12. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

6.6. bis 21.6.

Virgin River, Valley of Fire State Park, Lake Mead, Las Vegas, Death Valley, Beatty, Tonopah, Mono Lake, Tracy, Castro Valley, Dublin, San Francisco

Wir wurden wieder vor einer neuen Herausforderung gestellt. Nachdem wir in den letzten 3 Wochen stƤndig auf um die 2000m Hƶhe waren, jeden Morgen heizen mußten, obwohl es am Tag bis 30 Grad warm wurde, kamen wir jetzt wieder in die Wüste. Wir hatten unser Reisetempo verlangsamt und vor dem State Park ā€žValley of Fireā€œ noch 2 NƤchte am Virgin River geplant. Was wir nicht recherchiert hatten, waren die Temperaturen dort – über 40°C. Die sogenannte Recreation Area am Fluß war nagelneu. In unserem festinstallierten Grill war noch nie Holzkohle gelegen. Der Virgin River entpuppte sich als grüner Rinnsal, der auch nicht zum Baden einlud. Also saßen wir den ganzen Tag am Womo im Schatten. Allerdings konnte ich das letzte Komfort Feature unseres Fahrzeugs nutzen, die Außendusche. Abends hatten wir 39°C im Womo und wir ließen dann doch den Generator laufen um die Klimaanlage zu nutzen.

Wir planten wieder um. Noch so einen Tag in der Wüste ohne Infrastruktur wollten wir uns nicht antun. Also fuhren wir am nƤchsten Tag schon zum Valley of Fire. Dort kann man leider keine Campgrounds reservieren, es gilt first come, first serve. Wir starteten schon früh und fanden tatsƤchlich einen wunderschƶnen Stellplatz mit Strom und Wasser direkt an den roten Felsen. Begrüßt wurden wir übrigens von einem kapitalen Desert Bighorn  Sheep, das auch auf dem Campground ā€žwohnteā€œ. Hier war es leider noch heißer. Die Touristeninformation riet von Wanderungen ab, wegen der Hitze. Campfire war verboten, was in Amerika hƶchst selten ist. Im Womo lief den ganzen Tag die Klimaanlage, die es aber nicht unter 35°C schaffte. 

Am nƤchsten Tag fuhren wir wieder alle Lookouts ab und machten 2 kleine Wanderungen. Hier sind die Felsen rot und je nach Licht wirkt es als würden sie brennen, daher der Name Valley of Fire. Zurück hieß es wieder nicht bewegen, hƶchstens zur Dusche. Obwohl es der aus unserer Sicht lebensfeinlichste Ort unserer Reise ist, haben wir noch nie soviel Tiere gesehen. Das Desert Bighorn Sheep  mit Familie, Mutter mit Lamm und einem Halbwüchsigen, ein Wüstenfuchs, eine Springmaus, Antelope Ground Squirrel und Wüstenhasen. Mir ist rƤtselhaft, wo die ihr Wasser finden.

Tags drauf entschlossen wir uns zu einer ausgiebigen Fahrt durch die Lake Mead Recreation Area. Die Strasse durch die Black Mountains war wieder ein Genuß und menschenleer. Den Grund dafür fanden wir bei unseren beiden Stopps an der Echo Bay und Callville Bay. Der Lake Mead ist der größte Stausee Amerikas. Der Wasserspiegel ist in den letzten 20 Jahren um 30 m gesunken. Das konnten wir auch an unserem Navi erkennen, dass uns schon lange im Wasser vermutete, obwohl es noch einige 100 m bis zur Wasserlinie war.

Die touristische Infrastruktur mit Wassersportanlagen, Bungalows war mal riesig, wenn man die verlassenen ParkplƤtzen betrachtet. Echo Bay ist bereits ein lost place und Callville Bay wird bald folgen. Furchtbar so eine Naturkatastrophe mit eigenen Augen zu sehen. Ich bin mal gespannt, wie es in Las Vegas mit der Strom- und Wasserversorgung weitergeht, wenn der See ausgetrocknet ist. 

Dann verließen wir das Valley of Fire, wieder mit einer persönlichen Verabschiedung vom uns bekannten Desert Bighorn Sheep. Es ging nach Las Vegas, wo uns auch wieder 44 °C erwarteten. Wir hatten vor Wochen einen Stellplatz im RV Campground des Circus Circus Hotel gebucht. Damit liegt der Strip genau vor uns.

Las Vegas – was soll man dazu sagen – künstlich, überflüssig, schrill, laut, innovativ, beeindruckend, spannend, faszinierend. Wir hatten 3 Tage gebucht. Am Tag konnte man draussen wegen der Temparaturen nichts machen, aber in den Hotels war es angenehm kühl. Unbeschreiblich, was in den Casinos los ist, dort wird richtig Geld vernichtet. Jedes Hotel versucht durch Attraktionen die GƤste in ihre Casinos zu locken. Man findet dort Nachbauten von: Venedig  mit richtigen Gondeln, die durch das Hotel fahren, New York, Paris, Rom, Ƅgypten usw. Es gibt anscheinend keine Grenzen, die die Phantasie der Planer beschrƤnkt.

Für den ersten Abend hatten wir uns Karten besorgt für das Stück Mystere vom Cirque de Soleil. Es finden übrigens 5 verschiedene Programme des Cirque de Soleil parallel in Las Vegas statt. Das Theater und das Bühnenbild im Treasure Island waren gigantisch. Wie nicht anders zu erwarten, war die Show, gespickt mit Weltklasseakrobaten, super.

Für den 2. Abend hatten wir Karten für eine RocksƤngerin gekauft. Leider wurde das Konzert kurzfristig abgesagt. Also wieder ins Netz und gucken, was es sonst noch so gibt. Copperfield fiel wegen hoher Kartenpreise bei uns durch, also buchten wir die Show von ā€žAmerica`s Got Talentā€œ, die amerikanische Form von ā€žDeutschland sucht den Superstarā€œ. Allerdings hat man die in der Show schon gefunden, denn es treten nur Sieger der letzten Staffeln auf. Die waren auch echt gut, vor allem der Magier Dustin Tavella und der junge, blinde, autistische Klavierspieler Kodi Lee mit außergewƶhnlicher Stimme. ( Youtube Videos) Auch hier fühlten wir uns gut unterhalten.

Bei der Planung unserer Reise hatte ich 2 Problemziele, Yosemite National Park und Death Valley. Wir wollten eigentlich mit Yosemite beginnen, das ging aber nicht, da der Tioga Pass noch verschneit war. Also drehten wir unsere Route um. Das hatte zur Folge, dass wir relativ spƤt ins Death Valley kamen, mit entsprechend großer Hitze. Ab Juli ist es vom Vermieter verboten ins Valley zu fahren. Ich beobachtete seit 14 Tagen die Temperaturvorhersagen dort, die genau zu unserem Tag über 50 °C vorhersagten. Wir beschlossen daher aus Sicherheitsgründen nicht durch Death Valley zu fahren. Vorgestern sank die Temperaturvorhersage auf ā€žkühleā€œ 38°C. Das schien uns verantwortbar und so fuhren wir von Las Vegas ins Death Valley. Das Tal bietet eigentlich nicht viel SpektakulƤres, einzig das Gefühl bei Badwater knapp 100 m unter dem Meeresspiegel zu sein macht es dann doch zu etwas Besonderem.

Vor Badwater hielt ich an, um ein Foto der Salzpfanne zu machen. Wir hatten bis dahin bestimmt 1 Stunde kein Auto gesehen. Als ich mich umdrehte sah ich, wie ein schwarzer Pickup hinter uns hielt. Ich machte mein Photo, in der Annahme, dass die 3 jungen Männer ebenfalls an Photos interessiert waren. Mitnichten, denn die hatten andere Sorgen. Es stellte sich heraus, dass es 3 Deutsche waren, 2 Studenten, die in Kanada bzw. auf Hawai ihr Auslandssemester absolviert hatten und ein Unternehmensberater. Sie hatten sich einen Totalschaden an einem Vorderreifen zugezogen. Natürlich gibt es im Death Valley kein Netz zum Telefonieren.

Dann stellten sich nur noch Fragen: gibt es ein Ersatzrad, Wagenheber, Werkzeug und wenn wo. Wir hatten nichts dergleichen im Womo. Das Werkzeug wurde hinter der Rücksitzbank vermutet, die wir nicht umzulegen schafften. Dann hielt ein weiterer Pickup mit einer Rangerin, die Funk hatte. Die Jungs wollten den Reifen aus Kostengründen selbst wechseln. Das Ersatzrad befand sich unter dem Wagen. Keiner wußte, wie man es löst. Die Rangerin versuchte alle aufkommenden Fragen per Funk mit einem Kollegen zu klären und dann hatten wir das Ersatzrad gelöst und den Wagenheber gefunden. Zu dem hatte ich von Anfang an kein Vertrauen. Er war für 3,5 t viel zu unterdimensioniert, was sich als wahr herausstellte. Voll ausgefahren rührte sich der Platten nicht einen Milimeter vom Boden. Nachdem man den Rahmen an 2 Stellen tüchtig eingedrückt hatte und das Vorderrad immer noch fest auf dem Boden stand, entschieden die Jungs, jetzt doch den Servicewagen zu bestellen. Es waren mittlerweile gut 3 Stunden vergangen. Immer wieder machten wir Pausen im Wohnmobil, wo permanent die Klimaanlage lief, um uns abzukühlen, denn es war wieder sehr heiß. Schließlich kam der Monteur, der als erstes mit Kopfschütteln den Wagenheber weglegte und sich eines hydraulischen bediente. Das klappte auch nicht, erst mit einem größeren schaffte er es. Das Ersatzrad entpuppte sich leider nur als Notrad und so mußten die Drei noch 20 Meilen nach Furnace Creek fahren und dort versuchen ein vollwertiges Rad zu bekommen. Zum Abschied schenkten uns die Jungs eine original verpackte Küchenrolle als Dankeschön. Das zeigt, wie fertig die waren.

Damit war unser Tagesablauf auch beendet und wir übernachteten in Beatty einem kleinen Nest außerhalb des Death Valleys.  Das sind jetzt kleine Transitpassagen, die wir machen, da wir genug Zeit haben, bis zur Wohnmobilabgabe. Die nƤchste Station wird Mono Lake sein. Übrigens, nach 14 Tage Dauerbetrieb der Klimaanlage, mußten wir heute morgen wieder heizen. Das Klima auf dieser Reise ist eine wirkliche Herausforderung.      

Die nächste Etappe ging zum Mono Lake am Eingang zum Yosemite National Park. Die Fahrt war wieder sehr abwechslungsreich, zunächst durch Wüste, dann Steppe, es kam das erste Grün und schließlich Wald.

Der Mono Lake hat auch viel zu wenig Wasser, die Dürre und das Abzweigen von viel zuviel Wasser für die Versorgung der Städte, hat auch hier zu einer Katastrophe geführt. Am Mono Lake werden wir 2 Tage bleiben. Die Zeit nutzten wir zur ersten Säuberung des Wohnmobils und zum Packen der ersten Koffer mit Sachen, die wir bis zur Abreise nicht mehr benötigen werden.

Der Stellplatz begrüßte Ute gleich mit einem ihrer Freunde, der gleich nach ihrer Ankunft seine Arbeit aufnahm.

Wir entschlossen uns trotzdem unseren Aufenthalt hier noch um einen Tag zu verlängern. In der Nähe kann man die Tufa Towers am und im Mono Lake besuchen. Das sind Süsswasserquellen die vor Tausenden von Jahren , als der Wasserspiegel viel höher war, Mineralien ablagerten und so die Türme bildeten, ähnlich wie bei den Tropfsteinhöhlen, nur unter Wasser. Als der Wassespiegel dann sank, blieben die Säulen stehen. Danach sind wir den June Scenic Loop gefahren, ein ca. 20 Meilen langer Rundweg an 3 malerischen Seen vorbei, in den Bergen.

Nacht zog ein heftiger Sturm auf, der auch den ganzen nächsten Tag anhielt. Morgen werden wir unsere härteste Nuß, den Yosemite National Park knacken müssen. Er hat bisher mit allen Mitteln versucht unseren Besuch zu verhindern. Erst war der Tioga Pass bis Ende Mai wegen Schnee gesperrt. Dann waren alle Campingplätze ausgebucht, wobei mehr als die Hälfte der Plätze dieses Jahr wegen Renovierung geschlossen haben und schließlich verlangt man nur für die Durchreise ein Permit, dass man auf einer unkomfortablen Internetseite buchen kann. Bis in den Sommer waren alle Tage ausgebucht. Also werden wir morgen wieder um 4:30 aufstehen, um vor 6 Uhr den Eingang passiert zu haben, da die Kontrollen erst ab 6 Uhr vorgenommen werden.

Die Nacht war kurz und um 4:45 Uhr waren wir auf der Strasse. Es war schön zu beobachten, wie ganz langsam der Tag begann. Das Gate war, wie erhofft nicht besetzt und schon waren wir im Park. Wir fuhren den gesamten Highway 120 zunächst über den 3100m hohen Tioga Pass und dann weiter ca. 80 Meilen durch eine herrliche Berglandschaft. Das hat wieder richtig Spaß gemacht.

Wir hatten für diese Nacht noch keinen Übernachtungsplatz und versuchten es wieder auf einem Walmart Parkplatz. Leider mußten wir feststellen, dass alle Walmart Parkplätze in Kalifornien für Übernachtungen gesperrt sind. Also galt es wieder recherchieren. Ute fand einige Adresse, wo man frei übernachten könnte und ich fand einen RV Platz in Tracy, der nächsten Stadt auf der Srecke. Den fanden wir auch, war klein aber gepflegt aber niemand vor Ort, den man hätte fragen können, ob noch Platz für uns ist. Ich fand eine Telefonnummer, wo nur ein Band lief. Dort hinterließ ich meine Tel.-Nr. und parkte erst mal das Womo. Nach einer Stunde meldete sich eine nette Dame, die mir erklärte, dass der Platz nur für Mitglieder der Elk Org. vorgesehen sei. Sie ließ uns dann aber für 10 $ auf dem Parkplatz übernachten.

RV Platz in Tracy

Dann folgten noch 2 Nächte im Castro Valley, wo wir noch einmal sehr schön mitten in einem großen Eukalyptuswald standen. Hier konnten wir in aller Ruhe das Womo für die Abgabe vorbereiten und Packen.

Dann ging es auf die letzte Etappe nach Dublin zur Wohnmobilabgabe. Nachdem wir alle Tanks geleert, Benzin und Gas aufgefüllt hatten, gestaltete sich diese als problemlos. Mit dem Uber fuhren wir dann zum gebuchten Hotel in der Nähe des Flughafens, von wo wir morgen abfliegen werden.

Damit ist unsere Reise zu Ende. Sie war die bisher herausvordernste, anstrengenste aber auch erlebnisreichste Reise, die wir bisher unternommen haben. 16500 km liegen hinter uns und wir sind froh, dass wir ohne größere Pannen diese bewältigt haben.

Damit schließen wir unsere Lebenszeichen für diese Reise und freuen uns auf persönliche Treffen.

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11. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

30.5. bis 5.6.

Capitol Reef National Park, Bryce Canyon National Park, Zion National Park

Ich hatte ganz vergessen zu erzählen, dass wir im Arches unsere Mitreisenden Jörg und Sybille zum dritten Mal getroffen hatten. Sie sind eine andere Strecke gefahren über Death Valley und Las Vegas, da wo wir noch hinwollen. Im Arches fuhren wir einen Viewpoint an und wir trauten unseren Augen nicht, da standen sie und machten Pause. Sie waren auch vor 6 Uhr in den Park aufgebrochen. War wieder ein schönes Wiedersehen, aber ein viertes Mal wird es nicht geben, da sie Richtung Yellowstone gen Norden fahren.

Unsere 2. Nacht auf dem Übernachtungsplatz war wieder problemlos. Wir fuhren Richtung Capitol Reef National Park, etwa 170 Meilen. Die 2. HƤlfte der Strecke befuhren wir die 12, die von National Geographics als eine der 10 schƶnsten Scenic Strecken bewertet wurde, kƶnnen wir voll nachvollziehen. Teilweise kamen wir uns vor wie auf dem Mars. Es gab wieder neue Felsformationen. Der Park ist zum Befahren sehr eingeschrƤnkt. Es gibt nur eine relativ kurze Durchgangsstrasse und eine 8 Meilen lange Scenic Route. Die hatte es dann wieder in sich. Eng und unmittelbar an den steilen FelswƤnden entlang, führte sie durch den Park. Am Ende hieß es wenden und zurück. 

Wir brachen danach zu unserem Übernachtungsplatz auf, der uns auch von Helmut vor Wochen empfohlen wurde. Es ging auf 2600m auf einen Overlook. Von dort hatten wir eine grandiose Sicht auf das Tal und den Felsen. Da es am Nachmittag immer wieder etwas regnete, hatte ich die Befürchtung, dass uns in der Höhe auch Schneefall begegnen könnte. Und richtig gedacht, um 18 Uhr gab es ein dichtes Schneegestöber aber nur für kurze Zeit. Mal sehen, vielleicht wachen wir morgen eingeschneit auf.

Es ging zum Bryce Canyon. Zunächst wollten wir einen Übernachtungsplatz für die nächsten Tage finden. Das gelang uns lange nicht. Wir wollten frei stehen, auf sogenanntem BLM Land. Das sind USAweit Landgebiete, die vom Bureau of Land Management verwaltet werden, und die den Amerikanern zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Man kann dort unentgeldlich Campen, zum Teil mit einfacher Infrastruktur, man kann mit seinen ATVs oder Crossmaschinen dort fahren oder einfach pickniken. Wir fanden die Pisten nicht, die zu den Gebieten führen sollten. Ute hatte noch eine letzte Adresse, direkt am Eingang des Bryce Canyon. Ich hatte wenig Hoffnung auf Erfolg und wurde wieder einmal eines Besseren belehrt. Wir fanden nach 500m Buckelpiste einen wunderschönen Platz, groß mit Feuerstelle. Hier verbrachten wir die nächsten 4 Nächte.

Im Bryce Canyon wird auch ein Shuttlebusservice angeboten, der aber nur einen Teil des Gebietes erschließt. ZunƤchst machten wir eine Fahrt mit dem Bus zur Orientierung. 

Auch dieser Nationalpark entlockte den Amerikanern wieder ein ā€žWowā€œ und uns ein ā€žBoah eyā€œ.

Mittlerweile fehlen mir die Worte, und da ich mich nicht laufend wiederholen mƶchte, lasse ich lieber die Bilder sprechen.

Den zweiten Tag fuhren wir mit unserem Womo alle Lookouts des Bryce Canyon ab. Dafür standen wir wieder sehr früh auf, da die Parkplatzsituation für RVs im Park sehr eingeschrƤnkt ist. Da es etwas milder war als am Vortag, gab es abends ein Lagerfeuer. SpƤter bei totaler Dunkelheit genossen wir noch den unglaublichen Sternenhimmel. 

Am dritten Tag brach ich zu einer Wanderung in den Canyon auf. Ich wollte die sogenannten Hoodoos, das sind die Felsnadeln, auch mal von unten betrachten. Da der Trail zum Teil sehr ausgesetzt angelegt war, verzichtete Ute und unternahm oben eine Wanderung. 

Der Trail hielt absolut, was ich mir erhofft hatte. Nach dem Abstieg läuft man direkt zwischen den Hoodoos entlang und hat fantastische Perspektiven nach oben. Allerdings kommt die Abrechnung dann beim Aufstieg. 200 Höhenmeter in einem extrem steilen Anstieg sind zu bewältigen, hört sich machbar an, ist es auch , allerdings bei 2500 Höhe, muß man schon ganz schön schnaufen.

Oben telefonierten wir uns wieder zusammen, machten noch einen gemeinsamen Spaziergang auf dem Rim Trail und schlossen abends mit einem Lagerfeuer unser Kapitel Bryce Canyon ab.

Dann lagen 80 Meilen Scenic Route zum Zion National Park vor uns. Nach 20 Meilen überraschte uns der Red Canyon, der uns bis dato unbekannt war. Wir hielten bei der Tourist Information und gingen 2 kurze Trails in den Canyon. Der war auch schön und menschenleer.

 

Es wurde wieder heiß, wir hatten 34 Grad und waren 1000 m tiefer als am Morgen, muß der Kreislauf auch erst mal verkraften.

Den Zion National Park haben wir beide zwiespältig erlebt. Die steilen Felswände, die unterschiedlichen Felsarten, der enge Canyon am Fluß sind wieder sehenswert. Allerdings haben wir nirgendwo auf unserer Reise eine so überfüllte Sehenswürdigkeit erlebt. Man kann den Nationalpark nicht selbst befahren, sondern nur mit kostenlosen Shuttelbussen. Eigentlich eine gute Idee, der Verkehr wird aus dem Canyon raus gehalten. Da die Busse im 5 Minutentakt fahren, werden viel zu viele Menschen in den Canyon geschaufelt. Von 8 Senic Points waren 4 geschlossen, so dass sich die Massen noch mehr konzentrierten. Wir liefen trotzdem einen Trail am Fluß ab, der ohne hundertfacher Begleitung bestimmt sehr schön ist. Übrigens mußten wir 15 Dollar für eine 1,5 Meilen lange Tunneldurchfahrt bezahlen. Der Tunnel wurde in den 20er Jahren gebaut, ist sehr schmal und flach. Nachdem es in der Vergangenheit viele Unfälle mit Wohnmobilen gegeben hatte, wird der Verkehr jetzt wechselseitig einspurig geregelt. Da die Wohnmobile der Grund dafür sind, müssen sie blechen.

Am nächsten Tag brachen wir früh auf, um den Menschenmassen wenigstens etwas aus dem Wege zu gehen. Das gelang nur zum Teil. Viele hatten wohl die gleiche Idee. Wir fuhren mit dem Shuttle in den Park, wo wir eine 2,5 stündige Wanderung in den Felsen zu 3 sogenannten Pools machten. Es war nur wenig Wasser vorhanden, trotzdem sahen wir einen kleinen Wasserfall unter den man gehen konnte. Die Wanderung war schön und anstrengend. Das Thermometer zeigte wieder 35 °C und so beschlossen wir nach einer Erholungspause in Schaukelstühlen an der Zion Lodge, zurück zum Womo zu fahren. Das machten wir dann und verbrachten den Rest des heißen Tages im Schatten im Campground.

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10. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

24.5. bis 29.5.

Monument Valley, Mesa Verde, Ouray, Canyonland, Arches

Da wir nur eine kurze Etappe von200 km vor uns hatten, ließen wir es gemütlich angehen.

Am späten Vormittag nahmen wir noch Propan auf, da wir in den nächsten 2 Wochen keine gute Möglichkeit dafür in Aussicht hatten. Den Kühlschrank und den Gefrierschrank hatten wir deshalb auch gut gefüllt.

Nach 2 Meilen sahen kamen wir an einem Rodeoevent vorbei, das wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. War wieder sehr interessant, zu sehen, wie professionell und mit Leidenschaft die Mojaves, dieses Event gestalteten.

Wir staunten, wie geschickt die Frauen ihre Pferde im Griff hatten, nur einhändig, da sie mit der anderen Hand mit dem Lasso ein Kalb fangen mußten. Es zählte die Zeit.

Da es wieder sehr heiß war, und wir kein Wasser mitgenommen hatte, ging ich zurück, um es zu holen. Im Womo empfing mich ein bekannter Piepton ā€œCheck gasā€œ, den wir von der wochenlangen Nerverei bei Angelika schon kannten. Der Kühlschrank streikte. Also erst einmal klassisch ein- und ausschalten – half nichts. Dann die Außenklappe geƶffnet, natürlich dabei eine Veriegelung abgebrochen, um zu sehen, ob alle Kabel noch angeschlossen waren – waren sie. Natürlich war Sonntag, und wir wolltern ja in ein Gebiet ohne große Orte, wo es bestimmt keinen RV Reparuturbetrieb gab. Sollten wir noch einen Tag in Page bleiben und Montag versuchen eine entsprechende Werkstatt zu finden? Dann fiel mir El Monte, unser Vermieter, ein. Wir hatten ja eine Notfallnummer. Ich rief dort an, und nach kurzer Prüfung unserer Mietdaten, konnte ich einer netten Dame unser Problem schildern. Sie fragte als erstes, ob wir kürzlich Gas getankt hƤtten – hatten wir. Dann schlug sie folgende Prozedur vor: Kühlschrank an lassen, alle Gasverbraucher in Betrieb setzten, 1 Minute laufen lassen, dann Kühlschrank ausschalten und nach 10 Sekunden wieder anschalten. Wenn dies nicht helfen würde, sollte ich mich noch einmal melden. Also frisch ans Werk, den Herd angemacht – ging nicht. Auch hier kein Gas. Dann kam mir ein Gedanke. Sollte die unfreundliche Dame an der Gastankstelle etwa den Tank abgedreht gelassen haben. Es ist nƤmlich so, wir dürfen keine Hand an den Gastank anlegen. Ausschließlich geschultes Personal an den Tankstellen dürfen dies. Ich ƶffnete die Außenklappe und tatsƤchlich war der Tank abgedreht. Virtuell habe ich der Dame noch einen Tritt verpaßt. Soviel Aufregung umsonst.

Erleichtert ging es dann endlich los. Die Fahrt auf einer Scenic Route war wieder sehr abwechslungsreich. Dann sahen wir von weiten die ersten sogenannten Arches, die Felsen die prominent aus der Ebene ragen.

Wir bezogen unseren Stellplatz und abends wurde wieder gegrillt.

Das Wetter am nächsten Tag war wieder völlig anders. Nach der gestrigen Hitze hatten wir am Vormittag erträgliche 18 °C. Ein kurzer Spaziergang auf dem, direkt am Campground gelegenen Trail versprach schöne Motive für unsere am Nachmittag gebuchte Tour ins Tal.

Für den Nachmittag hatten wir eine geführte Tour ins Monument Valley gebucht, d.h. wir mußten, weil wir mit unserem RV die 17 Meilen Scenic Piste nicht fahren konnten. Wir wurden in einem offenen Pickup abgeholt. Unser Guide begann gleich mit etwas flachen Witzen und als unser erster Stop von SouvenierstƤnden gesƤumt war, senkte ich meine Erwartungshaltung deutlich. Das hielt auch noch an, als er von der Scenic Road abbog und eine Sandpiste nahm. ā€žWir fahren jetzt ins Hinterland, wo nur Tourguides hinein fahren dürfenā€œ, war seine ErklƤrung. Das Ƥnderte dann alles. Selbst Navajo, erklƤrte er uns, in vertrƤglicher Dosierung Geschichte und das Leben der Navajos heute. 95% ihrer Population haben sie in den letzten Jahrhunderten verloren und versuchen durch eigene Schulen ihre Sprache und Kultur nicht verloren gehen zu lassen. Wir kamen in Gebiete, wo wir vƶllig allein waren und so alles noch intensiver genießen konnten. Unterwegs besuchten wir noch eine kleine Navajo Siedlung, wo wirklich noch ein Clan traditionell lebt, ohne Wasser und nur einem Generator. Dort konnten wir auch die sogenannten Hogans besichtigen, die früheren Behausungen der Navajos.

Die Landschaft wurde jetzt wieder grandios. Monument Valley ist ein zutreffender Name. Die Natur hat wirklich Monumente aus Sandstein geschaffen. Sie dienten als Kulisse für viele Western u.a. mit John Wayne. Die Fahrt entpuppte sich als Volltreffer, zumal das Wetter, das am Tage bewölkt war, zum Sonnenuntergang sonnig wurde und wir bestes Licht zum Fotografieren hatten.

   

Wir verließen Monument Valley am nächsten Morgen, nicht ohne noch letzte Blicke, diesmal bei Sonnanaufgang auf die Scenerie zu werfen.

Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher zum Mexican Hat.

Es ging Richtung Mesa Verde National Park. Die Fahrt war wieder landschaftlich ein Genuß. Wir machten Höhe, und die Landschaft wurde grün.

Dann war ich doch überrascht, dass Ute hier heimlich Geschäfte macht. Es gibt sogar die Ute Mountains und Ute Reservation.

In Mesa Verde, auf 2400 m, standen wir auf einen sogenannten Dry Platz, d.h. es gibt kein Wasser und kein Strom, allerdings Grill, Feuerstelle und Sitzbank.

Dann machte ich mich noch auf den kleinen, am Campground beginnende Trail zu wandern. Der war sehr schön angelegt mit Blick auf das ca. 800 m tieferliegende San Juan Tal. Ich war da völlig allein unterwegs und das einzig Unentspannte war: ich mußte immer an Bären denken. Wir befinden uns wieder in einem aktiven Bärengebiet.

Die Nacht war bitterkalt, 2°C und wir zogen an was wir hatten. Um 5 Uhr machte ich dann doch die Heizung an.

Dann erkundeten wir den Mesa Verde National Park. Mesa Verde bedeutet grüner Tafelberg und das konnten wir schnell nachvollzielen, denn der gesamte Park ist bewaldet. Uns interessierten die dort gefundenen Anasazi-Siedlungen. Sie haben in großen Halbhöhlen des Canyons ihre Cliffhäuser gebaut. Seit dem 12. Jahrhundert sollen sie sich dort angesiedelt haben aber um 1300 n .C. waren sie bereits wieder verschwunden. Über Gründe wird spekuliert, am wahrscheinlichsten ist die These, dass die zu der Zeit herrschende Dürre ein Grund sein könnte.

Wir haben wieder eine Traumstrasse entdeckt. 

ZunƤchst ging es von Mesa Verde ostwƤrts bis Durango. Hier parkten wir vor Mc Donalds, da die sehr gutes Wifi haben. Wir habe teilweise kein Netz und auf den PlƤtzen ist das Wifi nicht zu gebrauchen. Da muß man dann solche Mƶglichkeiten nutzen. Wir mußten unbedingt den Platz in Las Vegas buchen, obwohl wir noch nicht den genauen Termin haben. Ein Anruf im Circus Circus, die haben auch einen RV Stellplatz am Hotel, klƤrte uns auf, dass wir 2 Tage vor gebuchten Termin kostenlos stornieren kƶnnen. Auch der Reiseblog war wieder notleidend, da ich keine Bilder laden konnte. 

Nach gut einer Stunde brachen wir dann auf Richtung Ouray. Dann gab es nur noch Genuß pur. Auf dem sogenannten Million Dollar Highway überfuhren wir zunächst den Mola Pass und anschließend den Red Mountain Pass, beide über 3300 m hoch. Das Wetter war wieder perfekt und die Landschaft auch. Birkenwälder wechselten sich mit Kieferwaälder ab und oberhalb der Baumgrenze gab es dann noch einen malerischen See. Unser Womo hat die Strapazen super weggesteckt, im Gegenteil, es machte richtig Spaß mit der Motorleistung die Pässe zu fahren. Bremsen, bei den Abfahrten, brauchte ich fast nie, da die Fordmaschinen eine starke Motorbremse besitzen.

Wir durchfuhren Silverton, wo alles sehr gepflegt war. Dort standen superschöne Häuser. Hier muß immer noch reichlich Geld wohnen. Silverton und Ouray sind alte Silber- und Goldgräberstädte, deren früherer Reichtum heute durch Tourismus erhalten wurde.

In Ouray hatte ich eine Koordinate für einen Platz gefunden. Die Anfahrt zum Amphietheater, so der Name des Campgrounds war wieder herausfordernd. Wir fuhren auf einer schmalen Strasse noch einmal gut 400 Höhenmeter in den Berg. Dort fanden wir einen sogenannten Host, der uns einen guten Platz anbot, den wir dann auch nahmen. Auch hier gibt es nur Dry Plätze.

Wir machten dann noch einen Abstecher nach Ouray und vertraten uns dort die Füße. Abends machten wir mal wieder ein Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen änderten wir unseren Tagesplan kurzfristig. Canyonlands National Park war unser Ziel und zwar der nördliche Eingang. Wir beschlossen einen Umweg zu fahren und südlich bis zum Needles Overview zu fahren. Die Fahrt war problemlos, wir fuhren durch dünn besiedelte Teile Colorados immer zwischen 1800 und 2300 m Höhe.

Nach dem Abzweig zum Overlook kamen wir an einem Campground vorbei, den Ute bei kurzfristigem Netz im Internet als ausgebucht gefunden hatte. Wir fuhren trotzdem hinein. Von 26 Plätzen waren bestimmt die Hälfe frei. Wir suchten uns einen schönen Platz aus, registrierten uns selbst, legten 20 Dollar in den Umschlag und schon hatten wir eine Bleibe für die Nacht.

Dann fuhren wir noch 12 Meilen zum Overlook. Hier haben der Colorado und Green River wieder ganze Arbeit geleistet. Einen weiteren riesigen Canyon haben sie in Millionen von Jahren gebildet. Nicht ganz so tief wie der Grand Canyon aber viel breiter. Wir waren wieder allein dort, was uns wunderte, weil der ganze Bereich nagelneu angelegt worden war.

Nach der Besichtigung blieben wir dort und ruhten uns aus – bis der Bus mit den 50 Italienern kam. Dann war es mit der Ruhe vorbei. WƤhrend der 1 Stunde Aufenthalt wurde intensiv palavert, in dem 1 m schattigen Zwischenraum von Bus und Wohnmobil. Ute hielt sich tapfer. Normalerweise nervt sie das. Diesmal ließ sie sich nichts anmerken.

Auf der Rückfahrt sahen wir noch ein Ergebnis eines exklusiven Hobbies der Amerikaner – Strassenschilder erschießen. Ā 

Jeder Tag verlƤuft etwas anders als geplant. Wir wollten nach Moeb, dort wieder zu Mc Donals und dort verschiedene Dinge im Internet planen, buchen oder regeln. Wichtig war für morgen ein Permit zum Betreten des Arches National Parks zu bekommen. Kostet nichts, muß man aber mit Tag und Stunde anmelden. Alles war bereits für die nƤchsten Tage ausgebucht. Es gab verschiedene für uns unklare Infos, wie man trotzdem zu einem Permit kommen kann. Wir beschlossen zum Visitors Center zu fahren um vor Ort mehr zu erfahren. Dann sahen wir den Stau vor der Parkeinfahrt. Bevor wir dort reingerieten, drehte ich und wir planten jetzt neu. Die Permits gelten von 6 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags. Der Park ist 24/7 geƶffnet. Wir werden also morgen um 5 Uhr versuchen dort hinein zu kommen. Auch unsere Recherche nach einem Campingplatz verlief erfolglos – alles ausgebucht.

Nachdem wir noch entsorgt und eingekauft hatten machten wir uns auf den Weg in den Canyonlands National Park von der anderen Seite. Und schon standen wir wieder im Stau. Wir passierten nach einigen Minuten ein Schild mit dem Aufdruck: von hier noch 60 Minuten. Wir nutzten die Zeit und aßen zu Mittag. Nach ca. 45 Minuten waren wir im Park.

Wie schon in den anderen Parks können wir nur befestigte Strassen befahren. Diese sind aber mit schönen Viewpoints bestückt, so dass man einen schönen Überblick bekommt. Den ganzen Nachmittag verbachten wir wieder mit Staunen, Fotografieren und wandern. Auch dieser Park war wieder einzigartig.

Dann ging es zurück. Von einem Mitreisenden, der auch verlängert hatte und ca. 10 Tage vor uns hier war hatten wir den Hinweis auf einen Übernachtungsplatz bekommen, wo er frei übernachtet hatte. Den fuhren wir an und verbrachten dort die Nacht.

Die Nacht war kurz. Um 4:30 Uhr ging der Wecker und um kurz vor 5 waren wir in stockfinsterer Nacht beim Eingang in den Park. Ich traute meinen Augen nicht, wie an der Perlenschnur aufgezogen Auto an Auto fuhr den Berg hinauf in den Nationalpark. Alle hatten das gleiche Ziel, den Delicate Arch, das AushƤngeschild vom Arches National Park. Nach einer knappen Stunde Fahrt kamen wir am Ende des Parks auf den großen Parkplatz an. Er war bereits zur HƤlfe gefüllt und es herrschte emsiges Treiben. Man war professionell mit Stirnlampe und den neuesten Kollektion der einschlƤgigen Outdoorbekleidungsanbieter ausgerüstet. Dann merkten wir, dass wir noch einen 1 stündigen Anstieg zum Delicate Arch zu absolvieren hatten. Der Trail war mit ā€œmoderate strengthnessā€œ betitelt, was nichts Gutes verhieß. So war es dann auch. Der Anstieg war sehr anstrengend und am Ende sogar ausgesetzt. Wir befinden uns immer noch auf 1800 m Hƶhe.Ute mußte sich sehr überwinden diese letzte Passage zu meistern. Dann sahen wir ihn, sogar mit Sonnenaufgang.

Auch hier wieder sehr eindrucksvoll, was die Natur für Konstruktionen zaubert. Nach einiger Zeit hieß es wieder absteigen und dann frühstückten wir erst einmal.

Wir hielten uns insgesamt fast 11 Stunden im Park auf und besuchten jeden Viewpoint. Diese verdienen ihren Namen nur zum Teil, denn in der Regel muß man noch 1 bis 3 Kilometerlaufen. So kamen heute bestimmt 12 km zusammen. Auch hier wieder zwar Fels aber völlig anders geformt. Wir waren wieder begeistert.

Als wir den Park um 17:30 Uhr verließen, trauten wir unseren Augen nicht. Am Parkeingang eine riesig lange Autoschlange, die alle noch in den Park wollten. Die haben mindestens 1 Stunde für die Einfahrt gebraucht.

In Moab fuhren wir wieder zu Mac Donalds um unter anderem dieses Lesezeichen zu finalisieren. Ich wollte Pommes holen und wurde von einem Schild empfangen: wegen Personalmangels nur Drive Thru. Also stellte ich mich zwischen den Autos an, ging immer mit in der Schlange, bestellte am Automaten, bezahlte am Schalter und bekam das Essen. Zufuß durch den Drive Thru hab ich auch noch nicht gemacht.

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9. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

15.5. bis 21.5.

Grand Canyon, Page, Horseshoe Bend, Glen Canyon Dam, Upper und Lower Antelope Canyon, Lake Powell

Die nƤchsten 5 Tage verbrachten wir im Grand Canyon. Die erste Nacht im Park und die anderen 4 NƤchte im RV Campground direkt am Visitor Center.

Der südliche Teil des Grand Canyon ist touristisch jetzt voll erschlossen. Es gibt jede Menge gute Strassen, Hotels, Restaurants, Parkplätze an den View Points und es fahren unentgeldlich Busse permanent den ganzen Tag alle Orte an. Vor 40 Jahren, als ich schon einmal dort war, war nichts davon vorhanden.

Was geblieben ist sind die spektakulƤren Blicke auf und in den Canyon. Man ist über die gewaltigen Ausmaße sprachlos. Natürlich sind die SonnenuntergƤnge dann noch spektakulƤrer. Es fƤllt schwer Fotos auszuwƤhlen, daher bekommt ihr hier die geballte Ladung – da müßt ihr durch.

Wir haben dann doch den Aufenthalt um 1 Tag verkürzt, da unser nächstes Ziel, der Antelope Canyon nur mit Guides zu erkunden ist und wir nur mit Mühe Termine fanden, die die Verkürzung erforderten. Alles war danach auf Wochen ausgebucht.

Als wir am Nachmittag den Grand Canyon ein letztes Mal verließen, fuhr plötzlich Sybille und Jörg mit ihrem Bimobil vor uns. Sie hatten eine andere Route als wir gewählt aber hier trafen beide Route auseinander. War wieder ein nettes Wiedersehen.

Morgens brachen wir Richtung Page auf und fuhren noch einmal ein ganzes Stück durch den Grand Canyon. Im Morgenlicht sah er auch sehr schön aus.

Die Landschaft änderte sich wieder radikal, da wir von 2200 m auf 1200 m hinabfuhren. Wir fuhren in die Navajo Nation, ein Reservat in der Größe Bayerns, mit eigener Verwaltung. Es besteht vorwiegend aus Sandsteinwüste und Canyons.

In Page fuhren wir erst einmal zum Horseshoe Bend. Hier bildet der Colorado fast einen Kreis und der Canyon hat die Form eines Hufes, daher der Name.

Dann schauten wir uns noch den Glen Canyon Dam an, durch den der Lake Powell entstand.

Die Temperatur stieg wieder auf weit über 30 °C und es stürmte – heizen brauchten wir hier nicht im Gegensatz zum Grand Canyon, wo es nachts auf 3°C abkühlte.

Am nächsten Tag haben wir erst einmal auf dem Walmart Parkplatz ausgeschlafen. Wir werden hier noch 2 Nächte verbringen. Dann besuchten wir die 2 Touranbieter für die Besuche des Upper und Lower Antelop Canyons. Wir wollten sicherstellen, dass wir die richtige Uhrzeit im Auge behalten, denn wir befinden uns hier genau auf der Zeitgrenze von Arizona und Utah. So hat Utes Applewatch 1 Stunde später angezeigt als meine, obwohl alle Einstellungen gleich waren. Dann ging es zum Lake Powell, d.h. es sollte dorthin gehen. Wir haben kein Wasser sehen können. Der See ist weiträumig abgesperrt, man kommt nur mit Golfcarts weiter ans Wasser. Das liegt wohl daran, dass er kaum Wasser hat. Wir werden morgen einen 2. Versuch starten.

Dann ging es in den Upper Antelope Canyon, und wieder muß man vor der Natur niederknien. Was das Wasser für bizarre, unwirkliche Formen geschaffen hat, ist unbeschreiblich – die Bilder sprechen wahrscheinlich für sich. Das war wieder ein einmaliges Erlebnis..

Am nƤchsten Tag galt es wieder früh aufstehen, wir hatten eine Tour in den Lower Antelope Canyon gebucht. In dem Teil des Canyons muß man über Leitern und Treppen erst einmal in den Canyon einsteigen. Trotz der ā€žWowā€œ Momente des Vortages waren wir wieder begeistert. Unser Guide entpuppte sich als künstlerischer Fotograf. An verschiedenen Stellen machte er von jedem Paar Aufnahmen, die wir so nie gemacht hƤtten, weil wir natürlich die exponierten Stellen nicht kannten. Bilder aus dem Antelop Canyon erzielen unglaubliche Preise, das Bild ā€œGhostā€œ erzielte bei einer Auktion 6,5 Millionen Dollar. Microsoft benutz Bilder für ihre Bildschirmschoner. Das war auch ein mehr als lohnenswerter Ausflug. Übrigens konnte man bis 1997 den Canyon alleine besuchen. Dann geschah eine Katastrophe – 11 Touristen kamen durch eine  Sturzflut mit einer 4 m hohen Welle ums Leben. Ab dem Zeitpunkt kommt man nur mit Guides in den Canyon.

Dann besuchten wir noch die Antelope Point Marina und sahen das ganze Ausmaß des niedrigen Wasserspiegels vom Lake Powell. Dort befindet sich eine hochmoderne Marina mit Hunderten von großen Hausbooten und Motoryachten die fast alle nicht mehr fahren, wegen des niedrigen Wasserstandes. Erreichen kann man die Marina nur noch mit einem kostenlosen Shuttleservice via Golfcart. Hier scheint sich eine Katastrophe anzubahnen. Seit 19 Jahren dauert hier die Dürre schon. Im letzten Jahr wurden die Hausbootbesitzer aufgefordert ihre Boote an Land zu bringen, da es spƤter nicht mehr ginge. Haben viele nicht gemacht – wahrscheinlich stirbt die Hoffnung auf Besserung der Situation zuletzt.

Am Wahwear Overlook machten wir erst einmal eine längere Pause, man muß das Gesehene auch erst einmal verarbeiten.

Später fuhren wir noch zum Lone Rock Beach am Lake Powell. Der Lone Rock ist ein prominent plazierter Felsen, der früher im Wasser stand. Die Markierungen an den Ufern deuten darauf hin, dass der Wasserspiegel früher mindestens 20 m höher war, und das beim zweitgrößten Stausee der USA.

Den Tag beendeten wir wieder am Wahwear Overlook zum Sonnenuntergang.

Page hat uns mit seinen Natursehenswürdigkeiten wirklich überrascht. Am Walmart standen wir 3 Nächte kostenlos mit super WLAN.

Kostenloser Stellplatz mit Vorgarten
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8. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022


6.5. bis 14.5.

San Francisco, Fresno, Kings Canyon, Sequoia National Park, Tehachapi, Joshua National Park, Kingsman, Williams

Der erste Tag allein unterwegs begann früh. Wir wollten zeitliche Reserve haben, falls wir keinen geeigneten Stellplatz finden. Dies war sowieso nur eine Transitstrecke in den Südwesten, wo die Nationalparks liegen. Mit etwas Stau schafften wir es aus San Francisco heraus und wechselten dann 10 Mal den Highway bis wir Richtung Fresno unterwegs waren. In Fresno gab es keinen Stellplatz aber ich hatte heraus gefunden, dass man in Sander beim Walmart übernachten kann. Wir waren Mittags dort und fanden ein schattiges Plätzchen, es war wieder sehr heiß geworden. Dort konnten wir tatsächlich ungestört schlafen.

Die nƤchste Etappe war auch wieder spannend. Auch für diesen Tag hatten wir noch keinen Stellplatz buchen kƶnnen, alles ausgebucht. Unser Ziel war der Kings Canyon National Park. Dort gibt es nur einen Platz nach dem Prinzip: first come, first serve. Um 9:30 Uhr erreichten wir den Parkeingang und erfuhren, dass der Platz schon belegt war. Trotzdem fuhren wir dorthin und wurden freundlich mit einem Schild: ā€žFullā€œ begrüßt. Einen Plan B hatten wir nicht, also fuhren wir trotzdem hinein und fanden tatsƤchlich einen leeren Platz. Der Zettel am Platz sagte aus, dass nur bis zum 7.5. gebucht war, also war der Gast schon abgereist. Schnell füllten wir ein Anmeldeformular aus, legten 22 Dollar in den Umschlag, steckten den Umschlag in den Briefkasten und befestigten den Zettel mit dem Abreisedatum 8.5. an unserem Platz. Da hatten wir Glück gehabt, denn es war der einzige freie Platz im Campground. Der war sowieso nur zu 1/3 nutzbar, der Rest war gesperrt, warum wissen wir nicht.

Dann begann eine tolle Fahrt Richtung Canyon durch den Nationalpark. Unser Platz lag auf 2000m Hƶhe und die fuhren wir runter zum Kings River. Die Ausblicke in die Sierra Nevada, wo noch teilweise Schnee lag, war atemberaubend.

Am Kings River erfuhren wir, dass die Strasse zum Canyon gesperrt sei, wegen massiver Erdrutsche. Also nichts mit Canyon. Dafür besuchten wir eine Höhle, die uns allerdings nach der Besichtigung der Carlsbad Cavern Höhle nicht besonders beeindruckte. Allerdings mußte man teilweise etwas klettern und war sehr nahe an den Tropfsteinen.

Danach machten wir auf der Rückfahrt noch einen Stop am malerisch gelegenen Hume See und verweilten dort eine Zeit. 

Dann gab es einen weiteren Hƶhepunkt, die Sequoia BƤume. Wir fuhren zum General Grand, dem drittgrößten Baum der Welt, was das Volumen angeht. Hƶhe 82 m, größter Umfang 33 m, Volumen 1320 qm, Gewicht 1325 t, Alter 1700 Jahre – unglaublich beeindruckend.

 Zurück zum Stellplatz, ließen wir den Tag mit einem Lagerfeuer ausklingen.

Nachts um 3 Uhr wachte ich auf, denn es waren nur noch 8 Grad C im Womo. Wofür hat man schließlich eine Heizung an Bord, und nach kurzer Zeit war es wieder angenehm. Wir schliefen beide 12 Stunden, anscheinend hatten wir die nötig.

Dann brachen wir auf zum Sequoia National Park. Durch den Park führt nur eine für uns befahrbare Strasse mit 10000 Kurven und einigen 1000m Höhenmeter. Die Aussichten und die Fahrt war wieder wunderschön. Vor allem die Sequoia Bäume strahlen eine unheimliche Ruhe aus. Wir besuchten General Sherman,den größten Sequoia der Welt und danach den Sentinel, der auf 2200 Jahre geschätzt wird. Angeblich hat man schon Bäume gefunden, die auf 3300 Jahre geschätzt werden.

Wir kamen auch durch große von Waldbränden zerstörte Wälder. Nur die Sequoia überleben in der Regel diese Brände. Sie haben eine bis zu 60 cm dicke Rinde die die Bäume feuerfester macht. Außerdem enthalten sie Tannin das gegen  Schädlingen schützt.

Witzigerweise trafen wir unterwegs Jƶrg und Sybille, die mit ihrem Bimobil auch verlƤngert haben und bis September Amerika bereisen wollen.

Unseren Campground fanden wir, allerdings nicht unseren Stellplatz Nr.31. Auch hier gab es keinen Menschen an der Rezeption. Es hing ein Zettel aus, der die Namen und Stellplätze auswies, die reserviert waren. Weder unser Name noch die Nr. 31 waren darauf zu lesen, obwohl Ute die Bestätigung per email erhalten hatte. Auch auf dem ausgehängten Stellplatzplan gab es die Nr. 30 und 32. Netzempfang gibt es in den Nationalparks natürlich auch nicht. Ich kriegte fast zuviel. Ute machte sich auf die Reise durch den unübersichtlichen Campground und fand tatsächlich Nr. 31 mit unserem Bestätigungszettel. Irgendjemand will uns ärgern. Dafür erhielten wir auf unserem Platz dann gleich Besuch von 2 Rehen und einem Grauhörnchen.

Die Plätze in den Nationalparks sind sehr spartanisch, ohne Strom, Wasser und Entsorgung, sie liegen allerdings phantastisch. Abends gönnten wir uns bei angenehmen Temperaturen wieder ein Lagerfeuer. Es ist kaum zu verstehen, dass trotz der vielen Feuer in den Nationalparks Lagerfeuer ausdrücklich erlaubt sind.

Dann ging es weiter südwƤrts. Die Strecke zum Joshua TreeNationalpark war uns an einem Stück zu lang, deshalb übernachteten wir auf halber Strecke in Tehachapi. Die Fahrt war abwechslungsreich, zuerst fuhren wir an Zitrusplantagen vorbei, dann durchfuhren wir große Ɩlfelder. In Tehachapi war es zwar sonnig aber bei starkem Wind sehr kalt.

Dann folgte der Rest des Weges zum Joshua Tree National Park. Diesmal ging es durch die Mojave Wüste auf gut 1000 m. Kilometerlange schnurgerade Strassen klingen zwar eintönig, waren trotzdem sehenswert.

Im Yucca Valley fanden wir einen schƶnen Stellplatz.

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir dann die 6 Meilen zum Eingang in den Joshua Tree National Park. Durch unsere am Anfang der Reise für 80 Dollar erworbene Jahreskarte für alle Nationalparks Amerikas, brauchen wir keinen Eintritt bezahlen, die Karte hat sich schon mehrfach bezahlt gemacht.

Joshua Tree liegt in der Mojave Wüste auf ca. 1000 m. Hier wachsen die Joshua Trees, die eigentlich keine Bäume sind, sondern eine Yucca Palmenart.

Wir fuhren einige Strassen ab und wanderten auf verschiedenen sehr gut angelegten Trails. Die Landschaft wird durch riesige sogenannte Boulder geprƤgt, das sind Granitsteine, die aus Bergen herausgewaschen wurden. In Verbindung mit der Pflanzenwelt ergab dies eine wunderschƶne Mischung.

Für die nächsten 2 Nächte hatte Ute einen Platz auf dem Campground innerhalb des Parks gebucht. Den fanden wir auch und waren begeistert. Toller Blick in die Felsen, Feuerstelle, Grill und Sitzbank, was will man mehr.

Abends gab es dann kein Lagerfeuer, es war zu kalt.

Den ganzen nƤchsten Tag waren wir im Nationalpark unterwegs. Wir liefen einige loops ab und fuhren am Nachmittag Richtung südlicher Ausgang. WƤhrend der ca. 20 Meilen verƤnderte sich die Landschaft enorm. Die Joshua Trees verschwanden und es tauchten die Cholla Kakteen auf.  Weitere 200 Hƶhenmeter tiefer sah man auch diese nicht mehr sondern die  Ocotillos.Die Mojave Wüste verƤnderte sich zum Colorado Desert.

Der Tag hatte wieder Spaß gemacht, bewegten wir uns doch in Landschaften , die wir zuvor noch nicht erlebt hatten.

Am Nachmittag grillten wir auf dem von einem Mitreisenden geschenkten Webergrill. Es gab für mich ein ausgezeichnetes Ripeyesteack, für Ute Gemüseschiffchen.

Dann kamen erst 2 chaotische Mädels, die 3 Stunden versuchten ein neu gekauftes Zelt aufzustellen. Später 2 Typen in Pickups, die auch unorganisiert versuchten Einmannzelte aufzustellen. Spät am Abend schafften sie es nicht ein Lagerfeuer anzuzünden und den Grill in Betrieb zu setzten. Dafür hörte ich Wortfetzen wie Whisky, Eis, Bier,  und es roch verdächtig nach  Marihuana. 

Der nƤchste Tag stand ganz im Zeichen der historischen Route 66. Ute hatte 2 Stunden benƶtigt die ausgewƤhlte Route ins Navi zu kriegen. Das lag daran, dass es keine durchgƤngige Bezeichnung der Route 66 mehr gibt. Es gibt Teilabschnitte und Strassen die vƶllig anders benannt werden. Außerdem hat sie auch größeren Bauvorhaben weichen müssen und diese UnwƤgbarkeiten  mochte unser Navi nicht. Also war die analoge Karte wieder gefragt.

Die Tour war großartig. Tolle Landschaften, kilometerlange Züge, und einen Pass, der es in sich hatte. Das war für unser Womo schon grenzwertig aber hat Spaß gemacht. Unterwegs machten wir an einigen interessanten Stellen Halt, und trafen ein besonderes PƤrchen, die den sogenanntenā€œSuicide Awareness Busā€œ aus einem 30 Jahren alten Collegebus umgebaut hatten. Der Bus war über und über mit EintrƤgen versehen, von Leuten, die einen Angehƶrigen durch Selbstmord verloren hatten. Der Besitzer hatte seinen Sohn auch so verloren. Alles in allen sehr skuril aber interessant. Er war mitten in der Wüste gestrandet mangels Benzin. WƤhrend er mir seine Mission erklƤrte (die ich nur teilweise verstand), mir seinen ā€žliebenā€œKampfhund vorstellte, rekelte sich seine Partnerin auf der Dachterasse des Busses im Bikini. Beide waren ausgesprochen freundlich, und wir gaben ihnen 20 Dollar Benzingeld.

In Kingsman besuchten wir noch die Touristeninfo und erhielten ausführlichen Infos über Arizona und der Route66.

Unseren Stellplatz hatte Ute vor Wochen buchen kƶnnen, es war ein KOA Stellplatz, die in der Regel super ausgestattet sind, war auch dieser.

Ich entdeckte einen schƶnen Pool und schon war das Erfrischungsbad sicher. Wir haben hier wieder 35 GradC.

Jetzt ist es mir auch passiert. Wir wollten vom Stellplatz auf die Route 66 und kamen an eine Baustelle, deren Umleitungszeichen mir nicht ganz klar war. Ich bog links auf die Strasse und wunderte mich, dass gleich der erste hupte. Dies passiert in Amerika praktisch nie. Ich überlegte, ob alle Klappen am Womo geschlossen waren oder ob sonst irgend etwas am Wagen sein kƶnnte. Dann hupten mich weitere Fahrzeuge an und blinkten mit Fernlicht. Dann ging mir ein Licht auf – ich war ein Geisterfahrer, der auf dem 2 spurigen Highway auf der Überholspur fuhr. Gott sei dank kam nach einigen 100 m eine Mƶglichkeit die Strasse zu verlassen. Ich konnte mir früher nie vorstellen, wie man falsch auf eine Autobahn fahren kƶnnte, jetzt weis ich es. Damit bekommt der Song: ā€žGet your kicks on route 66ā€œ eine besondere Bedeutung für mich.

Die Fahrt auf der 66 war wieder einmalig. Wir fuhren fast allein auf der Strasse, da ansonsten der fast parallel laufendende Highway genommen wurde. Es gab wieder sehr skurile Siedlungen, meistens mit verrosteten Autos dekoriert. In Seligman machten wir halt. Dort wird der Mythos Route 66 überall sichtbar, sehr interessant und fotogen.

Dann erreichten wir auf 2000m Hƶhe unseren KOA Campground in Williams. Am Tage lƤuft jetzt die Klimaanlage, nachts, die Heizung. Es ist unglaublich wie unbrauchbar das Internet hier ist, nicht mal telefonieren konnten wir.  Empfangen wurden wir übrigens mit einem Feuerwehreinsatz.

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7. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

28.4. bis 5.5.

Anaheim, Los Angeles, Santa Barbara, Pismo Beach, Monterey, San Francisco

Bevor wir nach Anaheim aufbrachen, fuhren wir zum AAA Center. Das ist der US ADAC mit dem er auch kooperiert. Als Mietglied des ADACs erhielten wir kostenlos Strassenkarten und Stellplatzkarten für die Staaten, die wir noch alleine bereisen werden.

Die folgende Strecke führte an der Küste entlang, nordwärts, mit schönen Buchten und Aussichten. Leider konnten wir erst in La Jolla einen Parkplatz finden und schauten uns die Waterfront des Ortes an, an der zahlreich Seelöwen, Pelikane und andere Vögel leben.

Carlsbad und Ocean Side waren weitere Orte, wo wir kurze Stopps einlegten. Je nƤher wir uns Los Angeles nƤherten, umso mehr nahm der Verkehr und die Fahrspuren zu. Ich habe bis zu 8 gezƤhlt – in eine Richtung. Trotzdem gab es einen großen Stau, durch den wir uns kƤmpfen mußten.

Unser Stellplazu war in Anaheim, einer Stadt vor Los Angeles. Hier sahen wir zu ersten Mal bewußt, dass mindestens die Hälfte der dort stehenden Wohnwagen und Wohnmobile als Dauerunterkunft genutzt wurden. Die Menschen können sich in der Stadt keine Wohnung leisten. Sie gehen ganz normal morgens zur Arbeit und leben in ihren Wohnwagen bzw Wohnmobilen.

Abends gab es um 21:30Uhr noch ein schƶnes Feuerwerk von Disneyland, nicht weit vom Stellplatz. Das machen die an jedem Wochenende von Freitag bis Sonntag.

Am nächsten Tag starteten wir um 8 Uhr zu einer, wie sich herausstellte, 11 stündigen Stadtrundfahrt. Unser Stadtführer, gleichzeitig Fahrer, war Deutscher, der Anfang der 90er Jahre ausgewandert war. Zunächst ging es nach 1 stündiger Anreise nach Downtown. Hier gründeten die Spanier Los Angeles, indem sie eine Mission errichteten. Dies taten sie an der gesamten Küste bis über San Francisco hinaus im Abstand von 25 Meilen, was einem Tagesmarsch entsprach.

Danach fuhren wir zum Observatorium, von dem man einen guten Blick auf den berühmten Hollywood Schriftzug hat. Dan folgte der Griffith Park, der Fashion District und das Staple Center, das jetzt crypto.com Arena heißt.

Unser Guide zeigte uns nicht nur die zu erwartenden schƶnen und bekannten Teile Los Angeles, sondern auch andere. Zum Beispiel Skid Row, eine Strasse in der zur Zeit etwa 5000 Obdachlose in Pappkartons, Zelten oder Planen ā€žvegetierenā€œ. Insgesamt gibt es im Los Angeles County über 60000 Obdachlose. Es wurde ob dieser Bilder still im Bus.

In Farmers Market machten wir eine Mittagspause. Wir kauften 1 Baguette und 2 Broten bei einem BƤcker und waren sage und schreibe 30 Dollar los.

In Beverly Hills machten wir einen Fußmarsch zum teuren Rodeo Drive, wo die Dekadenz keine Grenze kennt.

Wir besuchten dann das Dolby Theater, wo kürzlich die Oscars verliehen wurden und den Walk of Fame. Dann folgte der Sunset Strip mit Bars und Restaurants.

Es folgte Sant Monica mit ihrem schönen Strand und langen Pier, furchtbar überlaufen , laut, hat uns gar nicht gefallen.

Venice Beach hingegen hat mir wieder besser gefallen, mit den ausgeflippten Leuten, alles etwas alternativer, aber natürlich auch völlig touristisch ausgebeutet.

Den Abschluß bildete ein Besuch von Del Rey Harbour mit seinen Seelöwen und Pelikanen, die beide aber schon Feierabend hatten.

Das war ein toller Tag, der uns Los Angeles, nicht zuletzt durch die vielen Hinweise unseres Stadtführers, in allen Facetten gezeigt hatte.

Am nƤchsten Tag fuhren wir den Pacific Ocean Drive weiter nordwƤrts Richtung Santa Barbara. Malibu und Ventura lagen auf der Strecke, die landschaftlich super schƶn war.

Santa Barbara hat uns ausgesprochen gut gefallen. Alles sehr edel, sauber, keine unnützen Schnickschnack Geschäfte. Wir spazierten 2 Stunden durch den Ort und am Strand entlang und befuhren dann den etwa 15 Meilen langen Scenic Drive durch die schönsten Teile Santa Barbaras.

Unser Stellplatz ernüchterte uns dann wieder, er liegt 5m vom US 101 entfernt, die Autos fahren gefühlt hinten ins Bad, dann durch die Küche und hinaus durchs Fahrerhaus.

Weiter ging es nordwärts. Mit dem Wetter haben wir Glück, es war sonnig aber nachts teilweise einstellig.

Wir machten Halt in Solvang, ein dƤnisches StƤdtchen In Amerika. Es gibt einige gute BƤckereien und der Ort war wirklich sehenswert.

Unser Stellplatz liegt direkt am Pazifik in Pismo Beach. Abends wurden wir wieder von unseren Reiseleitern zum Sundowner an den Strand eingeladen.

Dann folgte die schönste Etappe dieser Reise. Auf dem Pacific Highway 1 gab es wunderbare View Points, die wir gar nicht alle anfahren konnten. Das Wetter war wieder gut, der Seenebel hörte 1 Meile vor der Küste auf. Unterwegs sahen wir eine große Seeelefantenkolonie.

Über Big Sur, Carmel ging es nach Monterey, wo wir nach einem Bummel zur Fisherman`s Wharf noch den 10 Meilen langen Pacific Grove Scenic Drive durch und um Monterey herum fuhren.

Übernachten haben wir in Laguna Seca, auch bekannt als amerikanische Motorrennstrecke.

Abends überreichten Bodo und Robert, in einer amüsanten Form, noch die gesammelten Trinkgelder an Eva und Lukas, als Dankeschön, für die wirklich gute Reiseleitung.

Dann steuerten wir unsere letzte Etappe an, San Francisco. In Candelstick bezogen wir unseren Stellplatz für 2 Nächte und erlebten noch einmal ungezügelte Geldgier. Der ungepflegteste Platz der Reise, ohne Internet, kostete 120 Dollar/Nacht + Tax 20%.

Nachmittags fuhren wir mit Uber nach Chinatown, das wir uns bis abends anschauten. Dann hatten wir unser Abschiedsessen, natürlich chinesisch. Chinesisch ist übrigens die 2. Sprache in SF, nicht Spanisch, wie sonst in Kalifornien.

Am letzten Tag ging es bereits 8:30 Uhr los. Wir fuhren mit der Cable Car eine ganze Strecke von Anfang bis Ende.

Dann sahen wir uns die Lombardstreet an mit den bekannten Zickzack Kurven und 26% GefƤlle.

Dann folgten Fisherman`s Wharf und Pier 39 mit den Seelöwen. Es folgte ein Besuch im Hardrock Cafe und dann kam der Bus mit Anita, unsere chinesisch/amerikanische Stadtführerin, 7sprachig, aufgedreht, Typ Althippie. Sie brachte uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt wieder in einem anderen Stil näher. Wir hörten zwischendurch die Musik der 67er Jahre, die sie zum Teil lautstark mitsang.

Damit war dieser Teil der Reise für uns beendet. Unsere Mitreisenden hatten am nächsten Tag noch die RV Rückgabe und den Rückflug vor sich. Da die RV`s leer übergeben werden mußten, erhielten wir alles Überzählige, Lebensmitteln, Getränke, Werkzeuge, Grill, Holz, Kissen usw. Wir sind jetzt noch schwerer unterwegs.

Die Reise war bisher anstrengend aber lohnenswert. Wir haben wirklich viele Facetten Amerikas in einer schönen Form kennengelernt. Mit der Gruppe hatten wir Glück, sie war sehr homogen und harmonisch. Unsere Reiseleitung war Spitze.

Jetzt beginnt für uns die eigene Tour, die neue Herausforderungen bereits bereithält. So sind die Stellplätze in den Nationalparks seit 6 Monaten ausgebucht. Die Amis haben während Corona auch ihr Land entdeckt und Wohnmobile werden wie verrückt produziert und verkauft. Wir mußten unser geplante Strecke schon mehrfach ändern, da Strassen noch wegen Schnee gesperrt sind, Durchfahrten durch Parks angemeldet werden müssen, viele Campgrounds durch die letzten Feuer nicht geöffnet habe, alles online zu geschehen hat und das Internet, wenn vorhanden, teilweise grottenschlecht ist. Im Moment kostet der Einstieg Nerven, drückt die Daumen, dass wir, wie geplant, durchkommen.

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6. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

14.4. bis 27.4.

Lafayette, Housten, San Antonio, Fort Stockton, Carlsbad, Alamogordo, Deming, Tombstone, Tucson, Organ Pipe Cactus N.P., Imperial Sand Dunes, San Diego,

Es folgten 3 eher ereignisarme Fahretappen. 

ZunƤchst ging es nach Lafayette. Diese Gegnd wurde durch die Arcadier geprƤgt, das waren franzƶsische Siedler, die im 18. Jahrhundert von den Briten aus Canada vertrieben wurden. Wie New Orleans und Lafayette bestimmten franzƶsische Namen diese Etappe.

Hier gab es ein Seabridgeessen im Cajun Stil. Ob Kaiman, Huhn oder Scampis, alles wird mit derselben Panade frittiert und schmeckt gleich. Irgendetwas hatte mich dann erwischt. Ich wachte nachts auf, war schweißgebadet und schaffte es gerade noch zur Toilette. Der Kreislauf war fast weg, und ich sah nur noch schwarz. Nach einiger Zeit ging es dann wieder etwas besser, und ich konnte wieder einschlafen. Am nächsten Morgen war alles so, als wäre nichts geschehen. Ich habe keine Ahnung, was das war, zumal ich der einzige war, dem es nach dem Alligator-Essen so schlecht ging. Am Essen kann es demnach nicht gelegen haben.

Hier mal einige Exemplare, wie wir sie auf jeden Stellplatz zu sehen bekommen.

Dann erreichten wir Texas, den Lone Star State und zweitgrößten Staat der Vereinigten Staaten, nach Alaska, etwa 2 Mal so groß wie Deutschland. Die Texaner scheinen ähnliche Gene zu haben wie die Bayern. Sie wollen immer etwas Besonderes. Zum Beispiel haben sie als Einzige ein vollkommen autarkes Stromnetz. Sie lehnen jede Verbindung zu ihren Nachbarstaaten ab. Das hat dann auch zur Folge, dass, wie im letzten Jahr für einige Tage Teile Texas ohne Strom waren. Auf der anderen Seite verfügt Texas über die meisten Windparks der USA.

Die Strecke nach Housten war relativ langweilig, dafür war der Katy Lake RV Park sehr  schƶn. In Texas gibt es viele Orte mit deutschen Namen, die aus der Zeit der deutschen Siedler stammen. So sahen wir Weimar und Neuberlin. Viele Strassen haben deutsche Namen, wie Forstmann, Schneider, o. Ƥ.

Katy Lake RV Park

Dann ging es nach San Antonio. Wir fuhren ausschließlich den Highway, an blühenden Blumen auf den Stand- und Mittelstreifen vorbei.

In Luling fuhren wir kurz von der Autobahn ab und entdeckten die ersten Ɩlpumpen. Hier begann der Ɩlboom in Texas. Luling entwickelte sich damals enorm. Nach kurzer Zeit ging die Entwicklung an Luling vorbei und man sieht es, es wirkt etwas heruntergekommen. Nach einigen Fotos bei bestialischen Gestank an den alten Pumpen, setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten einen wieder sehr schƶnen RV Platz.

Am Ostervormittag lud uns unsere Reiseleitung zu einem gemeinsamen Osterbrunch ein. Sie hatten alles eingekauft, benötigten vorab nur Kühlschrankkapazitäten. Wir bauten dann unsere Tische und Stühle auf, jeder brachte sein Geschirr und Besteck mit, und Eva und Lukas zauberten ein ganz tolles Büffet, es gab sogar gefärbte Eier, die sie nachts noch eingefärbt hatten. Das war eine richtig tolle Aktion, und alle waren begeistert.

Wie wir erfuhren, sollte jeder Reiseteilnehmer morgens an seinem Mobil ein kleines SƤckchen mit Ostereiern vorfinden. Wir und 2 andere Paare nicht. Das lag daran, dass wir von Grauhƶrnchen ausgeraubt worden waren, die uns die SƤckchen gestohlen hatten, was man sogar beobachtet hatte, aber nicht verhindern konnte.

Mittags fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von San Antonio. Es gibt dort als Highlight Alamo zu besichtigen. In der ehemaligen Missionsstation verteidigten sich einige Texaner im Unabhängigkeitskrieg gegen die Mexikaner einige Wochen lang, bevor sie verloren und getötet wurden. Diese Zeit der Verteidigung nutzte General Housten 3 Wochen später, um genügend Bewaffnete gegen die Mexikaner zu rekrutieren, und um den Krieg schließlich zu gewinnen. Dies ist die wichtigste Gedenkstätte für die Texaner.

Ansonsten ist San Antonio eine sehr lebendige Stadt mit einem toll angelegten River Walk beidseitig des San Antonio Rivers. Sehenwert auch der Grand Market, ein rein mexikanischer Markt.

Dann folgte wieder ein langer Fahrtag nach Fort Stockten. Allerdings war er ncht landweilig, weil sich die Landschaft Ƥnderte. Es ging durch die Texas Hills an vielen Ranchen vorbei nach Fredericksburg.

Hier kann man noch die meisten Spuren der deutschen Siedler erkennen, die Mitte des 18. Jahrhunderts vom Prinzen Friedrich von Preußen dorthin geschickt wurden. Ihm zu Ehren wurde der Ort Fredericksburg genannt.

Dann löste mich Ute ab, und ich konnte 120 Meilen entspannen und die Landschaft genießen.

Es folgten 160 Meilen durch die Ɩlfelder Texas .

Dann erreichten wir die größte, für die Ɩffentlichkeit begehbare Hƶhle der Welt, im Carlsbad Caverns National Park.

Eigentlich kann man das Hƶhlensystem gar nicht realistisch beschreiben. Ich habe schon einige Hƶhlen gesehen, auch große, aber diese stellt alles in den Schatten. Man kann mit einem Aufzug 200 m zur großen Halle direkt fahren, oder man geht zu Fuß in die Hƶhle. Das haben wir gemacht. Es führte ein extrem steiler Weg 200 Hƶhenmeter in die Tiefe. Er war ganz dezent beleuchtet, so dass man die Tiefe Gott sei Dank gar nicht sehen konnte. Insgesamt sind wir in der Hƶhle 5,5 km gelaufen. Es soll in der NƤhe noch ein Hƶhlensystem geben mit Ausmaßen von 240 km. Dies ist für die Ɩffentlichkeit nicht zugƤnglich.

Mit dem Fahrstuhl ging es wieder nach oben und dann warteten wir auf das Ausfliegen der Fledermäuse, ein weiteres Highlight des Tages. In der Höhle kommen im Sommer bis zu 400000 Exemplare Mexikanischer Bulldogfledermäuse zum Überwintern aus Mexiko, Mittelamerika und Brasilien. Jetzt waren erst einige Tausend eingetroffen, die pünktlich um 19:45 Uhr die Höhle verließen, um in der Nacht auf Insektenjagt zu gehen. Beobachten konnte man dies in einem eigens dafür geschaffenen Amphitheater mit Erklärungen eines sehr unterhaltsamer Rangers.

Nach einem schönen Sonnenaufgang hielten wir im White Sands National Park. Die schneeweissen White Sands bestehen aus Gips. Es ging mit dem Womo 5 Meilen tief in die Gipswüste mit wirklich einmaligen Aussichten in die Dünenlandschaften. Es gab einige Viewpoints, die wir anfuhren und bis zum Ende machten, bevor wir noch eine Wanderung auf dem Big Dune Natural Trail, bei 33 Grad Celsius unternahmen.. Diese riesige Wüste wird von der Armee für Raketenversuchen genutzt, und 1945 fand hier der erste Atombombenversuch statt.

Anschließend tankten wir erstmalig Propan.

Auch heute hatten wir wieder einen landschaftlich schƶnen Stellplatz, wieder mit Aussicht. Abends gab es dann noch eine kleine Geburtstagsfeier mit Lagerfeuer.

Dann ging es durch den Wilden Westen nach Tombstone. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Halt in Bisbee. Dort ist eine stillgelegte Kupfermine zu sehen, aus der Zeit, als dort reiche Kupfer-, Silber-und Goldvorkommen entdeckt wurden. Diese Zeiten sind vorbei und heute ist Bisbee ein netter Urlaubsort mit schƶnen alten HƤusern.

Danach schauten wir uns den Friedhof am Boothill an. Boothill deshalb, weil die meisten der dort begrabenen Cowboys mit Stiefeln beerdigt wurden, da sie entweder erschossen, gelyncht oder gehenkt wurden. 

Tombstone nennt sich selbst ā€žThe Town too Tough to Dieā€œ. Sie hat überlebt, indem sie – auch nachdem die Gold-, Silber- und KupfervorrƤte zu Ende gingen, sich als Westernstadt erhalten hat und vom Tourismus lebt. Jeden Tag gibt es mehrfach das legendƤre Gun Shootout zwischen Doc Holliday, Wyatt Earp und seinen Brüdern auf der einen (das sind die Guten und Gesetzestreuen) und den Clanton Brüdern (den Gangstern). auf der anderen. Am Ende dieser Story liegen die Clantons erschossen am Boden. Alles für meinen Geschmack zu touristisch, die Amerikaner lieben es aber so.

Abends gab es in einem Saloon wieder ein Seabridgeessen.

Die nächste Etappe führte uns durch die Sonora Wüste, landschaftlich wieder sehr reizvoll. Wir hatten eine alternative Route genommen, um den Interstate zu vermeiden. In der Karte sah ich, dass wir ein kurzes Stück Gravelroad fahren mußten. Die hätten wir besser nicht fahren sollen. Ich dachte das Wohnmobil fällt auseinander. Wir fuhren in einen Canyon, die Strasse wurde eng, links ging es 50 m hinunter, keine befestigte Strassenbegrenzung. Uns kamen einige Einheimische mit ATV Fahrzeugen entgegen, die sich wunderten, was wir hier auf der Piste machen. Nach gefühlten Stunden kamen wir wieder auf Teer, und ich inspizierte erst einmal die Kabine. Es war nichts kaputt gegangen, wir hatten Glück gehabt.

Dann besuchten wir das Titan Missle Museum. Dies ist eine unterirdische Abschußrampe der 30 m hohen, atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete Titan II. Seit 30 Jahren ist die Anlage im Zuge der Abrüstungsverträge mit der damaligen Sowjetunion stillgelegt und dient seit längerer Zeit als Museum. Überraschenderweise war die Führung sehr interessant, da der Tagesablauf der dort Stationierten und der organisatorische Ablauf bis zum Abschuß der Rakete sehr authentisch dargestellt wurde.

Tagesziel war der Gilbert Ray Campground im Saguaro N.P.

Der nächste Tag war zur freien Verfügung. Morgens besuchten wir das Arizona Sonora Desert Museum, eine Kombination von Botanischem Garten und Zoo. Es ist weitläufig angelegt und die fast 3 Stunden, die wir umher wanderten vergingen wie im Flug.

Danach fuhren wir in den Saguaro Nationalpark, zusƤtzlich einen Pisten Loop durch die Wüste und machten eine kleine Wanderung. 

Dann ging es weiter durch die Wüste zum Organ Pipe Cactus National Monument. Wir hatten seit Tagen Temperaturen weit in die 30er Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 10%. Abends gingen wir auf einen kleinen Hügel zum Sonnenuntergang.

Der nächste Tag begann damit, dass der Wagen anders ansprang als sonst. Es leuchtete die Motorsteuerungswarnleuchte und noch eine andere Lampe, die blieben auch nach mehrfachem Neustart. Der Tempomat funktionierte nicht und das Automatikgetriebe schaltete auch nicht korrekt. Wir hatten weder Internet noch Telefonnetz. Also fuhren wir zum nächsten Ort zur Tankstelle und tankten. Eine Reparaturwerkstätte gab es dort nicht, erst im nächsten 50 km entfernten Ort. Auf der Strecke erlosch eine Lampe und der Tempomat funktionierte wieder. In Ort Ajo hielten wir kurz an der Touristeninfo, die aber geschlossen war. Danach erlosch auch die Motorsteuerungsleuchte, und der Wagen fuhr wie gewohnt. Trotzdem fuhren wir die nächste Werkstatt an. Ich erklärte die Situation einer anscheinend sehr kompetenten Mechanikerin, die mich fragte, wann wir das letzte Mal getankt hätten. In 9 von 10 Fällen wäre der Tankdeckel nicht richtig geschlossen worden und durch mögliche einströmende Luft in den Tank würde die Elektronik gestört, wir sollten uns keine Sorgen machen. War wahrscheinlich bei uns auch so, denn seitdem läuft das Womo wieder einwandfrei. Wieder was gelernt.

Unser Tagesziel waren die Imperial Sand Dunes, die einzigen Wanderdünen der USA. Sie liegen in Kalifornien. In der Mittagspause aßen wir noch alles Gemüse und Obst, da deren Einfuhr nach Kalifornien verboten ist. An der Fruchtkontrolle konnten wir aber ungeprüft durchfahren und erreichten kurze Zeit später die spektakulären Dünen.

Nach dem Sonnenuntergang gab es dann wieder ein Lagerfeuer.

Dann folgte eine sehr schöne Etappe über die Sierra Nevada nach San Diego. Damit verließen wir auch das extreme Wüstenklima. Am Pazifik herrschten nicht die fast 40 Grad, sondern nur angenehme 16 Grad.

Unser erster Stop erfolgte in San Diego Old Town, die aber für meinen Geschmack langweilig touristisch ausgebeutet wurde – nur mexikanische SouvelierlƤden und Restaurants. Trotzdem aßen wir dort und fuhren dann zur Waterfront, wo wir nach langem Suchen einen Parkplatz für unser Womo fanden. Uns fielen die vielen Obdachlosen auf, die hier in den Parks offen lebten.

Unser Ziel war der Flugzeugträger USS Midway, der hier zu besichtigen war. War wieder ganz interessant, obwohl es Kriegsgerät ist. Die Dimensionen sind unglaublich. Wir machten eine Führung bis zur Brücke und waren über die spartanischen Ausmaße überrascht. Veterane, die früher auf dem Flugzeugkreuzer gedient hatten, machten diese Führungen zu einem besonderen Erlebnis.

Der nƤchste Tag war frei. Mittags fuhren wir auf die vorgelagerte Insel Coronado. Coronado ist sehr gepflegt, hat nette HƤuser, einen schƶnen Strand und ein 5 Sterne Hotel im alten englischen Stil.

Abends fuhren wir so weit es ging an die Mexicanische Grenze von wo man in der Ferne die Baja California und den Grenzzaun sehen konnte.

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5. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

6.4. – 13.4.

Fort Myers, Myakka River State Park (S. P.), Hillsborough S.P., Manatee Springs S.P., Panama City Beach, Pensacola, New Orleans

Der Campingplatz in der NƤhe von Fort Myers bot allen Luxus. Strom, Ver-und Entsorgung am Platz, 2 Pools, Abfallabholung. Hier überwintern die sogenannten snowbirds, das sind die gut situierten Senioren, die vor dem  Winter fliehen. Von Anfang Oktober bis Ende April leben sie in der Regel hier.

…….und wieder kam ein Womo Mechaniker auf den Platz. 

Unsere Womos haben eine grottenschlechte AuslieferungsqualitƤt. Fast alle Tourteilnehmer haben mit SchƤden zu kƤmpfen. Wir gehƶren, nachdem unsere Pumpe nach 1 Woche wieder zufriedenstellend lief, da Lukas das halboffene Ablaufventil des Wassertanks entdeckte und schloß, noch zu den Glücklicheren der Truppe. Außer, dass die Wohnraumtür stark klemmt und sich eine Schublade, in der Lebensmittel gelagert waren beim Ausziehen zerlegte, sind wir zufrieden. Unsere Mitstreiter haben Wassereinbrüche und dadurch nasse Betten, Schubladen, die sich wƤhrend der Fahrt selbststƤndig machen und mit Polstern gesichert werden müssen, sich lƶsende InnenwƤnde usw. Am HƤrtesten hat es Gebhard und Angelika getroffen. Von Anfang an piepte der Kühlschrank, wenn wir fahren oder autark stehen, ohne Strom, und er mit Gas versorgt werden muß. Trotz aller Expertise der Teilnehmer und einem 3-fachen Monteurbesuch schaffte es keiner, den Fehler zu beheben.  Die Armen schliefen keine Nacht durch. 

Der oben erwƤhnte Monteur versuchte auch sein Glück und meldete ā€žfertigā€œ. Nach 5 Meilen auf dem Highway piepte es wieder. Daraufhin beorderte unsere Reiseleitung den Monteur auf die nƤchste RaststƤtte. Jetzt hatte man ihn an seiner EhreĀ  getroffen. Er fing an, das Womo zu zerlegen. Erst dem Kühlschrank, dann die Wand, wo das Panel für die FüllstƤnde angebracht ist, dann eine weitere Seitenwand. Dann demonierte er die Betten und fand den Fehler. Keiner traute seinen Augen, auch der Mechaniker nicht. Die hatten in der Fabrik den Wassertank nicht vollstƤndig fixiert, er rutschte wƤhrend der Fahrt immer hin und her. (Gefüllt wiegt der Tank 150 kg). Neben dem Tank lag die Gasleitung, die von dem rutschenden Tank gequetscht war, so dass keine ausreichende GaszufuhrĀ  für den Kühlschrank mƶglich war. Nicht zu glauben, wie die im Werk gepfuscht haben.

Heute Abend habe ich Angelika gefragt, ob sie gut geschlafen hƤtte, nein, sagte sie, diesmal hatten sie einen Raben auf dem Dach, der die ganze Nacht hin- und hertƤnzelte.

Wir ließen es am nächsten Morgen langsam angehen und fuhren mittags direkt zum Myakka River State Park. In wunderschöner Natur gibt es hier einen Stellplatz.

Am nächsten Morgen kreisten Geier über unserem Platz.

Unter Geiern

Dies verhieß nichts Gutes, und so kam es dann auch. Wir waren auf Baden am – angeblich als schƶnsten Strand der USA ausgezeichneten – Soto North Beach eingestellt. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es goß fast den ganzen Tag.

Wir entschlossen uns nach einem kurzen Besuch des Strandes, das Florida Aquarium in Tampa zu besuchen. Wir hatten nicht alleine diese Idee. Das Aquarium war megavoll, ohrenbetörend laut und gefühlt sah man mehr Kinder als Fische. Trotzdem sahen wir einige Exponate, die wir noch nicht in anderen Aquarien gesehen hatten.

Unser Stellplatz lag im Hillsbourough River State Park, konnte aber nur zum Teil genutzt werden, da er unter Wasser stand –  wenn es hier regnet, dann richtig. Das für den Abend geplante Lagerfeuer mit Würstchen-Stockbrot-Grillen fiel dann auch dem Wetter zum Opfer.

Tags drauf war es wieder schön. Es hatte sich allerdings auf 20°C abgekühlt. Auf der 150 Meilen Etappe durch schöne Natur und kleinen Städtchen machten wir am Manatee Springs S.P. halt, um mit viel Glück Manatees (Seekühe) zu sehen. Leider hatten diese etwas anderes vor, und so blieb ein Gang an wunderschönen Mangroven entlang.

Unser heutiger Stellplatz war der Suwannee River Bend RV Park in der NƤhe von Chiefland.

Ein erster Besucher am Womo

Abends wurden dann Würstchen im Brotmantel und anschließend Marshmellos über dem offenen Feuer gegrillt.

Panama City Beach stand auf dem Programm für den nƤchsten Tag. Unterweg besuchten wir den Edward Ball Wakulla State Park. Dort gibt es eine Quelle, und im Sommer kommen die Manatees. Jetzt ist es noch zu kalt, sie brauchen mindestens 22 Grad C Wassertemperatur.  Es war überraschend kühl geworden, nicht mehr als 15°, was aber nach den Tagen der Schwüle recht angenehm war.

Im State Park wurde der erste Tarzanfilm mit Jonny Weismüller gedreht. Sehenswert war auch die historische Walkulla Springs Lodge. Wir unternahmen noch einen kleinen Spaziergang durch den Wald und ā€žJane griff die Lianeā€œ.

Panama City Beach ist wieder eine typische Urlaubslocation mit einem super schƶnen Strand. Dort fand ein hochklassisches Strandvolleyballturnier statt, dem wir einige Zeit folgten. 

Dann hieß es Einkaufen bei Walmart und Abendessen.

Ute lag schon im Bett und war am Lesen, es war 22:30 Uhr, ich zog mir gerade den Schlafanzug an, da erhielten wir von Eva die Mitteilung, dass die Polizei da sei, und wir auf dem Walmartparkplatz nicht übernachten dürften. Wir erhielten Koordinaten für einen anderen Walmart 17 Meilen entfernt und machten uns auf den Weg. Dort angekommen sammelten sich nach und nach unsere Mitstreiter. Lukas holte sich vom dortigen Walmart-Manager das OK für die Übernachtung und dann war wieder alles gut. 

Am nächsten Tag erfuhren wir, dass der Manager des 1. Walmarts und die Polizei die Situation folgendermaßenn erklärten. Die Stadt hatte kurzfristig das Übernachten auf den Parkplätzen verboten, da die Springbreak Jugendlichen den Walmart derart zurstört hatten, dass er einige Zeit geschlossen werden musste und erst seit 2 Tagen wieder geöffnet war. Der Tipp, den 2. Walmart anzufahren, kam von der Polizei.

Dann folgte ein Tag, an dem wir die schƶnsten StrƤnde des Golfs von Mexiko abfuhren.

Wir machten eine Pause am Destin Harbor Boardwalk, wo uns als Touristen alles geboten wird, was wir nicht brauchen.

Die Fahrt zum Fort Pickens Nationalpark war wieder in unserem Sinne, schöne Strasse, links und rechts weißer Sand.

Abends lud uns unsere Reiseleitung zum Sundowner an den Strand ein, als kleine Entschädigung für das Ungemach der letzten Nacht.

Dann folgte wieder eine etwas längere Etappe nach New Orleans, mit einer Pause in Biloxi, die eine sehr sehenswerte und informative Touristeninfirmation haben. Dort konnten wir uns einen Film anschauen über die Geschichte Biloxis, die Auswirkungen vom Hurrikan Kathrina und die spätere Entwicklung zum Las Vegas der Golfküste, mit einigen Casinos.

Die Strasse säumten dann typische Südstaatenhäuser und später bei Mobile die Häuser der Krabbenfischer.

Unser Stellplatz lag etwas vor New Orleans. Abends wurden wir vom Bus abgeholt zu einer Mississippi Cruise.

Anschließend entschlossen wir uns, nicht mit der Gruppe wieder zum Womo zu fahren, sondern das Nachtleben des French Quarters und insbesondere der Bourbon Street zu erleben. Wahnsinn, was da abends abgeht. Aus allen Kneipen schallt Livemusik, einem werden offen Drogen angeboten, Freaks wo man hinschaut, aber auch überall Polizeipräsenz, sogar hoch zu Roß.

Wir blieben in einem Club mit guter Rockmusik bis Mitternacht und fuhren dann mit dem Uber zurück.

Am nächsten Tag gab es eine Stadtrundfahrt mit einer deutschen Führerin. Hiltraud ihr Name. Dabei lernten wir viele Ecken und Viertel New Orleans kennen, die sehr sehenswert waren. Unter anderem erfuhren wir beim Besuch eines Friedhofs, dass die Gräber gekauft werden und über Jahrhunderte alle Angehörigen der Familien dort beigesetzt werden, und zwar über der Erde. Sind die Kammern voll, wird ausgefegt um neuen Platz zu schaffen, makaber zwar, aber so ist das hier üblich, haben wir live gesehen.

Nachmittags verabschiedete sich die Thermo-Sicherung unseres Gasbrenners für den Heißwasser-Boiler ein zweites Mal., d. h. wir haben wieder kein warmes Wasser, z. B. zum Duschen oder Abwaschen. Die Sicherungen sind ausverkauft, da es sich hierbei wahrscheinlich um einen Konstruktionsfehler handelt, und alle Coachmen Fahrzeuge davon betroffen sind. Die Sicherungen sind zu sensitiv. Der Vorteil einer Gruppenreise ist, dass es immer jemanden gibt, der eine Idee hat: die Idee war, die Thermo-Sicherung einfach wegzulassen. Wir haben sie einfach überbrückt, und schon haben wir wieder warmes Wasser. Ich glaube, Thermo-Sicherungen werden überschätzt. (Scherz)

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4. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

29.3. bis 5.4.

Florida City Homestead, Miami, Key West, Everglades Nationalpark, Ft. Myers

Aufgrund zweier Nachfragen füge ich einige Bilder unseres Wohnmobils bei. Das Mobil ist 7,6 m lang, 2,45 breit, 3,65 hoch und wiegt 6 t. Es hat einen 5,7 l, 8 Zylinder Ford Benzinmotor mit 255 PS. Der Tank faßt 180 l. Es hat einen Benzingenerator zur Stromerzeugung, wenn Landstrom nicht vorhanden ist, eine Außendusche und alle Ver- und Entsorgungen können in der Regel über Schläuche direkt am Stellplatz vorgenommen werden.

Am Abend des nƤchsten freien Tages gab es ein gemeinsames Grillen.

Es folgte ein anstrengender Fahrtag, der mit 240 Meilen gar nicht so extrem lang war, allerdings ging es an den StƤdten Fort Lauderdale und Miami auf z. T. 7 spurigen Strassen vorbei, mit extrem viel Verkehr. Wir machten einen Schlenker zum Indian River Drive, am Atlantik entlang, durch Siedlungen mit extrem schicken HƤusern. 

Nach 6 Stunden erreichten wir dann unser Tagesziel, Florida City Homestead. Wir schienen früh genug losgefahren zu sein, denn abends beim Briefing erfuhren wir, dass ein Teil unserer Mitstreiter bis zu 10 Stunden gebraucht hatte, oder noch gar nicht eingetroffen war.

Miami stand auf dem Programm für den nƤchsten Tag. Morgens wurden wir per Bus nach        Bay Side Miami gebracht. Dort wartete ein Ausflugsdampfer auf uns, und wir unternahmen eine super Rundfahrt, am Finanzdistrikt vorbei, bis zu den Millionenanwesen der Reichen und Superreichen. Wir sahen die HƤuser von unter andern Gloria Estefan, Ricky Martin, Puff Daddy, Shakira, Mike Krieger (Instagram Gründer), Philipp Frost (Erfinder von Viagra).

Danach ging es zum Ocean Drive in South Beach. Dort gibt es die bekannten Art Deco HƤuser zu sehen und einen endlosen Strand.

Zum Schluß besuchten wir noch einen etwas neueren Bezirk Wywood. Hier haben sich Galerien und Künstler angesiedelt und den vorher heruntergekommenen Bezirk sehr attraktiv gemacht. Graffity Künstler haben beinahe jedes Haus mit ihrer Kunst dekoriert.

Dann folgte die Etappe, auf die ich mich schon die ganze Zeit gefreut hatte, die Fahrt über die Keys bis Key West. Ute hatte an diesem Tag auch Geburtstag. Die Fahrt war, wie erwartet. ausergewöhnlich.

Wir hielten an einigen schönen Stränden und gingen zum ersten Mal ins Wasser. Bei 27° Wassertemperatur kostete das keine Überwindung.

In Robbies Marina machten wir einen Halt und konnten zusehen wie Tarpunfische gefüttert wurden.

Den nächsten freien Tag nutzten wir, Key West auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem öffentlichen Bus ging es für 50 Cent, wir sind ja schließlich Seniors, in die Innenstadt. Dort schlenderten wir bis Mittag durch die Altstadt, die eine einzige Partymeile ist. Allerdings hat Key West einen eigenen Flair. Der kommt wahrscheinlich daher, dass sich Key West 1982 von den USA losgesagt hatte. Es erklärte sich für unabhängig und rief einen eigenen Staat, die Republik Concha (Fechterschnecke) aus. Dann erklärte es den USA der Krieg und ergab sich nach 1 Minute, nur um anschließend 1 Mrd. Dollar Wiederaufbauhilfe zu beantragen. Mit dieser Aktion schafften es die Key Wester, dass die USA die unseligen Kontrollstellen auf der einzigen Landverbindung abschafften. Diesen Freiheitsspirit tragen viele der rund 20.000 Einwohner noch heute in sich. Jedes Jahr gibt es ab 23.4., dem Unabhängisgkeitstag, eine tagelange Feierlichkeit. Concha unterhält weltweit auch einige Generalkonsulate, sogar eins in Bingen. Eigene Pässe werden auch ausgereicht, allerdings kann man nicht damit reisen. Wenn sich die Key Wester vom Militär bedroht fühlen, wehren sie sich: sie werfen Weißbrot, Toilettenpapier und spritzen mit Wasserpistolen.

Mit dem Uber ging es zurück zum Stellplatz, um etwas der schwülen Hitze zu entkommen. Dann am späten Nachmittag zogen wir wieder los, um pünktlich den weltberühmten Sonnenuntergang zu erleben. Hunderte von Zuschauern sehen ihn sich an, es kommen Strassenkünstler, Zauberer, Feuerschlucker zum Spot. Außerdem sieht man dort und in den Strassen dann wirklich verrückte Leute.

Die Rückfahrt am nƤchsten Tag verlief etwas anders als geplant. Wir hatten für 16 Uhr eine Glasbodenbootsfahrt in Key Largo reserviert und bezahlt. Also ließen wir den Tag locker angehen. Die Stops am Blue Hole und der kurze Spaziergang im Key Deer Nature Park waren unspektakulƤr und bei der schwülen Hitze auch nicht so angenehm. 

Am Sombrero Beach legten wir dann eine Pause ein und gingen baden. Dann ging es weiter, wir hatten noch reichlich Zeit bis zum Bootsstart, füllten unsere VorrƤte in einem Supermarkt auf und brachen auf zur letzten, etwa 47 Meilen langen Etappe. Nach 25 Meilen gerieten wir in einen Stau, der uns 1 1/2 Stunden Zeit kostete. Damit konnten wir die Bootsfahrt ad acta legen. Dann gerieten wir noch in ein tropisches Gewitter und kamen schließlich leicht genervt an unserem Stellplatz an. Hier verstƤrkte sich das Gewitter noch einmal und es gab tatsƤchlich Hagel. 

Wir starteten früh in Richtung Everglades National Park. Durch unsere Jahreskarte sparten wir wieder 30 $ Eintritt. Es waren wenig Besucher dort und Gott sei Dank auch keine Mücken. 

Die Fahrt durch die Everglades war sehr schön und bot ein gutes Kontrastprogramm zum Touristenrummel in Key West. Wir liefen einige sogenannte Boardwalks ab, dass sind Rundwege auf Stegen in unterschiedlichen Längen. Dabei stießen wir auch auf Alligatore und sogar auf eine Mutter mit Kind. Pause machten wir in Flamingo den südlichsten Ort der Everglades.

Unterwegs gerieten wir wieder in ein mƤchtiges Gewitter mit Starkregen.

Nach den Everglades ging es über den Tamiami Trail ins Naturschutzgebiet Big Cypress Preserve am Nordrand der Everglades. Hier lag auch unser Stellplatz.

Tags drauf ging es den Tamiami Trail, dem Damm zwischen Miami und Tampa, weiter Richtung Westen. Wieder gingen wir einige Boardwalks ab, die hier zuhauf angeboten wurden. 

Außerdem fanden wir das kleinste Postoffice der Welt.

In Naples machten wir eine Badepause im badewannenwarmen Ozean.

Noch ein Stück weiter und wir erreichten unseren Stellplatz in der Nähe von Fort Myers.

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3. Lebenszeichen Across America MƤrz 2022

23.3. bis 28.3.

Washington, Shallotte, Charlston, Savannah, St. Augustine, Daytona Beach, Cape Canaveral

Der nächste Tag war super anstrengend. Es war die mit 420 Meilen längste Strecke nach Shallotte in North Carolina. Erschwerend kam hinzu, dass wir 1 Stunde im Stau standen, da ein Fahrzeug auf der Interstate brannte, und der Verkehr fast durchgängig heftig war. So kamen insgesamt 10 Stunden Fahrt zusammen. Zur Belohnung durften wir dann auch noch auf einem Walmart Parkplatz übernachten, da auf unserem vorgesehenen Parkplatz Baumaterial lagerte. Eva, unsere Reiseleiterin hatte jedem von uns gestern beim Briefing allerdings zur Motivation einen Stick mit ihren Lieblingsliedern passend zum Roadtrip geschenkt. Fanden wir alle sehr nett. Überhaubt sind wir bisher mit unseren Reiseleitern Eva und Lukas sehr zufrieden. Sie sind immer ansprechbar, sympathisch und geben sich alle Mühe, uns für die nächsten Fahrtage ausreichend zu informieren.

Jetzt ging es nach Charlston. Leider ein Tag mit fast Dauerregen, was der ā€žPerle von South Carolinaā€œ, so wird Charlston auch genannt, ein wenig von ihrer Schƶnheit nahm. Wir befinden uns jetzt im Süden und es ist richtig warm geworden. In Charlston begann 1860 der amerikanische Bürgerkrieg. Auf unserer bisherigen Tour wurden wir pausenlos mit DenkmƤlern der verschiedenen Kriege, Kriegshelden, Soldatenfriedhƶfen, Schlachtfeldern oder militƤrischen, historischen GebƤude konfrontiert.

In Charlston parkte ich das Wohnmobil in einem für Wohnmobile freigegebenen Parkhaus. Durch eine kostenlosen Busfahrt durch die historische Altstadt bekamen wir einen Überblick und machten anschließend einen Spaziergang.

Tags drauf war Savannah in Georgia unser Ziel.

Unterwegs besichtigten wir Fort Pulaski, wo der amerikanische Bürgerkrieg endete und Tybee Island mit ihrem fantastischen Strand. Dort erwarben wir eine Jahreskarte für alle Eintritte der National State Parks oder angeschlossenen Sehenswürdigkeiten für 80$/Fahrzeug. Die Eintrittspreise hier sind happig. Für das Fort Pulaski wurden 35$ aufgerufen. Der Pass wird sich sehr schnell amortisieren.

Danach besuchten wir noch Tybee Island mit dem fantastischen Strand.

Nachmittags folgte noch ein geführter Stadtrundgang durch Savannah, eine wunderschöne, lebendige Stadt mit vielen alten Gebäuden. Danach hatten wir Freizeit und entdeckten im Marriot Hotel phantastische Edelsteine, in einer Größe und Vielfalt, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Die ganze Lobby war dekoriert mit diesen Exponaten. Der Besitzer hat 400 Millionen Dollar in das Hotel investiert. In der Baobab Lounge nahmen wir dann noch einen Drink.

Heute ging es nach St. Augustine im Sunshine State Florida, der Ƥltesten Stadt Amerikas. Wir sind endgültig im Sommer angekommen bei 25°C und hatten Glück, den letzten freien RV (Recreation Vehicle) Parkplatz zu ergattern, fußlƤufig von der historischen Altstadt gelegen. 

Natürlich ist auch hier ein Fort, das aus dem 17.Jh. und aus Naturmuschelkalk erbaute Castillo de San Marcos, eines der Sehenswürdigkeiten. Das Spanish Quarter ist touristisch. Sehenswerter für uns waren das Flagler College, die Kathedrahle und weitere sehr repräsentative Gebäude.

Daytona war unser nƤchstes Ziel. Auf einer Panoramastrasse am Atlantik entlang fuhren wir an schƶnen StrandhƤusern vorbei 70 Meilen bis Daytona Beach. Leider waren die Harley Davidson Weeks seit 2 Wochen vorbei, also beschlossen wir, den weltweit größten Harley HƤndler Bruce Rossmeyer zu besuchen. Im Showroom stehen auf 2 Etagen einige Hundert Harleys, vom Standardmodell über zum 69000 $ teuren Custommades bis hin zu historischen Modellen. Der Besuch hatte sich wirklich gelohnt. 

Danach ging es zum weltberühmten Daytona Beach auf dem man 10 Meilen fahren kann. Das mußten wir ausprobieren, obwohl vom Vermieter nicht erlaubt. 20$ Eintritt kostete der Spaß. Es war ziemlich voll, man steht von der Piste rechts, setzt sich dann vor sein Auto und beobachtet die vorbeifahrenden Autos. Nach einiger Zeit merkte ich, dass wir anscheinend die einzigen der Gruppe waren, die den Strand besuchten. Außerdem war kein Fahrzeug größer als unseres, geschweige denn schwerer (6 t). Da war ich dann beim Rausfahren doch etwas angespannt, aber alles ging gut. 

Unser Stellplatz liegt etwas außerhalb von Daytona im Tomoko State Park, sehr idyllisch, wie im Dschungel. 

Nach einer kürzeren Etappe am nƤchsten Tag, erreichten wir das Kennedy Space Center. Nach stolzen 55$ Eintrittsgeld/Person durften wir es auch betreten, nachdem wir noch schnell die 15$ Parkgebühr entrichtet hatten. Die Amis nehmen es von den Lebendigen. Wir unterstützen übrigens die ā€žnotleidendeā€œ Ɩlindustrie mit unserem Spritverbrauch und 4,20$/Gallone. Am besten nicht drüber nachdenken.

Im Kennedy Space Center verbrachten wir den ganzen Tag. Es gibt wirklich gut gemachte Filme mit Animationen zu verschiedenen Themen der Raumfahrt, natürlich auch die Geschichte der Mondlandung. Interessant war auch das Artemis Programm, das neue Mondlandungen beinhaltet, sowie die Erforschung und Landung auf dem Mars. 

Abends beim Briefing erfuhren wir, dass die Spring Breaker derart über die Strenge geschlagen haben, mit Schusswaffengebrauch, Schlägereien und Verletzten, dass der Gouverneur von Florida für Miami Beach und Umgebung eine Ausgangssperre für abends ausrief.

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