30.4.2025 bis 6.5.2025
Ptuj (Slowenien), Zagreb (Kroatien), Papuk Nationalpark, Harkany (Ungarn)
Vormittags bummelten wir durch Ptuj, ein kleines, nettes Städtchen an der Drau mit der Burg Anchenstein und einer Therme. An dieser haben wir unseren Stellplatz.


Nachmittags hatten wir unser erstes Briefing. Michi und Angela, unsere Reiseleiter, machen einen sehr kompetenten und erfahrenen Eindruck. Mit Marille und Kräuterschnaps wurde auf ein gutes Miteinander und eine schöne Reise angestoßen. Der Tag endete mit dem ersten Seabridgeessen im Hotel der Therme. Das Essen war gut und auch die Stimmung, so kann es weitergehen.

Nach einer ruhigen Nacht brachen wir auf zur 1. Etappe. Wir verließen Slowenien und erreichten Kroatien. Zagreb war das heutige Ziel. Vorher besuchten wir noch Varazdin, eine kleine Stadt im barocken Stil, mit einer schmucken Altstadt. Im 18.Jahrhundert war Varazdin sogar Hauptstadt Kroatiens. Es ist der 1.Mai und so waren alle Geschäfte geschlossen bis auf wenige Restaurants. Nach einem kleinen Bummel machten wir uns auf zur Restetappe. Den eigentlich geplanten Besuch eines an der Route gelegenen Schlosses brachen wir ab, weil die Straße immer enger wurde und wir nicht gleich am Anfang Lust auf Abenteuer hatten.






Unser Campingplatz liegt kurz vor Zagreb am Rakitie See. Abends wurden wir von der Reiseleitung zu landestypischen Schmankerl aus der Region in der Restaurantbar eingeladen.



Morgens um 9 Uhr wurden wir zu einer Stadtrundfahrt mit anschließendem Rundgang abgeholt. Die ältere Stadtführerin hatte sich gleich mit dem Busfahrer in der Wolle, der nicht so fahren wollte, wie sie, was sie mit der Bemerkung: der kennt sich in Zagreb so gut aus wie ich in Hongkong, kommentierte. Zagreb ist mit rund 750000 Einwohnern die größte Stadt in Kroatien, das eine Gesamteinwohnerzahl von 3,8 Mio. hat. Vor 5 Jahren wurde Zagreb von einem schlimmen Erdbeben heimgesucht. Das ist der Grund, warum alle Kirchen, die Kathedrale und alle Museen immer noch restauriert werden und eingerüstet, mit Planen abgedeckt, nichts von ihrer sicherlich vorhandenen Schönheit preisgeben können. Insofern gab es nicht viele lohnenswerte Fotomotive. Wir besuchten das Steintor, das letzte noch vorhandene Stadttor, mit dem Heiligtum, dem Bild von der Jungfrau Maria. Interessant ist, dass die Krawatte ihren Ursprung in Kroatien hat. Im 30jährigen Krieg war ein Halstuch Teil der Uniform der Reiter. Ludwig XIV. benannte es cravate und es entwickelte sich dann zu einem Modetrend. Außergewöhnlich fanden wir auch noch das Museum der zerbrochenen Beziehungen. Hier werden Gegenstände ausgestellt, die Menschen aus aller Welt gespendet haben und die mit deren zerbrochenen Beziehungen in Zusammenhang stehen. In Erinnerung bleibt bei uns ferner ein super leckeres Mittagsessen in der Altstadt.












Am nächsten Tag verließen wir Zagreb südwärts nach Hrvatska Kostinica. 240 km vorwiegend auf kurvigen Landstrassen unterbrachen wir an einem überdimensionalen Laufrad am Fluß zur Mittagspause. Von der Strasse konnten wir noch das tulpenförmige Mahnmal der KZ Gedenkstätte Jasenovac sehen.



Über den Savefluss und durch Lipik, mit dem Lipizzanergestüt erreichten wir Slavonien, nicht zu verwechseln mit Slowenien, eine Weingegend. Unser Stellplatz liegt bei Velika auf einer Waldwiese mit Grillmöglichkeit. Alle hatten sich einkaufstechnisch vorbereitet und so wurde abends gemeinsam gegrillt.
Tags drauf lernten wir etwas von der typischen Slavenischen Lebensart kennten. Wir besuchten die Familie Milanovic in Trnava, wo sie ein Weingut besitzen. Die ganze Familie, Großvater, Sohn mit Frau, und Enkel waren vorort und hatten ein Slawenisches Frühstück vorbereitet, das aus verschieden zubereiteten Rühreiern, hausgemachten Schinken und Speck, Salami, geräucherten Käse usw. Bestand. Alles war sehr lecker. Die Familie spricht Deutsch und war sehr bemüht es uns gut gehen zu lassen.



Nach dem Frühstück brachen wir zur kleinen Stadtführung nach Dakovo auf. Sie ist eine Bischofsstadt in Slawonien mit einem barocken Bischofssitz. Im wesentlichen geprägt durch Bischof Josef Jures Strossmaier im 18. Jahrhundert. Sehr sehenswert waren die Kathedrahle mit Fresken des Alten Testatmens und eine kleine Kirche, die früher als Mosche diente.








Dann besuchten wir ein staatliches Lipizzanergestüt. Dort halten sich nur Stuten mit ihren Fohlen auf. Die Hengste werden in Lipiz gehalten.




Es ging wieder zurück zur Familie Milanovic, dort gab es eine Weinprobe .




Seit Stunden wurde für uns ein Spanferkel in einem Ofen gegrillt, außerdem wurde Gemüse in Pekas, eiserne Töpfe gegart. Das Essen war eine wirkliche Offenbarung. So zartes, saftiges Spanferkel habe ich noch nie gegessen. Auch das Gemüse hatte durch die schonende Zubereitung einen super Geschmack.






Dann hieß es Abschied nehmen vor der sympatischen Familie und 70 km zurück zum Stellplatz.
Endlich – es stand Bewegung auf dem Programm, eine geführte Wanderung durch den Jankovac Nationalpark. Etwa die Hälfte der Gruppe hatte sich dafür angemeldet. Das Wetter ist umgeschlagen, nachts hatte es durchgeregnet, die Temperaturen sind um 10 Grad auf 17 Grad gefallen aber am Morgen war alles trocken und es konnte losgehen. Mit einer Rangerin machten wir uns auf den Weg durch einen wunderschönen Buchenwald, mit ausgedehnten blühenden Bärlauchwiesen. Unterwegs erreicht uns dann doch der Regen aber wir waren vorbereitet. Zurück ging es in einem Minibus.







Nach einer sehr regnerischen Nacht und einen Temperatursturz auf 10 Grad C verließen wir Slawonien und reisten in Ungarn ein. Unterwegs steuerten wir den Aussichtspunkt „Meda“ am Nordhang des Papuk Nationalparks an. Natürlich rechneten wir nicht mit grandiosen Fernsichten aber als wir dort ankamen sahen wir – nichts. Ansonsten war die Fahrt entspannt, führte durch den o.g. Nationalpark und durch kleine Dörfer bei sehr wenig Verkehr. Und schließlich funtionierte auch die ADAC Mautbox autmatisch beim Grenzübertritt nach Ungarn.
Eins muß ich noch berichten. Michi, unser sehr kommunikativer Reiseleiter besucht jeden Morgen jeden und ich meine jeden. Auch geschlossenen Türen halten ihn nicht ab anzuklopfen und einen guten Morgen zu wünschen und sich nach den einzelnen Wohlbefinden zu erkundigen. Das kommt bei Ute gar nicht gut an – sie will morgens ihre Ruhe und vergleicht ihn schon mit den grünen Damen. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt.
