

18.5.23 – 21.5.23
Liard River Hot Springs, Watson Lake, Whitehorse
Wir starteten unsere nächste Etappe wieder im Rauch. Nach 150 km waren wir endlich durch. Insgesamt sind wir 1000 km im Rauch von Buschfeuern gefahren, eine Distanz größer als Deutschland von Nord nach Süd.
Die Etappe war dann landschaftlich sehr reizvoll. Es ging wieder in die Rocky Mountains. Beim Summit Lake machten wir unseren ersten Stop.



Dann erreichten wir den Muncho Lake, an deren Ufer wir 11 km entlang fuhren. Dort, bei einer Pause, erblickten wir in der Ferne einen kapitalen Grizzly, den ich nur mit vollem Tele einigermaßen fotografieren konnte.




Wir versuchten an einem Steilhang, der als Salzlecke dient, Dallschafe zu sehen. Sie waren aber nicht zugegen.

Dann sahen wir die ersten Bisons.


Unser Ziel, Liard River Hot Springs, erreichten wir am späten Nachmittag. Hier gibt es heiße Quellen, die als Pool ausgebaut wurden, außerdem sind dort die sogenannten Hanging Gardens zu erreichen, ein Wasserfall, der über einige Sinterterassen durch Pflanzen führt. Auf dem Weg zu den Pools konnten wir eine friedlich grasende Elchkuh beobachten.






Abend gab es wieder ein Lagerfeuer, da der fireban in dieser Gegend erst am nächsten Tag galt. Es gab wieder eine leckere Bratwurst am Feuer gegrillt.



Weiter fuhren wir tagsdrauf Richtung Watson Lake. Wir haben immer noch gutes Wetter mit Temperaturen um 30 Grad C.
Wir fuhren den Liard River entlang, der sehr viel Wasser führte und die Stromschnellen eindrucksvoll anschwellen ließ.


Wieder waren Bisons zu beobachten. Teilweise einzeln, aber auch als Herde.






Dann erreichten wir Yukon. Ab jetzt gilt es weniger auf Tiere als auf Menschen Ausschau zu halten. Yukon ist 2 mal so groß wie Deutschland, hat 43000 Einwohner, von denen 25000 in der Hauptstadt Whitehorse leben. Die Menschen sind hier also die seltenste Spezies.

Übrigens ist Ute diese Etappe sehr umsichtig gefahren.


Beim Bau des Alaska Highways hatte der Soldat Carl Lindley 1942 heftiges Heimweh. Er stammte aus einem kleinen Ort, Tausende von km entfernt. Hier in Watson Lake stellte er ein Schild auf mit dem Namen seines Heimatortes. Das hat dazu geführt, dass seitdem etwa 100000 Schilder aufgestellt wurden von Durchreisenden oder neuerdings Touristen.
Hagener scheinen übrigens auch schon hier gewesen zu sein.






Den Tag beendeten wir mit einer Umrundung des malerisch gelegenen Watson Lake.

460 km standen am nächsten Tag vor uns. Es war eine Transitstrecke ohne wesentliche empfohlene Stops, allerdings sehr schön und fast verkehrsfrei. Über 270 km gab es weder eine Siedlung noch Handynetz.




In Whitehorse fuhren wir erst einmal zur Vermietstation Bettwäsche und Handtücher tauschen. Wir wurden sehr nett durch ein Holländisches Pärchen empfangen, das gerade heute ihren Dienst für 4 Monate auf Work and Travel Basis begonnen hatten. Wir bekamen noch kostenlos Propangas, der etwas wacklige Außenspiegel wurde befestigt, die Küchenjalousie neu eingestellt, und dann fuhren wir noch kurz in die Stadt, die nach dem ersten Eindruck nicht wirklich viel bietet.



Die Reise gefällt uns bisher mega, was auch am perfekten Wetter liegt. Der einzige Kritikpunkt sind die ausgewählten Übernachtungsplätze. Sie liegen meist an der Straße, sind laut und anders als man sich großzügig im Wald gelegene Naturplätze vorstellt. So auch dieser in Whitehorse. Direkt an der Strasse gelegen, wurden wir mit donnernden Geräuschen empfangen, die von einer großen Ramme stammten – der Highway wird neu gebaut. Bis 8 Uhr abends wurde auch am Samstag gearbeitet. Dafür waren in Whitehorse die meisten Geschäfte und Restaurants ab 15 Uhr oder ganztägig geschlossen.
Abends, beim Briefing zog Jan, unser Reiseleiter eine Zwischenbilanz unserer Reise durch Kanada. Wir hatten bisher viel Glück, die Strassen wurden rechtzeitig geöffnet, wir „entkamen“ den Waldbränden und hatten extrem gutes Wetter – gut für uns, sehr schlecht für die Natur und es gibt einen funktionierenden Plan B für den gesperrten Pass nach Tok. Es gab dann noch ein Geschenk von ihm, nämlich eine kleine Bärenglocke, die man in Bärengebieten mit sich führen sollte, um auf sich aufmerksam zu machen.
Nach einem netten Grillabend mit Lagerfeuer, bei dem ich mein gekauftes Holz verbrannte, da die Einfuhr in die USA übermorgen verboten ist, konnten wir genüßlich ausschlafen. Allerdings kam Ute‘s Pyjama beim Bettwäschewechsel abhanden, was sie beim Zubettgehen bemerkte. Er lag morgens unter der Bettdecke und wurde, als wir kurz abgelenkt waren, vom Personal der Vermietstation versehentlich mit in das Bettzeug eingerollt und zum Wäschewechsel gegeben. Mal sehen, ob wir ihn bei der Fahrzeugrückgabe in Whitehorse frisch gereinigt in Empfang nehmen können…

Wir hatten einen „freien“ Tag. Gegen Mittag fuhren wir zum nahe gelegenen Miles Canyon. Über eine Hängebrücke erreicht man den Yukon Rim Trail, auf dem wir eine kleine Wanderung unternahmen.





Dann sahen wir „Manfred“. Das Mobil hatten wir 2020 auf unserer Baltikumreise in Estland schon einmal gesehen und fotografiert. Jetzt treibt sich die Familie in Kanada rum.

Anschließend schauten wir uns noch die Klondike an, den letzten Raddampfer, der zur Goldgräberzeit über den Yukon schipperte.



Danach bummelten wir durch Parks, aßen leckere Crepes und fuhren zurück zum Stellplatz, wo uns auch am Sonntag die Ramme empfing.


Abends wurde noch einmal gegrillt um alle nicht zulässigen Produkte für die USA Einreise zu „vernichten“

