5.Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

4.10. bis 13.10.

Darwin – Litchfield N.P

Heute haben wir mit 41,5°C einen neuen Hitzerekord erlebt mit 90% Luftfeuchtigkeit. Das motiviert nicht zu körperlichen Aktivitäten. Diese wurden allerdings heute vorwiegend angeboten. Es galt einige Wasserfälle und Badeterassen zu besuchen. Wir versuchten einen Loop, brachen aber ab, da der Weg sehr rutschig war und wir uns nicht die Gräten brechen wollten. Ein anderer Versuch verlief ebenfalls enttäuschend, da die Badeterassen derart überlaufen waren, dass wir auf das Bad verzichteten.

Dafür fanden wir auf dem Campground einen überdachten Pool, der für ausreichend Abkühlung sorgte.

Abends gab es noch eine Vogelfütterung.

Lichfield N.P. – Mataranka

Morgens, nach einer weiteren Vogelfütterung, ging es auf dem Steward Highway gen Süden. In Kathrina wurden noch einmal unsere Vorräte aufgefüllt, und dann hieß es wieder fahren. Die Strecke war unspektakulär und so fuhren wir durch bis Mataranka. Hier gibt es Thermalquellen in denen man baden kann. Wir suchten diese auf, aber 32 °C Wassertemperatur ist auch bei 38°C Lufttemperatur keine Erfrischung. Nach einmal Eintauchen war es damit auch genug. Der erste Tag ohne Bilder.

Mataranka – Banka Banka

Jetzt geht es weiter südwärts ins rote Zentrum. Eine lange Etappe mit wenig Abwechslung stand auf dem Programm.

Auf einem Parkplatz, wo wir entsorgen konnten, umringten mich viele Krähen. Nachdem ich ins Auto gestiegen war und weiterfahren wollte, hüpften 2 auf eine kleine leere Schale zu und schauten dann zu uns. Ich füllte die Schale mit Wasser und schon waren alle da und tranken ausgiebig.

Dann hatten wir noch einen Stop in Daly Waters. Dieser Ort diente in den 30er Jahren der Quantas als Zwischenstop ihrer Flüge. Eine stillgelegte Landebahn ist noch vorhanden. Ansonsten lebt der Ort vom Daly Waters Pup, den man besucht haben muß, wenn man durchs Outback reist. Viele skurrile Gegenstände wurden hier gesammelt.

Wir übernachteten im Nirgendwo, hatten allerdings abends die Gelegenheit zu einem Lagerfeuer.

Banka Banka – Wauchope

Seit Wochen konnten wir das erste Mal einigermaßen schlafem, es waren nur 25°C nachts im Wohnmobil, im Vergleich zu über 30°C, wie die Wochen zuvor. Je südlicher wir kommen, desto weniger Luftfeuchtigkeit haben wir. Am Tag steigt das Thermometer aber weiterhin auf 38°C.

Am Ende der heutigen Etappe besuchten wir die Devils Marbles, Granitkugeln, die durch Erosion rund geschliffen wurden und teilweise übereinander liegen, sehr eindrucksvoll.

Wauchope – Alice Springs

Das Outback will erobert werden. Das haben wir in den letzten Tagen und heute erlebt, und es wird die nächsten Tage auch so bleiben – man muß Kilometer knüppeln. Dabei bietet das Outback wenig Abwechslung, aber gerade das macht es auch interessant. Man erlebt die Weite und Einsamkeit viel intensiver, wenn man stundenlang auf einer schnurgeraden Strasse fährt – mir gefällt das. Unser Sprinter zeigt Mitgefühl und erinnert ab und zu eine Pause einzulegen.

Heute ging es nach Alice Springs. Es liegt ziemlich genau in der Mitte des roten Zentrums, jeweils ca. 1500 km entfernt von Darwin und Adeleide. Vorher überquerten wir noch einmal den Tropic of Capricorn und verließen damit die Tropen. Außer, dass die Luftfeuchtigkeit etwas nachgelassen hat, spüren wir davon noch wenig, heute sind es wieder 38,5°C. Hier steht auch ein Gedenkstein zu Ehren der Ingenieure, die den nördlichen Teil des Stuart Highways bis Darwin gebaut haben. Die Streckenführung des Stuart Highways basiert auf der Süd/Nord Durchquerung des Kontinents 1862 durch John McDouall Stuart.

Alice Springs

Morgens wurden wir zu einer Stadtrundfahrt abgeholt. Mir war nicht klar warum wir hier eine Stadtrundfahrt machen, da Alice Springs als Stadt nicht viel zu bieten hat. Wir begannen ganz traditionell an einem Aussichtsturm. Dann wurde es aber sehr interessant, denn wir besuchten einzigartige Projekte der Statdt.

Zuerst die School Of The Air. Adelaid Miethke erkannte 1951, dass die Farmkinder, die abgelegen leben, wenig Zugang zu Bildung hatten. Die Eltern arbeiteten schwer, und es gab keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. So gründete sie die School Of The Air. Damals wurde mit einfacher Funktechnik eine Verbindung zu den Farmen hergestellt und täglich Unterricht für die Kinder erteilt, auch Sport. Mit 1300000 qkm Einzugsgebiet, was 3,5 Mal so groß ist wie Deutschland, ist dies das größte Klassenzimmer der Welt und war seiner Zeit weit voraus, wenn man bedenkt, wie schwer wir uns getan haben, Fernunterricht während der Pandemie zu organisieren. Die Kinder erhalten die Technik gestellt, alle 14 Tage Unterrichtsunterlagen und treffen sich für 1 Woche 3 bis 4 Mal im Jahr in Alice Springs um durch persönliche Kontakte auch aus der Isolation geholt zu werden. Internet über Starlink ist jetzt der Standard. Es erfolgen auch Hausbesuche durch Lehrer oder Tutoren. Wir konnten einer Lehrstunde live beiwohnen und waren total begeistert, was hier geschaffen wurde. Mittlerweile gibt es weitere Schulen dieser Art in Australien.

Das nächste interessante Projekt hier war der Besuch der Royal Flying Doctor Service. In den 1920er Jahren erkannte man, dass durch die riesigen Distanzen in Australien eine ärzliche Versorgung vorort unmöglich ist. Viele Kranke oder Verletzte starben, weil sie keinen oder einen zu späten Zugang zum Arzt hatten. Man begann mit einem Flugzeug, das von Quantas gespendet wurde. In Alice Springs gibt es jetzt 12 Flugzeuge, 12 Krankenschwestern, 12 Piloten, 6 Ingenieuren und ein Ärzteteam, die für einen Bereich mit einem Radius von 800 km für 36000 Menschen zuständig sind. In ganz Australien gibt es heute über 80 Flugzeuge für diese Einsätze.

Dann erfolgte noch der Besuch der Telegrafenstation, da wo alles begann. 1871 wurde diese gebaut um über Darwin, Indonesien……. bis nach London Telegramme zu verschicken

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Abends trafen wir uns mit einigen Mitreisenden in der Campingküche zum Grillen.

Alice Springs

Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Wir besuchten die West MacDonnell Range N.P. Die Bergkette hat einige sehenswerte Schluchten und Wasserlöcher zu bieten. Hier konnten wir aus der Ferne auch Felsenkänguruhs beobachten. Außerdem die die Scenic Route sehr sehenswert, so dass die 340 km gut zu verkraften sind.

Abends feierte Maja ihren 81. Geburtstag.

Alice Springs – Uluru

420 km trennten uns zum Uluru, dem heimlichen Wahrzeichen Australiens. Es wurde zusehens roter, obgleich noch viel Grün zu sehen ist, da es in den letzten 2 Tagen nachts geregnet hatte. 100 km vor dem Uluru sieht man in der Ferne den Mount Conner der häufig mit dem Uluru verwechselt wird.

Abends fuhren wir noch zum Sonnenuntergang, der allerdings ausfiel, da ein heftiges Gewitter aufzog – das kreierte trotzdem schöne Bilder

Uluru

Noch vor 7 Uhr morgens starteten wir mit der Wanderung rund um den Uluru. Diese ist 10,5 km lang und man sollte spätestens um 11 Uhr fertig sein, der Hitze wegen. Das war eine wunderschöne Wanderung, die wir strammen Fusses vor 9 Uhr beendet haben – endlich Bewegung bei erträglichen Temperaturen.

Am späten Nachmittag brachen wir zu den Olgas auf, auch bekannt als Kata Tjuta. Das sind 36 massive kuppelförmige Felsen etwa 50 km vom Uluru entfernt. Sie entstanden vor 550 Millionen Jahren und sind bis zu 546 m hoch. Hier kann man wieder, wie könnte es auch anders sein, einen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Uluru

An diesem Morgen machten wir den Mala Walk mit einem Ranger. Die Malas waren die Menschen, die vom Norden her kommend diesen Ort fanden und blieben. Der Ranger war ein Aborigine, dessen Großvater hier noch traditionell auf die Jagd ging. Wir besuchten einige wichtigen Stellen der Malas, an denen wir bei unserer „sportlichen“ Umrundung vorbei gegangen waren. Die Malas kannten Wasserlöcher und wußten, wann und wie lange sie gefüllt sind. Mit diesem Wissen konnten sie große Entfernungen überwinden. Ihr Wissen wurde in Form von Geschichten weitergegeben oder durch Nachahmung von Tätigkeiten. Es gab klar abgegrenzte Bereiche für Jungs, erwachsene Männer, erwachsene Frauen und Mädchen, sowie alte Leute. Das waren sehr interessante 2 Stunden mit dem Ranger.

Ich kanns nicht ändern, jetzt kommen noch mehr Bilder von Steinen! Wir haben nämlich einen Helikopterflug gebucht, der zum Sonnenuntergang zum Uluru und zu den Olgas fliegt. War super aber seht selbst.

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