2. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

Am diesem Tag verließen wir Römö. Vorher besuchten wir aber noch die älteste und kleinste Schule Dänemarks im Norden Römös.

Die kleinste und älteste Schule Dänemarks auf Römö

In Juvre schauten wir uns noch einen alten Grönlandwalkieferzaun aus 1772 an.

Alter Zaun aus Walfischkieferknochen auf Römö

Danach ging es über den Römö Deich zurück aufs Festland. Über die Magaritenroute ging es nach Vester Vedstedt, von wo man mit einem Traktorbus die Insel Mandö erreichen kann.

Wir hatten Glück, denn 5 Minuten nach unserer Ankunft startete der Traktorbus. Etwa 1 Stunde dauerte die Fahrt über einen Deich, der 2 Mal am Tag überflutet wird.

Auf der Insel leben 35 Menschen. Es gab eine Windmühle zu sehen und natürlich das Watt. Ich brach zu einer kleinen Wattwanderung auf, bis zur Wasserlinie, natürlich immer noch in Sichtweite des Ufers. War ein sehr schönes Erlebnis, leider robbenfrei.

Als ich zurückkam, sah ich, wie Ute von einer neugierigen Gänsegruppe bedrängt wurde. Als es nichts gab, ließen sie von ihr ab.

Traktorbusfahrt zur Insel Mandö
Deich nach Mandö
Windmühle auf Mandö
Watt
Start zur Wattwanderung
Angriff der Killergänse

Nach der Rückfahrt ging es weiter nach Ribe, unserem heutigen Tagesziel. Dort erwischten wir den letzten Platz, allerdings auf dem Busparkplatz und entschieden uns, das Risiko einzugehen und zu bleiben.

Ein kleiner Abendspaziergang durch das beschauliche Ribe, garniert natürlich mit einem leckeren Eis, rundete den Tag ab.

Da wir nicht vertrieben wurden, hatten wir eine ruhige Nacht und starteten unsere nächste Etappe nach Esbjerg. Unsere erste Stellplatzadresse im Hafen war ein Flop, dort gab es keinen Stellplatz. Plan B hieß Camping Esbjerg, wobei ich schon auf der Karte gesehen hatte, dass er nicht günstig zum Zentrum gelegen war. Dies bestätigte sich dann auch, als wir dort ankamen. Gott sei Dank war der Rezeptionist derart unfreundlich, dass wir grußlos wieder abzogen. Glücklicherweise entdeckte Ute dann im Zentrum eine Nebenstrasse, die sich für eine freie Übernachtung anbot. So konnten wir die längste und modernste Fußgängerzone zu Fuß in 5 Minuten erreichen.

An diesem Tag begann die Festwoche in Esbjerg, die abends eröffnet werden sollte. So erlebten wir an diesem Abend noch etwas Livemusik, nämlich Tributebands von Creedence Clearwater Revival und Roxette.

Creedence Tribute Band
Roxette Tribute Band

Nach dem Konzertbesuch bemerkten wir, dass wir wohl doch nicht in einer ruhigen Nebenstrasse geparkt hatten, sondern vor einem Kulturzentrum, in dem um 22 Uhr die Disco startete. Das hörte sich im Wohnmobil an, als stünden wir mitten auf der Tanzfläche. Also habe ich zu Fuß noch einmal die Lage gepeilt und einige 100 m weiter einen ruhigeren Platz gefunden.

Am nächsten Tag ging es nach Hvide Sande.

Vorher besuchten wir aber noch das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg. Das Museum hat Salzwasseraquarien, eine Robbenstation, Fanggeräte, Schiffsmodelle, erklärt das Wattenmeer mit seinen Bewohnern und zeigt eine neue Offshore Ausstellung.

Das Wetter war regnerisch und so fuhren wir durch bis Hvide Sande und trafen dort wieder verabredungsgemäß Peter und Angie, die Esbjerg ausgelassen hatten. Es gab dort einen schönen Surfstrand und abends wurde das Wetter wieder schön. Am Strand gibt es den sogenannten Dunkelturm. Dieses Kunstwerk ist eine offene Holzkonstruktion, in die man sich hineinstellen kann. Oben erscheinen Lichter und durch Lautsprecher hört manSOS ähnliche Laute. Es folgte: Eis essen, Jacke kaufen und Fisch kaufen für das gemeinsame Abendessen bei Peter.

Strand von Hvide Sande

 

Der Dunkelturm von Hvide Sande

Am Folgetag war Fischauktion für Touristen. Dort wurden touristentaugliche Portionen unterschiedlicher Fische und Meeresfrüchte versteigert. Der Auktionator gab das Gewicht der Portion und die Fischart bekannt und bot einen geringen Preis an. Alle, die den Fisch zu diesem Preis kaufen wollten, hoben die Hand. Dann erhöhte der Auktionator die Preise solange, bis nur noch ein Bieter bereit war zu kaufen. Das fand in einem wahnsinnig schnellen Tempo statt. War sehr unterhaltsam.

Fischauktion in Hvide Sande

Danach unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand.

Das heutige Tagesziel war Ringköping. Die Fahrt ging am Ringköping Fjord entlang bis Sondervig.

Dort machten wir halt, um das Sandskulpturenfestival zu besuchen. Dies stand in diesem Jahr unter dem Motto: Das Leben unter der Meeresoberfläche. Internationale Künstler hatten zu diesem Thema die unterschiedlichsten Werke errichtet in einer sehr beeindruckenden Qualität.

Hier ein paar Fakten, die wir der Ausstellung entnommen haben:

90% der weltweiten Fischbestände sind entweder überfischt oder erschöpft.

300.000 kleine Wale sterben jedes Jahr als Beifang.

85.000 Meeresschildkröten wurden in den letzten 20 Jahre durch Fischernetze getötet.

700 Arten sind direkt von der Verschmutzung durch Plastikmüll betroffen.

Mikroben und Bakterien machen 90 % der Biomasse der Weltmeere aus.

Die gemeine Krake muß sich all ihr Wissen selbst beibringen, da ihre Eltern direkt nach dem Schlüpfen sterben. Dies ist der Unterschied zu Wirbeltieren, die von Generation zu Generation ihr Wissen weitergeben.

Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur

Nach diesem aufschlussreichen und schönen Besuch der Sandskulpturen fuhren wir direkt nach Ringköping und fanden einen Stellplatz direkt am kleinen Jachthafen. Im Ort war nichts, aber auch gar nichts los, da Sonntag war und alles geschlossen hatte. Rätsel gab uns eine Skulptur auf, die eine gut im Futter stehende Frau auf den Schultern eines abgemagerten Mannes darstellte. Jedenfalls hatte jeder von uns seine eigene Interpretation.

was hat sich der Künstler wohl dabei gedacht?

Abends gab es dann noch einen schönen Nachthimmel zu betrachten.

Nachthimmel in Ringköping

Am nächsten Tag verabschiedeten wir Angie und Peter, die nach Hause fuhren. Für uns ging es weiter nach Sandskär. Wir fuhren Nebenstrecken durch schöne Landschaften und machten in Jelling halt, um uns die zum Weltkulturerbe gehörende Grabanlage der Wickingerkönige Harald und Gorm anzuschauen.

Zu der Zeit wurden reiche Bürger in Schiffen bestattet, insofern wurde für die beiden Wikingerkönige ein 350 m langes Steinschiff mit 2 Grabhügeln symbolisch gebaut. Häuser für das königliche Gefolge befanden sich mit dem Schiff in einem von Palisaden geschützten Bereich. Die Anlage wird auf über 1000 Jahre alt geschätzt.

 

Grabhügel
350 m langes, stilisiertes Steinschiff, auf dem der Vikingerkönig Harald nach Walhalla reisen konnte
stilisierte Palisadenfestung der Grabanlage

In Farup So machten wir eine Mittagspause an einem schönen Badesee, wo das Wikingerschiff Jelling Orm liegt.

Wikingerschiff Jelling Orm
Badesee in Farup So

Weiter ging es nach Aabenraa. Den ersten Campingplatz verwarfen wir, ebenso den Stellplatz am Hafen. Schließlich fanden wir einen wunderschönen Campingplatz am Fjord von Aabenraa in Sandskär.

Die Nacht war stürmisch und regnerisch, der Morgen dann wieder schön.

Mittags brachen wir zu unserer nächsten Station, Damp, an der deutschen Ostseeküste, auf. Wir erreichten den wirklich schönen Stellplatz dort am frühen Nachmittag und machten noch einen kleinen Erkundungsgang am Strand.

Abends zog dann das vorhergesagte Gewitter auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Antworten auf „2. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen“

  1. Hallo Ute, hallo Manfred!
    Vielen Dank für Eure Reiseberichte! Ihr findet immer irgendwo das Besondere in der Gegend. Weiter eine gute Reise bis Freitag in Stelle!

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