Connemara, Achill Island, Ballina, Sligo, Dungloe, Glenveagh National Park, Rosguill, Derry, Bushmills
15.5. bis 20.5.

Heute hatten wir wieder einen vollgepackten Tag. 11 Stunden und 260 km waren wir insgesamt unterwegs und hatten unsere erste Feindberührung. Ein entgegenkommender Kleintransporter meinte nicht bremsen zu müssen und touchierte den linken Außenspiegel, dieser klappte ein, aber der untere kleine Spiegel löste sich und hing an den Kabeln runter. Natürlich fuhr er weiter, als wäre nichts geschehen. Bei der nächsten Möglichkeit hielt ich an und konnte den kleinen Spiegel wieder in die Führung stecken, er funktioniert sogar wieder elektrisch. Allerdings haben wir einen kleinen Riß im Außengehäuse des Spiegels, ein kleines Souvenir aus Irland.
Ansonsten gab es viel zu sehen. Über Küstenstrassen ging es zum Alcock und Brown Monument. Hier befindet sich der Landeplatz des ersten 1919 durchgeführten Non Stop Transatlantikfluges von Alcock und Brown. Außerdem gelang es Marconi dort die erste Funkverbindung über den Atlantik herzustellen.
Danach fuhren wir zum Connemara National Park, wo wir eine Wanderung unternahmen.




Es folgte die Besichtigung von Kylemor Abbey mit den Gärten. Hier residierte Herzog Henry von Manchester mit Familie und ließ es sich augenscheinlich gut gehen.







Dann folgte eine traumhafte Strecke über den Dhulough Pass mit wunderschönen Aussichten.





Schließlich gönnten wir uns noch einen kleinen Umweg auf einer kleinen Strasse auf Achill Island bis wir den Campingplatz erreichten.




Das Briefing war für 20:30 Uhr terminiert, wer nicht da war, war unser Reiseleiter. Es folgte eine SMS, „ ich komme 15 Minuten später“. Um 21:15 Uhr kippte dann die Stimmung, er war immer noch nicht da. Um 21:30 kam er schließlich an und entschuldigte sich, er hätte die letzte SMS vergessen abzuschicken, er hätte im Stau gestanden. Einige Mitreisende sind ziemlich bedient – mal sehen wie sich das weiter entwickelt.
Es folgte ein freier Tag, den ich vormittags zu einer schönen Radtour nutzte. Es ging steil über einen Pass nach Keel, wo die Strasse endete. Dort gibt es einen schönen Strand, wobei man sagen muß, dass Irland wirklich viele schöne Strände hat, die auch noch total sauber sind – kein sichtbares Plastik zum Beispiel.





Danach hieß es Beine hoch, erst am späten Nachmittag ging es noch mal zum Strand, Füße vertreten.



Abends wurde wieder gemeinsam gegrillt. Die Emotionen schienen sich gelegt zu haben – „beide Seiten“ gingen wieder freundschaftlich miteinander um.
Es zog Sturm auf und am nächsten Morgen war es neblig und kalt. Es gab 2 erwähnenswerte Stopps auf der Route. Zunächst hielten wir bei den Ceide Fields an der Nordküste des Mayo Distrikts. Hier wurde über Jahrhunderte Torf abgebaut. Dabei wurden Steinansammlungen gefunden, die auf eine frühe Besiedlung hinwiesen. Tatsächlich erforschte man die Gegend dann wissenschaftlich und fand das größte durch Steinmauern aufgeteilte Siedlungsgebiet aus der Steinzeit der Welt, bis zu 6000 Jahre alt. Durch Klimawandel wurde es schließlich unmöglich dort weiter zu leben. Über Jahrhunderte entstanden Moore. Zu sehen sind für uns nur einige Steinhaufen und aufgrund des Wetters ließen wir auch die geplante Wanderung durch das Moorgebiet ausfallen.




Trotz des Wetters machten wir dann doch den Umweg nach Downpatrick Head und wurden nicht enttäuscht. Der Nebel lichtete sich ein wenig und so hatten wir eine gute Sicht auf die Steilküste. Von den 50m hohen Felsen trafen wir auf Angler, die tatsächlich reichlich Beute machten.








Dann ging es auf direkten Weg nach Strandhill zum Campingplatz und 10 km davor wurde es sonnig und warm.
Es folgte ein weiterer langer Fahrtag mit einigen Zwischenstationen. Die ersten beider waren allerdings enttäuschend. Die erste war noch verschlossen und die zweite, das Grab Irlands großer Dichter und Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats mußten wir auf den Friedhof lange suchen, so unscheinbar war es.



Über teilweise wieder enge Strassen fuhren wir nach Slieve Legue, dort gibt es die höchsten Klippen Irlands. Dann war es soweit – auf einer 20%iger Steigung kam mir ein Wohnmobil entgegen. Keiner konnte ausweichen – hinter mir ein PKW – zentimeterweise ließ ich das Womo zurück rollen, bis wir eine etwas breitere Stelle fanden. Das braucht man nicht jeden Tag.
Die Klippen wiederum waren allerdings sehenswert. Dort unternahmen wir eine Wanderung.









Dann besuchten wir nich Glencolumbkille Folk Village – ein liebevoll errichtetes Museumsdorf.









In Dungloe erreichten wir abends den Campingplatz. Fußläufig konnten wir dann den Pub erreichen, wo ein hervorragendes Gruppenessen auf uns wartete.

Das Wetter war weiterhin sonnig und so freuten wir uns am nächsten Tag auf den Besuch des Glenveagh National Parks. Auf guten Strassen mit wenig Verkehr durch eine schöne Landschaft erreichten wir ihn. Dort wanderten wir wieder ausgiebig, besuchten das Glenveagh Castle und die Gärten.









Heute ließen wir den Besuch eines weiteren Leuchtturms aus, der uns 60 km Umweg gekostet hätte und fuhren direkt zum am Tra Na Rosann Beach wo wir direkt am Strand übernachteten. Der Strand war so traumhaft und das Wasser so blau, dass ich beschloss ein Bad im Atlantik zu nehmen. War doch sehr sehr sehr erfrischend. Dann setzten wir uns auf ein paar Felsen am menschenleeren Strand. Ute meditierte und nach einer halben Stunde kam eine alte Frau mit einem Kleinkind um die Ecke. Begleitet wurden sie von einem mittelgroßen Hund. Ich ahnte was kommen musste. Ute hatte die Augen geschlossen, der Hund, sehr friedlich aber neugierig inspizierte Ute und blieb vor ihr stehen. Ute öffnete die Augen und schauten in 30 cm Abstand dem Hund in die Augen. Der Schreck war entsprechend und die Frau entschuldigte sich. Wir mußten dann allerdings alle lachen.
Von Rosguil fuhren wir am nächsten Tag direkt nach Derry und verließen damit Irland, von einer Grenze nach Nordirland merkten wir nichts. In Derry empfing uns Gerry, unser Stadtführer. Nach einem kurzen Ausflug in vorige Jahrhunderte, widmete er sich der neueren Geschichte, nämlich die Diskriminierung der nordirischen Katholiken durch die protestantischen Briten. Das Ganze gipfelte in dem sogenannten „Boody Sunday“ am 30.1.1972 als britische Soldaten 17 unbewaffnete Demonstranten hinterrücks erschossen. Es stellte sich heraus, dass der Vater von Gerry einer von ihnen war und im Alter von 32 Jahre erschossen wurde. Inwieweit heute hier Frieden herrscht darf bezweifelt werden.









Die weitere Route führte uns auf der Causeway Costal Route am Atlantik entlang, wo es Klippen aus Kreidefelsen zu bewundern gibt.




