
6.1.24 bis 9.1.24 Magelanstrasse, New Island, West Point, Saunders Island, Carcass Island, Stanley
Gestern hatten wir noch eine Sicherheitseinweisung sowie die offizielle Vorstellung der Besatzung und des Expeditionsteams.



Das Wetter war bestens, kaum Seegang und so konnten wir sehr gut schlafen.
Der nächste Tag war ein Seetag. Es war sonnig, 12 Grad C, wenig Seegang. Wir befuhren die Magelanstrasse Richtung Falklandinseln, die wir morgen erreichen.
.Wir begannen den Tag nach dem Frühstück mit dem Besuch des Fitnesscenters.
Im Laufe des Tages erhielten wir ein Briefing über die zukünftigen Abläufe bei den Anlandungen mit den Zodiaks, sowie das Verhalten an Land. Aufgrund der Vogelgrippe, die im letzten Jahr auch diese Region erreicht hat, ist es nur erlaubt mit desinfizierten Stiefeln das Land zu betreten. Dies wird beim Verlassen des Schiffes durch zwei akribisch arbeitende Mitarbeiter unter Zuhilfenahme von Stirnlampe und Pinzette kontrolliert. Hinsetzen, knien, hinlegen, selbst eine Tasche absetzen ist auf den Inseln verboten. Nach Rückkehr werden die Stiefel auf dem Schiff wieder desinfiziert.
Es folgten Vorträge zu Wissenschaftsprogrammen, an denen Hurtigrute beteiligt ist. Insgesamt 10 Wissenschaftler begleiten die Tour, Geologen, Ornitologen, Meeresbiologen, Historiker und 2 Gastwissenschaftler der Oxford Universität. Man kan freiwillig an diesen Projekten teilnehmen und Daten sammeln, zum Beispiel Vögel zählen, Wolken bestimmen, Wale und Orcas fotographieren und die Photos zur Verfügung stellen und Wasserproben entnehmen.

Zwischen den Vorträgen hielten wir Ausschau nach Tieren und sahen Delphine und Albatrosse. Natürlich gab es auch Erholungspausen.


Die Nacht war wieder ruhig, der Morgen ebenfalls, es war aber bedeckt bei 10 Grad C.
Wir begannen unsere Erkundungen auf einigen Inseln Westfalklands

Zuerste erreichten wir die nordwestliche Insel der Falkland Inseln, New Island. Hier hatten wir die erste Anlandung.
Mit den Zodiaks ging es zu einem kleinen Strand, dann 1,5 km über die Insel zu den Schwarzbrauenalbatrosse und Felsenpinguinen. Unterwegs sahen wir noch weitere Vögel.
Es war ein beeindruckender Anblick, der sich uns an den Kolonien bot. Albatrosse und Felsenpinguine brüteten nebeneinander. Einige hatten bereits Junge, die es zu füttern galt. Es war ein ewiges Kommen und Gehen. Die Albatrosse mußten Windboeen abwarten, um zu starten und zu landen. Die Felsenpinguine waren sehr neugierig und kamen teilweise direkt auf uns zu um nachzusehen, wer denn da kommt. Teilweise mußten wir vor ihnen „flüchten“ um die 5 m Distanz zu ihnen einzuhalten. 16000 km schwimmen die Felsenpinhuine ab April Richtung Norden. Sie sind monogam, Männchen und Weibchen suchen für die Jungen unterschiedliches Futter. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.



























Vormittags waren wir wieder zurück auf dem Schiff und wir entschieden uns noch eine Runde im Fitnesscenter zu machen.

Am Nachmittag erreichten wir die Insel West Point. Die zweite Anlandung versprach Magellan Pinguine und eine große Kolonie Albatrosse. Die Magellanpinguine waren bereits in ihren Höhlen, so mußte ein einsamer Pinguin als Fotomodell herhalten














Die Albatroskolonie war erst nach einer 2,5 km langen, sehr anstrengenden Wanderung zu erreichen.
Es bot sich hier auch wieder ein phantastisches Bild von Albatrossküken mit Eltern und die putzigen Felsenpinguine, die gerne in Gesellschaft von Albatrossen brüten, da sie dort gut gegen Raubvögel geschützt sind.

















Zurück auf dem Schiff waren wir echt groggy, war doch sehr anstrengend, und wir waren zu warm angezogen.
Wieder erlebten wir eine ruhige Nacht und erreichten am Morgen, bei Sonnenschein und 10 Grad C, Saunders Island.
Wir starteten unsere erste Excursion auf Sauders Island. Dort leben 4 verschiedene Pinguinarten, die zur Zeit Junge haben, Königspinguine, Magellanpinguine, Felsenpinguine und Gentoopinguine. Wir konnten viele Kolonien beobachten und machten einen ausgedehnten Spaziergang bis zum malerisch gelegenen weißen Strand. Dort ließen sich Delphine beobachten, die teilweise mit den Wellen surften.


































Nachmittags erreichten wir Carcass Island. Hier wartete eine 9 km lange Küstenwanderung auf uns. Landschaftlich wieder ein Erlebnis, das Meer wirkt schon unwirklich blau. Teilweise erinnerten die Strände an die Karibik. Die Sonne schien wieder, und obwohl wir nur ein T-Shirt unter der Windjacke trugen waren wir wieder nass geschwitzt, durch die Sonnenstrahlung.
Am weißen Sandstrand befand sich wieder eine Kolonie Magellanpinguine. Diesmal konnten wir sie auch schwimmen sehen und waren über ihre Geschwindigkeit beeindruckt.





















Nach der Wanderung gab es bei den einzigen Bewohnern der Insel noch Kaffee und Kuchen.

Es erfolgte die Überfahrt nach Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln. Um 6 Uhr morgens, so wurde uns am Vorabend empfohlen, gäbe es eine gute Chance Wale zu sehen. Also stand ich um 6 Uhr als folgsamer Tourist bei Regen an Deck und schaute mir die grauen Wellen an. Allerdings war ich nicht allein, es gab noch andere unausgeschlafene Mitreisende. Den Walen war es dann 6 Uhr doch zu früh, sie ließen sich nicht sehen.
Kurze Zeit später legte ein Lotsenboot bei uns an. Es galt die Enge „The Narrow“ zu passieren, dies ist nur mit Lotsen erlaubt. Dann sahen wir die ersten Häuser von Stanley und legten dort an.




Wir ließen den angebotenen Bus aus und gingen zu Fuß in den Ort. Auffällig waren die blühenden Blumen überall.








In Stanley wartete ein Stadtführer auf uns, um uns Stanley näherzubringen. Vorher beobachteten wir noch eine Seelöwin, die voll entspannt ihr Junges säugte, jedoch von einem Truthahngeier belagert wurde. Es stellte sich heraus, dass er es auf die Milch der Seelöwin abgesehen hatte, die beim Säugen teilweise auf den Boden kleckerte.








Dann streiften wir durch den kleinen Ort, der vor vielen Jahrzehnten als Handelsort bedeutender war, da zu der Zeit 800 Schiffe im Jahr dort anlegten.






Es fing an zu regnen und wir beschlossen, zurück zum Schiff zu kehren. Hier warten das Sportcenter, die Sauna und der Jacuzzi auf uns.
Am Abend verließen wir die Falkland Inseln und machten uns auf den Weg nach Süd Georgien.
