11. Lebenszeichen Across America März 2022

30.5. bis 5.6.

Capitol Reef National Park, Bryce Canyon National Park, Zion National Park

Ich hatte ganz vergessen zu erzählen, dass wir im Arches unsere Mitreisenden Jörg und Sybille zum dritten Mal getroffen hatten. Sie sind eine andere Strecke gefahren über Death Valley und Las Vegas, da wo wir noch hinwollen. Im Arches fuhren wir einen Viewpoint an und wir trauten unseren Augen nicht, da standen sie und machten Pause. Sie waren auch vor 6 Uhr in den Park aufgebrochen. War wieder ein schönes Wiedersehen, aber ein viertes Mal wird es nicht geben, da sie Richtung Yellowstone gen Norden fahren.

Unsere 2. Nacht auf dem Übernachtungsplatz war wieder problemlos. Wir fuhren Richtung Capitol Reef National Park, etwa 170 Meilen. Die 2. Hälfte der Strecke befuhren wir die 12, die von National Geographics als eine der 10 schönsten Scenic Strecken bewertet wurde, können wir voll nachvollziehen. Teilweise kamen wir uns vor wie auf dem Mars. Es gab wieder neue Felsformationen. Der Park ist zum Befahren sehr eingeschränkt. Es gibt nur eine relativ kurze Durchgangsstrasse und eine 8 Meilen lange Scenic Route. Die hatte es dann wieder in sich. Eng und unmittelbar an den steilen Felswänden entlang, führte sie durch den Park. Am Ende hieß es wenden und zurück. 

Wir brachen danach zu unserem Übernachtungsplatz auf, der uns auch von Helmut vor Wochen empfohlen wurde. Es ging auf 2600m auf einen Overlook. Von dort hatten wir eine grandiose Sicht auf das Tal und den Felsen. Da es am Nachmittag immer wieder etwas regnete, hatte ich die Befürchtung, dass uns in der Höhe auch Schneefall begegnen könnte. Und richtig gedacht, um 18 Uhr gab es ein dichtes Schneegestöber aber nur für kurze Zeit. Mal sehen, vielleicht wachen wir morgen eingeschneit auf.

Es ging zum Bryce Canyon. Zunächst wollten wir einen Übernachtungsplatz für die nächsten Tage finden. Das gelang uns lange nicht. Wir wollten frei stehen, auf sogenanntem BLM Land. Das sind USAweit Landgebiete, die vom Bureau of Land Management verwaltet werden, und die den Amerikanern zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Man kann dort unentgeldlich Campen, zum Teil mit einfacher Infrastruktur, man kann mit seinen ATVs oder Crossmaschinen dort fahren oder einfach pickniken. Wir fanden die Pisten nicht, die zu den Gebieten führen sollten. Ute hatte noch eine letzte Adresse, direkt am Eingang des Bryce Canyon. Ich hatte wenig Hoffnung auf Erfolg und wurde wieder einmal eines Besseren belehrt. Wir fanden nach 500m Buckelpiste einen wunderschönen Platz, groß mit Feuerstelle. Hier verbrachten wir die nächsten 4 Nächte.

Im Bryce Canyon wird auch ein Shuttlebusservice angeboten, der aber nur einen Teil des Gebietes erschließt. Zunächst machten wir eine Fahrt mit dem Bus zur Orientierung. 

Auch dieser Nationalpark entlockte den Amerikanern wieder ein „Wow“ und uns ein „Boah ey“.

Mittlerweile fehlen mir die Worte, und da ich mich nicht laufend wiederholen möchte, lasse ich lieber die Bilder sprechen.

Den zweiten Tag fuhren wir mit unserem Womo alle Lookouts des Bryce Canyon ab. Dafür standen wir wieder sehr früh auf, da die Parkplatzsituation für RVs im Park sehr eingeschränkt ist. Da es etwas milder war als am Vortag, gab es abends ein Lagerfeuer. Später bei totaler Dunkelheit genossen wir noch den unglaublichen Sternenhimmel. 

Am dritten Tag brach ich zu einer Wanderung in den Canyon auf. Ich wollte die sogenannten Hoodoos, das sind die Felsnadeln, auch mal von unten betrachten. Da der Trail zum Teil sehr ausgesetzt angelegt war, verzichtete Ute und unternahm oben eine Wanderung. 

Der Trail hielt absolut, was ich mir erhofft hatte. Nach dem Abstieg läuft man direkt zwischen den Hoodoos entlang und hat fantastische Perspektiven nach oben. Allerdings kommt die Abrechnung dann beim Aufstieg. 200 Höhenmeter in einem extrem steilen Anstieg sind zu bewältigen, hört sich machbar an, ist es auch , allerdings bei 2500 Höhe, muß man schon ganz schön schnaufen.

Oben telefonierten wir uns wieder zusammen, machten noch einen gemeinsamen Spaziergang auf dem Rim Trail und schlossen abends mit einem Lagerfeuer unser Kapitel Bryce Canyon ab.

Dann lagen 80 Meilen Scenic Route zum Zion National Park vor uns. Nach 20 Meilen überraschte uns der Red Canyon, der uns bis dato unbekannt war. Wir hielten bei der Tourist Information und gingen 2 kurze Trails in den Canyon. Der war auch schön und menschenleer.

 

Es wurde wieder heiß, wir hatten 34 Grad und waren 1000 m tiefer als am Morgen, muß der Kreislauf auch erst mal verkraften.

Den Zion National Park haben wir beide zwiespältig erlebt. Die steilen Felswände, die unterschiedlichen Felsarten, der enge Canyon am Fluß sind wieder sehenswert. Allerdings haben wir nirgendwo auf unserer Reise eine so überfüllte Sehenswürdigkeit erlebt. Man kann den Nationalpark nicht selbst befahren, sondern nur mit kostenlosen Shuttelbussen. Eigentlich eine gute Idee, der Verkehr wird aus dem Canyon raus gehalten. Da die Busse im 5 Minutentakt fahren, werden viel zu viele Menschen in den Canyon geschaufelt. Von 8 Senic Points waren 4 geschlossen, so dass sich die Massen noch mehr konzentrierten. Wir liefen trotzdem einen Trail am Fluß ab, der ohne hundertfacher Begleitung bestimmt sehr schön ist. Übrigens mußten wir 15 Dollar für eine 1,5 Meilen lange Tunneldurchfahrt bezahlen. Der Tunnel wurde in den 20er Jahren gebaut, ist sehr schmal und flach. Nachdem es in der Vergangenheit viele Unfälle mit Wohnmobilen gegeben hatte, wird der Verkehr jetzt wechselseitig einspurig geregelt. Da die Wohnmobile der Grund dafür sind, müssen sie blechen.

Am nächsten Tag brachen wir früh auf, um den Menschenmassen wenigstens etwas aus dem Wege zu gehen. Das gelang nur zum Teil. Viele hatten wohl die gleiche Idee. Wir fuhren mit dem Shuttle in den Park, wo wir eine 2,5 stündige Wanderung in den Felsen zu 3 sogenannten Pools machten. Es war nur wenig Wasser vorhanden, trotzdem sahen wir einen kleinen Wasserfall unter den man gehen konnte. Die Wanderung war schön und anstrengend. Das Thermometer zeigte wieder 35 °C und so beschlossen wir nach einer Erholungspause in Schaukelstühlen an der Zion Lodge, zurück zum Womo zu fahren. Das machten wir dann und verbrachten den Rest des heißen Tages im Schatten im Campground.

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