Nach dem Frühstück machten wir uns Richtung Nynäshamn auf, dem Fährhafen nach Gotland. Wir hatten keine Fähre vorgebucht, da wir nicht wußten, wann wir Gotland erreichen würden. Um 10 Uhr fuhr ich einen Rastplatz an, und Ute telefonierte mit dem Fährbüro. Wir erfuhren, dass für die nächsten Tage alle Fähren ausgebucht waren. Lediglich für die heutige Fähre um 12:50Uhr gäbe es vielleicht noch eine Möglichkeit, aber um 12:30Uhr würde das Gate geschlossen.Laut unserem Navi fehlten uns für die noch zu fahrenden 180 km 20 Minuten und wir mußten ja auch noch die Tickets kaufen. „Dann muß ich eben schnell fahren“ kommentierte ich und nahm die sportliche Herausforderung an. Fortan war die linke Spur meine, und langsam knabberte ich Minute auf Minute von den zu erreichenden 20 Minuten ab. Dann kam leider Stockholm mit Baustellen und einem Stau. Wie gewonnen so zerronnen, wir verloren wieder 6 Minuten. Ute sagte schon eine Weile gar nichts mehr. Als Beifahrer erlebt man enge Situationen viel schlimmer, als der Fahrer.
In Nynäshamn sahen wir schon von weitem die Fähre. Das Gate war noch auf, es war 12:25Uhr. Ute sprintete schnell aus dem Womo, lief an der Wagenschlange vorbei und fragte vorne beim check in, wo es Tickets gab. Hier erfuhr sie, dass es noch Tickets geben würde und wir uns einreihen müßten. Das taten wir dann. Im Außenspiegel sah Ute, wie hinten das Gate geschlossen wurde.
Nach dieser Punktlandung genossen wir die 31/2 stündige Überfahrt nach Visby.
Fährfahrt nach Gotland
In Visby bezogen wir den direkt am Hafen gelegenen Stellplatz und unternahmen noch einen kurzen Spaziergang in die quirlige Urlauberstadt.
Am nächsten Morgen führte uns unser erster Gang zum Fährterminal. Nach unserer gestrigen Erfahrung, mit ausgebuchten Fähren, hatten wir nicht vor, den ganzen Sommer auf Gotland zu verbringen. Wir erwischten noch einen freien Platz für die Donnerstagfähre. Damit hatten wir 5 Tage um Gotland zu erkunden.
Visby war total voll mit Touristen. Morgens legte auch noch ein Kreuzfahrtschiff an. Der Yachthafen war überfüllt, und die Megayachten lagen teilweise im Päckchen, um überhaupt noch einen Platz zu bekommen. Ich beobachtete einen Russen, der seine 30 m Yacht mit einer Fernbedienung steuerte, an Land sprang und dann die letzten Manöver von Land aus steuerte, als wenn er ein Modellschiff navigierte.
Um 11 Uhr nahmen wir an einer sogenannten free tour teil, um mehr über Visby zu erfahren. Die Tour wurde von einem Schotten geleitet, Visby hat eine sehr interessante Geschichte, in der die Deutschen im Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Nach 11/2 Stunden war die Tour zu Ende und jeder gab dem Führer, was ihm die Tour wert war.
Visby PulverturmChristopher Polhem ( berühmter Gelehrter aus Visby)St. Maria Kirche Visby
Wir brachen dann auf und folgten der 140 bis hinter Frijöl, bogen dann ab zum Strand und fanden einen herrlichen Stellplatz bei Djukvik, direkt am Meer, vis a vis der Insel Lilla Karlsö. Unterwegs sahen wir noch in Gannarve die Gräber aus der Bronzezeit, die mit Steinen in Bootsform angeordnet waren.Was war das für ein Unterschied zu dem Gewusel morgens in Visby. 28 GradC, windstill, völlige Ruhe und einen perfekten Sonnenuntergang konnten wir jetzt genießen.
Grabstätte aus der BronzezeitLilla Karlsö abendsAbendstimmung in DjukvikLilla Karlslö morgens
Am nächsten Tag begannen wir mit einer kleinen Fahrradtour, traumhaft erst am Meer und dann durch das Hinterland zurück. Danach folgten wir wieder der 140 südwärts. Einige Male bogen wir ab in kleine Nebenstrassen. Gotland ist landschaftlich sehr schön. Wälder, Felder und kleine Orte wechseln sich stetig ab. Es ist hier im Süden auch nicht mehr so voll.
In Vändburg fanden wir wieder einen schönen Stellplatz am Meer. Da wir von einem schönen Stellplatz am Meer zu einem Premium Stellplatz am Meer wechseln wollten, setzte ich das Womo noch mal um. Leider übersah ich ein Loch hinter mir und das Womo setzte etwas unsanft auf. Der Schaden hält sich in Grenzen.Nur das Abwasserrohr aus Plastik war angebrochen.Konnte ich mit Klebeband wieder richten.
Abends wurde meine Vorhersage bestätigt, Frankreich wurde verdient Weltmeister.
Nach Norden führte uns am nächsten Morgen der Weg an der Ostküste entlang. Wir besuchten Harnva, Öja, Fide, När, Lingarn, Slite bis nach Sankt Olofsholm, wo wir übernachteten.
Die Ostküste hatte uns nicht besonders gefallen. Typische überlaufene Urlaubsort. Erst in Sankt Olofsholm fanden wir etwas Ruhe.
Dafür entschädigte uns der nächste Tag wieder. Inselhopping war angesagt. Das Ziel des heutigen Tages war die Insel Farö, die man mit einer kostenlosen Fähre erreichen kann. Wir befuhren alle befahrbaren Strassen, durch Naturschutzgebiete, einsame Strände, kleine Fischerdörfer und an die Steilküste, wo die bekannten Raukars zu sehen sind, bizarre Felsformationen, die Wind und Wetter geschaffen hatten.
Fährfahrt nach FaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFaröFarö
Abends hatten wir die Insel wieder verlassen. In Ar, gegenüber der Insel Falhohnen, fanden wir wieder ein nettes Plätzchen zum Übernachten. Vorher gab es allerdings noch einmal eine Schrecksekunde, als sich während der Fahrt, der Halter des Abwasserschiebers löste und auf der Strasse mitschliff. War kein schönes Geräusch. Mit Kabelbinder und Klebeband konnte ich den Halter am Abwasserrohr fixieren. Muß ich zuhause wieder an den Unterboden anschrauben.
Der nächste Tag führte uns gemütlich zurück nach Visby. In unmittelbare Nähe zur Altstadt fanden wir an einem Sportplatz eine kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Morgen geht die Fähre um 6:25 Uhr zurück aufs Festland nach Oskarshamn. Vorher haben wir uns einen netten Platz am Yachthafen gesucht und ausgiebig die Schönen und die Reichen beobachtet, die teilweise krampfhaft versuchten durch zur Schau gestellte Coolness aufzufallen. War sehr unterhaltsam.
Letzte Meldung von der Windschutzscheibe: sie hält – bis jetzt.
Den nächsten Tag hatten wir als Fahrtag geplant. Entgegen unserer ursprünglichen Planung, wollten wir an die Küste und uns dort in den nächsten Tagen nach Süden bewegen. Umea hieß unser Ziel. Wir steuerten nach 230 km einen zentralen Stellplatz an, den ich in 2 Apps gefunden hatte. Er sollte sich auf einem Parkplatz befinden, 300 m vom Zentrum entfernt. Es gab ihn nicht mehr. Wir beschlossen für ein paar Stunden dort zu bleiben, und so begab ich mich zum Parkscheinautomat. Alles in Schwedisch. Da mein Schwedisch nur aus Hej hej und hej do besteht, schaffte ich es, dass sich, nach dem Ausdruck von 2 ungültigen Parkscheinen, meine Kreditkarte nicht mehr aus dem Automaten ziehen ließ. Voll Adrenalin lief ich zum Wohnmobil um mein Handy zu holen und die Servicenummer anzurufen. Nach meiner Rückkehr blinkte die Anzeige aufgeregt und forderte, endlich die Kreditkarte zu entfernen (meine Interpretation). Schließlich konnte ich sie dann aus dem Automaten entfernen. Ohne gültigen Parkschein auf dem zentralsten Parkplatz der Stadt erwarteten wir schon Ärger, aber wir gingen das Risiko ein und beschlossen dort zu übernachten. Das Wetter war regnerisch und so planten wir der Stadtbummel für den nächsten Tag.
In der Nacht waren wir das einzige Fahrzeug auf dem Platz, aber keiner störte sich an unserer „illegalen“ Anwesendheit.
Umea hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine quirlige Universitätsstadt, in der ich mir gutvorstellen könnte zu leben. Morgens wird die Stadt durch eine Vielzahl von städtischen Mitarbeitern gepflegt. Man findet dort keinen Abfall auf der Strasse. Die vielen, mit Liebe gestalteten Grünanlagen , sind in einem perfekten Zustand. Es wirkt alles sehr entspannt. Jeder Parkplatz ist mit einer 220 V Steckdose ausgerüstet. Alle Stadtfahrzeuge fahren elektrisch. Es gibt Fahrradschnellwege unabhängig vom Strassenverkehr.
Umea, Zeichen für die Kulturhauptstadt 2014 mit RigaUmea
Nach dem Frühstück gingen wir den sehr schön angelegten 10 km langen Stadtwanderweg an den 2 Flüssen Lillän und Umeälven entlang. Unterwegs fiel uns eine gerade im Bau befindliche Bühne auf. Ich fragte, wann ein Konzert geplant wäre und erfuhr, am Abend. Damit war die 2. Nacht auf dem Parkplatz gebongt, da wir uns das Konzert nicht entgehen lassen wollten.
Stadtwanderung in Umea, 3 meditieren schon zu lange
Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang, folgte der Besuch des Gitarrenmuseums mit Führung. Wir erfuhren von dem sehr engagierten und sympatischen Führer, das wir die weltweit größte Sammlung von Fender und Gibson Gitarren besichtigen konnten, die die 2 Zwillingsbrüder Samuel und Michael Ähden, seit ihrem 15 Lebensjahr, beginnend ca. 1970, zusammengetragen hatten. Es gab interessante Geschichten zu den wertvollsten Exponaten, sowie zu den Umständen des Wechsels von der akustischen zur elektrischen Gitarre. Der Wert der mehr als 300 Exponate muß in die Millionen gehen, schließlich beinhaltet die Sammlung selbst den Prototyp der ersten Fender. Sehr interessant auch die Geschichte um den B-Bander. Nie gehört? Hatten wir auch nicht. Googelt mal.
Fender PrototypGitarrenmuseumGitarrenmuseum
Anschließend stärkten wir uns beim Inder.
Um 19 Uhr stand ich erwartungsvoll vor der Bühne zum „Umea Live 2018“ – mit 17 (wirklich wahr) anderen Interessierten. Es begann eine Band mit schönen schwedischen Liedern. Danach folgte eine andere schwedische Band mit einer völlig anderen Musikrichtung. Die Sängerin hatte eine aussergewöhnliche Stimme, mir gefiel auch diese Darbietung. Mittlerweile war auch Ute eingetroffen, die noch windowshoppen war. Es folgte ein Dj mit einem Britney Spears Verschnitt als Sängerin. Das war nicht mein Fall.
Mittlerweile war es 21 Uhr geworden, der Platz brechend voll und alles wartete auf den Hauptact, „Rolandz“. Ich hoffte auf was Rockiges aber was dann kam war übel. Rolandz ist eine landesweit sehr bekannte Tanzkapelle. 6 in Elvis Presley ähnlichen Glitzerkostümen gezwängte Ü40- bisÜ50 jährige, sangen zuckersüße schwedischen Schlager. Alle auf dem Platz, außer 2, konnten alle Texte und flippten aus. Bei mir machte sich leichter Brechreiz bemerkbar und ich überlegte, wie wir aus der Menge entkommen konnten. Da wir früh da waren, hatten wir natürlich die besten Plätze, vorne, mitten im Pulk. Zwischen 2 „Lieder“ zwängten wir uns dann energisch durch die Massen und entkamen so bleibenden Schäden.
Rolandz
Trotzdem war Umea schön und zu empfehlen.
Unser Ziel am nächsten Tag war Örnsköldsvik. Dort besuchten wir erst einmal das „Natur Kompaniet Fjäll Räven“ ein riesiges Outlet Center mit Fjäll Räven Artikeln. War aber auch nicht günstiger als bei uns. Ornsköldsvik scheint der Firmensitz von Fjäll Räven zu sein, denn es gibt noch eine riesige Fjäll Räven Arena als Veranstaltungsort.
Der Ort fällt gegenüber Umea ab. Er hat einige Sprungschanzen, ein architektonisch ungewöhnliches Wohnhaus, eine 0815 Einkaufsstrasse aber einen schönen Stellplatz am Gästehafen, auf dem wir dann übernachteten.
ÖrnsköldsvikÖrnsköldsvikÖrnsköldsvik
Wir bewegten uns dann Richtung Höga Kusten, ein Gebiet mit vielen Naturschutzreservaten. Wir wollten dort etwas Wandern.
In Docksta befindet sich der Skuleskogens Nationalpark. Wir fuhren zum Südeingang, stellten unser Womo ab, und begannen unsere 1. Wanderung zum Slättdalsberget. Der Weg war super anstrengend, wobei Weg das falsche Wort ist, man folgt Markierungen und muß über Stock und Stein klettern. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir den Gipfel und hatten eine super Fernsicht auf das Meer, Seen und viele Inseln. Auf der anderen Seite wollten wir absteigen, aber nach ½ Stunde wurde das Gelände für uns zu gefährlich und wir entschieden, den selben Weg wieder zurück zu gehen. Danach fuhren wir mit dem Womo zum Infocenter des Parks, wo man kostenlos übernachten konnte.
Wanderung auf den SlättdalsbergetWanderung auf den SlättdalsbergetWanderung auf den SlättdalsbergetWanderung auf den SlättdalsbergetWanderung auf den SlättdalsbergetWanderung auf den Slättdalsberget
Am nächsten Morgen stand die „Besteigung“ des Skulenbergets an. Wieder mußten wir uns konzentrieren, die Markierungen nicht aus den Augen zu verlieren. Das Wetter war wieder vom Feinsten mit Fernsicht. An der Bergstation des dort befindlichen Sesselliftes, machten wir eine Pause und genossen die Postkartenaussicht. Diesmal schafften wir auch den Abstieg auf der anderen Seite des Berges.
Im Hintergrund der SkulenbergetWanderung auf den SkulenbergetWanderung auf den SkulenbergetWanderung auf den Skulenberget
Nach Aufnahme von frischem Wasser fuhren wir auf der Höge Kusten Strasse nach Nordrindra. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön aber wir mußten viel Schotter fahren. Weiter ging es über die Höga Kustenbro, einer der längsten Hängebrücken der Welt Richtung Hörnesand, wo wir den letzten Stellplatz am Hafen bezogen.
Den nächsten Tag begannen wir mit einer kurzen Stadtbesichtifung von Hörnesand. Der Ort gefiel uns nicht und so starteten wir Richtung Strömsbruk, um Monika noch einmal zu besuchen, da Strömsbruk auf unser er Route Richtung Süden lag.
Unterweg befuhren wir noch die Insel Alnön, die Badewanne der Sundsvaller. Dort gibt es sehr schöne Badebuchten und Ferien- bzw. Sommerhäuser. Dann hielten wir in Sundsvall, um uns die Stadt anzusehen.
Badestelle auf AlnönSundbrücke nach Sundsvall
Sundsvall ist sehr schön. Es hat viele wunderschöne Gebäude und wirkt großstädtisch mondän.
SundsvallSundsvallSundsvallSundsvallSundsvallDer Drache als Stadtmaskottchen SundsvallCasino in Sundsvall
In der Touristeninformation konnte ich eine Achterbahnfahrt durch die animierten Häuserschluchten von Manhatten mit einer VR Brille machen. Wenn ich nicht alle 10 Sekunden die Augen kurz geschlossen hätte, hätte ich mich wahscheinlich übergeben. Unwahrscheinlich, wie der Körper auf die genialen optischen Effekte reagiert. War wieder ein tolles Erlebnis.
Danach wollten wir eigentlich den Rest der Strecke auf der alten E4 fahren, aber unser Navi und die nicht optimale Karte führten dazu, dass wir nach einigen Verfahrern dann doch die neue E4 für die Reststrecke nutzten.
Monika freute sich sehr über den erneuten Besuch. Zwischenzeitlich hatte sie Besuch von ihrer Freundin Katarina bekommen, die ihren Urlaub bei ihr verbringen wird.
Wir verbrachten wieder einen kurzweiligen Abend bei ihr, bei wiederum sehr leckerem Essen.
Am nächsten Tag fuhr uns Monika über den Kustenvägen durch einige nette Orte und an einige von Schweden sehr gern genutzte Badestellen. Da diese sehr gut besucht waren, beschlossen wir, uns in der Pizzeria von Strömsbruk mit Essen zu versorgen und an eine versteckte Badestelle Picknick zu machen und zu baden. Hier waren wir dann auch ganz alleine und erlebten als Highlight, die ersten Schwimmversuche von Uma.
Picknick mit Uma
Abends wieder lecker gegessen: Frittata mit Gegrillten und Backkartoffeln.
Wir beschlossen noch einen Tag zu bleiben und spätnachmittags mit Katarina ein Kanu auszuleihen, um die nähere Umgebung vom Wasser aus zu erkunden und Biber zu besuchen, die am frühen Abend gesichtet werden können. Leider schlug das Wetter etwas um, es wurde windig und kühl. Da wir 3 alle unerfahrene Kanuten waren, verzichteten wir sicherhaltshalber auf dieses bestimmt schöne Outdoorerlebnis.
Abendstimmung bei Monika
Nach dem Frühstück hieß es wiede Abschied nehmen und wir setzten unsere Reise fort, südwärts nach Gävle. Hier fanden wir einen schönen Stellplatz am Yachthafen, nahe beim Stadtzentrum.
Wir begannen die Stadterkundung mit einer Stadtwanderung auf markierten Wegen und lernten so die nähere umgebung und das Stadtzentrum fussläufig kennen. Gvle ist wieder eine typische, gepflegte und entspannend wirkende Kleinstadt, wie wir sie schon öfters erlebt hatten.
Letzte Meldung von der Windschutzscheibe: Der Riss wächst – wir beobachten weiter.
Gävlealter Tanzboden in GävleStadtwanderung in Gävle
Noch einmal volltanken, dann begannen wir unsere Tour auf dem Vildmarksvägen. Da die Wetterprognose für die beiden nächsten Tage nicht optimal für diese schöne Tour war, beschlossen wir, eine kurze Etappe bis Gubhögen einzulegen und den Regen abzuwetter. Wir standen mit einigen anderen Wohnmobile frei an einem schönen See.
Abends bemerkte ich einen Sprung in unserer Frontscheibe. Auf der Strecke hatte uns ein entgegenkommender LKW einen Stein entgegen geschleudert. Es knallte sehr laut. Ich konnte aber vor Ort nichts erkennen und hoffte, der Stein hätte nur die Motorhaube getroffen. Dies war anscheinend nicht der Fall. Den Sprung hatten wir dann mit Klebeband überklebt, in der Hoffnung, dass er nicht weiter wächst. Dann um 21:30Uhr die Kravag Versicherung angerufen und sofort eine Schadennummer erhalten, mit dem Hinweis, dass wir am nächsten Tag per Telefon noch die Reparaturfreigaben erhalten würden..
Dies passierte auch. Um 8:30Uhr rief die Kravag an und gab uns die Freigabe. Wir werden den Schaden beobachten und versuchen, erst in Deutschland die Frontscheibe austauschen zu lassen.
Wir begannen bei trockenem Wetter mit der Anfahrt zum Hällingsäfallet. Dies ist ein hier bekannter Wasserfall, mit dem angeschlossenem größten Canyon Nordeuropas,.den wir vor 8 Jahren schon einmal besucht hatten. Leider mußten wir 45 km Piste mit Schlaglöchern fahren, was immer wieder mit einem besorgten Blick auf den Sprung in der Frontscheibe begleitet wurde. Wir glauben, er hat sich um ein paar Millimeter vergrößert. Am Wasserfall unternahmen wir eine kleine Wanderung, die uns nach den letzten bewegungsarmen Tagen sehr gut tat. Unterwegs entdeckten wir auf unserem Wanderweg immer wieder uns unbekannte Tierlosung. Ich googlete nach Bärenkot und stellte erleichtert fest, dass der anders aussieht. Wir befinden uns schließlich in der bärenreichsten Gegend weltweit.
HällingsäfalletHällingsäfallet
Über Gäddede wollten wir unseren heutigen Stellplatz auf einem Wanderparkplatz erreichen. 4 km vor unserem Ziel stand einsam und verlassen eine rote Ampel. Als gesetzestreuer Bürger hielt ich an. Hinter mir sammelten sich langsam weitere Autos und Wohnmobile. Als nach 15 Minuten nichts passierte, reichte es mir ich beschloß, die augenscheinlich defekte Ampel zu ignorieren und fuhr los. Mir folgte niemand. Nach 2,5 km auf der leeren Strasse, kam mir ein blinkendes Baufahrzeug entgegen, mit einigen Autos im Gefolge. Ich fuhr noch 1 km weiter und traf auf eine große Baustelle. Hier hielt ich und wartete das Baufahrzeug ab, dass im Gegenzug, die an der roten Ampel warteten Autos durch die Baustelle führte. Alles sehr kompliziert und umständlich.
„Noch 200 m“, sagte unser Navi, und ein Stellplatz mit Blick auf den Stor Bläsjon und den Bergen im Hintergrund.wartete auf uns – dachten wir. Dieser Platz diente als Baustellenlager mit Bergen von Kies und Sand und allen möglichen großen Maschinen um Strassen zu bauen. Einen Plan B hatten wir nicht, also fuhren wir weiter und hielten Ausschau nach einem geeigneten Übernachtungsplatz, den wir dann doch in Smävattnen, mit Seeblick, fanden.
Stellplatz Smävattnen
Gestern war der bisher kälteste Tag mit 8 Grad C, nachts waren es nicht mehr als 4 Grad und bei 10 Grad C im Wohnmobil wachten wir auf. Das änderte sich dann schnell, bei stahlblauem Himmel kletterten die Temperaturen im Laufe des Tages auf 20 Grad.
Wir starteten mit einem Abstecher nach Ankarede. Dies ist ein uralter Versammlungsplatz der Sami. Sie trafen sich dort mit Siedlern und Abgesandten der Regierung. Heute besteht es aus Ferienhäuser und einer alten Kirche und wird vorwiegend während Midsommer genutzt. War nicht sehr doll.
Ankarede
Wir fuhren weiter nach Bjurälven. Dies ist ein Naturreservat und Schwedens größte Karstlandschaft. Dort unternahmen wir eine 4 stündige, anstrengende Wanderung durch die einzigartige Landschaft. Wir trafen während der gesamten Tour nur 6 weitere Wanderer. Angeregt unterhielten wir uns, um den Bären genügend Zeit zu geben, sich zurück zu ziehen. Dies hatte wohl auch geklappt, den wir sahen keine (Gott sei Dank).
Nach unserer Rückkehr beschlossen wir nicht weiter zu fahren, sondern in dieser schönen Landschaft zu übernachten. Vorher sahen wir den kommenden Weltmeister Frankreich, der Argentinien nach Hause schickte.
Am nächsten Tag stand mein persönliches Highlight auf dem Programm: Stekenjokk. Stekenjokk liegt auf einer Hocheben auf knapp 1000 m und ist nur an 2 Monaten im Jahr befahrbar. Es ist eine baumlose Fjäll Landschaft und entspricht optisch unserer Hochgebirgslandschaft auf 2500 m.
Wir fanden unseren „alten“ Übernachtungsplatz, den wir schon auf unserer ersten Schwedenreise nutzten. Das Wetter war mittlerweile bilderbuchmäßig, wolkenlos und warm. Wir begannen mit einer schönen Wanderung ins Fjäll. Den Rest des Tages genossen wir die Aussichten in die einzigartige Landschaft.
Den nächsten Tag begannen wir auf den Spuren der Geissens. „Ist der Heli schon da?“, fragte ich Ute, da wir heute einen Rundflug über das Fjäll planten. In Klimpfläll gabt es einen Helicopter Flugplatz mit 3 Helicoptern. Die Maschinen werden benötigt, um jetzt im Juli die Rentiere zusammen zu treiben. Die Jungtiere bekommen einen Markierungsschnitt ins Ohr und so wissen die Sami, zu welcher Familie jedes Tier gehört und es gibt das Angebot für Touristen, das Fjäll aus einer anderen Perspektive zu erleben.. Im Winter werden die Stromleitungen aus der Luft auf Schäden überprüft,
Da noch ein Einsatz anstand, mußten wir 40 Minuten warten. Dann ging es los. Wir hatten bestes Flugwetter, wolkenlos und windstill. Der Flug führte uns Richtung norwegische Grenze mit den hohen Bergen. Überall konnten wir kleine Seen entdecken, die noch vom Schmelzwasser stammten. Es war ein sehr schönes Erlebnis.
Heliflug über StekenjokkHeliflug über StekenjokkHeliflug über StekenjokkHeliflug über StekenjokkHeliflug über StekenjokkHeliflug über Stekenjokk
Ute hatte im Womo Reiseführer gelesen, dass das ansässige Hotel mittags sogenanntes dagens rätt anbot. Wir beschlossen, den Tag weiter edel zu gestalten und im Hotel zu essen. Es gab ein Salatbufee, Köttbullar als ganzen Braten mit Soße und kleinen Kartoffeln. Getränke waren inkludiert genauso wie Kaffee Obst und einige Süßigkeiten. Für schwedische Verhältnisse war der Preis von 9,50€ sehr günstig.
Nachdem wir uns gestärkt hatten steuerten wir Fatmomakke an, ein uraltes samisches Kirchendorf. Dort übernachteten wir auch. Fatmomakke ist ein uralter Versammlungsort der Samen. 1904 gründeten hier die Samen ihre Vereinigung, um besser gegenüber den Siedlern und den Herrschenden ihre Interessen durchzusetzen. Es ist bis heute bewohnt und besteht aus einer Kirche, einigen alten Häusern und sogenannten Koten, zeltähnliche Konstruktionen aus Holz.
FatmomakkeFatmomakkeFatmomakke
Bei weiterhin gutem Wetter starteten wir am nächsten Tag die letzte Etappe auf dem Vildmarksvägen nach Vilhelmina. Unterwegs besuchten wir Trappstegsforsen, dem nach dem Reiseführer schönsten Wasserfall Schwedens. Es ist weniger ein Wasserfall als eine Ansammlung von treppenartigen Stromschnellen, sehr schön anzusehen.
TrappstegsforsenTrappstegsforsen
Der geplante Campingplatz in Vilhelmina konnten wir nicht nutzen, da nur Capingcard Besitzer berechtigt waren diesen zu nutzen, wir eine solche Karte aber nicht besitzen. Dafür fanden wir mitten in Vilhelmina einen freien Übernachtungsplatz und sparten uns die 30€, die der Campingplatz kosten sollte. Nach den letzten Tagen in der reinen Natur war ein wenig Urbanität hier in Vilhelmina ganz angenehm.
In Roskilde übernachteten wir auf einem Campingplatz am Roskilde Fjord, landschaftlich sehr schön gelegen. Das Wetter war kühl aber trocken. Die Aussichten für die nächsten 2Wochen waren gemischt und wir beschlossen unsere Pläne am Wetter anzupassen.
In Roskilde besichtigten wir den Roskilde Dom, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Nach einem kurzen Bummel durch die nette Innentstadt fuhren wir nach Helsingör auf die Fähre nach Schweden. Die Überfahrt über den Oeresund nach Helsingborg dauerte 20 Minuten.
Roskilde DomRoskilde DomRoskilde DomRoskilde Dom
Dort bezogen wir einen sehr schönen, am Yachthafen gelegenen Stellplatz. Zur Innenstadt waren es zu Fuß nur 10 Minuten. Das Wetter war schön, 20 Grad C aber sehr windig.. Wir unternahmen einen ausgiebigen Stadtrundgang, den wir mit Kaffee und Schokolade in einem gemütlichen Cafe beendeten und zum Womo zurück kehrten.
HelsingborgRathaus HelsingborgKärnan in HelsingborgHelsingborg
Der Abend wurde uns „versüßt“ durch laute türkische Musik, sowie dem Röhren getunter Auspuffe an den Fahrzeugen pubertierender Neuführerscheinbesitzer. Irgendwann hatten alle genug und es kehrte Ruhe ein.
Wir beschlossen noch einen Tag in Küstennähe zu bleiben, da auf unserem Weg nach Norden bereits Regen angekündigt wurde. In Rää, 10 km von Helsingborg, fanden wir einen kostenlosen Stellplatz am Yachthafen. Dort verbrachten wir den Tag mit Relaxen und Spaziergehen.
Morgens hatten wir kühle 15 Grad C und es war bedeckt. Nach dem Frühstück ging es nach Norden nach Vastena am Vättern See. Auf der Fahrt wurde es immer kälter, 11 Grad C und es regnete.
In Vastena suchten wir, wie immer auf den letzten Metern , Schwierigkeiten, den Stellplatz zu finden, da die Beschilderung nicht eindeutig war. Schließlich fanden wir ihn direkt am Vättern See und dem imposanten Schloß. Draußen war es ungemütlich und nach einem kurzen Gang durch den Ort, sahen wir uns das interessante WM Spiel Kroatien gegen Argentinien an. Argentinien verlor und war ausgeschieden.
Vastena SchloßVastena Schloß
Auf der Suche nach dem schwedischen Sommer ging es am nächsten Tag weiter nach Rättvik am Siljan See. Kurz vor Rättvik versuchten wir Monikas Tip zu befolgen und einen Platz in Tällberg zu finden, da es dort besonders schön ist. Leider war alles wegen Midsommer ausgebucht.
In Rättvik fanden wir einen netten Stellplatz direkt am See. Wir wollten eine Midsommer Feier erleben und erfuhren, dass eine Prozession am Nachmittag direkt am Platz vorbeikäme und auf dem „Gammergarden“ dann die Feier beginnen würde.
Rättvik
Die Prozession bestand aus 2 Pferden, 3 Ponys, 2 Leiterwagen und eine Kapelle. Alle waren in den traditionellen Kleider der Region bekleidet. Das sah schön aus aber ich hatte schon mehr erwartet.
Wir latschten dann hinter dem Zug ca. 2 km zum „Gammelgarden“, wo wir erst einmal zusammen 20€ Eintritt zahlen mußten. Voller Erwartung auf die bestimmt spannende und eindrucksvolle Feier, zahlten wir gerne.
Auf dem Gammelgarden lag der Maibaum, der nun durch die mitgebrachten Birkengirlanden geschmückt wurde. Danach wurde der Baum durch Freiwillige in etwa 1 Stunde aufgerichtet. Eine Kapelle begleitet diese Aktion mit traditioneller Musik. Danach marschierten die Schweden um den Baum herum, es gab einige, für unsere Augen alberne Tanzspiele ,und dann standen alle plötzlich auf und verließen den Platz. Das wars, die Feier war zu Ende. Ich hatte völlig falsche Erwartungen gehabt. Die Midsommerfeier findet nach diesem offiziellen Teil in den Familien statt. Wir hatten wieder etwas gelernt.
MidsommerfeierRättvik650m lange Seebrücke Rättvik
Nachts gab es wieder das unvermeintliche Treffen der Tuningszene mit lauter Musik und quietschenden Reifen, .diesmal nicht nur bis 22 Uhr sondern die ganze Nacht durch.
Am nächsten Tag warteten wir noch die Langboot Prozession auf dem See ab und starteten dann Richtung Strömsbruk zu unserer Freundin Monika, die im letzten Jahr nach Schweden ausgewandert war.
Langbootprozession Rättvik
Dort angekommen, trafen wir auf Uwe und Monika aus Hagen, die ebenfalls einen Schwedenurlaub mit Wohnmobil machten. Die Begrüßung war herzlich und Monika zeigte uns Ihr schönes Haus, mit einem atemberaubenden Blick auf das Meer und auf einigen vorgelagerten Inseln.
Bei Monika verbrachten wir 3 Nächte, wurden köstlich bewirtet und lernten bei einigen Spaziergängen und einer kleinen Rundfahrt, die unmittelbare Umgebung kennen. Auch einen Ausflug nach Hudigsvall, der nähesten Stadt, unternahmen wir. Ins Herz geschlossen hatten wir auch Uma, der Hundin von Monika, die sich sichtlich über unseren Besuch freute und mit der ich gerne spielte.
Spaziergang bei MonikaSpaziergang bei MonikaSpaziergang bei MonikaUmaLeckeres Essen bei MonikaMonikas Aussicht
Den Sommer in Schweden hatten wir auch gefunden bei 22 Grad C.
Nach dem Abschied von Monika ging es für uns weiter nach Norden. Die Landschaft wurde immer schöner und schließlich fanden wir in Hammarstrand einen Stellplatz am Indalsälven, dem größten Fluß Schwedens, der durch seine Wasserkraftwerke 10% des gesamten Strombedarfs Schwedens liefert. Wir standen traumhaft alleine am Ufer.
Stellplatz am IndalsälvenIndalsälven
Die nächste Etappe brachte uns weiter nach Strömsund. Hier standen wir wieder frei am See Ströms Vattudal. Wir hatten unsere Vorräte aufgefüllt, da wir in den nächsten Tage den 550 km langen Vildmarksvägen befahren werden, der uns nach Lappland bringt, wo es wenige Möglichkeiten fürs Einkaufen gibt. Danach sahen wir uns das von unserer Mannschaft weltklassemäßig geführte Spiel gegen Südkorea an, das wir leider völlig unverdient verloren und trotz weiterer Weltklasseleistungen gegen Schweden und Mexiko mit einem guten 4. Platz unserer Gruppe die WM beendete.
Während unserer Südafrikareise hatten wir Anke und Jürgen kennengelernt, die von der dänischen Insel Fanoe schwärmten, die sie mehrmals im Jahr besuchten. Da jetzt auch das jährliches Drachenfest stattfand, lag es nahe, auf unserem Weg nach Schweden, uns mit den Beiden auf Fanoe zu verabreden.
Fast zeitgleich kamen wir auf dem Campingplatz an. Jürgen kam mit einem Gespann, bestehend aus Wohnmobil und Wohnwagen. Hatte ich auch noch nicht gesehen. Da sie von ihrer Tochter Jenny, dem Enkel Hannes, sowie der Hündin Lissy begleitet wurden, machte das wieder Sinn.
Fanoe hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine ursprünglich gebliebene Insel, ohne Hochhäuser und einem Megastrand. Negativ erlebte ich lediglich den Besuch der Duschen auf dem Campingplatz. Die Duschen waren kostenpflichtig. 2 Kronen sollten sie kosten. Mit 6 Kronen zog ich los. Nachdem ich mich in der Kabine eingerichtet hatte, warf ich die erste Münze ein. Sie fiel durch, sonst passierte nichts. Auch die 2. Münze verschwand humorlos ohne eine Funktion freizugeben. Da hatte ich schon einen Hals. Also wieder anziehen und zum Platzwart gehen, um die Beschwerde loszuwerden. Der Platzwart hat aber nur eine Arbeitszeit von 11 Uhr bis 12 Uhr und war nicht da. Allerdings gab es dort ein 2. Duschhäuschen. Mit der letzten Münze bewaffnet, begab ich mich in die Kabine. O Wunder, nach Einwurf der Münze leuchtete ein grünes Licht auf, und ich konnte die Dusche auslösen. Da ich nicht wußte, wie lange 2 Kronen reichen würden, stellte ich das Wasser nach kurzem Duschgenuß ab und seifte mich von Kopf bis Fuß ausgiebig ein. Ihr ahnt schon wie es dann weiterging. Richtig, es kam kein Wasser mehr. Ich kriegte die Krise und suchte die versteckte Kamera. Schließlich mußte ich den Schaum mit dem Handtuch abwischen.
Die ersten 2 Tage waren schweinekalt. Allerdings zeichnet sich das dänische Wetter dadurch aus, dass es extrem schnell wechselt. So hatten wir am 3. Tag einen super Sommertag, den wir, wie die anderen Tage auch, mit dem Wohnmobil am Strand verbrachten. Dort waren tausende Drachenfreunde versammelt, die Drachen aller Größe steigen ließen, was ein wunderschönes Bild ergab.
Radsporttechnisch war der 1 wöchige Aufenthalt auch ergiebig, da Jürgen täglich seine Inselrundfahrt unternahm, ohne Rücksicht auf Wind und Regen und ich ihn gerne begleitete. Diese Runde beinhaltete immer eine 12 km lange Fahrt auf dem befahrbaren Strand, jedes Mal ein schönes Erlebnis. Außerdem lernte ich die Insel durch die Erklärungen Jürgens sehr gut kennen.
Die Woche auf Fanoe war sehr entspannend und der Abschied von Anke und Jürgen fiel dann doch schwer, da wir uns sehr gut verstanden hatten. Allerdings haben wir in ca. 6 Wochen wieder ein Treffen mit ihnen, da wir das Metal Festival in Wacken besuchen werden, wo die beiden in der Nähe wohnen.
Unser Weg führte erst einmal weiter quer durch Dänemark nach Roskilde.
Die dänischen Autobahnen sind sehr entspannend zu befahren. Immer wieder schön waren die Überfahrten nach Fünen und Seeland durch den kleinen und großen Belt.
Überfahrt nach Fünen über den kleinen BeltÜberfahrt nach Seeland über den großen Belt
Frohgemut starteten wir unsere diesjährige Sommerreise nach Schweden. Als erstes wollten wir Anne und Peter in Stelle besuchen. Ich hatte mich gedanklich auf die Route über Hannover eingestellt, folgte dann doch kurzfristig dem Navi, das uns über Bremen leiten wollte. Alles war prima bis Bremen. Dann ging im Norden nichts mehr. Die A1 war schon seit 10:30 Uhr gesperrt, wegen eines LKW Unfall. (Man sollte doch vor einer Fahrt die Verkehrsnachrichten hören) Die A27 war ebenfalls gesperrt wegen eines brennenden LKWs. Nach stundenlanger Quälerei, verließen wir die Autobahn, um uns auf Landstrassen durchzuschlagen. Diese Idee hatten natürlich auch Tausende anderer Verkehrsteilnehmer. Also standen wir auf der Landstrasse, zwar landschaftlich schöner als auf der Autobahn, aber Stelle kamen wir auch nicht näher.
Dann riß mir der Geduldsfaden, ich wendete bei einem Bauern und fuhr nach Verden, um dort zu übernachten und Stelle leider ausfallen zu lassen. Die Stellplatzkoordinaten lieferte uns die Promobil App auf unserem Navi. 2 Kilometer vor Verden, sah ich eine sehr hohe Kirmesschaukel. Mir schwante nichts Gutes, denn Kirmes heißt für Wohnmobilfahrer, der Stellplatz ist besetzt. So war es auch. Verden feierte ein großes Straßenfest mit Kirmes.
Wir parkten in einer ruhigen Nebenstrasse und entschlossen uns, spät abends die letzten 100 km bis Stelle zu fahren und mit Anne und Peter zu frühstücken.
Dann besuchten wir das Strassenfest und entdeckten den Dom zu Verden, der von den Ausmaßen dem Kölner Dom gleichkommt und überhaupt nicht zu der Größe von Verden paßt.
gestrandet in Verden
Um 22 Uhr starteten wir die letzte Etappe und kamen ohne weiteren Staus in Stelle an.
Das Wiedersehen mit Anne und Peter war wieder sehr schön und mittags fuhren wir dann weiter Richtung Lübeck um dort Angie und Peter zu treffen. Wieder erlebten wir die anscheinend normalen Staus auf deutschen Autobahnen.
Lübeck feiert 850 jährigen Geburtstag und wir feierten, mit einem Besuch des Stadtfestes, mit.
Stadtfest in LübeckStadtfest in LübeckStadtfest in LübeckLübecker RathausLübecker RathausLübecker Rathaus
Nach einem gemeinsamen Frühstück bei Angie und Peter starteten wir wieder Richtung St. Peter Ording. Angie und Peter starteten zeitgleich ihre Wohnmobiltour nach Berlin.
Unterwegs wieder Chaos. Autobahn gesperrt, Ausfahrten gesperrt, mir reichte es irgendwann wieder, und wir änderten unsere Pläne. Büsum war das neue Ziel.
Endlich Meer, Strand und Krabben. Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und in der Stadt. Abends konnten wir noch am Strand Status Quo lauschen, die anläßlich der „Legends at the Sea“ Konzertreihe in Büsum auftraten.
gut gelaunt beim Status Quo Konzert
Tags drauf holten wir St. Peter Ording nach. Es waren nur 40 km zu fahren und alles ging glatt.
Vom Wohnmobilhafen unternahmen wir eine Fahrradtour zum Südstrand und bummelten im Dorf.
SüdstrandSüdstrand
Dann ging es nach Tonder. In Dänemark fiel uns sofort der gute Strassenzustand auf, ohne Flicken und Löcher. Wir brauchte etwas, bis wir den uns bekannten Stellplatz erreichten, da unser Navi auf LKW eingestellt ist und uns eine für LKW gesperrte Strasse vorenthielt und uns dafür bis in die Fußgängerzone von Tonder leitete – warum auch immer. Geld scheint man hier für den sehr gut ausgestatteten Womo Stellplatz mit Strom und Entsorgung nicht verlangen zu wollen, da alle Versuche, in der Rezeption jemanden anzutreffen, erfolglos waren. Es folgte ein Bummel durch die schöne Altstadt von Tonder.
Der nächste Morgen begann entspannt bei einem gemütlichen Frühstück. Das sollte jedoch so nicht bleiben. Als unsere Nachbarin uns fragte, ob wir unser Glück schon gesehen hätten, wußten wir, der Pannenteufel hat uns wieder eingeholt. Wir hatten einen Platten, obwohl das Womo 2 Tage nicht bewegt wurde. Also Werkzeug auspacken, Christine informieren, um die nächste Reifenreparaturwerkstatt heraus zu finden und frisch ans Werk. Als der Reservereifen montiert war und ich den Wagenheber absenkte, sahen wir, dass auch der Ersatzreifen platt war, warum auch immer. Mittlerweile hatte Christine die Koordinaten der nächsten beiden Werkstätten herausgefunden. Die näheste war 114km entfernt. Das hieß, mit dem Kompressor 1 Bar Überdruck auf den Reifen, auf die M2 und dann Daumen drücken, dass die Luft reicht. Zur Sicherheit hatten wir den Kompressor noch mit an Bord, falls wir unterwegs Luft hätten nachfüllen müssen. Mit 4 Platten führen wir wieder unangefochten das Ranking der Reifendefektgeschädigten an.
Wir fanden die Werkstatt, und es wurde sofort mit der Reparatur begonnen. Wir unterhielten uns mit einem Einheimischen, der uns auf das Cafe, direkt neben der Werkstatt, aufmerksam machte. Hier gäbe es den besten Kaffee in Südafrika. Natürlich nahm ich das nicht ernst aber als er nicht nachließ, das Cafe zu empfehlen, bat ich Ute doch dort einmal hinein zu schauen. Ute ging und kam nicht wieder. Nach erfolgter Reparatur beider Reifen und Befestigung unserer vorderen Stoßstange, die wir fast verloren hätten, kam Ute zurück. Sie war begeistert von dem Cafe. Also entschlossen wir uns, dort ein 2. Frühstück einzunehmen.
Der Laden war wirklich toll. Schwer zu beschreiben, die Fotos zeigen es besser. Auch das Essen war vorzüglich. So hatte dieser ungeplante Stopp noch etwas Schönes. Da ich abends mal wieder grillen wollte, mußte ich noch Fleisch einkaufen. Der nette Einheimische empfahl mir einen Metzger, den wir auch fanden und ich ein wunderbares Angus T Bone Steak erwarb.
Cafe ChamäleonCafe ChamäleonCafe Chamäleon
Dann ging es wieder auf die Piste Richtung Port Elizabeth und weiter in den Addo Elephant Park.
Dort begannen wir gleich mit einer Pirschfahrt und sahen wieder viele Tiere, vor allem Elefanten.
Rechtzeitig zum abendlichen Briefing waren wir dann im Camp. Danach wurde der Grill angeschmissen, und der Tag endete mit dem Genuß des vorzüglichen Steaks.
Der nächste Tag begann wieder mit einer morgentlichen Pirschfahrt. Leider hatte es nachts geregnet, dadurch finden die Tiere auch außerhalb der Wasserstellen genügend Wasser und sind seltener zu sehen. So war es auch. Allerdings hatten wir Glück und konnten noch einen vollgefressenen Löwen beobachten, der neben seinem Riß lag und sich ausruhte.
Danach ging es auf 250 km Richtung Graaff Reinet. Die Fahrt war eher langweilig, weil es bewölkt war und dadurch die Landschaft nicht so einladend wirkte. Die Strecke führte uns auf der Mohair Route entlang. Hier werden Mohair Ziegen gezüchtet und die Wolle für teure Schals und Pullover verarbeitet.
Graaff Reinet hat eine schöne Kirche und einige schöne alte Häuser. Außerdem wohnt dort ein Mensch, der seit den 60er Jahren Kakteen züchtet und einen großen Kakteenpark besitzt.Er fällt weiterhin auf, weil er am Eingang seines Parks ein Schild aufgestellt hat, mit der Aufschrift: Americans are not welcome. Uns begrüßte er mit der Frage, ob wir Merkel gewählt hätten. War schon ein merkwürdiger Zeitgenosse.
Abends gab es das vorgezogene Seabridge Abschiedsessen. Mit dem Shuttel ging es in die Stadt, ins Restaurant. Um 19 Uhr gab es die Suppe, um 21 Uhr den Hauptgang. Dies kommentierte Christine: „Die Deutschen haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“. So muß man es wohl sehen.
Graaff Reinet, Kirche
Am nächsten Morgen fuhren wir erst einmal mit dem Shuttle zum „Valley of Desolation“ . Das Tal der Trostlosigkeit empfing uns unten mit Nebel. Den durchstießen wir in 1400 m Höhe und hatten wunderbare Fernsichten.
Valley of DesolationValley of DesolationValley of Desolation
Dann begann die Tagesetappe nach Gariep Dam, über 260 km. Dies war wieder eine sehr schöne Tour, über 2 Passe, auf 1800 m und sehr schönen Hochebenen.
unterwegs nach Gariep Dam
In Garieb Dam schauten wir uns den größten Stausee Südafrikas an. Hier wird der Oranje gestaut.
Stausee Gariep Dam
Dann bezogen wir unser, am Stausee gelegenes, Camp.
Abends war Strausseneierwettöffnen angesagt. Ich hatte wieder das Glück für meine Gruppe gegen andere anzutreten, mit der Aufgabe, ein Straussenei zu öffnen. Seit Tagen hatten wir uns Gedanken gemacht, wie dies zu bewerkstelligen sei. Im Internet wurden Bohrer empfohlen, die wir natürlich nicht dabei haben. Ute und ich hatten schon eine Nagelfeile und Drahtgeflecht zum Aufschleifen gekauft, dazu Strohhalme zum Ausblasen. Am späten Nachmittag kam Fred, einer aus meiner Gruppe, zu mir und sagte: Kuck mal, was ich Dir gekauft habe. Eine Eisensäge hatte er in einem Werkzeugladen erstanden. Damit stiegen unsere Chancen natürlich gewaltig.
Wir mußten erst noch ein Gewitter abwarten und dann ging es los. Die anderen hatten keine Chance. Schnell hatte ich 2 Schnitte in die Schale gesägt, dann mit einem Strohhalm die Haut und den Dotter durchstoßen und dann schüttelte Michael das Innere in die Schüssel. 1Min.20 bedeuteten Seabridgerekord. Allerdings muß ich sagen, dass wir durch die brachiale Methode nicht das schönste Loch geschaffen hatten. Da waren die anderen besser.
Dann wurde in einer großen Pfanne für jede Gruppe Rührei gebraten, schmeckte wie Hühnerei. Ein Straussenei entspricht von der Menge her 24 Hühnereiern.
AbendstimmungAbendstimmung
Letzte Meldung von der Schadensfront: der rechte Aussenspiegel löst sich in seine Bestandteile auf und wird nur noch mit viel Tape zusammen gehalten.
Tags drauf wurde noch einmal von uns alles abverlangt. 500 km standen an, bis zum Golden Gate National Park.
Die ersten 180 km fuhren wir auf der N1, der A2 Südafrikas. Die N1 stellt die Verbindung von Johannesburg nach Kapstadt oder Port Elizabeth dar. Hunderte von LKWs waren unterwegs. Jedes Überholmanöver, ein neues Abenteuer.
Wir wechselten dann auf die N8, die uns durch eine schöne Landschaft führte, vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Die letzten 70 km wurden immer spektakulärer. Wir fuhren direkt an der Grenze zu Lesotho entlang in ein Gebirge mit wunderschönen Hochtälern. Im Golden Gate National Park erreichten wir dann eine Höhe von 1900 m.
Um die Müdigkeit aus den Beinen zu bekommen, unternahmen wir dann noch eine kleine Wanderung in die Berge, mit wunderschönen Aussichten.
Golden Gate National ParkGolden Gate National ParkGolden Gate National ParkGolden Gate National Park
Abends fand das letzte Briefing unserer Reise statt. Dies wird auch das letzte Lebenszeichen von uns sein, da wir morgen nach Heidelberg fahren, wo wir kein Netz haben werden. Dort heißt es Packen und Saubermachen, da wir die Womos am übernächsten Tag besenrein abgeben werden.
Wir hoffen, wir werden die beiden letzten Tage pannenfrei absolvieren und hätten dann einen guten Abschluß einer wunderbaren und erlebnisreichen Reise.
Danke für Eure Kommentare und emails.
Wir sehen uns dann persönlich wieder in Deutschland.
Tags drauf standen 280 km bis Mossel Bay auf dem Plan. Allerdings gab es links und rechts der Wegstrecke einiges zu besuchen.
In Brendasdorp hielten wir an dem Fairtrade Unternehmen Kapula Candle und Ceramic. Hier werden Frauen beschäftigt, die Kerzen und Keramik herstellen. Ein sehr schönes Geschäft, das zum Einkaufen einlud.
Er war auch einkaufen und nahm danach ein Bad
Danach besuchten wir in Swellendam den Drostdy Museums Complex. Dies ist ein Heimatmuseum, bestehend aus verschiedenen historischen Gebäuden, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen ab 1750 zeigen. Erbaut wurde der Komplex von der Holländisch Ostindischen Kompanie.
Über schöne Strassen erreichten wir dann unser Camp in Mossel Bay. Dieses war im Gegensatz zu allen anderen von uns besuchten Camps brechend voll. Es gab für südafrikanische Rentner Sonderpreise für Januar bis März. Dies wurde anscheinend gut angenommen und mit unserer „Rentnertruppe“ senkten wir den Altersdurchschnitt in dem Camp beträchtlich.
Wir hatten erfahren, dass Pierre mit seinem Womo liegen geblieben war und ein Abschleppunternehmen beauftragt war, ihn zum Camp zu bringen. Mit großem Hallo wurde er von uns begrüßt, als der Abschleppwagen mit dem Womo huckepack auf dem Platz erschien. Bei ihm ging nichts mehr. Am nächsten Tag sollte ein Techniker vom Verleiher kommen und helfen.
Für abends hatte Ute in dem angesagten King Fisher Restaurant vorsorglich Plätze reserviert. Wir waren dann schließlich wieder 14 Leute, die hervorragenden Fisch und Meeresfrüchte genossen.
Der nächste Tag begann mit dem Besuch des Diaz Museums Complex. Hier wird über die Seefahrt in der Zeit, als der Seeweg nach Indien gesucht wurde, informiert. Unter anderem hatte man die Caravelle vom Portugiesen Bartolomeu Diaz nachgebaut und ausgestellt. Er schaffte es zwar nicht um das Kap der Guten Hoffnung herum, brachte aber so viele Informationen nach Portugal zurück, dass schließlich Vasco Da Gama den Seeweg nach Indien fand.
Nachbau der Caravelle von Vasco Da Gama
Dann begann unsere eigentliche Tagesetappe nach Oudtshoorn. Oudtshoorn liegt in der Kleinen Karoo, einer Halbwüste, in der das Klima, bedingt durch einen Gebirgszug, bis zum Ozean, trocken und heiß ist. Ein idealer Ort für Strausse, die in der Gegend in 400 Straussenfarmen gezüchtet werden.
Wieder führte die Strecke durch schöne Landschaften, die wir nicht immer im vollen Maße genießen konnten, da es bewölkt und im Gebirge neblig war.
Bevor wir zum Camp fuhren, besuchten wir noch Cango Caves. Dies ist ein großes Höhlensystem. Wir nahmen an einer Führung teil. Die Höhle war schon eindrucksvoll, aber ähnliche Tropfsteinhöhlen hatten wir schon früher besichtigt.
Eingang der Cango CavesCango CavesCango Caves
Abends war gemeinsames Grillen „befohlen“. Christine hatte sich angeboten Straussenfilet zu besorgen, was von allen genutzt wurde. War wieder sehr lecker.
Pierre hatte den Platz mit seinem alten Womo und weiterhin ohne Turbolader Leistung mit Mühe erreicht, da es einige Gebirgszüge zu überwinden galt. Ein Ersatzwohnmobil aus Kapstadt war ihm für den Abend versprochen und um 9 Uhr abends traf es auch ein. Sofort wurde umgepackt, da der Fahrer mit dem defekten Womo umgehend die Rückreise antrat. Im Dunkeln, mit halber Leistung, wieder 9 Stunden Fahrt, der Arme.
Tags drauf fuhren wir alle gemeinsam um 11 Uhr zur Cango Ostrich Farm, einer Straussenfarm. Bei einer Führung erhielten wir viele Informationen über das Leben der Strausse und deren wirtschaftlicher Nutzung. Anschließend gab es ein Straussen Lunch.
Dann begann die eigentliche Etappe, die uns auf der Gardenroute nach Knysna führte. Wieder landschaftlich einmalig, nur war es wieder bewölkt, was die Fotos immer beeinträchtigt.
Unterwegs besuchten wir noch das Railway Museum in George. Wir waren überrascht von den Ausmaßen des Museums. Es wurden bestimmt 15 riesige Dampfloks aus den 20er und 30er Jahren gezeigt. Dazu Salonwagen aus der Zeit. Dann schloß sich noch ein Oldtimer Museum an, dessen Schwerpunkt Borgwart Autos im perfekten Zustand waren, alles Leihgaben privater Besitzer. War wieder eine nette Abwechslung auf der Strecke.
Railway MuseumRailway Museum
Unser Camp lag malerisch am Indischen Ozean und wir wurden abends mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.
Am nächsten Tag entschlossen wir uns in Knysna zu frühstücken und uns den Ort anzuschauen. Knysna ist ein mondäner Ort, wo sich die Schönen und die Reichen treffen, teilweise in abgeriegelten Komplexen. Größer kann der Unterschied zu den Townships nicht sein. Südafrika ist übrigens weltweit das Land mit den größten sozialen Unterschieden. War mir neu, ich dachte immer Indien sei es. Hier brodelt es gewaltig unter der vermeintlich friedlichen Oberfläche. Es wird momentan ein Gesetzesvorschlag erarbeitet, dass alle weißen Farmer ohne Entschädigung enteignen werden sollen. Auch der neue Präsident unterstützt dieses Ansinnen. „Die Zeit der Versöhnung ist vorbei, nun kommt die Zeit der Gerechtigkeit“ soll ein Zitat von ihm sein. Ich habe gelesen, dass momentan wöchentlich ein weißer Farmer ermordet wird. Das sind alles Tendenzen, die für das Land nichts Gutes ahnen lassen. Wir bekommen davon allerdings nichts mit.
Das Frühstück an der Waterfront war vorzüglich. (Das war jetzt aber ein unsensibler Übergang) Wir besuchten danach den feinen Stadtteil Thesen Island mit dem angesagten Cafe, Ile de Pain. Hier trifft man sich, will man dazu gehören. Wir wollten und kauften ein Vollkornbrot und einige Teilchen für später.
KnysnaKnysna
Danach ging es zum Heads View Point, den zu erreichen fahrerisch eine Herausforderung war, sehr eng und kurvig. Oben hatte man einen phantastischen Blick auf die Lagune und den Meeresdurchbruch.
Heads View PointHeads View Point
Weiter ging es auf der Gardenroute, bei wieder sommerlichem Wetter, zur Plettenberg Bay, der bei Südafrikanern beliebteste Strand. Dort zog ich auch meine Badehose an und erfrischte mich im Indischen Ozean. Die Temperatur war ok, bestimmt 5 Grad wärmer als der Atlantik. Das Wasser des Atlantiks ist im Sommer kälter als im Winter, da der Benguelastrom eiskaltes Wasser aus der Antarktis vom abschmelzenden Eis an die Küste führt.
Danach besuchten wir Monkeyland, einer Auffangstation für Affen, die aus Laboren, Zoos, Zirkussen oder privatem Besitz stammen und hier nach einer Eingewöhnung in einem riesigen Wald in Ruhe und ohne Qualen leben können. Mit einem Führer gingen wir durch den Wald und sahen eine Menge Affen, die mittlerweile an Menschen gewöhnt sind (bis auf die, die von Menschen gequält wurden) und sich gut beobachten lassen.
Nach einer Stunde gings weiter zum Nature’s Valley, einem traumhaften Tal mit einem super Strand. Ute machte Kaffee und wir setzten uns in den Sand und genossen die am Morgen gekauften Teilchen.
Kaffeetrinken am Strand von Nature’s Valley
Der letzte Stop war Bloukrans Bridge Bungy Jumping. Dort kann man von einer Brücke 216 m in die Tiefe springen. Bis 2007 war dies die höchste Bungee Jumping Anlage der Welt. Wir beobachteten einige Wahnsinnige und brachen dann auf zu unserem Ziel, TsiTsikama National Park.
Dort bezogen wir direkt am Ozean unseren Stellplatz.
Ausblick vom WomoEin Stellplatz Nachbar
Den nächsten Tag blieben wir im Camp. Einer der wenigen Tage ohne Programm.
Ich schloß mich einer Gruppe an, die den Waterfall Trail begehen wollten. Das war mehr Klettern als gehen, sehr anstrengend. Am Wasserfall, nahmen wir erst einmal ein erfrischendes Bad im Naturpool. Dann ging es die selbe Strecke wieder zurück. Den Rest des Tages nutzte ich zur Erholung.
Die Kapstädter leiden seit 3 Jahren unter der Trockenheit und rationieren den Wasserverbrauch je Einwohner auf 50 l, kaum sind wir da, regnet es. Bereits in der Nacht fing es an, und am Morgen war es sehr bewölkt.
Heute stand die Besichtigung Kapstadts auf dem Programm. Morgens wurden wir mit dem Bus abgeholt, und ein deutschsprachiger Stadtführer begrüßte uns. Eigentlich sollten wir in Kapstadt auf 10 neue Mitreisende, sowie auf Christa, der neue Assistentin von Christine, stoßen, aber ein Mitreisender hatte am Flughafen 3 Mal die falsche PIN eingegeben, als er Rand aus dem Geldautomaten ziehen wollte. Dies führte zu Verzögerungen, so dass wir ohne sie mit der Stadtrundfahrt begannen. Es waren auch nur 6 Personen in Kapstadt gelandet, die anderen sollten angeblich den Flug verpaßt haben.
Der Tafelberg war voll in Wolken gehüllt, damit war an eine Gondelfahrt zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Wir fuhren auf den Signal Hill, ein vorgelagerter Berg, von dem man auch eine schöne Aussicht auf Kapstadt hat. Es lockerte etwas auf und die Sicht wurde besser. Mittags stand die Entscheidung an, auf den Tafelberg zu fahren aber der Gondelbetrieb war jetzt aufgrund zu starker Winde eingestellt.
Stattdessen machten wir mit dem Stadtführer einen geführten Spaziergang durch Kapstadt, trafen auf die verspäteten „Neuen“ und hatten danach den Rest des Tages zur freien Verfügung.
Kaum waren wir abends wieder an den Wohnmobilen, fing es wieder an zu regnen, den Kapstädtern sei es gegönnt. Morgen soll das Wetter wieder besser werden.
Kapstadt mit TafelbergKapstadtRobben Island, Mandelas Gefängnisinselbunter Stadtteil in KapstadtParkbewohnerWM Stadion KapstadtGreenmarketProtea, Nationalblume SüdafrikaProtea, Nationalblume Südafrikaalter Sklavenmarkt in KapstadtGedenkstätte an die SklavereiNamen von Sklaven
Unser Stadtführer berichtete am nächsten Tag, dass der gestrige Regen das Thema der Kapstädter sei. In unseren Breiten würde man den Regen als normale Luftfeuchtigkeit bezeichnen.
Der Tag war wieder voll beplant und wir begannen mit der Kaprundfahrt. Den ersten Teil der Strecke, bis Hout Bay, hatte ich gestern schon mit dem Sightseeing Bus gemacht, allerdings bei bestem Wetter. Dann überquerten wir die Halbinsel und über Simons Town, auf einer wunderschönen Küstenstrasse, fuhren wir in den Table Mountain Nationalpark zum Kap der Guten Hoffnung.
Kaprundfahrt, Hout BayKaprundfahrtElanantilopeKap der Guten Hoffnung
Dort waren wir nicht alleine und es galt sich anzustellen, um das Photo mit dem Holzschild zu machen.
Christine hatte sich wieder eine Überraschung ausgedacht und baute eine Sektbar auf. Dann stieß die ganze Gruppe auf die schöne Reise und das Erreichen des Kaps an.
Gruppenfoto am Kap
Das Wetter wurde jetzt wieder gut und ich unternahm eine kleine aber anspruchsvolle Wanderung zum Cape Point. Dort nahm uns der Bus wieder auf und weiter ging es zum Boulder Beach, zur Pinguin Kolonie. Es machte Spaß die Pinguine so nah zu beobachten. Schamlos trieb es ein Pärchen hinter Büschen. Ein anderes war schon weiter und hatte sich um 2 Eier zu kümmern. Bei der Familie nebenan, sah man schon ein neu geschlüpftes Wesen. Eifrig wurden woanders Bruthöhlen ausgehoben oder vom Nachbarn Nistmaterial geklaut. War sehr kurzweilig.
Am nächsten Tag hieß es Abchied nehmen von Kapstadt. Es ging Richtung Stellenbosch der Weinregion des Kaps. In der Umgebung von Stellenbosch gibt es mehr als.80 Weingüter, 3 davon galt es zu besuchen und 2 Weinproben standen an.
Nach dem Abstellen der Wohnmobile in Stellenbosch, fuhren wir mit dem Bus zum Weingut Delheim. Dort wurden 5 Weine verköstigt, mit entsprechenden Erklärungen eines Mitarbeiters.
Weinprobe beim Weingut DelheimWeingut Delheim
Dann ging es zum Weingut Camberley. Dort war es ganz fein. Auf der Terasse, mit freinem Blick auf den Tafelberg, wurde zunächst Sekt angeboten. Dann folgten Lachshäppchen. Dann gab es 2 Weinproben, unterbrochen mit Springbockcarpachio. Beim anschließenden Mittagessen gab es Strauß und 3 weitere Weinproben. Das ganze hatte Stil. Schließlich wird ein Wein dieses Weingutes auch in der 1. Klasse der Lufthansa angeboten.
Das dritte Weingut, das wir besuchten, besichtigten wir nur kurz, aus dem Grund, weil es völlig anders war, als die beiden anderen. Es hieß Tokaro, war ganz modern gestaltet und mit moderner Kunst geschmückt. War ein interessanter Kontrast zu den vorherigen.
Kunst beim Weingut Tokaro
Dann hatten wir noch etwas Freizeit in Stellenbosch.
Der nächste Tag bot eine landschaftlich schöne Strecke durch die Weinbauregion von Stellenbosch und Franschhoek bis zum Atlantik nach Hermanus.
Über den Sir Lowry’s Pass ging es zu einem Aussichtspunkt, von der man einen atemberaubenden Ausblick auf die False Bay und den Tafelberg im Hintergrund hatte. In der Ebene besuchten wir kurz Gordon’s Bay mit einem schönen weißen Strand.
Dann folgten 10 km auf einer Küstenstrasse, die zu den schönsten Südafrikas zählt.
Panoramaküstenstrasse nach HermanusPanoramaküstenstrasse nach HermanusPanoramaküstenstrasse nach HermanusFalse BayFalse Bay mit TafelbergGordon’s BayGordon’s BayBlinder Pasagier
Wir erreichten Betty’s Bay und damit die zweite Pinguinkolonie, die wir besichtigten.
Pinguinkolonie Betty’s BayPinguinkolonie Betty’s Bay
Danach fuhren wir Richtung Hermanus und bezogen unser Camp.
Wenn ich in der Schule besser aufgepasst hätte, wüßte ich, dass das Kap der Guten Hoffnung nicht der südlichste Punkt Afrikas ist, sondern Cape Agulhas. Da ich aber nicht der Einzige mit diesem Wissensdefizit zu sein scheine, hatte Seabridge dieses Ziel mit in die Reise aufgenommen. Diese Fahrt stand am nächsten Tag auf dem Programm.
Vorher sahen wir uns aber noch Hermanus an und frühstückten in einem sehr schönen Cafe am Meer. Hermanus hat uns sehr gefallen. Es ist ein sehr gepflegter Ort mit vielen Geschäften und Freizeitangeboten.
Bucht bei Hermanus
Die weitere Fahrt verlief im Vergleich zu den Vortagen etwas trister. Wir sind eben schon verwöhnt, dass uns eine Aussicht auf den Atlantik nicht mehr zum Anhalten bringt.
In Cape Agulhas bezogen wir unser Camp und gingen etwa 1,5 m zum Kap. Hier kommen von links der Indische und von rechts der Altantische Ozean zusammen. Im Gegensatz zum Kap der Guten Hoffnung herrscht hier noch kein Massentourismus.
Cape AgulhasIndischer OzeanAtlantischer Ozean, oder doch umgekehrt?Leuchtturm vom Capa Agulhas
Ich hatte vergessen, von einer netten Begegnung gestern, zu berichten. Auf der Fahrt nach Lüderitz, trafen wir in der Wüste auf einen Radfahrer mit Gepäck. Jürgen hatte uns in Botswana von ähnlichen Begegnungen berichtet und die Radfahrer mit einer kalten Cola beglückt. Das taten wir jetzt auch. Wir hielten an, und Ute rannte mit der Cola in der Hand zum Radfahrer. Der wußte nicht, wie ihm geschah. Er war Japaner und seit 11 Monaten unterwegs. 15000 km war er bis dato geradelt, er wollte nach Lüderitz und dann bis Kapstadt, wo seine Reise enden sollte und er wieder nach Hause fliegen wollte. Seit 10 Tagen war er in der Wüste unterwegs, bei bis zu 40 Grad C, und ihr könnt euch vorstellen, mit welchem Genuß er die eiskalte Cola trank. Wir machten dann noch gegenseitig ein paar Fotos und wünschten eine gute Reise.
eine nette Begegnung
Heute hatten wir einen der seltenen „freien Tage“. Das hinderte uns nicht daran, ein eigenes Programm aufzustellen.
Zunächst fuhren wir noch einmal nach Kohlmanskoop, einer verlassenen Diamantengeisterstadt, die Anfang des 20. Jahunderts von Joseph Lüderitz gegründet wurde. Lüderitz kam kurz danach um, als er von einer Excursion den Ort Lüderitz mit dem Kanu auf dem Atlantik erreichen wollte. Er wurde nie gefunden.
Wir nahmen an einer geführten Tour teil und erfuhren wie der Diamantenboom ausgelöst wurde, wie man zu der Zeit lebte und wohnte, wie Diamanten geschmuggelt wurden und wie heute noch nach Diamanten geschürft wird. Es gibt eine riesige Verbotszone, über 100 km lang, gesichert durch Starkstromzäune und nur durch eine Sicherheitsschleuse zu betreten und zu verlassen. Die Tour wurde durch eine ältere, deutschstämmige Namibianerin geleitet, die uns viel von der früheren Zeit berichten konnte.
Anschließend fuhren wir zum Diaz View Point, einem Aussichtspunkt, von dem man einen schönen Blick hat auf eine Bucht und einer vorgelagerten Insel mit Robben.
Diaz View Point, RobbeninselDiaz View Point, Robbeninsel
Willy schien den Verlust des Pechvogels an uns nicht zu akzeptieren, denn wir fanden ihn auf dem Parkplatz mit geöffneter Motorhaube. Nichts ging mehr. Gemeinsam mit einigen Anwesenden schoben wir ihn an und tatsächlich, der Wagen sprang an, und er konnte zum Campingplatz fahren. Wie sich herausstellte, war der Anlasser defekt. Er soll morgen einen neuen bekommen.
Danach folgte noch ein Besuch der Achat Coast, die einen naturbelassenen einsam Strand bot.
Achat Coast, wir grüßen euch
Es war Zeit zu essen und wir besuchten ein empfohlenes Restaurant, in dem wir sehr gut aßen und den Nachmittag bei Kaffee und Waffeln ausklingen ließen.
Lüderitz, FelsenkircheLüderitzLüderitz
Am nächsten Tag stand wieder eine 360 km lange Transferstrecke nach Keetmanshoop auf Teer an.
War das eine Wohltat, die gravel roads mal verlassen zu haben.
Wir legten in der Lodge Alte Kalkofen nach 250 km eine Pause ein, um dort die sogenannten lebenden Steine zu betrachten, sogenannte Lithos. Das sind Pflanzen, die wie Steine aussehen, sehr interessant.
Lodge Alte Kalkofen, ein neugieriger SpringbockLithosLithosLithos
Bevor wir unser Camp erreichten besuchten wir noch Giants Playground. Dies sind übereinander gestapelte Felsquader, die aussehen, als hätte ein Riese mit Steinen gespielt.
Giants PlaygroundGiants Playground
Zum Sonnenuntergang gingen wir in den Köcherwald. Diese Quiver Bäume kommen nur hier und in Kapstadt vor. Wir erlebten einen wirklich schönen Sonnenuntergang und einen farbenprächtigen Himmel.
Quiver BaumKöcherbaumwaldKöcherbaumwald, wir grüßen euch wiederKöcherbaumwald, BewohnerKöcherbaumwald, KlippschlieferKöcherbaumwald, SonnenuntergangAbendstimmung
Die heutige Schadensbilanz sieht wie folgt aus:. 1 defekte Kühler, 2 defekte Anlasser, 2 Autos ohne volle Leistung (Turboschaden?) Hurra, wir waren dieses Mal nicht dabei.
Abends verabschiedeten wir unsere 6 Mitreisenden, die nur Namibia gebucht hatten.
Die dritte Nacht Powerkuscheln in unserem neuen Querbett bekam uns besser als die ersten 2 Nächte. So ein Alkoven hat schon sein Vorteile.
Heute gings wieder auf die Piste. Um halb Sieben stellte Sam den richtigen Reifendruck ein. Dann fuhren wir zur Naute Destille zum Probieren. Morgens um 10 Uhr gab es für jeden 5 verschiedene Brände und Weine. Wir hatten anschließend ja nur noch 120 km gravel road bei 35 Grad C vor uns. Hier fahren nur die ganz Harten mit.
Naute Destille, Tiere in der NachbarschaftNaute Destille, Tiere in der NachbarschaftNaute Destille, Tiere in der NachbarschaftNaute Destille, Tiere in der Nachbarschaft
Danach führte uns die Route zu 2 Ausichtspunkten des Fish River Canyons zu betrachten. Er ist 160 km lang, 22 km breit und bis zu 555 m tief und ist damit der zweitgrößte Canyon der Welt.
Fish River CanyonFish River CanyonFish River Canyon
Dann bezogen wir unseren Stellplatz im Camp des Canyon Roadhouse. Dort aß ich, in einem urig eingerichteten Lokal, lecker Springbock Sirleon, butterzart.
Canyon RoadhouseCanyon RoadhouseCanyon Roadhouse
Am nächsten Tag standen die letzten 70 km Piste auf dem Programm. Insgesamt sind wir auf der Tour über 1700 km Piste gefahren. Wir hatten 23 Reifenschäden, was Christine mit, unterdurchschnittlich, kommentierte.
Es waren 340 km insgesamt zu fahren, und wir hatten den Grenzübergang nach Südafrika zu bewerkstellingen. Dieser war sehr einfach und unkompliziert.
An unserem Tagesziel Springbock ließen wir unser Wohnmobil waschen. Für 6 € waren 5 fleißige Angestellte tätig. Teilweise nahmen sie sich huckepack um auch die höheren Bereiche des Womos zu reinigen. War eine echte Show.
Die nächste Etappe war wieder eine Langstreckenetappe. 400 km galt es zu bewältigen, allerdings auf einer hervorragenden Strasse durch eine wunderschöne Berglandschaft.
Unterwegs wollten wir in Nancy’s Tea Room, in Clanwilliam, Rooibos Tee trinken. Vor der Tür trafen wir auf den Besitzer, der sich entschuldigte, den Laden geschlossen zu halten, wegen Wassermangels. Es geht also los. Mal sehen. was uns in Kapstadt erwartet. Clanwilliam ist übrigens das Zentrum des Rooibos Teeanbaus. Nur hier gibt es diesenTee, der in aller Welt exportiert wird.
Unser Tagesziel war Lambert’s Bay am Atlantischen Ozean, ein bei Südafrikanern beliebtes Touristenstädtchen. Zunächst beuchten wir Birds Island, eine durch eine Brücke zu ereichende, vorgelagerte Insel, auf der es zur Zeit Kaptölpel gibt, die ihre Jungen aufziehen.
BirdsislandKaptölpelKaptölpel mit Jungen
Abends schaffte es Christine wieder fast die gesamte Mannschaft zum Besuch eines Fischlokals zu überreden, wo wir zwar 1 ½ Stunden auf das Essen warteten, dieses aber hervorragend mundete.
Die nächste Etappe brachte uns nach Melkbosstrand in die Nähe von Kapstadt.
Unterwegs gab es verschiedene Optionen zum Besuch von Sehenswürdigkeiten. So besuchten wir Paternoster, einer der ältesten und bekanntesten Urlaubsorte an der Westküste. Das empfohlene „Vorstrand“ Restaurant, wo wir einen Kaffee trinken wollten, war noch geschlossen. Also machten wir einen kleinen Strandspaziergang, fast allein am großen Strand.
Strand von Paternoster
Anschließend besuchten wir Langebaan, ebenfalls ein beliebter Ferienort.
Dann folgte der West Coast National Park, ein Vogelparadies mit schönen Aussichtspunkten auf die Lagune. Beeindruckende Vögel ließen sich nicht blicken aber die Fahrt durch den Nationalpark war trotzdem schön.
West Coast National ParkWest Coast National Park
Zuletzt fuhren wir nach Melkbosstrand. Dies ist ein Windsurf und Kite Paradies. Es blies ein sehr starker Wind und nur die absoluten Könner waren draußen. Im Hintergrund konnte man den Tafelberg von Kapstadt sehen, sowie Robben Island, die Gefängnisinsel, auf der Mandela einsaß.
Hier blieben wir einige Zeit, bevor wir unser Camp bezogen.
Melkbosstrand mit TafelbergMelkbosstrand mit Tafelberg
Abends gab es wieder eine Verabschiedung………..
Am nächsten Tag stand zunächst einmal die Abgabe unseres Womos bei Bobocamp Kapstadt an. Dies hatte folgende Vorgeschichte:
Als wir nach unserer Havarie das Mobil des Technikers übernahmen, merkten wir erst abends, nachdem wir etwas runter gekommen waren, dass wir ein Raucherfahrzeug übenommen hatten. Außerdem war es noch verdreckt, trotz des Einsatzes des Hotelhousekeeping von Helmeringhausen, und wir bemerkten noch Mängel an der Ausrüstung. Ich konnte unsere Beschwerde erst am nächsten Morgen loswerden und verlangte einen weiteren Tausch des Womos, so schnell wie möglich. Christine hatte völliges Verständnis und versprach sich für uns bei Bobocamp einzusetzen. Ein Tausch war aber frühestens in Kapstadt möglich. Als Sofortmaßnahme ließ sie die Gardinen und Polsterbezüge sofort reinigen. Ute putzte stundenlang das Innere des Womos und mit reichlich Duftspray wurde der Geruch leidlich weniger. In den darauffolgenden Tagen lernten wir das Womo besser kennen und schließlich auch lieben. Schließlich hatte es Automatik, einen 90 l Tank und einen stärkeren Motor. Ute und ich beschlossen, das Womo nicht zu tauschen sondern nachbessern zu lassen. Die täglichen Putzeinsätze von Ute hatten schließlich auch den Rauchgeruch zu gut wie vertrieben. Aus diesem Grund mußten wir morgens zu Bobocamp mit der Mängelliste: Austausch aller defekten LED Leuchten, Austausch der Matratzen, Austausch des Sitzpolsters, Austausch aller Fliegengitter, Feinjustierung des Automatikgetriebes sowie nochmalige Grundreinigung. Abends sollten wir das Womo wieder auf unserem Platz vorfinden.
Ansonsten ging es nach Kapstadt. Ute hatte sich für eine Township Tour angemeldet. Da ich dazu keine Lust hatte, machte ich eine Kap Umrundung mit dem Sightseeing Bus. In 2 ½ Stunden konnte ich die wunderschöne Gegend hinter dem Tafelberg erleben, wie Hout Bay, Camps Bay, Clifton, Bantry Bay, Sea Point, Three Anchor Bay und schließlich die Waterfront von Kapstadt. Dort traf ich Ute wieder, die auch sehr zufrieden war mit ihrer Tour.
Kapstadt Long RoadKapstadt Long StreetKapstadtHout BayCamps BayCliftonTafelberg von „hinten“
In Townships leben bis zu 3 Mio. Menschen. In dem von Ute besuchten, lebten 15000 Menschen. Die Einnahmen dieser Touren kommen vollständig sozialen Projekte in den jeweiligen Townships zugute. Der Tourguide erläuterte die Historie der Townships, das heutige Leben und die unterschiedlichen Lebensumstände dort. Im Township leben vom Millionär bis zum bettelarmen Arbeitslosen, sowie eine Mittelschicht, in eigenen Gebieten zusammen. Bildungsmangel, aufgrund schlechterer Schulen, scheint ein Hauptgrund zu sein, warum viele Schwarze nicht aus ihrer schlechten Situation heraus kommen.
Eingang Langa Townshipwohlhabende Bewohner im TownshipMittelschicht im Townshiparme Bevölkerung im TownshipEinrichtung eines armen BewohnersEinrichtung eines armen Bewohners
Wir verbrachten den Rest des Nachmittags an der Waterfront.
Kunst an der Waterfront Das Kunstwerk besteht aus Coladosenstreifen und KronkorkenTownshipgitarren aus alten Kanistern
Nach unserer Rückkehr, waren wir sehr gespannt, auf unser Womo. Es roch schon einmal frisch und angenehm. Wir haben neue Matratzen und ein neues Sitzpolster erhalten. Alle Gardinen und Polsterbezüge wurden noch einmal gereinigt. Das Bett war mit neuem sehr schicken Bettzeug neu bezogen. Der Rest der Arbeiten soll morgen auf dem Campingplatz erfolgen.
Wir sind erst einmal zufrieden.
Hier noch eine Anekdote von Christine. Ute bot Christine am Morgen ein Pfefferminzbonbon an. Wie wir erst am Abend erfuhren, brach bei Christine beim Zubeißen ein Zahn ab. Sie ließ sich nichts anmerken, sondern suchte bereits im Bus, im Internet nach einem Zahnarzt in Kapstadt. Dort erlebte sie ein Wunder. Der Zahnarzt war technisch auf dem allerneuesten Stand. Er scannte den lädierten Zahn ab und fertigte in 1 ½ Stunden eine Krone, die sofort passte. Auch die Zahnfarbe stimmte. Ich schätze hier wird bereits mit 3 D Printern gearbeitet. Da haben die Zahnärzte in Deutschland noch viel aufzuholen.