
7.9. bis 14.9.
Perth
Nach einem 5 stündigen Flug erreichten wir Perth bei 10 C und Regen. Gegenüber den >30°C und hoher Luftfeuchtigkeit konnten wir mindestens mal richtig durchatmen, wenngleich der Temperatursturz auch erst mal verkraftet werden muß. Bei der Einreise hatten wir unsere Formulare nicht vollständig ausgefüllt und wurden in einen Nebenbereich gelotst. Sie sind dort sehr freundlich und so mußten wir nur die restlichen Felder ausfüllen. Ich war schon etwas müde und wollte die Dauer unseres Aufenthalts mit dem Datum der Abreise beantworten und begann mit 25/12. weiter kam ich nicht. Der Zöllner fragte mit einem Lächeln, ob ich allen Ernstes 25 Jahre in Australien bleiben möchte. Nachdem dies korrigiert war, durften wir einreisen. Abholung und Transfer zum Ibis Hotel war wieder gut organisiert.
Perth
Wir wurden zu einer 4stündigen Stadtrundfahrt abgeholt. Perth ist die Hauptstadt von Westaustralien mit 2,5 Mio. Einwohnen. Ganz Westaustralien hat nur3,3 Mio. Perth ist flächenmäßig riesig, da sehr viele Einwohner in 1 Familienhäuser leben, die jeweils 1000qm Grund haben. Nur in der zentralen City stehen die Hochhäuser, die geschäftlich genutzt werden. Es ging nach Freemantle, ein Ort, der mir sehr gefiel. Von dort hat man eine sehr schöne Sicht auf die Skyline von Perth. Wir besuchten einen von vielen Stränden am Indischen Ozean und den Botanischen Garten.
Übrigens sind wir in Freemantle den „Highway To Hell“ gefahren, das ist der Canning Highway. Hier erlebte Bon Scott, damaliger Sänger von ACDC ein Desaster. Er war auf dem Weg zum Konzert und steckte in einem Megastau fest. Dieses Erlebnis veranlaßte ihn „Highway To Hell“ zu komponieren. Es gibt dort auch eine Bronzestatue von ihm.
Im Glockenturm befinden sich 18 Glocken teilweise aus dem 14. Jahrhundert, sie sind ein Geschenk von Königin Elisabeth 1.













Nach einem ausfürlichen Briefing von Lukas, ging es ins vornehme C Restaurant In The Sky im 33 Stock des St. Martins Tower. Es dreht sich um 360 ° in 90 Minuten und die Küche war 1. Klasse.




Dessert
Perth – Cervantes
Frühmorgens fuhren wir zur Verleihstation. Alles begann normal mit dem üblichen Papierkrieg und Einweisungen. Nach 2 Stunden gingen wir zu den Fahrzeugen und erhielten weitere Informationen. Dann wurden die Wohnmobile verteilt. Unser Womo zeigte sofort eine rote Motorsteuerungswarnleuchte. Daraufhin wurde ein Technunker geholt. Der fummelte so lange mit seinem Auslesegerät herum, bis die Leuchte erlosch. Alles gut, kein Problem – war die nicht überzeugend wirkende Erklärung – wir könnten ruhig fahren. Nachdem man merkte, dass ich nicht einverstanden war, wurde eine Testfahrt organisiert. Siehe da , die Warnung war wieder da. Mittlerweile war es 12 Uhr geworden, und alle waren bereits unterwegs. Nach einer weiteren halben Stunde gab man uns dann ein kleineres Womo für die Tagesetappe. Man bereite ein anderes, größeres vor, das aber 3 Stunden dauern würde. Dies würde man am Abend zu dem 230 km entfernten Campingplatz bringen, zum Austausch.
Wir fuhren los und besuchten den Yanchep National Park. Dort unternahmen wir eine kleine Wanderung und sahen die ersten Kängurus. Außerdem wuchsen dort die sogenannten „Black Boys“, eine Pflanzenart, die recht widerstandsfähig gegen Buschfeuer ist, diese sogar zur Vermehrung braucht und aus dem schwarz angebrannten Stamm dann neue grüne Blätter wachsen läßt.







Weiter ging es auf den Indian Ocean Drive auf guter Strasse, an Dünenlandschaften vorbei nach Cervantes, unserem Zielort. Ute absolvierte ihre erste Wohnmobilfahrt mit Rechtslenker mit Bravour.



Tatsächlich erhielten wir um 18 Uhr unser Wohnmobil.
Cervantes – Geraldton
Zunächst mußten wir 20 km zurück fahren, um uns noch die Pinnacles anzuschauen, die wir gestern nicht mehr geschafft hatten. Im Nambung National Park sind sie zu bestaunen. Die Pinnacles entstanden etwa vor 30000 Jahren und bestehen aus Muschelkalk, der sich dann in Kalkstein verwandelte. Durch Erosion entstehen dann diese bizarren Formationen.






Dann ging es wieder auf dem Ocean Drive Hwy 60 nach Norden, der später in den Brand Hwy 1 mündet. Unterwegs gab es zuerst Buschland und später viel Farmland zu sehen, ebenfalls sahen wir die ersten toten Kängurus am Strassenrand liegen.
Wir machten einen kurzen Fotostop am Leeman Salzsee und fuhren dann bis Geraldton durch..


In Geraldton tätigten wir noch einige notwendigen Einkäufe und erlebten am Sunset Beach Holiday Park, unserem Campingplatz, einen solchen.



Geraldton – Kalbarri
Über den North-West-Costal Hwy ging es weiter nach Norden. Unterwegs hielten wir in Northhampton, eine der ältesten Ortschaften Westaustraliens. Hier stehen noch die Häuser wie vor 100 Jahren. Ich kaufte eine Weste und vergaß meine Tasche mit Geld, Pass, Schlüssel usw. Erst nach einer Weile bemerkten wir es und bevor die Panik ihren Lauf nahm, kam uns schon die Ladenbesitzerin entgegen. Sie hatte uns gesucht und war froh, uns gefunden zu haben – wir auch. Ja, Ja, wenn Ute einmal nicht aufpasst. 😜





Dann ging es weiter nach Port Gregory zum Pink Lake. Hier produzieren salztolerante Algen unter Zuhilfenahme von Sonnenlicht Carotinoide – sehr spektakulär.




Dann erreichten wir den Kalbarri Nationalpark mit der sehenswerten Steilküste. Hier fuhren wir einige Aussichtspunkte an.








In Kalbarri entdeckten wir noch an einem Aussichtspunkt eine Tannenzapfenechse.

Kalbarri
Morgens ging es zur Pelikanfütterung. Jeden Morgen um 8:45 Uhr kommen die Pelikane angeflogen und werden durch Freiwillige mit kleinen Leckerbissen verwöhnt. Das machen die seit Jahren Tag für Tag. Die hier lebenden Pelikane sind die größten der Welt. Sie können bis zu 8 kg wiegen und eine Flügelspannweite von 2,5m haben. In ihren Kehlsack passen 12 l . Sie fliegen bis zu 3000 m hoch und können in 24 Stunden bis zu 650 km zurücklegen.






Wir unternahmen im Nationalpark einige Wanderungen. Zuerst wanderten wir den Rainbow Valley Loop. Dort kann man 160 Millionen alte Felsformationen sehen die unterschiedlich gefärbt sind – daher der Name. Überhaupt findet man in Australien die ältesten Steine der Welt – bis zu 3 Mrd. Jahre alt also zur Zeit, als sich die Landmassen bildeten – ein Eldorado für Geologen.











Es folgten einige Aussichtspunkte. Die Scenerie mit dem Canyon ist schon sehenswert, aber sie mußten noch einen drauf setzten. 2 Skywalks wurden in die Landschaft gezimmert. Für meinen Geschmack völlig überflüssig. Unterwegs hätte ich fast einen 1 m langen Varan überfahren, der einfach die Strasse überquerte.















Abends gab es wieder ein leckeres Seabridge Essen.

Kalbarri – Monkey Mia
Dann lag ein langer Fahrtag vor uns, 430 km auf endlosen aber überwiegend autofreien Strassen. Wir befinden uns in einer guten Jahreszeit, die Regenzeit ist gerade zu Ende, und es blüht überall an der Strassenrändern. Außerdem teilen wir uns die langen Strecken.




Wir hielten an einigen wenig spektakulären Aussichtspunkten, wurden dann durch Shell Beach überrascht. Hier ist in den letzten 6000 Jahren ein Muschelstrand aus Herzmuscheln entstanden, der 40 km lang und bis zu 10 m dick ist. Unglaublich was die Natur so alles hervorbringt.






Abends hatte ich ein Riesenglück. Ein Echidna oder Ameisenigel lief mir über den Weg. Die sind in der Regel sehr scheu und nicht leicht zu finden.



Wir befinden uns jetzt am Strand von Monkey Mia, der an der nordöstlichen Halbinsel Shark Bay liegt. Dieses Gebiet ist Weltnaturerbe und bekannt für die größten Seegraswiesen der Welt und der Artenvielfalt der dort lebenden Tieren, allen voran den Dugongs oder Seekühe.
Monkey Mia
Nach der ersten Woche können wir uns ein objektives Urteil über unser Wohnmobil erlauben – wir vermissen unser eigenes!! Die Womos sind ziemlich runtergerockt, mindestens 2 Jahre alt und haben um oder über 100000 km auf dem Buckel. Das Layout der Wohnkabine ist trotz der von außen augenscheinlichen Größe ungünstig und eng. Wie soll man sich in einem 15 x 12 cm großen Waschbecken waschen, ohne alles unter Wasser zu setzen? Mir ist es ein Rätsel, wie in unserem Mobil 6 Personen reisen sollen. Die Kühlschränke bei fast allen funktionierten erst nach tagelangen Reset Aktionen und tel. Hilfe vom Vermieter – nur unserer streikt noch immer. Wir bekommen bei allen 3 Energiearten 12 V, Gas und Landstrom, Fehlermeldungen. Nach Aussage von Lukas werden wir wohl in Broom eine Fachwerkstatt aufsuchen müssen. Gott sei Dank kühlt er trotzdem. Wir nehmen diese Herausforderungen sportlich und genießen die Reise trotzdem. Witzig war noch folgendes: Ich wollte den Ölstand prüfen öffnete die Motorhaube und suchte die Stützstange. Aus dem Nichts erhielt ich Unterstützung von 5 männlichen Mitreisenden, die sich neugierig erkundigten, ob ich Hilfe benötige. Offene Motorhauben ziehen Männer an. Ich lernte, wo die 10 cm lange Motorhaubenstütze zu finden ist, dass der Sprinter keinen Ölmessstab hat sondern über Sensoren im Cockpit der Öl- AdBlue- und Partikelfilterzustand abzulesen sei und erhielt eine Lektion wie das Ausbrennen des Partikelfilters funktioniert. Danach folgte eine ausführliche Einführung in das Geheimnis der Cockpitanzeigen u.s.w. Reisen bildet.
Heute morgen waren wir eigentlich um 8 Uhr mit den residenten Bottlenose Delphinen oder großen Tümmler, verabredet, die hier auch gefüttert werden. Sie hatten wohl keine Lust und ließen sich nur in einiger Entfernung blicken. Dafür bekamen wir beim Frühstück Besuch von 2 Emus.






Nachmittags ließ sich doch ein Delphin blicken und die Emus zeigten stolz ihren Nachwuchs.


