6. Lebenszeichen Dänemark – Schweden 2018

Nach dem Frühstück machten wir uns Richtung Nynäshamn auf, dem Fährhafen nach Gotland. Wir hatten keine Fähre vorgebucht, da wir nicht wußten, wann wir Gotland erreichen würden. Um 10 Uhr fuhr ich einen Rastplatz an, und Ute telefonierte mit dem Fährbüro. Wir erfuhren, dass für die nächsten Tage alle Fähren ausgebucht waren. Lediglich für die heutige Fähre um 12:50Uhr gäbe es vielleicht noch eine Möglichkeit, aber um 12:30Uhr würde das Gate geschlossen.Laut unserem Navi fehlten uns für die noch zu fahrenden 180 km 20 Minuten und wir mußten ja auch noch die Tickets kaufen. „Dann muß ich eben schnell fahren“ kommentierte ich und nahm die sportliche Herausforderung an. Fortan war die linke Spur meine, und langsam knabberte ich Minute auf Minute von den zu erreichenden 20 Minuten ab. Dann kam leider Stockholm mit Baustellen und einem Stau. Wie gewonnen so zerronnen, wir verloren wieder 6 Minuten. Ute sagte schon eine Weile gar nichts mehr. Als Beifahrer erlebt man enge Situationen viel schlimmer, als der Fahrer.

In Nynäshamn sahen wir schon von weitem die Fähre. Das Gate war noch auf, es war 12:25Uhr. Ute sprintete schnell aus dem Womo, lief an der Wagenschlange vorbei und fragte vorne beim check in, wo es Tickets gab. Hier erfuhr sie, dass es noch Tickets geben würde und wir uns einreihen müßten. Das taten wir dann. Im Außenspiegel sah Ute, wie hinten das Gate geschlossen wurde.

Nach dieser Punktlandung genossen wir die 31/2 stündige Überfahrt nach Visby.

Fährfahrt nach Gotland

In Visby bezogen wir den direkt am Hafen gelegenen Stellplatz und unternahmen noch einen kurzen Spaziergang in die quirlige Urlauberstadt.

Am nächsten Morgen führte uns unser erster Gang zum Fährterminal. Nach unserer gestrigen Erfahrung, mit ausgebuchten Fähren, hatten wir nicht vor, den ganzen Sommer auf Gotland zu verbringen. Wir erwischten noch einen freien Platz für die Donnerstagfähre. Damit hatten wir 5 Tage um Gotland zu erkunden.

Visby war total voll mit Touristen. Morgens legte auch noch ein Kreuzfahrtschiff an. Der Yachthafen war überfüllt, und die Megayachten lagen teilweise im Päckchen, um überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Ich beobachtete einen Russen, der seine 30 m Yacht mit einer Fernbedienung steuerte, an Land sprang und dann die letzten Manöver von Land aus steuerte, als wenn er ein Modellschiff navigierte.

Yachthafen Visby
Yachthafen Visby
Yachthafen Visby
Yachthafen Visby
Stealth Kriegsschiff

Um 11 Uhr nahmen wir an einer sogenannten free tour teil, um mehr über Visby zu erfahren. Die Tour wurde von einem Schotten geleitet, Visby hat eine sehr interessante Geschichte, in der die Deutschen im Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Nach 11/2 Stunden war die Tour zu Ende und jeder gab dem Führer, was ihm die Tour wert war.

Visby Pulverturm
Christopher Polhem ( berühmter Gelehrter aus Visby)
St. Maria Kirche Visby

Wir brachen dann auf und folgten der 140 bis hinter Frijöl, bogen dann ab zum Strand und fanden einen herrlichen Stellplatz bei Djukvik, direkt am Meer, vis a vis der Insel Lilla Karlsö. Unterwegs sahen wir noch in Gannarve die Gräber aus der Bronzezeit, die mit Steinen in Bootsform angeordnet waren.Was war das für ein Unterschied zu dem Gewusel morgens in Visby. 28 GradC, windstill, völlige Ruhe und einen perfekten Sonnenuntergang konnten wir jetzt genießen.

Grabstätte aus der Bronzezeit
Lilla Karlsö abends
Abendstimmung in Djukvik
Lilla Karlslö morgens

Am nächsten Tag begannen wir mit einer kleinen Fahrradtour, traumhaft erst am Meer und dann durch das Hinterland zurück. Danach folgten wir wieder der 140 südwärts. Einige Male bogen wir ab in kleine Nebenstrassen. Gotland ist landschaftlich sehr schön. Wälder, Felder und kleine Orte wechseln sich stetig ab. Es ist hier im Süden auch nicht mehr so voll.

In Vändburg fanden wir wieder einen schönen Stellplatz am Meer. Da wir von einem schönen Stellplatz am Meer zu einem Premium Stellplatz am Meer wechseln wollten, setzte ich das Womo noch mal um. Leider übersah ich ein Loch hinter mir und das Womo setzte etwas unsanft auf. Der Schaden hält sich in Grenzen.Nur das Abwasserrohr aus Plastik war angebrochen.Konnte ich mit Klebeband wieder richten.

Abends wurde meine Vorhersage bestätigt, Frankreich wurde verdient Weltmeister.

Hafen Vändburg
alter Segler Vändburg
Stellplatz Vändburg

Nach Norden führte uns am nächsten Morgen der Weg an der Ostküste entlang. Wir besuchten Harnva, Öja, Fide, När, Lingarn, Slite bis nach Sankt Olofsholm, wo wir übernachteten.

Die Ostküste hatte uns nicht besonders gefallen. Typische überlaufene Urlaubsort. Erst in Sankt Olofsholm fanden wir etwas Ruhe.

Dafür entschädigte uns der nächste Tag wieder. Inselhopping war angesagt. Das Ziel des heutigen Tages war die Insel Farö, die man mit einer kostenlosen Fähre erreichen kann. Wir befuhren alle befahrbaren Strassen, durch Naturschutzgebiete, einsame Strände, kleine Fischerdörfer und an die Steilküste, wo die bekannten Raukars zu sehen sind, bizarre Felsformationen, die Wind und Wetter geschaffen hatten.

Fährfahrt nach Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö
Farö

Abends hatten wir die Insel wieder verlassen. In Ar, gegenüber der Insel Falhohnen, fanden wir wieder ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Vorher gab es allerdings noch einmal eine Schrecksekunde, als sich während der Fahrt, der Halter des Abwasserschiebers löste und auf der Strasse mitschliff. War kein schönes Geräusch. Mit Kabelbinder und Klebeband konnte ich den Halter am Abwasserrohr fixieren. Muß ich zuhause wieder an den Unterboden anschrauben.

Der nächste Tag führte uns gemütlich zurück nach Visby. In unmittelbare Nähe zur Altstadt fanden wir an einem Sportplatz eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Morgen geht die Fähre um 6:25 Uhr zurück aufs Festland nach Oskarshamn. Vorher haben wir uns einen netten Platz am Yachthafen gesucht und ausgiebig die Schönen und die Reichen beobachtet, die teilweise krampfhaft versuchten durch zur Schau gestellte Coolness aufzufallen. War sehr unterhaltsam.

Letzte Meldung von der Windschutzscheibe: sie hält – bis jetzt.

 

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