

4.6.23 bis 9.6.23
Valdez, Tok, Dawson City, Fox Lake, Whitehorse
Heute haben wir wahrscheinlich den Höhepunkt der Reise erlebt. Wir hatten uns vor einer Woche, als einzige, für einen Hubschrauberflug in Valdez angemeldet. Seit dem verfolgten wir die Wetterlage dort und wurden immer optimistischer. Tatsächlich haben wir heute einen Sahnetag erlebt und das in Valdez, das als Regenloch bekannt ist.
Vorher besuchten wir noch den Valdez Glacier Lake, das Ölterminal und 2 Museen. Der Valdez Glacier Lake war nicht besonders sehenswert, da er nur sehr wenig Wasser führte und die angekündigten Eisschollen nicht vorhanden waren. Außerdem befand sich dort eine Großbaustelle mit entsprechenden Lärm.


Also zogen wir weiter zum Ölterminal. Hier endet die 1200 km lange Alaska Öl Pipeline. Auch dies war nur bedingt empfehlenswert, da weiträumig abgesperrt.


Blieben noch die Museen. Die waren wiederum gut, zeigten die Entstehung Valdez zur Goldgräberzeit, die Zerstörung durch das Erdbeben und den Wiederaufbau. Der vorort gezeigte Film darüber war sehr sehenswert. Er endete aber vor der Ölkatastrophe durch die Exxon Valdez, so dass die Menschen noch ein Desaster überstehen mußten.




Mittags konnten wir zu unserem 2,5 stündigen Helikopterflug einchecken. Wir staunten, unser Pilot sah aus wie 16, war Deutscher und kam aus Dresden. Der Flug war der Hammer. Zunächst ging es über das Wasser bis zum Prince William Sound.





Das erste Ziel war der Columbiagletscher. Er gehört zu den größten der Erde, schrumpft aber auch sehr schnell. 2m pro Tag verliert er an Masse. Wir legten dort eine Zwischenlandung ein und konnten den Gletscher und das Eisfeld im Wasser sehr gut sehen.










Dann flogen wir in die Berge zum Shoup Gletscher, auf dem wir dann landeten. Die völlige Stille, die unberührte Schneedecke erzeugten eine einzigartige Atmosphäre.











Anschließend ging es weiter durch die Berge, bis wir über einen Grat stiegen und sich das Valdeztal komplett öffnete. War wieder ein wow Effekt, geschickt vom Piloten kreiert.


Das Tal entlang flogen wir bis zum Valdezgletscher mit seinen Eisbergen, von oben eine schöne Perspektive.






Super, super, super kann man für dieses Erlebnis nur sagen. Wir sind froh, es gemacht zu haben.
Abends gab es noch ein Seabridge Essen in Valdez.
Es folgte wieder eine Scenic Route nach Tok. Zack, ist der Sommer wieder zurück gekehrt. Blauer Himmel und Wärme sind immer willkommen.
Es gab wieder 2 schöne Wasserfälle, den Horsetail und den Bridal Veil zu besuchen.


Danach mußten wir durch Schnee stapfen um einen Blick auf den Worthington Gletscher zu werfen.


Dann sahen wir den 3663 m hohen Mount Drum und die Wrangell Mountains mit mehreren 4000er. Diese begleiteten uns bis zur Abfahrt nach Tok und waren einige Stopps unterwegs wert.








Heute stand der Härtetest für „Mensch und Maschine“ auf dem Programm. Die Strecke nach Dawson führte über den „Top Of The World Highway“. Das bedeutete 120 km gravel road. Diese Passstrasse war am Beginn unserer Reise gesperrt und Grund für die damalige Umplanung. Es war unklar in welchem Zustand sich die Strasse jetzt befand, da sie erst vor 2 Tagen nach Überschwemmungen wieder freigegeben wurde. Wir machen es kurz, sie war in einem hervorragendem Zustand, super wieder hergestellt von den Strassenbauarbeitern. Der Grenzübergang nach Kanada verlief auch reibungslos. Das einzige Manko der Fahrt war die Fernsicht. Obwohl wolkenlos, war wieder durch die noch aktiven Waldbrände alles voller Rauch.






Unterwegs konnten wir noch eine alte, stillgelegte Goldgräberanlage besichtigen.






Dann mußten wir noch den Yokon „überwinden“. Dafür gab es eine kleine Fähre, die kostenlos 3 Wohnmobile und 4 Pickups über den Fluß brachte.


Man meint, alles gesehen zu haben, was Campingkonstruktionen betrifft, auf dem Stellplatz gab es wieder was neues zu sehen, ein Wohnwagen mit Ladefläche.

Heute unternahmen wir den ultimativen Versuch reich zu werden. Es ging zum Gold Schürfen. Erst dachte ich, das wird wieder eine dieser langweiligen Touristenveranstaltungen, aber es kam anders. Wir wurden von einem aktiven Goldschürfer abgeholt, der in 2. Generation bereits seit 50 Jahren hier lebt. Sein Vater kam mit dem Goldrush nach Dawson.
Wir fuhren 45 Minuten auf schlechter Piste in aktive Claimgebiete. Hier schürfen noch 10 Familien.
Dann erreichten wir einen der Claims von Dave. Er besitzt viele Claims. Ein Claim hat die Größe von 500 x 1000 Fuß. Wir wurden von Alexander empfangen, einem Deutschen, der vor 5 Jahren an der DMAX Produktion „Goldrush“ beteiligt war und seit dem jedes Jahr im Sommen hier arbeitet. Er ist Luft-und Raumfahrtingenieur und für alle Reparaturen der schweren Geräte zuständig. Dort werden jede Stunde 50 Kubikmeter Material bearbeitet und das 10 Stunden lang. Nach dem Sieben und Spülen bleiben etwa 10 Eimer Material übrig, die manuell weiter bearbeitet werden. Das dauert noch einmal 8 Stunden. Ein gutes Ergebnis sind dann etwa 25 bis 30 Gramm Gold. Es kann aber auch 0 Gramm geben. Reich wird man damit nicht. Dave und seine Frau kommen einigermaßen über die Runden und leben im Winter in ihrem Trailer in Mexiko.










Wir durften auch schürfen, was natürlich gar nicht so einfach ist. Schließlich hatte jeder einige kleine Schuppen Gold in seiner Pfanne.

Im Übrigen gibt es hohe Umweltauflagen. Früher verließen die Schürfer einfach ihre Claims und überließen alles der Natur. Das sieht man ganz deutlich, das ganze Tal ist durch die Schwimmbagger auf links gedreht. Die Abraumhügel gelten heute als historische Zeugnisse der damaligen Zeit. Heute müssen die Löcher wieder eingeebnet, umgeleitete Flüsse wieder in ihre alten Betten umgeleitet und das Wasser, obwohl keine Chemie benötigt wird, gereinigt werden. Alexander gab uns einen groben Überblick über den Aufwand. 1/3 der Zeit benötigt man zur Untersuchung und Vorbereitung des Permafrostbodens, 1/3 der Zeit schürft man, 1/3 der Zeit benötigt man für die Renaturisierung. Alles Fakten, die doch überraschten.
Danach war erst einmal Siesta angesagt, gefolgt von einem Spaziergang durch Dawson City. Die Stadt hat keine geteerte Strasse und weitestgehenst die alten Fassaden erhalten. Alles soll so aussehen wie zum Goldrush. Es gibt hier viele Hotels, das hat damit zu tun, dass Dawson Ferienziel für die Menschen im 540 km entfernten Whitehorse ist und hier auch die Hunderennen Yukon Quest und Itaridot stattfinden. Da kommen dann Tausende Zuschauer, die irgendwo wohnen müssen.








Heute wurde ich noch einmal überrascht. Erst der sehr gute Besuch der Goldgräber und dann bekamen wir noch Karten für einen Saloonbesuch mit Revue. Bei mir liefen schon wieder Filme ab bezüglich Touristenbespaßung. Weit gefehlt, es gab 2 Shows a 30 Minuten, die erste traditionell, wie es vor Hundert Jahren in den Saloons üblich war, Cancan usw. Die 2. Show beinhaltete Hits aus der Neuzeit. Begleitet wurden die beiden sehr guten Sämnger von einem Klavierspieler und einem Schlagzeuger sowie 4 Tänzerinnen. Choreographie, Musik, Tänze alles vom Feinsten, das waren wirkliche Profis.




Zum dritten Mal überrascht wurde ich, als wir um 22:30Uhr das Etablissement verließen und draussen die Sonne schien.
Am nächsten Tag stand die längste Etappe der Reise, 460 km, an. Sie führte vorwiegend durch Wälder mit wenig Abwechslung. Gut war der wenige Verkehr und die relativ gute Strasse, so dass man 9o% mit Tempomat fahren konnte.
Es gab einen Stopp bei „Five Fingers“, der einzigen Stromschnelle im Yukon.

Wir kamen als erste im Campground am Fox Lake an und konnten einen schönen Platz am Wasser beziehen. Es gilt first come, first serve und so sicherten wir Anke und Jürgen den Platz neben uns, da wir am Abend „abgrillen“ wollen.
Vorher galt es noch Holz machen für das Lagerfeuer.


Das Grillen artete dann zu einem wunderbaren Resteessen fast der gesamten Gruppe aus, wobei diverse Köchinnen daraus leckere Gerichte kreierten. Nach Stunden war alles aufgegessen und es galt die flüssigen Vorräte zu vernichten, was auch gelang.



Beim anschließenden Briefing gab es dann noch die Trinkgeldüberreichung an die Reiseleitung mit netten Worten von Gudrun. Es war ein schöner Abschluß.
Wir saßen dann noch bis 24:00 Uhr am Lagerfeuer und ließen die Reise Revue passieren. Alle waren sehr angetan, wir hatten bei 3 Regentagen innerhalb von 6 Wochen auch unheimliches Glück mit dem Wetter.
Jetzt geht es noch 90 km bis Whitehorse, wo wir morgen die Wohnmobile abgeben werden. Dann fliegen wir nach Vancouver, wo wir unser bed and breakfast Appartement für die nächsten 5 Tage beziehen werden.
