7.5.2025 bis 14.5.2025
Harkany (Ungarn), Szeged, Mako, Temeschwar, Orsova (Rumänien), Pirot (Serbien)
Unsere erste Station in Ungarn ist Harkany. Hier befinden sich mehrere Thermalbäder und bestimmt 50 Hotels, die zur Zeit noch geschlossen sind, wahrscheinlich wegen der Vorsaison. Hier werden wir 3 Nächste verbringen.
Unser nächster Tag begann wieder mit einer Weinprobe. Wir befinden uns in der Weinregion Siklos – Villany mit 600 Winzern. Unser Ziel war das Weingut Heumann, das einem Schweizer Ehepaar gehört.
Die Weinprobe zog sich über Stunden hin, es wurden 6 verschiedene Weine gekostet. Dazu gab es einen liebevoll zusammengestellten Imbiss lokaler Produkte. Die Weine schienen zu munden denn es wurde wieder fleißig eingekauft. Ich bin gespannt, wann unsere Mitstreiter den trinken werden, in Ungarn jedenfalls nur sehr eingeschränkt. Es gilt 0 Promille ohne Toleranz, bei Verstoß droht eine horrende Geldstrafe, und die Heimatbehörde wird informiert, dem Deliquenten doch den Führerschein zu entziehen, was wohl schon einige Male praktiziert wurde.


Dann ging es zur mitteralterlichen Burg in Siklos, wo wir eine Führung erhielten. Die historischen Daten mal beiseite gelegt, da ich sie sowieso sofort vergesse, ist die weltweit einzige Weinflaschenorgel zu erwähnen. Außerdem hatte man vom Wehrgang einen wunderschönen Blick in die Weinregion.












Dann gab es noch einen kurzen Abstecher zur Wallfahrtskirche Plebania mit wunderschönen Fresken und dem Heiligtum des Abbildes der Heiligen Maria. Viele Wunderheilungen sollen hier schon vorgekommen sein. Im Übrigen befinden wir uns in Transdanubien wieder ein Name den ich vorher noch nie gehört habe.





Dann gab es den erwarteten Wetterumschwung. Pünktlich zum Start unserer Stadtbesichtigung von Pecs fing es an zu regnen und hörte den ganzen Tag nicht auf. Wir nehmen es wie es kommt – alles eine Frage der Kleidung.
Pecs (Fünfkirchen) ist eine mediterane, historische Stadt, deren Lage und günstiges Klima eine frühe Besiedlung begünstigte. Gegründet durch die Römer wechselten dann die Herrscher und damit die Religionen, was zu einer Kathedrale, Moscheen und prächtigen Gebäuden führte. Außerdem befindet sich in Pecs die Porzellanmanufaktur Zsolnay. Im Zuge der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 entstand hier ein Kulturzentrum, das wir als erstes besuchten. Bei der Besichtigung der Manufaktur konnten wir die Maler und die aufwändigen Fertigungsprozesse beobachten, was schon sehr beeindruckend war.










Dann folgte ein kurzer, dem Wetter geschuldeter Stadtrundgang.





Der Besuch des Doms St.Peter war dann der Höhepunkt des Besuchs von Pecs. Extra für uns hat man ein Orgelkonzert bestellt, dass auf der mit 6000 Pfeifen bestückten Orgel einzigartig war.





Es folgte die Besichtigung der Moschee Gazi Khassim, die heute eine römisch katholische Kirche ist.






Dann fuhren wir zurück zum Stellplatz.

Weiter ging es Richtung Mako auf sehr gut zu fahrenden 240 km Landstrassen. Wir überquerten die Donau und sind jetzt ostwärts in der ungarischen Tiefebene unterwegs. Nach 200 km erreichten wir Szeged. Szeged hat neben dem Szegidiner Gulasch aber bei weitem mehr zu bieten. Wunderschöne Häuser mit Jugenstilfassaden so viel man will. 1879 gab es hier ein Hochwasser, das die ganze Stadt zerstörte. Fast alle Europäische Länder hatten sich seinerzeit am Wiederaufbau beteiligt und so entstand die jetzige Altstadt. Eine Besonderheit stellt das Reök Palota dar, ein dem Stile von Antoni Gaudi folgenden Jugendstilhaus.







Als wir vor dem schmucken Museum eine kleine Pause einlegten, begannen, mit klassischer Musik untermalt, Wasserspiele.


Sehr sehenswert war auch wieder die Kathedrale mit großartigen Wandmalereien.






Dann hatten wir nur noch 40 km bis zum Stellplatz in Mako. Abends wurden wir mit einer Gulaschsuppe verwöhnt.
Wir erreichten die Grenze zu Rumänien in Cenad und trafen uns dann auf dem IKEA Parkplatz in Timisoara um 11 Uhr zur Stadtbesichtigung. Die Uhren mußten 1 Stunde vor gestellt werden.
Benny, unser Guide berichtete von den Donauschwaben, Siedler, die ab dem 18. Jahrhundert aus Süddeutschland und der Schweiz ins Land kamen. Sie siedelten im Banater Land, ein Landstrich um Timisoara herum. In sogenannten Ulmer Schachteln trieben sie von Regensburg die Donau flussabwärts bis Wien oder Budapest und legten den Rest der Strecke zufuss zurück.

Benny führte uns in die sehr schöne Altstadt. In der Orthodoxen Kathedrahle wurde gerade getauft.



Im Historischem Zentrum auf dem Domplatz stehen prachtvolle Häuser. Maria Theresia beauftragte damals, Timisoara wie Wien aufzubauen. Daher nennt man es auch Klein Wien. Sie war auch für die Besiedlung des Banater Landes durch Süddeutsche und Schweizer verantwortlich.








Prachtvoll wieder der Dom Zum Heiligen Georg





Dann folgte eine Planänderung. Den eigentlich vorgesehenen Platz gab es nicht mehr. Seabridge hatte kurzfristig eine Alternative 30 km entfernt gefunden. Der war aber bisher nicht angefahren worden, und so wußte keiner, wie es dort aussieht. Es hieß nur, die Anfahrt wäre holprig, ihr steht eng auf einer kleinen Insel und abends gibt es als Ausgleich ein Abendessen im auf der Insel befindlichen Restaurant. Alles lief reibungslos und dann folgten die letzten 2 km zum Platz. Die Piste, gespickt mit tiefen Schlaglöchern, ließ nur Schritttempo zu. Dann über den schmalen Damm zur Insel ins Chaos. Alle standen eng hintereinander, ohne Rangierabstand, für die Abfahrt am nächsten Tag.



Die kleine Insel war idyllisch gelegen, und es fand gerade eine Hochzeitsfeier im Restaurant statt. Den Abend konnten wir bei einem sehr guten Abendessen und einem schönen Sonnenuntergang ausklingen lassen.




Am nächsten Morgen begann dann das Entwirren des Gordischen Knotens. Der Erste, der die Insel verließ, wäre fast in den See gekippt. Das Hinterrad rutschte von der Piste und er blieb in gefährlicher Schräglage hängen. Schließlich schaffte er es dann doch noch da heraus.

Es folgte eine 320 km lange Etappe auf verkehrsarmen Landstrassen, durch typische Dörfer und Städtchen durch den Semenic Nationalpark






In Resita, einem früheren Standort der Eisenverhüttung, machten wir einen kleinen Stop, um uns die alten gewaltigen Lokomotiven anzuschauen. Sie sind bis zu 25 m lang




Die Mittagspause verbrachten wir auf einer schönen Hochebene im Dogneccea Gebirge.


Dann erreichten wir die Donau und Orsova, wo wir wieder einen schönen Stellplatz bezogen. Es gab große Wäsche und abends ein Seabridge Essen.


Der nächste Tag begann entspannt, bei gutem Wetter am späten Vormittag, gingen wir zu den Booten, um eine Doanaufahrt zum Eisernen Tor zu machen. Es wartete 3 Boote nebst Bootsführer auf uns. Das Eiserne Tor ist ein enger Donauabschnitt, der frührer nur mit Lotsen befahrbar war. Durch eine Staustufe ist die Gefahr gebannt und die Fließgeschwindigkeit bei einer Wassertiefe von 80 m stark reduziert worden. Wir sahen die Tabula Traiana eine Tafel aus dem Jahr 100 n Chr. anläßlich der Beendigung der Römischen Donau Südstrasse von Donaueschingen bis nach Kladovo. Zu Erinnerung an den letzten König Drakiens Decibal ist eine 55 m hohen Steinskulptur in die Felswand geschlagen worden.










Den Rest des Tages relaxten wir bei unseren Wohnmobilen.
Dann verließen wir Rumänien und damit die EU Außengrenze. Die Einreise nach Serbien verlief trotzdem problemlos – Pässe stempeln, Papiere scannen und einen Blick ins Wohnmobil.
260 km lagen vor uns und ich war wieder von der wunderschönen scenic route mit tausend Kurven begeistert. Damit bin ich scheinbar alleine, die meisten bevorzugen anscheinend doch einfacherer Strassen. Es ging wieder durch Wälder und Dörfer. Allerdings war schon zu erkennen, dass Serbien nicht so weit entwickelt ist, wie Rumänien. Auf den Wiesen wird zum Beispiel noch mit Sense gemäht. Auch weitere Tätigkeiten auf den Feldern finden vorzugsweise manuell statt.




Wir hielten in Zajecar, wo 1953 eine alte Palastanlage des Kaisers Galerius entdeckt wurde und mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Es handelt sich um eine vom römischen Kaiser Galerius um 330 n Chr. errichtete Palastanlage für seine Mutter Romula, die aus dieser Gegend stammte.











Dann fanden wir noch einen kleinen Idyllischen Wasserfall, der zu einer weiteren Pause einlud.


Schließlich erreichten wir unseren Stellplatz in Pirot auf dem wir gleich von den dort lebenden Pfauen lautstark begrüßt wurden.




Abends fanden wir uns alle am Lagerfeuer zusammen.

wieder folgte eine Etappe durch schöne Natur. Es ging bis auf 1200m am Vlasinski Stausee entlang und dann wieder nach unten. Viele Serpentine, hat Spaß gemacht zu fahren. Über die Autobahn ging es dann zur Grenze nach Nordmazedonien. Serbien war landschaftlich sehr schön aber man sieht die Armut. Die Menschen sind ernst, wir haben keinen einzigen lächeln gesehen.


