1.4. – 11.4.19
Pergamon-Cannakale-Alexandropolis-Korinos-Kalambaka-Igoumenitsa-Fähre Ancona-Spello-Assisi-Siena
Abends beim Seabridge Abschiedsessen gab es für Ute noch eine schöne Geburtstagstorte als Überraschung.

Am nächsten Tag begann unsere individuelle Rückreise. Zunächst ging es nach Cannakale, wo wir sofort eine Fähre fanden. Nach 20 Minuten waren wir auf der anderen Seite. Weiter ging es Richtung Grenze.
An der türkischen Grenze trafen wir Martin und Dorothee, die 3 Autos vor uns standen. Wir wurden schnell abgefertigt, und wir sahen sie wieder in einer Schlange vor einem riesigen Scanner. Wir erkundigten uns und erfuhren, dass sie gescannt werden sollten. Da ich unsicher war, ging ich zurück zum Grenzer, ob wir auch gescannt werden sollten. Nein, wir konnten ausreisen. Wir verabredeten uns mit den beiden in Alexandropolis auf einen freien Stellplatz am Meer.

Die Einreise nach Griechenland war ebenfalls problemlos, und nach 4 Monaten erreichten wir wieder Europa, allerdings auch die teuren mautpflichtigen Autobahnen und Dieselpreise jenseits von 1,40 €/l
Den Stellplatz in Alexandropolis fanden wir mit Mühe, da die Koordinaten aus unserer App wohl nicht ausreichend genau waren. Nach 2 Stunden kamen auch Dorothee und Martin, die noch lange aufs Scannen warten mußten. Der Platz war schön, ruhig, direkt am Meer. Allerdings gab es in der Taverne nur Kaffee, aber kein Essen.
Am nächsten Morgen stand ein drittes Womo aus Garmisch neben uns. Als wir abfahren wollten, kam ich mit dem Inhaber ins Gespräch. Er war Grieche, lebte schon seit Jahrzehnten in Garmisch, war in Alexandropolis geboren und der eigentliche Besitzer der Taverne, die er verpachtet hatte. Er bedauerte, nicht früher eingetroffen zu sein, um uns zum Essen einzuladen, denn er hatte bereits gehört, dass wir am Vorabend in der Taverne danach gefragt hatten. Dann empfahl er uns noch eine bestimmte Küstenstrasse statt der Autobahn zu nehmen, die sehr schön sein sollte.
Diese nahmen wir dann auch. Unser Tagesziel war ein freier Stellplatz in Korinos, den auch Martin anfahren wollte. Die Fahrt war wirklich sehr schön und wir befassen uns schon mit dem Gedanken, Griechenland noch einmal in Ruhe zu bereisen, so schön fanden wir die Küste und Landschaft.
Auch dieser Stellplatz war wieder schön, ruhig und einsam am Meer.
Unser einziger „kultureller Programmpunkt“ in Griechenland waren die Bergklöster von Meteora. Im Internet fanden wir mit Kalambaka den besten Ort für Exkursionen und dort gab es auch einen zentral gelegenen Campingplatz. Wir buchten im Ort eine geführte Wanderung zu den Schlössern und trafen uns mit unseren Mitreisenden abends zum griechischen Essen.

Leider gab es in der Nacht eine Wetteränderung, es war morgens bedeckt und regnete leicht. Um 8:30Uhr wurden wir mit einem nagelneuen und chicen Mercedes Kleinbus von Chris, dem Guide, abgeholt. Die Gruppe bestand aus 12 Prsonen, wobei wir die einzigen Europäer waren, ansonsten kamen sie aus Australien, Singapur, Süd Afrika und China.
Der Regen hörte pünktlich auf, und wir erlebten eine wunderschöne, anstrengende Wanderung zu einigen Klöstern in einer eher unwirklichen Landschaft. Wie in Kapadokien hat die Natur hier in den letzten 40 Millionen Jahren eine bizarre Felslandschaft geschaffen. Dass dann noch vor 700 Jahren Mönche auf den senkrechten Felsnadeln Klöster bauten, deren Fertigstellung sie nicht mehr erlebten, da der Bau 100 Jahre dauert, oder sie beim Heraufschleppen des Materials abstürzten, verwundert und beeindruckt doch sehr. Sie suchten Schutz, aber vor allem Einsamkeit. Diese ist natürlich in der Hauptsaison nicht mehr vorhanden. 2 Millionen Besucher kommen zu den Klöstern jährlich.
Chris war ein sehr guter Guide, der als aktiver Felskletterer uns einige Routen an den steilen Felswänden erklären konnte und auch Fauna und Flora gut kannte. Wir besuchten unter anderem ein verstecktes Kloster (hidden monastir), dass nur zu Fuß erreicht werden kann und erst seit am Vortag geöffnet wurde. War alles sehr eindrucksvoll. Kurz nach 13 Uhr waren wir wieder am Womo und Ute war so begeistert, dass sie sich um 15 Uhr in den öffentlichen Bus setzte, der quer durch das Meteora Gebiet fährt, um noch mehr Klöster und Kirchen zu genießen.















Da Dorothee nicht gut zu Fuß war, verzichteten sie auf diesen Trip und verließen uns am Morgen Richtung Fähre nach Italien.
Als wir nachmittags zurück kamen, trafen wir Christoph und Katharina auf dem Campingplatz, was wieder einen gemütlichen Abend zur Folge hatte.
Am nächsten Tag hieß es für uns in Richtung Igoumenitsa aufzubrechen und uns um eine Fähre nach Ancona zu kümmern. Die Fahrt war einfach und mittags trafen wir dort ein und suchten ein Verkaufsbüro auf. Wir erfuhren, dass für uns Platz vorhanden sei auf einer Fähre, die um 23.59 Uhr ablegt. Nachdem uns der Preis trotz Rentnernachlaß und ADAC Mitgliedschaft zu hoch war, erhielten wir ein Ticket für ein 6 m Womo mit einem weiteren Nachlaß von 85 €. 230 € statt 315 € erschien uns dann ok.
Da wir bis zum Ablegen viel Zeit hatten, gingen wir in Igoumenitsa Essen. Dann suchten wir am Strand ein schönes Plätzchen auf und trafen wieder auf Martin und Dorothee, die gestern keinTicket mehr bekommen hatten und auch auf unserer Fähre gebucht waren.

Abends waren wir wieder beeindruckt, wieviel LKWs (Hunderte) auf eine Fähre gehen. Auch wir konnten problemlos einfahren und unsere Kabine beziehen. Die Fähre hatte Kreuzfahrtqualität mit Spa, Außenpools, Casinos u.s.w.

Um 16 Uhr am nächsten Tag legten wir in Ancona an und hatten damit Italien erreicht. Nachdem wir fast 1 Stunde vergeblich einen Parkplatz in Ancona gesucht hatten, fuhren wir den etwas außerhalb gelegenen Stellplatz an und beschlossen, uns Ancona am nächsten Tag anzusehen.
Dies taten wir dann auch, mit dem Bus, der vor unserem Stellplatz hielt, ging es direkt zur Stadtmitte. Wir fanden eine Buchhandlung, wo wir Strassenkarten von Norditalien und der Toskana erwarben, um unsere weitere Tour zu planen. Dann verbrachten wir noch einige Stunden in der Altstadt, aßen eine super leckere Pizza und, da es anfing zu regnen, fuhren wir wieder zurück zum Womo.




Wir planten eine landschaftlich schöne Route nach Assisi, zu der wir am nächsten Tag aufbrachen. Über Civitanova Marche ging es Richtung Foligno und dann nach Spello. Damit wechselten wir von der Region Marche nach Umbrien.

Spello war ein altes, gut renoviertes Bergstädtchen, das wir für eine Mittagspause nutzten und uns anschließend anschauten. Es waren kaum Menschen zu sehen, und das Städtchen wirkte wie eine Theaterkulisse.



Danach steuerten wir über eine Nebenstrasse Assisi an. Die 30 km auf einer 1 spurigen, engen, kurvigen Bergstrasse hätten wir uns sparen können, da ich keine Sekunde die Augen von der Strasse nehmen konnte. Gott sei Dank kamen wir unbeschadet in Assisi an und fanden einen super schönen Stellplatz im Tal.



















Die ganze Nacht hatte es geregnet und morgens konnte man die Basilika nur wolkenverhangen sehen. Wir bezahlten und brachen auf Richtung Siena.
Über Perugia und Magione erreichten wir den Lago Trasimeno, den wir südlich umfuhren, um im Ort Chiusi die Toskana zu erreichen. Die dann folgende Nebenstrasse über Pienza, Asciano nach Siena war überragend. Toskana wie aus dem Bilderbuch. Es war zwar bedeckt, aber trocken, und wir hatten eine schöne Fernsicht.






In Siena fanden wir den letzten Platz auf einem öffentlichen Parkplatz und machten erst einmal etwas zu essen. Dann fing es leider an zu regnen, so dass wir die Stadtbesichtigung auf morgen verschieben.



Hallo Ihr beiden,
zu erst muss ich mich entschuldigen, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Eure Reiseberichte haben wir mit grossem Interesse verfolgt. Es war der wohl erwartete Abenteuerurlaub mit sehr vielen, meist positiven Eindrücken und Erfahrungen. Willkommen zurück in Europa! Wir freuen uns auf sicherlich noch ergänzende mündliche Berichte in der Freitagsrunde. Gute Fahrt und alles Gute bis bald!
Bea + Berthold