeit in einem Aerosoltröpfchen den Weg zum Nächsten zu finden, sehr befremdlich.

Der zweite folgte danach. Unser Mitfahrer bestanden fast nur aus 14 jährigen Einheimischen, die natürlich Action erwarteten. Die bekamen sie und damit wir dann auch. Das Boot war ausgestattet mit einer enormen Stereoanlage, und der Musik nach zu urteilen, hatten die Bengels eigene Musik mitgebracht, so etwas, was man schon mal aus den Autos der coolen Jungs zu hören bekommt, nur viel lauter. Immer wenn die Musik angestellt wurde, mußten wir stehen, uns festhalten und mit den Beinen die Schläge des Bootes abfedern. Unser Skipper beschleunigte das mit 800 PS ausgestattete Boot auf Höchstgeschwindigkeit. Ab da wusste ich, es gibt kein einziges Foto. Ich hatte alle Hände voll zu tun, um auf den Beinen zu bleiben, wobei alle Hände falsch sind, ich hatte nur eine, in der anderen musste ich 2 Stunden die Kamera festhalten.

Nachdem wir uns an die Umstände gewöhnten, hatten wir richtig Spaß. Unglaublich die Beschleunigung des Bootes, die Fahrkunst des Skippers und natürlich die Schönheit der Inseln, mit vielen Höhlen, in die er trotz hoher Wellen hineinfuhr und den vielen Vogelfelsen mit Puffins. Das erste Mal sahen wir auch Bastölpel, mit einer eindrucksvollen Spannweite von fast 2 m. Wir konnten auch das die jüngste Insel der Welt sehen, Surtsey, die 1967 durch einen Vulkanausbruch entstand.

Nach diesem tollen Actionerlebnis hängten wir noch eine 2 stündige Inselrundfahrt per Bus dran, mit Erärungen zur Geschichte, zu dem Leben mit Vulkanen und zu dem Leben in der Abgeschottenheit.

Erstaunlich hoch ist der Lebensstandard dort, der der höchste in ganz Island sein soll. Man sah das auch an den Häusern, Autos und einem der schönsten Golfplätze de Welt.

Zum Abschluß der Fahrt, führte uns der Fahrer noch zu einer Puffins Auffangstation, wo verletzt oder verölte Puffins gepflegt und dann ausgewildert werden. Außerden hatten sie dort 2 Belugawale, die aus einem Zirkus aus Russland stammten und die in ein Freigehege ihren Lebensabend verbringen sollten. Der Umzug stand unmittelbar bevor.

Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück und wir übernachteten in Seljalandfoss.

Es wurde stürmisch in der Nacht mit Starkregen und um 3:30Uhr setzte ich das Womo um, da ich Sorge hatte abzusaufen.

Nachdem der Wind mittags nachgelassen hatte, machten wir uns auf nach Vik. Unterwegs gab es einiges zu sehen: Den Seljalandfoss, ein Wasserfall hinter dem man durchgehen kann. Den Skogafoss (Wasserfall), dem Solheimajökull (Gletscher), den schwarzen Strand von Dyrholaey, sowie einen weiteren schwarzen Strand mit Basaltsäulen und Felsnadeln im Meer.

Am Skogafoss hatte Ute ihren großen Auftritt. Wir hatten uns gerade den Wasserfall von oben angesehen und waren auf dem Rückweg zum Womo. Vor uns 3 Damen, davon 1 ältere in einem blauen Regenmantel von Hurtigruten. So einen hat Ute auch und ohne dass ich Eingreifen konnte, schoss sie los, überholte die Damen und begann einem Veitstanz vor ihnen aufzuführen und wies immer wieder auf ihren Regenmantel, den sie ja identisch vermutete mit dem der älteren Dame. Nur, heute hatte sie ausnahmsweise ihren weißen Regenmantel an. Die irritierenden Blicke der Frauen ließen vermuten, dass sie sich nicht sicher waren zu entscheiden, braucht die Dame Hilfe und Vorsicht, ist die Dame vielleicht gefährlich. „Sie können vor uns ruhig weiter tanzen“, sagte dann eine von Ihnen. Dann bemerkte Ute ihren Irrtum. Ich stand mit offenem Mund da und wusste nicht, ob ich die Dame kennen muss. Nachdem Ute aufgeklärt hatte, war das Gelächter natürlich groß. Die Drei gehörten zu einer Reisegruppe. Als ihr Bus bei uns vorbei fuhr tanzte Ute noch einmal zum Abschied mit ihrer blauen Jacke schwenkend. Ich glaube der ganze Bus dachte, das was die Frau genommen hat will ich auch.

Dann erreichten wir unseren Übernachtungsplatz in Vik.

Der nächste Tag hielt wieder einige Besichtigungspunkte für uns bereit.

Zunächst besuchten wir eine Steinmännchenkolonie, die heute von Touristen und früher von Reisenden gebaut wurden für eine sichere Reise. Die Tradition geht Hunderte von Jahren zurück.

Dann folgte ein grün bewachsenes Lavafeld.

In Fjadrargljufur konnten wir eine kleine Wanderung an einem Canyon entlang unternehmen.

In Kirkjugolf sahen wir durch Gletscher blankgeschliffene sechseckige Basaltsteine, die einem Kirchenboden ähnelten.

Weitere Basaltformationen konnten wir in Dverghamrar bewundern.

Kurz vor Skaftafell sahen wir noch die Reste einer Stahlbrücke, die durch den letzten Vulkanaubruch unter dem Gletscher und der daraus folgenden Sturzflut zerstört wurde.

Der Höhepunkt des Tages folgte dann am Svinafellsjölkull, einem Gletscher, dem man zu Fuß bis auf 200 m erreichen konnte.

Nach dem Höhepunkt, kam die Überraschung des Tages. Bei der Anfahrt zum Campingplatz in Skaftafell wurden wir durch einen quer zur Fahrbahn stehenden SUV angehalten und man erklärte uns, dass der Platz voll sei. Unglaublich, die haben 2000 Plätze auf dem Platz und nur 100 Plätze wegen Corona freigegeben. Ausßerden sind alle buchbaren Aktivitäten, wie Rundflüge, Gletscherwanderungen usw. nicht verfügbar. In der ganzen letzten Wochen haben wir teilweise dicht an dicht gestanden und hier machten sie so einen Zirkus. Also wichen wir aus auf einen kleinen Campingplatz in Svinafell.

Die Nacht über stürmte es wieder heftig. Nachdem wir dem Campingplatz in Skatafell und dem Info Center einen weiteren Besuch abgestattet hatten und keine Änderung zum Vortag feststellten, beschlossen wir weiter zu fahren.

Der erste Halt war Fjallsarlon, wo der Öräfa Gletscher die Lagune erreicht. Wir buchten eine Zodiaktour, die uns an einigen kleineren Eisbergen vorbei und an der Gletscherkante entlang führte. War ganz nett.

Wir hätten noch etwas warten sollen, denn in Jökulsarlon gab es das gleiche nur viel imposanter. Viel größere Eisberge und eine größere Gletscherkante. Dort kann man auch mit Amphibienfahrzeugen in die Lagune.

Gegenüber von Jökulsarlon lagen Eisbrocken auf einem pechschwarzen Strand. Sie stammen vom Breidaner Gletscher und werden durch den kürzesten Fluß Islands (500m) bis ins Meer befördert, wo sie nach Wasserstand und Wind auch mal auf dem Strand liegen bleiben.

Uns gefiel dieser Platz sehr gut und wir beschlossen morgen noch einmal dorthin zu fahren und auf dem nächstdelegenen Campingplatz zu übernachten. Es gab keinen. 86 km mussten wir bis nach Höfn fahren. Ob wir morgen die Tour wieder zurück machen, glaube ich eher nicht.

In Höfn konnte ich das Womo noch einmal an einer Tankstelle waschen.

   Sende Artikel als PDF   

6. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

22.7. bis 28.7.

Latrabjarg, Reykholar, Husafell, Stykkisholmur, Arnastapi, Reykjavik

War das ein schrecklich schöner Tag. Schön, weil wir schöne Besichtigungsstationen hatten und wieder eine spektakuläre Landschaft genießen durften. Schrecklich, weil die Piste sich in einem fürchterlichen Zustand befand. Solche Straßen hatte ich weder in Namibia, Botswana oder im Oman erlebt. Ein Wunder, dass alles am Womo ganz blieb.

Latrabjarg war unser Ziel, der westlichste Ort Europas, damit westlicher als der westlichsten Punkt des Festlands, in Portugal, wo es dafür aber die westlichste Bratwurst gibt.

Unsern ersten Stop machten wir am schönsten Wasserfall der Westfjorde, dem Dynjandi. Er ist wirklich schön, da er sehr breit ist und das Wasser wie Schleier fällt. Man konnte unten bis an den Fuß des Wasserfall herangehen. Es ist eigentlich nicht ein Wasserfall, sondern 5 nacheinander folgende.

Dann ging es weiter Richtung Latrabjarg, das wir nach 5 Stunden erreichten. Die Klippen von Latrabjarg beherbergen viele Seevögel. Die Touristen kommen allerdings wegen der Papageientaucher oder Puffins, wie sie hier heißen. Wir hatten Glück, das Wetter war ok, windstill und wir konnten viele dieser putzigen Vögel gut beobachten.

Dann mussten wir noch einmal 12 km dieselbe Piste zurück bis zu unserem Campingplatz.

Ich war groggy und brauchte erst mal nach einer heißen Dusche Ruhe.

Zur Belohnung für die Strapazen des Tages gönnten wir uns ein leckeres Abendessen im Hotel, das direkt am Campingplatz liegt.

Danach unternahmen wir noch um 23 Uhr einen Spaziergang zum Strand und entdeckten unterwegs einen kleinen, alten Friedhoh mit Gräbern aus dem 19. und 20.Jahrhundert.

Morgen müssen wir wieder 30 km auf derselben Piste zurück.

Nach dem Aufstehen fuhren wir sofort, ohne Frühstück, los. Wir wollten die Pistenkilometer ohne Gegenverkehr schnell hinter uns bringen und danach frühstücken. Das klappte auch gut, wir waren alleine unterwegs und so konnte ich die gesamte Breite der Piste nutzen, um den ekligen Steinen und Schlaglöchern auszuweichen.

Wir fanden am Strand vom Patreksfjord einen schönen Platz. Dorthin wurde auch 1981 das erste Stahlschiff in Island zum Verrotten auf den Strand gelegt. Es handelte sich um die 1912 in Betrieb genommene Gardarba 64, in Norwegen gebaut.

Dann gings los Richtung Reykholar, immer an der Küste entlang, an vielen Fjorden vorbei. Es war eine sehr schöne Fahrt, auf sehr guter Strasse.

In Reykholar fanden wir einen sehr großen Wiesencampingplatz vor, der fast leer war.

Zum Camping in Island können wir jetzt auch einige Aussagen machen. Es gibt keine Parzellen, man stellt sich da hin, wo man will. Es gibt keine Öffnungs- und Ruhezeiten, die Plätze sind 24 Stunden geöffnet. Die Isländer kommen gerne spät… sehr spät. Es kam vor, daß wir um 1:30Uhr aus dem Schlaf gerissen wurden, weil ein Isländer seinem Campingbus 2 Meter neben unser Mobil stellte und gefühlt 20 Mal die Schiebetür zuknallte. Überhaupt sind die Isländer rücksichtslos, was Lautstärke und Abstand betrifft. Das wichtigste Utensil der campenden Isländer ist ihr geliebter Gasgrill, falsch Smoker, je größer desto besser. Das erste, was sie nach Ankunft auspacken und in Betrieb nehmen ist ihr Grill.

Wir verließen am nächsten Tag die Westfjorde Richtung Husafell.

Irgendwann erreichten wir die Ringstrasse 1, die auffallend viel Verkehr hatte. Man merkt, man ist im groberen Dunstkreis von Reykjavik. Außerdem haben die Auto- und Camperverleiher dieses Jahr ihre Preise um 20% gesenkt, wegen ausbleibender ausländischen Touristen, um die Einheimischen als Kunden zu gewinnen, was anscheinend funktioniert.

Als erstes bestiegen wir den Grabok, einen Vulkan mit sehr schön zu umrundenden Kraterrand.

Dann hielten wir in Deildartunguhver. Dort gibt es heiße Thermalquellen. Das ansässige Thermalbad muß das 100 °C heiße Wasser mit kalten Gebirgswasser kühlen.

Es folgte der für Isländer kulturhistorisch bedeutsamen Ort Reykhold. Dort lebte im 13. Jahrhundert Snorri Sturluson, der die ersten Hot Pots anlegte und damit die Badekultur Islands begründete. Für uns war dieser Ort eher langweilig.

Weitaus interessanter und eindrucksvoller war unser nächster Stop an 2 Wasserfällen. der Hraunfossar ist für uns der bisher schönste Wasserfall Islands. Über 1 km kommt das Wasser aus den schwarzen Lavawänden. Nebenann gibt es noch den Barnafoss, auch Wasserfall der Kinder genannt, hier ertranken einer Sage nach 2 Kinder vom Hof Hraunsas.

Dann erreichten wir den Campingplatz in Husafell an einem Golfressort mit exquisitem Hotel gelegen. Wir fanden um ca. 17 Uhr mit Mühe noch einen Platz, dann begann die Vorstellung der platzsuchenden Wohnmobile, Wohnwagen und Klappzelte. Bis jetzt, es ist 22:30Uhr kommen sie noch und stellen alles zu. Es wird immer enger aber keiner meckert (außer Ute). Wir können unseren Nachbarn zur Linken und Rechten aus den Fenstern fast in ihre Klappzelte fassen.

Die nächste Etappe führte uns nach Stykkisholmur auf die Halbinsel Snäfellsnes.

Die Fahrt dorthin war relativ ereignislos, erst zum Ende auf der Halbinsel gab es wieder sehr schöne Landschaftsbilder.

Von Stykkisholmur geht eine Fähre zu den Westfjorden. Unterwegs hält sie in Flatey, was auch als Tagesausflug angeboten wird. Bei 9°C und Windstärke 5 nahmen wir Abstand von dem Angebot.

Das Eindrucksvollste des Ortes ist die futuristische Kirche. Ansonsten gibt es neben dem Hafen noch ein Eiderentendaunengeschäft, wo man Kissen und Kleidungsstücke aus Eiderentendaunen kaufen kann – sehr teuer. Die Daunen werden so vorbereitet, dass sie wie Wolle verarbeitet werden konnen.

Der Campingplatz war diesmal etwas leerer, und man hatte wieder Coronaabstand voneinander.

Den folgenden Tag mußten wir uns hart erarbeiten.

Über meine Isländische Wetterapp erhielt ich eine Warnung für Sturm in Südwest Island. Genau da waren wir ja. Außer etwas stärkerem Wind und etwas Nieselregen war noch nichts zu spüren.

Es stand eine Fahrt auf der Snäfellsnes Halbinsel an, ein landschaftlich sehr schönes Gebiet. Bis Mittags hatten wir kein gutes Wetter und keine gute Sicht.

Wir starteten mit dem Haifischmuseum in Bjarnarhöfn. Laut Internet sollte es ab 9 Uhr geöffnet haben, öffnete aber erst um 10 Uhr. Das war zu spät, also ließen wir diese Station aus.

Dann ging es nach Grundarfjördur zum Kirkjufell Berg, den wir erst nicht sehen konnten. Als wir das Womo verließen riß die Wolkendecke auf und er erschien. Der Wind nahm zu.

In Skardsivk konnte man eine malerische Bucht mit schönem Strand bewundern.

Dann folgte der Saxholl Berg und es begann zu stürmen.

In Djupalon konnten wir wieder eine sehr schöne Bucht besuchen, in der noch rostige Teile eines Trawler liegen, der 1948 dort verünglückte.

Wir wollten dann die Lavahöhle Vatnshellier besuchen, allerdings waren die ersten 2 Touren ausverkauft. Wir buchten dann für 15 Uhr und setzten unsere Fahrt durch den Nationalpark Snäffellsjökull fort.

Weiter ging es nach Malariff, wieder eine schöne Bucht mit Felsformationen.

Dann begann unsere geführte Tour in die Vatnshellir Höhle. Ausgestattet mit Helm und Taschenlampe begann der Abstieg 35m in die Tiefe. Die Höhle ist unbeleuchtet und ist eigentlich ein Lavatunnel, der vor 8000 Jahren entstand. Interessant war auch das Erlebnis völliger Dunkelheit und Stille, als alle ihre Lampen löschten und ruhig waren. Nach 1 Stunde waren wir wieder an der Oberfläche und fuhren nach Hellnar, wieder eine Bucht mit Vogelfelsen.

Mittlerweile hatten wir extremen Wind, gegen den man kaum ankam. Vor allem wurde das Womofahren jetzt kompliziert. Teilweise dachte ich, ich reite einen wilden Mustang,

Unser Tagesziel war eigentlich Arnarstapi, aber der Platz gefiel uns nicht und so fuhren wir weiter.

Nach 20 km fanden wir dann noch einen Platz. Ich war froh auf den letzten km das Womo auf der Strasse zu halten.

Morgens war es noch sehr windig, allerdings besser als am Vortag. Also brachen wir auf Richtung Reykjavik. Hinter Akranes verzichteten wie aufgrund schlechter Sicht und viel Wind auf die Umfahrung des Hvalfjörds, sondern nutzten den 6 km langen Tunnel, der unter dem Fjörd langführt. Eigentlich ist es mautpflichtig, aber wir erfuhren, dass er seit letztem Jahr kostenlos zu nutzen ist.

Wir suchten uns in Reykjavik einen günstig gelegenen Parkplatz und brachen zum ersten Erkundungsgang auf. Im Stadtzentrum war wieder touristisches Leben zu sehen, die Geschäfte hatten fast alle auf, obwohl Sonntag war.

Wir fanden die Hallgrimskirkja, das Wahrzeichen Reykjaviks. Ich war noch mit Fotos beschäftigt, Ute steuerte zielgerichtet auf die offenstehende Tür zu. Sie wollte gerade eintreten, da knallte ihr ein Offizieller die Tür mit den Worten: „Mittwoch wieder geöffnet“ , vor der Nase zu. Überhaupt haben die Isländer teilweise für uns ungewöhnliche Öffnungszeiten. Es war 15 Uhr und wir wollten im Hardrock Cafe einen Drink nehmen und erfuhren, dass das Restaurant erst um 17 Uhr öffnen würden. Abends, bei unserem 2. Besuch in der Innenstadt, gingen wir um 20:45 Uhr wieder dorthin und erfuhren, dass sie in15 Minuten schließen würden. Das sind Arbeitszeiten.

Der Campingplatz ist sehr schön gelegen in einer weitläufigen Grünanlage mit Sportanlagen, Botanischem Garten und Zoo. Außerdem ist auch eine Jugendherberge dort angesiedelt. Überraschender Weise war der Platz nur mäßig besucht .

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von „wir spielen mal die Geissens“. Ich hatte für 11 Uhr den Heli gebucht, da der Montag als einziger wolkenloser Tag der Woche vorhergesagt wurde. Pünktlich um 20 vor 11 wurden wir vom Campingplatz abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort sollte unsere Heli Excursion beginnen und dort erfuhren wir, dass wir die einzigen Gäste waren und den Heli für uns alleine hatten.

Wir starteten zu einem fast 5 stündigen Rundflug mit 3 Landungen und einem Essen in einem sehr guten Ressort Hotel. Unser Pilot war Klasse und er dosierte die Erklärungen so, dass wir die tollen Aussichten auch ungestört genießen konnten.

Es ging über Pingvellir, Geysir, Gullfoss, Haifoss (mit Landung) nach Landmannalauga (mit Landung), dann Richtung Porsmörk, am Eyjafjallajökul vorbei zum Essen im Hotel Ranga und schließlich an der Südküste zurück nach Reykjavik. Das war für uns ein „once in a lifetime“ Erlebnis. Unbeschreiblich die Landschaftsbilder, die wir bei super Fernsicht zu sehen bekamen.

Übrigens hatte ich mich für diesen besonderen Tag etwas aufgestylt, wie ihr auf einem Foto erkennen könnt.

Unterwegs konnten wir noch den Hekla Vulkan in der Ferne sehen, der zur Zeit wöchentlich um 2 cm wächst und dessen Ausbruch bevorsteht.

Hekla

Nachdem wir wieder zurück gebracht wurden, brauchten wir erst einmal ein paar Stunden zur Verdauung der Eindrücke, wobei ein Abendspaziergang im Botanischen Garten einen schönen Abschluß des erlebnisreichen Abends darstellte.

Den nächsten Tag gingen wir ganz relaxed an.

Vormittags fuhren wir mit dem Bus in die City und besuchten „The Northern Lights Center“, eine Multimedia Ausstellung rund um da Nordlicht, mit Erklärungen, Filmen und Virtuell Reality Animationen. Hat Lust auf einem Besuch im Winter gemacht.

Danach schlenderten wir durch den alten Hafen, besuchten die Harpa Concert Hall, The Sun Voyager (Wikingerschiff), die Bankastraeti und beendeten den Ausflug mit einem Kaffee am Reykjavik Pond.

Damit haben wir das Kapitel Reykjavik für uns abgeschlossen, morgen geht es weiter.

   Sende Artikel als PDF   

5. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

14.7. -20.7.

Blönduos, Hvammstangi, Holmavik, Isafjördur

Die nächsten Tage sagten schlechtes Wetter voraus. Das passte gar nicht für die schönen Strecken an den Nordfjorden vorbei. Wir überlegten die nächste Tage in Blönduos abzuwetter, obwohl der Ort an sich langweilig ist.

Der nächste Morgen begann bewölkt aber trocken. Kurzfristig entschieden wir, die nächste Etappe doch zu fahren.

Es ging nach Hvammstangi mit einer Passage von 75 km Piste. Bei Regen wären wir notfalls direkt auf der 1 zum Ziel gefahren.

Wir hatten Glück, bis auf wenig Sprühregen blieb es trocken und wir hatten Sicht.

Zuerst fuhren wir eine verfallene Wikingerburg in Borgavirki an. War nicht besonders, allerdings hatte man einen schönen Blick in die Täler.

Es folgte der Besuch eines Vogelfelsen in Hvitserkur, wo Seemöven brüten.

Es folgte Illugastir, wo man nach einem kurzen Fußmarsch eine Robbenkolonie sehen konnte.

Dann steuerten wir den schön gelegenen Campingplatz in Hvammstangi an.

Wir werden morgen schauen, ob es weitergeht, oder ob wir wettermäßig etwas ausgebremst werden.

Lockdown

Jetzt hat es uns so richtig erwischt. Seit 5 Tagen befinden wir uns im Lockdown, woran nicht Covid 19 schuld ist, sondern ein schei…. Nordsturm mit Starkregen. Der Isländische Wetterdienst hat für den Norden, und mittlerweile für fast ganz Island eine Warnung ausgesprochen. Man warnt vor Überflutungen, Erdrutschen und Steinschlägen. In den Westfjorde schneit es. Außerdem sollten windanfällige Fahrzeuge nicht fahren. Windanfälliger als unseres geht nicht. Also harren wir hier bei nachts 4°C und am Tag bei 8°C seit Dienstag aus.

Der Campingplatz ist mittlerweile abgesoffen. Wir haben noch eine einigermaßen sichere Stelle gefunden, mal sehen, ob sie morgen auch noch sicher ist. In der 1. Nacht sah ich unsere Nachbarn eiligst ihr Anhängerklappzelt einfahren und abreisen. Zu Dritt hatten sie alle Mühe, bei dem Sturm, das Zelt in den Anhänger zu bekommen. Alle Camper mit Zelt schlafen entweder im Auto oder im Gemeinschaftsraum. Heute Nacht parkte ein Gespann mit Ausklappzelt neben uns. Das Zelt war zerfetzt und Schrott.

Wir hoffen, wir können morgen, Sonntag, unsere Reise in die Westfjorde fortsetzen.

In der Nacht hatte tatsächlich der Sturm nachgelassen und der Regen aufgehört. Hinterlassen hatte er einen ziemlich ramponierten Campingplatz, der in den nächsten Tage so nicht zu benutzen ist.

Unser Tagesziel war Holmavik, mit 3 Pistenpassagen. Wir waren nicht sicher, wie der Zustand der Pisten sein würde, nach dem letzten Wetter. Allerdings reizte die schöne Strecke an den Fjorden lang, und wir entschieden uns die Strecke zu fahren.

Sie war wirklich schön, und die Pisten waren akzeptabel. Langsam kam sogar die Sonne heraus, was die Stimmung an Bord weiter steigerte.

Mittags waren wir angekommen und besuchten erst einmal das Hexenmuseum. Hier wird die Zeit des 17ten Jahrhundert beschrieben, als es in Island Hexenverbrennungen gab. Allerdings waren die Hexen bis auf eine Ausnahme Männer. Viele Schicksale werden anschaulich beschrieben, Zauberutensilien- und -anleitungen gezeigt, vorwiegend aus dem Gebiet der Schwarzen Magie.

Danach aßen wir Mittag in dem einzigen Restaurant im Ort und suchten dann unseren Stellplatz auf.

Viel zu sehen gab es in Holmavik nicht, was wir während eines Abendspaziergangs feststellen konnten, außer natürlich die schöne Landschaft und der Steingrimsfjord.

Den nächsten Morgen verschliefen wir beide, obwohl wir eine lange Strecke von 220 km vor uns hatten. Wahrscheinlich hatten uns die 5 Tage Sturm und Regen doch etwas geschlaucht. Erst um 10:30 Uhr ging es los, Richtung Isafjördur, unserer ersten Etappe in den Westfjorden.

Wir stellten fest, dass die 5 Tage abwarten auf besseres Wetter genau die richtige Investition waren. Die Fahrt war ein Genuss. Super Wetter, super Straße und kein Verkehr, das war mit Tempo 80 und Tempomat wie das Anschauen eines schönen Landschaftsfilms im Wohnzimmersessel.

Unterwegs konnten wir an einer Robbenkolonie halten und die Tiere beim Sonnen beobachten.

Dann wurden wir plötzlich von einer 8km langen Baustelle überrascht, mit einer von uns kaum fahrbaren Piste. Es ging nur im Schritttempo von einem Schlagloch ins nächste.

In Sudavik besuchten wir ein Museum über den Polarfuchs. Dies war von einem Isländischen Biologen angelegt. Die Isländer haben für alles Museen und versuchen damit Geld zu machen. Mit 7€ bezahlte man viel Geld für relativ wenig Inhalt. Außerdem hielten sie einen Polarfuchs in Gefangenschaft, was ich auch nicht so toll fand.

In Isafjördur stellten wir erst einmal fest, dass es den stadtnahen Campingplatz nicht mehr gab.

Also schlenderten wir erst einmal über die Haupteinkaufsstrasse, kauften uns beim Thailänder etwas Essen to go und fuhren zurück zu einem alternativen Campingplatz, schön gelegen an einem Wasserfall. Wie sich herausstellte, war der Platz einige Tage gesperrt, da das Wasser die Zugangsbrücke weggespült hatte und diese erst gestern erneuert wurde.

Den Tag schlossen wir mit einer kleinen Wanderung zum Wasserfall ab.

Morgen erwartet uns die Königsetappe mit 110 km Piste.

   Sende Artikel als PDF   

4. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

8.7. – 13.7.2020

Myvatn, Akureyri, Blönduos

Am nächsten Tag haben unsere Füße mehr km gemacht, als das Wohnmobil. Wir haben 4 Wanderungen unternommen.

Zuerst fuhren wir zum Hverfjall, ein großer Explosionskrater. Man kann ihn besteigen und auf dem Kraterrand umrunden. Es war sehr eindrucksvoll und die Aussicht auf den Myvatn war grandions. 2 Stunden waren wir unterwegs.

Dann ging es nach Dimmuborgir, eine skurrile Lavalandschaft, die man auf markierten Routen durchwandern kann. Nach einer Stunden kamen wir zurück und machten erst einmal eine Mittagspause.

Höfdi war unser nächstes Ziel. Dort fanden wir einen wunderschönen Wanderweg am Seeufer des Myvatn mit Blick auf die Pseudokrater und kleinen Inseln. Wieder ging eine Stunde um, wie im Flug.

Das letzte Ziel des Tages waren die Pseudokrater und der sogenannte Bird Trail. Die Pseudokrater entstanden, als heiße Lava auf Wasser oder sumpfigen Untergrund traf. Sie explodierten und bildeten dann die Krater aus.

Auf dem Bird Trail waren wir völlig alleine und konnten unterwegs viele Vögel beobachten, die meisten mit Jungen. Damit hatten wir weitere 60 Minuten auf der Wanderuhr.

Auf dem Rückweg zum Womo mußte ich noch die Attacken einer aggressiven Seeschwalbe abwehren. Dann fuhren wir noch die Seerunde zu Ende.

Morgen wird es spannend.

Wir hatten gestern etwas über Askja gelesen und dass dorthin Touren angeboten werden. Ute recherchierte im Netz, fand aber erst Touren für das Wochenende, was zu spät gewesen wäre. Auf unserer Fahrt nach Hverfjall kamen wir zufällig bei Askja Tours vorbei. Ich hielt an und wir erfuhren, dass wir am nächsten Tag noch mitfahren konnten. Das buchten wir sofort.

Askja liegt etwa 100 km im Hochland nördlich vom Vatnajökull und ist ein sehr aktives Geothermalgebiet.

Pünktlich um 8 Uhr starteten wir mit Axel, unserem Fahrer, unserer Tourenführerin, deren Name ich nicht verstand und einem 30 sitzigen 4×4 Bus zu der gebuchten 11 stündigen Fahrt ins Hochland. Von der 1 ging es runter auf die F88, auf der wir 100 km blieben.

Ob wir isländische Massage mögen, fragte uns die Führerin, aber anstatt selbst Hand anzulegen, erledigte dies Axel auf der F Straße, wir wurden die ganzen Stunden durchgeschüttelt. F Straßen sind für normale Autos verboten, es dürfen nur 4×4 fahren.

Es ging durch die unterschiedlichsten Lavalandschaften, alte, bereits bewachsene, mittelalte, nur mit Flechten und Moos bewachsene und junge, noch jungfräulich schwarz. 4 Wasserdurchfahrten machten die Fahrt noch spannender. Unterwegs machten wir einige Pausen unter anderem in Lunar Landscape, wo 1967 die Astronauten für die erste Mondlandung trainiert haben.

Unterwegs erhielten wir Infos über Island. Interessant fand ich, dass Island zu 40% aus Wüste besteht und der Eispanzer des Vatnajökulls im Mittel 400 m hoch ist, würde man die Eismassen über ganz Island gleichmäßig verteilen, ergäbe es noch eine Stärke von 48m. Trotzdem gibt es Analysen, dass durch die Klimaerwärmung in 200 Jahren die Gletscher abgeschmolzen sind. Das würde dann wieder zu verstärkten Erdbeben und Vulkanausbrüchen führen, da das fehlende Gewicht des Eises, das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten beschleunigt.

Wir erreichten unser Ziel Askja nach 5 Stunden. Es befindet sich auf ca. 1400 m Höhe, und dort gibt es den mit 220 m tiefsten See Islands, den Öskjuvatn. Außerdem kann man in einem aktiven Vulkansee im Explosionskrater Viti baden. Um dort hin zu gelangen war wieder eine 1 stündige Wanderung durch lose Lavaasche und Schneefelder fällig. Der Abstieg zum Kratersee war sehr steil, glitschig und schlammig. Ute verzichtete und ich machte mich auf allen Vieren daran, in einer Rinne wenigstens etwas Halt zu bekommen und versaute mich völlig. Außerdem leistete ich mir den Luxus neben dem kleinen „Baderucksack“ auch noch den großen Rucksack mit zu schleppen, mit Kaffekanne, Becher, Tupperdosen usw. Das stellte ich aber erst mitten im Abhang fest, wo es kein Zurück mehr gab.

Das Bad im See war natürlich ein Erlebnis. Die Wassertemperatur betrug ca. 24°C, und wenn die Füße im knöcheltiefen Schlamm steckten, war es dort bestimmt noch mal um 10°C wärmer, Fußbodenheizung eben.

Als ich aus dem Wasser kam, sah ich, wie eine Italienerin begann meine Wäsche zu sortieren. Sie wollte ihrem Freund, der ebenfalls aus dem Wasser kam, schnell was zum Überziehen geben. Nachdem sie ihren Irrtum bemerkte, bekam sie einen minutenlangen Lachkrampf.

Das Anziehen bei 6°C und starken Wind war kein Genuss, genauso wenig wie der Aufstieg.

Dann ging es wieder 1 Stunde zu Fuß zurück und nach einer kurzen Fahrt zum Drekagil Canyon, wo wir auch Mittagspause machten. Man musste sich selbst versorgen, nur unsere Flaschen füllten wir unterwegs mit Gletscherwasser.

Dann ging es wieder 100 km zurück mit der bekannten Isländischen Massage, die aber dazu führte, dass jetzt jeder Wirbel weis wo er hingehört.

Den nächsten Tag gingen wir ganz piano an. Erst gegen Mittag fuhren wir nach Krafla, ein weiteres sehr aktives Geothermalgebiet. Dort konnten wir auf markierten Wegen durch die Lavafelder wandern und die kochenden Schlammtümpel und dampfenden Schlote betrachten, eine unwirkliche Welt.

Dann machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem weiteren Kratersee eines Explosionsvulkans ganz in der Nähe auf.

Kratersee in der Krafla Spalte

Damit war das Programm des Tages erfüllt und Relaxen war angesagt.

Nach 4 Nächten verließen wir das Myvatn Gebiet und machten uns auf Richtung Akuryri.

Unterwegs hielten wir am Godafoss und erwarteten wieder Horden von Touristen. Unlaublich, wir waren teilweise ganz alleine am Wasserfall, was für ein schönes Erlebnis.

Weiter ging es auf einer wunderschönen Etappe zm Torfgehöft Laufas. Dort gibt es ein Freilichtmuseum eines alten Torfgehöfts, sehr liebevoll gepflegt und gestaltet.

Angeschlossen gab es ein nettes Cafe, die uns, als wir nach dem kulinarischen Angebot fragten, unter anderem den „Happy Marriage Cake“ anboten. Das passte, da wir unseren 17. Hochzeitstag hatten. Als wir davon berichteten, bekamen wir umgehend 50% Rabatt. Mit Blick auf den Eyjafjord genossen wir einen sehr leckeren Apfelkuchen mit Sahne.

Dann war es nur noch ein kurzes Stück nach Akureyri. Nach dem Einchecken auf den stadtnahen Campingplatz, machten wir einen Stadtbummel. Das war nach 8 Tagen Natur wieder ein völlig anderes Island, mit Urbanität, Touristen, Stadtgeräuschen usw.

Zurück an unserem Platz fanden wir einen neuen Nachbarn vor, mit einer jungen Labrodorhündin, die mit einer langen Leine angebunden war. Als wir uns näherten, interessierte sie sich intensiv für Ute und rannte hin und her. Das machte den Besitzer aufmerksam, der aus seinem Wohnwagen ausstieg um nach den rechten zu sehen. Es war ein Isländer, der im Gegensatz zu den Isländern im allgemeinen Ausländern gegenüber recht interessiert und aufgeschlossen war. Er berichtete deutsche Freunde zu haben und lud uns für den Abend ein. Das taten wir dann auch und mit Toffifee als Gastgeschenk bewaffnet, betraten wir seinen luxuriösen Wohnwagen. Er stellte seine Frau Gudrun vor und achtete darauf, dass die Hündin auf ihrem Platz blieb. Es war ein sehr kurzweiliger Abend bei Tee und Gebäck bei dem wir viele Insiderinformationen über schöne Spots in Island erhielten und zum Schlussnoch eine Einladung für einen Besuch bei ihnen in Reykjavik, dem Wohnort der beiden.

Wir blieben noch einen Tag in Akureyri und besuchten den wunderschönen, öffentlichen Botanischen Garten, der durch einen Verein seit 100 Jahren gepflegt wird. Unglaublich welche Blumenpracht dort herrschte, obwohl die Pflanzen ja nur kurze Zeit haben zu wachsen und blühen.

Dann ging es zum Einkaufszentrum weil:

Ihr werdet mir zu teuer!!

Nachdem ich in den letzten Tage Aldi Talk durch permanenten Datenvolumennachkauf (Wlan auf den Plätzen könnt ihr vergessen) reich gemacht hatte und keine crowdfunding Aktion zum Erhalt des Blogs ausschreiben wollte, entschloss ich mich zum Kauf einer isländischen SIM Karte mit ausreichend Datenvolumen.

Abends gab es dann den ersten großen Waschtag.

Nachts begann es zu regnen. Wir starteten zu einer langen Etappe von 270 km mit 3 Zwischenzielen nach Blönduos. Eigentlich ist das eine traumhafte Küstenstrecke, die wir leider nur im Nebel und bei Regen erlebten. Somit können wir davon keine „Postkarten“ zeigen. Trotzdem hatte die Fahrt auch was Mystisches, wenn die Nebelschwaden Blicke auf die Fjorde oder Steilküsten zuließen.

Unser erstes Zwischenziel war das Heringmuseum in Siglufjördur. Dieses Fischerdorf war im 20. Jahrhundert bis 1969 zu Reichtum gekommen durch den Herigsfang und der Produktion von Fischöl. 1967 betrug der Anteil des Heringfangs in Siglufjördur über 30% des BIP, 2 Jahre später nur noch 3%. Die Heringe verschwanden wahrscheinlich wegen Überfischung. Im Museum war die Verarbeitung der Fische und das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter anschaulich dargestellt.

Es ging weiter zur Domkirche Holar. Dies war ab dem 11. Jahrhundert das christliche Zentrum von Island mit einem Bischof an der Spitze. Von den alten Kirchen war nichts mehr zu sehen, es steht ein Kirchturm aus den 50er Jahren und eine kleine Kirche. Allerdings ist Holar immer noch Bischofssitz.

Diese Gegend ist auch bekannt für die Islandpferde, die es hier zuhauf gibt und deren Künste sogar in einer Schau gezeigt werden, die allerdings geschlossen war.

Glaubaer war unser nächstes Ziel. Dort kann man Grassodengebäude aus dem 18. Jahrhundert besuchen. Jeden Augenblick rechnete ich mit Hobbits, die aus den Türen kamen.

Dann waren es noch 60 km bis. Blönduos, das wir bei 16°C und teilweise Sonnenschein erreichten. Das ist eben das Wetter Island.

Blönduos hat nicht sehr viel zu bieten, so beließen wir es beim Besuch der futuristischen Kirche, die allerdings geschlossen war und einem Spaziergang am Blandafluß entlang, der der lachsreichste Fluß Islands sein soll.

   Sende Artikel als PDF   

3. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

4.7. bis 7.7.2020

Porshöfn, Kopasker, Husavik, Reykjahlid

Unsere nächste Etappe brachte uns über Kopasker nach Husavik.

Gestern hatte sich auf der Piste die gelbe Warnleuchte für den Motor bemerkbar gemacht. Damit hatten wir schon auf früheren Reisen schlechte Erfahrungen. Aber gelb ist nicht rot, also brachen wir morgens auf. Was sollten wir auch sonst machen. Außerdem stellte sich heraus, dass ich einen Chefmechaniker mit an Bord habe, Ute. Sie schlug vor diese Etappe hochtourig zu fahren, damit der Partikelfilter wieder frei wird. Also fuhr ich 170 km im 4. Gang bei 3000 Touren und nach 70 km erlosch die Warnleuchte.

Ich war sehr beeindruckt.

In Kopasker fanden wir eine Wiese voll mit merkwürdigen Figuren.

Weiter ging es Richtung Husavik. 30 km vor Husavik fanden wir einen schönen Aussichtspunkt mit Blick auf den Öxarfjord, wo wir dann die Mittagspause einlegten.

Der Rest der Fahrt war schon in den letzten Tagen einfach nur schön.

In Husavik fanden wir den relativ vollen Campingplatz.

Beim Spaziergang in den netten Ort buchten wir für morgen eine Wale Watching Tour.

Der erste Blick von mir am nächsten Morgen galt dem Wind, nicht Ute. Bloß keine hohen Wellen auf der 3 stündigen Bootstour. Der Wettergott meinte es jedoch gut mit uns, es war zwar bedeckt aber fast windstill.

Pünktlich erreichten wir die Wale Watching Station und erhielten unsere Wärmekleidung. Es fuhren an diesem Morgen 2 Schiffe der Gesellschaft raus und das war es auch schon für den Tag. Der Guide sagte uns an normalen Tagen ohne Corona machten sie 15 Fahrten am Tag. Schlecht für sie, gut für die Wale.

Die Tour hat richtig Spaß gemacht. Wir fuhren in die Skjalfandi Bucht, wo die Wale sich im Sommer das notwendige Fett anfressen.

5 Buckelwale konnten wir beim Fressen beobachten. Die See war ruhig und obwohl ich meine Akupressurarmbänder gegen Seekrankheit auch noch vergessen hatte, ging es mir auf der ganzen Fahrt gut. Die Crew gab sich jede Mühe uns viel zu zeigen und zu erklären. Zum Schluss gab es noch heißen Kakao und Zimtschnecken.

Gegen 13 Uhr erreichten wir wieder das Ufer und begaben uns in das Walmuseum. Hier wurde alles präsentiert rund um den Wal, mit Original Skeletten, die die Dimension dieser Tiere erst richtig veranschaulichten. War sehr informativ und liebevoll gestaltet.

Dann ging es zurück zum Womo, wo, da es recht kalt wurde, ein gemütlicher Nachmittag auf uns wartete.

Übrigens, wir sind Covid 19 frei, bestätigt durch die Isländischen Gesundheitsbehörden per SMS..

In der Nacht gab es Sturm und Regen und es war kalt.

Da der Wetterbericht ab 10 Uhr trockenes Wetter voraussagte, entschlossen wir uns Plan A für den Tag zu wählen: eine Wanderung zum und um den See Botnsvatn, anschliessend ein erholsames Bad im Geosea Geothermal Bad und das Womo waschen. Plan B bei Regen wäre die Weiterfahrt nach Myvatn gewesen.

Bei 6 Grad starteten wir die Wanderung, durch den kleinen aber sehr liebevoll gepflegten Stadtpark bis zum Beginn der Route.

Die Strecke war einmalig – Natur pur. Es ging auf schmalen Pfaden etwa 3 km bis zum See. Der Wind drückte Nebel über den See, was sehr mystisch wirkte. Über Schneefelder, schwarzen Stränden und unendlichen Lupinienfeldern ging es 1 Mal um den See und dann wieder zurück nach Husavik.

Da zur Zeit Brutzeit für alle Vögel ist, wurden wir permanent von diesen beschimpft und schon von Weiten angekündigt. Manche nahmen sofort Reisaus, andere, erwachsene Vögel, mimten auf dem Weg „verletzter, flugunfähiger, Vogel“. Sie humpelten und flatterten vor uns her, um uns von ihren in der Nähe befindlichen Nestern weg zu locken. War die Distanz groß genug, konnten sie plötzlich perfekt fliegen und flogen zurück zu ihrem Gelege. Leider gab es auch einige flugunfähige Jungvögel. Auch diese liefen so schnell sie konnten vor uns her, bis sie erschöpft waren – dann stießen sie einen „letzten“ Schrei aus und hockten sich am Wegrand in Erwartung ihres letzten Stündleins. Taten uns echt leid aber wir konnten nur diesen Weg gehen und nicht ausweichen.

3 Mal dürft ihr raten wieviel Menschen wir auf unserer 13,6 km langen Tour getroffen hatten – richtig, keinen. Es war ein wunderbares Naturerlebnis.

Nach einem kleinen Imbis im Womo fuhren wir zum Geosea Geothermal Bad. Die Isländer lieben es in ihren Geothermal Bädern zu entspannen, also wollten wir diesen Genuss auch einmal zu erleben. Das Bad in Husavik hat 5 Pools, 39°C warmes mineralhaltiges Meerwasser und einen fantastischen Blick auf die Bucht. Irritierend für uns war, dass fast Jeder ein Getränk mit in die Pools nahm. 1 Pool hatte nämlich eine Getränkeausgabe und natürlich durften im Wasser auch die Handys nicht fehlen. Das Wetter wurde wieder sonnig, und so verbrachten wir 2 Stunden in den Pools und machten uns entspannt und porentief rein auf zum Womo Waschplatz.

Husavik hat 3 kostenlose Waschplätze, ausgerüstet mit Profibürste und integrierten Dampfstrahler.

Im Nu war das Womo genauso sauber wie wir.

Der Campingplatz war nach unserer Rückkehr wieder gut gefüllt, aber wir fanden noch einen Platz.

Es folgte am nächsten Tag die Fahrt zum Myvatn, allerdings nicht über die 87 (50 km schlechte Piste), sondern bequem über die 85 und 1 mit etwa 20 km Umweg.

Wir fuhren gleich am Myvatn vorbei zum Dettifoss und Selfoss. Ich war gespannt was uns an Menschenmengen dort erwartet, da es ein Highlight jeder Islandreise ist. Unglaublich, es waren ein, zwei Hände voll Menschen dort. Am Aussichtspunkt des Dettifosses waren wir ganz alleine. Schon surreal, wenn man sich vorstellt, wie sich sonst die Touristen hier stauen.

Der Dettifoss ist der wasserreichste Wasserfall Europas und präsentierte sich bei schönem Wetter von seiner besten Seite, mit Regenbogen.

In ca. 1 km kann man zum Selfoss gehen, ging aber nur bedingt, da aufgrund des vielen Wassers sich weitere Wasserfälle vor dem Selfoss gebildet hatten und wir nur bis auf 400 m herankamen.

Danach ging es zurück Richtung Myvatn nach Hverir, ein sehr sehenswertes Geothermalfeld. Eigentlich wollten wir dort draußen unser Mittagessen zu uns nehmen, aber es stank zu sehr nach faulen Eiern, Schwefel eben. Also aßen wir drinnen und besichtigten anschließend das Hochtemperaturgebiet mit seinen kochenden Schlammtümpeln, Fumarole und Solfatare.

Bis in das 19. Jahrhundert wurde der Schwefel abgebaut und für die Schießpulverproduktion exportiert. Außerdem durchläuft dort die Bruchkante zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte.

In Reykjahlid fanden wir unseren Campingplatz für die nächsten Tage.

   Sende Artikel als PDF   

2. Lebenszeichen „Island und Färöer 2020“

30.6. – 4.7.2020

Fähre nach Island, Egilsstadir, Vopnafjördur, Porshöfn

Mittags konnten wir auf die Fähre, getrennt, Ute per Bus und ich mit dem Womo. Alles war großzügig bemessen, und so konnte ich das Womo bequem abstellen.

Wir trafen uns in der Kabine, die auch ok war. Das war es auch schon mit den oks. Die Überfahrt war lang – extrem lang – ätzend lang und langweilig.

Die ersten 24 Stunden war ich leicht seekrank und verbrachte die Zeit liegend in der Kabine. Ute ging es gut, aber sie verließ die Kabine auch nur kurz. Wir wollten das Risiko, uns auf der Fähre auch noch anzustecken minimieren, zumal die Mitreisenden zum Teil Abstandsregeln und Mund-Nasenschutz ignorierten.

Unterwegs passierten wir die Shetland Inseln, allerdings bei schlechter Sicht.

Als wir an den Färöer Inseln in Torshavn anlegten, ging es mir schon wieder besser und das blieb dann auch bis Island so.

Dann kam der Corona Test. Wir hatten uns am Vortag registrieren lassen, per Internet und den Test bezahlt. (58€/Stück). Um 7 Uhr sollten die Fahrer zu Test erscheinen. Ich war schon 6:30 Uhr dort – und nicht alleine. Eine Riesenschlange hatte sich gebildet und es ging nichts voran. Nach 1 1/2 Stunden Wartezeit war ich dann endlich fertig und traf Ute beim Frühstück. Dann versuchte sie es.

Corona Teststation

Die Fähre legte in Seydisfjördur an und es standen noch Hunderte in der Schlange. Die Autos konnten nicht entladen werden, es war ein einziges Chaos. Sie hatten die Situation zeitlich völlig falsch eingeschätzt. Hätten sie am Vorabend begonnen, wäre alles geschmeidig abgelaufen.

Schließlich war auch Ute nach 3 ½ Stunden abgefertig, und wir konnten als eine der letzten die Fähre verlassen. An der Grenze standen wir noch einmal mehr als 1 Stunde, warum, erschloss sich mir nicht, da wir, als wir drankamen durchgewunken wurden. Übrigens erhielten wir eine email von der Isländischen Gesundheitsbehörde, die sich entschuldigte, uns den Coronatest bezahlen zu lassen, da er bis zum 30.6. kostenlos war. Die Rücküberweisung ist bereits erfolgt.

In Egilsstadir kauften wir für die nächsten Tage ein, und dann ging es Richtung Vopnafjördur, unserem heutigen Ziel. 120 km erschienen mir entspannt – was ich nicht wußte war, dass davon 60 km Piste zu fahren war und wir einen der höchsten Pässe Islands über den Smjörfjöll mit bis zu 15% Steigungen und Gefälle, überwinden mußten.

Das war zwar anstrengend aber spektakulär. Nach dieser tollen Fahrt wissen wir nicht was jetzt noch kommen soll.

Wir fanden den sehr gepflegten Campingplatz mit Blick auf den Vopnafjördurfjord, wo wir eine helle Nacht verbrachten.

Tags drauf folgten wir der Ostküste nach Norden. Porshöfn war unser Ziel und trotz 2 stelliger Strassenbenennung folgten wieder 60 km Piste, landschaftlich wieder eine Postkarte nach der nächsten.

Nach der Mittagspause am Finnafjord erreichten wir dann den kleinen Campingplatz in Porshöfn.

   Sende Artikel als PDF