Unsere erste Station auf dem Weg nach Dänemark war Travemünde.
Dort trafen wir nach einer problemlosen Anreise am frühen Nachmittag ein und trafen Angie und Peter, mit denen wir einen Teil dieser Reise gemeinsam unternehmen wollten.
Nach einem kleinen Spaziergang an der Promenade belohnten wir uns mit einem Eis und später mit dem Besuch eines netten Fischlokals.
Ungeplant legten wir für den nächsten Tag Kiel als Ziel fest. Ute wollte unbedingt auf den Stellplatz „Kanalblick“ an der Kieler Foerde. Dort steht man unmittelbar an der größten Schleusenanlage Europas. Im Abstand von 20 m fahren Frachter, Tanker, Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe vorbei, um entweder die Ostsee oder umgekehrt die Nordsee zu erreichen.

Über diesen Platz und dem Betreiberehepaar hatten wir vor einigen Wochen einen Fernsehbericht gesehen. Der neue Betreiber ist unter anderem Konzertveranstalter und seine Frau ausgebildete Opernsängerin. Sie veranstalten für die Camper und andere Gäste gerne klassische Konzerte auf dem Platz. Außerdem betreiben sie ein Museum, in dem die Nachkriegszeit Deutschlands, anhand von Exponaten der 50er Jahre, gezeigt werden. Interessante Leute.
Beim Einchecken fragte mich der Betreiber WIT ist das Wittmund? Als ich ihm sagte, dass das Witten ist, erzählte er mit stolz, dass er den Saalbau kenne und schon Nabuco dort aufgeführt habe.
Den Tag verbrachten wir mit Schiffe gucken.
Wieder ungeplant kam plötzlich Flensburg auf die Routenliste. Dort waren wir auch noch nicht, also wurden wir uns schnell einig. Einen kostenlosen Stellplatz 1,5 km vom Zentrum und dem Hafen, fanden wir auch. Das Wetter war sehr unbeständig, und es gab immer wieder Regengüsse. Wir wetterten diese mit Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendessen immer wieder geschickt ab, so dass wir nicht naß wurden.
Flensburg hat einen sehr sehenswerten Oldtimerhafen für Segelschiffe und Motorschiffe. Diese werden durch Vereine gepflegt und befinden sich in einem perfekten Zustand.





Am nächsten Tag erreichten wir mit Tondern, Dänemark.
Tondern ist eine alte Handelsstadt und erhielt 1243 als erster Ort Dänemarks Stadtrechte. Wir schlenderten durch den Skulpturengarten, durch die sehr schöne, alt erhaltene Fußgängerzone und besuchten das Kunstmuseum und den Wasserturm.
Im Museum gab es eine Sonderausstellung vom Maler und Bildhauer Henry Moore. Desweiteren wurden Stuhlmodelle vom wohl berühmtesten Sohn der Stadt, Hans Wegner, gezeigt. Der Stuhldesigner ist weltberühmt geworden und seine Stühle sind in verschiedenen Museen weltweit ausgestellt.


Tondern war im 18. und 19. Jahrhundert Hauptstadt des Klöppel Handwerks. Dies kann man noch heute an der Architektur der alten Häuser erkennen. Sie haben alle einen Erker, mit Fenstern an 3 Seiten, damit die Frauen auch am Abend noch das letzte Tageslicht ausnutzen konnten, um zu arbeiten.


In Tondern standen wir frei an der Festwiese des Ortes.
Römö war das Ziel des nächsten Tages.
Vorher besuchten wir noch Mögeltonder. Die Schloßstrasse ist noch mit dem Belag aus dem Mittelalter gepflastert, und alle Häuser sind Hunderte von Jahren alt und super restauriert. Leider war das Schackenbergschloß noch geschlossen und so mußte ein schöner Spaziergang durch den uralten Schloßgarten genügen.


Danach ging es auf der Magaritenroute über Rudböl durch Felder und Wiesen nach Hojer.
In Hojer besuchten wir die alte Windmühle und stoppten an der Schleuse mit weitem Blick ins Marschland.



Danach fuhren wir den neu errichteten Stellplatz in Römö an. Dort waren wir vor 3 Jahren schon einmal. Damals gab es 3 Plätze, heute gibt es mehr als 150, super um Teiche angelegt, mit einer perfekten Infrastruktur.
Der nächste Tag stand unter dem Motto: ein Tag am Meer. Wir fuhren mit dem Wohnmobil zum Strand in Lakolk, den man mit Fahrzeuge befahren kann. Am Surf- und Kitestrand parkten wir 20 m von der Wasserlinie entfernt. Es folgten ein Strandspaziergang und Beobachten der Surfer und Kiter.

Da man von Römö super mit der Fähre nach Sylt übersetzen kann, entschlossen wir uns, dies am nächsten Tag zu tun.
Mit unseren Rädern, bei sommerlichen Temperaturen, setzten wir am Vormittag über und begannen unsere Radtour nach Westerland. Zunächst hieß dies 20 km gegen den Wind bei Windstärke 4 zu radeln. Der Radweg von List nach Westerland ist sehr schön durch die Dünen- und Heidelandschaften angelegt. Ute hielt sich tapfer, und wir erreichten dann Westerland. Ein Blick auf den Westerländer Strand mußte genügen, die gesparten 4 € Kurtaxe investierten wir dann lieber in Eis. Nach einem ausgiebigen Bummel durch die Fußgängerzone und einem leckeren Mittagessen, ging es dann zurück nach List. Der Wind schob uns kräftig von hinten und so konnten wir den einen oder anderen Tritt auslassen.




In List trafen wir wieder Angie und Peter und nach den unvermeintlichen Scampis mit Knoblauchsauce bei Gosh ging es am Abend wieder zurück nach Römö.
Es gibt in Römö einen zweiten Strand, der mit Fahrzeugen befahren werden kann, der Sonderstrand. Hier gibt es große Bereiche, die den Strandseglern und Strandkitern vorbehalten sind. Dies war unser Ziel für den darauffolgenden Tag.
Mit den Rädern waren wir schnell dort. Ich buchte eine Kursstunde Strandsegeln. Nach einigen yogaähnlichen Verrenkungen lag ich endlich im Segler. Der Instructor erklärte mir kurz Lenkung und Großschot und murmelte etwas von Achten fahren zwischen 2 Bojen, die ich nicht erkennen konnte. Er schob mich an und schon ging die wilde Fahrt los. Ich bekam gut Wind ins Segel und steuerte erst einmal volles Rohr auf die 1 km entfernte Wasserlinie zu. Es machte super Spaß. Die Wenden und später die Halsen klappten auch vorzüglich, so dass ich 1 Stunde ununterbrochen hin und her heizte und dann schließlich den Segler wieder abgab. Der Instructor guckte mich irgendwie komisch an und fragte: did you have fun? Ich beantwortet die Frage wahrheitsgemäß und war noch voller Adrenalin.
Jetzt erzählte mir Ute die andere Geschichte. Ich hatte ja eine Kursstunde gebucht. Das heisst, der Instructor geht neben dem Segler erst einmal her und erklärt die Manöver, dann fährt man in einem 20 m Bereich Achten und wird nach erfolgreichen Übungen dann zum freien Fahren entlassen.
Das hatte ich wohl falsch verstanden. Als ich losdüste fragte der Instructor Ute, was macht der da, kriegt der die Kurve nicht hin? Dann verlor er mich aus den Augen……



Den Rest des Tages entspannten wir uns am Wohnmobil.
Den nächsten Tag verbrachten wir mit 2 schönen Wanderungen durch die Dünen- und Heidelandschaft auf Römö. Dort bestiegen wir erfolgreich den mit 19 m höchsten Berg Dänemarks, den Hostberg.









Viel Spaß und Freude weiterhin auf Eurer Reise und viele weitere Lachfalten! Genießt eine schöne Zeit! Es war schön mit Euch. Wir freuen uns schon auf unsere nächste gemeinsame Reise.
Endlich ein Lebenszeichen. Ich habe schon so sehr darauf gewartet. Toll geschrieben. Manfred der „Draufgänger“. Weiterhin gute Fahrt.