vom 10.1. – 18.1.
Muscat-Wadi Dayqah-Hawiyat Najm Sink Hole-Fins White Beach-Sinaw-Mudayrib-Wahiba Sandwüste
Den Stellplatz am Sawadi Beach hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich erwartete Yachten und die Möglichkeit abends, noch etwas an den Schiffen vorbei zu gehen. Wir standen auf einem Parkplatz vor einer kleinen Werft, wo Motorboote repariert werden konnten, allerdings fügte sich dahinter ein sehr schöner Badestrand an,den wir auch benutzen durften.
Tags drauf begannen wir mit einer Bustour zu den Sehenswürdigkeiten von Muscat: der eindrucksvollen Sultan Qaboos Moschee, in der 20000 Menschen beten können, der Oper, dem Gas- und Ölmuseum und dem Sultan Qaboos Palast. Anschließen machten wir noch eine Dhaw Fahrt zum Sonnenuntergang.












Dann erfuhren wir, dass wir am Freitag den Stellplatz verlassen mussten, da er für Stammgäste vorgesehen war. Freitag ist, wie bekannt, der Sonntag der Muslime. Das fanden wir nicht besonders gut. Wir erhielten einige Koordinaten, wo wir den nächsten, für uns freien Platz, verbringen konnten.
Abends gab es wieder ein Briefing, was total in die Hose ging. Valery war offensichtlich nicht vorbereitet. Es stand eine komplizierter Etappe an, mit einigen alternativen Offroad Routen, die er unverständlich zu erklären versuchte, inwieweit sie für unsere Fahrzeuge geeignet wären. Er ließ die Gruppe ziemlich ratlos zurück und heftete dann im Dunklen eine Karte an sein Mobil mit den einzelnen Strecken.
Die Diskussion verebbte dann doch schnell, da wir an diesem Tag 2 Geburtstage zu feiern hatten und dazu nach dem Briefing eingeladen waren. Das war wieder ganz nett, keiner wollte die Geburtstagsstimmung durch Kritik stören.
Am nächste Tag entschieden wir uns für einen Strand, konnten dies aber sofort vergessen, da Christoph funkte, dass er bereits voll sei.
Also fuhren wir als erstes zum Al Bustan Palace Hotel, in dem wir vor 20 Jahren übernachtet hatten. Es ist ein 5 Sterne Hotel und nach Renovierung erst seit Oktober wieder in Betrieb. Es war sehr eindrucksvoll und Ute fand tatsächlich die Stelle, wo sie ihren ersten mit Kardamon gewürzten Kaffee getrunken hatte.

Leider mussten wir unsere Hoffnung begraben, an den Strand des Hotels zu gelangen und dort den Tag zu verbringen – alles gesichert und verrammelt.
Wir entschlossen uns, am Yachthafen, von dem wir die Dhawfahrt gemacht hatten, zu bleiben. Dort gab es ein kleines aber feines Restaurant mit Pool, Sonnenliegen und Sonnensegel für den Schatten. Bis zum Mittag waren wir dort alleine und genossen das Ambiente.
Am nächsten Tag stand noch eine halbtägige Besichtigungstour der Altstadt Muscats an mit dem Besuch des Bait Al Baranda Museums, dem Fischmarkt und dem Mutrah Souk.




Im Bus erfuhren wir, das Hammit, unser ägyptischer Reiseleiter die nächsten 4 Wochen seine vollverschleierte Frau und seine Kinder mit auf die Reise nehmen wird. Die Frage, wer etwas dagegen hätte, empfanden wohl viele als frech, da sofort ein offener Konflikt in der Gruppe ausgebrochen wäre. Auch wir waren sauer, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.
Weiter erfuhren wir, dass wir am nächsten Tag bis 10 Uhr auf dem Stellplatz bleiben mussten, da, nicht wie angekündigt, Hammit unsere Visaverlängerung für den Oman bereits alleine tätigen konnte, sondern er morgens vor Ort am Flughafen erfahren würde, ob wir alle anwesend sein müssten. Wieder eine Nachricht, die nicht gut ankam.
Am nächsten morgen knallte es in der Gruppe.
Anscheinend hatten sich wohl einige Gruppenmitglieder über die Art und Weise, wie uns der Urlaub von Hammits Familie beigebracht wurde, beschwert. Also gab es am Morgen ein außerordentliches Briefing, in dem sich Valery dafür entschuldigte, wie ungeschickt er dies gehandhabt hatte. Er versuchte Verständnis zu wecken, für den Urlaub Hammits Familie und eine Abstimmung zu vermeiden, da diese die Gruppe spalten würde, für den Rest der Reise. Das hatte er bis dahin gut hingekriegt und ich dachte schon, ok dann versuchen wir es mal mit der Familie, da gerieten sich 2 unserer Mitreisenden derart in die Haare, dass einer wutentbrannt das Meeting verließ, da er der Gruppe kollegtive Untoleranz unterstellte. Dies war eine völlig unangemessene Reaktion und rief bei allen nur Kopfschüttel hervor. Mal sehen, wie die gruppendynamischen Prozesse jetzt weitergehen.
Tatsächlich erfuhren wir um 10 Uhr, dass unsere Anwesenheit am Flughafen erforderlich war. Valery organisiert einen Bus und wir trafen uns an einem Supermarkt zur Abfahrt. Dann begann das gewohnte Warten vor den Schaltern. Alle erhielten ihre Visaverlängerung problemlos, nur Ute nicht. Sie musste als einzige zum Beamten zur Gesichtskontrolle und man stellte fest, dass sie gar nicht eingereist war. Im Pass war zwar ein Einreisestempel aber im Computer war sie nicht zu finden. Auch sie erhielt schließlich ihre Verlängerung.
Es war 14:30Uhr, der Tag war gelaufen und Valery schlug vor, dass wir eine weitere Nacht in Muscat bleiben sollten. Dies lehnte die Gruppe ab, als Alternative wurde ein Stellplatz am Staudamm des Wadi Dayqah beschlossen. Valery schlug noch vor, abend dort ein gemeinsames Lagerfeuer und Grillen zu veranstalten, für das er Fisch besorgen wollte.
Die Fahrt zum Staudamm durch das Wady auf Schotter war wieder interessant. Unterwegs sammelten wir Holz. Der Stellplatz war super gelegen an dem Ausfluss des Stausees unterhalb der Mauer. Der Abend war wieder harmonisch und der Fisch schmeckte.




Der nächste Tag führte uns durch eine schöne Landschaft zum Hawiyat Najm Sink Hole und anschließend zum Fins White Beach auf einem Strandstellplatz, wo wir gleich ein erfrischendes Bad nahmen.




Am nächsten Tag stand eine Wanderung im Wadi Ash Shab an. Vorher sah ich mir noch die Blow Holes an, mit ihren Fontänen.


Nach einer kurzen Anfahrt wurden wir mit kleinen Booten an das Ufer des Wadi gebracht. Dann folgte eine sehr schöne Wanderung ins Wadi durch enge Schluchten. Nach 1 Stunde erreichten wir den Zielpunkt und konnten die Badehose auspacken. Es galt schwimmend, durch mehrere Pools, in eine Höhle zu gelangen. Das ich in meinem Alter noch solch einen Blödsinn machen würde, war mir vorher auch noch nicht bekannt. Kai und ich waren mit die Ersten, die die Engstelle zur Höhle erreichten. Als ich den Spalt sah, der nicht breiter war als mein Kopf, war mir klar, da schwimme ich nicht durch. Dann rief Kai: Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Etwa 15 m mußten wir dann durch diesen Spalt und erreichten einen weiteren Pool mit einem Wasserfall. Das war schon ein spektakuläres Erlebnis. Als ich die Höhle verlassen wollte, kamen mir eine Gruppe Japaner entgegen und ließen mich nicht durch. Erst nach energischer Ansprache, ließ mich dann ein Japaner durch und ich konnte den Weg zurück nehmen.







Abends gab es wieder einen Open Air Film über den Oman zu sehen und anschließend machten wir wieder ein Lagerfeuer.
Es gab eine weitere Programmänderung, nämlich die nächsten, geplanten 2 Etappen zusammen zu legen, um in Sinaw den Kamelmarkt nicht zu verpassen. Alle stimmten diesen Vorschlag zu, da wir nichts Wesentliches auf der ersten Etappe verpassten. Es ging also über 320 km direkt nach Sinaw.
Die Strassen waren wieder hervorragend und wir fragten uns, warum man neben einer kaum befahrenen, sehr gut erhaltenen Strasse, eine 6 spurige, komplett mit Laternen bestückte Autobahn baut.
Unterwegs schauten wir uns noch ein Fort im Dorf Rawdah an, wo nichts los war. Wir waren die einzigen, sichtbaren Lebewesen dort, das Fort war geschlossen aber sehr schön restauriert. Plötzlich kam aus dem Nichts ein Bangladeshi mit einem Schlüssel. Er öffnete extra für uns das Fort und zeigte uns alle Räume.
Es ging weiter nach Sinaw, wo wir mitten im Nirgendwo unseren einsamen Stellplatz fanden.

Am nächsten Tag ging es früh zum Donnerstagmarkt nach Sinaw. Hier werden neben Fisch, Obst und Gemüse auch Kamele und Ziegen gehandelt. Alles sehr ursprünglich und authentisch.









Zurück am Stellplatz scheiterte Ernst und ich beim Versuch, unsere defekte Mückenschutztür zu reparieren, werden wir zu Hause ersetzen müssen.
Für abends hatte die Reiseleitung Kamel-, Rind- und Lammfleisch zum Grillen eingekauft. Wir machten wieder die Salate. Kamel und Rind konnte man total vergessen, entweder war das Fleisch so zäh oder sie hatten es tot gegrillt. Das Lamm wiederum war hervorragend. Es gab wieder ein Lagerfeuer, an dem wir diesmal nicht teilnahmen, sondern weit abseits im Nirgendwo den Sternenhimmel bewunderten.
Der nächste Tag begann, nach dem Frühstück mit Entsorgen und unterwegs an einer Wasserstelle Wasser aufnehmen, da wir die nächsten 5 Tage autark sein müssen. Wir kauften dann noch im nächsten Ort bei einem Chinesen 2 Tücher und einen Besen.Der Besenstil soll als Gardinenstange dienen und die Tücher als Ersatz für den Mückenschutz. Dann ging es weiter zum Supermarkt, für die nächsten Tage einkaufen. Mittags erreichten wir Mudayrib, wo wir ein altes Lehmdorf besichtigten.


Unser Stellplatz lag am Rand der Wahiba Sandwüste. Wir wurden vor lockerem Sand gewarnt, kamen aber sehr gut zum Stehen. Ich wollte eine leichte Neigung mit Keilen ausgleichen. Das hätte ich besser gelassen. Die Keile brachen ein und ich fuhr mich fest. Sofort waren alle da, und jeder wußte natürlich ganz genau, was nun zu tun sei. Zuerst grub ich mit meinem neu erworbenen Bundeswehrspaten die Vorderräder frei und versuchte mit meinen Anfahrhilfen und Anschieben unserer Mitstreiter aus der Situation zu kommen. Ging nicht, saß wieder fest. Dann kam Edwin mit 3 m Profi Riffelblechen. Auch das ging schief. Dann kam Valeri mit seinem Womo zum Herausziehen. Die Spur vor meinen Vorderreifen wurde gewässert, dann konnte ich auch meinen neu erworbenen Bergegurt ausprobieren und schließlich gelang die Bergung.
Kurze Zeit später wurden wir von Geländewagen abgeholt zum sogenannten Dünenbashing und Sonnenuntergang. Das hat wieder richtig Spaß gemacht. Beim Dünenbashing fahren die Omanis steile Sanddünen mit ihren 8 Zylinder rauf und runter. War ein Heidenspektakel. Wir fuhren dann auch offroad und staunten wieder was die Autos leisten können. Der Sonnenuntergang war eher unspektakulär, wir sind halt schon verwöhnt.







Hallo Ihr 2,
gehts Euch gut????
Eure Berichte zwischendurch zu lesen, ist uns immer wieder eine Freude…
und immer wieder die unfreiwilligen „Ereignisse“ … wie, bei der Überfahrt :
denn wenn man entscheidet, nein wir fahren mit dem „ alten“ Boot nicht mit, ist das das eine….. aber damit hat man ja immer noch nicht das Problem gelöst… und fragt sich sicherlich zigmal, hab ich das richtig gemacht ……
Aber scheinbar sind sie aber sehr hilfsbereit???!!
Hier bei uns regnet es und es ist kalt…
scheisswetter… aber da müssen wir durch…
Euch weiterhin ne gute Faht und viel Freude
Alles Liebe
Herzlichst
Monika und Burkhard
Liebe Grüße aus dem -5 Grad kaltem Wetter an der Ruhr. Das ist eure Heimat falls ihr euch noch dunkel daran erinnern könnt nach sooooooo langer Zeit. Wieder ein toller Bericht und super Bilder. Manfred hast du eine eigene Drohne? (Möchte Uwe unbedingt wissen hahahaha) wir erwarten mit großer Freude euren nächsten Bericht.
Lg. Renate und Uwe
Hallo Ihr Zwei,
zur eigenen Drohne hat es noch nicht gereicht, ich hab so lange Arme
LG Manfred