10. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

Arlie Beach

24.11. – 4.12.

Wir machten früh morgens noch eine kleine Wanderung zum Lookout über die Bucht. Dabei entdeckten wir von oben einige Meeresschildkröten.

Es war eine kurze Etappe, und mittags waren wir bereits am Ziel. Unterwegs sahen wir unsere erste Schlange, eine Rautenpython, leider vermutlich tot.

Arlie Beach ist ein Ferienort mit entsprechender Infrastruktur. Es liegt vor den Whitsunday Islands, die seinerzeit ebenfalls von Cook entdeckt wurden. Whitsunday heißt Pfingstsonntag und Cook glaubte an einem solchen, die Inseln entdeckt zu haben – hatte er aber nicht, die Datumsgrenze hatte er nicht bedacht, es war bereits der Montag. Die Inselgruppe liegt zwischen dem Festland und dem davor liegendem Great Barrier Reef.

Nach einiger Zeit am Pool, auf dem 4 Sterne Platz, fuhren wir noch abends in den Ort. Jetzt verwandelte er sich zum Ballermann. Es war Schoolies Week und überall sah man Schüler, die ihren Abschluß heftig feiern wollen, ähnlich wie die Spring Break in den USA.

Arlie Beach

Die ganze Gruppe hatte für heute eine Bootstour zu der größten Whitsunday Island Insel mit Barbecue und Baden gebucht. Morgens schüttete es wieder wie aus Kübeln und 5 Minuten vor Beginn der Tour, wurde sie abgesagt.

Also hieß es abwettern und nichtstun. Für Abwechslung sorgten dann noch Australische Pfeifgänse.

Arlie Beach – Townsville

Mit Bangen blickten wir heute morgen als erstes zum Himmel. Leider war er grau und es war stark bewölkt. Wir hatten um 10 Uhr eine Rundflug über das Barrier Reef und den Whitsunday Islands gebucht und hofften natürlich auf Sonnenschein.

Pünktlich wurden wir abgeholt und standen am kleinen Flugplatz wieder inmitten Schoolie Girls, die auch gebucht hatten. Erfreulicherweise wurde es immer heller und man sah schon den einen oder anderen blauen Flecken. Die uns zugewiesene 10 sitzige Maschine hatten wir und ein Mädchen aus Hong Kong für uns, da die restlichen gebuchten Mitreisenden nicht erschienen.

Die Fotos sprechen für sich, es war wieder einmal ein einmaliges Erlebnis. Unglaubliche Farben, Blau in allen Tönen, Riffe in allen Formen, wunderschöne Inseln und Buchten. Die Korallen laichen zur Zeit und man konnte die Menge des Laichs gut vom Flugzeug aus erkennen. Natürlich sahen wir auch das Herz. Farblicher Höhepunkt war Hill Inlet am Whiteheaven Beach.

Nach diesem Hochgenuss mußten wir unsere heutige Etappe von 280 km nach Townsville noch fahren. Diese verlief ereignislos und am späten Nachmittag erreichten wir die Stadt. Wir fuhren noch zum Castle Hill Lookout, von dem man eine schöne Sicht auf die Hauptstadt des Barrier Reefs und der vorgelagerten Magnetic Island hat.

Townsville

Erst wußten wir nicht so recht was wir mit dem freien Tag anfangen sollten. Es war brutal heiß und schwül. Im Radio hatte ich gehört, dass zur Zeit die Temperatur in Queensland 10 Grad höher ist als die Durchschnittstemperatur zu dieser Zeit.

Es bot sich ein Besuch des Magnetic Islands an. Die Insel heißt so, weil, wieder einmal Herr Cook, der die Insel entdeckte, dachte, sie würde aus magnetischen Gestein bestehen. Der Grund war, dass beim Passieren der Insel sein Kompass verrückt spielte. Tatsächlich gibt es kein magnetisches Gestein dort. Der Besuch dort hätte bedeutet 2 Stunden Anreise mit Bus und Fähre, einige Wanderungen durch Regenwälder und dann wieder 2 Stunden zurück.

Wir entschieden uns dagegen und machten eine Wanderung zum Yachthafen, immer am Meer entlang. Das war ein sehr schöner, abwechslungsreicher Weg, mit einigen Plastiken. Im Rockpool nahm ich ein Bad und später noch eins im durch Netze gesicherten Bereich im Meer gegen die Marine Stinger Quallen.

Nach 11 km, bei dem Wetter, landeten wir erstmal für 1 Stunde im Pool des Campingplatzes um die Körpertemperatur wieder zu normalisieren.

Townsville – South Mission Beach

Die letzte Woche zieht sich. Obwohl wir nicht mehr weit von Cairns entfernt sind, fahren wir in den nächsten Tage noch etwas kreuz und quer, ohne die wirklichen neuen Höhepunkte. Hier hätte man etwas konzentrieren und kürzen können, zumal Außenaktivitäten bei jetzt wieder 37°C nicht mehr wirklich reizen.

Trotzdem entdeckten wir auf der heutigen Etappe wieder etwas Neues. Im Licuala State Forest gibt es die Australische Fan Palm, sehr fotogen.

South Mission Beach – Malanda

Unterwegs wurden wir durch einen Unfall etwas aufgehalten, den Fahrern war nichts passiert. Überhaupt fahren die Australier sehr diszipliniert.

Die Landschaft war wieder abwechslungsreich, es ging zu den Atherton Tablelands, eine Hügellandschaft ähnlich wie im Allgäu – es gibt sogar Schwarzbunte Kühe.

Wir sind genau zur richtigen Jahreszeit in Australien unterwegs, egal wo wir uns befanden, es blühte überall.

Unser erster Stop war am Mamu Tropical Skywalk. Hier führt ein Wanderweg über Brücken hinauf zu den Baumwipfeln und zu einem 40 m hohen Aussichtsturm.

Dann fuhren wir über einen Rundweg zu 3 Wasserfällen. Am Millaa Millaa Wasserfall konnte man schwimmen und so zog ich mich um und genoß das angenehm kühle Wasser – bis mich, wie sich später herausstellte, wahrscheinlich ein Catfish oder Wels in den Fuß biß. Damit war das Bad beendet und ein Mitreisender versorgte die Wunde gleich.

Am Campingplatz gab es dann noch Wasserfälle und einige Schildkröten.

Malanda – Port Douglas

Es hatte sich meine wahrscheinliche Begegnung mit dem Wels herumgesprochen. So viel Besuch am Wohnmobil hatten wir auf der ganzen Reise nicht. Alle erkundigten sich nach dem Zustand meines Fusses. Fand ich nett.

Nach 10 km hielten wir am Curtain Fig Tree, eine über 500 Jahre alte Würgefeige, die ihren Wirtsbaum längst erledigt hat und deren Luftwurzeln sich wie ein Vorhang ausgebildet haben.

Ein Stück weiter erreichten wir den Granite Gorge Nature Park. Hier liegen malerische Granitfelsen über die ein markierter Wanderweg führt. Den Höhepunkt unseres Aufenthalts dort waren die halbzahmen Felsenkänguruhs, die sich von Hand füttern ließen. Die Schildkröten kamen natürlich auch nicht zu kurz – übrigens alles von der Parkleitung toleriert, die auch das Futter ausgiebt.

Dann erreichten wir Kuranda. Hier kommt Kommerz, Hippikultur und Natur zusammen – eine sonderbare Mischung. Wir besuchten den Kuranda Original Market. Hier ist man in der Hippiezeit stehen geblieben. Die Verkaufsläden waren schon kleine Kunstwerke.

Auf dem Campingplatz in Port Douglas besuchte ich als erstes den Pool. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. So mußte ich Fragen nach den Fischbeständen im Pool beantworten und deren Gefahrenpotential.

Ute wurde vor ein paar Tagen „ausgeguckt“, sich Gedanken zur Verabschiedung von Eva und Lukas zu machen und wie man das Trinkgeld überreichen könnte. Sie hatte einen Text erarbeitet, der in Form eines Mönchsgesangs von der ganzen Gruppen vorgetragen werden soll. Sie singt einen Satz und die Gruppe antwortet. Ute hatte Textopien angefertig, eine Unterschriftenkarte besorgt und auch dafür gesorgt, dass alle ein relativ einheitliches Trinkgeld geben, was auch funktionierte. Abends, nach dem Briefing, war Generalprobe, bei der alles klappte. Danach erhielt sie einen wirklich verdienten Applaus der Gruppe.

Port Douglas

Heute hatten wir „frei“. Es gab vielfältige Optionen, den Tag mit Aktivitäten zu füllen. Wir schauten auf die Wetter App und erkannten, dass der Tag wieder Niederschläge bringen könnte. So beschlossen wir, da es noch trocken war, den Mossman Gorge zu besuchen. Hier wird ein Regenwaldschutzgebiet von Aborigines verwaltet, und es gibt verschiedene Wanderungen dort. Wir mögen den Regenwald und starteten unsere Wanderung. Nach 1 km begann der tropische Regenguss, der uns in Sekunden bis auf die Haut durchnässte. So gingen wir noch 1 Std. durch den Regen und den Wald, der seinem Namen damit alle Ehre machte.

Nach dem Vollwaschgang, zurück im Wohnmobil, hieß es erst einmal, Klamotten wechseln. Da es weiter regnete beschlossen wir, wieder zum Stellplatz zu fahren und unsere Aktivitäten für heute einzustellen. Da die Waschmaschinen und Trockner frei waren, konnten wir das letzte Mal im Urlaub Wäsche waschen.

Abends erhielten wir noch eine Mitteilung unserer Reiseleitung, dass sie heute wohl nicht mehr zurück kommen werden, da sich ihre elektrische Handbremse nicht mehr lösen läßt.

Port Douglas – Cairns

Wir hatten uns vor einigen Tagen Karten besorgt für die Scenic Railway und der Skyrail von und nach Kuranda. Das hieß 50 km Anreise und dann weiter mit dem alten Goldgräberzug, der von Cairns nach Kuranda fährt. Die Strecke wurde zwischen 1887 und 1891 gebaut, fährt durch dichten Regenwald 35 km durch 15 Tunnel und über 35 Brücken und überwindet dabei ca. 350 m Höhe. 35 Arbeiter hat dieses Bauwerk seinerzeit das Leben gekostet

Nach einem kurzen Aufenthalt in Kuranda, ging es mit der Skyrail Rainforest Cableway zurück nach Smithfield. Die Seilbahn wurde 1995 in Betrieb genommen und ist 7,5 km lang. Sie führt über einen der ältesten Regenwälder der Welt dicht über die Baumwipfel.

Dann ging es nach Cairns, wo wir auch Eva und Lukas wieder trafen, die mittlerweile mit einem Tieflader abgeschleppt wurden und nun in einem schmucken Bungalow auf dem Campingplatz wohnen.

Abends fuhren wir mit dem Uber nach Cairns an die Esplanade und bummelten noch etwas durch den Night Market.

Cairns

Heute gab es ein weiteres Hightlight der Reise, eine Bootstour zum Great Barrier Reef. Allerdings versprach das Wetter nicht die besten Bedingungen und wir hatten schon Sorge, der Ausflug würde ausfallen. Tat er aber nicht und so fuhren wir mit einem Katamaran 50 km auf das Meer zur Reef Magic Pontoon. Dies ist eine künstliche Insel, 1003 qm groß, auf der Aktivitäten angeboten werden wie: Tauchen, Schnorcheln, U-Boot fahren, Glasbodenboot fahren, Hubschrauber fliegen, Helm Tauchen usw. Darüber hinaus gibt es noch ein Restaurant.

Als wir ankamen bestiegen wir als erstes das Glasbodenboot. Die Korallen hier waren zum größten Teil in Ordnung und man konnte viele Fische und eine Meeresschildkröte sehen. Dann wurde es stürmisch, ein Monsunregen setzte ein und die Fahrt wurde abgebrochen.

Nach dem Mittagessen, beschlossen wir zu schnorcheln. Das war ein wirkliches Erlebnis. 50 m vom Ponton entfernt war ein Korallenriff mit vielen Fischen, die keinerlei Scheu zeigten und ganz nah heran kamen. Fotografieren habe ich mir geschenkt, ich war mit den Wellen und den schönen Eindrücken voll ausgelastet. Auch Ute hat dieses Erlebnis genossen. Als Vorsichtsmaßnahme vor den Marine Stinger mußten wir einen Quallenschutzanzug tragen.

Trotz des schlechten Wetters hat uns der Ausflug sehr gut gefallen.

Cairns

Den freien Tag nutzen wir zum Besuch des Aquariums in Cairns. Dies zeigt das Leben im und am Great Barrier Reef. Außerden gibt es dort alle Stunde einen Vortrag von Biologen zu speziellen Themen. Wir besuchten unter anderem einen Vortrag über Haie und erfuhren viel Neues – wußtet ihr, das Haie an der Nasenspitze Sensoren haben, die den Herzschlag von möglicher Beute erfassen können und sie können damit sogar unterscheiden, ob das Tier krank und geschwächt ist – und wußtet ihr, dass es Haie seit 450 Millionen Jahre gibt und damit 2 Mal länger als Krokodile?

Abends gab es dann noch eine schöne, emotionale Verabschiedung von Eva und Lukas. Ute1 las ein selbst gefertigtes Gedicht vor und dann sang Ute2 als „Abtin“ den von ihr geschriebenen Text vor und wir anderen antworteten als „Mönche“. Das rührte dann Eva doch zu Tränen.

Morgen werden wir die Wohnmobile abgeben und abends unsere Rückreise antreten. Als Fazit kann man sagen: Australien will als Reiseland erobert werden. Es ist so unterschiedlich von Landschaften, Tieren, Wetter und Distanzen, dass man sich immer wieder umstellen muß. Mir hat die Reise gut gefallen. Wir haben so viele Eindrücke gewonnen. Wenn man etwas Wasser in den Wein geben will, dann ist das das Verhalten der Gesellschaft den Aboridgines gegenüber. Die Ungerechtigkeit und brutale Unterdrückung die vor 300 Jahren begann ist meiner Meinung nach hier überhaupt nicht aufgearbeitet, geschweige denn ausgeglichen worden. Dieses Volk wird auf Dauer von der Bildfläche verschwinden.

Wir freuen uns nach unserer Rückkehr auf das persönliche Wiedersehen mit dem Einen oder Anderen und sagen Nyurrany, was, „wir sehen uns“, bedeutet, in der Sprache der Djabugay, die in dieser Region lebten.

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9. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

10.11. bis 24.11.

Sydney – Forster

Heute verließen wir Sydney und mußten uns morgens erst einmal durch den Berufsverkehr wühlen. Unterwegs sahen wir schön blühende Bäume.

Forster – Port Macquarie

Morgens machten wir noch einen kleinen Spaziergang ans Wasser und konnten zuschauen, wie Pelikane 2 Angler besuchten, die gerade ihren Fang filetierten. Außerdem lief mir noch ein Maskenkiebitz über den Weg.

Dann ging es über den Highway 1 nach Norden. In Kew verließen wir diesen und fuhren auf dem Ocean Drive eine scenic route an der Küste entlang. Leider verläuft diese Küstenstrasse nicht wie der Highway 1 in den USA direkt am Ozean entlang, sondern es gibt zwischen Strasse und Strand immer einen Grüngürtel. Man muß also verschiedene Lookouts anfahren um die Küste zu sehen – das taten wir dann auch.

Dann lag noch ein subtropisches Regenwaldbiotop auf dem Weg, in dem man Baumriesen und Würgefeigen finden konnte.

Wir stehen in Port Macquarie direkt am Kanal, der den Hafen mit dem offenen Ozean verbindet. Wie auch woanders, hat man die Ufer mit großen Felsbrocken gesichert. Diese wurden hier genutzt um an Verstorbene zu erinnern, zum Geburtstag zu gratulieren oder einen Heiratsantrag auf besondere Weise zu stellen – außergewöhnlich.

Port Marquarie – Byron Bay

Eine weitere längere Etappe von 390 km stand an. Vorher besuchten wir im Ort einen Park mit einer großen Flughundkolonie.

Auf der M1 fuhren wir weiter nordwärts. In Coffs Harbour machten wir eine Mittagspause. Die sind bekannt für frischen Fisch und Meeresfrüchte, und die ließen wir uns schmecken. Ansonsten gab es nur noch den Port Morton Lookout auf der Strecke, den wir anfuhren.

Relativ spät kamen wir in Byron Bay an. Bayron Bay ist eine sehr lebendige alternativ angehauchte Ferienstadt mit einem wunderschönen Surfstrand und das Cape Byron Lighthouse in der Nähe. Abends nahmen wir unser Abendbrot mit an den Strand und picknickten dort.

13.11. Byron Bay

Heute hatten wir unseren 1. Urlaubstag der Reise. Nichts war geplant, es hieß ausspannen. Wir besuchten den Farmers Market im Ort, wo es Musik und Angebote der Farmer aus der Region gab. Wir erstanden tatsächlich ein Dinkelbrot vom deutschen Bäcker.

Mittags begannen wir die Wanderung zum Leuchtturm. Auf einem schön angelegten Weg gingen wir am Strand, durch Eukalyptuswälder und an der Steilküste entlang bis zum Turm. Unterwegs erreichten wir den östlichsten Punkt Australiens. Nach einer Pause ging es wieder retour. Unterwegs sahen wir Koalas, ein Buschtruthahn, Australische Raben und Australische Wasseragame. 

Den Rest des Tages hieß es dann relaxen. Ach ja, abends bekamen wir wieder Besuch, diesmal von einer Familie Buschsteinbrachvögel, die gerne von meinen Haferflocken naschten.

Byron Bay – Brisban

Das Wetter wurde schlechter. Es ging in die Berge zum Springbrook N.P. Je höher wir kamen, desto weniger Aussicht hatten wir. Trotzdem versuchten wir die ersten Lookouts zu besuchen.

Vom Wunburra Lookout war im Nebel die Skyline von Gold Coast zu erahnen, das noch 80 km entfernt war.

Die Purling Brook Falls erreichten wir pitschnass. Allerdings war der Gang durch den Regenwald, der seinen Namen verdiente, trotzdem schön, neben dem Wasserfall, waren wieder einige eindrucksvolle Baumriesen zu sehen.

Wir beschlossen, auch noch die Natural Bridge zu besuchen. Hier fließt ein Fluß unter einer natürlichen Brücke hindurch.

Dann brachen wir ab, auf 1000m Höhe sah ich kaum die Strasse.

Es zog sich ziemlich bis Brisbane und dort erreichten wir einen 14 km langen Stau. Die Großstadt hatte uns wieder.

Beim Briefing um 18 Uhr wurden wir von einem schweren Gewitter überrascht, so dass es abgebrochen wurde.

Zurück im Mobil stellten wir wieder einen Wassereinbruch durch das Dachfenster fest, außerdem stand das Bad unter Wasser, und es lief bereits in den Wohnbereich.

Brisbane

Wir hatten bei der Reiseleitung um den Austausch des Wohnmobils gebeten. Am Morgen hörten wir nichts, außer, dass auf eine Reaktion vom Vermieter gewartet würde.

Der Tag begann dann mit einer geführten Stadtrundfahrt, die von einer Thüringerin durchgeführt wurde, die seit 20 Jahren in Brisbane lebt. Zunächst fuhren wir zu einem Aussichtspunkt, von dem man eine Sicht auf die ganze 2,3 Mio Metropole hat. Dann gings zu South Bank. Dort bummelten wir am Brisbane River entlang, immer mit Blick auf die Skyline. Unterwegs sahen wir einige schöne, in Blüte stehende Bäume. Außerdem steht hier die nepalesische Friedens Pagode, das letzte Exponat der Weltausstellung von 1988.

Weiter ging die Rundfahrt durch die teuren Vororte Hamilton und Ascot. Dann fuhren wir zurück zum Campingplatz.

Es war 14 Uhr, und wir hatten immer noch nichts bezüglich Womotausch gehört. Dann informierte Eva uns, dass wohl 1 Wohnmobil vorbereitet sei und wir es sofort abholen könnten. Das machten wir dann auch. Vorort bestand ich erst einmal darauf das Tauschmobil zu begutachten. Ich fragte nach Gas, Kraftstoff, Wasser usw. Alles in Ordnung war die Antwort. Dann begann ich mit der Inspektion. Im Gasfach fehlte schon einmal 1 Flasche. Ute entdeckte einen fehlenden Schließer an einer Seitenscheibe. Die 2. Gasflasche wurde dann geliefert und eingebaut und tatsächlich bauten sie ein komplett neues Fenster ein. Das wäre einfacher als den Schließer zu reparieren. Nachdem alles zu unserer Zufriedenheit vorbereitet war, begannen wir mit dem Umräumen. Das Wohnmobil ist erheblich jünger als das alte und viel gepflegte. Wir hoffen das unser 4. Wohnmobil das Ziel der Reise erleben wird und sind erst einmal zufrieden.

Den abends einsetzenden tropische Regen, überstand es erst einmal ohne Wassereinbruch.

Brisban – Noosa Heads

Wieder ein Tag ohne Bilder – schade eigentlich, denn die Strecke führte in die Berge des Noosa N.P. auf einer sehr schönen scenic route. Wir befinden uns jetzt an der sunshine coast, die mit über 300 Sonnentagen im Jahr wirbt. Wir haben mindestens 2 Regentage erwischt mit 0 Sicht.

Das neue Wohnmobil will liebgahabt werden. Die Dachluke im Bad ist undicht. Da das Wasser in die Dusche läuft, stört uns das nicht – der Rest des Mobils schein weiterhin trocken zu sein. Die Toilette hakte, man konnte sie nur teilweise öffnen. Nach einiger Fummelei an der Mechanik, konnte ich den Fehler beheben. Bei der Abfahrt stellten wir fest, dass der Zigarettenanzünder ohne Strom ist. Das ist nicht gut, da unser Navi darüber versorgt wird. Wir entschlossen uns gerade, wieder zur Werkstatt zu fahren, da entdeckte Ute eine 2. Stromquelle am Armaturenbrett, die auch Strom führte. Jetzt mögen wir unser Mobil wieder.

Noosa Heads

Jetzt hatten wir richtiges Sunshine Coast Wetter. Wir fuhren mit dem Bus bis Noosa und liefen dann zum Noosa N.P. Dort begann unsere geplante Wanderung. Es ging auf einem herrlichen Küstenwanderweg mit Blicken auf wunderschöne Strände bis zum Kap Hells Gate. Unterwegs konnten wir von oben sogar Delphine beobachten.

Dann bogen wir ab und gingen durch einen schönen Regenwald zurück zur Stadt. Auf dem 2. Teil waren wir ganz alleine, die meisten wählen als Rückweg den Küstenweg, den sie auch gekommen sind.

Dann gings zum Mittagessen und zum Friseur. Nach einem leckeren Frozen Joghurt bummelten wir noch ein wenig durch die Hastings Street. Noosa ist ein komplette Ferienstadt und so ist auch das Angebot an Geschäften – sehr teuer. Dann suchten wir den Fähranleger. Es gibt hier eine Fähre, die bis auf 2 km zum Campingplatz fährt. Sie fährt nur jede Stunde, und wir hatten eine gerade verpasst. Draussen war es heiss und direkt am Fähranleger befindet sich das beste Haus am Platze, das Sofitel Hotel. Wir gingen dort hinein und setzten uns in die gut gekühlte Lobby. Ute entdeckte einen Tisch mit mit Erfrischungsgetränken zur freien Verfügung. Das eiskalte Mineralwasser mit Zitrone und Gurke schmeckte fantastisch. Nach einiger Zeit wollte sich Ute ein 2. Glas holen. Ein Kellner trat zu ihr und fragte sie, ob sie nicht ein Glas Champagner möchte. Nachdem sie bejahte, öffnete er eine Flasche gab ihr ein Glas. So kann man 1 Stunde Wartezeit gut überbrücken. Von der Fähre konnten wir sehen, wie die Schönen und die Reichen hier leben.

Hatte ich ganz vergessen – morgens wollten wir unsere Wanderschuhe anziehen, und ich öffnete das Staufach, wo unsere Schuhe lagern. Alle Schuhe pitschnass und das Wasser stand im Staukasten.

Noosa Heads – Rainbow Beach

Unser erster Stop war bei Searys Creek. Hier gibt es einen kleinen Fluß mit einer merkwürdigen Färbung, die von den Teebäumen stammen. Es sind Tannine und andere organische Stoffe aus den Blättern und Rinden – sind völlig ungefährlich.

In der Bymien Picnic Area machten wir wieder eine kleine Wanderung zum Poona See. Diese führte wieder durch einen schönen subtropischen Regenwald. Unterwegs konnten wir einige Buntwarane entdecken.

Am Rainbow Beach gibt es die Carlo Sandblow, eine riesige Wanderdüne, sowie einen endlosen Sandstrand.

Abends gab es wieder das tägliche Briefing, dem Ute eine rockige Note verlieh.

Rainbow Beach

Heute stand ein Höhepunkt der Reise auf dem Programm. Wir fuhren mit 4×4 Kleinbussen nach Fraser Island oder wie es seit 2023 heißt, K‘gari, das ist der ursprüngliche Name der Butchulla-Aborigenies und bedeutet Paradies. K‘gari ist die größte Sandinsel der Welt mit einer Länge von 123 km und einer Breite von 22 km. Es beherbergt den ältesten Regenwald der Welt mit Arten, die schon zu Gondwanas Zeiten existierten und sich bis heute nicht verändert haben. Es gibt sehr viele endemische Pflanzen, die weder auf dem Festland noch sonst wo in der Welt existieren können, man rätselt noch, warum das so ist. Ein Beispiel ist der leuchtend grüne Foxtail Fern. Interessant ist auch, dass K‘gari über 100 Süsswasserseen besitzt, teilweise Regenwasserreservoires oder Quellen.

Wir starteten die Fahrt mit einer völlig überdrehten, aber trotzdem sympatischen Fahrerin, die durch rockige Musik und permanenten Redeschwall, gute Laune verbreitete. Die Fähre, hat weder einen Ableger noch Anleger und sucht sich jedes Mal den günstigsten Platz. Auf K‘gari angekommen, dauerte es 10 Minuten, da hatte ein Fahrzeug einen Reifenschaden, und unser Fahrzeug sprang nicht mehr an. Man begann den Wagenheber zu suchen und fand ihn nach einer halben Stunde nicht. Ein anderes Fahrzeug wurde per Funk zu uns beordert, und der hatte einen Wagenheber. Der war aber zu kurz. Mittlerweile übernahm einer aus unserer Gruppe die Initiative und begann kreativ und immer unter dem Wagen liegend, mit der Demontage des Rades. Nach 1 Stunde war es vollbracht, und auch unser Fahrzeug bekam Strom über ein Überbrückungskabel und sprang wieder an.

Dann begann der Ritt, erst durchs Inland auf Sandpiste mit tiefen Löchern und dann, am Strand entlang bis Lake McKenzie, ein Regenwasserbecken, in dem wir ein erfrischendes Bad nahmen. Unterwegs sahen wir noch einen Dingo, einen Weißbauchadler und den größten Adler Australiens, den Keilschwanzadler mit eine Flügelspannweite von bis zu 3m.

Dann ging es weiter zum Maheno Wrack, ein ehemaliger Luxusliner, der 1935 zum Verschrotten nach Japan gebracht werden sollte. Ein heftiger Taifun sorgte dafür, dass die Schleppketten rissen und das Wrack an den Strand gespült wurde, wo es seitdem verrottet. Dort gibt es auch die Möglichkeit einen Rundflug zu machen, von der Strandpiste aus.

Bevor es auf 65 km Strandpiste mit bis zu 85 km/h zurück ging, hielten wir bei Eli Creek, einer Süsswasserquelle, die jeden Tag 40000l Wasser ins Meer fließen läßt. Dort nahmen wir noch einmal ein erfrischendes Bad.

“Zuhause“ angekommen, erhielt ich wieder Besuch, diesmal von einem Gelbhaubenkakadu, der von meiner Salamischnitte etwas ab haben wollte. Er näherte sich in kleinen Schritten, bis er auf meinem Arm saß und ich mich nur „retten“ konnte, indem ich ihm ein Stück auf den Boden warf.

Rainbow Beach – Bundaberg

Was noch wissenswert ist: In Australien begrüßt man sich mit neben den bekannten Hi oder How `re you doing am Tage mit Good day. Ich bin einige Male mit „Hello my love“ begrüßt worden und war sichtlich beeindruckt über meine anscheinend sympatische Wirkung. Leider erfuhr ich später die wahre Bedeutung – diese Begrüßung wird bei seniors, also bei alten Männern benutzt, so auch heute bei Tanken.

Um 8 Uhr waren wir pünktlich zur Delphinfütterung in Tin Can Bay. Hier kommen jeden Morgen einige Delphine um sich Leckerlis abzuholen. Sie erhalten aber nur kleine Mengen, damit sie weiter jagend ihre Nahrung finden.

In Marybourough machten wir eine längere Pause. Dies ist ein schmuckes Städtchen mit wunderschönen alten Fassaden. Es war gerade Markttag und an dem ersten Stand wurde deutsche Bratwurst angeboten. Die probierte ich und ich muß sagen – wie zuhause. Dann fanden wir noch einen deutschen Bäcker, bei dem wir 2 Brote kauften. Ich entdeckte eine auffällig, im Stil der 1920er Jahre gekleidete Frau, die sich gerne fotografieren ließ. Auch die Ampelfrauen waren ganz dem Stil der alten Zeit angepaßt. Ute fand dann noch einige witzige Street Art Bilder.

Es ging weiter nordwärts, die Landschaft veränderte sich wieder. Links und rechts erstreckten sich große landwirtschaftliche Flächen und Zuckerrohrplantagen. Diese gehören zur alt eingesessenen Rumdestillerie von Bundaberg. Der statteten wir einen kurzen Besuch ab, verzichteten aber auf eine geführte Führung.

Interessant ist noch, dass das Great Barriere Reef im Süden bis vor die Küste Bundabergs reicht.

Die Küste von Bundaberg ist Heimat der größten Population der Karettschildkröten. Wir haben Glück, denn zur Zeit legen sie an den Stränden ihre Eier ab. Im Mon Repos Turtle Centre trafen wir uns abends und hofften, dass an diesem Abend Schildkröten an Land kommen. Nach 3 Stunden Wartezeit gab es das Signal, dass sich 2 Schildkröten am Strand befinden. In völliger Dunkelheit gingen wir mit einem Ranger zu den Stellen. Licht war für uns verboten, fotografieren auch und wenn nur sehr eingeschränkt für ein paar Sekunden nach Freigabe. Wir konnten über 1 Stunde sehen, wie die Eier abgelegt und dann mit Sand abgedeckt wurden. Dann verschwand die Schildkröte wieder im Meer. Diese war das erste Mal 2015 hier am Strand. Die Tiere werden vermessen, markiert und von Seepocken gesäubert. Alle 3 Jahre legen sie bis zu 120 Eier.

Bundaberg – Rockhampton

Wieder lag eine lange Transferstrecke mit nur einem Highlight vor uns. Dieses war der Abstecher nach 1770. So heißt die Stadt, an deren Strand James Cook 1770 Australien entdeckte und betrat. Heute ist es eine Ferienstätte mit einem Gedenkstein und einer schönen Lage.

Der Rest der Fahrt zog sich und schließlich kamen wir in Rockhampton an. Seit 2 Tagen haben wir wieder über 30°C, wir befinden uns jetzt wieder in den Tropen.

Sehenswert in Rockhampton sind die schön restaurierten Hausfassaden von Gebäuden aus den 1860er bis 1900er Jahren.

Abends gab es wieder ein Seabridge Essen.

Rockhampton – Eungella N.P.

Die letzte wirklich lange Etappe lag mit 420 km vor uns. Da es wieder schwül und mit 35°C heiß geworden ist, läßt es sich im klimatisierten Fahrerhaus gut aushalten. Trotzdem zog sich die Etappe und Ute sprang wieder ein.

Die letzten 20 km waren dann wieder nach meinem Geschmack. Es ging bis auf 700 m auf einer extrem steilen und engen Strasse. Oben waren es dann auch „nur“ 28,5°C. Von einem Outlook hatte man wieder eine schöne Aussicht auf das langgestreckte Tal.

Der Eungella N.P. ist bekannt für seine Platypuspopulation. Wir kennen die merkwürdigen Tiere unter Schnabeltiere.

Diese Tiere haben bei ihrer „Konstruktion“ allerlei durcheinander bekommen. So sind es eierlegende Säugetiere. Sie haben einen Entenschnabel, einen paddelförmigen Schwanz, wie ein Biber, das Fell eines Otters und Krallen wie ein Bär. Zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute. Männliche Tiere haben einen Giftstachel. Unter Wasser schließen sie die Augen und spüren ihre Beute durch elektrische Impulse ihres Elektrosinns auf. Es hat keine Zähne sonder Hornplatten. Unter UV Licht leuchten die Tiere, da ihr Fell fluoreszierende Farbstoffe enthält. Sie sind sehr selten und nur in dieser Region Australiens beheimatet.

Große Erwartung eines zu sehen hatte ich nicht. Wir legten uns am späten Nachmittag auf die Lauer und tatsächlich erblickten wir dann eins in großer Entfernung und später ein weiteres etwas näher. Beim entfernteren Tier konnte man sogar blaue Färbung am Kopf, Beinen und Schwanz erkennen.

Abend gab es wieder ein gemütliches Lagerfeuer.

Eungella N.P. – Cape Hillsbourough

Eine kurze Etappe führte uns durch die Zuckerrohrfelder und Farmen der Gegend.

Ein kleiner Loop, kurz vor dem Ziel, führte uns erstmals durch Mangroven.

Auf dem Campingplatz leben auch die Großen Braunen Kanguruhs und Wallabies. Wie man sieht, lassen sie es sich gutgehen. Ich entdeckte noch einen neuen Vogel, den Jägerliest.

Am nächsten Morgen gab es noch eine kleine Kanguruhparade am Strand, der zum Baden förmlich einlädt. Hier badet niemand, denn es gibt die Stinger Qualle, die durch ihre Nesseln furchtbare Verbrennungen hervorrufen kann. Es gibt Stingersuits, Ganzkörperanzüge die davor schützen sollen.

Dann noch schnell eine Morgenwanderung zum Outlook. Da sahen wir von oben einige Meeresschildkröten.

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8. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

3.11. bis 9.11.

Lakes Entrance – Eden

Immer dem Snowy River entlang, ging es heute durch Eukalyptuswälder nach Eden.

Unseren Ersten Stop machten wir bei den Salmon Rocks, einer Granitfelsenansammlung an einem schönen Sandstrand.

Bei Orbost, lud ein angelegter Park, mit schönen Bäumen und ein altes Bahnhofsgebäude zu einer kurzen Rast ein.

Dann ging es zum Mackenzie River Rainforest, ein warm gemäßigter Regenwald mit außergewöhnlichen Pflanzen. Hier gingen wir den angebotenen Walk und staunten über die bis zu 6m hohen Baumfarne.

Wir verließen Victoria und reisten in den Bundesstaat New South Wales ein. Nach weiteren 50 km erreichten wir Eden. Hier entwickelten sich während der Zeit, wo noch Wale gejagt wurden, eigenartige Verhaltensweisen der Orcas. Diese lernten, wenn sie Glatt- und Buckelwale in die Bucht von Eden trieben und diese dadurch von den Walfängern leicht getötet werden konnten, erhielten sie bestimmte Teile des Wals wie Zunge und Lippen als Dankeschön. Dies funktionierte über Jahrzehnte.

An der Wharf fanden wir einige ausgefallene Plastiken.

Eden – Canberra

In der Nacht gab es wieder ein Unwetter mit Blitz und Donner – und mit einem nassen Bett von Ute. Die Reparatur der Dachluke hat nichts gebracht. Mal sehen, wie wir damit umgehen.

Wir verließen Eden, nicht ohne vom Viewpoint noch einen Blick auf die Walbucht zu werfen, gestern war es am regnen.

Heute ging es in die Berge. Auf dem Snowy Mountains Highway fuhren wir durch riesige Eukalyptuswälder, immer bergauf. Auf 1000m änderte sich die Landschaft, wir hatten hier die Baumgrenze erreicht. Die Snowy Mountains gehören zur „Great Dividing Range“, der Gebirgskette, die von Südost bis Nordost Australien durchzieht. Hier liegt auch der höchste Berg Australiens, der Mount Kosciuszko mit 2228m, und hier liegen auch die einzigen Skigebiete Australiens.

Es ging nach Canberra, der Hauptstadt von Australien. Canberra hat einen unabhängigen Status von den Bundesländern, ähnlich wie Whashington D.C. in den USA. Es wurde 1913 Hauptstadt, um die Streitigkeiten zwischen Melbourne und Sydney zu beenden.

Unterwegs fanden wir noch einen Outlook an einem kleinen Regenwaldbiotop.

In Bega besuchten wir das Bega Cheese Heritage Center, um es einfacher auszudrücken, eine alte Käserei.

Kurz vor unserem Campingplatz in Canberra fuhren wir noch zu dem Mount Ainslie Outlook, von dem man eine wunderbare Sicht auf die Stadt hat.

Die Temperatur ist auf 9°C gefallen, wir befinden uns auf 800 m Höhe.

Übrigens, seit Melbourne sind wir wieder vollzählig. Edmund, der die Reise aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen mußte, ist wieder zu uns gestoßen und fährt die Tour zu Ende.

Canberra

Heute unternahmen wir wieder eine Stadtrundfahrt. Canberra hat ca. 480000 Einwohner und ist damit eine der kleinsten Hauptstädte der Welt. Es ist eine reine Dienstleistungs- und Verwaltungsstadt mit wenig Industrie. Der Lebensstandard in Canberra ist hoch, das Durchschnittseinkommen liegt höher, als im übrigen Australien. Es ist eine ruhige und sichere Stadt mit wenig Verkehr, eingebettet in einer schönen Landschaft, mit den Hausbergen Mount North und Mount Ainslie, sowie einigen Seen.

Die Stadtrundfahrt offenbarte keine Überraschungen. Spektakuläres gibt es hier nicht zu entdecken. Wir starteten bei der National Galerie of Australia. Wir sind eigentlich Museumsmuffel, fanden aber dennoch einige schöne Exponate Aboriginekunst.

Dann ging es zum Australian War Memorial. Nicht so mein Ding, mir waren die Bilder und Exponate im Museum zu heroisch – das Grauen der Krieges konnte man nur erahnen.

Das Parlament war die nächste Station. Es gibt ein altes Parlamentsgebäude, das als Provisorium diente, bis das neue fertig war. Heute befindet sich darin ein Museum.

Abends bekam ich dann noch netten Besuch von Pennantsittichen.

Canberra – Blue Mountains

Wir verließen den Bundesdistrikt Australian Capitol Territory und reisten wieder in New South Wales ein. In Goulburn hielten wir um uns „The Big Merino“ anzuschauen. Dies soll das Zentrum der Schafzucht symbolisieren. In dem Viech befindet sich ein Souveniershop. Übrigens werden die meisten Fotos vom Hinterteil gemacht.

Dann ging es direkt in Richtung Blue Mountains. Hier gibt es tiefe Schluchten, spektakuläre Felsformationen und Eukalyptuswälder. Der Name stammt von dem bläulichen Dunst der über den Wälder liegt. Dieser stammt von den ätherischen Ölen, die von den Eukalyptusbäumen an die Luft abgegeben werden und das Licht brechen.

Wir unternahmen eine Wanderung auf dem Prince Henry Cliff Walk, über den man alle relevanten Outlooks inklusive der „Three Sisters“ erreicht.

Abends besuchte mich diesmal ein Gelbhaubenkakadu

Blue Mountains – Sydney

Nach einem frühen Einkauf, stellten wir uns auf den Parkplatz der Scenic World, um möglichst mit der ersten Gondel runter in den Regenwald zu gelangen. Wir hatten nämlich später wieder einmal einen Termin bei Apollo in Sydney, wegen unseres Sorgenkinds, der Dachluke. Apollo Sydney liegt ungünstig, und darum erwarteten wir jede Menge Staus, da wir anschließend quer durch Sydney zu unserem Campingplatz fahren müssen.

Aber erst einmal ging es mit der Gondel 250 m abwärts in den Regenwald. Wir waren so früh, dass wir tatsächlich den Walk völlig alleine gehen konnten. Der Wald ist wieder einmalig mit den uns mittlerweile bekannten Baumfarnen. Interessant fand ich auch die unterschiedlichen Strukturen der Baumrinden.

Dann fuhren wir mit einer anderen Seilbahn quer über den Canyon und zurück.

Anschließend ging es dann nach Sydney zu Apollo, wo ein Techniker noch einmal mit Sikaflex das Dachfenster abdichtete und nach meinem Wunsch hin auch noch mal abklebte. Bin gespannt auf den nächsten Regen.

Auf dem Campingplatz hatte ich gleich wieder Kontakt mit einem Pennantsittich.

Sydney

Heute hatten wir „frei“ und beschlossen mit dem BigBus die Stadt zu erkunden. Dies erwies sich aufgrund der Verkehrslage als nur mäßig sinnvoll. Wir schlichen von Ampel zu Ampel. Also galt es einen neuen Plan zu entwickeln. Wir wechselten auf eine andere Linie des BigBus und fuhren zum Bondi Beach. Hier muß man ja angeblich gewesen sein, wenn man Sydney besucht. Naja, die Bucht ist schon ganz schön anzuschauen, war mega besucht, aber wir haben schon schönere Strände gesehen. Es gab auch keine Welle, also waren auch keine Surfer auf dem Wasser.

Wir nahmen dann einen regulären Bus, der uns wieder in die Innenstadt brachte. Hier bummelten wir durch die Viertel „The Rocks“ und „Circular Quay“ und sahen die Wahrzeichen von Sydney: die Oper und die Sydney Harbour Bridge, sowie die Skyline.

Dann ging es mit der Fähre zur Pyrmont Bay. Das Queen Victoria Building war unser Ziel. Dies ist wieder eine riesige Shopping Mall mit vielen Restaurants aus der viktorianischen Epoche. Davor standen 3 weiße Rolls Royce Oldtimer, die zu einer indischen Hochzeit gehörten. Dann gönnten wir uns noch eine kleine Stärkung.

Es war mittlerweile 18 Uhr und wir steuerten Sydney Eye, den Fernsehturm an. Hier hatten wir für die letzte Fahrt des Tages gestern noch Tickets bekommen, um den Sonnenuntergang von oben und die 360° Aussicht auf Sydney zu genießen. Die Observation Plattform befindet sich in 150 m Höhe.

Dann ging es mit der Metro zurück zum Platz. Der öffentliche Nahverkehr ist super einfach organisiert. Man kann sich überall mit seiner Kreditkarte beim Ein- und Aussteigen an- bzw, abmelden. Fahrscheine gibt es nicht. Es wird nach Länge der Fahrstrecke berechnet, wobei der Tageshöchstsatz bei 5,90 Aust. Dollar liegt. Die Metro fährt Fahrerlos.

Sydney

Heute hatten wir unere Stadtrundfahrt mit einem sehr guten, deutschsprachigen Stadtführer. Wieder ging es nach Bondi Beach, allerdings war heute starker Wellengang mit vielen Surfern zu beobachten.

Wir fuhren an vielen wichtigen Gebäuden vorbei und betraten mittags das Schiff zur Hafenrundfahrt mit Mittagessen. Hier hatten wir wieder eine andere Perspektive auf die Stadt.

Dann erfolgte noch die Besichtigung der Oper. Wir erhielten Informationen über die Entstehungsgeschichte der Oper mit den nicht ganz so schönen „Nebengeräuschen“ um den dänische Architekten Jörn Utzon. Dieser hatte sich nach einem Regierungswechsel mit dem neuen Premierminister zerstritten und wurde gekündigt. Daraufhin verließ er Australien und kehrte nie wieder zurück. Die Oper wurde dann mit 2 jährfiger Unterbrechung von australischen Architekten fertig gestellt. Utzon hat somit nie seine Oper vorort erleben können.

Wir wurden durch verschiedene Foyers geführt und in den Opernsaal und dem Konzertsaal. Fotos waren nur eingeschränkt erlaubt. Es gab einige sehr interessante geometrische Strukturen im Innerein zu sehen.

Abends fuhren wir nicht mit der Gruppe zurück, sondern mit der Fähre Nach Manley. Dort aßen wir zu Abend und fuhren dann wieder zurück, um die Skyline Sydneys bei Nacht zu sehen.

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7. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

24.10. bis 2.11.

Grampians N.P. – Port Campbell

Heute wartete ein Highlight dieser Reise auf uns, die Great Ocean Road, die zu den spektakulärsten Küstenstrassen der Welt zählt. Diese Strasse wurde in den 1920er Jahren von 3000 Kriegsveteranen gebaut, denen man damit eine Aufgabe gab und gleichzeitig die abgelegenen Küstenorte mit Melbourne verband, die bisher nur per Schiff erreichbar waren. Das Wetter spielte mit, und so fuhren wir einige Stunden die Küste entlang und hielten an allen Lookouts, die uns angeboten wurden. Der Steinbogen die London Bridge stürzte 1990 plötzlich ein. 2 Touristen waren gerade über sie auf die andere Seite gegangen und mußten dann mit dem Helokopter gerettet werden. Weitere bekannte Küstenformationen sind die Twelve Apostel, wobei es nur noch 7 zu sehen gibt, die anderen sind mittlerweile eingestürzt und Loch Ard Gorge. Hier sank Ende des 19. Jahrhunderts das Segelschiff Loch Ard.

Am späten Nachmittag fuhren wir noch einmal zum Sonnenuntergang zu den 12 Aposteln. Ich mußte noch einmal ins Wohnmobil und als ich raus kam, fragte Ute: wollen wir fliegen? Ich hatte vor dem Heliport geparkt, und Ute hatte die Zeit genutzt nachzufragen, ob es noch einen Flug gäbe. Es war zwar kurz vor Feierabend aber sie machten noch einen kleinen Helikopter fertig, und so kamen wir ungeplant und spontan noch zu einem wunderschönen Helikopterflug an der Steilküste entlang.

Dann galt es noch den Sonnenuntergang nicht zu verpassen.

Port Campbell – Wye River

Heute genossen wir weiter die schönen Aussichten von der Great Ocean Road. Wir steuerten den Leuchtturm am Cape Otway an, kehrten dann aber wieder um, da uns 22 Dollar Eintritt nur um den Leuchtturm zu sehen nicht wert waren. Außerdem war er geperrt, man konnte ihn nicht besteigen. Aber – der Abstecher war trotzdem nicht umsonst, da wir 2 Koalas beobachten konnten. Auch war die Stichstrasse zum Leuchtturm im Otway N.P. sehr schön.

Dann fuhren wir noch einige Lookouts an und erreichten einen mit Hunderten Kindern und verkleideten Erwachsenen voll ausgebuchten Campingplatz, die so was ähnliches wie Junggesellenabschiede feierten – schon um 14:30Uhr. Mal sehen was der Abend bzw. die Nacht zu bringt. Wir wurden aber auch von den Königssittichen in Empfang genommen. Einer wollte sich nicht fotografieren lassen und setzte sich einfach auf meine Kamera.

Wye River – Ballarat

Eigentlich sollte dies eine Tour in die Vergangenheit werden. Ziel war der Sovereign Hill Historical Park. Dies ist ein großes Freilichtmuseum, in dem die Geschichte der Goldgräberzeit nachgestellt wird. Es gibt Vorführungen über Goldwaschen, Pillendrehen und viele Handwerke mehr.

Das Wetter meinte aber etwas dagegen zu haben. Es goss wieder ununterbrochen, und wir waren froh endlich unfallfrei in Ballarat anzukommen und schenkten uns den Besuch.

Wie wir später erfuhren, hatten wir nicht viel verpaßt. Für 50$ wird eine Mischung aus Disneyland und Freilichtmuseum geboten.

Ballarat – Melbourne

Heute hieß es wieder früh aufstehen. Wir hatten einen Werkstatttermin bei Apollo in Melbourne. Seit 2 Wochen hat Ute ein nasses Bett, wenn es regnet, da die Dachluke undicht ist. Alle Klebeversuche waren umsonst. Außerdem ist die Dachantenne vom TV lose und droht uns irgendwann zu verlassen, und der Abfluss vom Spülbecken ist dicht. Die anderen ca. 10 Mängel haben wir nicht gemeldet, da sie nur den Komfort betreffen und nicht die Reise wesentlich beeinträchtigen.

Bis 40 km vor Melbourne kamen wir gut voran, dann gerieten wir in die Rushhour der 5 Millionen Metropole. Trotzdem waren wir pünklich um 9:00 Uhr an der Station. Nachdem wir unsere Mängel kund getan hatten, hieß es warten. Um 11:30 Uhr kam ein Monteur und fragte, welche Mängel wir hätten. Nach einmaligem tiefen Durchatmen erklärte ich ihm diese noch einmal. Nach weiteren 1 1/2 Stunden meldete er Vollzug. Wir erhielten noch neue Handtücher , AdBlue und 2 weitere Stühle, zum Beine drauf legen. Bestimmt regnet es den Rest der Reise nicht mehr, so dass wir die Qualität der Dachlukenabdichtung nicht beurteilen können.

Nach weiteren 10 km erreichten wir dann unseren Campground in Melbourne und es wurde sonnig.

Melbourne

Morgens wurden wir für eine ganztägige Stadtbesichtigung abgeholt. Es dauerte über 1 Stunde, bis wir im Zentrum von Melbourne, während der morgentlichen Rushhour, angekommen waren. Melbourne ist die Hauptstadt von Victoria, dem kleinsten Bundesstaat Australiens, wenn man Tasmanien als Insel nicht berücksichtigt. Es hat 5,3 Mio. Einwohner, wobei ganz Victoria nur 6,5 Mio. Einwohner hat. Victoria hat ungefähr 2/3 der Größe Deutschlands. Melbourne war von 1901 bis 1927 sogar Hauptstadt von Australien und aufgrund des Victorian Gold Rush lange Zeit die reichste Metropole der Welt.

Wir starteten mit dem Besuch des riesigen Queen Victoria Markets.

Dann besuchten wir den Shrine of Remembrance, ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten aller Kriege, die Australien geführt hat.

In den Fitzroy Gardens steht die Statue von James Cook und Cook‘s Cottage, das älteste Gebäude Australiens.

Dann stand die St.Patrick‘s Cathedral auf dem Programm

Wir fuhren in den 88. Stock des Eureka Wolkenkratzers und hatten eine spektakuläre 360° Aussicht auf Melbourne.

Dann besuchten wir noch einige Parks

Melbourne

Der nächste Tag stand wieder zur freien Verfügung. Wir hatten von Eva Tickets bekommen, mit denen man mit der Strassenbahn nach Melbourne rein fahren konnte. Innerhalb des Citybereichs von Melbourne ist die Benutzung von Bus und Bahn frei.

Wir fuhren bis zur Endstation Docklands. Dies ist ein komplett neuer Teil von Melbourne, der auf dem alten Hafengelände errichtet wird. Vor dort folgten wir dem Yarra River über die South Warf Promenade und hatten viele schöne Perspektiven auf die Skyline.

Dann fuhren wir mit der nostalgischen, alten Strassenbahn einige Stationen um das Zentrum herum bis wir den Startpunkt unserer Route für die Streetartbesichtigung erreicht hatten.

Wir liefen die genannten Strassen ab, in denen sich die sogenannten Murals, die riesigen von internationalen und nationalen Künstler geschaffenen Kunstwerke. Wir mögen die Kunst.

Danach hatten wir das Zentrum erreicht und schauten uns die aus Victorianischer Zeit stammenden Royal Arcade und Block Arcade an.

Am späten Nachmittag, und mit 16 km auf dem Tacho, machten wir uns wieder auf den Heimweg mit der Strassenbahn. Auf den letzten Metern kamen wir noch an einem Grundstück vorbei, da will man kein Nachbar sein, der in der Urlaubszeit des Eigentümers, das Blumengießen übernehmen soll.

Melbourne – Phillip Island

Melbourne wollte uns nicht ziehen lassen. Wir startete zu einer moderat klingenden 140 km Etappe und befanden uns nach 1 Stunde immer noch im Stau von Melbourne. Dann erreichte uns eine Nachricht, dass auf der geplanten Route eine Höhenbegrenzung von 3,30m vorhanden ist. Wir sind 3,60m hoch, also galt es während der Fahrt eine alternative Route zu finden. Ute kämpfte bravorös und lotste mich mit Google Maps nach 1 1/2 weiteren Stunden wieder auf die geplante Route.

Auf Phillip Island machten wir eine schöne Wanderung am Cape Woolamai

Dann fuhren wir zum Koala Conservation Center. Hier werden verletzte Koalas wieder aufgepäppelt. Ein Schnabeligel war auch zugegen.

Danach ging es zu The Nobbies. Dieses Gebiet war lange gesperrt, da es auch durch Sturm verwüstet war. Ausgerechnet heute wurde ein Teil freigegeben. Die erwarteten Robben waren nicht zu sehen, dafür aber neben der schönen Steilküste, Gänse und wieder ein Schnabeligel.

In Cowes gab es, nach einem weiteren Spaziergang, ein Eis, bevor es zum Höhepunkt des Tages kam, der gleichzeitig das Highlight von Phillip Island darstellt – der Pinguinparade.

Jeden Abend, nach Sonnenuntergang, kommen Hunderte von Zwergpinguine aus dem Meer, um zu ihre Bruthöhlen an Land zu gehen. Daraus hat man ein Riesengeschäft entwickelt, mit großem Informationszentrum, Holzstegen über den Höhlen und Tribünen für mehrere Tausend Besucher. Die Zwergpinguine sind nur etwas über 30 cm groß und die kleinste Art von Pinguinen.

Pünktlich um 8:20Uhr kamen sie tatsächlich an Land. In vielen Gruppen sammelten sie sich, machten sich Mut, um dann so schnell wie möglich über den Strand zu rennen, in die Hänge, wo die Bruthöhlen sind. Fotografieren ist strengstens verboten daher hier nur zwei heruntergeladene Foto.

Phillip Island – Lakes Entrance

Vor 430 km haben wir mittlerweile wenig Respekt, aber es ist ein Unterschied, ob man die Strecke im Outback auf leeren, geraden Strassen fährt, oder in besiedelten Gebieten mit einspurigen Landstrassen und vielen Ortsdurchfahren. Es versprach also ein langer Tag zu werden.

Nach Passieren einer fotogenen, alten Eisenbahnbrücke, steuerten wir den Wilsons Promontory N.P. an.

Hier unternahmen wir einige kleine Wanderungen am Squeaky Beach, Whisky Beach und am Lilly Pilly Gully

Auf dem Wildlife Walk konnten wir Emus Kängurus und einige schöne Vögel beobachten.

Sehr spät kamen wir am Campground in Lakes Entrance an.

Lakes Entrance

Hier bleiben wir 3 Nächte. Lakes Entrance beherbergt eine der größten Fischereiflotten Australiens und trennt durch eine Lagune das Meer von der nachgelagerten Seenplatte. Jahrelang hatte man Anfang der 1920er Jahre an dieser Verbindung gebaut, bis ein heftiger Sturm den jetzigen Zugang schuf.

Wir entschlossen uns heute das 55 km entfernte Raymond Island zu besuchen. Aus dieser kleinen Insel leben 500 Menschen und viele Koalas. Die Koalas wurden in den 50er Jahren dort angesiedelt, da sich der Bestand auf dem Festland verringerte. Hier fühlten sie sich so wohl, dass jetzt einige Hundert dort leben sollen. Mit einer Fähre gelangten wir auf die Insel und entdeckten auf unserer Wanderung einige der putzigen Tiere meist schlafend. Koalas ernähren sich ausschließlich von Eukalyptusblätter, die wenig Nährstoffe enthalten. Sie haben einen sehr langsamen Stoffwechsel, ihre Verdauung dauert mehr als 40 Stunden. Darum schlafen sie etwa 20 Stunden am Tag.

Auf der Rückfahrt hielten wir noch an einem Outlook, von dem man die schöne Küstenlinie von Lakes Entrance sehen konnte

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Lakes Entrance

Aufgrund der interessanten Wasserlandschaft der Lagune und den angrenzenden Seen, versuchten wir für den Nachmittag noch Karten für eine Bootsfahrt zu bekommen. Wir hatten Glück und bekamen noch welche.

Vorher begannen wir aber die geplante Wanderung über den Hummocks Walk und zurück über den 9o Miles Beach. Der Walk war sehr schön angelegt, der Rückweg über den weichen Sand allerdings sehr anstrengend.

Am Nachmittag unternahmen wir dann die 3 stündige, 70 km lange Bootsfahrt durch die Lagune und den angrenzenden Seen. Bei schönem Wetter war die Fahrt sehr entspannend, und man konnte schöne Häuser von der Wasserseite aus sehen. Zum Schluß begleiteten uns noch einige Seelöwen.

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6. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

14.10. bis 23.10.

Uluru – Kulgera

Heute stand wieder eine Transferstrecke ohne sehenswerte Zwischenstops an. Wir übernachten im Kulgera Roadhouse Campground, wo wir abends wieder ein Seabridge Essen haben. Roadhäuser haben alle ihren eigenen Charme, sie lieben Kuriositäten.

Dann folgte eine weitere Transferstrecke nach Coober Pedy, der Ort, mit den größten Opalminen der Welt. Vorher verließen wir die Nothern Territories und erreichten den neuen Bundesstaat South Australia, wesentlich kleiner als N.T. aber immer noch 2,5 mal so groß wie Deutschland. Wir verloren eine weitere Stunde, da hier Sommerzeit herrscht, damit sind wir jetzt 8,5 Stunden voraus.

Abends schauten wir uns noch im dortigen 360 ° Kino einen Film über den berühmten Ghan Zug an, der die 3000 km von Süd nach Nord in 3 Tagen fährt, heute ein exklusiver, komfortabler Touristenzug. Vom Lookout galt es noch einen Blick auf Coober Pedy zu werfen.

Coober Pedy

Am Vormittag besuchten wir eine stillgelegte Mine mit angeschlossenem Museum. 1915 wurden durch Zufall hier Opale gefunden. Eigentlich war die kleine Expedition unterwegs, um nach Gold zu suchen. Das war die Geburtsstunde von Coober Pedy. Hier werden 90 % des weltweiten Opalabbaus getätigt. Der Ort liegt an einer der heißesten Ecken Australiens. Im Sommer werden regelmäßig Temperaturen von 45°C gemessen. Darum wohnen 70% der etwa 1900 Einwohner in sogenannten Dugouts, das sind unterirdische Wohnhöhlen, in denen die Temperatur mit 23°C angenehm kühl bleibt.

Am späten Nachmittag fuhren wir gemeinsam zum Sonnenuntergang zu den Breakaways. Das sind Felsformationen unterschiedlichstem Gestein, das besonders bei untergehender Sonne viele Farben entfaltet. Hier konnten wir auch den Dog Fence sehen, ein 100 Jahre alter Zaun gegen Dingos zum Schutz der Weidetiere, der 5600 km durch Südaustralien führt. Dazu gab es ein Glas eiskalten Sekts.

Cobber Pedy – Port Augusta

540 km standen heute auf dem Programm, das war die schlechte Nachricht, es ging endlich in erträgliche Temperaturbereiche, das war die gute Nachricht. Unterwegs änderte sich die Landschaft von Halbwüste in grün bewachsene Gebiete. Hier werden die berühmten Merinoschafe gezüchtet. Wir sahen sie nur sehr vereinzelt, nur durch die vielen Tiertransporte kann man sich die Dimension dieses Wirtschaftszweiges gut vorstellen.

Vor 100 Millionen Jahre gab es hier einen Ozean, dies wird durch große Salzseen z.B. Kokatha deutlich. Schließlich stoppten wir noch kurz in Woomera. Dies war ein Raketenversuchsgelände der Briten in den 60er Jahren. Hier wurden auch die ersten und einzigen Atomversuche unternommen, diese konkreten Gebiete sind natürlich gesperrt.

Schließlich erreichten wir Port Augusta bei 24,5°C. Was für eine Erleichterung nach 5 Wochen 38°C und höher. Lustig war die Truppe beim abendlichen Briefing zu sehen, lange Hosen und Jacken, als wenn der Winter ausgebrochen wäre

Es ist nicht zu glauben, aber wir haben am nächsten Morgen tatsächlich geheizt. 19 Grad fühlt sich momentan an wie Frost. Bevor wir nach Adelaide aufbrachen, besuchten wir noch den Botanischen Garten und den Leuchtturm Lookout in Port Augusta.

Auf der Strecke nach Adelaide änderte sich die Landschaft radikal. Landwirtschaft und Weinbau wird hier betrieben. Auch die Fahrzeuge im Strassenbild änderten sich von 4×4 Pickups in „normale“ Limousinen. Unterwegs kamen wir wieder an einigen Salzseen vorbei.

Als wir uns Adelaide näherten, hatte uns die Urbanität wieder fest im Griff. Staus und 6 spurige Autobahnen hatten wir bisher nicht im Programm. Der Campground liegt am Südliche Ozean mit hervorragender Infrastruktur.

Adelaide

Am nächsten Tag hatten wir eine ganztägige Stadtbesichtigung. Adelaide hat eigentlich nur 17000 Einwohner aber durch die Zuordnung von 250 Vororten kommt sie auf 1,2 Millionen Einwohner. Dadurch ist die Ausdehnunung der Stadt riesig. Wir besuchten den wirklich schönen Botanischen Garten mit der zur Zeit blühenden Rosenabteilung. In einem großen Baum hingen Hunderte von Flughunden

Die Mittagspause verbrachten wir in der Fußgängerzone, ehe wir dann eine alte Bibliothek aufsuchten und die 150 Jahre alte Architektur bewunderten.

Schließlich fuhren wir zum Hafen, wo wieder Street Art zu sehen waren.

Adelaide

Der folgende freie Tag fiel buchstäblich ins Wasser – es regnete mit kleinen Unterbrechungen. Somit gab es bis auf kleine Spaziergänge keine weiteren Aktionen. Abends luden Eva und Lukas wieder zum Grillen ein. Ich probierte Känguru und war angetan, es schmeckte sehr gut.

Adelaide – Hahndorf

Eigentlich waren nur 30 km zu fahren, aber Ute überredete mich zu einer Alternativroute mit insgesamt 180 km. Trotz Regen war dies ein guter Plan. Wir fuhren auf einer Scenic Route durch das Weingebiet der Adelaide Hills. Eine wunderschöne, gepflegte Landschaft, die auch bei Regen reizvolle Ausblicke bot. Unterwegs sahen wir unser erstes Rotes Kanguru. Das sind die größten ihrer Art.

Es ging durch Eukalyptusalleen und wir entdeckten bei einem Outlook einen Skulpturengarten. Kurz danach hielten wir noch beim Historic Herbig Tree, in dem der Emigrant Friedrich Herbig 1855 eine Zeit lang lebte. Der Baum hat einen Durchmesser von 6 Metern und ist ca. 500 Jahre alt.

Kurtz nach Hahndorf, auf dem Weg zum Weingut Barristers Block Wines, wo wir auch eine Weinprobe hatten und wo unser Übernachtungsplatz war, lief uns ein Koalabär über den Weg. Er lief vor uns weg, versteckte sich hinter einem Baum, lugte dort hervor, und als er sah, dass wir noch da waren, kletterte er schnell auf den Baum und behielt uns weiter im Auge.

Hahndorf – Grampians N.P.

Heute hat man es uns so richtig gegeben. Nein, eigentlich gestern schon. Gestern Abend hatten wir eine Weinprobe. Ich wunderte mich, dass die Besitzer irgendwann anfingen Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Auf die Frage warum sie das täten antworten sie, es würde ein wenig windig. Aus dem ein wenig windig entwickelte sich ein Sturm mit Starkregen, der bis zum Abend des nächsten Tages andauerte. In der Nacht wurde das Wohnmobi ( 5 t schwer) geschüttelt wie ein Cocktailshaker. Utes Dachfenster wurde undicht und trotz Abkleben tröpfelte es in ihr Bett. So machten wir kaum ein Auge zu.

Es standen 520 km an. Wir verließen unausgeschlafen Südaustralien und reisten in den Bundesstatt Victoria ein. Das bedeutet, wieder 1/2 Stunde die Uhr vorstellen.

Teilweise hatten wir Rückensturm, teilweise Seitensturm. Der Seitenwindassistent löste einige Male aus. Ich mußte mit dem Lenkrad mit beiden Händen ständig korrigieren, vor allem, wenn uns die Roadtrains mit 100 km/h entgegen kamen.

Zuerst hielten wir an einem Gehege, wo sei 1980 weiße Kängurus gehalten werden. Diese haben einen Gendefekt, sind aber keine Albinos.

Auch auf dem Land gibt es so etwas wie Street Art, nur heißt sie hier SiloArt. 3 Exponate steuerten wir an und man muß schon sagen, die Künstler können was.

Dann stand noch der Pink Lake Dimboola auf dem Programm. Unglaublich wie pink der war.

Nach 7 Stunden erreichten wir den Grambians N.P. Auf engen Strassen ging es hinein in die Berge. Weiterhin stürmte und regnete es mit kurzen Pausen.

Nach 30 km umfuhren wir eine Stelle, wo gerade von Parkrangnern ein umgestürzter Baum abgeräumt worden war. Nach weiteren 10 km ging nichts mehr. Ein großer Baum lag quer über der Strasse, und es stauten sich schon einige Fahrzeuge.

Die Ranger kamen auch dort an und ich hoffte, sie würden gleich mit der Räumung beginnen. Wir waren nur noch 10 km vom Campingplatz entfernt. Es tat sich nichts, und so ging ich zu ihnen und erfuhr, dass sie auf das „permit to cut“ auf die Erlaubnis zum Schneiden warteten. Diese erhielten sie nicht, und so blieb der Baum liegen, alle drehten um und fuhren zurück. Wir auch, denn wir hatten von Eva eine Alternativroute mitgeteilt bekommen. Diese war fast 100 km lang, da wir keine Pisten fahren dürfen, sondern nur geteerte Strassen , bei gerade gefahrenen 510 km hielt sich die Freude in Grenzen. Aber auch das schafften wir, und nach 10 Stunden Fahrzeit kamen wir am Campground bei 10°C an. Dort wurden wir von einer Gruppe Kangurus empfangen.

Grambians N.P.

Bei ca 5°C Aussentemperatur waren wir nach 12 Stunden Schlaf gut erholt. Der Sturm war abgezogen, die Strasse vom umgestürzten Baum befreit, und so konnten wir die geplanten Outlooks besuchen und kleine Wanderungen unternehmen. Die Landschaft im Grambians N.P. Ist wirklich sehenswert und es wäre schade gewesen, wenn wir ihn wetterbedingt nicht hätten besuchen können. Die Krönung war, als wir wieder einen Ameisenigel beobachten konnten.

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5.Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 25

4.10. bis 13.10.

Darwin – Litchfield N.P

Heute haben wir mit 41,5°C einen neuen Hitzerekord erlebt mit 90% Luftfeuchtigkeit. Das motiviert nicht zu körperlichen Aktivitäten. Diese wurden allerdings heute vorwiegend angeboten. Es galt einige Wasserfälle und Badeterassen zu besuchen. Wir versuchten einen Loop, brachen aber ab, da der Weg sehr rutschig war und wir uns nicht die Gräten brechen wollten. Ein anderer Versuch verlief ebenfalls enttäuschend, da die Badeterassen derart überlaufen waren, dass wir auf das Bad verzichteten.

Dafür fanden wir auf dem Campground einen überdachten Pool, der für ausreichend Abkühlung sorgte.

Abends gab es noch eine Vogelfütterung.

Lichfield N.P. – Mataranka

Morgens, nach einer weiteren Vogelfütterung, ging es auf dem Steward Highway gen Süden. In Kathrina wurden noch einmal unsere Vorräte aufgefüllt, und dann hieß es wieder fahren. Die Strecke war unspektakulär und so fuhren wir durch bis Mataranka. Hier gibt es Thermalquellen in denen man baden kann. Wir suchten diese auf, aber 32 °C Wassertemperatur ist auch bei 38°C Lufttemperatur keine Erfrischung. Nach einmal Eintauchen war es damit auch genug. Der erste Tag ohne Bilder.

Mataranka – Banka Banka

Jetzt geht es weiter südwärts ins rote Zentrum. Eine lange Etappe mit wenig Abwechslung stand auf dem Programm.

Auf einem Parkplatz, wo wir entsorgen konnten, umringten mich viele Krähen. Nachdem ich ins Auto gestiegen war und weiterfahren wollte, hüpften 2 auf eine kleine leere Schale zu und schauten dann zu uns. Ich füllte die Schale mit Wasser und schon waren alle da und tranken ausgiebig.

Dann hatten wir noch einen Stop in Daly Waters. Dieser Ort diente in den 30er Jahren der Quantas als Zwischenstop ihrer Flüge. Eine stillgelegte Landebahn ist noch vorhanden. Ansonsten lebt der Ort vom Daly Waters Pup, den man besucht haben muß, wenn man durchs Outback reist. Viele skurrile Gegenstände wurden hier gesammelt.

Wir übernachteten im Nirgendwo, hatten allerdings abends die Gelegenheit zu einem Lagerfeuer.

Banka Banka – Wauchope

Seit Wochen konnten wir das erste Mal einigermaßen schlafem, es waren nur 25°C nachts im Wohnmobil, im Vergleich zu über 30°C, wie die Wochen zuvor. Je südlicher wir kommen, desto weniger Luftfeuchtigkeit haben wir. Am Tag steigt das Thermometer aber weiterhin auf 38°C.

Am Ende der heutigen Etappe besuchten wir die Devils Marbles, Granitkugeln, die durch Erosion rund geschliffen wurden und teilweise übereinander liegen, sehr eindrucksvoll.

Wauchope – Alice Springs

Das Outback will erobert werden. Das haben wir in den letzten Tagen und heute erlebt, und es wird die nächsten Tage auch so bleiben – man muß Kilometer knüppeln. Dabei bietet das Outback wenig Abwechslung, aber gerade das macht es auch interessant. Man erlebt die Weite und Einsamkeit viel intensiver, wenn man stundenlang auf einer schnurgeraden Strasse fährt – mir gefällt das. Unser Sprinter zeigt Mitgefühl und erinnert ab und zu eine Pause einzulegen.

Heute ging es nach Alice Springs. Es liegt ziemlich genau in der Mitte des roten Zentrums, jeweils ca. 1500 km entfernt von Darwin und Adeleide. Vorher überquerten wir noch einmal den Tropic of Capricorn und verließen damit die Tropen. Außer, dass die Luftfeuchtigkeit etwas nachgelassen hat, spüren wir davon noch wenig, heute sind es wieder 38,5°C. Hier steht auch ein Gedenkstein zu Ehren der Ingenieure, die den nördlichen Teil des Stuart Highways bis Darwin gebaut haben. Die Streckenführung des Stuart Highways basiert auf der Süd/Nord Durchquerung des Kontinents 1862 durch John McDouall Stuart.

Alice Springs

Morgens wurden wir zu einer Stadtrundfahrt abgeholt. Mir war nicht klar warum wir hier eine Stadtrundfahrt machen, da Alice Springs als Stadt nicht viel zu bieten hat. Wir begannen ganz traditionell an einem Aussichtsturm. Dann wurde es aber sehr interessant, denn wir besuchten einzigartige Projekte der Statdt.

Zuerst die School Of The Air. Adelaid Miethke erkannte 1951, dass die Farmkinder, die abgelegen leben, wenig Zugang zu Bildung hatten. Die Eltern arbeiteten schwer, und es gab keine Möglichkeit eine Schule zu besuchen. So gründete sie die School Of The Air. Damals wurde mit einfacher Funktechnik eine Verbindung zu den Farmen hergestellt und täglich Unterricht für die Kinder erteilt, auch Sport. Mit 1300000 qkm Einzugsgebiet, was 3,5 Mal so groß ist wie Deutschland, ist dies das größte Klassenzimmer der Welt und war seiner Zeit weit voraus, wenn man bedenkt, wie schwer wir uns getan haben, Fernunterricht während der Pandemie zu organisieren. Die Kinder erhalten die Technik gestellt, alle 14 Tage Unterrichtsunterlagen und treffen sich für 1 Woche 3 bis 4 Mal im Jahr in Alice Springs um durch persönliche Kontakte auch aus der Isolation geholt zu werden. Internet über Starlink ist jetzt der Standard. Es erfolgen auch Hausbesuche durch Lehrer oder Tutoren. Wir konnten einer Lehrstunde live beiwohnen und waren total begeistert, was hier geschaffen wurde. Mittlerweile gibt es weitere Schulen dieser Art in Australien.

Das nächste interessante Projekt hier war der Besuch der Royal Flying Doctor Service. In den 1920er Jahren erkannte man, dass durch die riesigen Distanzen in Australien eine ärzliche Versorgung vorort unmöglich ist. Viele Kranke oder Verletzte starben, weil sie keinen oder einen zu späten Zugang zum Arzt hatten. Man begann mit einem Flugzeug, das von Quantas gespendet wurde. In Alice Springs gibt es jetzt 12 Flugzeuge, 12 Krankenschwestern, 12 Piloten, 6 Ingenieuren und ein Ärzteteam, die für einen Bereich mit einem Radius von 800 km für 36000 Menschen zuständig sind. In ganz Australien gibt es heute über 80 Flugzeuge für diese Einsätze.

Dann erfolgte noch der Besuch der Telegrafenstation, da wo alles begann. 1871 wurde diese gebaut um über Darwin, Indonesien……. bis nach London Telegramme zu verschicken

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Abends trafen wir uns mit einigen Mitreisenden in der Campingküche zum Grillen.

Alice Springs

Der nächste Tag stand zur freien Verfügung. Wir besuchten die West MacDonnell Range N.P. Die Bergkette hat einige sehenswerte Schluchten und Wasserlöcher zu bieten. Hier konnten wir aus der Ferne auch Felsenkänguruhs beobachten. Außerdem die die Scenic Route sehr sehenswert, so dass die 340 km gut zu verkraften sind.

Abends feierte Maja ihren 81. Geburtstag.

Alice Springs – Uluru

420 km trennten uns zum Uluru, dem heimlichen Wahrzeichen Australiens. Es wurde zusehens roter, obgleich noch viel Grün zu sehen ist, da es in den letzten 2 Tagen nachts geregnet hatte. 100 km vor dem Uluru sieht man in der Ferne den Mount Conner der häufig mit dem Uluru verwechselt wird.

Abends fuhren wir noch zum Sonnenuntergang, der allerdings ausfiel, da ein heftiges Gewitter aufzog – das kreierte trotzdem schöne Bilder

Uluru

Noch vor 7 Uhr morgens starteten wir mit der Wanderung rund um den Uluru. Diese ist 10,5 km lang und man sollte spätestens um 11 Uhr fertig sein, der Hitze wegen. Das war eine wunderschöne Wanderung, die wir strammen Fusses vor 9 Uhr beendet haben – endlich Bewegung bei erträglichen Temperaturen.

Am späten Nachmittag brachen wir zu den Olgas auf, auch bekannt als Kata Tjuta. Das sind 36 massive kuppelförmige Felsen etwa 50 km vom Uluru entfernt. Sie entstanden vor 550 Millionen Jahren und sind bis zu 546 m hoch. Hier kann man wieder, wie könnte es auch anders sein, einen schönen Sonnenuntergang beobachten.

Uluru

An diesem Morgen machten wir den Mala Walk mit einem Ranger. Die Malas waren die Menschen, die vom Norden her kommend diesen Ort fanden und blieben. Der Ranger war ein Aborigine, dessen Großvater hier noch traditionell auf die Jagd ging. Wir besuchten einige wichtigen Stellen der Malas, an denen wir bei unserer „sportlichen“ Umrundung vorbei gegangen waren. Die Malas kannten Wasserlöcher und wußten, wann und wie lange sie gefüllt sind. Mit diesem Wissen konnten sie große Entfernungen überwinden. Ihr Wissen wurde in Form von Geschichten weitergegeben oder durch Nachahmung von Tätigkeiten. Es gab klar abgegrenzte Bereiche für Jungs, erwachsene Männer, erwachsene Frauen und Mädchen, sowie alte Leute. Das waren sehr interessante 2 Stunden mit dem Ranger.

Ich kanns nicht ändern, jetzt kommen noch mehr Bilder von Steinen! Wir haben nämlich einen Helikopterflug gebucht, der zum Sonnenuntergang zum Uluru und zu den Olgas fliegt. War super aber seht selbst.

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4. Lebenszeichen Singapur und Down Under September 25 bis Dezember 2025

24.9. bis 3.10.

Broome – Fitzroy Crossing

Wir befinden uns noch im Kimberley, ein Gebiet so groß wie Deutschland mit nur 40000 Einwohnern. Die Entfernungen sind tatsächlich gigantisch. Heute standen 400 km an. Wie zuvor änderte sich die Landschaft, je nachdem, ob in der Regenzeit regelmäßig Überflutungen stattfinden oder nicht. Es gab wieder riesige abgebrannte Gebiete, und die Strasse, die wir vorgestern gefahren sind, wurde heute gesperrt. Jetzt tauchten die ersten Boab Bäume auf, die uralt werden und tausende l Wasser speichern können.

Am Campingplatz wurde erst einmal der Adblue Durst unseres Sprinters gestillt, auch hier gab es sofort helfende Hände – die Motorhaube war auf, und schon war ich nicht mehr alleine.

Fitzroy Crossing – Kununurra

Heute stand die Königsetappe auf dem Programm, 650 km. Etwas mulmig war mir schon, da ich gestern ein großes Loch im linken Vorderreifen entdeckt hatte. Er war zwar dicht aber wie lange noch? Eva machte ein paar Bilder, um sie dem Vermieter zu schicken. Wir mußten also los, und das ausgerechnet auf der längsten Etappe in der Kimberley Region, die als letzte echte Wildnisregion Australiens gilt.

Die ersten 250 km waren recht eintönig. Auffallend waren die vielen toten Kängurus, die die Nacht nicht überlebt hatten. Dann wurde die Landschaft anders, wir kamen in die Berge und es wurde grüner. Allerdings gab es wieder Buschfeuer, die bis an die Strasse reichten.

Uns erreichte eine Whatsup Nachricht von Eva, dass wir in Kununurra neue Reifen kaufen könnten, wir müßten allerdings vor 16 Uhr dort sein – das schien schwierig. Trotzdem erreichten wir um 15:45 Uhr die Station und wirklich, sie hatten Reifen da und montierten beide an der Vorderachse.

Dann hatten wir Gelegenheit abends noch einige Vögel zu beobachten und zu fotografieren.

Kununurra – Lake Argyle

Nach dem gestrigen, anstrengenden Tag, belohnten wir uns heute mit einem 2 stündigen Rundflug über den Lake Argyle und den Bungle Bungle im Purnululu National Park. Wir wurden bereits um 6 Uhr abgeholt, damit wir vor den Thermikwinden wieder zurück sind. Der Platz in der Czessna war überraschend groß, und wir hatten eine gute Sicht.

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Der Lake Argyle ist ein Stausee, 2 Mal so groß wie der Bodensee. Man hat in angelegt, damit die riesigen Wassermengen während der Regenzeit nicht nutzlos ins Meer fließen, sondern die Gegend mit Wasser versorgt und Energie erzeugt. Es soll fast 15 Jahre gedauert haben, bis der See gefüllt war.

Dann flogen wir Richtung Bungle Bungle zu den sehenswerten Bienenkörben aus Sandstein, der vor etwa 350 Millionen Jahre abgelagert wurde. Durch Erosion wurden die Kuppen gebildet. Die orangen/roten Streifenmuster bestehen aus Eisen- und Manganoxid, die grauen und schwarzen aus Cyanobakterien.

Die Argyle Diamant Mine gehörte bis 2020 zu den größten Diamantminen der Welt und förderte 90 % der australischen Diamanten. Nur hier gab es rosa Diamanten. Sie wurde geschlossen, da die Vorkommen wirtschaftlich erschöpft waren.

Wir konnten auch Brände entdecken. Interessant sind die Ursachen dieser Brände. Glasscherben, glimmender Zigarettenstummel oder Vorsatz sind uns bekannt. Habt ihr schon einmal etwas von den Firehawks oder Feuerfalken gehört. Seit 2010 wissenschaftlich bewiesen, holen sich manche Greifvögel unter anderem der Schwarzmilan brennende Äste aus bestehenden Feuer und entfacht woanders ein neues, um Insekten und Reptilien aufzuscheuchen.

Dann schauten wir uns noch die Argyle Staumauer an über die man auch fahren kann.

Den Tag beendeten wir mit etwas Entspannung am Infinity Pool.

Lake Argyle – Katherine (Nitmiluk N.P.)

Wieder so ein langer Fahrtag! Zusätzlich mußten wir noch 1,5 Std. kompensieren, da wir eine neue Zeitzone erreicht hatten. Also starteten wir um 6:30 Uhr für die anstehenden 540 km.

Wir verließen Western Australia und reisten in die Northern Territory ein. Dies ist der dünn besiedelste Teil Australiens, 4 Mal so groß wie Deutschland aber nur 250000 Einwohner. Das macht auf den qkm 0,2 Bewohner, als Vergleich hat Deutschland eine Bevölkerungsdichte von 235 Bewohner/qkm.

Die Fahrt führte durch die uns bekannte, zwischenzeitlich etwas langweilige Buschlandschaft. Erst zum Ende wurde es spürbar grüner, und die Bäume wurden größer. Während einer Pause gelang es mir einen Regenbogenlori hoch oben in einem Baum zu entdecken, der allerdings schwierig zu fotografieren war.

Nitmiluk N.P.

Morgens um 7 Uhr starteten wir unsere Wanderung im Nitmiluk Nationalpark. Hier hat der Katharinen River einen tiefen Canyon über Millionen Jahre gegraben. Der frühe Zeitpunkt ist der Hitze geschuldet, die bei 38°C im Schatten und hoher Luftfeuchtigkeit sonst nicht erträglich ist.

Es gab wieder schöne Vögel und Pflanzen zu bewundern.

Nicht dass ihr meint, ich habe mich zum Ornitologen und Botaniker entwickelt, die Bestimmung von Tier und Pflanze überlasse ich dem Iphone.

Katherine – Cooinda (Kakadu N.P.)

Wir starteten den Tag mit einer anstrengenden Wanderung bei de Edith Falls, wo wir anschließend auch eintauchten.

Dann hielten wir in Pine Creek, einer ehemaligen Goldgräbersiedlung. Neben den alten Maschinen entdeckten wir noch viele Flughunde.

Unterwegs sahen wir dann riesige Termitenhügel, die bis zu 7 m hoch werden können.

Wir erreichten den Eingang des Kakadu Nationalparks. Um erst einmal ein Misverständnis auszuräumen: Der Name Kakadu stammt nicht vom gleichnamigen Vogels. Der Name stammt aus einer Verfremdung der Aborigines Sprache Gagudju durch die früheren Siedler. Sie konnten das Wort nicht richtig aussprechen und ersetzten es durch Kakadu.

Der Park ist riesig und wir merkten schon 100 km vor Eintritt die Veränderung der Landschaft. Es wuchsen jetzt hohe Bäume und Palmen, alles war sehr grün, allerdings bei 40,5°C und 95% Luftfeuchtigkeit. Wir haben jetzt schon 2 Wochen stetig Temperaturen von mindestens 38°C. In Cooinda gibt es ein sehr schönes Museum über die Aborigine Kultur in diesem Gebiet. Draussen empfing uns passend ein Gelbhaubenkakadu.

Cooinda – Jabiru (Kakadu N.P.)

Früh um 6:30 Uhr wurden wir zur Bootsablegestelle Yellow Waters gebracht. Dort begann unsere Fotosafarie. Die Yellow Waters sind ein sogenannter Billabong. Dies sind riesige Wasserflächen ohne eigenen Zufluß, die aus der Regenzeit stammen. Der gesamte Kakadu Nationalpark steht in der Regenzeit über Monate unter Wasser.

Die Bootstour hat uns sehr gut gefallen, wir konnten viele Tiere in ihren Habitaten sehen, sogar ein Wasserbüffel zeigte sich kurz – zu kurz um zu fotografieren.

Danach frühstückten wir gemeinsam in der sehr vornehmen Cooinda Lodge.

Heute standen nur 60 km auf dem Plan. Wir begannen die 20000 Jahre alten Felszeichnungen an den Nourlangie Rocks zu besuchen. Besonders sind die 3D Zeichnungen wo auch das Skelett abgebildet ist.

Es folgte noch ein Loop auf einen Aussichtspunkt, aber bei wieder 38 °C war uns das dann genug. Wir fuhren unseren Campingplatz an und verschwanden sofort im Pool.

Jabiru (Kakadu N.P.) – Darwin

Heute ließen wir weitere 80 km aus um eine weitere Höhlenmalerei zu sehen. Auch die Flying Cocodiles stießen uns eher ab, als dass sie interessierten – wir mögen Tiere in ihrem eigenen Lebensraum und keine Zirkusveranstaltung. Auf dem direkten Weg ging es nach Darwin, hielten an einem Fluß und stießen auf eine kleine Gruppe Kängurus. Kängurus haben wir in den letzten 3 Wochen eher tot als lebend gesehen, so war das eine freudige Überraschung.

In Darwin konnten wir an der Vermieterstation Handtücher und Bettwäsche tauschen, sie füllten sogar Öl und Ad Blue nach und kontrollieren die Reifen. Damit haben wir etwa 1/3 der geplanten Gesamtstrecke geschafft.

Darwin

Darwin ist die Hauptstadt der Nothern Territories und hat mit Einzugsgebiet ca 200000 Einwohnern. Nachdem wir unsere Vorräte in der Gateway Mall aufgefüllt hatten, fuhren wir noch zur Stoken Hill Warf um endlich wieder Meer zu erblicken. Hier legen auch die Kreuzfahrtschiffe an. Auf dem Parkplatz erblickten wir ein Fahrzeug, dass dem Ghost Busters Film entsprungen sein konnte. Alle Aufbauten und Gerätschaften sind Fake und nur zur Geisterjagd bestimmt. Auch eine Notrufnummer ist vorhanden, die man wählen kann, wenn man Geister sieht. Interessant, mit was sich unsere Mitmenschen so beschäftigen.

Nachmittags fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Die Busse sind hier für alle kostenlos. Die Fußgängerpassage hat uns nicht beeindruckt, eher schon die Street Art Fassaden.

Dann gingen wir zum Mindil Night Market am Mindil Beach. Dort gibt es einmal wöchentlich Musik, Essen und Trinken und Souveniers mit Sonnenuntergang.

Zurück ging es wieder mit dem Linienbus, der jetzt voll mit teilweise angetrunkenen Aborigines war und von 2 Security Mitarbeitern begleitet wurde. Zu den Aborigines einige Anmerkungen: Zuerst: Mir tun die Menschen unendlich leid. Die Ursache für ihre jetzige Situation liegt in der Vergangenheit. Ende des 17. Jahrhunderts wurde ihnen durch die britischen Siedler das Land weggenommen, damit Lebensgrundlage, kulturelle Orte und sozialer Zusammenhalt. Die Kinder wurden ihnen über Jahrzehnte weggenommen und in Heime oder Missionen gebracht – das sind die sogenannten „Stolen Generations“. Bis in die 60er Jahre hatten sie keine Bürgerrechte, wurden nicht mal bei Volkszählungen beachtet.. Sie leben meist abgeschieden in Siedlungen ohne Infrastruktur und Zugang zu Bildung und Gesundheitswesen. Aborigines haben statistisch eine viel geringere Lebenserwartung. Arbeitslosigkeit, Rassismus und beengte Wohnverhältnisse sind weitere Gründe, die zu Alkohol und Drogenmisbrauch führen. Die sogenannten Community Programme wirken sehr langsam, weil die historischen Verletzungen sehr tief sitzen. Der letzte Versuch, das Referendum „Voice to Parliament“ , das eine indigene Vertretung im Parlament ermöglichen sollte, scheiterte 2023 mit großer Mehrheit.

Darwin

Vormittags fuhren wir mit dem HopOn HopOff Bus durch Darwin. Danach besuchten wir das Museum and Art Gallery, das Aborigine Kunst, sowie die bunte Tierwelt Australiens sehr eindrucksvoll präsentiert.

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3. Lebenszeichen Singapur und Down Under September bis Dezember 2025

15.9. bis 23.9.

Monkey Bay – Carnarvon

Zunächst ging es ein ganzes Stück zurück bis zum Overlander Roadhouse. Unterwegs kreuzten 2 Emus die Strasse. An einem Lookout hatten wir eine gute Sicht auf die riesigen Seewiesen der Bucht.

Dann fuhren wir wieder nordwärts. Am Gladstone Scienic Lookout kann man eine Gedenkstätte für die Verkehrsopfer des Hwys 1 besuchen – etwas schräg.

Den letzten Stop auf dieser Etappe machten wir am Carnarvon Space and Technology Museum. Hier befand sich eine wichtige Kommunikationsstation der Nasa für das Apollo Mondlandeprogramm. Rund um den Globus hatte die Nasa solche Relaystationen errichtet um kontinuierlich Kontakt zu den Raumschiffen zu haben. Hier wurden die Signale empfangen und weitergeleitet, als Armstrong den Mond betrat. Interessant war noch das Fragment eines Eisen/Nickelmeteoriten der aus einem Meteoritenschwarm stammt und vor langer Zeit in Westaustralien niederging. Der größte, bisher gefundene Metoerit wiegt 12,4 t.

Carnarvon – Coral Bay

Ute hatte gestern den halben Tag das Wohnmobil innen gereinigt. Sie konnte den Dreck nicht mehr aushalten. Jetzt ist es richtig wohnlich geworden.

Der heutige Fahrtag hatte keine geplanten Stops. Wir merkten, wie sich die Vegetation veränderte. Es wurde zunehmend trockener. Blumen gab es keine mehr, sondern nur noch kleine Büsche, der Sand wurde rot. Wir passierten den Tropic Of Capricon, den südlichen Wendekreis. Einmal im Jahr, zur Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel, steht die Sonne dann im Zenith. Ab hier beginnen wieder die Tropen. Wir befinden uns in Nordwestaustralien. Das gehört zum Bundesstaat Westaustralien, der der größte Bundesstatt Australien ist. Es ist 7 Mal größer als Deutschland hat aber gerade mal 2,9 Mio. Einwohner

Coral Bay ist interessant, da es am Ningaloo Reef liegt. Dies ist ein 250 km langes Korallenriff, das einzige, neben dem Great Barrier Reef in Australien. Der erste Strandbesuch war schon beeindruckend. Türkisfarbiges Wasser und kleine Fische und Rochen, die bis an den Strand kamen.

Coral Bay

Heute sind wir mit dem Glasbodenboot in die Lagune vor dem Ningalo Riff gefahren. Die Korallen dort sind leider auch größtenteils tot. Neben dem Klimawandel ist in erster Linie dafür ein Zylon 2022 verantwortlich, der genau zu der Zeit hier tobte, als alle Korallen zur Fortpflanzung Eier und Spermien abgaben. Diese waren komplett verloren. Allerdings gibt es bereits Anzeichen, dass sie sich wieder erholen, es dauert nur seine Zeit.

Abends wurden wir von Eva und Lukas zum Grillen eingeladen

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Coral Bay

Für morgens hatten wir einen Ganztagesausflug „Schnorcheln mit Riesenmantas“ gebucht. Gestern hatte ich meine Schnorchelausrüstung getestet und festgestellt, dass die Maske wegen des Bartes nicht ganz dicht hält. Also mußte der Bart heute dran glauben. Leider erfuhren wir dann, dass aufgrund des starken Windes, der Ausflug leider ausfallen muß. Einerseits schade, andererseits konte ich relaxen, hatte Zeit für eine ausgedehnte Strandwanderung und ein glattes Gesicht.

Coral Bay – Karratah

Heute galt es 520 km zu bewältigen. Wir starteten recht früh. Die nächsten 500 km gab es keine Siedlung sondern nur Kupfer-, Eisen- Salz und Goldminen, sowie Gasfelder. Australien lebt von seinen Bodenschätzen, deren Export den größten Teil seiner Wirtschaftsleistung ausmacht. Heute sahen wir auch die sogenannten roadtrains, bis zu 50 m lange LKWs mit bis zu 4 Anhängern.

Die Landschaft veränderte sich wieder, es der Boden wurde rot und dort wo in der Regenzeit kein Wasser steht entstand Steppe. Die Temperatur stieg von 18° auf 36°C. Da muß man im Führerhaus schon mal kreativ werden um der Sonneneinstrahlung zu entkommen. Auch haben wir die Passatwindregion verlassen, die uns in den letzten Tagen sehr starken und nachts sehr kalten Wind brachten.

Die einzige Möglichkeit zu tanken gibt es im Nanutarra Roadhouse, nach 250 km, was auch nötig war, da wir so starken Gegenwind hatten, dass unsere „Schrankwand“ 25 l/100km verbrauchte. Das Australien anders mit Entfernungen umgehen als wir sah man dann an einem großen bunten Willkommensschild der City of Karratah, wobei der Ort erst 160 km weiter beginnt. Dort wurden wir dann mit gelb blühenden Bäumen empfangen.

Karratha – Port Hedland

Auf dieser 250 km Etappe gab es einiges zu sehen und zu lernen. Der hiesige Hafen Dampier ist der größte Schüttguthafen der Welt mit 270 Mio. t Ladung/Jahr. Noch größer, aber nicht nur durch Schüttgut ist Port Hedland mit 540 Mio. t. Das erklärt auch die Dimensionen der Road Trains und Züge. Diese sind bis zu 3 km lang , haben über 200 Waggons, transportieren 28.000 t Erz je Fahrt und verkehren zwischen dem Bergbaustandort Newman und Port Hedland. Interessant ist, dass sie völlig autonom fahren. Auf unserer Strecke hatten wir einen Schwertransport vor uns, auf dem ein riesiger Minenkipper transportiert wurde, dessen Breite über beide Spuren ging. Voraus fuhren 2 Pilot Wagen, die den Gegenverkehr warnten und dafür sorgten, dass die Strassen frei blieb. Nach einiger Zeit machte der Fahrer des hinten fahrenden Pilot Wagens Handzeichen zum Überholen, das war dann Millimeterarbeit.

.Wir besuchten einen schönen Picknickbereich und 40000 Jahre alte Felszeichnungen in Dampier. Dort steht auch das Red Dog Museum. Hier wird der Pilbara Wanderer, ein Strassenhund geehrt, der am 21.11.79 starb. Dieser Hund verstand es mit Lkws und Autos die ganze Westküste zu bereisen und so einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Dann ging es an Raffenerien und Salinen vorbei. Auf einem Salzfeld entdeckten wir Elvis und eine motorisierte Gans, nach dem Motto: Kunst am Salz . Es folgen noch alte Gebäude aus der Frühzeit der Besiedlung um 1860. Die Temperatur stieg bis auf 38°C, wir sind endgültig in den Tropen angekommen. Allerdings werden die Tage wieder kürzer, da wir nordwärts reisen und uns damit dem Äquator nähern.

Port Hedland – 80 Miles Beach

Heute haben wir den industriell dominierten Teil Westaustraliens verlassen. Einige Road Trains und Züge zeigten sich noch, aber dann wurde es verkehrstechnisch sehr ruhig. Die Landschaft war eintönig. Wir legten lediglich am einzigen Roadhouse einen Tankstop ein. Die Temperatur stieg auf 40°C.

Der 80 Miles Beach ist eigentlich 200 km lang und schneeweiß. Er wird von den Australiern bevorzugt zum Angeln genutzt. Das passiert von ihren 4×4 Fahrzeugen aus mit denen sie auf den Strand fahren. Das Baden wurde uns nur auf eigene Gefahr empfohlen, da es hier im Meer schon Tiere gibt, denen man nicht begegnen möchte.

Abends wurden wir von der Reiseleitung zum Sundowner am Strand eingeladen.

Hier auf dem Platz kann man wieder Tiere beobachten.

80 Miles Beach – Broom

Es folgte wieder eine längere Etappe ohne geplante Stops. Wir hatten extremen Gegenwind und ich mußte die Geschwindigkeit anpassen, um mit einer Tankfüllung auszukommen von einem Roadhouse zum anderen. Bei 90 km/h verbrauchte er 25 l/100 km, also verlangsamte ich auf 80 mit einem Verbrauch von 15 l/100 km, das reichte dann. Unterwegs fuhren wir an einer riesigen Fläche verbrannter Bäume und Büsche vorbei und erreichten einen Teil des aktiven Brandes. Hier wird nur gelöscht, wenn Häuser gefährdet sind.

Auf dem Campground in Broome empfing uns ein australischer weißer Ibis. Auch hier ging es natürlich zum Sonnenuntergang.

Broome

Der Tag begann mit einem Alkoholtest

Sehenswert in Broome ist der japanische Friedhof. Broome entwickelte sich im 19 Jahrhundert zur Perlenstadt und zog tausende japanische Korallen- und Perlentaucher nach Broome. Durch Ertrinken. Der Taucherkrankheit und den Zyklonen verloren viele davon ihr Leben. Im hinteren Bereich werden Christen beerdigt und wie man sieht mit einer anderen Begräbniskultur.

Dann schauten wir noch im Public Beach und am Hafen vorbei und schreckten eine Schar Pelikane auf. Am Horizont über dem Meer waren die Rauchschwaden des Buschfeuers von gestern zu sehen, dass seit dem 7.9. bereits brennt.

Abends ging es noch einmal zum Strand.

Anschließend genossen wir noch ein kleines Didgeridoo Privatkonzert auf dem Platz, das unsere Reiseleiter organisiert hatten.

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2. Lebenszeichen Singapur und Down Under September bis Dezember 2025

7.9. bis 14.9.

Perth

Nach einem 5 stündigen Flug erreichten wir Perth bei 10 C und Regen. Gegenüber den >30°C und hoher Luftfeuchtigkeit konnten wir mindestens mal richtig durchatmen, wenngleich der Temperatursturz auch erst mal verkraftet werden muß. Bei der Einreise hatten wir unsere Formulare nicht vollständig ausgefüllt und wurden in einen Nebenbereich gelotst. Sie sind dort sehr freundlich und so mußten wir nur die restlichen Felder ausfüllen. Ich war schon etwas müde und wollte die Dauer unseres Aufenthalts mit dem Datum der Abreise beantworten und begann mit 25/12. weiter kam ich nicht. Der Zöllner fragte mit einem Lächeln, ob ich allen Ernstes 25 Jahre in Australien bleiben möchte. Nachdem dies korrigiert war, durften wir einreisen. Abholung und Transfer zum Ibis Hotel war wieder gut organisiert.

Perth

Wir wurden zu einer 4stündigen Stadtrundfahrt abgeholt. Perth ist die Hauptstadt von Westaustralien mit 2,5 Mio. Einwohnen. Ganz Westaustralien hat nur3,3 Mio. Perth ist flächenmäßig riesig, da sehr viele Einwohner in 1 Familienhäuser leben, die jeweils 1000qm Grund haben. Nur in der zentralen City stehen die Hochhäuser, die geschäftlich genutzt werden. Es ging nach Freemantle, ein Ort, der mir sehr gefiel. Von dort hat man eine sehr schöne Sicht auf die Skyline von Perth. Wir besuchten einen von vielen Stränden am Indischen Ozean und den Botanischen Garten.

Übrigens sind wir in Freemantle den „Highway To Hell“ gefahren, das ist der Canning Highway. Hier erlebte Bon Scott, damaliger Sänger von ACDC ein Desaster. Er war auf dem Weg zum Konzert und steckte in einem Megastau fest. Dieses Erlebnis veranlaßte ihn „Highway To Hell“ zu komponieren. Es gibt dort auch eine Bronzestatue von ihm.

Im Glockenturm befinden sich 18 Glocken teilweise aus dem 14. Jahrhundert, sie sind ein Geschenk von Königin Elisabeth 1.

Nach einem ausfürlichen Briefing von Lukas, ging es ins vornehme C Restaurant In The Sky im 33 Stock des St. Martins Tower. Es dreht sich um 360 ° in 90 Minuten und die Küche war 1. Klasse.

Perth – Cervantes

Frühmorgens fuhren wir zur Verleihstation. Alles begann normal mit dem üblichen Papierkrieg und Einweisungen. Nach 2 Stunden gingen wir zu den Fahrzeugen und erhielten weitere Informationen. Dann wurden die Wohnmobile verteilt. Unser Womo zeigte sofort eine rote Motorsteuerungswarnleuchte. Daraufhin wurde ein Technunker geholt. Der fummelte so lange mit seinem Auslesegerät herum, bis die Leuchte erlosch. Alles gut, kein Problem – war die nicht überzeugend wirkende Erklärung – wir könnten ruhig fahren. Nachdem man merkte, dass ich nicht einverstanden war, wurde eine Testfahrt organisiert. Siehe da , die Warnung war wieder da. Mittlerweile war es 12 Uhr geworden, und alle waren bereits unterwegs. Nach einer weiteren halben Stunde gab man uns dann ein kleineres Womo für die Tagesetappe. Man bereite ein anderes, größeres vor, das aber 3 Stunden dauern würde. Dies würde man am Abend zu dem 230 km entfernten Campingplatz bringen, zum Austausch.

Wir fuhren los und besuchten den Yanchep National Park. Dort unternahmen wir eine kleine Wanderung und sahen die ersten Kängurus. Außerdem wuchsen dort die sogenannten „Black Boys“, eine Pflanzenart, die recht widerstandsfähig gegen Buschfeuer ist, diese sogar zur Vermehrung braucht und aus dem schwarz angebrannten Stamm dann neue grüne Blätter wachsen läßt.

Weiter ging es auf den Indian Ocean Drive auf guter Strasse, an Dünenlandschaften vorbei nach Cervantes, unserem Zielort. Ute absolvierte ihre erste Wohnmobilfahrt mit Rechtslenker mit Bravour.

Tatsächlich erhielten wir um 18 Uhr unser Wohnmobil.

Cervantes – Geraldton

Zunächst mußten wir 20 km zurück fahren, um uns noch die Pinnacles anzuschauen, die wir gestern nicht mehr geschafft hatten. Im Nambung National Park sind sie zu bestaunen. Die Pinnacles entstanden etwa vor 30000 Jahren und bestehen aus Muschelkalk, der sich dann in Kalkstein verwandelte. Durch Erosion entstehen dann diese bizarren Formationen.

Dann ging es wieder auf dem Ocean Drive Hwy 60 nach Norden, der später in den Brand Hwy 1 mündet. Unterwegs gab es zuerst Buschland und später viel Farmland zu sehen, ebenfalls sahen wir die ersten toten Kängurus am Strassenrand liegen.

Wir machten einen kurzen Fotostop am Leeman Salzsee und fuhren dann bis Geraldton durch..

In Geraldton tätigten wir noch einige notwendigen Einkäufe und erlebten am Sunset Beach Holiday Park, unserem Campingplatz, einen solchen.

Geraldton – Kalbarri

Über den North-West-Costal Hwy ging es weiter nach Norden. Unterwegs hielten wir in Northhampton, eine der ältesten Ortschaften Westaustraliens. Hier stehen noch die Häuser wie vor 100 Jahren. Ich kaufte eine Weste und vergaß meine Tasche mit Geld, Pass, Schlüssel usw. Erst nach einer Weile bemerkten wir es und bevor die Panik ihren Lauf nahm, kam uns schon die Ladenbesitzerin entgegen. Sie hatte uns gesucht und war froh, uns gefunden zu haben – wir auch. Ja, Ja, wenn Ute einmal nicht aufpasst. 😜

Dann ging es weiter nach Port Gregory zum Pink Lake. Hier produzieren salztolerante Algen unter Zuhilfenahme von Sonnenlicht Carotinoide – sehr spektakulär.

Dann erreichten wir den Kalbarri Nationalpark mit der sehenswerten Steilküste. Hier fuhren wir einige Aussichtspunkte an.

In Kalbarri entdeckten wir noch an einem Aussichtspunkt eine Tannenzapfenechse.

Kalbarri

Morgens ging es zur Pelikanfütterung. Jeden Morgen um 8:45 Uhr kommen die Pelikane angeflogen und werden durch Freiwillige mit kleinen Leckerbissen verwöhnt. Das machen die seit Jahren Tag für Tag. Die hier lebenden Pelikane sind die größten der Welt. Sie können bis zu 8 kg wiegen und eine Flügelspannweite von 2,5m haben. In ihren Kehlsack passen 12 l . Sie fliegen bis zu 3000 m hoch und können in 24 Stunden bis zu 650 km zurücklegen.

Wir unternahmen im Nationalpark einige Wanderungen. Zuerst wanderten wir den Rainbow Valley Loop. Dort kann man 160 Millionen alte Felsformationen sehen die unterschiedlich gefärbt sind – daher der Name. Überhaupt findet man in Australien die ältesten Steine der Welt – bis zu 3 Mrd. Jahre alt also zur Zeit, als sich die Landmassen bildeten – ein Eldorado für Geologen.

Es folgten einige Aussichtspunkte. Die Scenerie mit dem Canyon ist schon sehenswert, aber sie mußten noch einen drauf setzten. 2 Skywalks wurden in die Landschaft gezimmert. Für meinen Geschmack völlig überflüssig. Unterwegs hätte ich fast einen 1 m langen Varan überfahren, der einfach die Strasse überquerte.

Abends gab es wieder ein leckeres Seabridge Essen.

Dessert

Kalbarri – Monkey Mia

Dann lag ein langer Fahrtag vor uns, 430 km auf endlosen aber überwiegend autofreien Strassen. Wir befinden uns in einer guten Jahreszeit, die Regenzeit ist gerade zu Ende, und es blüht überall an der Strassenrändern. Außerdem teilen wir uns die langen Strecken.

Wir hielten an einigen wenig spektakulären Aussichtspunkten, wurden dann durch Shell Beach überrascht. Hier ist in den letzten 6000 Jahren ein Muschelstrand aus Herzmuscheln entstanden, der 40 km lang und bis zu 10 m dick ist. Unglaublich was die Natur so alles hervorbringt.

Abends hatte ich ein Riesenglück. Ein Echidna oder Ameisenigel lief mir über den Weg. Die sind in der Regel sehr scheu und nicht leicht zu finden.

Wir befinden uns jetzt am Strand von Monkey Mia, der an der nordöstlichen Halbinsel Shark Bay liegt. Dieses Gebiet ist Weltnaturerbe und bekannt für die größten Seegraswiesen der Welt und der Artenvielfalt der dort lebenden Tieren, allen voran den Dugongs oder Seekühe.

Monkey Mia

Nach der ersten Woche können wir uns ein objektives Urteil über unser Wohnmobil erlauben – wir vermissen unser eigenes!! Die Womos sind ziemlich runtergerockt, mindestens 2 Jahre alt und haben um oder über 100000 km auf dem Buckel. Das Layout der Wohnkabine ist trotz der von außen augenscheinlichen Größe ungünstig und eng. Wie soll man sich in einem 15 x 12 cm großen Waschbecken waschen, ohne alles unter Wasser zu setzen? Mir ist es ein Rätsel, wie in unserem Mobil 6 Personen reisen sollen. Die Kühlschränke bei fast allen funktionierten erst nach tagelangen Reset Aktionen und tel. Hilfe vom Vermieter – nur unserer streikt noch immer. Wir bekommen bei allen 3 Energiearten 12 V, Gas und Landstrom, Fehlermeldungen. Nach Aussage von Lukas werden wir wohl in Broom eine Fachwerkstatt aufsuchen müssen. Gott sei Dank kühlt er trotzdem. Wir nehmen diese Herausforderungen sportlich und genießen die Reise trotzdem. Witzig war noch folgendes: Ich wollte den Ölstand prüfen öffnete die Motorhaube und suchte die Stützstange. Aus dem Nichts erhielt ich Unterstützung von 5 männlichen Mitreisenden, die sich neugierig erkundigten, ob ich Hilfe benötige. Offene Motorhauben ziehen Männer an. Ich lernte, wo die 10 cm lange Motorhaubenstütze zu finden ist, dass der Sprinter keinen Ölmessstab hat sondern über Sensoren im Cockpit der Öl- AdBlue- und Partikelfilterzustand abzulesen sei und erhielt eine Lektion wie das Ausbrennen des Partikelfilters funktioniert. Danach folgte eine ausführliche Einführung in das Geheimnis der Cockpitanzeigen u.s.w. Reisen bildet.

Heute morgen waren wir eigentlich um 8 Uhr mit den residenten Bottlenose Delphinen oder großen Tümmler, verabredet, die hier auch gefüttert werden. Sie hatten wohl keine Lust und ließen sich nur in einiger Entfernung blicken. Dafür bekamen wir beim Frühstück Besuch von 2 Emus.

Nachmittags ließ sich doch ein Delphin blicken und die Emus zeigten stolz ihren Nachwuchs.

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1. Lebenszeichen Singapur und Down Under September bis Dezember 2025

2.9.25 bis 7.9.25

Frankfurt

Die Anreise war DB typisch, alle Strecken hatten Verspätung. Einchecken war ok, jedoch blieb Ute beim Betreten des Sicherheitsbereich hängen, der Barcode auf der Bordkarte hatte zu wenig Tinte. In Köln trafen wir übrigens noch Maria, die Frau von Joachim, mit dem ich in Kopenhagen war. Maria wird morgen ein Seminar in Karlsruhe leiten.

Abflug war pünktlich in einem Airbus 380 und dann lagen 12,5 Stunden Flug vor uns.

Singapur

Der Flug war ok wir haben beide viel schlafen können. In Singapur kamen wir pünktlich an und befanden uns gleich in einer anderen Welt. Alles war sauber, und funktionierte.Das Immigration Prozedere findet komplett digital statt, d.h. man muß 2 Tage vor Einreise online ein Formular ausfüllen, erhält dann unmittelbar einen Visit Pass, der 3 Monate gültig ist. In Singapur kommt man vor eine Schranke, scannt seinen Pass, das System erkennt, der hat einen gültigen Visit Pass und läßt dich dann bis zur 2. Schranke durch. Dort muß man seinen Daumenabdruck scannen und dann hört man: Welcome in Singapur. Das dauert 1 Minute. Das Gepäck kam auch extrem schnell, und wir fanden auch unseren Pickup Service in Form einer sehr jungen Dame, die uns und ein 2.Paar zum Hotel brachte.

Kurze Zeit später machten wir uns zur Marina Bay auf um dort den Abend zu genießen. Wirklich beeindruckend, wie sich Singpur dort verändert hat, ich war zuletzt vor 20 Jahren dort. Wir fanden ein schönes Restaurant mit direktem Blick auf die Bay und erlebten den Wechsel vom Tag zum Abend, der hier sehr schnell verläuft. Dann umrundeten wir die Bay noch und machten wieder viel zu viele Fotos.

Singapur

Heute haben wir uns die Kante gegeben. Es standen viele Sehenswürdigkeiten in fußläufiger Nähe zur Bay auf dem Programm: Old Hill Street Police Station, Merlion Park, Raffles Hotel, National Galerie, Helix Brücke, ArtScience Museum, Haji Lane, Muslimisches Viertel, Gardens by the Bay.

Im ArtScience Museum besuchten wir eine Licht-Video-Musikinstallation, die in mehreren Räumen, durch die o.g Technik, interessante Stimmungen schuf.

Im Gardens by the Bay schauten wir uns abends die Lightshow an. Auf dem Rückweg zum Hotel konnten wir dann auch noch die Wassserspiele in der Bay anschauen. Diese waren ganz anders, als wir Wasserspiele so kennen, neben den bekannten Fontänen zur Musik wurde hier mit Wasservorhängen eine Projektionsfläche für Laser geschaffen.

Nach 12 Stunden und 21 km auf der Uhr kamen wir spät wieder zurück ins Hotel. Bei 31 Grad C und hoher Luftfeuchtigkeit, war dies ein gutes Herz-Kreislauftraining.

Pleiten, Pech und Pannen – so könnte man den heutigen Tag betiteln, zumindest für mich. Es begann mit einem Feueralarm im Hotel. Die Aufzüge waren sofort stillgelegt worden, und so suchten wir ein Treppenhaus, das uns vom 5. Stock nach unten führte. Singapur ist eine extrem saubere Stadt, selbst die Glastüren sind so sauber, dass man sie übersehen kann. So geschehen am Ausgang des Hotels, ungebremst knallte ich mit Kopf und Knie gegen die Glasscheibe. Gott sei Dank gab es nur eine Beule und eine leichte Prellung am Knie. Unterwegs wollte ich die Grünphase einer Ampel noch erwischen, war aber etwas zu langsam und beim Bremsen rutschte ich auf den nassen Fliesen des Bürgersteigs aus und legte mich hin – Ergebnis eine leichte Hautabschürfung am Knie, sonst alles ok. Das dritte Erlebnis kommt später im Bericht.

Heute wollten wir Chinatown und Little India besuchen, dazu gehörten: Buddah Tooth Relic Temple, Sri Mariamman Temple, The Pinnacle Duxton, Mustafa Center Tekka Center uns Boat Quay.

Im Buddah Toothe Relict Tempel wurde gerade eine große Zeremonie vorbereitet mit einem Mandala aus Reis und vielen Spenden.

The Pinnacle Duxton ist ein 3 türmiger Wolgenkratzerkomplex, der mit einem Skywalk verbunden ist. Darauf kann man 360° über Singapur blicken. Der ist bei Touristen nicht sonderlich bekannt, man findet den Hinweis z.B. bei Google „coole Plätze in Singapur“. Ich fand die Fahrstühle und fuhr auf die 50. Etage. Dort umrundete ich den Komplex und wunderte mich schon, dass ich bis auf 2 Kinder alleine war. Ich ging dann zurück zur Tür und fand sie verschlossen. Ich lief alle 3 Türme ab fand unzählige Türen und Drehkreuze, die alle verschlossen waren. Endlich sah ich noch ein Pärchen, das ich fragen konnte. Zurück kann man durch die Drehkreuze nur mit dem Barcode auf dem Ticket. Ich hatte kein Ticket, in dem Tower, wo ich den Aufzug nahm, gab es keinen Ticketschalter, allerdings in Tower 3. Der nette Italiener bot an, mir unten ein Ticket zu kaufen und dann wieder hoch zu kommen. Gott sei Dank war das nicht notwendig, da sein Ticket auch mich durch das Drehkreuz ließ. Zwischenzeitig hatte ich Ute, die auf diesen luftigen Ausflug verzichtet hatte und unten wartete, telefonisch informiert, dass es mit mir etwas dauern könnte.

Für abends hatten wir uns Karten für die Nacht Safari im Zoo von Singpur gekauft. Der Zoo liegt ziemlich weit draussen, und so nahmen wir ein Taxi. Ich muß sagen, das haben die gut hingekriegt. Der Zoo ist als reiner Nachtzoo konzipiert. Man kann sich zu Fuß und mit einer Bahn durch den Nachtzoo bewegen. Wir konnten tatsächlich alle Tiere beobachten, die größten Teils nachtaktiv sind.

Singapur

Nach 2 Tage extremer Urbanität, war uns wieder nach Natur zumute. Der MacRichie Reservoir Park liegt nur 8 km vom Hotel entfernt und ist ein Nationalpark mit dem Tree Top Walk, ein 12 km langer Wanderweg durch den Regenwald. Höhepunkt ist die 250 m lange Hängebrücke über den Baumwipfeln.

Nach der Rückkehr machte ich einen „welchen Schärfegrad halte ich aus“ Test. In einem Food Court bestellte ich eine Suppe, mußte allerdings nach der Hälfte passen, da ich noch mehr Schweißausbrüche hatte, als bei heute 35°C draussen.

Singapur

Heute haben wir nach dem Frühstück die Gruppe getroffen. Eva und Lukas als Reiseleiter sind uns bekannt , da wir mit den beiden die Across Amerika Tour gemacht haben und wir sie sehr positiv in Erinnerung haben. Außerdem kennen wir noch ein Pärchen, mit dem wir in Kanada/Alaska waren.

Wir starteten mit Gepäck zu einer ausführlichen Stadtrundfahrt. Allerdings regnete es den ganzen Tag, so dass die zu Fuß Passagen nicht ganz so schön waren . Im Botanischen Garten fotografierten wir dann doch die wunderschönen Orchideen, auch ohne Sonnenlicht.

Alwin, unser Stadtführer, gab uns dann noch einige Informationen über Singapur, die neu für uns waren. Singapur verfügt über kein Süßwasser. Nach der Trennung von Malaysia in den 60er Jahren wurde ein Vertrag über 100 Jahre abgeschlossen, der Malaysia verpflichtet Singapur mit Süßwasser zu versorgen. Dieser läuft 2061 aus und wird nicht verlängert. Singapur hat deshalb damit begonnen Regenwasser in riesigen Süsswasserreservoirs zu speichern und Meerwasserentsalzungsanlagen zu bauen.

Das Marina Bay Sands Hotel it 2500 Zimmern erhält einen 4. Turm. Die Auslastung des Hotels liegt bei 85%, der jährliche Gewinn beträgt 1 Mrd. SDollar. Die 450 in Singapur ansässigen Hotels haben eine durchschnittliche Auslastung von 75 %.

Es wird eine 20 km lange Schnellstrasse im Untergrund gebaut, damit der tägliche zunehmende Verkehr zwischen Malaysia und Singapur aus der Stadt gehalten wird.

Alle Hochhäuser, die in den 70er Jahren gebaut wurden mit nur einem Fahrstuhl, erhalten weitere Außenfahrstühle, damit die in die Jahre gekommenen Bewohner dort wohnen bleiben können.

Ein Toyota Corolla kostet etwa 75000€, eine Mercedes A Klasse etwa 130000 €, damit versucht der Statt dem Autoverkehr entgegen zu treten und die Menschen auf die vorbildlichen Alternativen Bus und U Bahn zu bringen.

Anschließend ging es zum Flughafen um den Flug nach Perth anzutreten.

Fazit Singapur: Eine Stadt die funktioniert, sauber, grün und sehr spannend ist. Wir sind allerdings überall auf riesige Baustellen getroffen, auch an der Bay, die darauf schließen lassen, dass die Stadt in 5 Jahren wieder anders aussieht.

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