6. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 28 bis 34

Am folgendem Tag lagen 260 km bis nach Solitär vor uns. Klingt eigentlich ganz entspannt, aber die Strecke beinhaltete 180 km Piste. 30 km Salzpiste war zu befahren wie eine Teerstrasse, dann folgten 150 km übles Waschbrett. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen nicht mit 30 Stundenkilometer zu fahren, wie die ersten Pisten, sondern 60 bis 70 km/h schnell. Das kostete schon Überwindung aber sonst kommt man nicht voran und das Fahrwerk sowie die weicheren Reifen schlucken die Unebenheiten besser. Trotzdem würde ich mit unserem Wohnmobil keinen km hier fahren.

Zur Vorbereitung dieser Tagesetappe hat der Mechaniker mit einem 2. Mann in den letzten 2 Tagen in Swakopmund alle bekannten Schäden an den Fahrzeugen repariert, einschließlich den Einbau eines neuen Kühlers. Bei uns fiel noch zum Schluß der rechte Blinker aus, der am nächsten Morgen um 6:30 Uhr, kurz vor unserer Abfahrt, noch repariert wurde.

Die Fahrt war ohrenbetäubend laut, weil alles schepperte, selbst die Gardinenröllchen sprangen aus den Schienen, so dass die Gardinen auf halb sieben hingen, aber landschaftlich war es wieder grandios und wunderschön.

Wir fuhren durch den Namib Naukluft Nationalpark in den Kuiseb-Canyon hinein, über den abenteuerlichen Gaub-Pass (827 m) und dann wieder in die Sanddünen der Namib-Wüste.

Schließlich erreichten wir das Camp in Solitär. Die Konzentration hatte mich so angestrengt, dass ich nach Ankunft erst einmal ein paar Stunden geschlafen habe. Es ist eben kein Erholungsurlaub.

Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Namib Naukluft Nationalpark
Gaub Pass
Kuiseb-Canyon
Wendekreis des Steinbocks, Sonne steht im Zenith
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?
Solitaire, Überbleibsel aus früheren Seabridgetouren?

 

Übrigens blieb 60 km vor dem Ziel ein Wohnmobil stehen und ließ sich nicht mehr bewegen. Alle Warnleuchten waren an, Motorsteuerung, Getriebe, ABS usw. Er ließ sich nicht mehr starten, bis Christine, unsere Reiseleiterin, kam (sie war noch 50 km entfernt) mit einem Stein einige Motorteile traktierte und schließlich den elektrischen Fehler erkannte und behob – bei mittlerweile 40 Grad. Die hat echt was drauf.

Abends gab es wieder ein gemütliches Lagerfeuer mit dem Restholz vom letzten, dass wir mitgenommen hatten.

Der nächste Tag begann entspannt. Ausschlafen, beim Bäcker Brötchen holen und draussen gemütlich frühstücken. Ja, richtig, hier in der Wüste gab es einen wirklich guten Bäcker.

Nur 90 km Piste stand uns bevor und diesmal war sie sehr gut zu befahren. Nach 1.1/2 Stunden erreichen wir unser Ziel Sesriem

Der Empfehlung Christine folgend besuchten wir sofort nach Ankunft den Canyon, um eine kleine Wanderung dort zu machen. Nach einem kurzen Abstieg, erreichten wir das Flussbett und konnten dort die pittoreske Felslandschaft, die der Fluß geschaffen hatte, bestaunen. Nur alle paar Jahrzehnte fällt hier Regen.

Es wurde brüllend heiß, über 40 Grad C, und nach dem Bezug unseres Stellplatzes, galt es nur noch Schatten suchen, ein wenig schlafen und abduschen.

Sesriem Canyon
Sesriem Canyon
Sesriem Canyon

Der nächste Tag begann früh. 4:30 Uhr aufstehen, 5:30 Uhr abfahren um den Sonnenaufgang von Düne 45 zu genießen. Die Düne gehört zum Dünenmeer der Namib, das Weltnaturerbestatus hat. Danach sollte es zum Sossusvlei gehen. Wir genehmigten uns für diese beiden Ziele einen Umweg von 120 km.

Vor dem Sonnenaufgang galt es die große  Düne 45 zu erklimmen.  Das war Schwerstarbeit und schweißnass, sowie kurzatmig, kam ich nach 40 Minuten oben an. Der Sonnenaufgang selbst war eigentlich unspektakulär, schön war das Farbspiel mit den Dünen.

Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem
Sonnenaufgang Düne 45 Sesriem

Danach ging es, wie geplant zum Sossuvlei, einer Salz-Tonpfanne mit abgestorbenen Bäumen darin. Wir hatten das schon während unseres Rundfluges von oben betrachten können. Nach Bezahlen des Eintritts wird man ca. 4,5 km mit einem 4WD zur Tonpfanne gebracht. Zu den roten Dünen, bietet die weiße Pfanne mit den toten Bäumen einen unwirklichen Kontrast.

Sossuvlei
Sossuvlei
Sossuvlei

Es wurde wieder heiß, und wir machten uns auf den 60 km Rückweg zum Camp.

Jetzt begann die eigentliche Tagesetappe über 180 km Piste nach Duwisib.

Es begann alles ganz harmlos. Die Strasse war akzeptabel und die Landschaft wunderschön. Wir näherten uns den Namib Bergen und fuhren über den 1630 m hohen Tsarishoogte Pass. Ich mag solche Strassen und als dann noch kleine Wasserlöcher zu durchfahren waren, hatte ich richtig Spass. Leider wurden die Wasserlöcher von Mal zu Mal länger und ich hatte Mühe den Wagen da durch zu manövrieren. Das Wasser spritzte bis zum Alkoven. Als ich Ute gerade sagte: so jetzt habe ich genug Spass gehabt, kam sie. Die Mutter aller Wasserlöcher, ca. 150 m lang. Im Wasserloch steckte bereits Willy fest. Davor versammelten sich 8 Wohnmobile. Bernd watete mutig durch das Wasser, es reichte bis zum Oberschenkel und suchte die beste Stelle um einen Durchfahrtsversuch zu wagen. Auf der anderen Seite gab er dann Pierre Signal für den Versuch. Er schaffte es, und nach und nach durchfuhren dann alle Mobile diese Passage. Willy wurde angeschoben und schaffte es schließlich auch. Er ist übrigens der augenblickliche Pechvogel, denn er hatte gestern schon eine kapitale Reifenpanne und nach dem heutigen Desaster, ereilte ihn das gleiche Schicksal 3km vor unserem Camp noch einmal.

Abends gab es ein Seabridgeessen beim deutschstämmigen Farmer, dem das Camp und die Farm gehört.

Namib Berge morgens
Spasswasserloch
Quälerei
„die Mutter“ der Wasserlöcher

Gestrandet

Das war der bisher härteste Tag unserer Wohnmobilkarriere.

Er startete völlig entspannt mit Ausschlafen und einem gemütlichen Frühstück. Ich versprach Ute anläßlich des Valintintages einen besonderen Tag. Der sollte es dann auch werden, nur anders als gedacht. Sam, unser Mechaniker, reparierte unsere gebrochenen Schranktürscharniere. Als Vorletzte fuhren wir dann los. Wir hatten gehört, dass sich bereits wieder 2 festgefahren haben sollten, und nach 10 km, sahen wir alle wieder.

Die Strecke war unpassierbar. Etwa 300 m Piste mit tiefem Sand, der durch die letzten Regenfälle angespült worden war, versperrten die Weiterfahrt. Christine und der Farmer hatten bereits reagiert als wir ankamen.

Man baute eine Strasse für uns.

Ich konnte es nicht glauben. Ein riesiges Baufahrzeug war dabei den Sand aus der Fahrbahn zu schieben und gleichzeitig zu glätten. Manche unserer Mitstreiter, die zeitig gestartet waren, harrten bereits einige Stunden aus. Wir mußten ungefähr 1 Stunde warten, dann gab es das Signal. Einer nach dem anderen fuhr mit Vollgas in die Piste, die sofort wieder nachgab. Alle schafften es trotzden, sich durch den Sand auf die andere Seite zu wühlen.

nichts geht mehr
eine Strasse extra für uns
der nützliche Helfer

Die Fahrt ging dann für uns erst einmal normal weiter, bis die gelbe Motorwarnleuchte sich zu den uns schon länger begleiteten Warnleuchten, „kein ABS“, „kein ASR“,“kein Hillholder“,gesellte. „Check Engine“ gab uns die Anzeige noch mit auf den Weg aber wo checkt man die Engine mitten in der Wüste. Also weiterfahren. Dies akzeptierte der Motor auch noch 20 km, dann schaltete er in den Schonmodus. Nach weiteren 20 km ging gar nichts mehr.

Wir warteten auf Christine, die kurze Zeit später zu uns stieß, mit der bitteren Nachricht, dass Sam nicht auf der Piste war, sondern ein Getriebeschaden an seinem Fahrzeug hatte und noch auf dem Campingplatz versuchte zu reparieren. Also fiel seine Hilfe schon mal aus. Ein Abschleppseil hatte Christine nicht, da die Fahrzeuge nur abgeschleppt werden können aber selbst, mangels einer Abschleppöse vorne, nicht abschleppen können.

Ihr kennt ja Christines Kreativität mittlerweile. „Dann müssen wir euch eben die letzten 29 km bis zum nächsten Ort schieben“ war ihre Lösungsvorschlag.

Ute besorgte einen am Strassenrand liegenden Reifenmantel. Mittels unserer Wäscheleine banden wir den Reifen vorne an den Kühler von Christines Wagen. Dann ging es los.

Für Ramiro, Christines Assistenten, war dies wieder ein Fest. Er liebt diese Herausforderungen. Vorsichtig schob er sich an unser Fahrzeug und begann es anzuschieben. Es funktionierte wunderbar. Mit 50 km/h schob er uns über die Piste und den folgenden Hügeln bis nach Helmeringhausen. Er sah hinten gar nichts, mußte nur den eingeklemmten Reifen zwischen unseren Fahrzeugen im Auge behalten und ich durfte keine großen Lenkbewegungen ausführen und nicht bremsen.

wo ein Wille ist, gibts auch einen Weg
der Pusher

 

In Helmeringhausen gab es von Sam die Anweisung, die Batterie abzuklemmen. Wir gingen dann im örtlichen, sehr schönen Hotel, Leberkäs essen. Gab es hier wirklich. Nach dem Essen machte ich einen neuen Versuch unser Womo zu starten, nachdem ich die Batterie wieder angeklemmt hatte, ohne Erfolg. Sam war mit seiner Reparatur auch noch nicht fertig und damit sah der Plan wie folgt aus: Christine verläßt uns und holt die Gruppe ein. Sam stößt, so Gott will und er wieder fahrtüchtig wird, zu uns und versucht uns flott zu kriegen. Wir übernachten hier und fahren morgen 2 Etappen.

gestrandet

Um 19 Uhr erreichte Sam uns. Er schloß das Diagnosegerät an unser Fahrzeug und versuchte den Fehler zu lokalisieren, ohne Erfolg. Ein Batterietausch brachte auch nichts. Wir übernachteten an Strassenrand in Helmeringhausen.

Am ächsten Tag, um 6:30 Uhr, überraschte Sam uns mit der Lösung, die Fahrzeuge zu wechseln. Wir sollten mit seinem weiterfahren, er würde auf den Transporter mit dem Ersatzfahrzeug warten, dass dann unser havariertes Womo zurück nach Windhoek bringen sollte, ein Fahrstrecke 7 Stunden.

Ich war froh, dass es für uns eine Lösung gab und rechnete mir aus, um 8:30Uhr auf der Piste zu sein – nicht so in Afrika.

Erst einmal wurde sein Fahrzeug auf den eigentlich geschlossenen Campingplatz gebracht. Dann begann er den Werkstattwagen, denn als solcher wurde das Womo mißbraucht, ausgeladen. Dann besorgte er einen Housekeeper vom Hotel, der versuchte aus der Junggesellenhöhle wieder ein halbwegs sauberes Womo zu machen. Dann schleppter er uns auf den Campingplatz. Dann wurden die Wohnraumbatterien getauscht, dann wurden die Gasherde getauscht, dann wurden die Reservereifen getauscht, alles unter dem Aspekt, unsere waren besser als seine. Dann mußten wir mit allen unseren Sachen umziehen. Dazwischen führte er 65 Telefonate. Lange Rede kurzer Sinn um 12:30 Uhr konnten wir endlich starten.

die mobile Werkstatt
unser “ Neuer“, Bj. 2015, 130.000 km

Vor uns lagen die restlichen 110 km Piste von gestern und weitere 120 km bis nach Lüderitz.

Die Fahrt war ok, ich gewöhnte mich schnell an das Automatikgetriebe, und der fehlende Alkoven half uns bei dem stürmischen Winden vor Lüderitz. In der letzen halben Stunde unserer Fahrt sank das Thermometer von 35 GradC auf 23 Grad C.

Es stürmte so stark, dass wir 3 Mal den Stellplatz wechselten, bis wir eine Position gefunden hatten, bei der das Womo nicht wie eine Schiffschaukel wackelte.

Wir haben übrigens den Pechvogel jetzt von Willy übernommen.

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5. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 26 bis 29

 

Der nächste Tag versprach entspannt zu werden. Nur 50 km nach Omandumba waren zu absolvieren. Diese 50 km führten tief in den Orongo Nationalpark, wo die Buschmänner eine Siedlung bewohnen. Diese wollten wir besuchen.

Wir waren die ersten am Ziel und fuhren gleich ins Dorf. Das war etwas voreilig. Dort hatten wir nichts zu suchen. Also einige 100 m rückwärts auf einen Vorplatz, der völlig leer war. Das kann auch ein Problem darstellen, welchen Stellplatz nimmt man? Wir probierten solange, bis ich mich im losen Sand festgefahren hatte. Mit Plastikschaufel und Salatschüssel gruben wir das Wohnmobil wieder frei und ich kam aus dieser mislichen Lage heraus. Dann warteten wir auf unsere Mitstreiter, und warteten und warteten. Nach 1 ½ Stunden waren wir immer noch alleine, was angesichts der Tatsache, dass ich Bernd etwa 4 km vor unserem Ziel überholt hatte und er schon längst hätte da sein müssen, merkwürdig war.

schöner Stellplatz aber leider falsch

Ich begann den Weg zu Fuß abzulaufen, den wir gekommen waren und nach 500 m fand ich alle Wohnmobile auf den vorgesehenen Stellplätzen. Wir waren falsch. Schließlich fanden wir noch eine Lücke.

Anfahrt zum Orongo Nationalpark
Anfahrt zum Orongo Nationalpark
Orongo Nationalpark
Orongo Nationalpark
Briefing bei 40 Grad C

Als nächstes stand ein sogenannter Bushwalk an. Wir besuchten die Familien der Buschmänner, die wir in ihrem traditionellen Outfit antrafen.

Die Buschmänner sind das älteste Naturvolk der Erde und man spricht von deren Einzugsgebiet, als sie noch Nomaden waren, als die Wiege der Menschheit.

2 Männer, 2 Frauen und ca 20 kleine Kinder begleiteten uns auf den 2 stündigen Spaziergang. Uns wurden Heilpflanzen und deren Anwendung gezeigt, das Feuermachen mit einem Stück Holz, die Herstellung und der Gebrauch von Pfeil und Bogen, die Herstellung des absolut tötlichen Pfeilgifts, das Anschleichen auf der Jagd und das Aufstellen von Fallen zum Fangen von Vögeln.

Der Rundgang war sehr interessant und authentisch. Natürlich leben diese Familien auch schon vom Tourismus, allerdings noch in einer sehr zurückgenommenen Form, so dass für uns alles Gezeigte sehr überzeugend und auch stolz wirkte.

Buschmänner
Buschmänner
Buschmänner

Am Abend war das Abbrennen eines Lagerfeuers geplant. Wir standen frei, ohne Strom und Entsorgung in einer atemberaubenden Felslandschaft, da passte das Lagerfeuer gut in die nächtliche Szenerie.

Es wurde auch ein sehr schöner Abend, wo die ganze Gruppe im Halbkreis um das Feuer saß und, wie schon so oft geübt, zechte und sang.

Vorglühen der Feierbiester
Lagerfeuer im Orongo Nationalpark

Der nächste Tag begann früh. Wir starteten um 6:30 Uhr nach Swakopmund. 200 km größtenteils auf Piste waren geplant. Auf diesen Pisten mußte man sogenannte Riviers durchfahren, ausgetrocknete Flußbette, in denen sehr viel Sand angehäuft ist. Da hieß es Anlauf nehmen und durch. Bisher ging auch alles gut, allerdings trafen wir dann auf eine Stelle, wo ich wirklich anhielt, dann 100 m rückwärts fuhr und mit voller Beschleunigung und in der Hoffnung, dass es reichen würde, durchrauschte. Diesmal schaffte ich es. Einige Kilometer weiter, sahen wir die 2 vor uns gestarteten Wohnmobile stehen. Die sandige Stelle war bestimmt 100 m lang und sehr tief.  1 Wohnmobil hatte es bis zur Hälfte geschafft, blieb stecken und wurde mit Hilfe von 10 Dorfbewohnern durch das Rivier geschoben. Das 2. Wohnmobil versuchte am Rand durchzukommen, das war ein fataler Fehler. Hier war es noch weicher, es brach ein und fuhr sich fest. Alle versuchten es freizubekommen. Es gab eine Schaufel und sonst nur Hände. Alle Versuche mit Brettern und Steinen verliefen negativ. Der Dorfälteste sagte zu mir, ich sollte eine Umgehung durch das Dorf nehmen. Ich ging die Strecke ab und unterwegs sprach mich eine Bewohnerin an und sagte mir, dass wir diese Route keinesfalls fahren könnten, da noch 2  breitere Flußdurchfahrten kämen und wir diese nie schaffen würden. Das bedeutete, dass wir die gestrige Route zurück fahren  und einen Umweg von 70 km in Kauf nehmen mußten. Immerhin eine Möglichkeit, das Tagesziel zu erreichen. Ich versuchte Chistine tel. zu erreichen aber wie sich herausstellte, war ihr Akku leer, der Klassiker. Also fuhren wir zurück, um die restliche Gruppe und Christine zu informieren. Auf den 20 km zurück, kamen uns bereits einige Mitreisende entgegen, die wir auf die Situation einstimmten und die zu fahrende Umgehung mitteilten. Im Camp verabredeten wir mit Christine, dass sie zu den Havarierten fährt und der Rest der Gruppe die geänderte Route in Angriff nimmt.

da ging nichts mehr
sofort waren Helfer da

Auf der Fahrt nach Swakopmund, über den Trans Kalahari Highway, wechselte die Landschaft kontinuierlich. Es wurde immer karger und schließlich hatten wir die Sandwüste erreicht. Dafür wurde es auch immer kühler und in Swakopmund hatten wir schließlich angenehme 25 Grad. Wir werden hier 3 Tage bleiben und bezogen einen Luxusstellplatz, mit eigenem Badehäuschen, Terasse, Grillplatz und eigener Palme. Übrigens, die Havaristen hatten es dann mit Hilfe der Dorfbewohner auch geschafft.

Strand Swakomund

Um 8 Uhr, am nächsten Tag, startete unser Swakopmund Programm mit einer Wüstentour in die Namib mit Allradfahrzeugen. Es galt, neben der Schönheit der Dünen, die Little 5 der Namib zu finden. Das sind: Namaqua Chamäleon, Sandviper, Schaufelkopfsalamander, Cartwheeling Spinne und Palmato Gecko. Alle diese Tiere leben im Sand oder sind so gut getarnt, dass wir sie nicht sehen. Unser Guide zeigte die Spuren, die die Anwesendheit der Tiere verrieten und grub sie dann aus. Bis auf den Cartwheeling Spider fand er auch alle Tiere. Es war wieder einmal beeindruckend wie sich Tiere auch die schwierigsten Lebensräume erschließen. Diese 4 stündige Tour war nicht nur unterhaltsam, wegen der Fahrt durch die Dünen, sondern auch wieder sehr lehrreich.

Sandviper
Sandviper
Schaufelkopfsalamander
Palmato Gecko
Namaqua Chamäleon
Namib
Namib

Für nachmittags hatten wir uns zu einem Rundflug über die Namib angemeldet. Auf diesen 2 ¼ Std. dauernden Flug hatte ich mich schon lange gefreut.

Wir starteten in einer 6 sitzigen Cessna, die so ausgelegt war, dass 4 Personen unbequem darin sitzen können. Mir taten die beiden Frauen aus Südamerika leid, die hinter uns saßen und überhaubt keinen Platz hatten. Das war aber auch das einzig Negative. Der Flug war einfach grandios. Über 650 km flogen wir durch Canyons, über die großen Dünenfeldern, über Salzseen bis zur Küste. Dann ging es die Skelettküste nordwärts zurück nach Swakopmund. Der Pilot war gut drauf, er flog teilweise nur in 30 m Höhe und tauchte in den Canyon hinein.

Es war wieder ein Glanzstück der Natur, diese Farben und Formen zu erschaffen.

Kuisep Flussbett
Kuisep Canyon
Kuisep Canyon
Kuisep Canyon
Dünen Namib
Dünen Namib
Dünen Namib
Dünen Namib
Skelett Küste
Skelett Küste

Abends traf sich die Gruppe in einem sehr guten Restaurant zu einem gemeinsamen Essen und Ihr wisst schon…..

Eine Seelöwen und Delphin Tour stand am nächsten Tag auf dem Programm. Mit einem Katamaran gings los. Die Anfahrt zu den Robbenbänken versüssten uns 2 zahme Pelikane und eine Robbe, die zwar in Freiheit leben, von Menschen aber aufgezogen wurden. Sie besuchten uns hin und wieder, verschwanden für eine Zeit und tauchten dann wieder überraschend auf, um an Bord mit zu reisen. Natürlich wurden sie mit etwas Fisch belohnt.

Robben gibt es in Namibia zu hauf, 2,6 Mio. Tiere wird geschätzt. Wenn man sich vor Augen führt, dass eine Robbe pro Tag die Menge von 1/3 ihren Körpergewichts fressen kann, verwundert es nicht, dass die Fisch- und Brillenpinguinebestände sehr gefährdet sind. Wir sahen einige Kolonien und konnten anhand der Menge der Robben das Problem verstehen. Einige Delphine konnten auch beobachtet werden, und dann wurde zu unserer Überraschung Austern und Sekt serviert. Man lebt nicht schlecht als Camper.

Wegbegleiter
Robbenkolonie
Robbenkolonie
Delphine

Nach unserer Rückkehr am frühen Nachmittag, beschlossen wir den Tag nicht nutzlos zu verplempern, sondern noch eine eigene Exkursion mit dem Wohnmobil zu unternehmen. Etwa 50 km weit in die Namib hinein kann man die Welwitschias, eine besondere Wüstenpflanze, die hier und in Angola anzutreffen ist, bestaunen. Die älteste Pflanze ist 1500 Jahre alt. Die Tour führt durch das Moon Valley, einer Mondlandschaft in den Goanikontes Nationalpark. Wir hatten diesen Canyon gestern vom Flugzeug aus gesehen und jetzt durch fuhren wir ihn mit dem Mobil. Nach 2,5 Stunden erreichten wir die 1500 Jahre alte Pflanze. Sie ist durch einen Zaun geschützt und von einem Podest aus, kann man sie bestaunen.

Die Fahrt war sehr einsam. Auf der gesamten Strecke kam uns kein einziger Wagen entgegen. Die Piste war grenzwwertig. Übelstes Waschbrett. Nach und nach meldeten sich wieder alle Warnleuchten am Armaturenbrett. Ich habe gelernt. dass Iveco ein Italiener ist, und Italiener lieben diesen Schnickschnack, man braucht ihn nicht zu beachten.

Komischerweise ist da was dran, denn nach dem Tanken in Swakopmund waren alle Lichter wieder aus.

Goanikontes Nationalpark
Waschbrett
Swakop Flussbett
Kuisep Canyon
Flechten
Flechten
1500 Jahre alte Welwitschia, ca 2 m hoch
weibliche Welwitschia
männliche Welwitschia
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4. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 19 bis 25

Nachmittags beim Briefing verabschiedeten wir 11 Mitreisende, die übermorgen wieder nach Hause fliegen. Dazu kamen noch Bettina, die Asistentin von Christine und Dani unser Mechaniker.

Es gab einen kleinen Umtrunk und anschließend ein schönes Seabridgeessen mit frisch Gegrilltem.

Anschließend wurden die Fahrzeuge gemeldet, an denen Reparaturen auszuführen waren. Von 19 Mobilen mußten 16 in die Werkstatt, wir eingeschlossen.

Mir war gar nicht bewußt gewesen, dass wir uns auf 1800 m Höhe befinden. Die Nacht war dadurch schön kalt gewesen. Die Tagestemperaturen gehen mittlerweile hoch in die 30er Grad.

Kakteenblüte auf unserem Camp

 

Am nächsten Tag wurden wir mit einem Bus zur Stadtrundfahrt nach Windhoek abgeholt. Unser Fahrer zeigte uns die Bereiche, wo die schwarze Bevölkerung wohnt, nämlich noch in Blechbehausungen, allerdings mit Tieren, was deren Reichtum bedeutet. Die Bastarde (dies ist hier kein Schimpfwort), Mischlinge zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe , bevorzugen Steinhäuser und legen schon Wert auf ein entsprechendes Prestige. Die weiße Bevölkerung bevölkert die  besten Wohngebiete.

Namibia ist größer als halb Europa und hat eine Bevölkerung von 2,3 Mio. Einwohner. Es gehört mit Südafrika und Botswana zu den reichsten Ländern Afrikas.

Windhoek hat uns nicht besonders beeindruckt. Dies wurde auch nicht besser durch die Tatsache, dass wir im Aufzug des Independant Museums steckenblieben und das bei Utes Klaustrophobie und Höhenangst (Glasfahrstuhl).  Wir bummelten noch 2 Stunden durch die Einkaufsmeile  und fuhren dann zu Joe’s Bierhaus, um etwas zu essen. Diese Kneipe ist berühmt und mit allerlei Krimskrams ausgestattet. Das war ein netter Besuch mit gutem Essen.

Trotz vorheriger Warnung wurden 3 Reisende bestohlen. Ganz blöd war es für ein Paar, dass morgen abreisen wird. Pässe und Kreditkarten waren weg. Christine ist mit denen dann zur Botschaft um Ersatzdokumente für die Auseise und den Flug zu besorgen.

Bahnhof Windhoek
alte Lok

 

hier blieben wir im Aufzug stecken
Christuskirche, Wahrzeichen von Windhoek

Nach der Rückkehr zum Camp, standen alle Wohnmobile repariert wieder auf ihren Plätzen.

Das war ein guter Service. Danach wurden wir ausführlich auf die bevorstehenden Schotterpisten vorbereitet. Schriftlich, persönlich durch Christine und dann noch von der Chefin von Bobo Camper. Alles, was wir bisher erlebt haben, was Strassenverhältnisse betrifft, scheint in den nächsten Wochen weit übertroffen zu werden. Wir sind mal gespannt.

Abends gab es noch eine eine merkwürdige Wolkenformation, einen schönen Sonnenuntergang und noch eine schöne Abendstimmung.

ausergewöhnliche Wolkenformation
Sonnenuntergang
Abendstimmung

 

Die nächste Etappe führte uns zum Waterbergplateau, einer beeindruckenden Felsformation. Die letzten 17 km durften wir dann Schotter und Wellblech genießen. Es ist wirklich anspruchsvoll, auf solch einem Untergrund zu fahren. 3 Mal brach der Wagen auf der Wellblechpiste aus, da er sich aufschaukelt und dann unlenkbar ist. Mehr als 30 km/h war nicht drin.

Am Camp angekommen, unternahm ich sofort den sogenannten Mountain View Trail auf die Felsen. War ganz schön anspruchsvoll, die Felssteine hinauf zu klettern, zumal wir auf 1600 Höhe waren. Von oben hatte man einen schönen Ausblick auf die Talebene.

Mountain View Trail
Aussicht vom Waterberg Plateau
Waterberg Plateau
Abendstimmung

Nach den Briefing wurde wieder einmal Geburtstag gefeiert. Diese Gruppe und vor allem unsere Reiseleiterin liebt das Feiern und läßt keine Gelegenheit dazu aus. Diesmal lief die Feierei etwas aus dem Ruder. 1 Pärchen, dass erst seit Windhoek mit uns fährt, schien die Wirkung von Alkohol unter den klimatischen Bedingungen und den körperlichen Anstrengungen unterschätzt zu haben.

Als ich sie das erste Mal wahrnahm waren beide schon schön angeschickert. Später am Abend, es war schon dunkel, standen sie neben mir. Ich hörte ein Geräusch, dehte mich zu ihnen, aber sie waren verschwunden. Beide lagen im Staub. Sie waren zusammen wie Bahnschranken einfach umgefallen und lagen dort wie Käfer auf dem Rücken auf dem Boden, ohne aufstehen zu können. Nach der ersten Diagnose, dass nichts passiert war, konnten wir uns dann vor Lachen nicht halten. Ute versuchte sie mit Taschenlampenunterstützung zu ihren Wohnmobilen zu bringen aber sie wußten nicht , wo sie standen. Sie betraten sogar ein fremdes Mobil und waren überrascht, dass dort jemand am Tisch saß. Schließlich gelang es Ute den richtigen Wagen zu finden und sie abzuliefern.

Ich möchte nicht wissen, wie die morgen Wohnmobil fahren wollen. Ein 2. neu dazugekommenes Pärchen verfuhr sich 200 km und traf erst in völliger Dunkelheit bei uns ein.

Am nächsten Tag ging es die Schotterpiste zurück auf die Strasse und dann Richtung Tsuma.  Die Landschaft änderte sich einige Male und entspannt erreichten wir unser Camp. Dies verfügte über einen 50 m Pool, den wir sofort nutzten.

Abends grillte die ganze Gruppe gemeinsam südafikanisch, d.h., es wird Holz verbrannt und über der Glut wird gegrillt. Holzkohle ist hier uncool.

Am folgenden Tag erreichten wir die Etosha Pfanne. Dies ist ein 22000 qkm großer Nationalpark. Hier werden wir 3 Tage bleiben und auf Pirschfahrten gehen. Nachdem wir erfolgreich eine Ameiseninvasion im Wohnmobil bekämpft hatten, fingen wir nach dem Einchecken sofort damit an. 4 Stunden fuhren wir auf teilweise Wellblech Pisten von Wasserloch zu Wasserloch. War sehr abwechslungsreich, einmal von der Landschaft her aber auch von den Tieren, die wir beobachten konnten. Elefanten, Gnus, Zebras, Giraffen, Strauße, Warzenschweine, Flamingos, Antilopen und Riesentrappen.

Danach ließen wir für die morgige 120 km Schotteretappe Reifendruck ab, damit es wenigstens etwas erträglicher und sicherer wird.

Die Besichtigung des am Camp beleuchteten Wasserlochs war hingegegen ein Pleite. Keine Tiere, dafür ein mächtiges Gewitter, vor dem wir gerade noch das Wohnmobil erreichten. Die Tagestemperturen betrugen heute 38,5 Grad. Ach ja, es wurde noch schnell eine Giftschlange entsorgt.

In der Nacht schüttete es mächtig. Wir beschlossen, früh morgens zum ersten Wasserloch zu fahren und dort zu frühstücken und Tiere zu beobachten. Um 6:30 Uhr starteten wir. Beim Frühstück hatten wir zwar eine schöne Aussicht auf das Wasserloch, doch Tiere ließen sich nicht blicken. Der ergiebige Regen hatte wohl überall Pfützen entstehen lassen, die als Tränke für den Tag reichten. In den ersten Stunden hatten wir einige Tierbegegnungen, unter anderem mit einem Naßhorn. Der niedrige Reifendruck machte sich positiv bemerkbar, der Wagen lag besser und wir spürten nicht jeden Stein.

Die letzten 2 Stunden waren eine echte Herausforderung, keine Tiere, trockene Wasserlöcher und eine unmöglich Strasse, die teilweise nur unter 10 km/h gefahren werden konnte. Für ein 7 m Wohnmobil war das nix.

Für die 120 km haben wir 6 Stunden gebaucht. Etosha hat bisher nicht ganz das gehalten, was wir uns versprochen hatten. Sehr aufwändig zu fahrenden Strecken, wenig Tiere. Vielleicht wird es morgen, auf unserer letzten Etappe in Etosho besser.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Camp Halali, wieder bei 39 Grad C. Die Sonne steht im Zenith, es gibt keinen Schatten. Da fühlt man sich doch im Wohnmobil, bei voll laufender Klimaanlage und angenehm kühlen 32 Grad, C richtig aufgehoben.

Morgens hieß es wieder zeitig aufstehen, da wir beim Etosha Outlook frühstücken wollten. Um 6:30 Uhr gings los. Wir hatten diesen Punkt gestern ausgelassen und eine andere Strecke gefahren. Darum mußten wir jetzt erst einmal wieder zurück. Der Aussichtspunkt ist das Ende einer 3 km langen in die Etoscha Pfanne hineingebaute Piste. Dort angekommen sieht man nur lebensfeindliche, weisse Weite. Wir waren ganz allein, das hatte auch etwas.

Etosha Pfanne
Etosha Pfanne

 

Dann starteten wir unsere letzte Pirschfahrt. Heute sahen wir 4 neue Tiere: einen Streifenschakal, der aus einer Pfütze am Wegrand trank, einen männlichen Löwen, der unter einem Baum Siesta hielt und eine Kuhantilope. Wir machten unterwegs eine Pause und legten uns an einem Wasserloch etwas hin. Nach 30 Minuten sollte es weitergehen. Ging aber nicht, direkt vor unserem Wohnmobil, in einer großen Pfütze hatte es sich eine Tüpfelhyäne gemütlich gemacht und ließ sich von den mittlerweilen 6 Wohnmobilen nicht stören. Nachdem es sich ausgiebig abgekühlt hatte, verließ sie uns und wir konnten weiterfahren.

Die heutige Etappe war wieder sehr schön, obwohl wir wieder 7 Stunden Wellblechpisten zu meistern hatten.

Abends nach dem Briefing wurde wieder Geburtstag gefeiert, der dritte auf dieser Reise bisher. Da hieß es wieder „Hoch die Tassen“. Die Gruppe ist ausgesprochen trinkfest. Die Feier wurde unterbrochen, als direkt am Zaun zum Camp eine Elefantenherde von 30 Tieren vorbei zog. Das war ein schöner Abschluß des Tages.

Am nächsten Morgen beschlossen wir früh sofort ans Wasserloch zu gehen. Dort trafen wir Zebras an und eine Streifenschakalfamilie, die Vögel jagte.

Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha

 

Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha
Tiere in Etosha

 

Kurz vor Abfahrt, gehe ich immer noch einmal um das Mobil, ob optisch alles in Ordnung ist. War es an diesem Morgen leider nicht. Wieder ein Plattfuss. Unser Mechaniker wechselte daraufhin das Rad. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle, um auf den vorhandenen Reifen wieder den vollen Druck herzustellen, da wieder Teerstrasse angesagt war. Den defekten Reifen füllte ich mit 5 bar um ihn notfalls noch einmal als Reservereifen zu nutzen, da wir jetzt 120 km bis zur nächsten Reifenwerkstatt vor uns hatten.

Alles ging glatt, der Reifen wurde repariert und so waren wir wieder voll einsatzbereit. Die Reparaturen in der Gruppe neahmen wieder zu. 3 defekte Reifen, 1 Klimaanlage mußte ausgetauscht werden, Kühlwasserverlust, gebrochene Schrankscharniere, abgebrochene Sitzlehnen und nasse Betten aufgrund defekter Klimanlage. Unser Mechaniker hatte immer gut zu tun.

Die heutge Etappe endete in Omaruru.

Abend gab es wieder ein Seabridgeesssen und ein weiterer Geburtstag wurde gefeiert wie immer nicht abstinent.

 

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3. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 10 bis 18

Die nächsten 2 Tage versprachen Stress. Jeweils 500 km galt es zu bewältigen.

Am ersten Tag überquerten wir die Grenze nach Botswana. Dort verloren wir schon einmal 1 Stunde wegen der notwendigen Formalitäten. Christine bezeichnete diesen Grenzübergang als einfach. Mal sehen wie die anderen sind. Die Fahrt verlief ereignislos. Die Straße war akzeptabel und nach 8 Stunden kamen wir in Francistown an. Die Schadensbilanz der Gruppe an diesem Tag lautete: 1 gesprungene Frontscheibe, ein geplatzter Reifen, 1 lose Außenleuchte und Dieselverlust bei einem Fahrzeug. Dani hatte gut zu tun.

Der nächste Tag versprach noch mehr Stress und er hielt, was er versprach. Es ging nordwärts bis nach Kasane an der Grenze zu Zimbabwe. Wir wurden vor den Schlaglöchern gewarnt, von dem jedes einzelne bei uns sofort zur kompletten Straßensperre führen würde, 100erten mußten wir versuchen auszuweichen. Teilweise waren sie knietief. Natürlich musste man auch eine gewisse Geschwindigkeit fahren um die 500 km zu bewältigen. Ganz spannend wurde es, wenn man auf seiner Seite den Krater kommen sah aber nicht auf die Gegenfahrbahn ausweichen konnte, weil dort gerade, die hier üblichen 60 Tonner entgegen kamen. Dann hieß es voll in die Eisen und manchmal bis zum Stand abbremsen. Außerdem waren 300 km durch unbewohntem Gebiet zu meistern, was auch eine gewisse Anspannung hervorrief. Last but not least, waren da noch die Wildtiere, die plötzlich die Strasse querten. Nach 9 Stunden kamen wir Gott sei Dank ohne Schaden, in Kasane an.

Abends begann es zu regnen und das Wasser lief innen an der Aufbautür in Strömen ins Mobil und unten wieder heraus.

Tags drauf hieß es früh aufstehen. Um 5:45 Uhr begann unsere 3 stündige Morgenpirschfahrt in Allradwagen im Tschobe Nationalpark. Der Tschobe Nationalpark ist mit 22000qkm nur halb so groß wie der Krüger Nationalpark. Wenn man bedenkt, dass der Krüger Nationalpark halb so groß wie die Schweiz ist, werden die Dimensionen dieser Nationalparks erst mal deutlich.

Zu den bekannten Big 5, Löwe Leopard, Naßhorn, Elefant und Wasserbüffel, die am schwierigsten zu jagenden Wildtiere, fehlten uns noch der Löwe und der Leopard. Wir hatten an diesem Tag großes Glück. Gleich am Beginn der Fahrt, sahen wir einen Löwen und noch spektakulärer war die Begegnung mit 2 Leoparden, wobei einer im Baum eine frisch gerissene Antilope frass und der andere sich als Model outete und sich ausgiebig fotografieren ließ.

Auf der Rückfahrt gerieten wir noch in einen Wolkenbruch und alle 40 Teilnehmer wurden in den offenen Fahrzeugen bis auf die Haut nass.

Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark
Tschobe Nationalpark

Danach waren einige Stunden Entspannung angesagt bis es am Nachmittag zur Sunset Bootsfahrt auf dem Thebe ging, die uns in den Tschobe Nationalpark führte. Dies war entspannend, wenn auch die ersten Stunden sehr heiß waren. Wir sahen wieder viele Tiere am Ufer aber man merkt, dass ein Hippo oder ein Wasserbüffel mittlerweile keinen mehr zum juchzenden Aufschrei bringt.

Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise
Thebe Sunset Cruise

Am nächsten Tag standen wieder einige Abenteuer auf dem Programm.

Erst einmal galt es die als kompliziert zu passierende Grenze nach Simbabwe zu meistern. Dafür gab es am Abend vorher ein ausführliches Briefing. Reflektoren mußten an die Mobile geklebt werden. Alle Beleuchtungselemente mussten funktionieren, keine Fleisch- oder Wurstwaren dürfen eingeführt werden, reichlich Geld in speziellen Währungen waren vorzuhalten. Ein Christina bekannter Zollbeamter kam extra persönlich zum Briefing, um uns am nächsten Tag zu unterstützen.

Um 6 Uhr startete der Konvoi. Richtig, diesmal fuhren wir alle zusammen zur Grenze. Die 20 Wohnmobile machten mächtig Eindruck am Straßenrand. Um es abzukürzen, es war diesmal sehr leicht, alle Formalitäten zu erledigen, und nach 1 ½ Stunden fuhren wir bereits auf simbabwisches Territorium.

Nach 80 km erreichten wir unser Camp an den Viktoria Fällen. Es gab ein Frühbriefing um 9:30Uhr über die Aktivitäten, die hier geplant waren, und dann ging es zum gebuchten Helikopterflug über die Victoria Fälle.

Es war grandios. Wir flogen mit Tom, einem früheren amerikanischen Airforce Piloten, in einem 4 sitzigen Helikopter. Alles war beeindruckend, die gut gefüllten Wasserfälle, der Canyon und die einzigartige Landschaft aus dieser Perspektive. Sehr zufrieden kehrten wir mittags zurück zum Camp und ließen die Eindrücke noch ein paar Stunden nachwirken.

Viktoriafälle
Viktoriafälle
Victoriafälle
Viktoriafälle
Viktoriafälle

Am frühen Abend hieß es dann wieder auf zu einem neuen, schönen Erlebnis, einer Bootsfahrt auf dem Sambesi. Auf dem Boot war ein schön gedeckter Tisch für die Seabridgetruppe vorbereitet. Getränke waren komplett frei und man reichte uns sogar noch Fingerfood, z.B. Krokodilkebab. War eine schöne entspannte Fahrt, die trotz eines heftigen Gewitters allen gefiel.

Nach einer mückengenervten Nacht, besuchten wir dann die Viktoriafälle. Diese waren fußläufig von unserem Camp zu erreichen. Es gibt dort 19 sogenannte lookouts, von denen man die Fälle aus verschiedenen Perspektiven bestaunen kann. Ab Nr. 10 wird es nass, so prophezeite Christine, bei uns bereits ab Nr. 8. Wir waren nass bis auf die Haut. Die Kamera wurde im Gefrierbeutel geschützt und konnte nur bis Nr. 7 eingesetzt werden. Es war grandios anzuschauen, wie der Sambesie sich in die Felsen gefressen hat und einen riesigen 80 km langen Canyon bildet.

Viktoriafälle
Viktoriafälle
Viktoriafälle

Danach traf sich fast die ganze Truppe im Lookout Cafe zu einem kleinen Imbiss. Von dort hat man einen wunderschönen Blick in den Canyon.

Sambesi Canyon
Sambesi Canyon

Nach unserem nachmittäglichen Briefing, hatte Christine noch eine Überraschung vorbereitet. Sie hatte eine Folkloretruppe engagiert, die tolle Stimmen hatten und zu traditionellen Liedern auch tanzten. Wir alle waren begeistert, was sich auch im Trinkgeld für die Truppe wiederspiegelte.

Folkloregruppe

Anschließend gab es ein Saebridgeessen im bekannten Victoria Falls Hotel, wo die Übernachtung bei 400 US Dollar beginnt.  Ein feiner Kontrast zu dem doch etwas rustikalen Ambiente der Mobile. Das Buffet war übrigens sehr lecker.

Victoria Falls Hotel

Der nächste Tag versprach wieder Arbeit. 480 km lagen vor uns mit dem diesmal eigenständig abzuwickelndem Grenzübertritt von Simbabwe nach Botswana. Wir starteten früh, und nach 70 km war die Grenze erreicht. Ute hatte die Formalitäten gut vorbereitet und nach einer halben Stunde, hatten wir das Prozedere erledigt. Es folgte eine Schuhdesinfektion und wir mussten mit dem Wohnmobil durch ein Desinfektionsbad fahren. Nach 200 km gab es eine Veterinärkontrolle, bei der wir wieder unsere Schuhe desinfizieren und ein weiteres Mal durch ein Desinfektionsbad fahren mussten. Außerdem wurde unser Kühlschrank gefilzt und 2 Tomaten und 2 Paprika beschlagnahmt.

Die Fahrt war ansonsten eintönig, bis auf die uns bereits bekannten Schlaglöcher, die fast auf der gesamten Strecke zu beachten waren.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Camp Planet Baobab in Gweta, ein schönes im Stil eines typisch afrikanischen Dorfes erbautes Camp mit beeindruckenden Baobab Bäumen und einem schönen Swimmingpool, den wir sofort nach Ankunft benutzten.

Baobab Baum
Baobab Baum
Vögel im Camp
Tukhan

Tags drauf ging es 220 km, teilweise wieder auf mit Schlaglöchern gespickten Straßen Richtung Maun.

Zwei Reifenschäden waren nachmittags die Bilanz unserer Mitreisenden. Nach einem kurzen Briefing fuhren wir zum lokalen Flughafen, um einen Scenic Flight über das Okawango Delta zu unternehmen. Wir flogen mit einer 4 sitzigen Maschine über das beeindruckende Delta,mit vielen Tiersichtungen. Wieder ein Highlight unserer Reise.

Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta
Okawangodelta

Danach war wieder Arbeit angesagt. Die nächste Etappe führte uns von Maun nach Buitepos über 520 km. Außerdem mussten wir eigenständig die Grenze von Botswana nach Namibia passieren.  Die Fahrt war sehr eintönig. 4 Vögel mussten daran glauben und fast wären wir mit einem Esel kollidiert, der meinte kurz vor uns gemächlichen Schrittes auf die Fahrbahn zu treten. Da hieß es wieder voll in die Eisen und Dauerhupe. Schien ihn aber nicht sonderlich zu interessieren.

Die Grenzabfertigungen waren diesmal sehr nervig. Es dauerte und dauerte, Fingerabdrücke wurden genommen, Photos gemacht und die verschiedensten Formulare verlangt. Dann wurde uns auch noch eine zu hohe Gebühr abverlangt, von der sich die ihrer Rolle sehr bewussten Grenzerin trotz Protest nicht abbringen ließ.

Abends gab es im Camp noch eine kleine Raubtierfütterung zu sehen. Das privat geführte Camp besitzt neben vielen anderen Tieren auch 2 Leoparden. Diese warteten Punkt 18 Uhr auf Fleisch.

Der nächste Tag begann zunächst einmal mit eine Kassenprüfung. Die Freiwilligen Ute und Doris hatten sich am Anfang der Reise als Kassenprüfer gemeldet. Gemeinsam mit unserer Reiseleiterin prüften sie als Vertreterinnen der Gruppa alle Ein-und Ausgaben, die Christine für uns getätigt hatte. Mit einer Unterschrift wirde Christine entlastet. Dies fand heute statt, da uns die ersten Mitreisenden morgen verlassen werden. 3 neue Pärchen werden zur Gruppe dazustoßen und die Namibiareise mitmachen.

Es ging heute 280 km bis nach Buitepos, 20 km vor Windhoek, wo Bobo Camper, unser Verleiher, eine Station hat. Unsere Windschutzsheibe hat einen Sprung.

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2. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 6 bis 9

Heute ging es vom Blyde Canyon zum Krüger Nationalpark, wo wir uns 3 Tage aufhalten werden. In Graskop fand ich einen Biltong Laden, wo ich mich mit Dörrfleisch vom Kudu, vom Sprigbock, vom Rind, von der Gemse und von einem Vogel dessen Name ich vergessen habe, eindeckte.

Biltong

In Numbi erreichten wir den Krüger Nationalpark und begannen, nach umfangreichen Formalitäten, unsere Pirschfahrt. Bei einer Pirschfahrt fährt man nicht über 30 kmh, um überhaupt die Chance zu haben, Tiere zu sehen.

Verschieden Arten von Antilopen liefen uns sofort über den Weg. Wir entschieden, am 1. Wasserloch Shitihave Damm eine kleine Mittagspause einzulegen. Ich bereitete mir einen schönen Teller des gerade erworbenen Biltongs zu und war vom Geschmack begeistert. Das Beste war Kudu.

Viele Tiere waren am Wasseloch nicht zu beobachten, was für die Tageszeit auch nicht verwunderlich war.

Die langsame Fahrt durch den Park war sehr entspannend und um 3 Uhr erreichten wir unser Camp in Skukuza.

Um 16:30 Uhr starteten wir zu einer geführen, 3 stündigen Pirschfahrt in einem offenen LKW. Das war ein Treffer. Wir sahen Rhinozerosse, Flußpferde, Elefanten, eine Giraffe, eine Herde Büffel und kurz nur einen Löwen, der von der Büffelherde vertrieben wurde. Die allseits vorhandenen diversen Antilopenarten wurden von unserem Führer als fastfood bezeichnet.

Nachstehend einige Tieraufnamen vom heutigen Tag.

 

 

Am nächsten Tag stand eine 220 km und 9 Stunden dauernde Pirschfahrt im eigenen Mobil auf dem Plan.

Allerdings stand vorher die Behebung eines neuen Problems an. Unser Toilette streikte. Ich traute mich nicht mit Gewalt die Kassette aus dem Wohnmobil zu zerren. Christine wußte auch keinen Rat, also war Dani dran. Als er bemerkte wie blockiert die Kassette war, entfuhr ihm ein ehrlich gemeintes „Shit“. Damit hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen. Er riss dann doch die Kassette mit Gewalt aus dem Mobil und stellte fest, dass sie innen gebrochen war. Sie schien auch nicht das erste Mal defekt zu sein, denn wir sahen, dass bereits 4 Schrauben in die Kassette geschraubt worden waren, die da nicht hingehörten. Er brachte uns eine andere Kassette mit dem Hinweis, sie nur waagerecht zum Entsoren zu tragen, da die Dichtung undicht sei, Eine komplett funktionsfähige erhalten wir erst in Windhoek. Das ist eben Afrika.

Entlang des Sabie Rivers ging es teilweise auf Schotterstrassen zu verschiedenen Wasserlöchern Richtung Skukuzabis bis nach Satara, unserem Tagesziel. Wieder sahen wir viele Tiere und eine wunderschöne Landschaft. Außerdem war es spannend, ganz allein diese Fahrt zu unternehmen.

Für den nächsten Tag waren „nur“ 80 km Pirschfahrt geplant, davon aber die letzten 40 km auf Schotter, als Training für Namibia. Die Strecke führte von Satara über den Olifants River nach Olifants und dann nach Letaba. Es war wieder sehr schön, allerdings stiegen die Temperaturen auf 41 Grad C.

Beim Aussteigen aus dem Wohnmbil im Camp schlug die Tür zurück und mir genau auf die rechte Hand, mit der ich mich am Rahmen festhielt. Da war ich augenblicklich hellwach. Gott sei Dank war sie nur gequetscht und nichts gebrochen, denn ich wußte noch nicht, dass ich sie am Abend noch dringend brauchen würde. Als wir nämlich nach dem Briefing wieder zurück kamen, war mein linker Vorderreifen platt. Vor einem Reifenwechsel am Wohnmobil hatte ich schon immer Respekt, also war jetzt der Zeitpunkt gekommen. Das Iveco Bordwerkzeug schien ausreichend und nach dem Lösen der Muttern, hatte ich mit Gerhard einen willkommenen Helfer, der schon einige Erfahrung mit Reifenwechsel hatte, und gemeinsam schafften wir diesen dann auch.

Dummerweise ist morgen Sonntag und alle Reifenreparaturbetriebe sind zu. Also müssen wir morgen die anstehenden 350 km ohne Reserverad fahren.

Hier noch einige Bilder von den oben beschriebenen Pirschfahrten.

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1. Lebenszeichen Südafrika – Botswana – Simbabwe – Namibia

Tag 1 bis 5

Die Reise begann damit, dass wir, da wir zeitig am Flughafen waren, die automatische Passkontrolle, alternativ zu der bekannten Kontrolle mit lebenden Grenzbeamten angeboten wird, ausprobieren wollten. Die geht so: Man legt seinen Reisepass unter einem Scanner. Danach öffnet sich eine Tür und man tritt in eine kleine Kammer, die Tür schließt wieder, dann wird man mit mehreren Punkstrahlern ausgiebig beleuchtet. Das ist dann wohl die automatische Gesichtserkennung. Nachdem der Computer das lebende Gesicht mit dem Bild im Reisepass verglichen und als übereinstimmend entschieden hat, öffnet sich die Tür wieder, und man hat die Passkontrolle erfolgreich durchlaufen. Bei mir ging alles glatt. Ute dauerte wohl die Gesichtserkennung in der geschlossen Kammer zu lange und sie begann nach mir zu rufen. Ich konnte auch nichts machen. Zwischenzeitlich wurde auch der diensthabende Zollbeamte aufmerksam. Er mußte sich dann, nachdem sich die Kammer öffnete und Ute stinkig an ihm vorbeistapfte noch ein: “Ich war gefangen“ gefallen lassen

Der Flug nach Johannesburg verlief etwas turbulent. Wir hatten von Frankfurt bis Johannesburg mit heftigen Turbulenzen zu kämpfen, die den von mir geplanten ausgiebigen Schlaf verhinderten.

In Johannesburg trafen wir alle unsere Mitreisenden und unsere Reiseleiterin nebst Assistentin.

Es folgte eine Stadtrundfahrt durch Johannesburg. Auch von höchsten Hochhaus Johannesburgs, dem „Top of Africa“ konnte Johannesburg bei mir nicht punkten.

Diamond House
Johannesburg
Johannesburg

Wir fuhren anschließend auf die Cradle Moon Lodge, wo wir 2 Nächste verbrachten. Die Lodge ist luxuriös, man wohnt in sogenannten Rondavels (Rundhütten). Auf dem Gelände laufen Zebras, Springböcke, Antilopen frei herum.

 

Am nächsten Tag stand Pretoria auf dem Programm. Pretoria ist sehenswert. Wir besuchten den Church Square, wo das Denkmal von Paul Kruger steht. Außerdem befindet sich dort noch das alte Parlamentsgebäude.

Altes Parlamentsgebäude
Paul Kruger

Danach besuchten wir das Outtrekker Denkmal, das an den Sieg der Buren über die Zulu erinnert.

Outtrekker Denkmal
Outtrekker Denkmal

Es folgte eine Fahrt durch das Botschaftsviertel von Pretoria. In Pretoria befinden sich die zweitmeisten Botschaften anderer Länder auf der Welt. Das Viertel ist riesig, und auch die reichen Weißen haben dort ihre imposanten Villen.

Es folgte der Besuch des neuen Nelson Mandela Denkmals.

Nelson Mandela Denkmal
Wir mit unserem Beschützer
Regierungssitz Südafrikas

Abend hatten wir unser erstes Briefing mit Christine und Bettina unsere Reiseleiterinnen. Dies war sehr ausführlich und hatte als Schwerpunkt: was kann alles passieren und was dann? Es stellte sich heraus, dass Pannen, vor allem Reifenpannen nichts Aussergewöhnliches  und eher die Regel sind, als die Ausnahme. Dies hat dazu geführt, dass bei uns erstmals ein Mechaniker im eigenem Wohnmobil mit Ersatzteilen mitfährt. Auf der einen Seite beruhigend, andererseits hatte ich mit dieser Pannenwahrscheinlichkeit nicht gerechnet.

Die Nacht war etwas unruhig, da sich eine Fledermaus in unsere Hütte verirrt hatte und nicht mehr herauskam. Wir öffneten das Fenster und nach einiger Zeit fand sie den Ausweg. Dafür hatten wir neue Gäste – Mücken.

Am nächsten Tag wurde es spannend. Die Wohnmobile wurden übergeben. Nach einem freundlichen Empfang durch den Chef von Bobo Camps und umfangreichen Formalitäten, konnen wir starten. Wir hatten Glück. Wir erhielten ein relativ neues Wohnmobil aus 2017 mit 31000 km. Dazu noch ein größeres, als bestellt, nämlich einen Alkoven.

Unser Wohnmobil

Dann gings los, Rechtslenker, Linksverkehr und mit links schalten. 350 km lagen vor uns. Erst ging es zum Einkaufen, dann besorgten wir uns eine neue Sim Karte.

Es kostet doch schon eine Menge Konzentration und als wir schließlich in Sabie ankamen war ich geschafft.

Es folgte das obligatorische Briefing für den nächsten Tag, verbunden mit einem Quiz. Unsere Gruppe „Ute“ gewann souverän und wir erhielten als 1. Preis ein Päckchen RooibosTee, weil er aus Südafrika stammt, wie wir lernten.

Dann folgte ein sehr schöner Tag auf einer Panoramastrasse bis Blyde River Canyon, dem drittgrößten Canyon der Welt. Wir fuhren mehrer landschaftliche schöne Orte an wie: Graskop Falls, God’s Window, Wonder View, Bourke’s Luck Potholes, Berlin Falls, Lowveld Lookout und den Drie Rondavels.

Graskop Falls
God’s Window
Wonder View
Bourke’s Luck Potholes
Bourke’s Luck Potholes
Berlin Falls
Lowveld Lookout
Drie Rondavels

Das abschließende Briefing wurde durch unsere netten Reiseleiterinnen dahingehend verfeinert, als dass uns Biltong in verschiedenen Geschmacksrichtungen gereicht wurde und ein bekannter einheimischer 50%iger Schnaps.. Biltong ist aus Rind, Schwein oder Wild verschieden gewürztes Dörrfleich.

Biltong

Außerdem reparierte Christine den Verschluß unserer Wohnraumtür. Ich hatte sie verriegelt und dann ging nichts mehr. Wir mußten den ganzen Tag über unsere Fahrertür das Womo verlassen und betreten. Mit einem Löffelstiel behob Christine das Problem. Jetzt muß nur noch das Loch in unserem Tisch, das wundersam entstand, gekittet werden. Dani kümmert sich morgen darum.

Übrigens hat heute der erste unserer Gruppe eine neue Kupplung bekommen, montiert durch unseren Mechaniker Dani. .

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Verspätetes Lebenszeichen aus Lanzarote

Tag 1 bis 8

Auf Empfehlung unseres Freundes Peter aus Stelle, sind wir auf den Club La Sanata aufmerksam geworden.

Wir wollten noch etwas Sonne tanken und Sport treiben.

Der Hinflug mit Condor war ok und so kamen wir nach knapp 4 Stunde Flug in Lanzarote an. Das Wetter war wie erwartet gut und per Taxi ging es dann 25 km quer durch die Insel zum Club La Santa.

Dieser Club ist nicht zu vergleichen mit Robinson oder Aldiana Clubs. Hier geht es nur um Sport. Täglich werden bis zu 70 Kursaktivitäten angeboten, und er ist damit der größte Sportclub Europas.

Der Club verfügt über ein komplettes Leichtathletikstadion, eine Multifunktionshalle, 3 Schwimmbecken mit 24 x 50m Bahnen, 600 Rennräder, Mountainbikes, einen Spinningraum, ein Fitnessstudio, Tennisplätze, Padel Tennisplätze, Badmintonfelder, Squaschplätze, eine Driving Range, mehrere Kursaußenplätze, eine Minigolfanlage, diverse Beachvolleyballfelder, Strandfußballfelder, Strandtennisplätze, eine Tauchbasis sowie eine eigene Lagune für alle Wassersportmöglichkeiten. 90 % der Trainer sind Dänen, 70 % der Gäste sind auch Dänen. Die Clubsprache ist Englisch.

Der Pflegezustand des Clubs ist 1a, er wurde Mitte 2016 komplett renoviert und erweitert.

Poolanlage
Poolanlage bei Nacht
Poolanlage bei Nacht
Blick auf die Lagune
Blick auf die Lagune
2  50 m Becken a 8 Bahnen
Leichtathletikstadion
Leichtathletikstadion

 

Drivingrange

Unser Tagesablauf sah in der Regel wie folgt aus: Ute buchte Yogakurse und joggte nachmittags auf der Laufbahn. Ich lieh mir ein Rennrad, für Interessierte, der Marke Cannondale, und begann vormittags meine Rennradtour. Abends besuchten wir dann gemeinsam noch einen Spinningkurs.

Nach 2 Tagen waren wir beide fertig und entschieden, einen Ruhetag einzulegen.

Wir mieteten für den Tag einen vollausgestatteten Opel Astra für 40 € und beschlossen, es den Chinesen gleich zu tun. Die Chinesen bereisen Europa in 1 Woche, wir Lanzarote an einem Tag.

DieTour startete mit dem Besuch des Parque Nacional de Timanfaya, auch bekannt als die Feuerberge. Auf keinem anderen Teil der Insel Lanzarote sind die vulkanischen Aktivitäten, die vorrangig zwischen 1730 und 1736 stattgefunden haben, so deutlich zu sehen. Etwa 100 Vulkankegel sind dort durch die heftigen Eruptionen entstanden, 10 Dörfer wurden unter der Lavamasse begraben und ein Großteil der Ackerfläche in eine Steinwüste verwandelt.

Mit dem Bus fuhren wir durch die Lavafelder und an den Vulkanen vorbei. So muß es auch auf dem Mond aussehen.

Parque Nacional de Timanfaya
Parque Nacional de Timanfaya
Parque Nacional de Timanfaya
Parque Nacional de Timanfaya
Parque Nacional de Timanfaya

 

Weiter ging es über die Stadt Yaiza an die Westküste nach El Golfo, welches ein netter Fischerort mit Flair und urigen Restaurants ist, der von Einheimischen als Feriendomizil genutzt wird. Sehenswert ist die giftgrüne Krater-Lagune und der Überrest eines Vulkankraters, der in der Eiszeit entstand und sich halbrund zum Meer hinwendet.

El Golfo
El Golfo
El Golfo

 

Etwas weiter südlich besichtigen wir Hervideros (übersetzt etwa Blaslöcher), steil abfallende meterhohe Felsen, die durch die Meeres-Erosion je nach Beschaffenheit des Gesteins verschiedenartig erodiert  sind,  so dass Höhlen, Trichter und Einbuchtungen entstanden, an und in denen sich Meereswellen tosend brechen und in Schaumfontänen hoch aufspritzen.

Hervideros

 

Hervideros

 

Hieran schloss sich der Strand von Janubio an, eine pechschwarze, breite Lava-Sandbank, weniger als 300 Jahre alt und entstanden durch den Ausbruch des Vulkans von Timanfaya.

Danach stoppten wir an den Salinas de Janubio und konnten die Salzfelder und die zur Ernte vorbereiteten Salztürmchen sehen.

Salinas de Janubio
Salinas de Janubio

 

Dann ging es an die Playa Blanca, wo es erst einmal einen café con leche gab.

Nach einem kurzen Stop an der neu entstandenen Marina Rubicon steuerten wir die Playa Papagayo an. Die Straße ist mautpflichtig. Sagte ich Strasse? Es führt eine unbefestigte etwa 4 km lange, staubige, mit 1 Million Schlaglöcher versehene Piste bis zum Parkplatz. Man befindet sich dann an einer Steilküste mit atemberaubenden Aussichten auf mehrere weiße Sandstrände und auf die gegenüberliegende Playa Blanca. Schöner kann man seine mitgebrachten Lunchpakete nicht genießen.

Marina Rubicon
Marina Rubicon
Marina Rubicon

 

Playa Papagayo
Playa Papagayo
Playa Papagayo

Nach dieser Pause ging es dann nach Costa Teguise, wo wir uns eine Appartementanlage ansehen wollten, die wir empfohlen bekamen, um vielleicht einmal einige Winterwochen auf Lanzarote zu verbringen. Leider war der uns mitgeteilte Einrittscode wohl veraltet und so konnten wir nur von außen in den Innenbereich schauen. Sah aber ganz nett aus.

Das nächste Ziel war der Jardin de Cactus. Der hat mir echt gefallen. Super angelgt und bepflanzt mit 1000 Arten. Dort gab es ein kleines Cafe mit schönem Blick auf den Garten und den 2. café con leche für uns.

Jardin de Cactus
Jardin de Cactus
Jardin de Cactus
Jardin de Cactus
Jardin de Cactus
Jardin de Cactus

Danach machten wir uns zum Jagos del Algua auf, einer Schöpfung von César Manrique. Das ist eine Grotte mit angeschlossenem 6 km langem Höhlensystem, in dem sich ein See mit seltenen Krebsen, ein Restaurant, ein Theater und ein Swimmingpool befindet. Eigentlich hatte ich erwartet auch in die Höhlen zu gelangen, aber das ist nicht vorgesehen. Von diesem Stopp waren wir etwas enttäuscht, obwohl die Anlage schon sehr schön angelegt ist.

Jagos del Algua
Jagos del Algua
Jagos del Algua

 

Aus Zeitgründen ließen wir die Cueva Los Verdes aus und begaben uns zum Mirador del Rio, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Dies war wieder ein Höhepunkt unseres Ausfluges. Eine super Aussicht auf die vorgelagerte Insel La Graciosa und den Küstenlinien. Die Sonne gab auch ihr Bestes und versank kitschig im Atlantik.

La Graciosa
Mirador del Rio
La Graciosa

 

La Graciosa

 

Mirador del Rio
Mirador del Rio

 

Mirador del Rio

Die Rückfahrt meisterten wir auch und hatten einen gelungenen Ausflug erlebt.

An den nächsten Tagen stand wieder der Sport im Mittelpunkt.

Meine Radrunde, 40 km mit 550 Höhenmeter, absolvierte ich zusehens entspannter und konnte mehr und mehr auch die Landschaft genießen.

mein Quälgeist
Impressionen von meiner Radtour
Impressionen von meiner Radtour
Impressionen von meiner Radtour

Ute besuchte am Sonntag den Markt in Teguise, der sehr groß und bekannt ist und verbrachte mit einer Clubangestellten, die auch alleine mitfuhr, gemeinsam eine sehr schöne Zeit.

Auch an den letzten Tage hielten wir unsere sportlichen Aktivitäten durch und hatten schlussendlich eine wunderschöne Aktivwoche auf Lanzarote, bei bestem Wetter, in einem sehr zu empfehlenden Club verbracht.

 

 

 

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4. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

In der Nacht gab es wieder einmal einen Wetterwechsel. Es goß in Strömen. Morgens war es dann Gott sei Dank wieder trocken. Unser heutiges Ziel war der Besuch der Kreidefelsen mit dem Wahrzeichen Rügens, dem Königsstuhl. Wir fuhren bis zum Parkplatz in Hagen. Danach beginnt der Nationalpark Jasmund. Dort begannen wir unsere Wanderung, zunächst zum Königsstein. Dort gibt es ein Besucherzentrum und wir konnten sofort an einer kurzen Führung zum Königsstein aufbrechen. Die Ausblicke von dem 118 m hohen Kreisefelsen war schon sehr beeindruckend. Leider rechnet man damit, dass der Königsstuhl in 40 Jahren nicht mehr begehbar sein wird, da sein Zuweg dann eingestürzt sein wird. Er hat unterschiedliche Kalkzusammensetzungen.

Im Nationalpark Jasmund darf ab kommendem Jahr kein menschlicher Eingriff mehr stattfinden. Man will die Natur dann konsequent sich selbst überlassen, natürlich außer der Wegesicherung.

Nach dem Königsstuhl betraten wir dann das UNESCO Weltnaturerbe, den alten Buchenwald, Richtung Viktoria Aussicht. Von dort hat man einen sehr schönen Ausblick auf den Königsstuhl.

Königsstuhl
Königsstuhl
Viktoria Aussicht
Viktoria Aussicht

Weiter ging es durch den alten Buchenwald. Die Buchen dieses Waldes sind im Durchschnitt 200 bis 250 Jahre alt. Es gibt noch einen etwas älteren Wald in den Kaparten, der auch zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt wurde.

Die Buchenwälder entstanden vor etwa 10000 Jahren. Sie waren die ersten Bäume, die sich nach der Eiszeit entwickelten und durchsetzten, da sie durch ihre Kronen und Ästen kaum Licht durchließen und andere Pflanzen und Bäume keine Chance zur Entwicklung hatten. Vom Mittelmeerraum breiteten sie sich über ganz Europa aus. Durch Abholzung verschwanden die Wälder dann im Mittelalter, bis auf wenige Reste.

Die Wanderung durch den Wald war wirklich sehr eindrucksvoll.

Buchenwald
Buchenwald
Nationalpark Jasmund
Nationalpark Jasmund
Steilküste im Nationalpark Jasmund

Nachmittags brachen wir dann nach Sassnitz auf, wo wir am Hafen einen schönen Stellplatz fanden.

Es folgte noch ein Gang durch die Altstadt und auf der Strandpromenade.

Hafen Sassnitz
U-Boot im Hafen Sassnitz
Sassnitz, Fussgängerbrücke in die Neustadt

Am nächsten Tag stand Binz auf dem Programm. Vorher fuhren wir noch in Prora zu den riesigen KdF(Kraft durch Freude) Gebäuden. Teilweise befinden sie sich noch in ihrem alten ungenutzten Zustand, teilweise werden sie abgerissen. Richtung Binz jedoch sind sie aufwending renoviert worden mit Balkons, Terassen und bodentiefen Fenstern. Sie werden als Luxuseigentumswohnungen vermarktet.

Prora im alten Zustand
Prora sanierte Eigentumswohnungen

In Binz haben wir uns die Strandpromenade und das neue Kurhaus mit angeschlossenen Hotel angesehen. War nett aber hat uns nicht vom Hocker gehauen. Allerdings hat man einen schönen Blick auf Sassnitz.

Kurhaus

Unser Tagesziel war schließlich das Seebad Sellin. Dies hat uns allerdings vom Hocker gehauen. Ich habe selten so schöne, alte Häuser in der Häufigkeit gesehen wie auf der Wilhelmstrasse in Sellin. Die Wilhelmstrasse ist ca. 1 km lang und links und rechts reihen sich diese Häuser aneinander, sie endet an der Himmelstreppe, die zur bekannten Seebrücke von Sellin führt.

Wanderung zur Seebrücke in Sellin
Seebrücke von Sellin
Kunst in Sellin
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla

Der nächste Tag begann damit, dass ich Ute die Fliegengittetür des Wohnmobils an den Kopf schlug. Ich verließ das Wohnmobil und zog wie immer die Tür hinter mir zu, ahnte jedoch nicht, dass Ute hinter mir den Kopf aus der Tür steckte. Das Ergebnis war eine Beule an Utes Kopf und ein zerbrochenes Brillenglas. Sie muß auf dieser Reise, siehe Fahrradunfall, viel einstecken.

Ich startete zu einer Fahrradtour, bei bestem Wetter, durch das sogenannte Mönchsgut. Über Baabe, Göhren, Lobbe, Thiessow fuhr ich auf schönen Wegen bis Klein Zicker. Dort entdeckte ich ein Surfcamp mit nagelneuen Topcat Katamaranen und einem anliegenden Campingplatz. Ich wollte sowieso in diesem Urlaub noch mal Segeln und dies sah sehr gut aus. Auf der Rückfahrt hielt ich an einem FKK Strand und erfrischte mich mit einem Bad in der Ostsee. In Alt Reddewitz stand ich plötzlich vor einem Wasserarm. Ich entdeckte eine Glocke mit dem Hinweis, zu läuten, wenn man übersetzen will. Das tat ich und plötzlich sah ich Bewegung am anderen Ufer. Ein Fährmann in einem alten Ruderboot begab sich auf meine Seite. Für 2 € ruderte er mich und mein Fahrrad zurück und so konnte ich den Rest des Weges nach Sellin ohne großen Umweg zurück radeln.

Zuhause angekommen, berichtete ich Ute von dem schönen Surf Camp und wir beschlossen, da für den nächsten Tag wieder schönes Wetter vorhergesagt war, den nächsten Tag dort am Strand zu verbringen.

Die Fahrt nach Klein Zicker war kurz und wir hatten Glück, den letzten Platz direkt am Ostseestrand in der ersten Reihe zu bekommen. Leider ist gutes Wetter häufig begleitet mit wenig Wind. So fiel das Catsegeln leider aus.

Ute und ich schwangen uns dann auf die Räder und unternahmen eine weitere Radtour. Teilweise auf mir vom Vortag bekannten Wegen aber auch auf neuen,  Richtung Gager,  durch eine wunderschöne Landschaft.

Auf der Rückfahrt ergatterte ich einen Quarkzopf ,und so gab es bei schönem Wetter am Wohnmobil, mit Blick auf die Ostsee, noch ein leckeres Kaffeetrinken.

Abends stellte ich fest, dass ich beim Duschen in Sellin meine Radhose vergessen hatte. Ute nahm tel. Kontakt zum Platzwart auf und Gott sei Dank wurde sie gefunden. Wir kündigten unsern morgigen Besuch an, um sie abzuholen.

Wir entschlossen uns Greifswald nicht wie geplant als nächste Station anzufahren, sondern sofort nach Usedom durchzustarten.

Die angbotenen Stellplätze hatten durch die Bank schlechte Bewertungen, bis auf einen in Bansin.

Der sollte es dann sein.

Die Hinfahrt führte uns nach Glewitz, wo wir die Fähre nach Stahlbrode nahmen.

Danach ging es entspannt an Greifswald vorbei über Wolgast, Zinnowitz nach Bansin. Der toll bewertete Stellplatz war gar nichts. Direkt daneben gab es einen weiteren Stellplatz für 10 Mobile, sehr einfach aber der urige Platzbetreiber, in 3. Generation Bansiner, sehr kommunikativ und noch einen Getränkemarkt betreibend, überzeugte uns, für 7 € zu bleiben.

Der Platz stellte sich als Treffer heraus, man konnte die Strandpromenade fußläufig in 10 Minuten erreichen. Bansin gehört mit Ahlbeck und Heringsdorf zu den sogenannten Kaiserbädern. Man findet auch hier sehr schöne Jugendstilhäuser und einen sehr schönen Strand. Nach einem ausgiebigen Spaziergang zur Seebrücke und durch den Ort schlossen wir den Tag gemütlich im Wohnmobil ab.

Strand von Bansin
Seebrücke von Bansin

Wir verlängerten um einen Tag und unternahmen eine Radtour durch Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck bis nach Swinemünde in Polen. Überall sahen sehr schöne Häuser. In Swinemünde probierte ich einen Butterfisch direkt aus dem Räucherofen, die hier überall betrieben werden, war sehr köstlich.

Grenze zu Polen

Auf der Rückfahrt hielten wir in Heringsdorf, da dort ein Jetski Wettbewerb stattfand. Diese Szene kannte ich noch gar nicht. Der gemeine Jetspeedfahrer ist Ü40, tätowiert, Raucher, dem Alkohol wohl auch nicht abgeneigt und kleidet sich um möglichst cool zu wirken in albernen, bunten Jerseys und knielangen Hosen. War sehr unterhaltsam sich die Typen anzugucken. Wir mussten aber 2 Stunden ausharren, um uns einen Parallelslalom anzuschauen. Auch die Organisatoren waren von der Fraktion: umständlich. Es dauerte bis alle Fahrer beim Briefing waren. Dann erklärte der Verantwortliche den Slalomkurs so umständlich, dass prompt bei den ersten 2 Rennen jeweils 1 Fahrer die Strecke falsch fuhr und disqualifiziert wurde. Wir hatten dann genug und fuhren die letzten Kilometer zurück nach Bansin.

so sehen die Jetski Piloten aus

Am nächsten Tag sollte es nach Polen gehen. Wir hatte einen Campingplatz in Miedzyzdroje kurz hinter Swinemünde ausgesucht. Der Ort sagte uns eigentlich gar nichts, er lag nur gut auf der geplanten Rückfahrt nach Berlin, das wir Anfang nächster Woche erreichen wollen.

Wir mußten die Swine überqueren und standen 1 km vor der Fähre im Stau. Wir rechneten mit stundenlangem Warten, standen aber dann nach einer halben Stunde schon auf der Fähre. Die Polen haben dort 4 Fähren im Einsatz, die jeweils 50 PKW fassen und diese kostenlos über die Swine bringen.

Der Campingplatz gefiel uns ausgesprochen gut. Große Parzellen, Duschen und Waschmaschinen frei und eine kurze Wegstrecke bis zum Strand.

Zuerst stand erst einmal große Wäsche an. Bei gutem Sommerwetter und Wind, waren wir dann nach 3 Stunden damit fertig und machten einen Spaziergang in den Ort.

ohne Worte

Wir waren überrascht. Der Ort hat mindestens genauso schöne Jugendstilhäuser wie auf Usedom.

Miedzyzdroje ist ein beliebter Ferienort der Polen. Es hat einen sehr schönen Strand, eine sehr lange Seebrücke, mit Restaurants und Geschäften, moderne Hotels, sehr gepflegte Parks und eine schöne Promenade. Wir entschlossen uns auch hier noch einen weiteren Tag zu bleiben.

Seebrücke von Miedzyzdroje
Park in Miedzyzdroje

 

Park in Miedzyzdroje

 

das Kuchenangebot
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla
Jugendstilvilla

 

Abendstimmung

Am nächsten Tag begannen wir eine 12 km Strandwanderung an der Steilküste entlang. Im Wolinski Nationalpark gibt es 180 m hohe Kliffs, die höchten in ganz Polen. Die Wanderung im losen Sand war recht anspruchsvoll aber mit schönen Sichten von unten auf die Steilküste gespickt.

Start zur Wanderung an der Steilküste
Wanderung an der Steilküste
Steilküste

Nach der Rückkehr stärkten wir uns in einem der Fischrestaurant und hielten uns noch eine Weile in dem schönen Ort auf.

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3. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

Am nächsten Tag, nach einer stürmischen und regnerischen Nacht, starteten wir bei schönem Wetter in Damp zu einer Radtour. Da wir den geplanten Radweg nicht fanden, fuhren wir zunächst an der Küste entlang, bis die Wege ein angenehmes Fahren nicht mehr zuließen und wir auf einem Radweg, parallel zur Strasse zurück nach Damp fuhren. Danach versuchten wir es in die andere Richtung und fanden eine schöne Strecke am Meer entlang, an viele Campingplätzen vorbei, in ein Naturschutzgebiet. Auf der Rückfahrt bemerkte ich eine Dornenhecke und warnte Ute noch vor den Dornen am Boden. Darauf komme ich später noch zu sprechen.

Nachmittags war wieder einmal große Wäsche angesagt und abends belohnten wir uns mit dem Besuch des platzansässigen Griechen, wo wir sehr gut aßen.

Die nächste Station unserer Reise war Schacht Audorf. Auf diesem Stellplatz kann man wieder auf dem Nord-Ostseekanal direkt vor den Womos die Schiffe vorbei fahren sehen. Leider war die Loge bereits besetzt und so mussten wir uns mit dem Rang in der 2. Reihe begnügen. Auch hier unternahmen wir eine Radtour, wobei der Radweg aus aneinandergelegten Betonplatten bestand, die sich in den zurückliegenden Jahren verschoben hatten. Das ewige Gehoppel hatten wir nach 10 km satt und kehrten auf der Straße wieder zurück zum Wohnmobil.

Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal
Nordostseekanal

In den nächsten Tage standen Treffen mit unseren Freunden aus Hagen und Stelle im Mittelpunkt.

Anne und Peter sind vor 2 Jahren nach Stelle gezogen und wir, sowie Margit, Bea, Berthold und Horst hatten für dieses Wochenende unseren Antrittsbesuch angekündigt.

Wir fanden einen Parkplatz in Stelle, der sich zum Übernachten eignete.

Mittags trafen wir gemeinsam mit den Hagenern bei Anne und Peter ein. Nach der Besichtigung ihrer sehr schönen Wohnung, fuhren wir nach Lüneburg, wo Peter uns zu einer Stadtführung angemeldet hatte. Leider war das Wetter etwas wechselhaft mit kleinen Schauern. Lüneburg ist im 2. Weltkrieg nicht beschädigt worden und hat somit eine wunderschöne Altstadt. Unsere Stadtführerin, aufgewachsen in Lüdenscheid, konnte uns ihre neue Heimat sehr detailreich näherbringen.

Lüneburger Rathaus
Lüneburg
alter Salzkran in Lüneburg
alter Salzkran in Lüneburg
Lüneburger Hafen
Lüneburger Hafen

Abends verlebten wir bei einem Italiener in Stelle noch einen schönen Abend.

Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel der Hagener. Anschließend fuhren wir nach Hamburg.

Peter, erfahren durch diverse Führungen seiner Besucher, konnte uns zunächst im Auto interessante Einblicke in die verschiedenen Häfen Hamburgs geben und von ausstehende Bauvorhaben aufgrund der geplatzten Olympiabewerbung berichten.

Anschließend konnten wir die Elbphilharmonie besichtigen, die im Moment das Highlight Hamburgs ist. Dies kann man bei Baukosten von 860 Millionen € auch erwarten. War sehr interessant.

Danach schlenderten wir an den Landungsbrücken vorbei, besuchten die Reeperbahn und aßen im Portugiesenviertel gut zu Abend.

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie
alte Speicherstadt mit Elbphilharmonie
alte Speicher und Elbphilharmonie
Hamburger Hafen Museumskräne
Hamburger Hafen Landungsbrücken

Am Sonntag, nach dem gemeinsamen Frühstück, verabschiedeten wir die Hagener, die nach Hause aufbrachen.

Für Anne/Peter und uns begann nun die geplante 3 tägige Radtour auf der alten Salzstrasse von Lüneburg nach Lübeck. Nach einer gemeinsamen Entscheidung, trotz der nicht perfekten Wettervorhersage, die Tour durchzuführen, hatte ich in Lauenburg und Mölln Hotelzimmer für uns gebucht.

Wir starteten nachmittags und schon nach 7 km ereilte mich die Defekthexe. Ein Platten, natürlich am Hinterrad, das bei meinem Geschick schwarze Hände bis zu den Ellenbogen bedeutete. Also erst einmal Gepäck abladen, Hinterrad ausbauen, Schlauch raus, neuen Schlauch rein und dann alles wieder zusammenbauen.

Glücklicherweise ereilte uns die Panne an einem Bushäuschen, so dass wir bei einsetzenden Regen, wenigstens im Trocknen waren.

Trotz leichten Regens wollten wir dann aber doch weiterfahren. Anne und Peter fuhren ab, ich lud noch die Gepäcktaschen auf das Rad ,und beim Aufsteigen sah ich, dass der Hinterreifen wieder platt war. Peter und Anne waren weg, ich hatte keinen Ersatzschlauch mehr und genervt beschlich mich das Gefühl, das dies bereits das Ende unserer Tour sein könnte. Da ich nach oldschool Art auch Flickzeug dabei hatte, beschloss ich, den Schlauch zu flicken. Ich wechselte zur Sicherheit das Ventil und fand im Schlauch ein Loch. Daraufhin prüfte ich intensiv den Mantel von innen, ja, hätte ich auch schon beim ersten Mal machen können und fand einen verholzten Dorn, wahrscheinlich ein Mitbringsel von unserer Radtour in Damp.

Inzwischen waren Anne und Peter wieder zurückgekommen. Peter half mir mit einem seiner Ersatzschläuche aus ,und nach einer gefühlten Ewigkeit, konnten wir bei immer noch leichtem Niesel unsere Tour fortsetzen.

Der Beginn einer Radtour

Nach der Hälfte der Strecke, steuerten wir eine Bäckerei an, um eine kleine Pause einzulegen. Wir hatten gerade den Laden betreten, da gab es einen mächtigen Schauer.

Die Strecke führte am Elbe – Lübeck – Kanal entlang. Nach weiteren Duschen von oben, erreichten wir Lauenburg. Unser Hotel „ Bellevue“ lag natürlich oberhalb der Altstadt, so dass zum Schluss noch eine Bergprüfung anstand.

Im Hotel gab es dann auch noch Schwierigkeiten mit der Buchung, wir erhielten dann aber doch noch 2 Zimmer. Das Abendessen hatten wir dann, bei einem fantastischen Blick über die Elbe, im Hotel.

Radtour auf der alten Salzstrasse

Die Etappe am 2. Tag führte uns von Lauenburg nach Mölln über Ratzeburg. Auf leider schlammiger Piste, wieder am Kanal entlang, lieferten wir uns Duelle mit einigen Freizeitkapitänen auf ihren Motorbooten.

Start zur 2. Etappe in Lauenburg

Schließlich erreichten wir Mölln und steuerten erst einmal eine Tankstelle an, um unsere Räder zu reinigen. Leider stürzte Ute unmittelbar danach aufgrund der nassen Bremsen. Sie zog sich mehre Hautabschürfungen am Knie und eine Rippenprellung zu. Wir hofften, dass sie am nächsten Tag wieder Radfahren konnte.

Das Hotel lag natürlich wieder auf einem Hügel, wenigstens das Einchecken verlief diesmal reibungslos und das Hotel war auch mindestens eine Stern besser als das erste.

Nach dem Duschen starteten wir zu einem kleinen Stadtspaziergang. Ein passendes Restaurant fanden wir auf die Schnelle nicht und so aßen wir vorzüglich im Hotel.

Am Dienstag, nachdem Ute grünes Licht zur Weiterfahrt gegeben hatte, besuchten wir den Möllner Dom, und das Eulenspiegeldenkmal. Danach starteten wir zur letzten Etappe nach Lübeck.

Mölln
Möllner Dom
Till Eulenspiegel Denkmal
Till Eulenspiegel Denkmal

Das Wetter war besser als am Vortag und in Ratzeburg konnten wir am Ratzeburger See, bei einer Pause, sogar draußen die Sonne genießen. Danach ging es auf schwierigen Waldwegen am Ratzeburger See entlang.

Pause am Ratzeburger See

In Lübeck mussten wir leider fast durch die ganze, verkehrsreiche Stadt um den Hauptbahnhof zu erreichen. Dort besorgte Peter schnell die notwendigen Bahnkarten für die Rückreise. Nach einmaligem Umsteigen in Hamburg fuhren wir bis Winsen an der Luhe. Bis Stelle hatten wir noch 7 km zu radeln und dann konnten wir uns nach 145 km, trotz des Sturzes von Ute, zufrieden abklatschen. Alles in allem hat es uns allen Spaß gemacht und war ein schönes gemeinsames Erlebnis.

so sehen Sieger aus

Abend gab es dann das Belohnungsessen bei einem Griechen, der ähnlich wie die spanischen Tapas, seine Gerichte auch in kleinen Portionen anbietet. Dadurch kann man sich verschiedenen Gerichte zu einem leckeren Essen zusammenstellen.

Nach dem Frühstück bei Anne und Peter hieß es auch von uns Abschied nehmen.

Wir brachen auf nach Lübeck, um dort noch einmal Angela und Peter zu treffen. Das Wetter war sommerlich und wir genossen erst einmal die Sonne. Anschließend verbrachten wir noch einen netten Abend mit den beiden.

Am nächsten Tag brachen wir auf nach Zingst zum uns bekannten Stellplatz am Surfcamp. Alles war wie immer, ziemlich relaxte Atmosphäre. Es folgte eine Radtour nach Pramort durch den Nationalpark Vorpommersche Bodenlandschaft, die uns bei der Rückfahrt, bei heftigen Gegenwind, viel abverlangte.

Naturreservat Vorpommersche Boddenlandschaft
Zingst
Zingst

Danach folgte Rügen als Etappenziel. Wir wählten einen Stellplatz in Dranske aus, den wir auch nach einer Fährfahrt der Wittower Fähre erreichten. Der gefiel uns nicht, also planten wir um und fuhren zum Parkplatz von Cap Arkona. Dort besuchten wir bei sonnigem Wetter das Cap und liefen einige km auf dem Küstenweg. Leider sind nach dem tragischen Unglück im letzten Jahr, als ein 9jähriges Mädchen von einem Felssturz erschlagen wurde, viele Wege und Aussichtsstellen gesperrt, und so erlebten wir das Cap nicht so spektakulär als erwartet.

Wittower Fähre
Cap Arkona
Cap Arcona
Cap Arcona Leuchtturm
Cap Arcona Leuchtturm

Anschließend ging es zum Knaus Campingpark Rügen, wo wir übernachten werden.

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2. Lebenszeichen aus Dänemark/Deutschland/Polen

Am diesem Tag verließen wir Römö. Vorher besuchten wir aber noch die älteste und kleinste Schule Dänemarks im Norden Römös.

Die kleinste und älteste Schule Dänemarks auf Römö

In Juvre schauten wir uns noch einen alten Grönlandwalkieferzaun aus 1772 an.

Alter Zaun aus Walfischkieferknochen auf Römö

Danach ging es über den Römö Deich zurück aufs Festland. Über die Magaritenroute ging es nach Vester Vedstedt, von wo man mit einem Traktorbus die Insel Mandö erreichen kann.

Wir hatten Glück, denn 5 Minuten nach unserer Ankunft startete der Traktorbus. Etwa 1 Stunde dauerte die Fahrt über einen Deich, der 2 Mal am Tag überflutet wird.

Auf der Insel leben 35 Menschen. Es gab eine Windmühle zu sehen und natürlich das Watt. Ich brach zu einer kleinen Wattwanderung auf, bis zur Wasserlinie, natürlich immer noch in Sichtweite des Ufers. War ein sehr schönes Erlebnis, leider robbenfrei.

Als ich zurückkam, sah ich, wie Ute von einer neugierigen Gänsegruppe bedrängt wurde. Als es nichts gab, ließen sie von ihr ab.

Traktorbusfahrt zur Insel Mandö
Deich nach Mandö
Windmühle auf Mandö
Watt
Start zur Wattwanderung
Angriff der Killergänse

Nach der Rückfahrt ging es weiter nach Ribe, unserem heutigen Tagesziel. Dort erwischten wir den letzten Platz, allerdings auf dem Busparkplatz und entschieden uns, das Risiko einzugehen und zu bleiben.

Ein kleiner Abendspaziergang durch das beschauliche Ribe, garniert natürlich mit einem leckeren Eis, rundete den Tag ab.

Da wir nicht vertrieben wurden, hatten wir eine ruhige Nacht und starteten unsere nächste Etappe nach Esbjerg. Unsere erste Stellplatzadresse im Hafen war ein Flop, dort gab es keinen Stellplatz. Plan B hieß Camping Esbjerg, wobei ich schon auf der Karte gesehen hatte, dass er nicht günstig zum Zentrum gelegen war. Dies bestätigte sich dann auch, als wir dort ankamen. Gott sei Dank war der Rezeptionist derart unfreundlich, dass wir grußlos wieder abzogen. Glücklicherweise entdeckte Ute dann im Zentrum eine Nebenstrasse, die sich für eine freie Übernachtung anbot. So konnten wir die längste und modernste Fußgängerzone zu Fuß in 5 Minuten erreichen.

An diesem Tag begann die Festwoche in Esbjerg, die abends eröffnet werden sollte. So erlebten wir an diesem Abend noch etwas Livemusik, nämlich Tributebands von Creedence Clearwater Revival und Roxette.

Creedence Tribute Band
Roxette Tribute Band

Nach dem Konzertbesuch bemerkten wir, dass wir wohl doch nicht in einer ruhigen Nebenstrasse geparkt hatten, sondern vor einem Kulturzentrum, in dem um 22 Uhr die Disco startete. Das hörte sich im Wohnmobil an, als stünden wir mitten auf der Tanzfläche. Also habe ich zu Fuß noch einmal die Lage gepeilt und einige 100 m weiter einen ruhigeren Platz gefunden.

Am nächsten Tag ging es nach Hvide Sande.

Vorher besuchten wir aber noch das Fischerei- und Seefahrtsmuseum in Esbjerg. Das Museum hat Salzwasseraquarien, eine Robbenstation, Fanggeräte, Schiffsmodelle, erklärt das Wattenmeer mit seinen Bewohnern und zeigt eine neue Offshore Ausstellung.

Das Wetter war regnerisch und so fuhren wir durch bis Hvide Sande und trafen dort wieder verabredungsgemäß Peter und Angie, die Esbjerg ausgelassen hatten. Es gab dort einen schönen Surfstrand und abends wurde das Wetter wieder schön. Am Strand gibt es den sogenannten Dunkelturm. Dieses Kunstwerk ist eine offene Holzkonstruktion, in die man sich hineinstellen kann. Oben erscheinen Lichter und durch Lautsprecher hört manSOS ähnliche Laute. Es folgte: Eis essen, Jacke kaufen und Fisch kaufen für das gemeinsame Abendessen bei Peter.

Strand von Hvide Sande

 

Der Dunkelturm von Hvide Sande

Am Folgetag war Fischauktion für Touristen. Dort wurden touristentaugliche Portionen unterschiedlicher Fische und Meeresfrüchte versteigert. Der Auktionator gab das Gewicht der Portion und die Fischart bekannt und bot einen geringen Preis an. Alle, die den Fisch zu diesem Preis kaufen wollten, hoben die Hand. Dann erhöhte der Auktionator die Preise solange, bis nur noch ein Bieter bereit war zu kaufen. Das fand in einem wahnsinnig schnellen Tempo statt. War sehr unterhaltsam.

Fischauktion in Hvide Sande

Danach unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang am Strand.

Das heutige Tagesziel war Ringköping. Die Fahrt ging am Ringköping Fjord entlang bis Sondervig.

Dort machten wir halt, um das Sandskulpturenfestival zu besuchen. Dies stand in diesem Jahr unter dem Motto: Das Leben unter der Meeresoberfläche. Internationale Künstler hatten zu diesem Thema die unterschiedlichsten Werke errichtet in einer sehr beeindruckenden Qualität.

Hier ein paar Fakten, die wir der Ausstellung entnommen haben:

90% der weltweiten Fischbestände sind entweder überfischt oder erschöpft.

300.000 kleine Wale sterben jedes Jahr als Beifang.

85.000 Meeresschildkröten wurden in den letzten 20 Jahre durch Fischernetze getötet.

700 Arten sind direkt von der Verschmutzung durch Plastikmüll betroffen.

Mikroben und Bakterien machen 90 % der Biomasse der Weltmeere aus.

Die gemeine Krake muß sich all ihr Wissen selbst beibringen, da ihre Eltern direkt nach dem Schlüpfen sterben. Dies ist der Unterschied zu Wirbeltieren, die von Generation zu Generation ihr Wissen weitergeben.

Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur
Sandskulptur

Nach diesem aufschlussreichen und schönen Besuch der Sandskulpturen fuhren wir direkt nach Ringköping und fanden einen Stellplatz direkt am kleinen Jachthafen. Im Ort war nichts, aber auch gar nichts los, da Sonntag war und alles geschlossen hatte. Rätsel gab uns eine Skulptur auf, die eine gut im Futter stehende Frau auf den Schultern eines abgemagerten Mannes darstellte. Jedenfalls hatte jeder von uns seine eigene Interpretation.

was hat sich der Künstler wohl dabei gedacht?

Abends gab es dann noch einen schönen Nachthimmel zu betrachten.

Nachthimmel in Ringköping

Am nächsten Tag verabschiedeten wir Angie und Peter, die nach Hause fuhren. Für uns ging es weiter nach Sandskär. Wir fuhren Nebenstrecken durch schöne Landschaften und machten in Jelling halt, um uns die zum Weltkulturerbe gehörende Grabanlage der Wickingerkönige Harald und Gorm anzuschauen.

Zu der Zeit wurden reiche Bürger in Schiffen bestattet, insofern wurde für die beiden Wikingerkönige ein 350 m langes Steinschiff mit 2 Grabhügeln symbolisch gebaut. Häuser für das königliche Gefolge befanden sich mit dem Schiff in einem von Palisaden geschützten Bereich. Die Anlage wird auf über 1000 Jahre alt geschätzt.

 

Grabhügel
350 m langes, stilisiertes Steinschiff, auf dem der Vikingerkönig Harald nach Walhalla reisen konnte
stilisierte Palisadenfestung der Grabanlage

In Farup So machten wir eine Mittagspause an einem schönen Badesee, wo das Wikingerschiff Jelling Orm liegt.

Wikingerschiff Jelling Orm
Badesee in Farup So

Weiter ging es nach Aabenraa. Den ersten Campingplatz verwarfen wir, ebenso den Stellplatz am Hafen. Schließlich fanden wir einen wunderschönen Campingplatz am Fjord von Aabenraa in Sandskär.

Die Nacht war stürmisch und regnerisch, der Morgen dann wieder schön.

Mittags brachen wir zu unserer nächsten Station, Damp, an der deutschen Ostseeküste, auf. Wir erreichten den wirklich schönen Stellplatz dort am frühen Nachmittag und machten noch einen kleinen Erkundungsgang am Strand.

Abends zog dann das vorhergesagte Gewitter auf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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