vom 29.1. – 8.2.2019
Filim-Ras Madrakah-Sharbathat-Shuwaymiah-Wadi Suneik-Mirbat-WadiDarbat-Salalah
in Filim verließen wir die sogenannten Wetlands, das ist eine Lagune, die regelmäßig durch die Flut überschwemmt wird. Hier gab es Flamingos, die wir in einiger Entfernung beobachten konnten.



Es ging südwärts 320 km nach Ras Madrakah. Die Strasse war wie immer perfekt. Unterwegs erreichten wir unseren 10.000sten km dieser Reise. Unser Stellplatz war direkt am Ras Madrakah Beach, der einer der schönsten Strände im Oman sein soll. Ist er auch. Menschenleer, sauber, und kilometerlang. Leider war es zu windig und bei der heftigen Brandung verzichtete ich auf das Bad.



Der Omani ist von Hause aus neugierig und wie schon überall, werden wir, nachdem wir unsere Wohnmobile abgestellt, haben von den in der Nähe wohnenden Omanis mit ihren Pick ups oder 8-Zylinder besucht, indem sie ganz langsam an uns vorbei fahren, wenden, und wieder vorbei fahren. Dies meinte auch ein Wassertank-LKW tun zu müssen und fuhr sich vor unseren Augen fest. Das war peinlich. Kai, mit seinem 4 x 4 und 9 Tonner hatte ihn dann rausgezogen. Er bedankte sich und verschwand. Kurze Zeit später tauchte ein Pick up auf und fuhr vor uns direkt in den tiefen Sand um zu zeigen, was er kann. Ging nicht. Als er ausstieg, war es der Fahrer des LKWs nebst gleichem Beifahrer. Dämlicher ging es nicht. Er meinte, sich nichts anmerken lassen zu müssen und ging mit seinen Kumpels zum Strand und machte demonstrativ Selfies. Wir beobachteten das Schauspiel genüsslich weiter. Irgendwann kamen sie dann zurück, versuchten wieder aus dem Sand zu kommen und buddelten sich noch tiefer hinein. Dann hieß es Schieben und mit unserer Hilfe befreiten wir ihn zum zweiten Mal aus der misslichen Lage.


Danach hatten wir einen freien Tag und konnten, da der Wind abgenommen hatte, Baden und Relaxen.
Abends gab es wieder Open Air Kino, wir sahen einen Film über den Südoman, den wir zur Zeit bereisen.
Morgens wurde vom bestellten Wassertankwagen erst einmal Wasser gebunkert.
Dann ging es 260 km nach Sharbathat. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Halt bei den Pink Lagoons und dem Sandwäldchen von Al Khahil. War nicht sehr eindrucksvoll.


Weiter ging die Fahrt recht eintönig durch die Provinz Al – Wusta bis zur Grenze zur Provinz Dhofar. Hier erblickten wir auch das erste Grün an den Strassenrändern.


Dhofar ist der Garten des Oman. In den nächsten Tagen werden wir das auch landschaftlich sehen können.
Unser Stellplatz lag wieder an einer super schönen Bucht mit einem Top Strand. Langsam gehen uns die Superlative zu Stränden und Sonnenuntergängen aus.
Abends brannten wir das bisher größte Lagerfeuer ab, da wir jede Menge angeschwemmtes Holz fanden.




Die nächste Etappe führte uns über 120 km nach Shuwaymiah. Unterwegs fuhren wir einige Male auf das 200 m hohe Hochplateau und wieder herunter, was spektakuläre Aussichten mit sich brachten.


Der Höhepunkt war der Fotostop mit Blick in den Shuwaymiah Wadi. Unglaublich, wie sich in Millionen von Jahren eine Meeresbucht auf diese Höhe erhob.


Unser Stellplatz war wieder direkt am Strand, und es erfolgte sofort wieder das Bad in den erfrischenden Fluten.
Abends stand wieder ein Grillabend mit Fisch auf dem Programm.
Es folgte ein Strandtag ohne Fahrerei und Programm.
Auf der nächsten Etappe befuhren wir über 70 km eine neugebaute Bergstrasse mit traumhaften Kalkfelslandschaften durch Ausläufer des Jabal Samhan Gebirges. Das war eine spektakuläre Fahrt, die Strasse gehört jetzt zu meinen Top 5. Unglaublich, wie tief die Strasse in die Felsen geschnitten wurde.



Unser Ziel war das Wadi Suneik. Hier hier hielten wir nur für einen Fotostop und fuhren dann weiter zu einem View Point, mit prächtiger Aussicht auf den Indischen Ozean, wo wir übernachteten.



Das erste Mal im Oman hörten wir Vogelgezwitscher. Die Landschaft hat sich merklich geändert. Es gibt kleine Bäume und viel Grün. Man merkt, dass es erheblich mehr Wasser gibt. Vor allem von Juni bis August verwandelt sich der Südoman in eine grüne Oase. Der Khareef, ein monsunartiges Wetterphänomen, bringt zwischen Juni und August ergiebige Regenfälle. Millionen Touristen aus den anliegenden arabischen Ländern und aus dem Nordoman, bevölkern dann dieses Gebiet. Die dann vorherrschenden Temperaturen von 30 Grad C sind bekömmlicher als die 48 Grad C im Norden.
Wir waren ganz alleine auf dem Parkplatz, und Ute entschied sich für eine Einheit Yoga in der Stille und mit Blick auf das Meer. Kaum hatte sie begonnen, kamen 5 Womos und die Ruhe war vorbei. Ute ließ sich aber nichts anmerken und zog ihre Übungen durch.

Am nächsten Tag blieben wir auf der schönen Bergstrasse und fuhren einige empfohlene View Points an. Besonders beeindruckend waren die riesigen Stalaktiten, die durch einen Wasserfall gebildet wurden.





Nach 150 km erreichten wir das Tagesziel Mirbat.

Die nächste Etappe führte uns über 110 km zum Wadi Darbat.
Unterwegs gab es wieder einiges anzuschauen. Zum Beispiel Baobab Bäume, die wir bisher nur aus Afrika kannten. Neben einem Großen gab es Hunderte kleine Baobabs zu sehen. Wir vermuten sie bleiben so klein, da sie permanent durch die dort reichlich anzutreffenden Ziegen, Kamele und Rinder klein gehalten werden, wie Bonsais.


Das Tawi Atayr Sinkhole, ein 100 m weiter und 200 m tiefer Karsttrichter, war eine weitere Station.
Wir entschieden uns, die angebotene 2 stündige Wanderung in die Taiq Sinkhole zu einer 50 m hohen und 50 m tiefen Höhle mit zu machen. Das war wieder Abenteuer pur. Den Weg konnte man nicht erkennen. Teilweise gingen wir auf schmalen ausgesetzten Tritten in der Trichterwand entlang. Ich hätte nie gedacht, daß Ute mitkommen würde, wegen ihrer Höhenangst, aber sie hat diese Herausforderung bravorös gemeistert.



Dann ging es noch zum 1300 m hohen Jebel Samhan, von wo man von 3 Aussichtspunkten fantastische Blicke auf die Ebene von Mirbat und die Küstenlinie hatte. Dieses Gebiet ist auch als Naturreservat für die letzten verbliebenen, wildlebenden arabischen Leoparden eingerichtet. Ich überraschte draußen eine Wadi Racer, das ist eine 1,2 m lange, zum Glück ungiftige Schlange. Die hatte ich nicht gesehen und war zu schnell auf sie zu gelaufen. Sie bäumte sich senkrecht auf und suchte dann schnell das Weite. Muß ich nicht jeden Tag haben.

Unser Stellplatz im Wadi Darbat war wieder sehr schön, und wir wurden von den zahlreichen umherziehenden Kamelen besucht. Abends gab es wieder ein Open Air Kino mit einem Beitrag über die Weihrauchstrasse und Saudi Arabien.



Die nächste Tagesetappe war nicht lang, sie führte nur über 50 km nach Salalah. Ab jetzt befinden wir uns im Bereich der legendären Weihrauchstrasse, die über 3500 km bis ans Mittelmeer führt. Weihrauch aus dem Dofahr Gebiet hatte den Reichtum des Oman begründet und wird immer noch traditionell von wild wachsenden Weihrauchbäumen mühevoll gewonnen.

Wir machten noch einen kleinen Abstecher zu einer Lagune mit angekündigten Flamingos. Diese war nicht sehr eindrucksvoll und der einzige, dort vorhandene Flamingo war auch noch müde.


Unser Stellplatz für die nächsten 3 Nächte befand sich am super schönen Strand von Salalah an einem Beach Resort.

Am nächsten Tag wurden wir um 8:30 Uhr von unserer lokalen, aus Deutschland stammende Stadtführerin Kathi mit dem Bus zur ersten Stadterkundung abgeholt. Zunächst ging es zu einem traditionellen Tagesmarkt, wo Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse angeboten wurde. Dieser Markt wird kaum von Touristen besucht und war noch sehr authentisch.





Es folgte die eindrucksvolle Sultan Qaboos Moschee und der Weihrauchsouk, von dem leider nicht mehr viel übrig geblieben war, da in Salalah ein großer Umbau geplant ist und mit voraus eilendem Gehorsam schon mal die alten Gebäude abgerissen wurden, echt tragisch.



Wir erfuhren noch einmal die Geschichte und die Bedeutung des Weihrauchs und konnten uns, wer wollte, vorort mit Weihrauch und Parfüm eindecken.



Mittags waren wir wieder zurück und verbrachten den Rest des Tages entspannt am Meer.
Am nächsten Tag fand der 2. Teil der Stadtbesichtigung von Salalah statt. Wir fuhren zunächst zur Wasserquelle Ayn Sahalnoot in idyllisch schönen Felsformationen. Dort fanden wir auch Kapern Pflanzen in Blüte.





Anschließend besuchten wir die archäologische Ausgrabungsstätte Samharam. Hier befand sich 300 Jahre vor bis 400 Jahre n.Chr. der bedeutende Weihrauchhafen an der Lagune Rouri. Mittlerweile steht die Ausgrabung unter UNESCO Schutz.



Danach hielten wir an einer Bananen- Kokos- und Gemüseplantage und konnten die für uns exotischen Arten bestaunen. Außerdem waren die 3 Etagenpflanzugen, Kokospalmen oben, Bananenpflanzen in der Mitte und Gemüse unten gut zu erkennen.





