Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 2

 

3.10. Dijon – Premilhat

 

Nach dem Frühstück unternahmen wir zunächst einen Spaziergang zum schönen See Kir, bei bestem Wetter.

Danach ging es zu einem kulturellen Highlight, dem Mosesbrunnen. Der Mosesbrunnen ist ein 7m hohes sechseckiges Monument, aus dem 13. Jahrhundert, das in einem mit Grundwasser gefüllten Becken steht. Das Besondere ist seine Nischenarchitektur mit den 6 Propheten des Alten Testaments und 6 Engeln, die mit schmerzerfüllten Gesichtern das Leiden und Sterben Jesu Christi beklagen. Alles sehr fein und ausdrucksstark gestaltet.

 

Danach brachen wir zum nächsten Ziel Montlucon auf. Die Fahrt verlief zügig und vor Ort entschieden wir in Premilhat an einem schönen See zu übernachten. Überraschenderweise kostete der Platz nichts, obwohl er Strom anbot. Es folgte ein Spaziergang rund um den See und dann war der Tag auch schon rum.

 

4.10. Premilhat – La Rochelle/Ile de Re

 

Die Nacht war kalt, ca. 5 Grad, morgens im Womo 10 Grad. Das Wetter war sonnig und im Laufe des Tages erreichten wir wieder angenehme 22 Grad. Die Fahrt nach La Rochelle fand vorwiegend auf Autobahnen und Schnellstrassen statt, da wir 360 km zu bewältigen hatten. Wir hatten 4 Stellplätze in La Rochelle zur Auswahl. Da mich besonders der größte Yachthafen Europas reizte, fuhren wir als erstes den Stellplatz auf einem Parkplatz am Yachthafen an. Schon bei der Einfahrt in die Stadt fiel uns der enorme Verkehr auf. Als wir uns bis auf 200 m unserem Ziel genähert hatten, wollte Ute schon die Fahrt mit einem Handschlag  beenden. Ich sagte ihr, dass ich dann abschlage, wenn wir auf unserem Stellplatz stehen und dann begann schon die Odyssee. Auf dem Parklatz  und dem  gesamten Yachtbereich muß wohl eine riesige Messe oder sonst ein Event stattgefunden haben, es befanden sich riesige Zelte dort, die gerade abgebaut wurden. Jetzt konnten wir uns auch die ca. 40 LKWs erklären, die an der Zufahrt des Hafens auf ihren Einsatz warteten. Jedenfalls waren die Stellplätze gesperrt und wir mußten Nr. 2 unserer Liste anfahren. Dieser Parkplatz – am alten Hafen – war hoffnungslos überfüllt, und es folgte Versuch Nr. 3, wieder ein Parkplatzgelände, diesmal an einem Park. Auch hier herrsche Chaos. Wir konnten den Parkplatz zwar anfahren und sahen vereinzelt auch Womos, wurden aber sofort von einem Franzosen, der bereits ein Strafmandat in der Hand hielt, darauf hingewiesen, dass das Übernachten verboten sei, und die Polizei bereits kontrollieren würde. Die sahen wir auch schon auf schmucken Mountainbikes. Wir hielten kurz an, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen und schon war ein Polizist da, der uns allerdings sehr freundlich noch einmal klarmachte, dass es hier verboten sei zu stehen. Er versuchte dann noch in Englisch, uns eine weitere Möglichkeit irgendwo in der Stadt zu empfehlen, ich hatte aber schon genug von La Rochelle, und wir beschlossen, direkt die Ile de Re anzufahren, die wir erst am nächsten Tag auf dem Plan hatten.

 

Hier fanden wir, nach Überquerung der 3 km langen, mautpflichtigen Brücke, einen schönen Stellplatz, direkt am Atlantik.

 

Danach machten wir noch einen Spaziergang am Strand entlang. Die Temperaturen wurden jetzt auch abends angenehm.

 

5.10. Ile de Re

 

Wir beschlossen, noch einen Tag auf der Insel zu verbringen, zumal das Wetter wieder sommerlich geworden ist.

Allerdings wollten wir einen Stellplatz am anderen Ende der Insel nutzen. Die Insel ist 36 km lang und bei den Franzosen sehr beliebt. Sie heißt auch St. Tropez des Atlantiks. Auf der Fahrt über die Insel überraschte uns der ausgeprägte Weinanbau, hätten wir hier gar nicht erwartet. Ansonsten sind Austern und sonstige Meeresfrüchte angesagt sowie Salinen.

 

Ich hatte morgens vor der Abfahrt noch einen kleinen Fischstand entdeckt und wollte mir eigentlich ein Stück Lachs kaufen. Da ich anstehen mußte, überlegte ich, dass ich Lachs auch zuhause bekomme, also änderte ich auf einen Fisch, der nach seinem Namen „de Re“  angehängt bekam. Das mußte wohl ein einheimischer Fisch sein. Dann sah ich, wie mein Vordermann 2 kg Jakobsmuscheln bestellte. Ich habe von dem Behandeln und Zubereiten dieser Tiere keine Ahnung. Als ich aber sah, wie der Verkäufer die Muscheln aus der Schale nahm und sie zuschnitt, traute ich mir die Zubereitung dann doch zu – einfach in die Pfanne. Und so bestellte ich mir für das Mittagessen 1 kg Jakobsmuscheln, sind dann 7 Stück.

 

Am anderen Ende der Insel gefiel uns der Stellplatz nicht, und wir wählten dann den am Leuchtturm. Anschließend fuhren wir mit den Rädern zum Leuchtturm. Hier konnte man den kultivierten Lebensstil der Franzosen wieder gut beobachten. Obwohl die Insel so gut wie leer ist, die Saison ist vorbei, tummelten sich am Leuchtturm in den geschätzten 10 gut besuchten Lokalen die gut situierten Senioren und aßen gepflegt Meeresfrüchte zu Mittag, begleitet von Wein und Sekt.

 

Zurück im Wohnmobil habe ich dann die Herausforderung Jakobsmuscheln in Angriff genommen. Ich war dann mit meinen Kochkünsten zufrieden, sie schmeckten sehr lecker.

 

6.10. Ile de Re – Andernos les Baines

 

Morgens ist es empfindlich kühl. Nach Abschluß der logistischen Arbeiten, Wasser aufnehmen und Entsorgen,  machten wir uns auf den Weg zum Fährhafen in Royan. Wir wollten die Fähre um 12:15 bekommen. Unterwegs tankten wir noch Gas und waren überrascht, wie wenig wir bisher verbraucht hatten. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir auf den Stellplätzen immer Strom hatten und somit der Kühlschrank schon einmal auf Strom lief.

 

Wir kamen pünktlich am Fährhafen an, bezahlten stolze 48 Euro und setzten dann über nach Le Verdun sur Mer.  Die Überfahrt dauerte ca. 20 Minuten. Die Temperatur stieg wieder auf 20 Grad und es war sonnig. Die Weiterfahrt ging schnurgerade nach Süden, zunächst auf der Weinstrasse von Bordeaux, später auf einer landschaftlich schönen Strecke durch den Nationalpark von Meroc. Unser Tagesziel Andernos les Bains liegt am Bassin d`Arcachon, der Stellplatz sollte am alten Austernhafen liegen. Lag er auch, aber vorher schockte uns einige riesige Baustelle am Hafen und wir dachten, der Stellplatz sei gesperrt. Er lag Gott sei Dank im hinteren Bereich des Hafens und wurde durch die Baustelle nicht beeinträchtigt.

 

Abends, zum Sonnenuntergang, machten wir noch einen kleinen Spaziergang in den Ort, der sehr gepflegt und durch wunderschöne Blumenbepflanzung sehr einladend war.

 

7.10. Andernos les Baines – Capbreton

 

Nachts war es richtig kalt, 5 Grad, aber wir haben ja Heizung. Auf unserem Weg nach Capbreton machten wir noch einen Abstecher zur Düne von Pilat, der größten Wanderdüne Europas. Wir erreichten sie nach 45 km. Sie ist 2,7 km lang, 500 m breit und 118 m hoch. Von oben hatten wir einen schönen Ausblick auf das Bassin von Arcachon auf der einen Seite und dem Nationalpark von Gascogne auf der anderen Seite. Dem riesigen Parkplatz nach zu urteilen, muß hier im Sommer die Hölle los sein.

 

Nach weiteren 160 km erreichten wir den uns schon bekannten Stellplatz in Capbreton. Wir hatten ihn allerdings nicht so voll erwartet. Obwohl Platz für 180 Wohnmobile vorhanden ist, gab es nur noch einige wenige freie Stellen. Anscheinend ist Surfsaison, denn die meisten Gäste sind Surfer.

 

Nach dem Essen hat Ute den Ort besucht, und ich hab mir die Surfer angeschaut. Als ich im Sand saß, kam ein Hund auf mich zugelaufen und setzte sich, ohne Blickkontakt zu mir, direkt neben mich. Ich verstand, er wollte spielen. Als ich einen Stein aufnahm, registrierte er es sofort und tanzte vor mir herum. War sehr amüsant.  

 

 

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Frankreich – Spanien – Portugal – Marokko Teil 1

28.9.

Bei bestem Wetter ging es auf die ersten Etappe bis nach Lorsch. Dort kennen wir einen schönen Stellplatz von einer unserer letzten Reisen. Lorsch ist ein netter Ort, mit guter Gastronomie und einem alten Kloster, das zum Weltkulturerbe gehört. Dieses präsentieren die Lorscher wirklich  super.

 

Abends haben wir dann noch als Dessert die 1:0 Niederlage der Bayern genossen.

 

29.9.

Morgens forderte mich Ute zu einem Morgenspaziergang auf. Das Wetter war wieder hochsommerlich und so wanderten wir durch Felder und Wiesen und sahen neben dem Tabakanbau, der hier auch betrieben wird, eine Nisthöhlenallee, wo den einheimischen Vögeln und Fledermäusen unterschiedliche Nisthöhlen angeboten werden, mit Namensschild, damit der unkundige Besucher auch weis, wer dort wohnt.

 

Mittags brachen wir dann zur zweiten Etappe nach Baumes les Dames auf. Hier waren wir schon 2 mal, es liegt gut an der Autobahn Richtung Atlantk, landschaftlich wunderschön an der Doubs und der Stellplatz ist sehr gepflegt und bietet allen notwendigen Services.

 

Unterwegs tankten wir das erste Mal und Ute bezahlte mit Karte. Nachdem wir wieder auf der Autobahn waren, bemerkte Ute, dass Sie die Karte im Automaten gelassen hatte. Also schnell die Tanke angerufen und die Karte gesichert. Das klappte gut. Ich wollte dann die nächste Ausfahrt nehmen, die aber so unübersichtlich geführt wurde, dass ich in die falsch Richtung geführt wurde und nicht nur das, sondern unmittelbar nach der Ausfahrt  wir uns in einen Riesenstau befanden, da im nächsten Ort wohl etwas mit einer Baustelle schiefgegangen war. Das erfuhren wir dann in den Verkehrsnachrichten. Also falsche Richtung und Stau, super. Ich habe dann alle meine kriminelle Energie zusammengenommen, durchgezogene Linien und Wendeverbotsschilder ignoriert und auf der Strasse gewendet. Anscheinend war keine Polizei im Stau und so erreichten wir dann wieder die Tankstelle, Ute bekam ihre Karte zurück und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen.

 

Kurz nach der französichen Grenze meinte unser Navisystem sich in Szene setzen zu müssen indem es einfach ausfiel.   Auf dem nächsten Parkplatz war es dann aber nach einmal Micro SD Karte „raus/rein“ wieder 

lieb zu uns.

 

In Baumes les Dames haben wir dann noch einiges an Vorräten aufgefüllt und unseren Stellplatz bezogen.

 

30.9.

Wieder sommerliches Wetter und wir beschlossen noch einen Tag zu bleiben. An der Doubs entlang gibt es einen wunderschönen Radweg, den wir nach dem Frühstück mit unseren Räder befuhren. Landschaftlich eine schöne Tour, wenig befahren aber wie auch an der Loire, keine Infrastruktur für Radler.

 

Den Nachmittag über haben wir gechillt, so heißt das doch heute, klingt jedenfalls besser als gefaulenzt.  

 

1.10.

Wetterwechsel. Die ganze Nacht über hat es geschüttet und die Wetterapp sagte auch für den Tag nichts Gutes voraus. Ich war so gut wie abfahrbereit, da verordnet mir meine Reiseleiterin Ute einen weiteren Tag zur freien Verfügung. Fand ich gut, mir war sowieso nicht nach Fahren zumute. Also haben wir das Tief im Womo abgewettert und hatten doch noch am Nachmittag Gelegenheit nett im Ort Kaffee zu trinken.

 

2.10.

Wieder greift die Reiseleiterin ein und ändert die Route. Dijon ist jetzt unser neues Reiseziel. Das Wetter ist wieder gut und nach knapp 2 Stunden erreichten wir unserer Stellplatz in Dijon. Vor hier ging es fußläufig  3 km in die sehr sehenswerte Altstadt. Dort gönnten wir uns erst einmal ein leckeres Essen im Restaurant. Es wurde u.a. ein 3 Gänge  Menue angeboten, deren Gerichte auch Ute mit ihren Französischkenntnissen nicht interpretieren konnte. Die nette Bedienung war des Englischen nicht mächtig und so bestellte ich auf Risiko. Den Hauptgang versuchte die Bedienung mit hüpfenden Gesten zu erklären. Ich verstand nur Bahnhof. Sie verschwand dann verzweifelt und kam kurze Zeit später wieder zurück und teilte mir strahlend mit: frog frog.

Obwohl es ja politisch völlig unkorrekt ist, Froschschenkel zu essen, habe ich zugestimmt. Das Essen war ein Genuss. Übrigens hat Ute den sicheren Weg gesucht und eine Pizza Calzone bestellt, war wohl auch gut.

 

Danach war Sightseeing angesagt und am späten Nachmittag erreichten wir dann wieder unser Womo.

 

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Holland – Belgien – Frankreich – Luxemburg Teil 5

In Vannes hatten wir einen netten Stellplatz gefunden.  Wir beschlossen,  am naechsten Tag eine Bootstour durch den Golf von Morbihan zu machen und reservierten uns Plaetze. Danach haben wir einen ausgedehnten Spaziergang nach Vannes unternommen und die Stadt erkundet. In Vannes fand an 3 Tagen der L’ultramarin 2015 statt, ein Langstreckenrennen mit unterschiedlichen Laengen. Freitag ab 12 Uhr 87 km, Freitag ab 17 Uhr 177 km und Sonntag 47 km. Ich hatte kurz überlegt, ob ich die 87 oder doch die 177 km laufen sollte, aber dann fiel mir ein, dass wir ja bereits Bootskarten gekauft hatten, und die konnte ich beim besten Willen nicht verfallen lassen.

 

Am naechsten Morgen ging es zu Fuss zur Ablegestelle. Die Fahrt ging 3 Stunden durch den Golf von Morbihan bis in den Sueden hinunter nach Port Navalo, Locmariaquer, Ile aux Moines und Ile d’Arz. Der Golf besteht aus einem Gewimmel von Inseln, teilweise privat – eine gehört offensichtlich dem Kosmetikhersteller Ives Rocher – und eignet sich hervorragend fuer solch eine Bootstour. Unterwegs zeigte man uns noch den „Cairn von Gavrinis“, ein Monument aus Stein, dass Graeber bedeckt und 6000 Jahre alt ist. Bis heute kann man nicht eindeutig sagen, was genau diese Gräber und ihre Inschriften bedeuten. Nach der Fahrt hielten wir uns noch ein wenig in Vannes auf. Zurück am Stellplatz angekommen, konnten wir die gerade gestarteten 177 km Laeufer beklatschen, die an unserem Platz vorbei kamen. Start war wie gesagt, um 17 Uhr, die ersten Laeufer wurden am naechsten Tag ab 9 Uhr erwartet, die letzten am übernächsten Tag bis 11 Uhr. Unglaublich, Tag und Nacht laufen und das 4 Marathons hintereinander. Und es waren unglaublich viele Teilnehmer, die mitgemacht haben. Ich bin dann abends noch einmal um 19 Uhr mit dem Fahrrad zum Hafen gefahren, um die Sieger des 87 km Rennens zu sehen, die ca. 7 Stunden zuvor gestartet waren. Sahen verhaeltnismaessig gut aus.

 

Die Rueckfahrt, die ja ab Vannes begann, haben wir in Etappen geplant. Zunächst besuchten wir Josselin, das wir ueber eine sehr schoene Strasse erreichten. Josselin nennt sich die Stadt mit Charakter, hat 3 Fleurie und liegt malerisch am Nantes- Brest Kanal. Es war Markt, was einen Stadtbummel um so interessanter macht. Ute hatte als Tagesziel Trehoventeuc ausgesucht, das in der „magischen Welt“ des Märchenwaldes von Broceliande liegt. Das ist ein Naturschutzgebiet mit einem sehr schoenen Wald im sogenanntenn Tal ohne Wiederkehr (alle untreuen Liebenden wurden früher dorthin verbannt). Wir unternahmen eine kleine Fahrradtour und fanden im nirgendwo ploetzlich eine Ansammlung von Zelten und abgewrackten Wohnmobilen, die zu einen Musikfestival angereist waren. Wir lasen am Eingang das line up des Abends, was auch keine Erleuchtung brachte, was das fuer ein Festival sei. Die kam dann in Gestalt eines halb nackten zugedroehnten Franzosen, der uns motivieren wollte, doch abends zu kommen. Musik very good. Die anderen Figuren, die wir dann sahen, waren gekleidet und geschminkt nach dem Motto, alle Farben sind erlaubt, solange sie schwarz sind. Es musste sich um ein Gothic Festival handeln. Wir sind dann weiter, wieder zu unserem Stellplatz und abends haben wir noch eine kleine Rund-Wanderung in den Wald gemacht, der wirklich traumhaft schoen war.

 

Weiter ging die naechste Etappe nach Le Mans. Ich hatte mir von der Stadt nicht viel versprochen, wurde aber eines besseren belehrt. Le Mans hat eine wunderschoene Altstadt, in der auch gelebt wird und nicht nur Restaurants und Touristenlaeden zu finden sind. Es hat sich um die Anerkennung zum Unesco Weltkulturerbe beworben. Da es immer heisser wurde, haben wir eine kleine Stadtrundfahrt gemacht.

Uebernachtet haben wir auf einem kleinen Stellplatz fuer 6 Mobile, am Fluss, wo wir wieder den letzten Platz erwischt hatten.

 

Tags drauf haben wir uns nach Reims aufgemacht. Auf der mautpflichtigen franzoesischen Autobahn ist es ein Genuss zu fahren – bis 20 km vor Paris und 20 km hinter Paris. dort nur Staus. Letztendlich waren wir dann in Reims angekommen. Wie immer ging es zuerst zur Touristeninfo. Dann haben wir die wichtigen Sehenswürdigkeiten besucht, vor allem die Kathedrale Notre Dame mit  den von Chagall gestalteten blauen Kirchenfenstern. Dann noch ein kleiner Bummel durch die Stadt und zurück zum Wohnmobilplatz am Sportzentrum, den wir im Internet gefunden hatten, und wo wir frei stehen konnten. Beim Abendspaziergang kamen wir unter anderem an der hiesigen Moschee vorbei, die von drei Soldaten mit Maschinenpistolen bewacht wurde.

 

Heute sind wir ueber Luxemburg nach Trier gefahren. Wie erwartet ist Luxemburg eine Herausforderung fuer Wohnmobilfahrer. Keine Stellplaetze, keine Parkplaetze. Wir haben dann auswaerts in Wohngebieten parken können und sind mit dem Bus in die Innenstadt. Die Stadt war voll und eine einzige Baustelle. Wir haben uns die Kasematten angesehen, einen Gang durch die Stadt gemacht, noch etwas gegessen und sind dann weiter nach Trier gefahren. Morgen werden wir uns Trier anschauen. Eigentlich wollten wir dann noch einige Radtouren entlang der Mosel machen, aber angesichts der zu erwartenden Temperaturen werden wir wohl darauf verzichten und nach  Hause fahren.

 

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Holland – Belgien – Frankreich – Luxemburg Teil 4

Auf dem Stellplatz in der Naehe von Cap Frehel hatte es uns so gut gefallen, dass wir noch einen Strandtag angehaengt haben. Ueberhaupt haben wir seit 2 Wochen Sommer mit Tagestemperaturen von ueber 20 Grad im Schatten.

 

Am naechsten Tag ging es ueber Cap Erquy zum Point de l‘ Arcouest.

Unterwegs haben wir noch eine kleine Fahrradtour eingeschoben, um noch naeher an die Steilkueste zu kommen. Wir fuhren durch viele kleine Hafenorte, die alle mit Blumen geschmueckt waren. Dies scheint in der Bretagne ueblich zu sein, wir sind begeistert ueber die mit viel Liebe angelegten privaten Gaerten, aber auch ueber den vielen oeffentlichen Blumenschmuck in den Kreisverkehren und an den Strassen. In Point de l’Arcouest hatten wir noch den letzten freien Stellplatz erwischt mit einer schoenen Aussicht auf die Kueste von Goelo. Abends sind wir mit dem Fahrrad nach Paimpol gefahren und haben noch etwas Hafenfeeling aufgenommen. Ute hat Eis gegessen…

 

Das naechste Tagesziel, das wir uns gesetzt hatten, war Roscoff. Die Fahrt über Nebenstrecken war wiederum schön, teilweise eng, aber dadurch auch wieder interessant. Wieder hatten wir den letzten Stellplatz mit schoener Aussicht bekommen. Nachmittags haben wir per Fahrrad den Ort erkundet und abends wieder einen kitschig schönen Sonnenuntergang genossen.

 

Weiter ging es Richtung Anse de Bertheaume. Auch hier versuchten wir, so nahe am Wasser zu bleiben wie moeglich, an den Buchten von Kernic und Goulven. Wir fuhren durch traumhafte Orte, wie Plougonvelin, Portsall, Le Cononet bis – siehe oben – Anse de Bertheaume. Abends waren wir nach gefuehlten 1000 Kurven und 200 Kreisverkehren froh, wieder einen schönen Stellplatz gefunden zu haben und haben den Tag mit einem Abendspaziergang ausklingen lassen.

 

Am naechsten Tag ging es nach Brest. Von Brest hatte ich mir nicht viel versprochen, ich wurde auch nicht enttaeuscht. Die Anfahrt war fürchterlich. Brest ist nicht besonders. Es gibt nur einen Stellplatz an der Oceanopolis, das zugegeben super am Yachthafen gelegen ist. Die Altstadt ist ca. 4,5 km entfernt. Wir wollten den Weg zu Fuss machen, was keine gute Entscheidung war, da wir die ganze Zeit an einer stark befahrenen Strasse durch Industriegebiete und Containerhäfen gehen mussten. Nach diesem Frust musste eine Motivation her. Wir fanden ein uriges Restaurant, das nur Meeresfruechte anbot. Da ich sowieso einmal in diesem Urlaub so eine Platte essen wollte, und die Bedienung auch fuer Ute ein vegetarisches Gericht zusammenstellen wollte, kehrten wir dort ein. Die Tischdecken bestanden aus Tageszeitungen. Nach der Einkleidung (Schuerze) wurde die Platte gebracht mit einem Holzbottich Pellkartoffel und diversen Saucen. Es gab einen Abfalleimer unter dem Tisch, wo die zerschlagenen Schalen und gepulten Reste landen sollten. Ausgeruestet war ich mit einem Holzhammer, einem Holzbrett und einer Metallsonde. Ich liess mich dann doch lieber von der Bedienung in die Kunst des professionellen Zerlegens und Oeffnens der Krusten- und Schalentiere einfuehren. Unverletzt ueberstand ich auch diese Herausforderung. Es war sehr lecker und eine tolle Erfahrung, wenngleich Ute – mir gegenüber sitzend – ob des Spritzens manchmal in Deckung gehen musste, wenn ich mit dem Nudelholz auf den Krabbenpanzer geschlagen habe. Nach einem Stadtbummel,  haben wir uns den Fussweg zurück geschenkt und sind mit dem Bus zurückgefahren und haben den Abend am Yachthafen genossen.

 

Der naechste Tag stand wieder unter dem Motto, schoene Strassen zu finden und die Ausblicke aufs Meer zu geniessen. Ueber La Faou und um die Bucht von Faou herum, fuhren wir naeher ans Meer nach Cap d’Espagnol. Traumhafte Gegend und Rundumsicht, von dort kann man auf der gegenueberliegenden Küstenseite Brest sehen.

 

Camaret Sur Mer, Pointe de Penhir, Pointe du Van, Pointe du Raz waren weitere Zwischenstationen. Der anvisierte Stellplatz in Pointe du Raz gefiel uns nicht, und wir sind zum Abendessen erst einmal zum Strand gefahren und haben Picknick gemacht. In Plogoff fanden wir dann spaeter noch einen Stellplatz mit Meerblick.

 

Quimper und Le Cabellon waren unsere naechsten Ziele. Quimper hat 4 Fleurie Sterne, was die hoechste Auszeichnung fuer gaertnerische Kunst in der Stadt steht. Das sieht man sofort. Ein Farbenmeer bestehend aus Blumen empfing uns. Wir haben dann einen Stadtbummel gemacht und sind dann wieder aufgebrochen Richtung Cabellon. Die Strassen wurden wieder enger und ploetzlich sprang ein Mann auf die Fahrbahn, um uns zu warnen weiter zu fahren, da die Strasse nach einer 15%igen Steigung nur noch 2m breit sei. Wir haben uns bedankt und dann eine Alternative gefunden und haben dann in Cabellon einen sehr gut am Wasser gelegenen Campingplatz aufgesucht, da wieder einmal Waesche waschen anstand. Uns hat es dort so gut gefallen, dass wir noch einen Urlaubstag drangehaengt haben.

 

Weiter ging es nach Carnac, einem Ort mit 5  Sand-Stränden. Ueber „gruene“ ( besonders schoene) Straßen fuhren wir an der Cote Lamour entlang ueber Lorient, Lanester nach Port Louis. Dann zum Ort Quiberon, weiter zur Küste von Sauvages und anschliessend nach Carnac. Dort fanden wir wieder den letzten Stellplatz, machten erneut einen Stadtbummel und besuchten die schoenen  Badestraende der Stadt.

 

Unsere weitere Planung sieht Vannes als letzten Küstenort vor. Von dort werden wir unsere Heimreise beginnen.

 

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Holland – Belgien – Frankreich – Luxemburg Teil 3

Die naechsten Tage standen ganz im Zeichen des 71. Jahrestages der Eroberung der Normandie durch die Alliierten und damit mit dem Beginn der Befreiung Frankreichs von den Nazis. Überall an der betroffenen Kueste fanden Feierlichkeiten und Feste statt. Wir beschlossen am 5.6. Den Gold Beach entlang zu fahren von Vierville sur Mer, St. Laurant sur Mer, Collevill sur Mer, Ste. Honovine des Pertes nach Longues sur Mer zu fahren, weil dort abends ein grosses Feuerwerk die Feierlichkeiten einlaeuten sollte. In Longues sur Mer befinden sich noch die Batterien der Deutschen mit 4 155mm Kanonen. Wir haben dort einen ausgedehnten Spaziergang an der Steilkueste gemacht, von wo man noch die Ueberreste des kuenstlichen Hafens  in Arromanches sehen kann, den Churchill bauen liess um die ungeheueren Mengen an Material an Land bringen zu können. Um eine Vorstellung ueber die Dimension zu bekommen hier einige Zahlen:

6800 Schiffe

200000 Soldaten

11500 Flugzeuge

3500 Segler

19000 Fahrzeuge

1000 Panzer

24000 Fallschirmspringer

 

 Die kuenstlichen Haefen, es waren nämlich 2 geplant, einer ging im Sturm unter, waren notwendig, weil die vorhandenen zivilen Haefen zu gut von den Deutschen verteidigt werden konnten.

 

Abends gegen 23 Uhr begann das Feuerwerk, abgeschossen aus den alten Bunkern der Deutschen. Es war sehr schoen, zumal wir noch nie so nahe an einem Feuerwerk standen wie dort.

 

Am naechsten Tag fuhren wir nach Cricqueville en Bassin und haben Point du Hoc an der Omaha Beach besichtigt. Dort kann man auch die alten Stellungen der Deutschen besichtigen oder besser was davon uebrig geblieben ist. Hier hat man die Kraterlandschaft, die durch die massiven Bombenabwuerfe entstanden, nicht wie sonst ueberall eingeebnet sonder so gelassen wie es war. Unvorstellbar, ein Krater reiht sich an den anderen. Was muss das fuer ein Inferno fuer die Soldaten gewesen sein.

 

Anschliessend ging es nach Sainte Mer Eglise. Hier war richtig Party. Die Stadt war voll von Soldaten, echten und Zivilisten, die mit original alten US Jeeps in original Uniformen umherfuhren. Frauen gekleidet im 1940er Stil , auf der Buehne die 3 „Polka Dot Dollies“ aus London, die zu Musik der 1940er Jahre sangen. Man fuehlte sich zurückgesetzt in das Jahr 1944. Hier ist mir aufgefallen, das mir das Gefuehl von Patriotismus voellig fehlt. Wahrscheinlich bedingt durch unsere Geschichte. Es ist beeindruckend zu sehen, wie patriotisch die Franzosen und Amerikaner sind, wie sie ihre Helden feiern und wie positiv das Militär von der Zivilgesellschaft gesehen wird.

 

Die Kirche von Sainte Mer Eglise hat Beruehmtheit erlangt, da dort am Kirchturm, während der Fallschirmspringerinvasion, der arme Amerikaner John Steele haengen blieb und schwer verletzt stundenlang bis in den Morgen am Dach baumelte.

 

Am naechsten morgen sind wir nach La Fiere gewandert, wo die Feierlichkeiten weiter gingen. Auf einem großen Aussengelaende sprangen den ganzen Tag Hunderte von Fallschirmspringern aus alten Militaermaschinen ab. Es waren die amerikanischen Einheiten, die auch 1944 die Invasion als Fallschirmspringer durchgeführt hatten, franzoesiche Einheiten und was mich ueberraschte auch eine Bundeswehreinheit. Wenn man die Geschichte betrachtet ist die deutsch franzoesiche Freundschaft schon eine beeindruckende politische und gesellschaftliche Leistung. Abends gab es noch einmal ein beeindruckendes Feuerwerk.

 

Weiter ging es nach Ravenoville Plage. Es gibt dort einen schoenen breiten Strand aber es war Ebbe. Danach Weiterfahrt nach St. Vaast  la Hangue auf einen Campingplatz. Den Tag haben wir im Ort verbracht. Abends nahm der Wind spuerbar zu.

 

Die ganze Nacht hatte es kraeftig gestuermt und auch am Tag nahm der Wind nicht ab. Wir fuhren Richtung Cherbourg auf Nebenstrassen durch viele kleine Orte. Die Strassen wurden immer enger und in Fermanville nach der Besichtigung der Buchten von Ans du Brick war es dann soweit. Wir steckten fest. Links noch 1 cm und rechts noch 1 cm und das in einer Kurve. Also vorsichtig rueckwarts zurück, irgendwie wenden und eine Strasse suchen, die den Engpass umgeht. Ist Gott sei Dank gut gegangen, ohne Beschaedigung. In Cherbourg war der Wind noch staerker. Wir fanden einen Parkplatz zum Uebernachten am Hafen, gingen etwas durch die Stadt und kehrten frueh wieder zurück, da Cherbourg nicht so sehr viel zu bieten hat und der Wind sehr unangenehm war. Wir haben dann vom Womo aus das Treiben im Hafen beobachtet. Gut unterhalten wurden wir durch einen englischen Einhandsegler, der mit seinem Segelboot anzulegen versuchte. Er war alleine an Bord und hatte wohl Probleme mit dem Motor. Wenn ihm nicht zufaellig 2 Maenner zu Hilfe gekommen waeren, haette sich seine „Catch Penny“ an der steinigen Hafenmole zerlegt.

 

Am naechsten Tag hatten wir weiter Sturm. Wieder ging es ueber Nebenstraßen nach Omonville La Rogue, Dielette, Flamanville zu den Duenen von Hatainville. Dort haben wir einen schone Strandspaziergang gemacht vor imposanten Duenen. Unser Tagesziel war Portbail, wo wir einen kostenlosen Stellplatz fanden.

 

Danach fuhren wir Richtung Granville. Das war wieder eine sehr schoene Strecke. Das Wetter hatte sich geaendert. Kein Wind mehr und mindestens 10 Grad mehr als am Vortag. Grandville war ganz nett, wir hatten einen zentral gelegenen Stellplatz und konnten alles zu Fuss machen.

 

Der naechste Tag begruesste uns mit Starkregen. Wir fuhren nach Avranches. Am spaeten Nachmittag konnten wir noch zu einem Stadtbummel aufbrechen. Avranches bot mehr als wir erwartet hatten und so wurde der Bummel ausgedehnt.

  

Das Wetter war wieder gut am Tag darauf. Unser Ziel war Mont St. Michel. Wir parkten auf dem oeffentlichen Parkplatz, auf dem man auch uebernachten kann. Dort gibt es kostenlose Shuttelbusse, die einen bis zur Festung bringen. Mont St MIchel ist wirklich einzigartig aber wie man das touristisch ausbeutet ist schon wieder abstossend. Wir haben an einer Fuehrung teilgenommen, die in Ordnung war. Als wir zurück kehrten stand ein Womo aus Hagen neben uns. Wie sich herausstellte handelt es sich um Gerhard Reith aus Dahl. Dies ist fuer alle uninteressant bis auf Hartmut, weil es ein Nachbar von ihm ist.

 

Das naechste Ziel war St. Malo.Wir hatten 2 Stellplatzadressen. Der erste Stellplatz war geschlossen, der zweite besetzt. Im Internet haben wir dann noch eine Adresse in einem Vorort gefunden. Von dort sind wir mit dem Bus in die Stadt. Hier erlebten wir das gleiche wie in Mont St Michael. Alles super erhalten, wirklich schoen aber alle Erdgeschosse bestehen nur aus Shops und Restaurants. Hat mir nicht gefallen.

Abends hatten wir beide leichte Motivationsprobleme zu planen, wie die Reise weitergehen soll. Eigentlich sollte jetzt die Rueckreise beginnen. Wir beschlossen darüber zu schlafen.

 

Heute haben wir beschlossen, nach der Normandie auch noch die Bretagne zu bereisen. Dies jedoch voellig unvorbereitet. Selbst eine Strassenkarte mussten wir noch kaufen. Der erste Tag in der Bretagne ist super gelaufen. Wir haben eine tolle Strecke  gefunden und stehen heute frei an der Smaragtkueste in der Naehe vom Cap Frehel mit Blick aufs Meer.

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Holland – Belgien – Frankreich – Luxemburg Teil 2

Vuellettes Sur Meer ist ein nettes Fischerdorf. Wir haben einen interessanten Spaziergang an der Steilkueste unternommen. Sehr beeindruckend, was die Natur in Jahrtausenden so schafft. Abend haben wir zum ersten Mal das Halo Phaenomen gesehen. Dabei wird die Sonne 2 Mal gespiegelt, links und rechts. Obendrein war oben und unten noch ein Regenbogen zu sehen, obwohl es nicht regnete.

 

Am naechsten morgen wurden wir durch einen ambulanten Baecker geweckt, der hupend auf den Stellplatz fuhr. Sehr praktisch, frische Baquettes zum Fruehstueck sind schon fein. Wir sind dann zu einer Wanderung ins Tal aufgebrochen. Das Wetter begann sich zu anderen. In der Nacht hatte es schon geregnet und am Tag war es bedeckt. Mittags sind wir dann nach Etretat aufgebrochen. Unterwegs haben wir noch Gas getankt und wollten den nach unseren Informationen in Frankreich erforderlichen Alkoholtester kaufen. An der Tankstelle erfuhren wir dann, dass unter Monsieur Sarkozy dies Pflicht war, Monsieur Hollande diese Regelung wieder abgeschafft hat.

 

In Etretat haben wir uns einen Campingplatz geleistet. Es ist schon erstaunlich wie andere reisen. Da kam ein 5 Sterne Concord, geschaetzt 9 bis 10 m lang plus  Anhaenger, auf dem ein Auto stand. Aus dem Gespann stiegen ein junges und ein aelteres Ehepaar und drei Hunde Kaliber Rottweiler und Dobermann. Das kann doch nur mit Stress verbunden sein.

 

Etretat liegt wunderschoen zwischen den weissen Klippen. Wir haben oberhalb der Klippen wieder eine Wanderung unternommen mit phantastischen Aussichten. Dort haben wir auch die in der Normandie bekannten weissen Rinder gesehen. Nachmittags begann es zu regnen. Abends sind wir bei Ebbe dann noch einmal unterhalb der Klippen gewandert, eine voellig andere Perspektive.

 

Am naechsten Tag stand Honfleur auf dem Programm. Wunderschoener Ort mit schmalen 6 etagigen Hausern am Hafen. Es war Markt und so gab es wieder viel zu schauen. Honfleur ist ein Künstlerort mit vielen Galerien und Geschaeften. Wir sind keine großen Kunstliebhaber aber was wir dort gesehen haben, hat uns sehr beeindruckt. Danke an dieser Stelle an Bernd fuer die Empfehlungen Etretat und Honfleur. Abends haben wir uns noch kurz ueber das verlorene Pokalendspiel von Dortmund geaergert.

 

Weiter ging es ueber Trouville nach Arromandes les Bains. In Trouville haben wir wieder einen Markt besucht. Trouville ist eine Baustelle. Man baut einen komplett neuen Yachthafen. In Arromandes les Bains kommen wir erstmals mit dem 6.6.1944, dem D-Day in Beruehrung. Wir besuchen ein 360 Grad Kino, wo ein 20 minuetiger Dokumentarfilm ueber die Landung der Alliierten gezeigt wurde. Sehr informativ.

 

Das naechste Ziel war Bayent. Kurz vor dem Stellplatz bekam ich eine Warnung: unzureichender Oeldruck, stellen Sie den Wagen sofort ab. Da es nur noch einige hundert Meter bis zum Stellplatz waren,sind wir noch bis dahin gefahren. Draussen  entdeckte ich sofort eine Oelspur und unten tropfte Oel aus dem Motor. Da wir ja in unserer recht kurzen Wohnmobilkarriere schon diverse Wetterschaeden erleben durften, musste es wohl diesmal eine Motorpanne sein. Also unseren Schutzbriefpartner Kravak angerufen und den Schaden gemeldet. nach 2 Stunden kam ein 10 m Abschleppwagen, der uns dann als Anhaenger ueber die eingahaengte Vorderachse abschleppte, Gespannlaenge 20 m. Damit ging es nach Caen, ca. 30 km in eine kleine Reparaturwerkstatt.

Dort stellte man fest, dass der Oelfilter unsachgemaess eingebaut war. Er war an den Seiten durch Gewalt eingedrueckt und dann undicht geworden. Ein Ersatzoelfilter musste erst besorgt werden und so sind wir nach erfolgter Reparatur in Caen geblieben. alles in allem hat der Zwischenfall 5 Stunden gedauert, was ich kurz finde. Die Abschlepprechnung geht aufgrund  uebermittelter Kostenuebernahmebescheinigung an die Kravag, die Reparaturrechnung in Hoehe von ca. 140€ haben wir bezahlt. Hier steht aber noch eine Auseinandersetzung mit unserer Servicewerkstatt aus.  An dieser Stelle muss ich meine Bewunderung Ausdruck verleihen, was die franzoesischen Sprachkenntnisse von Ute betreffen. 25 Jahre haben sie brach gelegen aber sie konnte bisher alles alltaegliche und nicht alltaegliche, wie die Sache mit der Reparartur wunderbar in franzoesich klaeren.

 

Am naechsten morgen besuchten wir das Memorial von Caen, ein Museum ueber die Befreiung Frankreichs, die mit der Landung der Alleiierten begann.  Das Thema ist dort sehr eindrucksvoll dargestellt und mir ist wieder bewusst geworden, wie wenig wir ueber diese Zeit in der Schule vermittelt bekamen. Danach  fuhren wir wieder nach Bayeux. Nach einem kurzen Stadtbummel haben wir uns den Teppich von Bayeux angesehen. Er ist UNESCO Weltkulturerbe, 1000 Jahre alt, 70 m lang, 50 cm hoch und stellt mit 58 gestickten Bildern die Eroberung Englands  im Jahre1066 durch Wilhelm dem Eroberer dar.

 

Von Bayeux fuhren wir nach Port ein Bessin. Wieder ein netter Fischerort.

Dort sind wir wieder auf den Klippen gewandert.  Unterwegs ueberflogen uns 4 alte Bomber im Tiefflug. Alle Orte an den betroffenen Straenden bereiten sich momentan auf den 71 zigsten Jahrestag der Landung vor. überall fahren alte Jeeps mit Besatzung in alten Uniformen herum. Panzer, Amphibienfahrzeuge und Flugzeuge aus der Zeit um 1944 sieht man an jeder Ecke.

 

Heute sind wir nach Vierville sur Mer gefahren, stehen auf einem Campingplatz, haben kleine Waesche gemacht und den sonnigen Tag mal zum Entspannen genutzt.

 

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Holland – Belgien – Frankreich – Luxemburg Teil 1

Unsere erste Womo – Reise dieses Jahr führte uns erst einmal nach Venlo. Nette Altstadt in der man sich ein paar Stunden aufhalten kann. In einem Geschäft habe ich dann noch einen Arbeitskollegen getroffen, der zum Spargelessen in Venlo weilte mit anschließendem Shopping.

 

Den geplanten Womo Stellplatz gab es nicht mehr, so dass wir umdisponieren mussten und in Asten, einem kleinen Dorf am Naturschutzpark de groote peel, auf einem Bauernhof uebernachten konnten.

 

Am naechsten Tag ging es weiter nach Amsterdam. Dort gibt es einen neuen Stellplatz, von dem man mit einer kostenlosen Faehre fusslaeufig die Altstadt erreichen kann. 2 Tage haben wir Amsterdam zu Fuss, per Grachtenboot und per Bus erkundet. Amsterdamm ist und bleibt einer meiner Lieblingsstaedte.

 

Der naechste Trip ging Richtung Belgien. Unser Nachbar Joerg empfahl uns die „Verbeke Foundation“  in Kemzeke zu besuchen, was wir auch taten. Die Ausstellung ist eine Ansammlung von 2000 skurilen hier nicht  weiter zu beschreibenden Objekten. Eine ziemlich schraege Erfahrung, stellenweise geht man an einer Ansammlung von Schrott vorbei und fragt sich, was sich der Künstler wohl dabei gedacht hat, aber Joerg hatte uns bereits vorgewarnt und schon so etwas angedeutet. Uebernachten wollten wir auf einem Stellplatz in Zeeland, welches bereits wieder in den Niederlanden ist. Diesen Womo Platz in Zeeland gibt es auch nicht mehr. Wieder hiess es improvisieren und wir wurden in Terneuzen fuendig. Dort konnten wir kostenlos stehen. Wir, richtig mit Ute, unternahmen eine schoene Radtour auf dem Damm der Western Schelde.

 

Am nachsten Tag wollten wir nach Duenkirchen ueber Knokke, Blankenberge, De Haan, Ostende und Middelkerke. In den Duenen unterwegs sah man noch Stellungen aus dem 2. Weltkrieg. Insgesamt machte Belgien keinen besonderen Eindruck auf uns. Unseren geplanten Stellplatz haben wir wieder nicht erreicht, diesmal fanden wir ihn nicht, die GPS Koordinaten stimmten wohl nicht, wir landeten auf einem Firmengelaende. Also wieder flexibel neu planen: Calais war unser neues Tagesziel. Womo Platz direkt am Faehrhafen. Calais hat uns gut gefallen und wir sind 2 Tage dort geblieben.

 

Heute haben wir die Normandie erreicht. Ueber St. Valery sur Somme, le Treport, Dieppe  wollten wir in St. Valery en Caux uebernachten. Ihr dürft 1 Mal raten, ob das geklappt hat. Richtig! Der Stellplatz war voll und wir stehen jetzt wunderschoen an der Steilkueste von Veulette sur Mer auf einem Womo Stellplatz.

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Polen – Litauen – Lettland – Estland – Finnland – Norwegen – Dänemark Teil 7

Tag 70 unserer Reise

Nachstehend unsere Route:

 

Norwegen:

Alvik, Kinsarvik, Odda, Skare, Sauda, Rønnevik, Sand, Netvik, Hjelmelandsvagen, Jorpeland, Forsand, Oanes, Lauvvik, Stavanger, Reve, Sirevag, Egersund, Hauge, Flekkefjord, Farsund, Lindesnes, Kristiansand

 

Daenemark:

Hirtshals

 

 

Vor Nordheimsund haben wir den eindrucksvollen Wasserfall Steindalsfossen besichtigt, hinter dem man her gehen kann, sich also direkt zwischen Fels und Wasserfall befindet. Anschliessend ging es auf der landschaftlich grossartigen Nationalstrasse Hardanger ueber den Hardangerfjord und den Eidfjord weiter suedlich.

 

Eine weitere traumhafte Strasse ist die Ryfylke (Strasse Nr 520). Sie hat mir noch besser gefallen als der Trollenstieg. Eng, steil und verkehrsarm hat der Womofahrer nicht nur Spass, sondern auch Gelegenheit sich ueber viele Kilometer diese wunderschoene Gegend während der Fahrt anzuschauen.

 

In Sand hatten wir im Hafen wieder einen traumhaften Stellplatz gefunden. Gegen 23 Uhr ploetzlich ein lauter Knall. Ein riesiges Frachtschiff legt direkt vor unserer Nase an und laed noch schnell genau vor unserem Womo eine grosse Stahlkonstruktion ab. Am nächsten Morgen wurden wir wieder mit grossem Laerm geweckt. Ein anderer Frachter hatte ebenfalls wieder direkt vor unserer Nase angelegt, der darauf befindliche Bagger fuhr mit seiner grossen Schauffel vor unserem Fenster elegant hin und her und belud ab 7 Uhr Zement auf auf vier bereitstehenden Lastwagen, die uns alle umkreisten und nacheinander vorfuhren. Wir haben dann zwischen 2 Lastern die Luecke genutzt und diesen ungastlichen Platz verlassen 🙂

           

In Jorpeland haben wir eine Wanderung zum beruehmten Preikestolen gemacht. War ganz schön knackig. Oben war es sehr windig und leider nicht ganz klar. Trotzdem hatten wir eine schoene Aussicht vom Felsplateau.

 

In Forsand haben wir am Faehranleger uebernachtet. Abends klopfte es ploetzlich an unserer Tür. 2 junge Frauen standen vor mir mit einer Schuessel, in der 2 Fische lagen. Sie waren Kanuwanderer, hatten geangelt und 2 superschoene Lachsforellen gefangen. Da sie selbst nicht kochen konnten oder wollten, boten sie mir die Fische als Geschenk an. Ich habe noch nie einen Fisch ausgenommen und habe dann doch nach kurzer Ueberlegung dankend angenommen. Draussen am Fjolrd habe ich mich dann über die Fische hergemacht in guter Gesellschaft von etwa 20 Moewen. Die waren aber nicht aggressiv sondern dankbar fuer jeden Bissen, den ich Ihnen zugeworfen habe. Die Fische habe ich dann gebraten und mit grossem Genuss teilweise noch am gleichen Abend gegessen.

 

Am naechsten Tag haben wir auf dem Lysefjord eine 5 stuendige Fahrt mit einer Ausflugsfaehre unternommen. Die Schaereninseln sind einzigartig, ein grossartiges Erlebnis, ausserdem konnten wir sowohl den Preikestolen als auch den Kjerag sehen. Auf der Rueckfahrt stiegen ein paar Basejumper zu, sie hatten sich zuvor wohl von letzterem herabgestuerzt…

 

Stavanger hat uns etwas enttaeuscht. Nichts los. Wir haben uns alles angeschaut, aber ausser dem Dom (auch noch in Reparatur) und dem  Erdoelmueum, was wirklich interessant und einen Besuch wert war, gab es nichts Besonderes zu sehen.

 

Von Stavanger sind wir am naechsten Tag auf der nationalen Touristenstrasse Jaeren und dann weiter auf der sogenannten Nordseestrassse in Richtung Kap Lindesnes, dem suedlichsten Ort Norwegens gefahren. Diese Strasse ist sehr zu empfehlen. Sie führt durch Landschaften aehnlich der Holsteinischen Schweiz.

 

In Kap Lindesnes haben wir am Leuchtturm einen schoenen Übernachtungsplatz gefunden. Bei schoenstem Wetter haben wir einen super Spaziergang durch die Schaeren gemacht und Revue passieren lassen, dass wir zwei verschiedene Nordkapps erlebt haben und nun am Suedkapp angekommen sind.

 

Danach ging es nach Kristiansand.

Dort hat sich Ute um ein preisguenstiges Faehrticket gekuemmert.

Kurz danach konnten wir einchecken  und sind dann abends in Hirtshals in Daenemark rechtzeitig zum Halbfinale Deutschland – Brasilien angekommen.

 

In Hirtshals haben wir heute einen wunderschoenen Strandtag eingelegt.

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Polen – Litauen – Lettland – Estland – Finnland – Norwegen – Dänemark Teil 4

Tag 40 unserer Reise

Unsere Route seit Tallin:

Finnland

Helsinki,Lappeenranta,Mikkeli,Savonlinna,Joensuu,Liskae,Kuhmo,Suomussalmi, Kuusamo,Rovaniemie,Inari

Norwegen

Kirkenes,Ifiord,Gamvik,Ifiord,Lakselv,Trollenholmen,Nord Kap

 

In Helsinki haben wir 2 Tage auf einem Stadtplatz verbracht mit guter Anbindung per U-Bahn in die Stadt. Wir haben eine Stadtrundfahrt unternommen und sind viel zu Fuss unterwegs gewesen. Unser Fazit: Grossstadt fuer die 2 Tag reicht.

Finnland besticht weniger durch ihre Staedte und Doerfer als vielmehr durch die Landshaft und die Weite. Man muss sich darauf einlassen stundenlang auf der Strasse kein Auto zu sehen. Dafür sind die Landschaft und die Seen einzigartig. Wir sind durch Karelien auf der sogenannten Via Karelia gefahren. Karelien ist noch immer geteilt. Der oestlihe Teil gehoert seit dem 2. Weltkrieg zu Russland.

Wir haben in Finnland bis auf Helsinki immer frei stehen können.

In Inari hatten wir ploetzlich einen Wasserschaden im Badezimmer. Ich meinte eine lose Schelle an der Wasser Zuleitung zum Wasserhahn des Waschbeckens als Ursache auszumachen. An die Schelle kam ich nicht ran. Wir haben uns dann durchgefragt und die Adresse eines ausgewanderten Deutschen bekommen, der eventuell helfen konnte. Wir sind dann dahin. Es handelte sich um eine Autoreparaturwerkstatt und so wurden wir auch empfangen. Der Besitzer, optisch schon lange zum Finnen mutiert mit wildem Bart begruesste uns wortkarg aber mit schwarzen Unterarmen, da er wohl gerade tief im Oel zu tun hatte. Er verschwand in unserem Bad (ohne sich die Haende zu waschen) und meinte, der Hahn sei defekt, er haette die Schelle angezogen und das Wasser wuerde trotzdem auslaufen. Wir baten ihn dann die Schlaeuche abzuklemmen, was erst dann auch tat.  Spaeter haben wir dann festgestellt, dass das Gahause vom Wasserhahn gerissen ist. Das kommt davon, wenn schwere Schraubertechnik auf filigrane Kunststoffarmaturen eines Wohnmobils treffen. Der Hahn ist hin. Und wir werden ihn bei Gelegenheit austauschen müssen.

Norwegen hat uns unmittelbar nach der Grenze schon in seinen Bann gezogen. Total andere Landschaft wild und felsig. Wir sind wunderschoene Strassen zum  sogenannten Wohnmobilnordkap nördlich von Gamvik gefahren. Dort war es allerdings kalt 3 Grad und stuermisch.  Wir haben dort den noerdlichsten Leuchtturm der Welt gesehen und eine Wanderung durch die dort karge Landschaft an der Barentsee gemacht.Der Wetterbericht sagte dann fuer heute gutes Wetter am eigentlichen Nord Kap voraus. Wir haben uns dann entschlossen, doch dorthin zu fahren, was wir eigentlich nicht vor hatten. Ueber Trollenholmen sind wir heute am Nord Kap angekommen. Der Hammer. Schon die Fahrt war bei Sonnenschein ein Genuss. Hier haben wir Sonnenschein klare Sicht, kein Nebel. Das ist fuer das Nord Kap auasergewoehnlich. Ich sitze gerade, während ich den Bericht schreibe draussen vor dem Wohnmobil im heute nicht mehr untergehenden  Sonnenschein. Einfach grandios.

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