3.10. Dijon – Premilhat
Nach dem Frühstück unternahmen wir zunächst einen Spaziergang zum schönen See Kir, bei bestem Wetter.

Danach ging es zu einem kulturellen Highlight, dem Mosesbrunnen. Der Mosesbrunnen ist ein 7m hohes sechseckiges Monument, aus dem 13. Jahrhundert, das in einem mit Grundwasser gefüllten Becken steht. Das Besondere ist seine Nischenarchitektur mit den 6 Propheten des Alten Testaments und 6 Engeln, die mit schmerzerfüllten Gesichtern das Leiden und Sterben Jesu Christi beklagen. Alles sehr fein und ausdrucksstark gestaltet.

Danach brachen wir zum nächsten Ziel Montlucon auf. Die Fahrt verlief zügig und vor Ort entschieden wir in Premilhat an einem schönen See zu übernachten. Überraschenderweise kostete der Platz nichts, obwohl er Strom anbot. Es folgte ein Spaziergang rund um den See und dann war der Tag auch schon rum.
4.10. Premilhat – La Rochelle/Ile de Re
Die Nacht war kalt, ca. 5 Grad, morgens im Womo 10 Grad. Das Wetter war sonnig und im Laufe des Tages erreichten wir wieder angenehme 22 Grad. Die Fahrt nach La Rochelle fand vorwiegend auf Autobahnen und Schnellstrassen statt, da wir 360 km zu bewältigen hatten. Wir hatten 4 Stellplätze in La Rochelle zur Auswahl. Da mich besonders der größte Yachthafen Europas reizte, fuhren wir als erstes den Stellplatz auf einem Parkplatz am Yachthafen an. Schon bei der Einfahrt in die Stadt fiel uns der enorme Verkehr auf. Als wir uns bis auf 200 m unserem Ziel genähert hatten, wollte Ute schon die Fahrt mit einem Handschlag beenden. Ich sagte ihr, dass ich dann abschlage, wenn wir auf unserem Stellplatz stehen und dann begann schon die Odyssee. Auf dem Parklatz und dem gesamten Yachtbereich muß wohl eine riesige Messe oder sonst ein Event stattgefunden haben, es befanden sich riesige Zelte dort, die gerade abgebaut wurden. Jetzt konnten wir uns auch die ca. 40 LKWs erklären, die an der Zufahrt des Hafens auf ihren Einsatz warteten. Jedenfalls waren die Stellplätze gesperrt und wir mußten Nr. 2 unserer Liste anfahren. Dieser Parkplatz – am alten Hafen – war hoffnungslos überfüllt, und es folgte Versuch Nr. 3, wieder ein Parkplatzgelände, diesmal an einem Park. Auch hier herrsche Chaos. Wir konnten den Parkplatz zwar anfahren und sahen vereinzelt auch Womos, wurden aber sofort von einem Franzosen, der bereits ein Strafmandat in der Hand hielt, darauf hingewiesen, dass das Übernachten verboten sei, und die Polizei bereits kontrollieren würde. Die sahen wir auch schon auf schmucken Mountainbikes. Wir hielten kurz an, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen und schon war ein Polizist da, der uns allerdings sehr freundlich noch einmal klarmachte, dass es hier verboten sei zu stehen. Er versuchte dann noch in Englisch, uns eine weitere Möglichkeit irgendwo in der Stadt zu empfehlen, ich hatte aber schon genug von La Rochelle, und wir beschlossen, direkt die Ile de Re anzufahren, die wir erst am nächsten Tag auf dem Plan hatten.
Hier fanden wir, nach Überquerung der 3 km langen, mautpflichtigen Brücke, einen schönen Stellplatz, direkt am Atlantik.

Danach machten wir noch einen Spaziergang am Strand entlang. Die Temperaturen wurden jetzt auch abends angenehm.
5.10. Ile de Re
Wir beschlossen, noch einen Tag auf der Insel zu verbringen, zumal das Wetter wieder sommerlich geworden ist.
Allerdings wollten wir einen Stellplatz am anderen Ende der Insel nutzen. Die Insel ist 36 km lang und bei den Franzosen sehr beliebt. Sie heißt auch St. Tropez des Atlantiks. Auf der Fahrt über die Insel überraschte uns der ausgeprägte Weinanbau, hätten wir hier gar nicht erwartet. Ansonsten sind Austern und sonstige Meeresfrüchte angesagt sowie Salinen.
Ich hatte morgens vor der Abfahrt noch einen kleinen Fischstand entdeckt und wollte mir eigentlich ein Stück Lachs kaufen. Da ich anstehen mußte, überlegte ich, dass ich Lachs auch zuhause bekomme, also änderte ich auf einen Fisch, der nach seinem Namen „de Re“ angehängt bekam. Das mußte wohl ein einheimischer Fisch sein. Dann sah ich, wie mein Vordermann 2 kg Jakobsmuscheln bestellte. Ich habe von dem Behandeln und Zubereiten dieser Tiere keine Ahnung. Als ich aber sah, wie der Verkäufer die Muscheln aus der Schale nahm und sie zuschnitt, traute ich mir die Zubereitung dann doch zu – einfach in die Pfanne. Und so bestellte ich mir für das Mittagessen 1 kg Jakobsmuscheln, sind dann 7 Stück.
Am anderen Ende der Insel gefiel uns der Stellplatz nicht, und wir wählten dann den am Leuchtturm. Anschließend fuhren wir mit den Rädern zum Leuchtturm. Hier konnte man den kultivierten Lebensstil der Franzosen wieder gut beobachten. Obwohl die Insel so gut wie leer ist, die Saison ist vorbei, tummelten sich am Leuchtturm in den geschätzten 10 gut besuchten Lokalen die gut situierten Senioren und aßen gepflegt Meeresfrüchte zu Mittag, begleitet von Wein und Sekt.
Zurück im Wohnmobil habe ich dann die Herausforderung Jakobsmuscheln in Angriff genommen. Ich war dann mit meinen Kochkünsten zufrieden, sie schmeckten sehr lecker.
6.10. Ile de Re – Andernos les Baines
Morgens ist es empfindlich kühl. Nach Abschluß der logistischen Arbeiten, Wasser aufnehmen und Entsorgen, machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen in Royan. Wir wollten die Fähre um 12:15 bekommen. Unterwegs tankten wir noch Gas und waren überrascht, wie wenig wir bisher verbraucht hatten. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir auf den Stellplätzen immer Strom hatten und somit der Kühlschrank schon einmal auf Strom lief.
Wir kamen pünktlich am Fährhafen an, bezahlten stolze 48 Euro und setzten dann über nach Le Verdun sur Mer. Die Überfahrt dauerte ca. 20 Minuten. Die Temperatur stieg wieder auf 20 Grad und es war sonnig. Die Weiterfahrt ging schnurgerade nach Süden, zunächst auf der Weinstrasse von Bordeaux, später auf einer landschaftlich schönen Strecke durch den Nationalpark von Meroc. Unser Tagesziel Andernos les Bains liegt am Bassin d`Arcachon, der Stellplatz sollte am alten Austernhafen liegen. Lag er auch, aber vorher schockte uns einige riesige Baustelle am Hafen und wir dachten, der Stellplatz sei gesperrt. Er lag Gott sei Dank im hinteren Bereich des Hafens und wurde durch die Baustelle nicht beeinträchtigt.

Abends, zum Sonnenuntergang, machten wir noch einen kleinen Spaziergang in den Ort, der sehr gepflegt und durch wunderschöne Blumenbepflanzung sehr einladend war.

7.10. Andernos les Baines – Capbreton
Nachts war es richtig kalt, 5 Grad, aber wir haben ja Heizung. Auf unserem Weg nach Capbreton machten wir noch einen Abstecher zur Düne von Pilat, der größten Wanderdüne Europas. Wir erreichten sie nach 45 km. Sie ist 2,7 km lang, 500 m breit und 118 m hoch. Von oben hatten wir einen schönen Ausblick auf das Bassin von Arcachon auf der einen Seite und dem Nationalpark von Gascogne auf der anderen Seite. Dem riesigen Parkplatz nach zu urteilen, muß hier im Sommer die Hölle los sein.

Nach weiteren 160 km erreichten wir den uns schon bekannten Stellplatz in Capbreton. Wir hatten ihn allerdings nicht so voll erwartet. Obwohl Platz für 180 Wohnmobile vorhanden ist, gab es nur noch einige wenige freie Stellen. Anscheinend ist Surfsaison, denn die meisten Gäste sind Surfer.
Nach dem Essen hat Ute den Ort besucht, und ich hab mir die Surfer angeschaut. Als ich im Sand saß, kam ein Hund auf mich zugelaufen und setzte sich, ohne Blickkontakt zu mir, direkt neben mich. Ich verstand, er wollte spielen. Als ich einen Stein aufnahm, registrierte er es sofort und tanzte vor mir herum. War sehr amüsant.
























mit Tagestemperaturen von ueber 20 Grad im Schatten.






































