Nachdem wir uns bei unseren Vermietern verabschiedet hatten ging es am Donnerstag los. Wir wollten schnell noch unser Kfz in die Wohnmobilgarage stellen. Schon in Wengern fielen uns verschlammte StraĆen auf, gefolgt von überlaufenden Gullis. Als ich dann bei der Demag in unsere Garagenzufahrtstrasse einbog, sah ich nur noch einen See und davor die Strassensperrung. Alles war überschwemmt und unsere Tiefgarage vollgelaufen.
Wir fuhren zurück und lieĆen das Kfz dort zurück. Wie wir spƤter von Heidi und Peter erfuhren, waren alle in der Garage befindlichen Wohnmobile bis zur Hƶhe von 1,50m im Wasser, also aller Voraussicht nach Totalschaden. In der Regel befinden sich dort 60 bis 80 Wohnmobile.
Was hatten wir für ein Glück, unser Wohnmobil vor 2 Tagen geholt zu haben und unser Kfz nicht sofort dort gelassen zu haben.
Die Weiterfahrt Richtung Dortmund gestaltete sich schwierig, da die Strassen Richtung Hagen sowie Silschede gesperrt waren. Wir fanden dann noch einen Weg durch Witten.
In Dortmund wollte ich beim ADAC das Gewicht, sowie die Achslast prüfen lassen. Nach dem Wiegen starrte der Prüfer unglƤubig auf den Beleg. 3740 kg Gesamtgewicht, Vorderachse links 876 kg, rechts 875 kg, Hinterachse links 990 kg rechts 994 kg. Intuitiv hatte ich das Womo sehr gleichmƤĆig beladen und bekam für diese Leistung eine 1 mit Stern vom Prüfer.
Die Hinfahrt nach Stelle gestaltete sich problemlos, so daà wir zum Kaffeetrinken bei Anne und Peter eintrafen. Abends ging es noch zum Abendessen zu einer urigen Wassermühle.
Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir mit den beiden nach Eppendorf zum Isemarkt. Dies ist ein in Hamburg und darüber hinaus sehr bekannter und traditioneller Markt, vergleichbar mit dem Markt in Münster.
Nachmittags waren Anne und Peter zum 80igsten Geburstag einer Nachbarin eingeladen, so dass wir āFreizeitā hatten.
An unserem Wohnmobil angekommen war vom geplanten kurzen Ausspannen keine Rede mehr, weil unser Kühlschrank ausgefallen war und Fehlermeldungen zeigte. Das konnten wir jetzt am Freitag Abend gar nicht gebrauchen. Wir prüften Gaszufuhr, schalteten alle Energiearten durch, schalteten den Kühlschrank aus und wieder ein – kein Erfolg. Ich fand im Internet dann in der NƤhe eine Servicestelle für Thetfort KühlschrƤnke. Ute rief an und tatsƤchlich hob jemand ab, der uns sehr professionell, geduldig und nach einer Checkliste durch verschiedene Schaltroutinen führte. SchlieĆlich sollten wir noch die 12V Versorgung ausschalten und tatsƤchlich nach Wiedereinschaltung lief der Kühlschrank wieder. Da haben wir wieder Glück gehabt an solch einen Fachmann zu geraten.
Danach besuchten wir noch ein Rock- und Blueskonzert vor dem Rathaus in Stelle. SpƤter kam noch Peter und holte uns ab. Wir feierten dann noch 2 Stunden mit der uns unbekannten Geburtstagsgesellschaft nebst Dackel.
Am nƤchsten Vormittag verlieĆen wir Anne und Peter Richtung Hamburg. Es war wie immer wieder ein schƶnes Wiedersehen.
In Hamburg fuhren wir direkt den Wohnmobilhafen Hamburg an, da der von uns bevorzugte Stellplatz am Fischmarkt geschlossen war, da Sonntag wieder Fischmarkt ist.
Zu FuĆ ging es zum Jungfernstieg in die FuĆgƤngerzonen, dann nach einer StƤrkung an der Binnenalster weiter rund um Binnen- und Aussenalster. Unterwegs beobachteten wir die teilweise ungeschickten Rettungsversuche für ein gekentertes Kanu. Erst ein Tretboot entschƤrfte die Situation und die 3 FreizeitkapitƤne konnten samt Kanu gerettet werden.
Vom Hotel Atlantik, wo wir uns ein Taxi bestellten, fuhren wir zur Panik City an der Reeperbahn. Wir hatten für den spƤten Nachmittag Karten gekauft. Dort wird einem das Leben von Udo Lindenberg von klein auf bis heute multimedial und mit Ausstellungsstücken sehr interessant und lebendig nƤhergebracht. Wir konnten sogar mit dem digitalen Udo in seinem Tonstudio das Lied āIch mach mein Dingā gemeinsam gesangsmƤĆig aufnehmen. AuĆerdem durften wir nach Anleitung von Udo 2 Likƶrelle malen, die wir uns dann sofort per email schicken lassen konnten.
Danach ging es noch einmal die Reeperbahn rauf und runter. Unterwegs trafen wir noch Olivia mit ihrer Besuchergruppe. Ich finde die Reeperbahn wird von Mal zu Mal schƤbiger.
Ute wollte noch wissen wer diese Fingerübung wie Udo kann.
Nach einer kleinen Odyssee mit U- und S Bahn und einem weitern FuĆmarsch schlossen wir den Tag ziemlich groggy ab.
Der nƤchste Tag stand unter dem Motto āWandern am Hafenā. Den ganzen Tag waren wir in der Gegend unterwegs bis Altona. Die an sich schƶn gemachte Hafenpromenade verkommt leider zu einer Kirmesmeile mit Karussels und Fressbuden. Der Hafenflair geht dadurch leider etwas verloren. Wir machten eine Pause bei der netten Kneipe āZum Schellfischpostenā, aus der die Sendung Inas Nacht gesendet wird. Am Ende hatten wir stolze 18 km auf der Uhr.
Am nächsten Tag ging es zunächst einmal durch den allmorgendlichen furchtbaren Berufsverkehr Richtung Norden. Wir machten eine Zwischenpause in Glückstadt, wo wir mit Hängen und Würgen aus dem Stau vor der Fähre herauskamen.
Danach besuchten wir Anke und Jürgen und verbrachten wieder schöne Stunden zusammen, vor allem am Abend vor der Feuertonne mit Angela, Dieter und Holger, die wir vor 2 Jahren in Brüssel beim Rallystart kennengelernt hatten.
Laboe war unser letztes Ziel vor der FƤhre. Wir fanden einen guten Stellplatz direkt am Marine Ehrenmal. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand.
Da es uns in Jƶkulsarlon so gut gefallen hatte, fuhren wir noch einmal dort hin, um bei gutem Wetter den Tag dort zu verbringen. Wir hatten super Sicht auf die Gletscher und fanden bei Hochbetrieb einen Parkplatz in der ersten Reihe. Nach dem Mittagessen mit Blick auf die Lagune genossen wir die spektƤkulƤren Blicke auf die Eisberge. Am schwarzen Strand waren an diesem Tag groĆe Eisbrocken angeschwemmt worden und bei Ebbe liegen geblieben, mit dem Schwarz als Kontrast schƶne Motive.
Blick vom Campingplatz
Jƶkulsarlon
Ute in Grundstellung zu ihrem Veitstanz
Eis, Eis, Eis
In Prospekten und von unserem Helikopterpiloten hatten wir gehört, dass Höfn der Ort ist mit den besten Lobstern auf Island, wobei es sich offensichtlich um Langusten handelt. Also beschlossen wir, unser vorgezogenes Island Abschiedsessen hier einzunehmen. In einem sehr schönen Hotel mit Restaurant bestellte Ute Blumenkohlsteak mit Gerstenbrei, ich genehmigte mir Lobsterschwänze. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt, und es war ein würdiges Essen zum Abschluà unserer Tour.
unser IslandsabschluĆessen
Normalerweise war unser Programm damit abgearbeitet, aber wir hatten noch Tage übrig. Also verkürzten wir die nächste Etappe und steuerten Djupivogur an. Die 1 führt an dieser Stelle sehr malerisch direkt an der Küste und an diversen Fjorden entlang, wenn das Wetter stimmt. Leider war dies nicht der Fall, Regen Nebel 10 Grad.
Pffffffffff machte es hinter mir, ābei mir ist die Luft rausā, sagte Ute, war aber schon wieder in Prospekten und Karten vertieft.
Nach einiger Zeit hatte sie für die nächsten 2 Tage ein Programm aufgestellt. Es sollte nach Hallormsstadur und danach noch einmal in den Vatnajökull Nationalpark gehen.
ZunƤchst fuhren wir wieder bei miesem Wetter los. Als wir dann die Küste verlieĆen, hƶrte es auf zu regnen, und es wurde milder. Kurz vor Egilstadir bogen wir rechts ab zum Lagarfljot, ein 35 km langer See. An seiner Ostseite befindet sich der grƶĆte Wald Islands und dort liegt der Campingplatz von Hallormsstadur. Der Platz war gut gefüllt, fast ausschlieĆlich von IslƤndern mit Wohnwagen. Dies Gebiet ist ein Wanderparadies und wird von den Einheimischen sehr geschƤtzt.
durch den Wald von Hallormsstadur
Am nƤchsten Tag fuhren wir zunƤchst die 931 bis zum Hengifoss. Der liegt ungefƤhr 500 m hoch, war aber von der StraĆe aus zu sehen. Ich dachte dieser Blick genügt, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Ute wollte aber ānur mal guckenā. Daraus wurde eine kapitale Wanderung von knapp 2 Stunden mit 400 Hƶhenmetern. Allerdings eine sehr schƶne, zumal wir alleine waren und die Temperatur 20 °C erreichte.
Blick auf den Lagarfljot Wanderung zum Hengifoss
Dann wechselten wir auf die 910, eine super Strasse, die zunƤchst auf 800 m ansteigt und man dann auf der Hochebene Aussichten ins Hochland und auf den Snaefell hat. Die Strasse endet nach 70 km beim grƶĆten Wasserkraftwerk Europas dem Karahnjukar.
Mount SnƤfell
Ausflug zum Karahnjukar Kraftwerk
Ćberhaupt hat Ute jede Menge Superlative in diese Tour gepackt: der Hallormsstadaskogur ist der grƶĆte Wald Islands, der Hengifoss ist der drittgrƶĆte Wasserfall Islands, der Snaefell ist mit 1890 m der grƶĆte alleinstehende Berg Islands und dann noch das grƶĆte Wasserkraftwerk.
Auf den 70 km der 910 kamen uns 2 Fahrzeuge entgegen, ansonsten waren wir alleine.
Nachdem wir uns auf der riesigen Staumauer die Beine vertreten hatten, ging es dieselbe Strecke wieder zurück mit dem Endziel Seydisfjördur. Wir wollten dort 1 Tag eher eintreffen, da auch dieser Campingplatz aufgrund von Covit 19 nur reduzierte Plätze anbot, und wir sicher sein wollten, einen zu bekommen.
Den bekamen wir um 16 Uhr auch, gleichzeitig wurde vor unseren Augen eine Riesenbaustelle eingerichtet, sie teerten den ganzen Ort neu. In Island haben die Jungs dazu keine Oberbekleidung an und auf den Teermaschinen wird der ganze Ort mit ohrenbetƤubender Musik beschallt. Das scheint hier keinen zu stƶren. Normalerweise ist Ute empfindlicher, was LƤrmbelƤstigung angeht, aber dieses Mal reichte es mir. Sie arbeiteten um 23 Uhr noch immer.
unser Abendprogramm
Zwischendurch machten wir einen kleinen Spaziergang zum FƤhrterminal und erhielten einen Anruf von meinem Cousin mit der Bemerkung: wir kƶnnen euch sehen. Sie hatten die Webcam vom Terminal im Internet aufgerufen und konnten uns tatsƤchlich sehen, war sehr witzig, Orwell lƤĆt grüĆen.
Nach einer überraschend ruhigen Nacht und gutem Wetter machten wir noch einen Spaziergang durch den Ort und zu den beiden WasserfƤllen, beantragten die Rückerstattung der Steuern für die steuerfreien Produkte, die wir gekauft hatten und lieĆen die Islandreise dann endgültig gemütlich ausklingen.
Seydisfjƶrdur
Dann ging es am nächsten Tag gemütlich mittags auf die Fähre. Wir bezogen unsere Kabine, legten ab und ich mich hin. Wir hatten hohen Seegang und das spürte ich sofort. Abends wurde es ruhiger, und Ute holte mich ab in die Bar, wo ein Klavierspieler gute Musik produzierte, und wir noch einige Stunden mit Bekannten verbrachten, die wir unterwegs kennengelernt und uns auf der Fähre verabredet hatten.
Um 2 Uhr morgens war die Nacht zu Ende. Die FƤrƶer mochten uns anscheinend nicht. Es stürmte und schüttete. Wir hatten eine Koordinate für einen Parkplatz, der sich für die Restübernachtung eignete. Der Sturm zog krƤftig an der Dachluke, und es klapperte dauerhaft . Mit 2 Schaumgummiohrstƶpsel konnte ich das Klappern minimieren und noch einige Stunden schlafen. Am nƤchsten Morgen sahen wir…….nichts. Es goĆ weiter und war total nebelig. Also hieĆ es aussitzen. Der Tag war schon morgens gelaufen.
Nachmittags gingen wir bei Regen in die Innenstadt von Torshavn, die eine schƶne Altstadt hat. Ansonsten war wetterbedingt nichts los.
Torshavn
Am nächsten Morgen galt der erste Blick aus dem Fenster dem Wetter, es war heller und hatte aufgehört zu stürmen und regnen. Also begannen wir unsere am Vorabend geplante Tour über die 2 Inseln Streymoy und Eysturoy. Unser Schwerpunkt heute war die Insel Eysturoy. Ohne auf die genaue Streckenführung eingehen zu wollen, es war grandios. Die Sonne kam raus, wir hatten teilweise 20 °C und erlebten eine Landschaft und ein Farbenspiel mit Licht unnd Schatten, dass uns begeisterte. Die Strassen waren zwar eng, aber durch den wenigen Verkehr gut zu fahren.
unterwegs auf Streymoy und Eysturoy
Nach unserer Rundtour suchten wir den Campingplatz in Eidi auf und erlebten wieder eine Ćberraschung. Der Platz war nur mit Wohnwagen und Einheimischen belegt. Es gab keine Anmeldung, nur eine Geldbüchse. Ein netter Faerƶer, der sogar etwas Deutsch konnte, klƤrte uns auf und meinte, wir kƶnnten ruhig eine Nacht dort übernachten. Ansonsten war alles vorhanden, inklusive gutem WLAN.
Am nƤchsten Morgen wuĆten wir erst nicht, ob eine weitere Ausflugsfahrt sinnvoll sei, da es total neblig war. Wir entschlossen uns abzuwarten, und nach 3 Stunden wurde es tatsƤchlich etwas klarer.
Wir starteten unsere Tour, diesmal mit Schwerpunkt Streymoy. Die Sicht wurde immer besser und auch dieser Tag war wieder wunderschƶn.
unterwegs auf Streymoy
In Vestmanna kaufte ich mir ein Schafsfell als Unterlage meines Campingstuhls. Ja,ja, Mann kommt schlieĆlich in die Jahre. Ich benƶtige jetzt noch jemand, der mir Halteschlaufen annƤhen kann. Ich glaube, ich habe da schon jemand im Hinterkopf, die ich fragen kƶnnte.
Danach ging es gemütlich zurück nach Torshavn, wo wir auf die Fähre warteten.
Damit enden auch unsere Lebenszeichen dieser Reise, die wieder sehr ereignis- und erlebnisreich war. Wie immer danken wir für eure Feedbacks und guten Wünsche.
Am Morgen besuchten wir noch Perlan als allerletzte Station in Reykjavik. Perlan ist entstanden aus früheren HeiĆwassertanks und architektonisch dann aufgepeppt worden. Es beinhaltet ein Planetarium, Ausstellungen und ein Restaurant. Im Planetarium sahen wir eine 360° Multimediashow über die Entstehung Islands, ihren Attraktionen und wieder sehr ausführlich das Nordlicht.
Perlan
Danach besuchten wir auf unserer Strecke nach Grindavik eine Islandpferde Ranch. Wir durften auf die Koppel und direkt Kontakt aufnehmen mit den Pferden. Sie strahlen eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus.
Hestar Hafnarfjƶrdur
Hestar Hafnarfjƶrdur
Hestar Hafnarfjƶrdur
unterwegs nach Hafnir
Hinter Hafnir sahen wir uns die Brücke zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte an. Jedes Jahr driften die Platten 2 cm auseinander.
Brücke zwischen den Kontinenten
Dann ging es noch zu den Schlammkratern von Gunnuvehr, bevor wir unseren Platz in Grindavik erreichten.
Gunnuvehr
Der folgende Tag war wieder gut gefüllt mit Attraktionen. Zuerst fuhren wir zum Graenavatn, ein See in einem Vulkankrater.
Graenavatn
Dann erreichten wir wieder ein Geothermalgebiet, Seltun.
Seltun
Mittags besuchten wir das Geothermalwerk Hellisheidi, eines der modernsten der Welt. Parkplätze für 10 Busse und 150 Autos waren angelegt, 3 waren besetzt. Wir besichtigten die Ausstellung mit einem Audioguide. Ganz Reykjavik wird von diesem Werk mit warmen Wasser und Elektizität versorgt. Die Bohrungen gehen bis zu 2200 m tief. Beeindruckend war das CarbFix Projekt dort. Seit 2007 wird Co2 und andere sauren Gase, die bei der Produktion entstehen wieder in den Boden gepumpt, wo sie mit Basalt natürlich reagieren und zu Karbonat versteinern. Seit 2017 gibt es ein Projekt, dass diesen Prozeà auch mit Co2 aus der Luft entwickelt.
Geothermalwerk Hellisheidi
Reykjadalur, ein weiteres Thermalgebiet, war unser nƤchstes Ziel. Eigentlich hatte ich keine groĆe Lust auf Wandern, da es auch schon relativ spƤt war. Dort flieĆen warme Flüsse, in denen man baden kann. Ute war nicht zu bremsen und so kamen weitere 9km und 400 Hƶhenmeter zustande, die wir allerdings nicht alleine gingen, sondern von Millionen kleiner Fliegen begleitet wurden.
Reykjadalur
Den AbschluĆ bildete noch einmal ein Kratersee im Kerid Vulkan.
Kerid
Dann ging es in den Nationalpark Pingvellir, wo wir einen sehr schƶnen Campingplatz fanden. Unsere kleinen Begleiter warteten schon auf uns.
Keine guten Wetteraussichten für die nƤchsten Tage. Es heiĆt wieder improvisieren und anpassen. ZunƤchst blieben wir auf dem Campingplatz, da es schüttete. Nachmittags hƶrte der Regen auf, und wir fuhren zum Besucherzentrum Pingvellir. Leider war die Ausstellung bis zum 13.8. geschlossen.
Kaum waren wir wieder drauĆen, erhielten wir die nƤchste Dusche.
In Pingvelir wurde vor gut 1000 Jahre so was wie ein erstes Parlament gewƤhlt. Es trafen sich die Ćltesten aus ganz Island um grundlegende Entscheidungen einvernehmlich zu treffen und Recht zu sprechen. AuĆerdem kann man dort sehr deutlich die 2 Kontinentalplatten Eurasien und Amerika sehen, die jƤhrlich 2 cm auseinander driften. Da wir vor 35 Jahren schon einmal hier waren, ist der Abstand der beiden Platten also um 70 cm gewachsen.
Pingfallavatn
Thing Platz
Kontinentlplatten
Pingvelir
Da es immer mal wieder regnete, beschlossen wir, auf dem Campingplatz zu bleiben.
Unsere nƤchstes Ziele am nƤchsten Tag waren Geisyr und Gullfoss. Im Daurregen erreichten wir zuerst Geisyr. Der eigentliche, alte Geysir ist vor einigen Jahren erloschen, dafür ist der Strokkur eingesprungen, der alle paar Minuten mehr oder weniger hohe FontƤnen ausstƶĆt. Wahrscheinlich hat der Strokkur Humor, denn immer dann, wenn besonders viele Touristen, die mit Kameras und Handys bewaffnet, den groĆen Ausbruch erwarten, lange gewartet hatten, spendiert er eine enttƤuschend kleine FontƤne. Man musste schon Geduld haben.
Geisyr/Strokkur
Danach fuhren wir das kurze Stück zum Gullfoss. Ein sehr schöner Wasserfall allerdings ohne Regenbogen, da es in Strömen regnete.
Gullfoss
Wir entschieden uns auf dem Campingplatz am Geisyr zu übernachten und abends, noch mal einen Versuch zu starten das Gebiet des Geisyr ohne Regen zu erleben. Das klappte auch, und wir konnten noch eine kleine Wanderung unternehmen.
Der nƤchste Tag war wenigstens trocken. Wir besuchten das Geysir Gebiet und den Gullfoss noch einmal, diesmal bei besserer Witterung.
Gullfoss
Unterwegs machten wir noch Station am Faxa Wasserfall, sehr schƶn gelegen mit einer groĆen Lachstreppe.
Faxa
Danach folgte Reykholt, wo wir beim Erzeuger superleckere Erdbeeren, Brombeeren und Tomaten kauften. Die dort feil gebotene Tomatensuppe war ebenfalls vorzüglich.
Auf der Strecke lag noch Skalholt, der erste Bischofssitz und das christliche Machtzentrum des Landes. War kein āmust seeā.
Unsere Tagesziel war Hella.
Da wir noch einige AktivitƤten geplant haben, beobachteten wir die Wetterlage ganz genau um die besten Tage auszusuchen. Dies galt auch für Landmannalauga. Wir hatten den Montag als einzigen trockenen Tag der Woche dafür gefunden und schon in der letzten Woche die notwendigen Buskarten gekauft. Landmannalauga kann man nur mit 4×4 erreichen.
mit sowas zum Beispiel
Der Sonntagabend versprach schon einmal gutes Wetter, es wurde sogar sonnig und warm.
Der Montag morgen war bewölkt. Pünktlich warteten wir an der Bushaltestelle, um vom aus Reykjavik gestarteten Bus mitgenommen zu werden. Wir waren schon überrascht, wieviele Gleichgesinnte dort schon warteten, mehr als ein Bus mitnehmen kann. Es wurden dann sogar 3 Busse, die komplett voll wurden. Die Fahrt dauerte über 3 Stunden, vorwiegend auf Piste. 3 Stunden Maskentragen war eine neue Erfahrung.
Das Wetter wurde wieder schlechter, es begann zu regnen und es wurde zunehmend neblig. Beste Voraussetzungen um eine schƶne Landschaft zu betrachten und Wandern zu gehen. Je weiter wir ins Hochland kamen um so weniger sahen wir.
Unglaublich, aber als wir am Basecamp in Landmannalauga ankamen, wurde es hell, und der Nebel zog sich zurück. Dort herrschte ein groĆer Trubel, da hier der Laugavelur startet ein 55 km langer Trail durch das Hochland, den man in 3 ā 5 Tagen lƤuft. AuĆerdem gab es dort die teuerste Toilette unseres Lebens. Fast 5⬠zahlte ich fürs kleine GeschƤft. In der Natur ist es untersagt, aber bei den Kursen wundert es mich nicht, dass die Ranger genau das Gegenteil erreichen.
Wir begannen eine wunderschöne Wanderung durch Lavafelder, Obsidianfelder, grünen Hochebenen, an dampfenden Schlammtöpfen vorbei, durch einen Canyon und zurück an einem Fluà entlang. Das Ganze garniert mit einzigartigen Landschaftsbildern, die bei immer besser werdenden Sichtverhältnissen auch die unterschiedlichen Farben der Gesteine zum Ausdruck brachten.
Nach 3 Stunden fanden wir uns wieder beim Bus ein und rumpelten dann 3 Stunden wieder auf den Pisten zurück nach Hella.
Das war ein toller Ausflug, und so hatten wir Landmannalauga sowohl aus der Luft als auch vom Boden aus erlebt.
Wanderung in Landmannalauga
Wir entschlossen uns am nƤchsten Tag die WestmƤnner Inseln zu besuchen und eventuell eine Bootefahrt durch die Inseln zu machen.
Pünktlich kamen wir am FƤhrhafen Landeyjahƶfn an und buchten eine Ćberfahrt. Die Passage dauert 40 Minuten. Von den 14 Inseln ist nur Heimaey besiedelt. Etwa 4000 Menschen wohnen dort.
Fährüberfahrt Westmänner Inseln
In Heimaey angekommen orientierten wir uns erst mal nach den Mƶglichkeiten und fanden heraus, dass nur noch die groĆe 2 stündige RIB Boot Tour stattfinden würde, in genau 15 Minuten. Wir buchten, und wurden professionell eingekleidet. Da ich natürlich Fotos schieĆen wollte, verpackte ich die Kamera in einen Plastikbeutel.
Dann kam der erste Hammer. Es galt Maskenpflicht auf dem RIB Boot. Da fƤhrt man mit 50 ā 60 km/h über den sehr windigen Nordatlantik und Covid hat noch Zeit in einem Aerosoltrƶpfchen den Weg zum NƤchsten zu finden, sehr befremdlich.
Der zweite folgte danach. Unser Mitfahrer bestanden fast nur aus 14 jƤhrigen Einheimischen, die natürlich Action erwarteten. Die bekamen sie und damit wir dann auch. Das Boot war ausgestattet mit einer enormen Stereoanlage, und der Musik nach zu urteilen, hatten die Bengels eigene Musik mitgebracht, so etwas, was man schon mal aus den Autos der coolen Jungs zu hƶren bekommt, nur viel lauter. Immer wenn die Musik angestellt wurde, muĆten wir stehen, uns festhalten und mit den Beinen die SchlƤge des Bootes abfedern. Unser Skipper beschleunigte das mit 800 PS ausgestattete Boot auf Hƶchstgeschwindigkeit. Ab da wusste ich, es gibt kein einziges Foto. Ich hatte alle HƤnde voll zu tun, um auf den Beinen zu bleiben, wobei alle HƤnde falsch sind, ich hatte nur eine, in der anderen musste ich 2 Stunden die Kamera festhalten.
Nachdem wir uns an die UmstƤnde gewƶhnten, hatten wir richtig SpaĆ. Unglaublich die Beschleunigung des Bootes, die Fahrkunst des Skippers und natürlich die Schƶnheit der Inseln, mit vielen Hƶhlen, in die er trotz hoher Wellen hineinfuhr und den vielen Vogelfelsen mit Puffins. Das erste Mal sahen wir auch Bastƶlpel, mit einer eindrucksvollen Spannweite von fast 2 m. Wir konnten auch das die jüngste Insel der Welt sehen, Surtsey, die 1967 durch einen Vulkanausbruch entstand.
RIB Boot
Nach diesem tollen Actionerlebnis hängten wir noch eine 2 stündige Inselrundfahrt per Bus dran, mit Erärungen zur Geschichte, zu dem Leben mit Vulkanen und zu dem Leben in der Abgeschottenheit.
Erstaunlich hoch ist der Lebensstandard dort, der der hƶchste in ganz Island sein soll. Man sah das auch an den HƤusern, Autos und einem der schƶnsten GolfplƤtze de Welt.
Zum AbschluĆ der Fahrt, führte uns der Fahrer noch zu einer Puffins Auffangstation, wo verletzt oder verƶlte Puffins gepflegt und dann ausgewildert werden. AuĆerden hatten sie dort 2 Belugawale, die aus einem Zirkus aus Russland stammten und die in ein Freigehege ihren Lebensabend verbringen sollten. Der Umzug stand unmittelbar bevor.
Beluga Wale
Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück und wir übernachteten in Seljalandfoss.
Es wurde stürmisch in der Nacht mit Starkregen und um 3:30Uhr setzte ich das Womo um, da ich Sorge hatte abzusaufen.
Nachdem der Wind mittags nachgelassen hatte, machten wir uns auf nach Vik. Unterwegs gab es einiges zu sehen: Den Seljalandfoss, ein Wasserfall hinter dem man durchgehen kann. Den Skogafoss (Wasserfall), dem Solheimajƶkull (Gletscher), den schwarzen Strand von Dyrholaey, sowie einen weiteren schwarzen Strand mit BasaltsƤulen und Felsnadeln im Meer.
Seljalandfoss
Seljalandfoss
Seljalandfoss
Skogafoss
Skogafoss
Ute kurz vor ihrem „Auftritt“
Dyrholaey
Dyrholaey
Dyrholaey
Dyrholaey
Solheimajƶkull
Solheimajƶkull
Am Skogafoss hatte Ute ihren groĆen Auftritt. Wir hatten uns gerade den Wasserfall von oben angesehen und waren auf dem Rückweg zum Womo. Vor uns 3 Damen, davon 1 Ƥltere in einem blauen Regenmantel von Hurtigruten. So einen hat Ute auch und ohne dass ich Eingreifen konnte, schoss sie los, überholte die Damen und begann einem Veitstanz vor ihnen aufzuführen und wies immer wieder auf ihren Regenmantel, den sie ja identisch vermutete mit dem der Ƥlteren Dame. Nur, heute hatte sie ausnahmsweise ihren weiĆen Regenmantel an. Die irritierenden Blicke der Frauen lieĆen vermuten, dass sie sich nicht sicher waren zu entscheiden, braucht die Dame Hilfe und Vorsicht, ist die Dame vielleicht gefƤhrlich. āSie kƶnnen vor uns ruhig weiter tanzenā, sagte dann eine von Ihnen. Dann bemerkte Ute ihren Irrtum. Ich stand mit offenem Mund da und wusste nicht, ob ich die Dame kennen muss. Nachdem Ute aufgeklƤrt hatte, war das GelƤchter natürlich groĆ. Die Drei gehƶrten zu einer Reisegruppe. Als ihr Bus bei uns vorbei fuhr tanzte Ute noch einmal zum Abschied mit ihrer blauen Jacke schwenkend. Ich glaube der ganze Bus dachte, das was die Frau genommen hat will ich auch.
Dann erreichten wir unseren Ćbernachtungsplatz in Vik.
Der nächste Tag hielt wieder einige Besichtigungspunkte für uns bereit.
Zunächst besuchten wir eine Steinmännchenkolonie, die heute von Touristen und früher von Reisenden gebaut wurden für eine sichere Reise. Die Tradition geht Hunderte von Jahren zurück.
SteinmƤnnchenkolonie
Dann folgte ein grün bewachsenes Lavafeld.
Lavafeld
In Fjadrargljufur konnten wir eine kleine Wanderung an einem Canyon entlang unternehmen.
Fjadrargljufur
In Kirkjugolf sahen wir durch Gletscher blankgeschliffene sechseckige Basaltsteine, die einem Kirchenboden Ƥhnelten.
Kirkjugolf „Kirchenboden“
Weitere Basaltformationen konnten wir in Dverghamrar bewundern.
Dverghamrar
Kurz vor Skaftafell sahen wir noch die Reste einer Stahlbrücke, die durch den letzten Vulkanaubruch unter dem Gletscher und der daraus folgenden Sturzflut zerstört wurde.
der ĆbeltƤter
Reste einer Stahlbrücke
unterwegs nach Svinafellsjƶlkull
Der Höhepunkt des Tages folgte dann am Svinafellsjölkull, einem Gletscher, dem man zu Fuà bis auf 200 m erreichen konnte.
Svinafellsjƶlkull
Nach dem Hƶhepunkt, kam die Ćberraschung des Tages. Bei der Anfahrt zum Campingplatz in Skaftafell wurden wir durch einen quer zur Fahrbahn stehenden SUV angehalten und man erklƤrte uns, dass der Platz voll sei. Unglaublich, die haben 2000 PlƤtze auf dem Platz und nur 100 PlƤtze wegen Corona freigegeben. AusĆerden sind alle buchbaren AktivitƤten, wie Rundflüge, Gletscherwanderungen usw. nicht verfügbar. In der ganzen letzten Wochen haben wir teilweise dicht an dicht gestanden und hier machten sie so einen Zirkus. Also wichen wir aus auf einen kleinen Campingplatz in Svinafell.
Die Nacht über stürmte es wieder heftig. Nachdem wir dem Campingplatz in Skatafell und dem Info Center einen weiteren Besuch abgestattet hatten und keine Ćnderung zum Vortag feststellten, beschlossen wir weiter zu fahren.
Der erste Halt war Fjallsarlon, wo der ĆrƤfa Gletscher die Lagune erreicht. Wir buchten eine Zodiaktour, die uns an einigen kleineren Eisbergen vorbei und an der Gletscherkante entlang führte. War ganz nett.
Fjallsarlon
Wir hƤtten noch etwas warten sollen, denn in Jƶkulsarlon gab es das gleiche nur viel imposanter. Viel grƶĆere Eisberge und eine grƶĆere Gletscherkante. Dort kann man auch mit Amphibienfahrzeugen in die Lagune.
Jƶkulsarlon
Gegenüber von Jökulsarlon lagen Eisbrocken auf einem pechschwarzen Strand. Sie stammen vom Breidaner Gletscher und werden durch den kürzesten Fluà Islands (500m) bis ins Meer befördert, wo sie nach Wasserstand und Wind auch mal auf dem Strand liegen bleiben.
Uns gefiel dieser Platz sehr gut und wir beschlossen morgen noch einmal dorthin zu fahren und auf dem nächstdelegenen Campingplatz zu übernachten. Es gab keinen. 86 km mussten wir bis nach Höfn fahren. Ob wir morgen die Tour wieder zurück machen, glaube ich eher nicht.
In Hƶfn konnte ich das Womo noch einmal an einer Tankstelle waschen.
War das ein schrecklich schƶner Tag. Schƶn, weil wir schƶne Besichtigungsstationen hatten und wieder eine spektakulƤre Landschaft genieĆen durften. Schrecklich, weil die Piste sich in einem fürchterlichen Zustand befand. Solche StraĆen hatte ich weder in Namibia, Botswana oder im Oman erlebt. Ein Wunder, dass alles am Womo ganz blieb.
Latrabjarg war unser Ziel, der westlichste Ort Europas, damit westlicher als der westlichsten Punkt des Festlands, in Portugal, wo es dafür aber die westlichste Bratwurst gibt.
Unsern ersten Stop machten wir am schönsten Wasserfall der Westfjorde, dem Dynjandi. Er ist wirklich schön, da er sehr breit ist und das Wasser wie Schleier fällt. Man konnte unten bis an den Fuà des Wasserfall herangehen. Es ist eigentlich nicht ein Wasserfall, sondern 5 nacheinander folgende.
Strompgljufrafoss
Gƶngumannafoss
Hrisvadsfoss
Hundafoss
Hundafoss
Dynjandi
Dynjandi
Dann ging es weiter Richtung Latrabjarg, das wir nach 5 Stunden erreichten. Die Klippen von Latrabjarg beherbergen viele Seevƶgel. Die Touristen kommen allerdings wegen der Papageientaucher oder Puffins, wie sie hier heiĆen. Wir hatten Glück, das Wetter war ok, windstill und wir konnten viele dieser putzigen Vƶgel gut beobachten.
Latrabjarg
Dann mussten wir noch einmal 12 km dieselbe Piste zurück bis zu unserem Campingplatz.
Ich war groggy und brauchte erst mal nach einer heiĆen Dusche Ruhe.
Zur Belohnung für die Strapazen des Tages gönnten wir uns ein leckeres Abendessen im Hotel, das direkt am Campingplatz liegt.
Danach unternahmen wir noch um 23 Uhr einen Spaziergang zum Strand und entdeckten unterwegs einen kleinen, alten Friedhoh mit GrƤbern aus dem 19. und 20.Jahrhundert.
Abendspaziergang und alter Friedhof um 23 Uhr
Morgen müssen wir wieder 30 km auf derselben Piste zurück.
Nach dem Aufstehen fuhren wir sofort, ohne Frühstück, los. Wir wollten die Pistenkilometer ohne Gegenverkehr schnell hinter uns bringen und danach frühstücken. Das klappte auch gut, wir waren alleine unterwegs und so konnte ich die gesamte Breite der Piste nutzen, um den ekligen Steinen und Schlaglöchern auszuweichen.
Wir fanden am Strand vom Patreksfjord einen schƶnen Platz. Dorthin wurde auch 1981 das erste Stahlschiff in Island zum Verrotten auf den Strand gelegt. Es handelte sich um die 1912 in Betrieb genommene Gardarba 64, in Norwegen gebaut.
Frühstücksplatz am Patreksfjord
Dann gings los Richtung Reykholar, immer an der Küste entlang, an vielen Fjorden vorbei. Es war eine sehr schöne Fahrt, auf sehr guter Strasse.
unterwegs nach Reykholar
In Reykholar fanden wir einen sehr groĆen Wiesencampingplatz vor, der fast leer war.
Abendspaziergang
Zum Camping in Island kƶnnen wir jetzt auch einige Aussagen machen. Es gibt keine Parzellen, man stellt sich da hin, wo man will. Es gibt keine Ćffnungs- und Ruhezeiten, die PlƤtze sind 24 Stunden geƶffnet. Die IslƤnder kommen gerne spƤt… sehr spƤt. Es kam vor, daĆ wir um 1:30Uhr aus dem Schlaf gerissen wurden, weil ein IslƤnder seinem Campingbus 2 Meter neben unser Mobil stellte und gefühlt 20 Mal die Schiebetür zuknallte. Ćberhaupt sind die IslƤnder rücksichtslos, was LautstƤrke und Abstand betrifft. Das wichtigste Utensil der campenden IslƤnder ist ihr geliebter Gasgrill, falsch Smoker, je grƶĆer desto besser. Das erste, was sie nach Ankunft auspacken und in Betrieb nehmen ist ihr Grill.
Wir verlieĆen am nƤchsten Tag die Westfjorde Richtung Husafell.
Irgendwann erreichten wir die Ringstrasse 1, die auffallend viel Verkehr hatte. Man merkt, man ist im groberen Dunstkreis von Reykjavik. AuĆerdem haben die Auto- und Camperverleiher dieses Jahr ihre Preise um 20% gesenkt, wegen ausbleibender auslƤndischen Touristen, um die Einheimischen als Kunden zu gewinnen, was anscheinend funktioniert.
Als erstes bestiegen wir den Grabok, einen Vulkan mit sehr schƶn zu umrundenden Kraterrand.
Grabok
Dann hielten wir in Deildartunguhver. Dort gibt es heiĆe Thermalquellen. Das ansƤssige Thermalbad muĆ das 100 °C heiĆe Wasser mit kalten Gebirgswasser kühlen.
Deildartunguhver
Es folgte der für Isländer kulturhistorisch bedeutsamen Ort Reykhold. Dort lebte im 13. Jahrhundert Snorri Sturluson, der die ersten Hot Pots anlegte und damit die Badekultur Islands begründete. Für uns war dieser Ort eher langweilig.
an dieser Stelle soll der erste Hot Pot errichtet worden sein
Snorri Sturluson
Weitaus interessanter und eindrucksvoller war unser nƤchster Stop an 2 WasserfƤllen. der Hraunfossar ist für uns der bisher schƶnste Wasserfall Islands. Ćber 1 km kommt das Wasser aus den schwarzen LavawƤnden. Nebenann gibt es noch den Barnafoss, auch Wasserfall der Kinder genannt, hier ertranken einer Sage nach 2 Kinder vom Hof Hraunsas.
Hraunfossar und Barnafoss
Dann erreichten wir den Campingplatz in Husafell an einem Golfressort mit exquisitem Hotel gelegen. Wir fanden um ca. 17 Uhr mit Mühe noch einen Platz, dann begann die Vorstellung der platzsuchenden Wohnmobile, Wohnwagen und Klappzelte. Bis jetzt, es ist 22:30Uhr kommen sie noch und stellen alles zu. Es wird immer enger aber keiner meckert (auĆer Ute). Wir kƶnnen unseren Nachbarn zur Linken und Rechten aus den Fenstern fast in ihre Klappzelte fassen.
Blick aus unserem Cockpit
Die nächste Etappe führte uns nach Stykkisholmur auf die Halbinsel Snäfellsnes.
Die Fahrt dorthin war relativ ereignislos, erst zum Ende auf der Halbinsel gab es wieder sehr schƶne Landschaftsbilder.
SnƤfellsnes
Von Stykkisholmur geht eine Fähre zu den Westfjorden. Unterwegs hält sie in Flatey, was auch als Tagesausflug angeboten wird. Bei 9°C und Windstärke 5 nahmen wir Abstand von dem Angebot.
Das Eindrucksvollste des Ortes ist die futuristische Kirche. Ansonsten gibt es neben dem Hafen noch ein EiderentendaunengeschƤft, wo man Kissen und Kleidungsstücke aus Eiderentendaunen kaufen kann ā sehr teuer. Die Daunen werden so vorbereitet, dass sie wie Wolle verarbeitet werden konnen.
Stykkisholmur
Der Campingplatz war diesmal etwas leerer, und man hatte wieder Coronaabstand voneinander.
Den folgenden Tag muĆten wir uns hart erarbeiten.
Ćber meine IslƤndische Wetterapp erhielt ich eine Warnung für Sturm in Südwest Island. Genau da waren wir ja. AuĆer etwas stƤrkerem Wind und etwas Nieselregen war noch nichts zu spüren.
Es stand eine Fahrt auf der SnƤfellsnes Halbinsel an, ein landschaftlich sehr schƶnes Gebiet. Bis Mittags hatten wir kein gutes Wetter und keine gute Sicht.
Wir starteten mit dem Haifischmuseum in Bjarnarhƶfn. Laut Internet sollte es ab 9 Uhr geƶffnet haben, ƶffnete aber erst um 10 Uhr. Das war zu spƤt, also lieĆen wir diese Station aus.
Dann ging es nach Grundarfjƶrdur zum Kirkjufell Berg, den wir erst nicht sehen konnten. Als wir das Womo verlieĆen riĆ die Wolkendecke auf und er erschien. Der Wind nahm zu.
Kirkjufell
In Skardsivk konnte man eine malerische Bucht mit schƶnem Strand bewundern.
Dann folgte der Saxholl Berg und es begann zu stürmen.
In Djupalon konnten wir wieder eine sehr schöne Bucht besuchen, in der noch rostige Teile eines Trawler liegen, der 1948 dort verünglückte.
Djupalon
Wir wollten dann die Lavahöhle Vatnshellier besuchen, allerdings waren die ersten 2 Touren ausverkauft. Wir buchten dann für 15 Uhr und setzten unsere Fahrt durch den Nationalpark Snäffellsjökull fort.
SnƤffellsjƶkull
Weiter ging es nach Malariff, wieder eine schƶne Bucht mit Felsformationen.
Malariff
Dann begann unsere geführte Tour in die Vatnshellir Höhle. Ausgestattet mit Helm und Taschenlampe begann der Abstieg 35m in die Tiefe. Die Höhle ist unbeleuchtet und ist eigentlich ein Lavatunnel, der vor 8000 Jahren entstand. Interessant war auch das Erlebnis völliger Dunkelheit und Stille, als alle ihre Lampen löschten und ruhig waren. Nach 1 Stunde waren wir wieder an der Oberfläche und fuhren nach Hellnar, wieder eine Bucht mit Vogelfelsen.
Vatnshellir Hƶhle
Hellnar
Mittlerweile hatten wir extremen Wind, gegen den man kaum ankam. Vor allem wurde das Womofahren jetzt kompliziert. Teilweise dachte ich, ich reite einen wilden Mustang,
Unser Tagesziel war eigentlich Arnarstapi, aber der Platz gefiel uns nicht und so fuhren wir weiter.
Halbtroll BardursnƤfellsas in Arnarstapi
Nach 20 km fanden wir dann noch einen Platz. Ich war froh auf den letzten km das Womo auf der Strasse zu halten.
Morgens war es noch sehr windig, allerdings besser als am Vortag. Also brachen wir auf Richtung Reykjavik. Hinter Akranes verzichteten wie aufgrund schlechter Sicht und viel Wind auf die Umfahrung des Hvalfjörds, sondern nutzten den 6 km langen Tunnel, der unter dem Fjörd langführt. Eigentlich ist es mautpflichtig, aber wir erfuhren, dass er seit letztem Jahr kostenlos zu nutzen ist.
Wir suchten uns in Reykjavik einen günstig gelegenen Parkplatz und brachen zum ersten Erkundungsgang auf. Im Stadtzentrum war wieder touristisches Leben zu sehen, die Geschäfte hatten fast alle auf, obwohl Sonntag war.
Wir fanden die Hallgrimskirkja, das Wahrzeichen Reykjaviks. Ich war noch mit Fotos beschƤftigt, Ute steuerte zielgerichtet auf die offenstehende Tür zu. Sie wollte gerade eintreten, da knallte ihr ein Offizieller die Tür mit den Worten: āMittwoch wieder geƶffnetā , vor der Nase zu. Ćberhaupt haben die IslƤnder teilweise für uns ungewƶhnliche Ćffnungszeiten. Es war 15 Uhr und wir wollten im Hardrock Cafe einen Drink nehmen und erfuhren, dass das Restaurant erst um 17 Uhr ƶffnen würden. Abends, bei unserem 2. Besuch in der Innenstadt, gingen wir um 20:45 Uhr wieder dorthin und erfuhren, dass sie in15 Minuten schlieĆen würden. Das sind Arbeitszeiten.
Hallgrimskirkja
Leifur Eiriksson
Rainbow Street
Reykjavik
Der Campingplatz ist sehr schƶn gelegen in einer weitlƤufigen Grünanlage mit Sportanlagen, Botanischem Garten und Zoo. AuĆerdem ist auch eine Jugendherberge dort angesiedelt. Ćberraschender Weise war der Platz nur mƤĆig besucht .
Der nƤchste Tag stand ganz im Zeichen von āwir spielen mal die Geissensā. Ich hatte für 11 Uhr den Heli gebucht, da der Montag als einziger wolkenloser Tag der Woche vorhergesagt wurde. Pünktlich um 20 vor 11 wurden wir vom Campingplatz abgeholt und zum Flughafen gebracht. Dort sollte unsere Heli Excursion beginnen und dort erfuhren wir, dass wir die einzigen GƤste waren und den Heli für uns alleine hatten.
Wir starteten zu einem fast 5 stündigen Rundflug mit 3 Landungen und einem Essen in einem sehr guten Ressort Hotel. Unser Pilot war Klasse und er dosierte die ErklƤrungen so, dass wir die tollen Aussichten auch ungestƶrt genieĆen konnten.
Es ging über Pingvellir, Geysir, Gullfoss, Haifoss (mit Landung) nach Landmannalauga (mit Landung), dann Richtung Porsmƶrk, am Eyjafjallajƶkul vorbei zum Essen im Hotel Ranga und schlieĆlich an der Südküste zurück nach Reykjavik. Das war für uns ein āonce in a lifetimeā Erlebnis. Unbeschreiblich die Landschaftsbilder, die wir bei super Fernsicht zu sehen bekamen.
Pingvellir
Richtung Pingvellir
Geysir
Haifoss
Landmannalauga
Richtung Porsmƶrk mit Eyjafjallajƶkul
mit dem Heli zum Lunch
Hotel Ranga
aber nur im richtigen Outfit
Südküste mit Gletscherfluss vom Eyjafjallajökul
Ćbrigens hatte ich mich für diesen besonderen Tag etwas aufgestylt, wie ihr auf einem Foto erkennen kƶnnt.
Unterwegs konnten wir noch den Hekla Vulkan in der Ferne sehen, der zur Zeit wƶchentlich um 2 cm wƤchst und dessen Ausbruch bevorsteht.
Hekla
Nachdem wir wieder zurück gebracht wurden, brauchten wir erst einmal ein paar Stunden zur Verdauung der Eindrücke, wobei ein Abendspaziergang im Botanischen Garten einen schönen Abschluà des erlebnisreichen Abends darstellte.
Den nƤchsten Tag gingen wir ganz relaxed an.
Vormittags fuhren wir mit dem Bus in die City und besuchten āThe Northern Lights Centerā, eine Multimedia Ausstellung rund um da Nordlicht, mit ErklƤrungen, Filmen und Virtuell Reality Animationen. Hat Lust auf einem Besuch im Winter gemacht.
Danach schlenderten wir durch den alten Hafen, besuchten die Harpa Concert Hall, The Sun Voyager (Wikingerschiff), die Bankastraeti und beendeten den Ausflug mit einem Kaffee am Reykjavik Pond.
2 Denker
Reykjavik
Damit haben wir das Kapitel Reykjavik für uns abgeschlossen, morgen geht es weiter.
Die nächsten Tage sagten schlechtes Wetter voraus. Das passte gar nicht für die schönen Strecken an den Nordfjorden vorbei. Wir überlegten die nächste Tage in Blönduos abzuwetter, obwohl der Ort an sich langweilig ist.
Der nƤchste Morgen begann bewƶlkt aber trocken. Kurzfristig entschieden wir, die nƤchste Etappe doch zu fahren.
Es ging nach Hvammstangi mit einer Passage von 75 km Piste. Bei Regen wƤren wir notfalls direkt auf der 1 zum Ziel gefahren.
Wir hatten Glück, bis auf wenig Sprühregen blieb es trocken und wir hatten Sicht.
unterwegs nach Hvammstangi
Zuerst fuhren wir eine verfallene Wikingerburg in Borgavirki an. War nicht besonders, allerdings hatte man einen schƶnen Blick in die TƤler.
Massentourismus
Wikingerburg Borgavirki
Es folgte der Besuch eines Vogelfelsen in Hvitserkur, wo Seemöven brüten.
Vogelfelsen in Hvitserkur
Es folgte Illugastir, wo man nach einem kurzen FuĆmarsch eine Robbenkolonie sehen konnte.
Robbenkolonie in Illugastir
Dann steuerten wir den schƶn gelegenen Campingplatz in Hvammstangi an.
Wir werden morgen schauen, ob es weitergeht, oder ob wir wettermƤĆig etwas ausgebremst werden.
Wanderung am Campingplatz
Lockdown
Jetzt hat es uns so richtig erwischt. Seit 5 Tagen befinden wir uns im Lockdown, woran nicht Covid 19 schuld ist, sondern ein schei…. Nordsturm mit Starkregen. Der IslƤndische Wetterdienst hat für den Norden, und mittlerweile für fast ganz Island eine Warnung ausgesprochen. Man warnt vor Ćberflutungen, Erdrutschen und SteinschlƤgen. In den Westfjorde schneit es. AuĆerdem sollten windanfƤllige Fahrzeuge nicht fahren. WindanfƤlliger als unseres geht nicht. Also harren wir hier bei nachts 4°C und am Tag bei 8°C seit Dienstag aus.
Der Campingplatz ist mittlerweile abgesoffen. Wir haben noch eine einigermaĆen sichere Stelle gefunden, mal sehen, ob sie morgen auch noch sicher ist. In der 1. Nacht sah ich unsere Nachbarn eiligst ihr AnhƤngerklappzelt einfahren und abreisen. Zu Dritt hatten sie alle Mühe, bei dem Sturm, das Zelt in den AnhƤnger zu bekommen. Alle Camper mit Zelt schlafen entweder im Auto oder im Gemeinschaftsraum. Heute Nacht parkte ein Gespann mit Ausklappzelt neben uns. Das Zelt war zerfetzt und Schrott.
Wir hoffen, wir kƶnnen morgen, Sonntag, unsere Reise in die Westfjorde fortsetzen.
In der Nacht hatte tatsƤchlich der Sturm nachgelassen und der Regen aufgehƶrt. Hinterlassen hatte er einen ziemlich ramponierten Campingplatz, der in den nƤchsten Tage so nicht zu benutzen ist.
ohne Worte
Unser Tagesziel war Holmavik, mit 3 Pistenpassagen. Wir waren nicht sicher, wie der Zustand der Pisten sein würde, nach dem letzten Wetter. Allerdings reizte die schöne Strecke an den Fjorden lang, und wir entschieden uns die Strecke zu fahren.
Sie war wirklich schƶn, und die Pisten waren akzeptabel. Langsam kam sogar die Sonne heraus, was die Stimmung an Bord weiter steigerte.
unterwegs nach Holmavik
Mittags waren wir angekommen und besuchten erst einmal das Hexenmuseum. Hier wird die Zeit des 17ten Jahrhundert beschrieben, als es in Island Hexenverbrennungen gab. Allerdings waren die Hexen bis auf eine Ausnahme MƤnner. Viele Schicksale werden anschaulich beschrieben, Zauberutensilien- und -anleitungen gezeigt, vorwiegend aus dem Gebiet der Schwarzen Magie.
Holmavik
Danach aĆen wir Mittag in dem einzigen Restaurant im Ort und suchten dann unseren Stellplatz auf.
Viel zu sehen gab es in Holmavik nicht, was wir wƤhrend eines Abendspaziergangs feststellen konnten, auĆer natürlich die schƶne Landschaft und der Steingrimsfjord.
Den nƤchsten Morgen verschliefen wir beide, obwohl wir eine lange Strecke von 220 km vor uns hatten. Wahrscheinlich hatten uns die 5 Tage Sturm und Regen doch etwas geschlaucht. Erst um 10:30 Uhr ging es los, Richtung Isafjƶrdur, unserer ersten Etappe in den Westfjorden.
Wir stellten fest, dass die 5 Tage abwarten auf besseres Wetter genau die richtige Investition waren. Die Fahrt war ein Genuss. Super Wetter, super StraĆe und kein Verkehr, das war mit Tempo 80 und Tempomat wie das Anschauen eines schƶnen Landschaftsfilms im Wohnzimmersessel.
unterwegs nach Isafjƶrdur
Unterwegs konnten wir an einer Robbenkolonie halten und die Tiere beim Sonnen beobachten.
Robbenkolonie
Dann wurden wir plötzlich von einer 8km langen Baustelle überrascht, mit einer von uns kaum fahrbaren Piste. Es ging nur im Schritttempo von einem Schlagloch ins nächste.
In Sudavik besuchten wir ein Museum über den Polarfuchs. Dies war von einem IslƤndischen Biologen angelegt. Die IslƤnder haben für alles Museen und versuchen damit Geld zu machen. Mit 7⬠bezahlte man viel Geld für relativ wenig Inhalt. AuĆerdem hielten sie einen Polarfuchs in Gefangenschaft, was ich auch nicht so toll fand.
Sundavik
der Gefangene
In Isafjƶrdur stellten wir erst einmal fest, dass es den stadtnahen Campingplatz nicht mehr gab.
Also schlenderten wir erst einmal über die Haupteinkaufsstrasse, kauften uns beim Thailänder etwas Essen to go und fuhren zurück zu einem alternativen Campingplatz, schön gelegen an einem Wasserfall. Wie sich herausstellte, war der Platz einige Tage gesperrt, da das Wasser die Zugangsbrücke weggespült hatte und diese erst gestern erneuert wurde.
provisorische Brücke
Campingplatz in Isafjƶrdur
Den Tag schlossen wir mit einer kleinen Wanderung zum Wasserfall ab.
Morgen erwartet uns die Kƶnigsetappe mit 110 km Piste.
Am nƤchsten Tag haben unsere FüĆe mehr km gemacht, als das Wohnmobil. Wir haben 4 Wanderungen unternommen.
Zuerst fuhren wir zum Hverfjall, ein groĆer Explosionskrater. Man kann ihn besteigen und auf dem Kraterrand umrunden. Es war sehr eindrucksvoll und die Aussicht auf den Myvatn war grandions. 2 Stunden waren wir unterwegs.
Wanderung auf und um den Hverfjall
Dann ging es nach Dimmuborgir, eine skurrile Lavalandschaft, die man auf markierten Routen durchwandern kann. Nach einer Stunden kamen wir zurück und machten erst einmal eine Mittagspause.
Dimmuborgir
Hƶfdi war unser nƤchstes Ziel. Dort fanden wir einen wunderschƶnen Wanderweg am Seeufer des Myvatn mit Blick auf die Pseudokrater und kleinen Inseln. Wieder ging eine Stunde um, wie im Flug.
Hƶfdi
Das letzte Ziel des Tages waren die Pseudokrater und der sogenannte Bird Trail. Die Pseudokrater entstanden, als heiĆe Lava auf Wasser oder sumpfigen Untergrund traf. Sie explodierten und bildeten dann die Krater aus.
Auf dem Bird Trail waren wir vƶllig alleine und konnten unterwegs viele Vƶgel beobachten, die meisten mit Jungen. Damit hatten wir weitere 60 Minuten auf der Wanderuhr.
Pseudokrater und Bird Trail
Auf dem Rückweg zum Womo muĆte ich noch die Attacken einer aggressiven Seeschwalbe abwehren. Dann fuhren wir noch die Seerunde zu Ende.
Morgen wird es spannend.
Wir hatten gestern etwas über Askja gelesen und dass dorthin Touren angeboten werden. Ute recherchierte im Netz, fand aber erst Touren für das Wochenende, was zu spät gewesen wäre. Auf unserer Fahrt nach Hverfjall kamen wir zufällig bei Askja Tours vorbei. Ich hielt an und wir erfuhren, dass wir am nächsten Tag noch mitfahren konnten. Das buchten wir sofort.
Askja liegt etwa 100 km im Hochland nƶrdlich vom Vatnajƶkull und ist ein sehr aktives Geothermalgebiet.
Pünktlich um 8 Uhr starteten wir mit Axel, unserem Fahrer, unserer Tourenführerin, deren Name ich nicht verstand und einem 30 sitzigen 4×4 Bus zu der gebuchten 11 stündigen Fahrt ins Hochland. Von der 1 ging es runter auf die F88, auf der wir 100 km blieben.
Ob wir islƤndische Massage mƶgen, fragte uns die Führerin, aber anstatt selbst Hand anzulegen, erledigte dies Axel auf der F StraĆe, wir wurden die ganzen Stunden durchgeschüttelt. F StraĆen sind für normale Autos verboten, es dürfen nur 4×4 fahren.
Es ging durch die unterschiedlichsten Lavalandschaften, alte, bereits bewachsene, mittelalte, nur mit Flechten und Moos bewachsene und junge, noch jungfräulich schwarz. 4 Wasserdurchfahrten machten die Fahrt noch spannender. Unterwegs machten wir einige Pausen unter anderem in Lunar Landscape, wo 1967 die Astronauten für die erste Mondlandung trainiert haben.
unterwegs nach Askja
Unterwegs erhielten wir Infos über Island. Interessant fand ich, dass Island zu 40% aus Wüste besteht und der Eispanzer des Vatnajƶkulls im Mittel 400 m hoch ist, würde man die Eismassen über ganz Island gleichmƤĆig verteilen, ergƤbe es noch eine StƤrke von 48m. Trotzdem gibt es Analysen, dass durch die KlimaerwƤrmung in 200 Jahren die Gletscher abgeschmolzen sind. Das würde dann wieder zu verstƤrkten Erdbeben und Vulkanausbrüchen führen, da das fehlende Gewicht des Eises, das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten beschleunigt.
Wir erreichten unser Ziel Askja nach 5 Stunden. Es befindet sich auf ca. 1400 m Hƶhe, und dort gibt es den mit 220 m tiefsten See Islands, den Ćskjuvatn. AuĆerdem kann man in einem aktiven Vulkansee im Explosionskrater Viti baden. Um dort hin zu gelangen war wieder eine 1 stündige Wanderung durch lose Lavaasche und Schneefelder fƤllig. Der Abstieg zum Kratersee war sehr steil, glitschig und schlammig. Ute verzichtete und ich machte mich auf allen Vieren daran, in einer Rinne wenigstens etwas Halt zu bekommen und versaute mich vƶllig. AuĆerdem leistete ich mir den Luxus neben dem kleinen āBaderucksackā auch noch den groĆen Rucksack mit zu schleppen, mit Kaffekanne, Becher, Tupperdosen usw. Das stellte ich aber erst mitten im Abhang fest, wo es kein Zurück mehr gab.
Wanderung zum Ćskjuvatn und Viti Krater
Das Bad im See war natürlich ein Erlebnis. Die Wassertemperatur betrug ca. 24°C, und wenn die FüĆe im knƶcheltiefen Schlamm steckten, war es dort bestimmt noch mal um 10°C wƤrmer, FuĆbodenheizung eben.
Baden im Viti Krater
Als ich aus dem Wasser kam, sah ich, wie eine Italienerin begann meine WƤsche zu sortieren. Sie wollte ihrem Freund, der ebenfalls aus dem Wasser kam, schnell was zum Ćberziehen geben. Nachdem sie ihren Irrtum bemerkte, bekam sie einen minutenlangen Lachkrampf.
Das Anziehen bei 6°C und starken Wind war kein Genuss, genauso wenig wie der Aufstieg.
Dann ging es wieder 1 Stunde zu Fuà zurück und nach einer kurzen Fahrt zum Drekagil Canyon, wo wir auch Mittagspause machten. Man musste sich selbst versorgen, nur unsere Flaschen füllten wir unterwegs mit Gletscherwasser.
Drekagil Canyon und Heidubreit Berg
Dann ging es wieder 100 km zurück mit der bekannten Isländischen Massage, die aber dazu führte, dass jetzt jeder Wirbel weis wo er hingehört.
Den nächsten Tag gingen wir ganz piano an. Erst gegen Mittag fuhren wir nach Krafla, ein weiteres sehr aktives Geothermalgebiet. Dort konnten wir auf markierten Wegen durch die Lavafelder wandern und die kochenden Schlammtümpel und dampfenden Schlote betrachten, eine unwirkliche Welt.
Krafla
Dann machten wir noch einen kurzen Abstecher zu einem weiteren Kratersee eines Explosionsvulkans ganz in der NƤhe auf.
Kratersee in der Krafla Spalte
Damit war das Programm des Tages erfüllt und Relaxen war angesagt.
Nach 4 NƤchten verlieĆen wir das Myvatn Gebiet und machten uns auf Richtung Akuryri.
Unterwegs hielten wir am Godafoss und erwarteten wieder Horden von Touristen. Unlaublich, wir waren teilweise ganz alleine am Wasserfall, was für ein schönes Erlebnis.
Godafoss
Weiter ging es auf einer wunderschƶnen Etappe zm Torfgehƶft Laufas. Dort gibt es ein Freilichtmuseum eines alten Torfgehƶfts, sehr liebevoll gepflegt und gestaltet.
Torfgehƶft Laufas
Angeschlossen gab es ein nettes Cafe, die uns, als wir nach dem kulinarischen Angebot fragten, unter anderem den āHappy Marriage Cakeā anboten. Das passte, da wir unseren 17. Hochzeitstag hatten. Als wir davon berichteten, bekamen wir umgehend 50% Rabatt. Mit Blick auf den Eyjafjord genossen wir einen sehr leckeren Apfelkuchen mit Sahne.
Happy Marriage Cake mit Blick aus den Eyjafjord
Dann war es nur noch ein kurzes Stück nach Akureyri. Nach dem Einchecken auf den stadtnahen Campingplatz, machten wir einen Stadtbummel. Das war nach 8 Tagen Natur wieder ein völlig anderes Island, mit Urbanität, Touristen, Stadtgeräuschen usw.
Akureyri
Zurück an unserem Platz fanden wir einen neuen Nachbarn vor, mit einer jungen Labrodorhündin, die mit einer langen Leine angebunden war. Als wir uns näherten, interessierte sie sich intensiv für Ute und rannte hin und her. Das machte den Besitzer aufmerksam, der aus seinem Wohnwagen ausstieg um nach den rechten zu sehen. Es war ein Isländer, der im Gegensatz zu den Isländern im allgemeinen Ausländern gegenüber recht interessiert und aufgeschlossen war. Er berichtete deutsche Freunde zu haben und lud uns für den Abend ein. Das taten wir dann auch und mit Toffifee als Gastgeschenk bewaffnet, betraten wir seinen luxuriösen Wohnwagen. Er stellte seine Frau Gudrun vor und achtete darauf, dass die Hündin auf ihrem Platz blieb. Es war ein sehr kurzweiliger Abend bei Tee und Gebäck bei dem wir viele Insiderinformationen über schöne Spots in Island erhielten und zum Schlussnoch eine Einladung für einen Besuch bei ihnen in Reykjavik, dem Wohnort der beiden.
Wir blieben noch einen Tag in Akureyri und besuchten den wunderschönen, öffentlichen Botanischen Garten, der durch einen Verein seit 100 Jahren gepflegt wird. Unglaublich welche Blumenpracht dort herrschte, obwohl die Pflanzen ja nur kurze Zeit haben zu wachsen und blühen.
Dann ging es zum Einkaufszentrum weil:
Ihr werdet mir zu teuer!!
Nachdem ich in den letzten Tage Aldi Talk durch permanenten Datenvolumennachkauf (Wlan auf den PlƤtzen kƶnnt ihr vergessen) reich gemacht hatte und keine crowdfunding Aktion zum Erhalt des Blogs ausschreiben wollte, entschloss ich mich zum Kauf einer islƤndischen SIM Karte mit ausreichend Datenvolumen.
Abends gab es dann den ersten groĆen Waschtag.
Nachts begann es zu regnen. Wir starteten zu einer langen Etappe von 270 km mit 3 Zwischenzielen nach Blƶnduos. Eigentlich ist das eine traumhafte Küstenstrecke, die wir leider nur im Nebel und bei Regen erlebten. Somit kƶnnen wir davon keine āPostkartenā zeigen. Trotzdem hatte die Fahrt auch was Mystisches, wenn die Nebelschwaden Blicke auf die Fjorde oder Steilküsten zulieĆen.
unterwegs nach Blƶnduos
Unser erstes Zwischenziel war das Heringmuseum in Siglufjƶrdur. Dieses Fischerdorf war im 20. Jahrhundert bis 1969 zu Reichtum gekommen durch den Herigsfang und der Produktion von Fischƶl. 1967 betrug der Anteil des Heringfangs in Siglufjƶrdur über 30% des BIP, 2 Jahre spƤter nur noch 3%. Die Heringe verschwanden wahrscheinlich wegen Ćberfischung. Im Museum war die Verarbeitung der Fische und das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter anschaulich dargestellt.
Heringmuseum in Siglufjƶrdur
Es ging weiter zur Domkirche Holar. Dies war ab dem 11. Jahrhundert das christliche Zentrum von Island mit einem Bischof an der Spitze. Von den alten Kirchen war nichts mehr zu sehen, es steht ein Kirchturm aus den 50er Jahren und eine kleine Kirche. Allerdings ist Holar immer noch Bischofssitz.
Domkirche Holar
Diese Gegend ist auch bekannt für die Islandpferde, die es hier zuhauf gibt und deren Künste sogar in einer Schau gezeigt werden, die allerdings geschlossen war.
Glaubaer war unser nächstes Ziel. Dort kann man Grassodengebäude aus dem 18. Jahrhundert besuchen. Jeden Augenblick rechnete ich mit Hobbits, die aus den Türen kamen.
Glaubaer
Dann waren es noch 60 km bis. Blönduos, das wir bei 16°C und teilweise Sonnenschein erreichten. Das ist eben das Wetter Island.
Blƶnduos hat nicht sehr viel zu bieten, so belieĆen wir es beim Besuch der futuristischen Kirche, die allerdings geschlossen war und einem Spaziergang am BlandafluĆ entlang, der der lachsreichste FluĆ Islands sein soll.
Unsere nächste Etappe brachte uns über Kopasker nach Husavik.
Gestern hatte sich auf der Piste die gelbe Warnleuchte für den Motor bemerkbar gemacht. Damit hatten wir schon auf früheren Reisen schlechte Erfahrungen. Aber gelb ist nicht rot, also brachen wir morgens auf. Was sollten wir auch sonst machen. AuĆerdem stellte sich heraus, dass ich einen Chefmechaniker mit an Bord habe, Ute. Sie schlug vor diese Etappe hochtourig zu fahren, damit der Partikelfilter wieder frei wird. Also fuhr ich 170 km im 4. Gang bei 3000 Touren und nach 70 km erlosch die Warnleuchte.
Ich war sehr beeindruckt.
In Kopasker fanden wir eine Wiese voll mit merkwürdigen Figuren.
merkwürdige Einwohner in Kopasker
Weiter ging es Richtung Husavik. 30 km vor Husavik fanden wir einen schƶnen Aussichtspunkt mit Blick auf den Ćxarfjord, wo wir dann die Mittagspause einlegten.
Mittagspause am Ćxarfjord
Der Rest der Fahrt war schon in den letzten Tagen einfach nur schƶn.
In Husavik fanden wir den relativ vollen Campingplatz.
Beim Spaziergang in den netten Ort buchten wir für morgen eine Wale Watching Tour.
Husavik
Der erste Blick von mir am nächsten Morgen galt dem Wind, nicht Ute. Bloà keine hohen Wellen auf der 3 stündigen Bootstour. Der Wettergott meinte es jedoch gut mit uns, es war zwar bedeckt aber fast windstill.
Pünktlich erreichten wir die Wale Watching Station und erhielten unsere Wärmekleidung. Es fuhren an diesem Morgen 2 Schiffe der Gesellschaft raus und das war es auch schon für den Tag. Der Guide sagte uns an normalen Tagen ohne Corona machten sie 15 Fahrten am Tag. Schlecht für sie, gut für die Wale.
Die Tour hat richtig SpaĆ gemacht. Wir fuhren in die Skjalfandi Bucht, wo die Wale sich im Sommer das notwendige Fett anfressen.
Skjalfandi Bucht
5 Buckelwale konnten wir beim Fressen beobachten. Die See war ruhig und obwohl ich meine AkupressurarmbƤnder gegen Seekrankheit auch noch vergessen hatte, ging es mir auf der ganzen Fahrt gut. Die Crew gab sich jede Mühe uns viel zu zeigen und zu erklƤren. Zum Schluss gab es noch heiĆen Kakao und Zimtschnecken.
Gegen 13 Uhr erreichten wir wieder das Ufer und begaben uns in das Walmuseum. Hier wurde alles prƤsentiert rund um den Wal, mit Original Skeletten, die die Dimension dieser Tiere erst richtig veranschaulichten. War sehr informativ und liebevoll gestaltet.
Dann ging es zurück zum Womo, wo, da es recht kalt wurde, ein gemütlicher Nachmittag auf uns wartete.
Ćbrigens, wir sind Covid 19 frei, bestƤtigt durch die IslƤndischen Gesundheitsbehƶrden per SMS..
In der Nacht gab es Sturm und Regen und es war kalt.
Da der Wetterbericht ab 10 Uhr trockenes Wetter voraussagte, entschlossen wir uns Plan A für den Tag zu wählen: eine Wanderung zum und um den See Botnsvatn, anschliessend ein erholsames Bad im Geosea Geothermal Bad und das Womo waschen. Plan B bei Regen wäre die Weiterfahrt nach Myvatn gewesen.
Bei 6 Grad starteten wir die Wanderung, durch den kleinen aber sehr liebevoll gepflegten Stadtpark bis zum Beginn der Route.
Stadtpark Husavik
Die Strecke war einmalig ā Natur pur. Es ging auf schmalen Pfaden etwa 3 km bis zum See. Der Wind drückte Nebel über den See, was sehr mystisch wirkte. Ćber Schneefelder, schwarzen StrƤnden und unendlichen Lupinienfeldern ging es 1 Mal um den See und dann wieder zurück nach Husavik.
Wanderung um den Botnsvatn
Da zur Zeit Brutzeit für alle Vƶgel ist, wurden wir permanent von diesen beschimpft und schon von Weiten angekündigt. Manche nahmen sofort Reisaus, andere, erwachsene Vƶgel, mimten auf dem Weg āverletzter, flugunfƤhiger, Vogelā. Sie humpelten und flatterten vor uns her, um uns von ihren in der NƤhe befindlichen Nestern weg zu locken. War die Distanz groĆ genug, konnten sie plƶtzlich perfekt fliegen und flogen zurück zu ihrem Gelege. Leider gab es auch einige flugunfƤhige Jungvƶgel. Auch diese liefen so schnell sie konnten vor uns her, bis sie erschƶpft waren ā dann stieĆen sie einen āletztenā Schrei aus und hockten sich am Wegrand in Erwartung ihres letzten Stündleins. Taten uns echt leid aber wir konnten nur diesen Weg gehen und nicht ausweichen.
3 Mal dürft ihr raten wieviel Menschen wir auf unserer 13,6 km langen Tour getroffen hatten ā richtig, keinen. Es war ein wunderbares Naturerlebnis.
Nach einem kleinen Imbis im Womo fuhren wir zum Geosea Geothermal Bad. Die Isländer lieben es in ihren Geothermal Bädern zu entspannen, also wollten wir diesen Genuss auch einmal zu erleben. Das Bad in Husavik hat 5 Pools, 39°C warmes mineralhaltiges Meerwasser und einen fantastischen Blick auf die Bucht. Irritierend für uns war, dass fast Jeder ein Getränk mit in die Pools nahm. 1 Pool hatte nämlich eine Getränkeausgabe und natürlich durften im Wasser auch die Handys nicht fehlen. Das Wetter wurde wieder sonnig, und so verbrachten wir 2 Stunden in den Pools und machten uns entspannt und porentief rein auf zum Womo Waschplatz.
Geosea Thermalbad
Husavik hat 3 kostenlose Waschplätze, ausgerüstet mit Profibürste und integrierten Dampfstrahler.
Im Nu war das Womo genauso sauber wie wir.
Man at work
Der Campingplatz war nach unserer Rückkehr wieder gut gefüllt, aber wir fanden noch einen Platz.
Es folgte am nächsten Tag die Fahrt zum Myvatn, allerdings nicht über die 87 (50 km schlechte Piste), sondern bequem über die 85 und 1 mit etwa 20 km Umweg.
Wir fuhren gleich am Myvatn vorbei zum Dettifoss und Selfoss. Ich war gespannt was uns an Menschenmengen dort erwartet, da es ein Highlight jeder Islandreise ist. Unglaublich, es waren ein, zwei HƤnde voll Menschen dort. Am Aussichtspunkt des Dettifosses waren wir ganz alleine. Schon surreal, wenn man sich vorstellt, wie sich sonst die Touristen hier stauen.
Der Dettifoss ist der wasserreichste Wasserfall Europas und prƤsentierte sich bei schƶnem Wetter von seiner besten Seite, mit Regenbogen.
Dettifoss
In ca. 1 km kann man zum Selfoss gehen, ging aber nur bedingt, da aufgrund des vielen Wassers sich weitere WasserfƤlle vor dem Selfoss gebildet hatten und wir nur bis auf 400 m herankamen.
Selfoss
Danach ging es zurück Richtung Myvatn nach Hverir, ein sehr sehenswertes Geothermalfeld. Eigentlich wollten wir dort drauĆen unser Mittagessen zu uns nehmen, aber es stank zu sehr nach faulen Eiern, Schwefel eben. Also aĆen wir drinnen und besichtigten anschlieĆend das Hochtemperaturgebiet mit seinen kochenden Schlammtümpeln, Fumarole und Solfatare.
Bis in das 19. Jahrhundert wurde der Schwefel abgebaut und für die SchieĆpulverproduktion exportiert. AuĆerdem durchlƤuft dort die Bruchkante zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte.
Hverir
In Reykjahlid fanden wir unseren Campingplatz für die nächsten Tage.
FƤhre nach Island, Egilsstadir, Vopnafjƶrdur, Porshƶfn
Mittags konnten wir auf die FƤhre, getrennt, Ute per Bus und ich mit dem Womo. Alles war groĆzügig bemessen, und so konnte ich das Womo bequem abstellen.
warten auf Motive
Wir trafen uns in der Kabine, die auch ok war. Das war es auch schon mit den oks. Die Ćberfahrt war lang ā extrem lang ā Ƥtzend lang und langweilig.
Die ersten 24 Stunden war ich leicht seekrank und verbrachte die Zeit liegend in der Kabine. Ute ging es gut, aber sie verlieà die Kabine auch nur kurz. Wir wollten das Risiko, uns auf der Fähre auch noch anzustecken minimieren, zumal die Mitreisenden zum Teil Abstandsregeln und Mund-Nasenschutz ignorierten.
Unterwegs passierten wir die Shetland Inseln, allerdings bei schlechter Sicht.
Shetland Inseln
Als wir an den FƤrƶer Inseln in Torshavn anlegten, ging es mir schon wieder besser und das blieb dann auch bis Island so.
Torshavn/FƤroer
Dann kam der Corona Test. Wir hatten uns am Vortag registrieren lassen, per Internet und den Test bezahlt. (58ā¬/Stück). Um 7 Uhr sollten die Fahrer zu Test erscheinen. Ich war schon 6:30 Uhr dort ā und nicht alleine. Eine Riesenschlange hatte sich gebildet und es ging nichts voran. Nach 1 1/2 Stunden Wartezeit war ich dann endlich fertig und traf Ute beim Frühstück. Dann versuchte sie es.
Corona Teststation
Die FƤhre legte in Seydisfjƶrdur an und es standen noch Hunderte in der Schlange. Die Autos konnten nicht entladen werden, es war ein einziges Chaos. Sie hatten die Situation zeitlich vƶllig falsch eingeschƤtzt. HƤtten sie am Vorabend begonnen, wƤre alles geschmeidig abgelaufen.
SchlieĆlich war auch Ute nach 3 ½ Stunden abgefertig, und wir konnten als eine der letzten die FƤhre verlassen. An der Grenze standen wir noch einmal mehr als 1 Stunde, warum, erschloss sich mir nicht, da wir, als wir drankamen durchgewunken wurden. Ćbrigens erhielten wir eine email von der IslƤndischen Gesundheitsbehƶrde, die sich entschuldigte, uns den Coronatest bezahlen zu lassen, da er bis zum 30.6. kostenlos war. Die Rücküberweisung ist bereits erfolgt.
der erste Blick in Seydisfjƶrdur nach Verlassen der FƤhre
Tschüss Norröna
In Egilsstadir kauften wir für die nƤchsten Tage ein, und dann ging es Richtung Vopnafjƶrdur, unserem heutigen Ziel. 120 km erschienen mir entspannt ā was ich nicht wuĆte war, dass davon 60 km Piste zu fahren war und wir einen der hƶchsten PƤsse Islands über den Smjƶrfjƶll mit bis zu 15% Steigungen und GefƤlle, überwinden muĆten.
Das war zwar anstrengend aber spektakulƤr. Nach dieser tollen Fahrt wissen wir nicht was jetzt noch kommen soll.
Smjƶrfjƶll Pass
Wir fanden den sehr gepflegten Campingplatz mit Blick auf den Vopnafjƶrdurfjord, wo wir eine helle Nacht verbrachten.
Vopnafjƶrdur
Tags drauf folgten wir der Ostküste nach Norden. Porshöfn war unser Ziel und trotz 2 stelliger Strassenbenennung folgten wieder 60 km Piste, landschaftlich wieder eine Postkarte nach der nächsten.
Nach der Mittagspause am Finnafjord erreichten wir dann den kleinen Campingplatz in Porshƶfn.
Lange haben wir wieder warten müssen, ob auch unsere 2. geplante Reise in diesem Jahr ausfallen würde. Gott sei Dank sind dann noch rechtzeitig die Ausreisebestimmungen aus Deutschland, sowie die Einreisebestimmungen in Dänemark, Island und den Färöer gelockert worden.
Wir starteten am 25.6. Richtung Stelle, wo wir immer, wenn wir gen Norden reisen, Anne und Peter besuchten. Unser Wiedersehen war wieder herzlich.
Am Freitag brachen wir bei 30° zu einem Spaziergang auf ā wie ich dachte. Nach 11 km kamen wir gut gar gekocht wieder zurück, obwohl Peter vorwiegend Wege im Wald ausgesucht hatte.
Nach dieser Outdoor Komponente hatten wir uns ein leckeres Abendessen in einem sehr schƶnen Garten eines guten Restaurant verdient.
Schon am Abfahrtstag fiel uns auf, dass der Wasserdruck im Womo sehr schwach war. Das Geräusch der Pumpe war wie immer und ich konnte keinen Fehler sonst entdecken. Da ich eine Ersatzpumpe an Bord hatte baute ich die alte aus und die neue ein. Dabei fiel mir auf, dass die alte Pumpe 1,1 bar Leistung hatte, die neue nur 0,6 bar. Da hatte ich wohl am falschen Ende gespart. Der Erfolg war auch entsprechend. Das Wasser floà noch weniger. Also entschlossen wir uns beim Womo Händler in Stelle eine stärkere Pumpe zu kaufen.
Am nƤchsten Morgen fand ich Wasser unter dem Womo. Da wuĆte ich, wo der Fehler lag. Ich hatte nach dem Ablassen des Wassers nach unserer letzten Reise das Ventil der Heizung nicht geschlossen. Also pumpte die Pumpe bei jeder Wasserentnahme fleiĆig zusƤtzlich Wasser in die Heizung und dann auf die Strasse.
Nach dem Frühstück am nƤchsten Tag, kauften wir trotzdem eine stƤrkere Pumpe und brachen zur Kurzetappe nach Lübeck auf, wo wir Cousin Peter und Angela besuchten. Auch dieser Treff hat mittlerweise Tradition bei Reisen in den Norden. Dort angekommen baute ich die neue Pumpe ein, und nun ist wieder alles in Ordnung ā hƤtte ich mir auch sparen kƶnnen, wenn das Ventil nicht offen geblieben wƤre. Jedenfalls bin ich jetzt Tauchpumpenein ā und- ausbauexperte.
Angela und Peter hatten die Islandreise mit dem eigenen Wohnmobil letztes Jahr gemacht und konnten uns wertvolle Tipps geben.
Der nächste Tag beendete die Hitzeperiode der letzten Tage und nach einem reichhaltigen Frühstück brachen wir gen Dänemark auf, nach Aabenraa am Fjord, ein Stellplatztip von Peter.
Die Fahrt verlief problemlos, mit wenig Verkehr. Der Grenzübergang nach Dänemark war ebenso einfach, wir wurden durchgewunken und fanden im Segelerhafen von Aabenraa einen schönen Stellplatz mit Fjordblick.
Stellplatz in AArenbaa
Seglerhafen
die letzten Vorbereitungen des Co Piloten
Die Fahrt nach Hirtshals war sehr entspannend auf den guten Autobahnen DƤnemarks.
Den anvisierten Stellplatz gab es nicht mehr, und nach einem kurzen Stadtbummel fuhren wir zum Campingplatz am Leuchtturm, wo wir den Rest des Tages verbrachten, uns bei den IslƤndischen Gesundheitsbehƶrden per Internet anmeldeten und unseren anstehenden Corona Test bezahlten ( 50ā¬).
Campingplatz am Leuchtturm
Seglerhafen Hirtshals
Nach einer regnerischen Nacht werden wir nun heute zur FƤhre nach Island aufbrechen.
Grimaud-Castellane-Sisteron-Savigny le Sec-Pont à Mousson-Brüssel-Wengern
In der darauffolgenden Nacht hatte ich kein Auge zugetan. Solch einen Sturm hatten wir noch nicht erlebt. Ich hatte mehrmals Sorge, das Womo fällt um. Am Morgen lieà der Sturm etwas nach, und wir konnten unsere Fahrt nach Grasse beginnen. Dort erreichten wir die Route Napoleon, die wir bis Grenoble fahren möchten.
Die ersten km nach Grasse waren sehr steil und wir erreichten schnell 1000 m Hƶhe. Die Strasse und Landschaft waren wunderschƶn, und entspannt erreichten wir unser Tagesziel in Castellane.
Route Napoleon
Route Napoleon
Dort fanden wir bei einem sehr freundlichen Stellplatzbesitzer einen Platz.
Der Brötchendienst am Platz funktionierte am nächsten Tag einwandfrei, unsere bestellten Croissants und Baguettes waren pünktlich da. Nach dem Frühstück, Tanken und Einkaufen ging es weiter auf der Route, bei Kaiserwetter, nach Sisteron.
unterwegs nach Sisteron
unterwegs nach Sisteron
unterwegs nach Sisteron, der passte auch da durch
unterwegs nach Sisteron
Sisteron hat uns positiv überrascht. Landschaftlich schön gelegen, gepflegt, ausgezeichnet mit 3 Fleurie und einem gut gelegenen Stellplatz. Zu Fuà war die Altstadt in 3 Minuten zu erreichen, was wünscht sich ein Wohnmobilfahrer mehr?
Sisteron Stellplatz
Sisteron, Siesta
Sisteron
Sisteron
Sisteron
Sisteron
Sisteron, Kastell
Sisteron
Sisteron
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Blumen am Wegesrand
Sisteron, Altstadt
Sisteron, Men at work
La Mure war unser nƤchstes Ziel auf der Route Napoleon. Nach 120 km erreichten wir den Ort und waren wieder eine wunderschƶne Strecke gefahren.
Route Napoleon
Route Napoleon
Route Napoleon
Im Laufe des Nachmittags wurde es richtig warm, und wir genossen die Aussicht von unseren Stühlen vor dem Wohnmobil. Danach machten wir noch einen Spaziergang in den Ort, der aber mit Sisteron nicht mithalten konnte.
In der Nacht schlug das Wetter um. Nach 40 km erreichten wir Grenoble und hatten damit die Route Napoleon durchfahren.
Auf der Autobahn ging es nordwärts. Bei Dauerregen fuhren wir 350 km bis nach Savigny le Sec, ein in der Nähe der Autobahn gelegenes Nest, mit einem gut bewerteten Stellplatz. Für 5 ⬠konnten wir gut übernachten. Das war fast schon geschenkt zu den 56 ⬠Autobahngebühr, die wir während des Tages bezahlt hatten.
unterwegs nach Savigny le Sec
Am nächsten Tag schwammen wir 210 km nach Pont à Mousson. Es regnete jetzt seit 2 Tagen und teilweise war bei stürmischen Wind kaum Sicht.
Pont à Mousson liegt an der Mosel in der Nähe von Metz, hat einen kleinen Yachthafen und einen vorbildlichen Wohnmobilstellplatz mit allem Service. Nachmittags gab es einige Regenpausen, die wir für einen Besuch des netten Städtchens nutzten.
Pont a Mousson, Yachthafen
Pont a Mousson, Stellplatz
unsere Nachbarn in Pont a Mousson
Pont a Mousson, St. Martin Kirche
Die vorletzte Etappe unserer Reise führte uns nach Brüssel. Ćber Luxemburg ging es über 310 km in die europƤische Hauptstadt. Wir hatten bereits vor Tagen bei der im Stadtteil Molenbeek liegenden Jugendherberge einen von 5 angebotenen StellplƤtzen gebucht. Diese waren durch ein groĆes Eisentor von der Strasse getrennt, was Ute erst einmal von der Rezeption ƶffnen lieĆ. Im Inneren fanden wir einen geteerten Platz mit neuen Ent- und Versorgungsanlagen. Wir erhielten Informationen zu U-Bahn und Lage der Jugendherberge und stellten fest, dass wir fuĆlƤufig vom Grote Markt, einem der Wahrzeichen Brüssels entfernt waren.
Grote Markt, Rathaus
Grote Markt, Haus der Herzƶge von Brabant
Grote Markt, Broodhuis
Grote Markt, Südwestseite, Gildehäuser
Nordwestseite, GildehƤuser
Abends machten wir uns auf, um im Vergnügungsviertel, im Club La Machine, Jürgen mit seinen Mitstreitern zu treffen. Dort war für alle Rallyeteilnehmer ein meet and greet vorgesehen. Das Wiedersehen mit Jürgen war sehr herzlich auf beiden Seiten, und wir freuten uns auch, seine 3 sehr netten Freunde, Dieter, Bernd und Holger, kennen zu lernen. Unter dem Namen āMemory Teamā hatten sie gemeldet. Bei Bier, Cola und Fritten hatten wir uns viel zu erzƤhlen.
meet and greet Treffpunkt
Das Memoryteam mit Maskottchen
Fritten gehen immer
Den Abend schlossen wir mit einem kleinen Bummel zum Grote Markt, mit dem Rathaus und den GildehƤusern, ab, der wunderschƶn beleuchtet, uns sehr beeindruckte.
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Grote Markt illuminiert
Nach einem, im Stellplatzpreis beinhaltetem Frühstück, fuhren wir mit der U Bahn zum Atomium, dem Startplatz der Rallye āKnights of the Islandā. Jürgen und seine Gang holten sich gerade ihr Roadbook ab. Die Rallye gehƶrt zu einer Reihe sogenannter Charity Rallyes, wo das eingesammelte Geld von den Teams vorgesehenen sozialen Einrichtungen zu Gute kommt. Mindestens 500 ⬠sind von jedem Team zu sammeln. Der augenblickliche Stand der Spenden betrug über 100.000 ā¬. Ansonsten müssen die Autos Ƥlter als 20 Jahre sein, und der SpaĆ steht an erster Stelle. Es gilt unterwegs skurrile Aufgaben zu lƶsen und damit Punkte zu sammeln. Auf der von Jürgen mitgefahrenen āBaltic Circleā, muĆten die Teams unter anderem eine Ziege ans Lenkrad setzten, eine russische Zollbeamtin auf den Arm nehmen und mit einem russischen LKW Fahrer Armdrücken. Alles muĆ per Photo dukumentiert werden.
114 Teams hatten gemeldet, und sich teilweise lustig verkleidet. Es herrschte eine sehr gute, entspannte Atmosphäre. Kurz vor dem Start verabschiedeten wir uns vom Team, wünschten ihnen alles Gute und viel Spaà und beobachteten dann den Start, wo jedes Fahrzeug vom Sprecher einzeln mit Rallyenummer, Teamnamen und guten Wünschen verabschiedet wurde.
Knight of the Island Rally
Atominum
Memory Team mit Einsatzfahrzeug
Man beachte in der rechten hinteren Ecke, die Jim Beam Wiskyflasche genutzt als Bremsflüssigkeitsbehälter
so sieht Teamarbeit aus
es geht schlieĆlich nach Schottland
dezente Rallye Outfits
Teilnehmer Foto
Danach fuhren wir wieder in die Innenstadt und bummelten noch etwas durch die wirklich sehenswerte Altstadt.
Die Galeries Royales Saint-Hubert
Die Galeries Royales Saint-Hubert
Damit ist unsere Reise fast vorbei. Morgen werden wir unsere letzte Etappe nach Wetter in Angriff nehmen. Wir haben ein wirkliches Abenteuer erlebt, sind knapp 23.000 km gefahren, haben 14 LƤnder auf 2 Kontinenten bereist und werden jetzt einige Zeit benƶtigen, alles zu verarbeiten.
Vielen Dank für Eure Kommentare und netten emails.
Ćber kurz oder lang, werden wir uns dann wiedersehen.