7. Lebenszeichen 2021 Litauen, Lettland, Estland, Polen

13.9. – 19.9.

Wir verließen Masuren Richtung Westen und machten in Ketrzyn, früher Rastenburg, einen Zwischenstopp. Die Wolfsschanze schenkten wir uns, da wir sie bereits vor 7 Jahren besichtigt hatten.

Wir machten einen kurzen Rundgang und schauten uns dann die Wehrkirche St. Georg an, dessen Turm wir auch bestiegen. Außerdem hat Ketrzyn einige schöne Häuser zu bieten.

Swieta Lipka war unser nächstes Ziel, mit Besichtigung einer Kirche. „Noch eine Kirche“ dachte ich. Die Basilika, mit Kloster zu Ehren Marias, hat mich dann doch umgehauen. Sie ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Polens und darauf deutete dann auch die Infrastruktur mit großen Parkplätzen und Souveniershops. Wir mußten eine Weile warten, da gerade ein Gottesdienst stattfand, während dessen Besichtigungen nicht erlaubt waren. Ich kann mich nicht erinnern, solch eine schöne Kirche schon mal gesehen zu haben, außer vielleicht in Rom.

Swieta Lipka heißt übrigens übersetzt Heilige Linde. Seit dem 13. Jahrhundert sollen unter der Linde Wunder geschehen sein. Das zog Pilger an, und im 16. Jahrhundert entstand die Kirche. Sie hat die sogenannte Heiligelindeorgel mit fast 5000 Pfeifen. Während des Spiels bewegen sich verschiedenen Figuren und Engel auf der Orgel.

Dann hielten wir in Orneta, was sich als Niete herausstellte. Nichts Sehenswertes, eine gesichtslose kleine Stadt.

Wir erreichten schließlich unser Tagesziel Elblag am späten Nachmittag. Ich war ganz schön groggy, denn die 180 km fanden auf teilweise sehr schlechter, enger Strasse statt, allerdings durch wunderschöne Alleen und Landschaften.

Die Altstadt von Elblag war im 2. Weltkrieg völlig zerstört worden. 1987 begann man, nach alten Plänen, möglichst detailgetreu, die gesamte Altstadt neu aufzubauen. Das ist gut gelungen, kein Haus gleicht dem anderen, und selbst moderne Hausfassaden passen sich gut in den „Look“ der neuen Altstadt ein.

Dann ging es zum Frischen Haff nach Piaski, dem letzten Ort vor der russischen Grenze.

Unser nächstes Ziel war Danzig, wo wir 2 Nächte blieben. Das Wetter war wieder umgeschlagen, es wurde regnerisch und kalt. Trotzdem hat uns Danzig wieder sehr gut gefallen, eine tolle Stadt. Wir fanden einen freien Stellplatz 500 m von der Altstadt entfernt und sehr sicher, da vor der Polizeiwache.

Wir unternahmen eine Bootsfahrt durch den Danziger Hafen zur Westerplatte, wo 1939 der 2. Weltkrieg begann. Dies ist für die Polen ein besonderer Ort, da dort nur wenige polnische Soldaten der deutschen Übermacht 7 Tage Widerstand leisteten, bevor sie dann aufgeben mußten.

Danach folgte ein Spaziergang zum Solidarnosc Gelände. Dort wurde 1980 gleichnamige Gewerkschaft gegründet und eine Freiheitsbewegung ausgelöst, die ganz Osteuropa erfaßte und schließlich auch zum Mauerfall beitrug. Auch dies ist ein ganz wichtiger Geschichtsort für die Polen.

Von Danzig machten wir uns auf nach Hel, die nächste Halbinsel in der Danziger Bucht. Auf dem Weg hatten wir noch einige Zwischstopps geplant. Zunächst fuhren wir eine ätzende Strasse von Danzig nach Sopot und Gdynia, die uns geschätzte 500 rote Ampeln bescherte. Dabei gerieten wir ungewollt auf eine mautpflichtige Autobahn. Da wir in Polen mautfrei fahren wollten, hatte ich mich weder registrieren lassen, noch eine Art Go Box geliehen, mit der die Maut elektronisch abgerechnet wird. Da hat mein Navi, trotz richtiger Einstellung, versagt, und wir werden sicherlich noch Post mit einer Strafe bekommen.

Wir erreichten dann schließlich das kaschubische Jerusalem beim Kalvarienberg in Wejherowska, dem früheren Neustadt an der Reda. Vor 500 Jahren entstanden hier 26 kleine Kapellen, die früher von kaschubischen Pilgern besucht wurden. Heute pilgern jährlich viele tausend Polen hierher.

Nach einer ausgiebigen Wanderung am Kalvarienberg fuhren wir nach Puck. Dort befand sich früher ein wichtiger Fischereihafen der Kaschuben und noch früher durfte unter Duldung des Königs, eine 20 Boote starke Freibeuterflotte von Puck aus die Danziger Bucht bewachen. Heute ist der Sport Thema in Puck. Segler, Surfer und Kiter bestimmen heute das Bild in Puck in modern angelegten Häfen.

Dann, am späten Nachmittag, erreichten wir unseren Campingplatz in Hel, direkt an der Spitze der schmalen Landzunge. Diese entstand vor langer Zeit aus mehreren Inseln, die sich aufgrund der Änderung von Strömungen bildete. Heute ist sie wieder gefährdet, da sie teilweise nur 200 m breit ist und bei Sturm schon überflutet wurde.

Hier haben wir mit Peter und Angela auch unser Abschlußessen genossen. Sie werden Richtung Lübeck aufbrechen, wir bleiben noch einige Tage an der Küste und werden dann Richtung Berlin „abbiegen“.

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Eine Antwort auf „7. Lebenszeichen 2021 Litauen, Lettland, Estland, Polen“

  1. Hallo Ihr Beiden,
    toller Bericht. Danke. So wie es aussieht können wir ja doch demnächst mit Euch rechnen. Wir haben schon Entzugserscheinungen. 🙂 Genießt weiter eure Fahrt und dann auf baldiges Wiedersehen.
    Ganz liebe Grüße von Uwe und Renate

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