Tag 47 bis 51
Tags drauf standen 280 km bis Mossel Bay auf dem Plan. Allerdings gab es links und rechts der Wegstrecke einiges zu besuchen.
In Brendasdorp hielten wir an dem Fairtrade Unternehmen Kapula Candle und Ceramic. Hier werden Frauen beschäftigt, die Kerzen und Keramik herstellen. Ein sehr schönes Geschäft, das zum Einkaufen einlud.

Danach besuchten wir in Swellendam den Drostdy Museums Complex. Dies ist ein Heimatmuseum, bestehend aus verschiedenen historischen Gebäuden, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen ab 1750 zeigen. Erbaut wurde der Komplex von der Holländisch Ostindischen Kompanie.





Über schöne Strassen erreichten wir dann unser Camp in Mossel Bay. Dieses war im Gegensatz zu allen anderen von uns besuchten Camps brechend voll. Es gab für südafrikanische Rentner Sonderpreise für Januar bis März. Dies wurde anscheinend gut angenommen und mit unserer „Rentnertruppe“ senkten wir den Altersdurchschnitt in dem Camp beträchtlich.
Wir hatten erfahren, dass Pierre mit seinem Womo liegen geblieben war und ein Abschleppunternehmen beauftragt war, ihn zum Camp zu bringen. Mit großem Hallo wurde er von uns begrüßt, als der Abschleppwagen mit dem Womo huckepack auf dem Platz erschien. Bei ihm ging nichts mehr. Am nächsten Tag sollte ein Techniker vom Verleiher kommen und helfen.
Für abends hatte Ute in dem angesagten King Fisher Restaurant vorsorglich Plätze reserviert. Wir waren dann schließlich wieder 14 Leute, die hervorragenden Fisch und Meeresfrüchte genossen.
Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Diaz Museums Complex. Hier wird über die Seefahrt in der Zeit, als der Seeweg nach Indien gesucht wurde, informiert. Unter anderem hatte man die Caravelle vom Portugiesen Bartolomeu Diaz nachgebaut und ausgestellt. Er schaffte es zwar nicht um das Kap der Guten Hoffnung herum, brachte aber so viele Informationen nach Portugal zurück, dass schließlich Vasco Da Gama den Seeweg nach Indien fand.

Dann begann unsere eigentliche Tagesetappe nach Oudtshoorn. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Halbwüste, in der das Klima, bedingt durch einen Gebirgszug, bis zum Ozean, trocken und heiß ist. Ein idealer Ort für Strausse, die in der Gegend in 400 Straussenfarmen gezüchtet werden.
Wieder führte die Strecke durch schöne Landschaften, die wir nicht immer im vollen Maße genießen konnten, da es bewölkt und im Gebirge neblig war.
Bevor wir zum Camp fuhren, besuchten wir noch Cango Caves. Dies ist ein großes Höhlensystem. Wir nahmen an einer Führung teil. Die Höhle war schon eindrucksvoll, aber ähnliche Tropfsteinhöhlen hatten wir schon früher besichtigt.



Abends war gemeinsames Grillen „befohlen“. Christine hatte sich angeboten Straussenfilet zu besorgen, was von allen genutzt wurde. War wieder sehr lecker.
Pierre hatte den Platz mit seinem alten Womo und weiterhin ohne Turbolader Leistung mit Mühe erreicht, da es einige Gebirgszüge zu überwinden galt. Ein Ersatzwohnmobil aus Kapstadt war ihm für den Abend versprochen und um 9 Uhr abends traf es auch ein. Sofort wurde umgepackt, da der Fahrer mit dem defekten Womo umgehend die Rückreise antrat. Im Dunkeln, mit halber Leistung, wieder 9 Stunden Fahrt, der Arme.
Tags drauf fuhren wir alle gemeinsam um 11 Uhr zur Cango Ostrich Farm, einer Straussenfarm. Bei einer Führung erhielten wir viele Informationen über das Leben der Strausse und deren wirtschaftlicher Nutzung. Anschließend gab es ein Straussen Lunch.
Dann begann die eigentliche Etappe, die uns auf der Gardenroute nach Knysna führte. Wieder landschaftlich einmalig, nur war es wieder bewölkt, was die Fotos immer beeinträchtigt.
Unterwegs besuchten wir noch das Railway Museum in George. Wir waren überrascht von den Ausmaßen des Museums. Es wurden bestimmt 15 riesige Dampfloks aus den 20er und 30er Jahren gezeigt. Dazu Salonwagen aus der Zeit. Dann schloß sich noch ein Oldtimer Museum an, dessen Schwerpunkt Borgwart Autos im perfekten Zustand waren, alles Leihgaben privater Besitzer. War wieder eine nette Abwechslung auf der Strecke.


Unser Camp lag malerisch am Indischen Ozean und wir wurden abends mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.
Am nächsten Tag entschlossen wir uns in Knysna zu frühstücken und uns den Ort anzuschauen. Knysna ist ein mondäner Ort, wo sich die Schönen und die Reichen treffen, teilweise in abgeriegelten Komplexen. Größer kann der Unterschied zu den Townships nicht sein. Südafrika ist übrigens weltweit das Land mit den größten sozialen Unterschieden. War mir neu, ich dachte immer Indien sei es. Hier brodelt es gewaltig unter der vermeintlich friedlichen Oberfläche. Es wird momentan ein Gesetzesvorschlag erarbeitet, dass alle weißen Farmer ohne Entschädigung enteignen werden sollen. Auch der neue Präsident unterstützt dieses Ansinnen. „Die Zeit der Versöhnung ist vorbei, nun kommt die Zeit der Gerechtigkeit“ soll ein Zitat von ihm sein. Ich habe gelesen, dass momentan wöchentlich ein weißer Farmer ermordet wird. Das sind alles Tendenzen, die für das Land nichts Gutes ahnen lassen. Wir bekommen davon allerdings nichts mit.
Das Frühstück an der Waterfront war vorzüglich. (Das war jetzt aber ein unsensibler Übergang) Wir besuchten danach den feinen Stadtteil Thesen Island mit dem angesagten Cafe, Ile de Pain. Hier trifft man sich, will man dazu gehören. Wir wollten und kauften ein Vollkornbrot und einige Teilchen für später.


Danach ging es zum Heads View Point, den zu erreichen fahrerisch eine Herausforderung war, sehr eng und kurvig. Oben hatte man einen phantastischen Blick auf die Lagune und den Meeresdurchbruch.


Weiter ging es auf der Gardenroute, bei wieder sommerlichem Wetter, zur Plettenberg Bay, der bei Südafrikanern beliebteste Strand. Dort zog ich auch meine Badehose an und erfrischte mich im Indischen Ozean. Die Temperatur war ok, bestimmt 5 Grad wärmer als der Atlantik. Das Wasser des Atlantiks ist im Sommer kälter als im Winter, da der Benguelastrom eiskaltes Wasser aus der Antarktis vom abschmelzenden Eis an die Küste führt.
Danach besuchten wir Monkeyland, einer Auffangstation für Affen, die aus Laboren, Zoos, Zirkussen oder privatem Besitz stammen und hier nach einer Eingewöhnung in einem riesigen Wald in Ruhe und ohne Qualen leben können. Mit einem Führer gingen wir durch den Wald und sahen eine Menge Affen, die mittlerweile an Menschen gewöhnt sind (bis auf die, die von Menschen gequält wurden) und sich gut beobachten lassen.
Nach einer Stunde gings weiter zum Nature’s Valley, einem traumhaften Tal mit einem super Strand. Ute machte Kaffee und wir setzten uns in den Sand und genossen die am Morgen gekauften Teilchen.

Der letzte Stop war Bloukrans Bridge Bungy Jumping. Dort kann man von einer Brücke 216 m in die Tiefe springen. Bis 2007 war dies die höchste Bungee Jumping Anlage der Welt. Wir beobachteten einige Wahnsinnige und brachen dann auf zu unserem Ziel, TsiTsikama National Park.
Dort bezogen wir direkt am Ozean unseren Stellplatz.


Den nächsten Tag blieben wir im Camp. Einer der wenigen Tage ohne Programm.
Ich schloß mich einer Gruppe an, die den Waterfall Trail begehen wollten. Das war mehr Klettern als gehen, sehr anstrengend. Am Wasserfall, nahmen wir erst einmal ein erfrischendes Bad im Naturpool. Dann ging es die selbe Strecke wieder zurück. Den Rest des Tages nutzte ich zur Erholung.




