

13.5.23 bis 17.5.23
Jasper, Hinton, Dawson Creek, Fort Nelson
Vorab, wir haben seit einigen Tagen einen positiv getesten Coronafall in der Gruppe. Es läuft trotzdem alles planmäßig weiter, wie sind ja vorwiegend draussen und halten Abstand zu ihm.
Einen anderen Mitreisenden hat es schon in Vancouver getroffen. Er ist beim Fahrradfahren auf den Rücken gefallen und kann seit dem kaum noch laufen, echt tragisch.
Die Strecke zwischen Banff und Jasper auf dem Icefield Parkway wird als die schönste Panoramastrasse der Welt bezeichnet. Wir sind zwar noch nicht alle Panoramastrassen der Welt gefahren, aber von denen die wir kennen, war die heutige wirklich die schönste. Eine wunderbar zu fahrende, breite Strasse ohne LKWs, die sind hier verboten, führt durch die einzigartige Hochgebirgslandschaft der Rocky Mountains.





Wir starteten früh und besuchten die Johnston Canyon Lower Falls, die wir auf einer kurzen Wanderung erreichten.


Es folgte der zugefrorene Peyto Lake.



Dann ging es zum Weeping Wall

Anschließend zu den Bridal Veil Falls.



Es folgte der Höhepunkt der Strecke das Columbia Icefield.









Nach einer Wanderung in Richtung Gletscher, die Zunge ist zu Fuß nicht erreichbar, stellten wir das Wohnmobil auf dem riesigen Parkplatz ganz weit weg vom nächsten Fahrzeug, um etwas zum Essen zu machen und anschließend einen erholsamen Nap zu nehmen. Kaum waren wir weggedöst, hörte ich Geräusche, die ich erst als, von einer Kreissäge stammend, identifizierte. Mitnichten. Neben uns hatte ein Reisebus 50 Inder entlassen, von denen die Hälfte einen Lautsprecher und eine transportable Musikanlage aufgebaut hatten und zu indischer Popmusik tanzten und laut frohlockten. Bollywood am Gletscher hätten wir auch nicht erwartet.

Deshalb ging es dann weiter zu den Tangle Falls, wo wir eine Bighornsheep Familie gut beobachten konnten.



Dann gab es dem nächsten Wasserfall, nämlich die Sunwapta Falls.


Am Outlook Goats and Glaciers konnten wir tatsächlich Mountaingoats beobachten, die in einem Steilhang wahrscheinlich Salz gefunden hatten und dieses leckten.




Der letzte Wasserfall für heute waren die Athabasca Falls.



Dann nach 11 Stunden Overload an Eindrücken erreichten wir unseren Stellplatz in Jasper, auf dem wir Wapitis grasen sahen.



Den nächsten Tag begannen wir mit 3 Stunden Waldbaden auf dem wunderschönen Trail „Valley of 5 Lakes“. Die kleinen Seen haben eine fast schon künstliche türkise Farbe.









Danach wurde noch in Jasper Wäsche gewaschen und den Rest des Tages relaxt.
Beim allabendlichen Biefing gab es dann Neuigkeiten für uns. Wir hatten bisher aussergewöhnlich gutes Wetter. Zur Zeit haben wir in Jasper auf 1200 m Höhe am Tag 30 Grad C. Es ist seit Beginn unserer Reise viel zu warm und zu trocken. Das hat seinen Preis, wie wir heute erfuhren. Unsere Alaskareise wackelt. Die Waldbrände in Alberta können nun doch eventuell zu Strassensperrungen führen. Durch die Hitze hier, hat es in Dawson Überschwemmungen durch starke Regenfälle gegeben. Strassen, die wir geplant hatten zu fahren, sind weggespült. Der Yukon River war bis vor einer Woche noch zugefroren. Der zur Zeit stattfindende Eisbruch verhindert die geplante Fährfahrt. Der Top of the World Highway nach Tok ist gesperrt und damit auch die Grenze zur USA. Klingt erst einmal dramatisch. Unsere Reiseleitung, sowie ein Team bei Seabridge arbeiten aber zur Zeit Plan B und C aus. Innerhalb der nächsten 2 Tage muß dann entschieden werden, was wir in Alaska machen können und wie wir fahren. Auf jeden Fall gibt es keinen Abbruch der Reise. Es bleibt spannend, aber das kennen wir von unserer Oman Reise auch schon, wo für uns Saudi Arabien nicht möglich war.
Dann folgte ein etwas entspannterer Tag, was das Fahren betrifft. Wir starteten wieder mit einer Wanderung im Maligne Canyon . Der Canyon ist sehr tief und man läuft schön an einer Kante entlang. Unterwegs sahen wir noch ein Krähennest und konnten zusehen, wie die Küken gefüttert wurden.









Dann folgte ein Stop am Medicine Lake, wo in der Ferne ein Seeadlernest zu sehen war. Der Bereich war aber weiträumig gesperrt.

In Hinton wurde kurz eingekauft und dann zum Campingplatz gefahren. Unterwegs konnten wir noch eine Herde Bighorn Schafe beobachten.


Beim Briefing erfuhren wir, dass intensiv an einer Lösung für Alaska gearbeitet wird. Allerdings ist seit 3 Stunden der 93 Highway gesperrt worden, wegen eines Brandes. Das bedeutet, dass wir momentan in Dawson Creek stranden, da es keine Ausweichmöglichkeit gibt. Es bleibt spannend.
Am nächsten Tag stand eine lange Etappe von 430 km an. 350 km davon fuhren wir im Rauch der Waldbrände von Alberta. Auffällig ist, dass in Kanada wohl das Insektensterben nicht so weit fortgeschritten ist, wie bei uns. Das merkt man dadurch, dass man bei jedem Tanken die Windschutzscheibe reinigen muß. Das gibt es in Deutschland schon lange nicht mehr.
Wir entdeckten unterwegs 2 Grizzlys, die gemütlich auf einer Wiese Gras frassen. Das schauten wir uns eine Weile an. Ansonsten war dies eher eine Transitetappe.







In Dawson Creek beginnt der Alaska Highway. Das wird durch ein „Mile 0“ Denkmal dokumentiert. Außerdem haben wir noch einige schöne Hausfassadenmalereien gefunden.





Abend beim Briefing wurde es wieder spannend. Die Strasse, die wir morgen fahren müssen, war heute teilweise einspurig offen. Um 15 Uhr war sie wieder vollkommen gesperrt, wir vermuten man versuchte mit einem Gegenfeuer die Situation zu beschleunigen. Abends wurde sie „clear“ gemeldet. Wir werden morgen auf jeden Fall den Versuch unternehmen durchzukommen. Alternativ gibt es nur eine längere Umfahrung mit einer 60 km Pistenstrecke, die nur für LKWs geeignet ist. Als letzte Option gibt es eine weitere Umfahrung mit 1000 km Umweg. Drückt die Daumen.
Danke fürs Daumendrücken. Morgens erhielten wir noch einmal die Information, dass der Highway frei sei. Also starteten wir früh die 450 km Etappe. Der gestrige Brand war nur ca. 2 km breit, links und rechts, alles verkohlt. Die ganze Fahrt über fuhren wir wieder durch Rauch.



Insgesamt war die Fahrt recht eintönig, allerdings sahen wir auf der Strecke 7 Bären. Die Stops waren eine gern gesehene Abwechsung und es war schön, die Tiere beobachten zu können. Leider sahen wir auch einen toten Bären neben der Fahrbahn liegen und dahinter einen abgerissenen Kotflügel.




In Fort Nelson, unserem Zielort, besuchten wir noch ein spezielles Museum, wo allerlei Kuriositäten aber auch schicke alte Autos gezeigt wurde.






Unserem Nachbar scheint sein Bus nicht auszureichen, er zieht noch einen weiteren Camper hinter sich her, wahrscheinlich fürs Personal.

Abends beim Briefing gab es erst einmal `ne Runde von der Reiseleitung, für, dass wir es bis hierhin geschafft hatten. Von uns gab es Applaus und ein Lob zurück für das Krisenmanagement. Es gab weitere guten Nachrichten. Alaska wird in einer etwas anderen Reihenfolge zu fahren sein, weil man eine Fähre über den Yukon gefunden hat. Klingt einfach ,aber ich möchte mir nicht vorstellen, was in Düsseldorf gerödelt wurde um die erfolgten Reservierungen zu stornieren und dann anhand der neuen Route neue Reservierungen zu buchen, für Plätze, die in der Regel seit Monaten ausgebucht sind.
Übrigens, heute wurde mein alter Herr und das kann man wörtlich nehmen, 97 Jahre alt.
