8. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

vom 30.12. 2018 bis 9.1.2019

Al Jazirah Al Hamra-Ras Al Khaimah-Fujairah-Hatta-Shinas-Sohar-Yangui-Nakhl-Wekan-Sawadi Beach-Barka-Muscat

Vor einigen Tagen hatte uns Valery in Kenntnis gesetzt, dass eine Programmänderung für Silvester geplant sei. Ursprünglich wollten wir in Fujairah feiern, da Dubai absolut überfüllt ist über Silvester und ein Nachhausekommen irgendwann in der Nacht unmöglich ist. Valery eröffnete uns, dass er, als wir in Musandam waren, nach Fujairah gefahren sei, um vor Ort die Lokalitäten in Augenschein zu nehmen. Diese gefielen ihm allesamt nicht, so dass er komplett neu planen musste. Unser neuer Spot hieß Bin Masjid Beach Resort im Emirat Ras Al Khaimah. Er hatte es geschafft, dort Parkmöglichkeiten zu finden und die Teilnahme an der Silvesterfeier mit Programm und Buffet zu ermöglichen. Das Beste war jedoch, dass dort das größte Feuerwerk der Welt stattfindet, dass 2018 ins Guinness Buch der Rekorde einzog.

Die Fahrt zum Bin Masjid Beach Resort war auf den Top Autobahnen kein Problem. Je näher wir uns unserem Ziel näherten, um so deutlicher wurde das Ausmaß der geplanten Feierlichkeiten an der Küste in Form von angelegten Parkplätzen für die zu erwartenden 100.000 Zuschauer.

Den 30.12. verbrachten wir im Resort, wo wir die Annehmlichkeiten genießen konnten.

Am 31.12. bekamen wir unsere Zutrittsbändchen und um 18 Uhr gings los. Wir erhielten einen eigenen Tisch mit Dekoration.

unser Tisch
Silvesterparty
Silvesterparty

Es wurde ein mindestens 200 m (nicht übertrieben) langes Buffet aufgebaut mit Allem, was das Herz begehrt, sehr kreativ und aufwendig dekoriert.

Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet
Buffet

Um 19 Uhr wurde das Buffet freigegeben und im Nanosekundenbereich schafften es die ca. 800 russischen Gäste des Resorts, die Optik des Buffets zu ruinieren. Sie wurden mal wieder ihrem Ruf nach nicht gerade guter Kinderstube gerecht. Die Speisen waren von Spitzenqualität und schmeckten hervorragend.

Auf der Bühne begann das Programm, zunächst mit LED Showtänzer, dann folgte eine Sängerin, dann eine Bellydance Show, einer Zaubershow und zum Schluss noch einmal 3 Sängerinnen. Dazwischen spielte der Dj Musik ein und ließ die Stimmung nicht absinken.

LED Tänzer
Bellydancer

Kurz vor 12 gingen wir zum Strand um das Feuerwerk zu genießen. So etwas hatte keiner aus der Gruppe je gesehen. Auf einer Länge von bestimmt 5 km, auf dem gegenüber liegendem Ufer, wurden 10 Minuten lang, in einer perfekten Choreografie wunderschöne Bilder gezeichnet. Die ganze Länge des gegenüberliegenden Ufers war illuminiert. Dazu wurden stehende Bilder gezeichnet, die aus 100derten von Drohnen stammten, die vernetzt durch Software gesteuert wurden.. Hatte ich noch nie zuvor gesehen. Es war einfach toll, mit einer solchen Silvesterfeier hatte keiner von uns gerechnet.

Feuerwerk
Feuerwerk
Feuerwerk
Feuerwerk
Feuerwerk

Der nächste Tag begann spät und ganz entspannt, da nur 90 km vor uns lagen. Es ging nach Fujairah an den Agga Beach, einem öffentlichen Strand, wo wir 1 Nacht stehen werden.

Wir gerieten mitten in einen Quadparcour und durften stundenlang die von Schalldämpfern befreiten Geräusche „genießen“. Als es dunkel wurde, schwand die Hoffnung, dass sie jetzt wohl nicht mehr fahren könnten – sie hatten Licht. Es gesellte sich eine Gruppe Araber in unserer Nähe, die noch einmal ein Feuerwerk abbrannten, laute Musik hörten und dafür sorgten, dass an geruhsamen Schlaf, nicht zu denken war.

Am nächsten Morgen brachen wir nach Hatta auf, einer Grenzstadt zum Oman, den wir am nächsten Tag erreichen werden.

Die Fahrt nach Hatta war entspannt, obwohl uns das Navi plötzlich an die omanische Grenze brachte und wir nicht genau wussten, wo wir eigentlich waren. Der freundliche Grenzer half gerne und nach einem Umweg von 5 km waren wir wieder on track.

Es ist geschafft. Nach 7500 km reisten wir in den Oman ein. Hier werden wir bis Ende Februar bleiben. Ab jetzt wird die Reise entspannter, die Etappen kürzer und wir werden öfters auch 2 oder 3 Tage an einem Ort verweilen.

Vorher besichtigten wir noch das Heritage Village in Hatta.

Heritage Village
Heritage Village
Heritage Village

Dann hieß es aus der VAE ausreisen und in den Oman einreisen. Erfahren wie wir mittlerweile sind, konnten uns die 5 Stunden Warterei nichts anhaben.

Unser erstes Ziel im Oman war Shinas, das wir bereits nach 45 km erreichten. Unser Stellplatz war wieder ein öffentlicher Naturpark in Meernähe. Endlich hatten wir einmal eine ruhige Nacht.

Die nächste Etappe unserer Reise führte uns 125 km nach Sohar. Unterwegs besuchten wir Mangan, das Kupferland der Sumerer. Hier konnten wir die Zikurrat bei Arja besichtigen, eine 4600 Jahre alte Stufenpyramide. Seit mehr als 5000 Jahren wird hier Kupfer abgebaut. In eine aktive Mine konnten wir dann noch einen Blick werfen.

Kupfermine
Kupfermine

Unser Stellplatz befand sich malerisch direkt am Strand des Golfs von Oman.

Im Laufe des Tages erfuhren wir, dass um 16 Uhr ein traditioneller Stierkampf in Sohar stattfinden sollte. Wir erkundigten uns, ob dieser hier im Oman blutig ausgetragen würde. Nein, wird er nicht. 2 Stiere messen lediglich durch Wegdrücken ihre Kraft.

Also fuhren wir zu der Arena. Wir waren die einzigen Ausländer und es waren keine einheimische Frauen zu sehen. 50 mächtige Stiere kämpften anschließend immer 1 gegen 1 gegeneinander. Sobald ein Stier abdrehte, war der Kampf zu Ende, oder nach etwa 3 Minuten. Dann wurden die Tiere getrennt um sie nicht unnötig stark zu erschöpfen. Alles in allem war dies sehr sehenswert, da es keine Touri – Veranstaltung war, sondern alte gelebte omanische Tradition. Außerdem sah man, wie fürsorglich die Besitzer mit den Tieren umgingen.

Die Athleten treffen ein
Die Arena
Stierkampf
Stierkampf

Am nächsten Tag sollte es zu einem Naturstellplatz im Hajar Gebirge in der Nähe von Yangui gehen.

Vorher besichtigten wir noch die Sultan Quaboos Grand Moschee von Sohar. Diese, im Jahr 2013 fertiggestellte Moschee war wieder ein optischer Genuß. Unglaublich der perfekte Pflegezustand des Parks und die prächtige Gebetshalle mit den prunkvollen Leuchtern.

Sultan Quaboos Grand Moschee
Sultan Quaboos Grand Moschee
Sultan Quaboos Grand Moschee
Sultan Quaboos Grand Moschee
Sultan Quaboos Grand Moschee

Danach machten wir uns auf den Weg über eine sehr schöne Strasse ins Hajar Gebirge.

Durch das Hajar Gebirge
Durch das Hajar Gebirge

Wir wußten, dass die letzten 4 km Schotterpiste waren und fanden die Koordinate, die uns den Schotterweg zeigt. Nach 1 km verlor das Navi die Route. Ich fuhr noch 2 km weiter. Die Piste wurde immer schlechter und das Navi wollte, dass wir umkehren sollten. Dann verkleinerte ich den Maßstab der Anzeige und sah, dass das Ziel nicht weit von unserer Positione entfwrnt war. Also fuhren wir weiter, bis wir von unserer Reiseleitung ein- und überholt wurden und sie plötzlich abbogen und stehen blieben. Das war also unser Stellplatz. Mitten im Nirgendwo, hier wären wir nie stehen geblieben. Wir suchten uns auf dem Geröllfeld einen Platz und bereiteten unsere Gemüseschiffchen fürs Grillen vor. Abends sollte es Lachs von der Reiseleitung geben und jeder sollte etwas vorbereiten für ein Grillbuffet.

Anfahrt zum Stellplatz

Lange mußten wir warten, bis der nächste kam. Alle die dann kamen hatten sich verfahren, waren in abenteuerliche Bergstrecken geraten, wo selbst der 14 Tonner von Kai Schwierigkeiten bekam. Die traurige Bilanz war dann eine abgerissenen Abwasserleitung und eine defekte Luftfederung. Herbert und Estelle hatten sich schon vorher abgemeldet, sie fuhren nach Muscat in die Mercedes Werkstatt, da sie ihre Motorprobleme durch den schlechten Diesel im Iran nicht in den Griff bekommen hatten.

Der Grillabend war super, vor einer beeindruckenden Kulisse des Hajar Gebirges bei einem kitschigen Sonnenuntergang. Anschließend gab es wieder open air Kino, einen Film über den Oman. Der Tag schloß mit einem fulminanten Lagerfeuer.

Grillabend
Max legt nach

Die nächste 190 km lange Etappe führte uns weiter durchs Hajar Gebirge über Rustag nach Nakhl.

unterwegs nach Nakhl

Der geplante Fotostop am Jebel Akhdar war aufgrund schlechter Lichtverhältnisse nicht zu dokumentieren.

Wir trafen uns nachmittags um mit Geländewagen knapp 1000 Höhenmeter zum malerischen Bergdorf Wekan zu überwinden. Die Fahrt und die Schotterstrasse waren mehr als abenteuerlich. Oben machten wir noch eine kleine Wanderung und hatten sehr schöne Ausblicke ins Tal und auf das Dorf.

Wekan
Wekan
Wekan

Danach fuhren wir nach Nakhl, wo wir vor dem Fort unseren Stellplatz bezogen.

Fort Nakhl

Am nächsten Tag besichtigten wir das Fort und fuhren anschließend zum Wagenwaschen. Für 10€ war diese Aktion dank 6 Wagenwäscher schnell erledigt.

Wagenwäsche

Danach wollten wir noch zu den heißen Quellen im Ort. Ich fand die Einstiegsstrasse nicht und fuhr immer weiter ins Dorf. Nachdem ich 3 Mal Utes Anweisung umzukehren ignoriert hatte, saß ich richtig fest – die Stimmung stieg! Ute stieg aus und lotste mich rückwärts durch die Strassen. Endlich waren wir draussen.

An den heißen Quellen genossen wir dann das kostenlose Fußpeeling durch die Knabberfische.

Knabberfische

Anschließend fuhren wir die letzten 60 km zum Sawadi Beach am Golf von Oman, wo wir direkt am Strand standen.

unterwegs zum Sawadi Beach
Sawadi Beach
Stellplatz am Sawadi Beach

Nachmittags unterhielten uns noch einige Motorschirmflieger mit ihren Manövern.

Motorschirmflieger
Motorschirmflieger

Der nächste Tag war ein reiner Entspannungstag am Meer. Nach einem gemütlichen Strandfrühstück und anschließendem Bad fuhren wir mit einem Boot die Küste entlang zu den kleinen vorgelagerten Inseln.

Bootsfahrt
Bootsfahrt
Bootsfahrt

Am Nachmittag machten wir bei Ebbe eine Wattwanderung zu der ersten Insel. Über Treppen erreichten wir den Wehrturm, von dem wir eine schöne Aussicht hatten. Zurück ging es über eine große Düne im Laufschritt.

Der nächste Tag begann erst einmal mit einem schönen Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang

Wir fuhren nach Barka, zum Fisch- und Gemüsemarkt. Hat uns beiden sehr gut gefallen, da kein einziger Tourist dort war und alles noch sehr ursprünglich abläuft. Es gibt einen Auktionator, dem die Fischer ihre Fische bringen und der diese dann versteigert. Das lief alles sehr entspannt ab und es wurde alles verkauft. Einen ganzen Thunfisch von 40 kg hätte man für umgerechnet 70 € kaufen können. Ich kaufte mir für 4 € eine große Scheibe Thunfisch und anschließend füllten wir noch eine große Tüte mit Gemüse und Salat. Diese gab ich dann dem Verkäufer um den Preis zu erfahren und zu bezahlen. Er lächelte und schenkte uns den ganzen Beutel. Wieder erfuhren wir Großzügigkeit und Gastfreundschaft gegenüber Fremden, wie schon auf der ganzen Reise.

Gemüsemarkt
Gemüsemarkt
Fischmarkt
Fischauktion
Fischauktion

Das nächste Ziel war der Besuch der Parfümerie Amouage. Diese rühmt sich, das teuerste Parfüm der Welt, das „Be Loved“ herzustellen. Wir erhielten eine kurze Einführung in die Parfümherstellung, dann ging es zum wichtigeren Teil, dem Verkauf. Ich glaube, keiner hat was gekauft, nur Valery, unser Reiseleiter.

das angeblich teuerste Parfüm der Welt

Dann folgte die letzte Etappe des Tages, es ging nach Muscat, wo wir die nächsten Tage auf dem Parkplatz des City Yachtclubs stehen werden.

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7. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

21.12. – 30.12.

Sharjah-Alman-Limm Al Qaiwain-Ras Al Khaimah-Jebel Jais-Dubai-Al Jazirah Al Hamra

Die Nacht auf dem öffentlichen Parkplatz an der Lagune war „lebendig“. Die Araber genießen es spät ans Wasser zu kommen und dort zu essen und laut zu palavern, gerne cruisen sie mit ihren großen Limousinen umher, um zu sehen und gesehen zu werden. Was sie absolut nicht mögen ist Stille. Da sind die Kulturen der Nordeuropäer und Araber nicht kompatibel. So verbrachten wir dann dort den Tag und wurden abends abgeholt zum Seabridge Essen.

Sharjah Lagune

Dies fand an der eleganten Al Majaz Waterfront im feinen „Shakespear & Co“ statt. Wir verabschiedeten Oleg, Ararat und Sirius, für die die Reise hier zu Ende ging. Unser neuer Reiseleiter ist Valery mit Hamdi als lokalem Guide und Alex als Helfer. Valery verabschiedete sich dann gleich für die nächsten 3 Tage, da er als Weißrusse kein Visum für Musandam erhält, obwohl Musandam zum Oman gehört. Für den Oman selbst erhält er eins.

Während des Essens konnten wir von unserer Terasse aus, die Wasserspiele an der Waterfront beobachten. Es hatte schon was von Dubai light.

Seabridgeessen an der Al Majaz Waterfront
Wasserspiele an der Al Majaz Waterfront
Wasserspiele an der Al Majaz Waterfront

Am nächsten Tag stand der Grenzübertritt in den Oman an. Das Ziel war Musandam, eine Exklave des Oman, an der Strasse von Hormuz. Dabei durchquerten wir die Emirate Alman, Limm Al Qaiwain und Ras Al Khaimah.

30 km vor der Grenze standen wir an einer roten Ampel. Plötzlich machte sich der neben uns stehenden Pkw durch Hupen bemerkbar und wild gestikulierende Insassen versprachen nichts Gutes. Die Gesten deuteten auf unser Wohnmobil, und als ich in den Aussenspiegel guckte, sah ich nur dichten, dunklen Rauch unter unserem Mobil hervorquellen. Ich fuhr rechts ran, und beim Aussteigen blieb mir die Luft weg, so stank der Rauch. Nachdem der Motor aus war, hörte auch der Qualm auf. Also brennen tun wir schon einmal nicht, war meine erste Schlußfolgerung. Aus der Formel 1 weiß ich, wenn starker Qualm das Fahrzeug verläßt, handelt es sich in der Regel um einen kapitalen Motorschaden. Dies war mein 2. Gedanke. Öl und Wasser waren allerdings in Ordnung, im Motorraum war auch nichts Ausergewöhnliches zu sehen, wir hatten keinen Leistungsverlust, und vorher gab es keine Warnhinweise auf dem Armaturenbrett.

Wie vereinbart, hingen wir eine Warnweste an den linken Aussenspiegel, was in der Seabridgesprache heißt: ich brauche Hilfe. Ute kontaktierte unser Reiseleitung und erfuhr, das auch Max liegen geblieben war und wir warten sollten. Die nächsten 3 Wohnmobile fuhren an uns vorbei, ohne zu halten, was wir nicht lustig fanden. 2 Araber hielten und erkundigten sich, ob sie helfen könnten. Wir bedankten uns und sagten ihnen, dass wir bereits Hilfe angefordert hätten.

Dann hielt Kai mit seinem Expeditionsmobil. „Probleme?“ fragte er, „kann man schon sagen“ antwortete ich. Gedanklich ging ich schon worstcase szenarien durch, wie kriegen wir das Womo mit totalem Motorschaden nach Deutschland, von wo und wann fliegen wir ab nach Hause, usw.

Nachdem ich Kai die Situation erläutert hatte, fragte er: „habt ihr einen Partikelfilter?“ Klar haben wir einen Partikelfilter. „Dann hat er ausgebrannt“, war sein Fazit. „Mach mal an“, forderte er uns auf und ich startete den Motor. Alles war in Ordnung, kein Qualm, kein schlechtes Motorgeräusch, kein Leistungsverlust, nichts. Mann, waren wir erleichtert. Wir lernten: wenn sich der Partikelfilter, der im Auspuff sitzt, zu verstopfen droht, infolge von zum Beispiel schlechtem Diesel, dann brennt er, bevor er komplett zu macht und eine Weiterfahrt dann nicht mehr möglich ist, die eingelagerten Schadstoffe aus. Das hatten wir wohl erlebt und konnten, nachdem wir allgemein Entwarnung gegeben hatten, die Weiterfahrt wie gewohnt fortsetzen. Allerdings hatten wir reichlich Nerven gelassen.

Die Grenze war gewohnt nervig, mit langen Wartezeiten.

Auf einer schönen Küstenstrasse fuhren wir dann nach Musandam und erreichten unseren Stellplatz, der malerisch am Bassa Beach gelegen war.

unterwegs nach Musandam
Strassenarbeiten
Bassa Beach
Bassa Beach

An dem Abend waren wir früh im Bett, da uns der Stress unterwegs doch einigermaßen mitgenommen hatte. Dem erholsamen Schlaf standen nur die feiernden Araber abends und die Fischer früh morgends im Wege, die die Boote um 5 Uhr zu Wasser ließen. Wir stellten dann das Wohnmobil um, in der Hoffnung, in der nächsten Nacht ruhiger zu schlafen.

Am Tag stand eine ganztägige Bootsfahrt durch die Fjorde vom arabischen Norwegen, wie es hier heißt, auf traditionellen Dhaw Holzbooten an. Unterwegs gab es ein Mittagsessen und Gelegenheit zum Schnorcheln. War eine sehr entspannte Fahrt, Gott sei Dank, bei ruhiger See.

Dhaw Fahrt
Dhaw Fahrt
Dhaw Fahrt
Dhaw Fahrt, Delphine
Dhaw Fahrt
Dhaw Fahrt
Dhaw Fahrthaw Fahrt

In dieser Nacht wurden wir von 14 Polizeibeamten beglückt, die ihr wöchentliches Treffen, mit Grillen und Tratschen neben unser Wohnmobil durchführten. Ute kriegte die Krise, ich auch. Wieder hieß es am nächsten Morgen umsetzen und hoffen.

Es war Heilig Abend und wir begannen ihn, mit einer freiwilligen kleinen Andacht an der Felswand und einem gemeinsam gesungenen Lied „Stille Nacht“. Dann kann ja heute Nacht nichts schiefgehen, dachte ich. Weit gefehlt. Plötzlich kamen 20 Pkws mit Asiaten und deren muslimische Frauen und Kindern aus VAE. Sie bauten Zelte auf, große Lampen und begannen ihren Kurzurlaub mit viel Hallo.

Wir ließen uns nichts anmerken und begannen unser gemeinsames Weihnachtsessen. Nachdem wir fast fertig waren, kam aus der Dunkelheit ein Glockengeräusch und ein Weihnachtsmann schlurfte mit einem dicken Sack auf dem Rücken in unsere Richtung. Der Weihnachtsmann entpuppte sich als Weihnachtsfrau, es war Iris, die im Auftrag für jeden, eine Tüte mit Obst, Süßigkeiten und eine Weihnachtsmütze von Seabridge überreichte. War ein gelungener Gag.

Heilig Abend
Heilig Abend
Heilig Abend
Heilig Abend
Weihnachtsfrau

Der Abend endete dann bei einem schönen Lagerfeuer am Strand.

Am 1. Weihnachtstag begrüßten uns erst einmal eine kleine Ziegenherde intensiv von der Felskante

wo sind die Ziegen?

Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung und wir versuchten mit der Hilfe von Ernst unser gerissenes Fliegentürgitter zu reparieren. Nach 2 Stunden gaben wir auf und beschlossen bei nächster „Langeweile“, die komplette Tür zu zerlegen und einen neuen Faden einzuziehen. Zum Glück gibt es hier keine Mücken.

Nachmittags bestiegen wir den Felsen und erfrfeuten uns an einer spektakulären Aussicht auf die Strasse von Hormuz und dem Bassa Beach.

Bassa Beach
Strasse von Hormuz
Strasse von Hormuz
Bassa Beach

Am nächsten Tag starteten wir früh, da wir uns schon um 8 Uhr an der Grenze zur VAE treffen wollten. Unterwegs gab es einen schönen Sonnenaufgang.

Die Abfertigung verlief diesmal überraschend reibungslos, und so konnten wir unsere Fahrt nach Dubai fortsetzen. Wir entschlossen uns einen 100 km langen Umweg zu fahren um die spektakuläre Bergstrasse zum Jebel Jais zu befahren. Dieser ist zwar nur 1300 m hoch, doch die haben es in sich. Die Strasse war ein Traum. Durch ein wildes Gebirge haben die eine super Strasse gebaut mit vielen Kehren in einem top Zustand.

super Bergstrasse zum Jebel Jais

Oben trafen wir noch einige Mitstreiter, die sich dies auch nicht entgehen lassen wollten. Wir blieben bis Mittag und aßen dort noch eine Pizza, die auch noch sehr gut war.

Jebel Jais
Jebel Jais
Aussicht vom Jebel Jais

Nach weiteren 180 km erreichten wir Dubai und steuerten erst einmal eine Mall zum Einkaufen an. Wir werden hier 4 Nächte stehen und volles Programm haben. Da ist fürs Einkaufen keine Zeit.

Wir standen im Mushrif Park, eine riesige Parkanlage in Dubai, die von den Einheimischen als Picknick- und Erholungsanlage genutzt wird.

Es standen 3 Tage sehr intensives Sightseeing auf dem Programm. Mit einem eigenem Bus und lokalem Stadtführer wurden die Ziele angesteuert. Wir sahen:

Dubai Mall, die größte Mall Arabiens mit 1300 Geschäften und den tanzenden Wasserfontänen an der Waterfront, den Burj Khalifa, von dessen 124. Stockwerk wir eine 360° Aussicht auf Dubai hatten, wir befuhren den Dubai Creek mit einem traditionellen Abra Boot zum Besuch des Dubai Museums, den Gewürz Souk, den Gold Souk, den Burj Al Arab, Jumeirah Beach, das Marina Viertel, die künstlich aufgeschüttete Palmeninsel mit dem Hotel Atlantis, Dubais Herrscherpalast Zabeel, den Madinat Souk, die Emirate Mall mit der weltberühmten Skihalle, der Al Batuta Mall mit den nachgemachten Marktstrassen aus Indien, Ägypten, Persien und Marokko, sowie Magic Gardens.

Zabeel Palast
Dubai Mall
Dubai Mall Eisfläche
Burj Kalifah
Aussicht vom Burj Khalifa
Aussicht vom Burj Khalifa
Aussicht vom Burj Khalifa im Hintergrund „The World“
Dubai Mall Waterfront
Dubai Mall Waterfall
Dubai Mall Aquarium
coole Polizei
Dubai Museum
Dubai Museum
Creek
Creek
Gewürz Souk
Gold Souk
Burj Al Arab
Jumeirah Beach
Skihalle Emirate Mall
Emirate Mall
Atlantis Hotel auf der „Palme“
President Suite im Atlantis 40000 $/Nacht
Dubai Marina
Dubai Marina
Magic Gardens
Magic Gardens
Al Batuta Mall

Alles in allem hat uns die Architektur der Stadt schon in ihren Bann gerissen, wobei die pure, verschwenderische Nutzung von Wasser, Energie und anderen Recourcen schon bedenklich stimmt. Das Wasser wird zum Beispiel durch riesige Meerwasserentsalzungsanlagen aus dem Golf gewonnen. Das Salz wird dem Meer wieder zugeführt, so daß der Salzgehalt stetig steigt und das Ökosystem im Golf irgendwann mal kippen wird. Das haben die Verantwortlichen auch erkannt und als Lösung werden am Indischen Ozean zukünftig die Anlagen gebaut und dort das Salz wieder ins Meer gekippt. Der durchschnittliche Wasserverbrauch eines Einheimischen ist 10 Mal größer als unserer.

Dubais Öleinnahmen betragen nur noch 7 % der Bruttoinlandproduktes. Das meiste Geld wird durch Handel und Tourismus gemacht. Es gibt einen Masterplan, der Dubai bis 2050 zur attraktivsten Stadt der Emirate und Arabiens entwickeln soll.

Uns hatte nach dem ersten Tag Dubai bei Nacht gefehlt und so sind wir am 2. Tag nicht mit zurück gefahren, sondern an der Dubai geblieben, um die Wasserspiele und die Skyline bei Nacht zu erleben. Das war eine gute Entscheidung. Sowohl die Wasserspiele als auch die Lightshow des Burj Khalifa waren sehenswert.

Wasserspiele Dubai Mall
Wasserspiele Dubai Mall

 

Burj Khalifa
Burj Khalifa
Burj Khalifa

Als wir zu mit dem Taxi zum Stellplatz wollten, warteten am Taxi pick up ca. 500 Menschen. Ich dachte mich trift der Schlag, da der Park um 22 Uhr die Tore schließt und wir Schwierigkeiten erwarteten, rechtzeitig zurück zu sein. Ob ihrs glaubt oder nicht, nach 20 Minuten saßen wir im Taxi. Das Ganze ist unglaublich gut organisiert und die Taxikapazitäten sind gigantisch.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von der verrückten Stadt, wir fuhren nach Al Jazirah Al Hamra, wo wir in einem Beachclub Silvester feiern werden.

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6. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

11.12. – 20.12.

Yadz-Pasargadae-Persepolis-Shiraz-Salif-Bandar Abbas-Fähre Persischer Golf-Sharjah

Die Nacht im Hotelbett war ok, aber es gefällt uns im Womo mittlerweile besser. Es gab auch ein landestypisches Frühstück und dann ging es zur Stadtbesichtigung von Yadz.

Yazd ist eine der ältesten und trockensten Städte im Iran. Die Altstadt wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Es regnet praktisch überhaupt nicht, und das Wasser wurde früher durch teilweise 100 km lange Wasserkanäle, sogenannte Qanats, aus dem Gebirge geleitet. Die Häuser wurden und werden durch Windtürme belüftet und gekühlt.

In Yazd wurde Zarathustra geboren, der iranische Priester, der nach 10-jähriger Meditation die erste monotheistische Religion, den Zoroastrismus begründete. Dies geschah etwa 1700 Jahre vor Christi und damit weit vor der Einführung des Islams. Noch heute gibt es hier und in Mumbai zoroastrische Gemeinden, die in ihren Feuertempeln beten und ihren Ritualen nachkommen.

Zunächst besuchten wir den Feuertempel von Yazd, der zwar noch nicht alt ist, aber dessen Feuer angeblich schon über 1000 Jahre brennt. Wir sahen auch den Feuermeister, von Kopf bis Fuss in weiss gekleidet, der das Feuer pflegt.

Feuertempel von Yadz
1000 Jahre altes Feuer (leider nur hinter Glas zu fotografieren)
Der Feuermeister bei der Arbeit

Danach besuchten wir die Freitagsmoschee.

Freitagsmoschee

Nach einer Stärkung in der Altstadt fuhren wir zu den Türmen des Schweigens. Hier wurden noch bis in die 60er Jahre die Toten zu den Türmen hinaufgeschleppt, dort abgelegt, den Geiern buchstäblich zum Fressen überlassen, danach wurden die Knochen mit Säure gereinigt und den Angehörigen übergeben, die sie dann in kleinen Felshöhlen bestatteten.

Altstadt
Altstadt
Türme des Schweigens
Türme des Schweigens
Türme des Schweigens

Die letzte Station in Yadz war der Besuch des Dolatabad Gartens, ebenfalls ein UNESCO Weltkulturerbe und des Badgir, dem höchsten Windturm der Welt.

Dolatabad Garten mit Badgir

Nach einer weiteren Hotelnacht starteten wir unsere heutige Etappe über 390 km nach Persepolis.

Über eine super Autobahn ging es durch Geröllwüsten, über Pässe des Zagrosgebirges auf 2500 m hoch, zunächst bis nach Pasargadae. Auch heute hatten wir wieder eine besondere Begegnung. Diesmal mit der Polizei. Ich war zu schnell und wurde rausgewunken. Der Polizist kam an Utes Fenster und fragte uns: How are you? Das war auch der einzige Satz, den er wohl in Englisch konnte. Er hatte schon Formulare in der Hand, die wohl als Strafzettel Verwendung finden. Er rang nach Worten und fragte dann: Farsi? Nein, Farsi sprechen wir nicht. Unglücklich stieg er von einem Bein auf das andere. Dann meinten wir verstanden zu haben, dass er wissen wollte, woher wir kämen. Als wir Germany sagten, lächelte er und wir durften weiter fahren.

unterwegs Richtung Persepolis
unterwegs Richtung Persepolis
unterwegs Richtung Persepolis

Ach ja, Utes netter LKW Fahrer von vorgestern meldete sich telefonisch bei Ute und wollte nur wissen, ob es ihr, mir und dem Auto gut geht.

Zunächst war Mittagspause angesagt, und auf dem Pausen-Parkplatz halfen wir zunächst Einheimischen, ihr Auto anzuschieben. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei den Leuten um die dortigen Laden- und Teestubenbesitzer, so tranken wir bei ihnen und in ihrem sehr netten Lokal in PasargadaeTee und warteten, bis alle eingetroffen waren.

Pasargadae war 550 vor Christus eine altpersische Residenzstadt. Sie wurde von Kyros II gegründet. Kyros II war ein Utopist. Er befreite die Juden in Babylon. Anders als üblich erlaubte er neben seiner zarathustrischen Religion auch die Ausübung anderer Religionen und verbot die Diskriminierung Anderer aufgrund Herkunft, Hautfarbe, Religion, man könnte sagen, er führte als einer der Ersten die Menschenrechte ein. Sein Reich erstreckte sich zur Blütezeit von Indien über Pakistan bis Ägypten. Er wurde bei einem Feldzug gegen Nomaden tödlich verletzt. In Pasargadae stehen die Reste seiner Stadt und sein Grab ist noch in einem guten Zustand und zu besichtigen.

Grab von Kyros II.

Am späten Nachmittag konnten wir auf unserem Weg noch die Königsgräber von Naqsch-e Rostam anschauen. 4 achämenidische Großkönige sind dort begraben – unter anderem Darius I. – der das erste Felsengrab ca. 500 vor Christus meißeln liess. Es sind auch noch Reliefs zu erkennen mit Kampfszenen und von Mitgliedern des jeweiligen Hofstaates.

Königsgräber von Naqsch-e Rostam
Königsgräber von Naqsch-e Rostam
Königsgräber von Naqsch-e Rostam
Königsgräber von Naqsch-e Rostam
Königsgräber von Naqsch-e Rostam
Königsgräber von Naqsch-e Rostam

Danach waren es nur noch 10 km zu unserem auf dem Parkplatz von Persepolis gelegenen Stellplatz.

Stellplatz in Persepolis
Morgenbriefing

Um 9 Uhr begann unsere Besichtigung von Persepolis. Wir erfuhren, dass Persepolis ca. 500 vor Christus von Darius I. gegründet wurde und eine der Hauptstädte des achämenidischen Reichs war. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser“.  330 vor Christus wurde die Stadt von Alexander dem Großen brutal zerstört, alle Palastschätze von ihm geraubt und mit tausenden Kamelen abtransportiert.

In Persepolis wurden Meisterwerke der Baukunst geleistet. Das wird einem erst richtig bewußt, wenn man sich eine dort auszuleihende 3 D Brille aufsetzt. Man kann dann den Originalzustand der Stadt und der Paläste in der damaligen ganzen Pracht erleben. Einfach sagenhaft, was die damals in der Lage waren zu bauen.

Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis
Persepolis

Die Besichtigung dauerte 3 Stunden, und dann brachen wir auf nach Shiraz, dem heutigen Tagesziel. Vorher galt es wieder Diesel aufzunehmen, den Oleg in der Zwischenzeit organisiert hatte.

Unser Stellplatz war erneut auf einem Hotelgelände und wieder durften wir Hotelzimmer beziehen. Die waren diesmal noch besser als vorgestern. Es waren Appartements im Maisonette-Stil, unten ein großzügiger Wohn- und Küchenbereich mit Riesen-Fernseher, einem modernen Bad mit Wellness-Dusche , oben in der 1. Etage ein großzügiges Schlafzimmer mit 3 Betten.

Shiraz ist die Hauptstadt von der Provinz Fars, liegt auf 1550 m, gewann mit Eröffnung des Suez-Kanals Bedeutung und hat heute 1,9 Mio. Einwohner. Sie gilt als eine der grünsten Städte Irans.

Zunächst besichtigten wir die Khan Zitadelle. Khan war der Herrscher Persiens im 18. Jahrhundert, bescheiden und beliebt. Die Zitadelle diente ihm als Regierungssitz und privater Palast.

Khan Zitadelle
Khan Zitadelle, Hamam
Khan Zitadelle, Hamam

Danach fuhren wir zum Mausoleum von Hafis. Hafis ist der bedeutendste Dichter und Mystiker Irans. Sein Werk „Diwan“ kennt jeder Iraner und selbst Goethe war von ihm sehr beeindruckt. In Weimar gibt es ein Hafis- Goethe- Denkmal.

Mausoleum von Hafis
Garten des Mausoleums von Hafis
Wahrsager, der Sittich zieht eine Karte

Danach galt es noch einzukaufen und die Wäsche abzuholen, die wir beim Hotel abgegeben hatten.

Anschließend fuhren wir Gas tanken an einer, wie Oleg sagte, halblegalen Gastankstelle. Ich kam nicht nahe genuug an die Zapfpistole und mußte über eine Betonplatte fahren, die über einem Wassergraben lag und genauso breit war, wie meine Spur. Da kamen Gedanken hoch an Christoph und seinem Erlebnis. Alle Adapter passten nicht. Das Gas floß und zischte aus allen Verbindungen. Der Tankwart bastelte weiter, und schließlich hielt die Verbindung. Mann, war ich froh, als wir da wieder raus waren.

Der nächste Tag stand unter dem Motto „Winter ade“. Wir fuhren vom Hochplateau runter an den Persischen Golf. 25 Grad C wurden versprochen, und so machten wir uns auf die 350 km lange Reise. Die Fahrt war landschaftlich wieder ein Genuß.

Unterwegs besuchten wir noch den Ardashi Palast. König Ardashir war der Begründer der Sassaniden (224 v. Chr. – 642 n. Chr.). Sein Reich war das 2. persische Großreich.

Ardashi Palast
Ardashi Palast
Ardashi Palast

Wir durchfuhren wieder Geröllwüsten und mußten noch einige Pässe passieren, bis wir in Salif einen Stellplatz direkt am Meer erreichten.

unterwegs nach Salif
unterwegs nach Salif
unterwegs nach Salif
unterwegs nach Salif

Da hieß es sofort, die Badehose anziehen und hinein ins Meer. Es war wunderbar, Meer und Luft 25 GradC. So wird es jetzt bleiben, und vor allem werden die Nächte ab jetzt milder.

so läßt es sich aushalten
so läßt es sich aushalten
so läßt es sich aushalten
unser Stellplatz am Meer
Iranische Besucherinnen (bekamen eine Fahne)
Strand am Stellplatz

Unterwegs trafen schweizer Mitreisende noch ein fahrradfahrendes Pärchen, die sich dann zu uns gesellten. Sie waren in Hamburg gestartet und seit Juli unterwegs. Ihre nächsten Ziele sind Oman, Indien, Nepal und Thailand. Zu Hause haben sie alles aufgelöst und fahren open end.

Fernradler aus Hamburg

Wir erhielten eine Nachricht von Oleg, dass Sirius in Salif Freunde getroffen hatte, die ihm Fisch für die Gruppe geschenkt hatten. Jeder erhielt eine Portion Barakuda und Makrele. Damit war der erste gemeinsame Grillabend gesichert, für den wir eine lange Tischreihe aufbauten und natürlich auch die Radler einluden.

Die nächsten Tage dienten dazu, sich dem Grenzhafen Badar Abbas anzunähern. Über wieder einer sehr schönen Küstenstrasse erreichten wir nach 300 km Bandar Lengeh, wo wir 2 Nächte verbrachten. Vorher ließen wir noch das Wohnmobil für 5 € waschen. Oleg und Sirius fuhren 1 Tag vor uns zur Grenze, um die Ausreise vorzubereiten.

unterwegs nach Bandar Abbas
unterwegs nach Bandar Abbas
unterwegs nach Bandar Abbas
Wohnmobilwäsche von Abdullah

Wir folgten am nächsten Tag. Um 11 Uhr waren wir am Hafen von Bandar Abbas. Die Fähre über den Persischen Golf, sollte um 18 Uhr gehen. Um die Wartezeit zu verkürzen besorgte Sirius einen Kleinbus und wir fuhren noch etwas essen. (Lammhals)

Restaurant in Bandar Abbas
Restaurant in Bandar Abbas

Dann begann die Warterei. Es wurde 18, 19, und 20 Uhr. Endlich durften wir auf die Fähre fahren. Die Auffahrt war dermaßen steil, dass ich rückwärts schräg einfahren mußte. 2 Mann lagen auf dem Bauch und leuchteten unter das Wohnmobil, um mich vor Aufsetzern zu warnen. Alles ging schließlich gut.

unsere Fähre nach Sharjah

Es wurde 21, 22 und schließlich 23 Uhr, ehe die Fähre ablegte. Dann warteten wir noch mal 1 Stunde, ehe wir zu unseren Mobilen durften, um dort zu schlafen. Da es keine Kabinen gab, blieben alle anderen Gäste im Tagesraum.

Die See war ruhig und am nächsten Tag kamen wir um 11 Uhr in Sharjah an und konnten von Bord. Um 20 Uhr abends waren dann endlich alle notwendigen Formalitäten erledigt, und wir fuhren auf einen Parkplatz an der Lagune von Sharjah, wo ich mich gleich mal im Sand festfuhr.

Hafen von Sharjah
Hafen von Sharjah

Nach diesen Grenzerlebnissen, weiss man, was man an der Freizügigkeit in Europa hat.

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5. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

4.12. – 10.12.

Lenkoran-Astara-Bandar Anzali-Teheran-Isfahan-Yadz

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Einreise in den Iran. Oleg hatte uns auf einen Tag der Geduld eingestellt. Obwohl es bis zur Grenze nur 30 km waren, plante er den ganzen Tag für die Ausreise und Einreise ein.

Vor unserem Treffpunkt an der Grenze um 8:30Uhr sollten alle noch einmal volltanken. Der Diesel im Irak ist qualitativ Euro2 bestenfalls Euro3 und nur in Ausnahmefällen Euro4. Es wird ab jetzt mit Fahrzeugproblemen gerechnet, da der Schwefelanteil so groß ist, dass das Abgasreinigungssystem neuerer Fahrzeuge streiken könnte. Wir sind alle gespannt was uns diesbezüglich erwartet.

Die Ausreise aus Aserbaidschan und die Einreiseformalitäten in den Iran, fasse ich mal so zusammen: sehr entspannt für uns, sehr stressig für unsere Helfer. Insgesamt 8 Personen kümmerten sich ausschließlich um uns und nach 7 Stunden hatten wir alle Stempel und konnten aus- bzw. einreisen. Der Service unserer Reiseleiter war wieder vorbildlich. Wir wurden mit Keksen versorgt, erhielten bei der Ausreise wieder die neue SIM Karte, eine Iran Strassenkarte und 6.000.000 Rial, was 50€ entsprach. Außerdem legten wir unsere Namensschilder in arabischer Schrift ins Führerhaus und erhielten einen iranischen Bittext um gegebenenfalls um Diesel zu bitten..

Ute
Manfred
Arme Touristen bitten um etwas Diesel

Der Stellplatz war nur 10 km von der Grenze entfernt in Astara auf einem Hotelgelände.Abends hatten wir unser erstes Iran Briefing und lernten unseren iranischen Reiseleiter Sirius kennen. Wir erfuhren, dass die Währung von einer starken Inflation belastet ist. 125000 Rial entsprechen 1 Euro. Medizin, Brot, Gas und Benzin werden staatlich subventioniert. So kosten 20 l Diesel 1€. Die nächsten Tage werden wir nicht kochen, da es hier für uns preiswerter ist essen zu gehen.

Von Astara fuhren wir dann am nächsten Tag 150 km nach Bandar Anzali. Bandar Anzali hat den ältesten Hafen am Kaspischen Meer. Es ist ein Ferienort für die Iraner. Für uns war er in erster Linie eine Zwischenstation auf dem Weg nach Teheran.

Mit einem Bus fuhren wir zum Markt, wo Fische, Obst und Gemüse feil geboten wurden. Danach gingen wir in ein Restaurant und aßen zu Abend.

Bandar Anzali
Fischauktion
ehemaliger Schah Palast

Am folgenden Tag standen 370 km auf dem Programm. Als wir um 8 Uhr starteten waren wir die Letzten. Zunächst quälten wir uns 80 km auf einer Landstrasse durch die kleinen Städte. Dann erreichten wir endlich die Mautautobahn: Mautkosten etwa 40 €Cent. An der letzten Station fragte uns der Beamte woher wir kamen. Als wir Germany sagten, strahlte er und winkte uns ohne zu kassieren durch.

Iran ist für uns das bisher freundlichste und gastgeberischste Land, was wir bisher kennengelernt haben. Von überholenden Fahrzeugen aus wird fast immer interessiert Blickkontakt aufgenommen, gelächelt und gewunken. Ist man auf der Strasse unterwegs, wird man häufig angesprochen ( nicht nur von jungen Leuten) und gefragt, wo man herkommt, wie lange man bleibt und wie es einem gefällt. Besonders die Deutschen sind hier sehr beliebt und man hört häufig: welcome to my country.

Aus der Gruppe gibt es einen Todesfall zu vermelden. Eine Maus hatte sich bei einem unsere Mitreisenden häuslich eingerichtet und wurde in der Nacht Opfer einer auf dem Markt erstandenen Mausefalle. Per Whatup wurde der Jagderfolg am Morgen gemeldet.

In Teheran auf den letzten 50 km gerieten wir in das dort wohl alltägliche Verkehrschaos. Der Wahnsinn, es gelten keine Regeln und mit keine meine ich keine. Vollgas wo es geht, jede Lücke wird sofort genutzt und aus 4 Spuren macht man locker 6. Als Fahrer ist man so konzentriert, dass einem der Wahnsinn nicht so auffällt, aber die Beifahrer leiden, da sie von hinten kommenden Kamikazefahrer überrascht werden. Diese Art des Autofahrens scheint die Iranern aber in keiner Weise auszulasten, denn 80 % aller Fahrer sind intensiv mit ihren Handys beschäftigt und reagieren erst, wenn gehupt wird.

Wir fanden dann unserer Stellplatz auf dem großen Parkplatz vor der Imam Khomeni Moschee, eine 1830 gebaute Moschee, die nach dem Tode Khomenis umbenannt wurde und wo sein ausgestellter Sarg das Ziel vieler Pilger ist.

Abends besichtigten wir das imposante Gebäude. In der riesigen Gebetshalle fand gerade das Abendgebet statt. Neben den Betenden spielten Kinder, saßen Familien zusammen und unterhielten sich, schliefen Obdachlose und Touristengruppen photographierten, alles in allem ein buntes Treiben, dass ich so nicht erwartet hatte.

Imam Khomani Moschee
Imam Khomeni Moschee
Imam Khomeni Moschee
Imam Khomeni Moschee

In der Nacht regnete es sehr stark. Der Morgen war dagegen trocken und es schien die Sonne. Es stand die Stadtbesichtigung Teherans an und Sirius bemerkte, dass wir großes Glück mit dem Wetter hätten, da der Smog weggewaschen wurde und solch eine reine Luft den Tag über bestehen würde, da Freitag und arbeitsfrei sei.

Teheran hat offiziell 12 Mio. Einwohner, inoffiziell sollen es aber 17 Mio. sein. Der Verkehr ist komplett chaotisch und bei 80 Mio. Einwohnern hat der Iran 28000 Verkehrstote, ca 10 mal mehr als in Deutschland zu verzeichnen.

Wir starteten mit dem Besuch des Golestan Palastes, dem ältesten historischen Monuments Teherans. Er wurde im 16 Jarhundert gebaut und diente den Herrschern als Residenz. Für den letzten Schah von Persien Reza Pahlavi, diente er als repräsentativer Sitz für wichtige Zeremonien. Er ist unglaublich prächtig mit Spiegeln, Mosaiken und Malereien geschmückt.

In den ersten Jarhunderten der Nutzung verhungerte das Volk aufgrund des pompösen Lebensstil durch die Herrschergeschlechter.

Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast
Golestan Palast

Nach einem Bummel über einen Markt und Stärkung in einem Restaurant, fuhren wir zum Borj-e Milad Turm. Er ist mit 435 m der sechsthöchste Fernseturm der Welt. Von etwa 300 m hatten wir eine phantastische Aussicht über die Stadt und in das Elburz Gebirge.

Borj-e Milad Turm
Teheran mit Elburz Gebirge
Teheran mit Elburz Gebirge
Teheran mit Elburz Gebirge

Danach war Einkaufen angesagt, da unsere Vorräte zur Neige gingen. Langsam gerieten wir in den Rückreiseverkehr und brauchten lange bis wir das Shoppingcenter erreichten.

Es folgte noch eine Runde um das Wahrzeichen des modernen Teherans, dem Freiheitsturm. Dann erreichte der Verkehr wieder volle Stärke und wir schlichen zurück zu den Mobilen.

Für Oleg und Sirius war der Tag aber noch nicht zu Ende. Am Morgen berichteten sie uns, dass plötzlich das Tankprozeder geändert wurde und wir Gefahr laufen, keinen Diesel mehr zu bekommen. Aufgrund der starken Subventionen für Diesel, ist dieser zu einem einträglichen Schmuggelprodukt geworden. Die Regierung versuchte mit Tankkarten für die LKW Fahrer und Kontingent an den Tankstellen dem Einhalt zu gebieten. Dies scheint nicht zu funktionieren, und seit heute sind die Tankkarten an den Tankstellen ungültig und die LKW Kontingente halbiert. Da wir keine Tankkarte haben, bekommen wir auch keinen Diesel. Wir hatten aber fast alle gestern unsere Tanks kurz vor Teheran noch einmal aufgefüllt, so dass wir die morgige Strecke bis nach Isfahan schaffen werden.

Oleg und Sirus werden schon heute abend die 450 km zurück legen um morgen im Ministerium für uns 2000 l Sonderkontingent zu erhalten. Wir würden dann über Koordinaten die mögliche Tankstelle erfahren und hätten dann wieder Sprit für die nächste Etappe. Es bleibt spannend.

Als Letzte starteten wir am nächsten Tag die 450 km Etappe nach Isfahan. Der Parkplatzwärter öffnete die Schranke nicht, lächelte uns an und begann ein Lied zu singen. Dann mußte ich eine Textpassage auswendig lernen und erst als ich sie einigermaßen gesungen hatte, öffnete er und wünschte uns alles Gute.

Die Fahrt bei Sonnenschein auf einer perfekten Autobahn war ein Genuß. Über Qom, dem geistigen Zentrum der Schiiten, fuhren wir teils durch die Geröllwüste, teils bis auf 2200 m durch die Berge.

auf dem Weg nach Isfahan
auf dem Weg nach Isfahan
auf dem Weg nach Isfahan

50 km lang verfolgte uns ein weißer Personenwagen mit einem einzelnen Iraner. Er fuhr meistens im toten Winkel oder hinter uns, überholte uns aber nicht – das nervte. Dann endlich bog er auf eine Tankstelle und wir waren ihn los – dachten wir.

Wir machten Mittagspause, saßen in unserem Wohnmobil und aßen einen leckeren Salat. Da sagte Ute: Da ist er wieder. Tatsächlich, das weiße Auto hielt vor uns. Kurze Zeit später klopfte es. Ich machte auf und ein Iraner wollte in schlechtem Englisch wissen, ob wir nach Yazd reisen würden. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass wir in etwa 7 Tage dort sein werden. Er wollte uns unbedingt zu sich, seiner Familie und seiner Mutter einladen und uns Yadz zeigen, seine Heimatstadt. Ich sagte ihm, dass wir in einer Gruppe reisen und leider nicht zu ihm kommen könnten. Er war untröstlich. Um ihn ein wenig aufzuheitern schenckten wir ihm eine unserer Deutschlandfahnen, die wir als kleine Giveaways mitgenommen hatten. Da hatten wir was angerichtet. Er freute und bedankte sich und wir verabschiedeten uns. Wir hatten gerade angefangen weiter zu essen, da klopfte es. Er brachte uns Brot als Gegengeschenk. Wieder verabschiedeten wir uns freundlich. Nach kurzer Zeit klopfte es wieder, er brachte uns das eingefrorene Essen, dass seine Mutter für ihn zubereitet hatte. Unglaublich, wir nahmen dankend an und sagten wieder Good bye. Danach klopfte es wieder, er brachte uns einen Sack Kartoffeln, wieder mit Freude und ehrlichem Interesse an uns. Es folgte die Verabschiedung und nach kurzer Zeit…………..richtig, es klopfte wieder. Er bat um ein Foto mit uns. Wir baten ihn herein und er machte mit seinem Handy ein Selfie mit uns. Dann umarmte er mich, küßte meinen Kopf und ging. Wir waren sprachlos. Dann fiel uns ein, dass wir gar kein Foto von ihm hatten. Also stiegen wir aus und machten vor dem Womo ein Foto. Wieder Umarmung und Händeschütteln. Wir saßen kaum, da klopfte es. Er reichte uns einen Zettel herein mit seiner Telefonnummer und bat uns das Foto per Whatsup zu senden. Soviel spontane Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit ist uns auf unseren bisherigen Reisen noch nicht begegnet.

Iranisch/Deutsche Völkerverständigung

An den diversen Mautstellen wurden wir gefragt woher wir kämen, als sie Germany hörten, winkten sie uns durch, ohne dass wir etwas zahlen mußten.

Zwischenzeitlich waren Oleg und Sirius in Sachen Dieselversorgung tätig gewesen. Sie funkten die GPS Daten einer Tankstelle durch, wo sie für jeden 100 l Diesel möglich gemacht hatten.Diese fuhren wir auch an und ich tankte 70 l für 4€.

Als wir nach einer verkehrsbedingten, hektischen Schlußetappe in Isfahan am Stellplatz ankamen, konnten wir nicht auf die vorgesehenen Plätze, da Christoph in einen frisch ausgehobenen Kanalgraben einbrach, der durch Betonplatten abgedeckt war. Jede Menge Leute waren bereits beschäftigt, den Graben wieder zuzuschütten, um festen Grund unter den frei hängenden Räder der Hinterachse zu bekommen. Ein Versuch dann selbst aus dem Graben zu kommen scheiterte. Also machte sich eins unserer Dickschiffe ans Werk. Mit einem Bergegurt schaffte Michael es, ihn zu befreien. Der Graben wurde dann ganz zugeschüttet und mit Schwung fuhren wir dann alle über ihn.

Christophs Pech
Die Lösung

Abends gab es wieder ein Seabridgeessen im 5 Sterne Abbasi Hotel, das nach eigenem Bekunden das älteste Hotel der Welt sein soll. Es ist eine umgebaute alte Karawanserei. Alles ist vom Feinsten und auch das Essen war wieder, zu dezenter Klaviermusik, ausgezeichnet. Diesmal gewann bei mir das Dessert: Safraneis mit Pistazien.

unsere bescheidene Tafel
Abbasi Hotel Lobby
Abbasi Hotel Restaurant
Abbasi Hotel kleiner Speiseraum
Abbasi Hotel Innenhof
Abbasi Hotel Innenhof

Auf der Rückfahrt machten wir noch an 2 Brücken einen Fotostop.

Khaju Brücke
33 Bogenbrücke

Nachts hatte uns der Frost wieder eingeholt, Isfahan liegt auf 1500 m. Dafür gab es am Tag Sonne pur und die Temperaturen stiegen auf 16 Grad C im Schatten. Isfahan hat ca. 3 Mio. Einwohner und gilt als grünste Stadt des Irans mit mehreren Paradiesgärten. Sie war früher Hauptstadt und gilt als Zentrum der Kunst mit mehreren Universitäten.

Mit dem Bus begannen wir unsere Besichtigungen mit der Lotfullah Moschee auf dem Imam Platz. Dieser dient früher als Poloplatz und ist einer der größten Plätze der Erde. Die Lotfullah Moschee wurde im 17. Jahrhundert von Schah Abbas I. errichtet und diente als Privatmoschee.

Imam Platz

 

Lotfullah Moschee
Lotfullah Moschee
Lotfullah Moschee

Danach besichtigten wir die Imam Moschee. Auch diese wurde im 17. Jahrhundert errichtet und gilt als Meisterwerk islamischer Baukunst.

Imam Moschee
Imam Moschee

Es folgte der Ali Qapu Palast, der wieder von Schah Abbas I. erbaut wurde und eine wunderschöne Veranda zum Imam Platz hat, sowie im obersten Stockwerk ein Musikzimmer, deren Deckenkonstruktion die Schallbildung beim Musizieren verhinderte.

Ali Qapu Palast
Ali Qapu Palast (Musikzimmer)
Ali Qapu Palast (Musikzimmer)

Es folgte eine Mittagspause, die wir in einem iranischen Restaurant halb im Liegen einnahmen ( wer kann heute noch bequem im Schneidersitz essen?). Danach besuchten wir den großen Basar unmittelbar am Platz.

Basar
Basar
Basar
Basar

Den Abschluß bildete der 40 Säulenpalast (Tschehel Sotun).

Tschehel Sotun
Tschehel Sotun
Tschehel Sotun

Abends gab es noch überraschend ein kleines Konzert traditionell iranischer Musik. Es wurden auf der Tonbak, einer Blechtrommel, der Daf, einer Schellentrommel und auf der Ney, einer Langflöte ohne Mundstück gespielt.

iranische, traditionelle Musiker

Die nächste 370 km Etappe unserer Reise führte uns nach Yadz. Das Thema Diesel begleitet und ja seit einigen Tagen und Oleg versuchte ein Tankstelle in Yadz zu finden und dort Diesel zu organisieren. Wir sollten unterwegs die Koordinaten bei erfolgreicher Suche erhalten.

Vorher gab es aber wieder eine nette Begegnung. Wir machten wieder Mittagspause auf einem Parkplatz an der Strasse, wo auch LKW Fahrer ihre Pause machen. Wir waren gerade fertig mit Essen, da klopfte es. Ein LKW Fahrer bot uns von seinem Mittagessen an. Reis,Kartoffeln, Gemüse und Hühnchen, alles heiß in einem Blechtopf. Natürlich nahmen wir etwas davon und gaben ihm eine Deutschlandfahne als Erinnerung. Er freute sich sehr und auch wenn wir uns überhaupt nicht verständigen konnten war der Tag durch diese Begegnung wieder bereichert.

Iransch/deutsche Völkerverständigung

Anschließend fuhren wir zu unserem Stellplatz, da wir noch nichts von Oleg gehört hatten. Da die Stellplatzgebühren genauso hoch waren wir die Zimmerpreise, konnten für die nächsten 2 Nächte ein Doppelzimmer mit Frühstück beziehen.

Dann kamen die Koordinaten und wir fuhren noch einmal 20 km zur Tankstelle. Oleg hatte einen Tankwagen mit Euro 4 Diesel bestellt und so konnten alle wieder ihre Tanks füllen.

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4. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

26.11. – 3.12.

Batumi-Tiflis-Sheiki-Baku-Lenkoran

Wegen der späten Ankunft auf dem Stellplatz, hatte Oleg die Stadtführung auf 13 Uhr verlegt. So konnte man gut ausschlafen.

Das Wetter war super, strahlender Sonnenschein und 20 Grad C.

Wir erhielten wieder eine neue SIM Karte, Geld und einen Stadtplan, und wie gewohnt, war auch dieser Bus pünktlich, und Serat, unser lokaler Führer in Georgien, begrüßte uns. Serat hat 2 Jahre in München gelebt, ist Ingenieur und nimmt für diese Reiseleitungen extra Urlaub, weil es ihm Spaß macht den Touristen sein Land vorzustellen.

Batumi hat sich nach der Unabhängigkeit total verändert. Es entstanden jede Menge Kasinos, Hotels und sonstige Urlaubseinrichtungen. Die Gäste kommen in erster Linie aus der Türkei, Russland und den Vereinigten Emiraten. Der Unterschied zwischen arm und reich ist auch hier eklatant. Einer kleinen, unendlich reiche Oberschicht, steht die „normale“ Bevölkerung mit 60 % Arbeitslosigkeit entgegen. Die allgemeine Korruption ist in den letzten Jahre stark bekämpft worden, so wurden auf einem Schlag 40000 Polizisten entlassen und ein neues Polizeiwesen etabliert. Die Elitekorruption wird aber weiterhin vermutet.

moderne Kasinos
Medea-Denkmal

Die besichtigte Altstadt von Batumi war nicht sehr eindrucksvoll, da sie teilweise abgerissen und durch unpassende Gebäude ersetzt wurde. Die wenigen alten Häuser wirken ungepflegt, da das Geld und ein Konzept zur Erhaltung der Altstadt fehlt.

Altstadt

Vor der orthodoxen Kathedrale konnten wir eine Hochzeit beobachten. Die Gesellschaft hatte sich richtig aufgebrezelt.

Eine hübscher als die Andere
griechische Kirche des heiligen Nikolaus

Am Abend fuhren wir in ein schönes georgisches Restaurant, wo wir unser 2. Seabridge Essen hatten. Serat hatte sich alle Mühe gegeben uns ein wenig von der Lebensweise der Georgier nahe zu bringen. So sahen wir eine typische alte Küche mit Utensilien, wir beobachteten wie Chatschapuri, ein Brot mit Käsefüllung gebacken wurde und erlebten wieder die totale Völlerei. Der Tisch bog sich vor Speisen. Immer wieder wurden neue Gerichte gebracht. Dazu gab es weißen und roten Georgischen Wein. Übrigens ist der Wein in Georgien erfunden worden.

Chatschapuri backen
Seabridge Essen
Seabridge Essen

4 georgische Sängerinnen begleiteten den Abend mit traditionellen Gesängen, die völlig ander waren als die in der Ukraine.

gregorjanisches Ensemble

Mit der Dauer des Abends stieg die Stimmung der Truppe und es wurden viele Toasts ausgesprochen für die Freundschaft, für die Frauen, für die Gruppe, für die Reiseleiter.

Oleg hatte wieder einen neuen Trinkspruch drauf: Die Männer trinken im Stehen, die Frauen auf ex.

Das war wieder ein gelungener Abend, wobei ich als alleiniger Antialkoholiker geoutet wurde und Herbert und Bernd sich vornahmen, mich bis zum Ende der Reise umzuerziehen.

Blick vom Stellplatz
Blick vom Stellplatz

Der nächste Tag war wieder ein Fahrtag. Es ging 380 km auf teilweise schlechter und stark befahrener Strasse Richtung Tiflis. Das war schon ganz schön anstrengend, zumal unterwegs unser Navi den Geist aufgab und wir uns mehr recht als schlecht mit dem Handy behelfen mußten. 100 km vor Tiflis machten wir eine Pause und zufällig kam Oleg zum Tanken. Er hatte ein Ersatznavi dabei, so daß wir den Rest der Fahrt wieder gut geleitet wurden.

Der Verkehr in Tiflis war heftig, aber wenn man genauso fährt, wie die Einheimischen, Spurwechsel ohne Blinken, Schneiden,Drängeln, ist es ganz einfach.

Auf dem Stellplatz hoch über der Stadt erhielten wir dann noch von Alex ein traditionelles, im Tonofen gebackenes, süßes Brot, dass er unterwegs gekauft hatte. Die geben sich wirklich Mühe, unsere Reiseleiter.

Bisher, muß man sagen, war das Glück aus unserer Seite: wir erlebten keinen Schnee in Polen – er kam eine Woche später, die Grenze in der Ukraine wurde 1 Tag nach uns von Demonstranten blockiert, nach unserer Ankunft in Batumi, tobte auf dem Schwarzen Meer ein Sturm und jetzt, nachdem wir das Land verlassen haben, ist in Teilen der Ukraine aufgrund des Zwischenfalls im Asowsche Meer der Kriegszustand ausgerufen worden. Drückt uns die Daumen, dass es so bleibt.

Am nächsten Morgen stand die Stadtbesichtigung von Tiflis an. Um 9 Uhr sollte es losgehen, doch Bernd und Brigitte kamen nicht mehr in ihr Wohnmobil. Alle steuerten Ideen bei, wie das Womo zu knacken sei, doch alle Versuche blieben erfolglos.

So starteten wir zunächst ohne sie. Mit 2 nagelneuen Minibussen und Nadja, einer netten lokalen Stadtführerin ging es los.

Unterwegs gab sie Einblicke in die Geschichte Georgiens, dem es genauso ging wie den anderen Ländern drumrum. Immer wieder wurden sie von anderen besetzt, seien es die Perser, Araber, Türken, Mongolen, wieder die Türken und schließlich die Russen.

Seit 1991 ist Georgien unabhängig. Trotzdem gab es seit dem 2 weitere Kriege, 1993 in Abchasien und 2008 durch das Bombardement der Russen auf Tiflis. Weiterhin gibt es von den Russen annektierte Gebiete, Abchasien und Südossetien.

Auch hier herrscht die latente Angst vor dem großen Bruder und man möchte so schnell es geht in die Nato. Ich bin sicher, das wird Russland zu verhindern wissen.

Heute war Präsidentschaftswahl. Eventuell wird eine Frau gewählt.

Georgien hat einige Superlative zu bieten, so wurde hier, wie erwähnt, der kultivierte Weinanbau und die Weinherstellung entwickelt und Georgien soll die älteste Schrift weltweit haben, was gerade in Amerika verifiziert wird.

Wir fuhren zunächst nach Mtskheta, der früheren Hauptstadt Georgiens und besichtigten die Kathedrale. Diese Kathedrale ist für die Orthodoxen wichtig, da hier angeblich Wunder geschahen, und viele Kranke und Bedürftige kommen in der Hoffnung, dass ihnen geholfen wird.

Kathedrale von Mtskheta
Kathedrale von Mtskheta

Bei bestem Wetter gings anschließend zurück nach Tiflis, wo wir in der Altstadt erst einmal 2 Stunden Freizeit hatten. Durch die Anzahl der Restaurants konnten wir uns vorstellen, was hier zur Hauptreisezeit los ist.

Nach einer kleinen Stärkung in einem urigen gregorgischen Restaurant, trafen wir uns wieder und fuhren mit der Seilbahn zur Festung Nariqala, von der man einen atemberaubenden Ausblick auf Tiflis hatte. Zu Fuß ging es zurück, und wir sahen die Friedensbrücke, Kartlis Deta, die Mutter Georgiens, die Metechi Kirche, die Sioni Kathedrahle, das Abanotubani, das Bäderviertel der Stadt, wo es heiße Schwefelquellen gibt, die den Namen Tiflis begründeten, da Tbili in georgisch warm heißt und Tiflis georgisch Tbilisi heißt.

Georgisches Restaurant
Tiflis
Metechi Kirche
Abanotubani, das Bäderviertel
Kartlis Deta, die Mutter Georgiens
alter Uhrenturm

Ach ja, plötzlich tauchten Brigitte und Bernd auf. Sie hatten mit Hilfe von Olek und Ararat das Womo durch die Dachluke öffnen können. Bernd ist dann von oben eingestiegen und konnte die Tür öffnen. Dann bauten sie das Schloß aus und stellten fest, dass ein Bolzen gebrochen war. Also wurde tel. bei Seabridge ein Ersatzschloß bestellt, dass unser neuer Reiseleiter ab Dubai aus Deutschland mitbringen wird – Problem wieder gelöst.

Abends ging es wieder zurück zum Stellplatz. Wo nach einer kurzen Pause zur Weinprobe gebeten wurde, die ich mir schenkte. Ute hatte teilgenommen und fand es sehr interresant.

Dann folgte wieder ein Fahrtag. 340 km lagen vor uns, die Ausreise aus Georgien und die Einreise nach Aserbaidschan.

Mittags trafen wir uns kurz vor der Grenze und fuhren die letzten 1000 m im Konvoi. Wir erfuhren noch, dass Salome Surabischwili die Wahl gewonnen hatte und nunmehr erstmalig eine Frau die Geschicke des Landes führt.

Die Abfertigung verlief nach den bisher gemachten Erfahrungen relativ problemlos. Nach 2 Stunden waren wir in Aserbaidschan.

Auf zunächst perfekten Strassen ging es Richtung Kaukasus, deren schneebedeckte Gipfel wir schon von weitem sehen konnten. Das Thermometer stieg auf rekordverdächtige 21 Grad C.

Leider waren die letzten 80 km sehr mühsam, da die Strasse in einem erbärmlichen Zustand war.

Aus der Strasse sahen wir freilaufend alle Tiere, die bei uns üblicherweise in Ställen oder eingezäunten Wiesen stehen: Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse und natürlich jede Menge Hunde.

unterwegs in Aserbaidschan

Als Erste erreichten wir den Zielort Sheiki, wo wir im Stadion unseren Stellplatz fanden.

Abends gab es noch ein kurzes Briefing, wir erhielten wieder neue SIM Karten und Begrüßungsgeld. Zur Wasserversorgung hatte Oleg einen Tankwagen bestellt, der auch kam, und dem dann mit lautem Knall der Kühler platzte. Es wird nie langweilig auf der Reise.

unsere Wasserversorgung

Leider schlug in der Nacht das Wetter um. Der erste Regen auf unserer gesamten Reise erreichte uns. Dazu war es empfindlich kalt geworden, so dass Olek den Beginn des Besichtigungsprogramms um 2 Stunden verschob.

Wetterumschwung

Sheikife, unsere aserbaidschanische Stadtführerin, zeigte uns zunächst den Khan Palast mit seinen prachtvollen, bemalten Räumen und den kunstvoll gestalteten Mosaikfenstern. Fotografieren war verboten. Auch hier erfuhren wir viel über die Vergangenheit des Landes, dass wie die anderen auch immer neue Herrschaften bekamen. Auch hier ist das Verhältnis zu Russland sehr gespannt und es gibt den Konflikt mit Armenien um das Gebiet Bergkarabach. Mit 8,5 Mio. Einwohner ist Aserbaidschan ein kleines Land, beherbergt aber 1 Mio. Flüchtlinge. 25 Mio. Aserbaidschaner leben im Norden des Iran.

Sheiki liegt an der Seidenstrasse und somit haben wir den Orient erreicht. Dies wurde auch deutlich durch den Gesang des Muezzin am Morgen. Etwa 50 % der Bevölkerung ist muslimisch, allerdings leben hier die Schiiten und die Sunniten friedlich nebeneinander.

Als nächstens besichtigten wir die alte Karawanderei aus dem 18. Jahrhundert. Eine sehr schön erhaltene Anlage, die heute als Hotel dient.

Khan Palast
Mosaikfenster aus Holz und venezianischem Glas
Karawanserei
Karawanserei
Karawanserei
Karavanserei

Abends gab es unser 3. Seabridgeessen in einem exklusive Restaurant. Es wurden aserbaidchanische Speisen gereicht, wie gewohnt, in mehr als ausreichender Menge. 2 kleine Tänzerinnen und eine Gruppe aus Musikern und Sängern unterhielten uns während des Essens.

unser Restaurant

Pfanne mit Hühnchen,Kartoffeln, Blätterteig, Bohnen, Auberginen und Zwiebeln
Plow, Blätterteigreiskuchen mit Fleisch, Rosinen, Nüssen und Kräutern
und das war Utes vegetarisches Gericht
Tänzerin
Tänzerin
Kamantschespieler

Danach ging es mit den Taxis wieder zurück zum Stellplatz.

Am nächsten Tag standen 310 km bis Baku an und wir vor der Entscheidung eine Route entlang des großen Kaukasus zu wählen oder eine um 60 km längere Route im Flachland. Es war morgens 0 Grad und total nebeligund regnerisch, so dass die Gefahr bestand in der Höhe in Schnee zu geraten. Wir warteten mit dem Aufbruch solange es ging und fuhren als Vorletzte los. Wir hatten uns für die Kaukasusstrecke entschieden.

Gleich in Sheiki fuhr ich erst einmal falsch in eine Einbahnstrasse. Die mir Entgegenkommende machten dem Geisterfahrer brav Platz, als ich dann allerdings ein Polizeifahrzeug auf mich zukam, war mit klar, das gibt Ärger. Nichts dergleichen geschah, ich erntete nur interessierte Blicke und konnte anschließend die Einbahnstrasse verlassen.

Die ersten 50 km war es sehr nebelig, das gab sich etwas, als wir in höhere Bereiche kamen. Die Temperaturen stiegen bis auf 10 Grad und wir kamen auf guter Strasse schnell voran.

In Baku erwartete uns ein Verkehrschaos, aber, wie gesagt, man muß genauso fahren, dann gehts.

Es gab ein paar Irritationen wegen unseres Stellplatzes, keiner wußte Bescheid, wir waren die Ersten und nach einigen Telefonaten mit Oleg wurde alles geklärt.

Das Wetter blieb schlecht.

Am nächsten Tag besichtigten wir Baku bei Regen.

Sheikife ist eine Stadtführerin, die Studiosusgruppen führt. Studiosus beschäftigt nur studierte Reiseleiter, die ein ganz tiefes Wissen über Geschichte und Kultur des Landes besitzen. Das Klientel verlangt danach. Genauso war Sheikife, wir erhielten bis ins kleinste Detail Informationen mit Jahreszahlen, Namen der Herrscher, Zusammenhänge der Volksgruppen usw. Mir war das etwas zu heftig, Ute gefiel es gut.

Wir besuchten die historische Altstadt mit dem Palast der Schirwanschahs mit dem Murad-Tor, den Jungfrauenturm und den Nargonipark mit dem ewige Feuer. Auch der moderne Teil Bakus ist beeindruckend. Die Dreiflammentürme, das Kulturzentrum und die 2012 geschaffene 12 km lange Uferpromenade boten beeindruckende Architektur.

Kulturzentrum
Wassermuseum
Palast der Schirwanschahs
Altstadt
Jungfrauenturm

Die letzte Station, das Teppichmuseum, brach ich ab und ging lieber die 3 km zum Wohnmobil an der Promenade entlang. Fast zeitgleich mit dem Bus traf ich dort ein.

Abends gab es noch spektakuläre Blicke auf die beleuchtete Skyline von Baku.

Skyline
Skyline
Skyline

Danach ging es südwärts an der Westküste des Kaspischen Meeres entlang bis zu unserer letzten Station in Aserbaidschan, Lenkoran.

Vorher hieß es noch Diesel und Gas aufnehmen., was sich als problematisch herausstellte, da die ersten 2 LPG Tankstellen keinen passenden Adapter hatten. Die Gruppe scheint aber zu funktionieren, denn Michael, der vorgefahren war, war es ebenso ergangen und schickte die Koordinaten einer passenden Tankstelle in die Whatsup Gruppe.

Nach 60 km hatten wir noch einen gemeinsamen Besichtigungstermin in Qobustan. Dort sind 10000 Jahre alte Felszeichnungen zu sehen. Sheikify war wieder in ihrem Element und deutet jede Zeichnung. Interessant war, dass dort Tiere abgebildet waren, die es schon lange nicht mehr in dieser Gegend gibt. So hat sich tektonisch und klimatisch die Welt in einem solchen Zeitraum verändert.

Qobustan
Qobustan

Ich war vorgegangen und saß im Führerhaus, als mich eine junge Aserbaidschanerin ansprach und in feinstem Englisch um eine Besichtigung bat. Ich kam ihrer Bitte nach und sie war begeistert und erzählte mir, dass sie solche Gefährte nur aus amerikanischen Spielfilmen kenne. Völlig happy bedankte sie sich und fuhr mit ihrem Freund davon.

Der Rest der Fahrt war entspannend auf einer super ausgebauten, neuen Autobahn.

Der Stellplatz an einem Hotel war etwas eng aber schließlich fanden alle ihren Platz.

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3. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

vom 19.11. bis 26.11.

Kiew-Odessa-Fähre Schwarzes Meer-Batumi

In den nächsten 2 Tagen lernten wir Kiew intensiv kennen. Am ersten Tag wurden wir wieder mit dem Bus abgeholt und lernten gleich den allmorgentlichen Stau kennen. Uns begleitete Natalia, eine sehr engagierte Stadtführerin und überzeugte Ukrainerin. Die Geschichte Kiews ist so wechselhaft, dass Details hier zu weit führen würden. Kiew hat 200 Kirchen, sowie 4 von 6 sogenannte Lawras, die wichtigsten Kirchen-und Klosteranlagen der Orthodoxen Kirche weltweit. Die wichtigsten standen auf unserem Besichtigungsprogramm: Die Sophienkathedrale, St. Michaelskloster und das Kiewer Höhlenkloster. Alle Bauwerke sind außen und innen sehr prachtvoll. Teilweise fanden Gottesdienste statt, so dass wir auch die Gesänge der Priester und Chöre hören konnten, mit ihren ausgebildeten Stimmen. Sehr eindrucksvoll das Ganze.

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der morgentliche Wahnsinn
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Kiewer Zirkus
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Kiewer Oper
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Ukrainisch Orthodoxe Kirche
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Sophienkathedrale

Das Höhlenkloster hat im 17. Jahrhundert den Ehrentitel Lawra verliehen bekommen und gilt als wichtigste Anlage der Orthodoxen Kirche. Die ersten Mönche ließen sich dort um 1000 als Einsiedler und Asketen nieder und bauten Höhlen, in die sie sich zum Teil einmauern ließen, mit einer kleinen Öffnung, durch die sie 1 Mal pro Woche Wasser und Brot gereicht bekamen. Wurde dieses nicht genommen, mauerte man die Höhle zu. Nach einigen Jahren öffnete man die Höhlen und fand die Mönche mumifiziert vor. Da sie nicht behandelt wurden, wie in Ägypten, wurden sie heilig gesprochen und sind heute Ziel der Pilger. Was für den Islam Mekka ist, ist für die Orthodoxen das Höhlenkloster. 1 Mal im Leben sollte jeder Orthodoxe dieses besucht haben.

Die „Besichtigung“ der mumifizierten Mönche war für uns etwas makaber.

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Goldene Tor
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Kiewer Höhlenkloster
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Kiewer Höhlenkloster
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Kiewer Höhlenkloster

Weiter ging es über die frühere Prachtstrasse Chereschtschatyk zum Majdan, dem Platz der Unabhängigkeit, den wir erst einmal ohne weitere Erklärungen auf eigene Faust besuchten.

Abends wurden wir wieder mit dem Bus zum Stellplatz gebracht.

Oleg bot danach noch einen Film an, eine Dokumentation über die Situation in der Westukraine, sehr interessant.

Am nächsten Tag trafen wir am Vormittag wieder Antalia, die uns diesmal die Revolution der Würde 2013 aus der Sicht einer betroffenen und aktiven Ukrainerin schilderte. Es war sehr ergreifend wie während ihrer Schilderungen der Ereignisse die Emotionen hochkamen, dass ihr teilweise die Stimme versagte und Tränen kamen. Das hat mich sehr berührt. Auch Oleg ergänzte seine Erfahrungen in der Zeit. Er war als Grenzbeamter an der Grenze zu Polen stationiert, 500 km von Kiew entfernt. Von seinem Vorgesetzten wurden medizienische Hilfslieferungen aufgehalten und konfiziert. Daraufhin stahlen die untergeordneten Zöllner nach und nach die Ladung und sammelten sie in einem Zollfahrzeug. Wenn das voll war, fuhr Oleg zum Dienstbeginn in 8 Stunden mit Blaulicht 500 km zum Majdan, lieferte die Hilfsgüter ab und wieder zurück um zum Dienstende vorort zu sein und nicht aufzufallen. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung muß grenzenlos gewesen sein und hat das Volk wohl sehr zusammen geschweißt.

Leider ist die Perspektive der Ukraine, irgendwann einmal in die EU zu gelangen, durch den Krieg in der Westukraine unmöglich geworden, da ein Kriterium der EU für einen Beitritt eines Landes innerer Frieden ist und es ist nicht anzunehmen, dass sich Russland aus dem Gebiet wieder zurück ziehen wird. Damit, mit Sanktionen und der Gasversorgung hat Russland die Ukraine in ihrer Hand.

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Majdan
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Unabhängigkeitsdenkmal
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Die Gründer Kiews
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Denkmäler der hier erschossenen Bürger der Proteste 2013

Anschließend führte uns Natalia noch zu einem ukrainischen Restaurant auf dem Majdan, dass nur mit dem Codewort: Boritysja poboryte, zu betreten war, was heißt: Kämpfen sie, so werden sie siegen.

Das Essen war hervorragend und für uns sehr günstig.

Danach folgte wieder die staugeschwängerte Rückfahrt zu unserem Stellplatz.

Am nächsten Tag standen wieder 440 km bis nach Odessa auf dem Programm. Auf teilweisen schlechten Strassen, ich bin bestimmt 90% der Strecke auf der linken Spur gefahren, da die rechte voller Spurrillen Schlaglöcher und Bodenwellen war. Leider sahen wir auf der Strecke 2 schreckliche LKW Unfälle.

Nach den für uns gewohnten Schwierigkeiten auf den letzten Metern den Stellplatz zu finden, kamen wir nach 7,5 Stunden dann doch gut in Odessa an. 100 km vor Odessa verschwand dann auch der Schnee und die Temperatur erreichte erstmals Plusgrade.

Abends wartete dann noch ein Höhepunkt auf uns. Wir hatten uns Balletkarten für die Oper besorgen lassen. Mit uns taten dies noch 5 Pärchen gleich und so ging es mit einem kleinen Bus um 17 Uhr zur Oper. Um die Zeit ist man zu Fuß fast schneller als mit dem Auto und so brauchten wir fast 1 Stunde für vielleicht 10 km.

Die Oper ist in allen Belangen der Hammer. Architektonisch einfach ein Genuß. Wir bekamen die besten Karte und bezahlten dafür 20€/Person. Nach einem Glas Sekt und einem kleinen Kaviarsnack ging es zu unseren Plätzen. Auch innen kriegt man den Mund nicht mehr zu vor Staunen ob der Gestaltung.

Wir sahen die Premiere des Balletts Masquerade von Aram Khachaturian. Ich war zuvor noch nie in einer Ballettaufführung und muß sagen, in dieser Location, dem sagenhaften Bühnenbild, den schönen Kostümen und nicht zuletzt den überragenden Tänzern, kann man eine solche Portion Hochkultur durchaus genießen. Das Orchester bestand bestimmt aus 60 Musikern, das Ballettensemble zählte bestimmt 80 Tänzer, unglaublich, was für den für unsere Verhältnisse geringen Eintritt geboten wurde. Mit Bravorufen und Standing Ovations wurden die Darsteller dann auch gefeiert.

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Oper
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Oper
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Oper
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Oper

Am nächsten Tag stand die Stadtbesichtigung Odessas auf dem Programm. Bei Eiseskälte und grauen Novemberhimmel starteten wir mit dem Bus. Wieder eine sehr gut ausgebildete Natalia erzählte uns die Historie Odessas von den Anfängen bis heute. Auch diese Geschichte ist von vielen Völkern und Religionen geprägt. Bei einem Spaziergang sahen wir das Wahrzeichen von Odessa, die Potemkische Treppe, die Denkmäler von Katarina II., die Gründerin der Stadt und Herzog von Richelieu, dem Statthalter von Odessa, das Rathaus und gelangten auf der Flaniermeile Deribasovakaya zur Passage, einer überdachten Einkaufspassage mit schöner Architektur. Danach folgte die Besichtigung der Oper, die wir ja bereits am Vorabend gesehen hatten. Es folgte der Besuch der Kathedrale, wieder ein Bauwerk das mehr als beeindruckend ist.

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Potemkische Treppe
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Katharina II.
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Herzog von Richelieu
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Rathaus
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Passage
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Passage
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Oper
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Oper
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Oper
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Kathedrale
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Kathedrale
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Kathedrale
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Kathedrale
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Jugendstil Fassade

Nach einem leckeren Mittagessen besuchten wir die Katakomben von Odessa. Wir erfuhren, dass dies die mit Abstand größten Katakomben der Welt sind mit mehr als 2000 km Gesamtlänge (dies ist kein Tippfehler). Unter dem gesamten Stadtgebiet Odessas und den anliegenden Dörfer befindet sich das teilweise dreistöckigem Tunnelsystem. Es entstand durch die Stollen des Abbaus von Muschelsandstein als billiges Baumaterial. Auch natürliche Karsthöhlen sind in diesem System zu finden.

Über Jahrhunderte wurden die Katakomben von Schmugglern genutzt, zuletzt operierten hier im Zweiten Weltkrieg während der Schlacht um Odessa einige Trupps Partisanen gegen rumänische, von den Deutschen unterstützten Besatzungstruppen. Bei der Besichtigung konnten wir einige unterirdische Einrichtung der Partisanen besichtigen.

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Katakomben
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Katakomben
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Küche der Partisanen
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Schlafstätte der Partisanen
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Denkmal „Mutter Heimat“ in den Katakomben

Die nächste Grenze stand am nächsten Tag auf dem Programm. Es ging von der Ukraine nach Georgien über das Schwarze Meer. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Um 14 Uhr trafen wir uns pünktlich an einer vereinbarten Tankstelle kurz vor der Hafeneinfahrt. Geplant war, dass wir spätestens 18 Uhr auf der Fähre sind und diese um 19 Uhr ablegt.

Ich kürze hier mal ab aber nach diversen Pass- und Wohnmobilkontrollen standen wir um 18 Uhr noch immer in der Kälte und warteten.

Dann wurden 2 lange Züge verladen und dabei passierte es: Ein Hafenmitarbeiter saß in seinem Wagen und guckte auf sein Handy. Dabei bemerkte er nicht, dass sein Auto langsam nach vorne rollte. Schließlich wurde es von dem einfahrenden Zug erfaßt und zerquescht. Der Fahrer konnte gerade noch durch die geborstene Windschutzscheibe aus dem Wagen springen. Benzin lief aus und wurde mit Löschschaum abgedeckt. Damit war die Katastrophe perfekt. Auto kaputt, Bahnwagons beschädigt, Gleisanlage auf der Fähre beschädigt. – mehr geht nicht.

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Zugunglück

Die Züge verließen nach Stunden wieder die Fähre und wir konnten um 23 Uhr einfahren. Da es abends ein Abendessen geben sollte, hatten wir alle nicht gegessen. Man versprach uns einen Snack, den wir dann auch in Form eines trockenen Croissants erhielten. Die Stimmung hielt gerade noch.

Die Fähre ist die in Deutschland ausgemusterte Greifswald. Sie ist riesig aber schon in die Tage gekommen. Das sieht man auch den Kabinen an.

In Stockbetten verbrachten wir dann die Nacht und um 7 Uhr morgens, legte die Greifswald dann endlich mit 12 stündiger Verspätung ab.

In der Nacht lernten wir dann auch unsere Kabinennachbarn kennen. Ukrainische LKW Fahrer, die erst um 3 Uhr auf die Fähre durften und sich dann latstark vor unserer Kabine unterhielten. Damit war es mit schlafen vorbei. In den nächsten 3 Stunden gaben sie sich die Kante und waren dann am Morgen volltrunken und aggressiv. Es gab Streit und wohl auch eine Schlägerei. Als dann plötzlich einer in unsere Kabine trat und uns mit Salemeilankum begrüßte, war klar hier bleiben wir nicht.

Wir unterrichteten Oleg und wir erhielten 1 von 2 Luxuskabinen. Hier konnte man sich wohl fühlen, 2 getrennte Betten, Couch mit Sesseln und alles doppelt so groß wie die alte Kabine. Der Schläger wurde übrigens vom Sicherheitschef verhaftet und in Handschellen abgeführt. Er spricht Deutsch und entschuldigte sich bei uns.

Das Frühstück war dann auch wieder eine Überraschung. Es gab einen Teebeutel und heißes Wasser.( keinen 2.), keinen Kaffee, einen Topf süßlichen Haferschleims, eine warme Fleischwurst und Rührei, dazu Brot und etwas, das dem türkischen Börek ähnelte.

Den Tag verbrachten wir in unserer Kabine und holten den verlorenen Schlaf nach.

Am nächsten Tag wurde das Wetter wärmer, so dass wir die Heizung im Wohnmobil ausstellen konnten, die wir auf Dauerbetrieb gestellt hatten, da wir befürchteten, dass die Wasserleitungen einfrieren würden. Der Tag verlief ereignislos.

Abends um 21 Uhr erreichten wir Batumi. Der Kapitän hatte auf der 1050 km langen Strecke 6 Stunden rausgeholt. Die eindrucksvolle Skyline von Batumi begrüßte uns, Batumi wird auch als die Mischung von Nizza und Las Vegas beschrieben. Die Passkontrolle, die Anbord stattfand war diesmal relativ schnell und freundlich. Oleg informierte uns, dass die ukrainische Grenze Richtung Georgien heute komplett geschlossen war, da Demonstranten gegen ein neues Verzollungsgesetz für halblegal eingeführte Autos protestierten und die Strassen blockierten.

Leider waren wir dann doch erst um 4 Uhr am Stellplatz, da die Ausfahrt von der Fähre sehr lange dauerte.

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2. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

unsere Route

15.11.2018 bis 18.11.2018

Krakau-Lemberg-Kiew

Morgens erhielt Ute eine WhatsUp von Christoph, mit der Einladung zu einem kleinen Umtrunk anläßlich seines 75. Geburtstages. Das ging ja wieder gut los. Pünktlich um 11 Uhr trafen sich alle und beglückwünschten das Geburtstagskind. Es gab Sekt, Wein und für die Alkoholfreien, Saft, dazu leckere Knabbereien. Alle waren gut drauf und freuten sich auf die gemeinsame Reise. Oleg, Alex und Ararat waren natürlich auch zugegegen und bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass bis Dubai Ararat, als Mechaniker, die Reisegruppe begleiten wird.

die Vorbereitung
das Geburtstagskind Christoph, Oleg, Ararat und Alex von links
man lernt sich kennen

Nach dem ersten ausgiebigen Kennenlernen wollte ich noch Wasser aufnehmen und fuhr mich sofort auf dem nassen Rasen fest. Sofort eilten Helfer herbei und schoben uns an, aber erst als Ute das Wohnmobil verließ, gelang es. Da mußte sich Ute die ersten Sprüche gefallen lassen, von wegen Überladung.

Nachmittags ging es in ein 2,5 km entferntes Restaurant zum Briefing, es war nämlich zwischenzeit richtig kalt geworden, so dass Openairbriefings nicht gewollt waren.

Wir erhielten jeder eine Tasche mit unserem jungfräulichen Iran Pass mit Iran Visa, das Roadbook, einen Satz Karten für alle Länder, die wir befahren, Klemmbrett, Block, Textmarker, Kuli, ukrainische Sim Karte, und ukrainisches Bargeld. Dann begann die 2,5 stündige Druckbetankung mit Informationen für die Reise. Oleg merkte am Beginn an, dass er etwas zu Knabbern bestellt hätte und wir nach dem Briefing im Restaurant Essen könnten.

Während des Briefings tischten die netten Bedienungen Schinken- und Wurstteller, frische Salate, Gemüsesalate, Brot und Käseplatten auf. Oleg beäugte das Ganze etwas skeptisch, als sie dann auch noch frische Piroggen brachten, schüttelte er nur den Kopf und sagte: ich habe doch nur Knabberzeug bestellt. Letztendlich war das ein leckeres Abendessen und keiner brauchte danach noch mehr.

Es wurde kälter. Um 7:30 starteten wir Richtung Ukraine. Insgesamt lagen nun 350 km vor uns, allerdings auch die erste gemeinsame Grenzüberschreitung. Infos zum Prozedere hatten wir ausführlich gestern erhalten.

Nachdem wir Diesel und Gas getankt hatten fuhren wir auf einer sehr guten Autobahn Richtung Grenze. Geplant war ein gemeinsames Treffen um 12 Uhr auf dem letzten Parkplatz vor der Grenze, um dann gemeinsam in die Ukraine einzureisen. Pünktlich waren alle da und in einem eindrucksvollen Konvoi ging es auf die letzten 6 km bis zur Grenze.

die Copilotin berechnet die Route

Eine rote Ampel schnitt uns auf dem Grenzgebiet von unserem Vordermann ab, und so sah ich nicht, wie die Gruppe weiter fuhr. Als ich nach 15 Minuten wieder grün bekam, wählte ich die Spur „all passports“. Nach 200 m sah ich, dass die Gruppe auf dem Streifen neben mir wartete. Leider konnte ich nicht wechseln, da Betonklötze die Spuren sicherten. Also 200 m rückwärts in der engen Spur, bis ich wechseln konnte. Hätte ich das bloß nicht gemacht.

Die ganze Gruppe wartete dann 2 Stunden. Als wir fast vorne waren, kam ein Zöllner und beorderte die letzten 5 Fahrzeuge wieder zurück, auf die Nebenspur, da wir alle auf der priority lane der Diplomaten gestanden hatten. Komischerweise merkten die das erst, als bereits 11 Mobile abgefertigt waren. Das Wechseln auf die Nebenspur bedeutete wieder hinten anstellen. (auf meiner „falschen“ Spur wäre ich warscheinlich schon durch gewesen.)

Wieder hieß es 1 Stunde warten, um aus Polen auszureisen. Dann fuhren wir 100 m und standen wieder 2 Stunden, um in die Ukraine einzureisen. Mittlerweile war es dunkel und das Thermometer zeigte 0 Grad.

Übrigens war dies der einfachste Grenzübertritt der Reise. Das kann ja heiter werden.

Dann mußten wir noch 75 km auf unbeleuchteter Landstrasse nach Lemberg fahren, wo wir einen Stellplatz auf einem ehemaligen Hotelgelände fanden. Extra für uns wurde das stillgelegte Hotel wieder aktiviert, so dass wir Strom bekamen und 2 Zimmer hergerichtet wurden zum Duschen.

Nach einem diesmal kurzen Briefing (Oleg stammt aus Lemberg und übernachtet heute bei seiner Frau) und einem Begrüßungswodka, ließen wir den spannenden Tag im Womo ausklingen.

Der erste Frost kündigte am nächsten Tag den Winter an, dem wir eigentlich entfliehen wollen, der uns aber noch 3 Wochen begleiten wird.

Von Lemberg hatte ich bis jetzt noch nie etwas gehört und war beeindruckt, welche wechselhafte Geschichte die Stadt hat. Die Altstadt gehört zum Unsesco Weltkulturerbe. Lemberg ist das kulturelle Zentrum der Ukraine mit 100 Kirchen. Auch andere Religionen sind vorhanden, wobei leider die seinerzeit große jüdische Gemeide mit 100000 Mitgliedern fast vollständig von den Nazis ausgerottet wurde. Als Universitätsstadt bildet Lemberg 30000 Studenten aus, die 20% der Bevölkerung ausmachen.

Man merkt, dass die Ukraine durch die Repressalien der Russen in den letzten 5 Jahren wirtschaftlich sehr gelitten hat. So hat die Ukrainische Währung gegenüber dem Euro 2/3 an Wert verloren. Mit Sorge wird der Konflikt in der Ostukraine beobachtet, der nach wir vor Opfer fordert. Wir sind weit davon entfernt, da die Ukraine eine Nord/Südausdehnung von 1800 km und eine West/Ostausdehnung von 1300 km hat. Wir sind über 1000 km vom Konflikt entfernt unterwegs.

Um 9 Uhr startete unsere gemeinsame Erkundung Lembergs. Mit einem Bus und einem lokalen Stadtführer besuchten wir zuerst die etwas außerhalb gelegene Kirche des heiligen Georg, die wir auch kurz besichtigten.

Kirche des heiligen Georg
Kirche des heiligen Georg

Dann fuhren wir in die Altstadt, besichtigten die armenische Kathedrale und die St. Peter und Paul Kirche. Die wurde zu Sowjetzeiten als Lagerplatz von 2 Mio. Bücher genutzt. Nach der Unabhängigkeit wurde sie wieder geweiht. Beeindruckend waren die gezeigten Fotos der Opfer des Krieges in der Ostukraine.

Danach folgte eine Pause, die wir in einem netten Lokal verbrachten, wo es frische Strudel gab. Der Lachs-Spinat-Käsestrudel schmeckte ebenso gut wie der Mohn- oder Kirschstrudel.

Armenische Kathedrale
komische Jesusdarstellung auf einem Mausoleum
Strudelrestaurant
Rathaus
Altstadt

Gestärkt ging es anschließend weiter mit einem Stadtrundgang, wo wir die unterschiedlichen Viertel der Armenier, Juden und orthodoxen Katholiken durchstreiften. Wir erfuhren, das Jan Józef Ignacy Łukasiewicz die Petroleumlampe erfand, besuchten eine fast 300 Jahre alte Apotheke, und lernten Leopold von Sacher Masoch kennen, ein Literat, der Mitte des 18. Jahrhunderts sich immer mehr mit den leichten Mädchen beschäftigte und schlußedlich der Begründer des Masochismus war.

jüdisches Viertel
Leopold von Sacher Masoch
Jan Józef Ignacy Łukasiewicz
Die erste Pretoleumlampe

Damit endete die sehr interessante Stadtführung und nach einem letzten Stop bei einem Supermarkt ging es zurück zu unseren Wohnmobilen.

Es hieß kurz verschnaufen, denn um 18:30Uhr wurden wir wieder abgeholt zum ersten Seabridge Essen. Ein Holzhaus war für und vorbereitet worden mit Kaminfeuer. Der Tisch war voll mit Speisen und nach einigen Trinksprüchen begannen wir zu essen. Nachdem alle fast satt waren, erfuhren wir, dass dies die kalte Vorspeise war, dem Ukrainer nichts peinlicher ist, als zuwenig aufzutischen und dass noch eine warme Vorspeise, ein Hauptgang mit Fleisch und eine Nachspeise folgen würden. Schweres Atmen war allenthalben zu vernehmen, denn jetzt folgten warme Teigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen.

kalte Vorspeise

Dann folgte der erste folkloristische Teil. Vier Frauen spielten die Bandura, ein ukrainisches Saiteninstrument, das ähnlich klingt wie eine Harfe. Dazu sangen sie noch sensationell. Begleitet wurden sie von einem Geiger. Alle 5 lehren an der Musikhochschule, was man merkte, denn die Qualität der Darbietungen war exellent.

Bandura Ensemble
Bandura Ensemble

Es folgte der Hauptgang und zum Schluß noch eine Torte mit Wohnmobil und Seabridge Logo.

Hauptgang
Nachspeise

Zwischen den Gängen hörten wir dann immer die ukrainische Gruppe mit Folksliedern aber auch klassische Open- oder Musical Stücke. Natürlich wurde weiter Wodka ausgeschenkt und wir lernten ukrainische Trinksprüche. Der beste deutsche Trinkspruch den Oleg drauf hatte lautete: Nüchtern bin ich schüchtern, voll bin ich toll.

Oleg in Höchstform

Der Abend war rundherum gelungen und ich frage mich nur, wie Oleg den noch toppen will.

Der erste Eindruck der Gruppe ist positiv. Mir ist noch keiner negativ aufgefallen, außer Ute….. Die ältesten Teilnehmer sind 75 Jahre, der Rest bewegt sich von Ende 60 bis in die Siebziger. Nur 2 Pärchen sind wahrscheinlich jünger als ich. Es fährt ein 14 t Expeditionsfahrzeug, 2 kleinere Expeditionsfahrzeuge, 2 große MAN Phoenix, ein großer Niesmann und Bischoff, 2 Carthago mit, der Rest befindet sich in unserer Liga.

Der nächste Tag war Fahrtag. 540 km lagen vor uns und damit die längste Etappe der gesamten Reise. Morgens um 8 Uhr starteten wir, und ich war mir sicher, dass nach dem Gelage gestern, wir zu den ersten gehörten. Weit gefehlt, wir waren die Vorletzten. Die Strecke führte an Dutzenden alten Dörfern vorbei, deren Häuser noch im alten Stil erhalten sind. Die Strasse war bis auf 20 km hervorragend und da Sonntag war, hielt sich der Verkehr auch in Grenzen. Das Wetter war kalt aber sonnig und nach 7 Stunden erreichten wir unseren Stellplatz an einer Rennstrecke in Kiew auf dem Parkplatz eines Hotels. Strom, Wasser usw sind wieder für uns vorhanden, wie auch Duschmöglichkeiten im Hotel.

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1. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

unsere Rundreise
unsere Anreiseroute

 

10.11.2018 bis 14.11.2018

Wetter-Dresden-Breslau-Krakau

Es ging los. Heute haben wir unser Abenteuer gestartet. Ich muß gestehen, dass doch eine gehörige Portion Respekt zu spüren ist, aber dafür ist es auch eine besondere Reise.

Unser erstes Ziel war Dresden. Nach 550 km erreichten wir ohne Schwierigkeiten den geplanten Stellplatz. Er lag fußläufig zur historischen Altstadt, die wir aber an diesem Tag nicht mehr besuchten, sondern uns gemütlich von der langen Anreise im Wohnmobil erholten.

Am nächsten Tag begann dann unsere Power Touri Tour. Erst einmal machten wir einen Orientierungsspaziergang durch die Altstadt, gefolgt von einer 90 minütigen Stadtrundfahrt, einem Stadtrundgang zur Frauenkirche, Besteigung des Turms der Frauenkirche, einem Stadtrundgang zum Zwinger und abends dann zum Abschluß einen weiteren Stadtrundgang zum Fürstenzug.

Fürstenzug

 

Stallhof

 

Frauenkirche

 

Zwinger

 

Dresden vom Turm der Frauenkirche

 

Dresden vom Turm der Frauenkirche

 

Zwinger

 

Zwinger

 

Wir waren kurz nach der Wende einmal in Dresden, da lag die Frauenkirche noch in Trümmern. Ich bin echt begeistert, wie sich Dresden seit dem entwickelt hat, was an Aufbau geleistet wurde und welche architektonischen und musealen Schätze die Stadt zu bieten hat. Wir haben schon beschlossen, Dresden nächstes Jahr noch einmal ausgiebig zu besuchen.

Ach ja, es war auch noch Karnevalsanfang 11.11. 11 Uhr 11

Am nächsten Tag war Breslau das Ziel. Die 270 km lange Fahrt war vom Feinsten, sowohl die Autobahn, der Verkehr sowie das Wetter, 18° C.

Leider machten wir schon am zweiten Tag wieder einmal die Erfahrung, dass der Fahrtag erst zu Ende ist, wenn dass Wohnmobil steht und nicht 1 m davor. Der laut Internet ganzjährig geöffnete Stellplatz war verschlossen.

Wir beschlossen, den Campingplatz am Olympiastadion anzusteuern, der lt. Internet aber ab November ebenfalls geschlossen sein sollte. Unsere Hoffnung war, auf den Parkplätzen dort eventuell frei zu übernachten. So kam es dann auch. In einer Nebenstrasse fanden wir ein ruhiges Plätzchen und machten erst einmal Mittag.

Dann brachen wir zur ersten Stadterkundung auf. Wir mußten mit der Strassenbahn 30 Minuten bis zur Altstadt fahren. Da wir keine Sloty hatten, war ich gespannt, wie das Bezahlen mit Kreditkarte in der Strassenbahn funktionieren würde. Wie viele andere Länder, sind uns auch die Polen mit der Digitalisierung weit voraus. Es gibt in der Bahn einen Automaten, der in mehreren Sprachen verständlich das Prozedere des Bezahlens mit der Karte erklärt. Letztendlich hält man nach Auswahl der Fahrkarte die Kreditkarte an den Automaten und bezahlt berührungslos. Es gibt weder Fahrschein noch Quittung. Der Automat speichert den Fahrschein und zeigt ihn an, wenn man die Kreditkarte wieder an den Sensor hält.

Breslau hat eine wunderschöne Altstadt mit dem weltberühmten Marktplatz, dem großen Ring.

Nach vollständiger Zerstörung im 2. Weltkrieg, hat man auch hier Großes geleistet, nämlich alles wieder mit den wunderschönen Fassaden aufgebaut. Es herrschte dort ein buntes Treiben mit Artisten und Musikern. Auffallend waren auch die vielen junge Leute, die wahrscheinlich dort studieren. Erwähnenswert sind noch die 600 gusseisernen Zwerge, die verteilt in der Altstadt zu erkunden sind.

Nach dem Mußbesuch des Hardrockcafes (das machen wir in jeder Stadt, die ein solches hat) fuhren wir am Abend wieder zurück zum Wohnmobil.

Nach einer sehr ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstück, starteten wir bei Sonnenschein zur 2. Stadterkundung. Wir besuchten einige schöne Parkanlagen, die Dominsel mit den Dom und der Dombrücke mit den Tausenden angehängten Schlössern und die Sandinsel mit einem wunderschönen Promenadenweg entlang der Oder. In der Mensa der Universität aßen wir sehr günstig und sehr lecker zu Mittag. Ute windowshoppte dann noch eine Weile im Shoppingcenter Renoma, während ich mich mit einem Milchkaffee ausklingte.

Am späten Nachmittag begann es dann leicht zu regnen und wir beendeten die Erkundungstour und fuhren zurück zum Wohnmobil.

Rathaus

 

Großer Ring

 

Großer Ring

 

Großer Ring

 

1 von 600 Zwergen

 

1 von 600 Zwergen

 

3 von 600 Zwergen

 

Blumenarragements

 

Dombrücke

 

Dombrücke

 

Breslauer Dom

 

Nach einer diesmal etwas unruhigen Nacht, machten wir uns vormittags auf zu unserer letzten Etappe der Anreise nach Krakau. Die kostenpflichtigen Autobahn war ein Traum, sehr entspannend mit dem Tempomaten zu fahren. Nach 270 km erreichten wir den extra für uns geöffneten Campingplatz. 13 Wohnmobile waren bereits dort, es fehlt also nur noch eins. Die beiden Reisemobile von Seabridge waren ebenfalls vor Ort und wir lernten Alex kennen, der uns als ein Reiseleiter wohl auf der gesamten Tour begleiten wird. Heute ist nichts mehr geplant, so dass ich versuchen werde, den ersten Blog zu veröffentlichen.

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8. Lebenszeichen Dänemark – Schweden 2018

Die nächsten Etappen führten uns durch Själland, über die Storebältbrücke nach Odense, dann südlich nach Faaborg, wo wir übernachteten. Vorher sicherten wir uns tel. noch die Fähre von Bojden nach Fynshaf auf der Halbinsel Als.

Faaborg

Am nächste Morgen waren wir pünklich am Fähranleger. Das erste was mir auffiel, war ein Trecker mit Wohnwagen, der auch die Fähre benutzen wollte. Ich ging zum Fahrer hin und unterhielt mich eine Zeitlang mit ihm. Er war Däne, der mit seinem Gespann in den letzen 10 Jahren 35000km in Europa zurückgelegt hatte. Vom Nordkap bis nach Moldavien war er bereits gereist, und das mit einer Höchstgeschwindigkeit von 5 Stundenkilometer. Leute gibt’s…..

5 km Höchstgeschwindigkeit. Der Weg ist das Ziel.
Fähre Bojden – Fynshav

Die Überfahrt war problemlos und über Sonderborg erreichten wir wieder Deutschland. Wir steuerten Schleswig an, um auf dem über alles im Internet gelobten und mit Auszeichnungen überhäuften Stellplatz am Hafen zu nächtigen. Das war dann mal wieder die Superpleite. Der Platz war ausgebucht, aber selbst wenn wir noch einen Platz bekommen hätten, wären wir weiter gefahren. Alles furchtbar eng aufeinander, dazu fiel mir nur „Intensivhaltung“ ein.

Nach kurzer Recherche im Netz, fand ich einen Stellplatz auf einem ehemaligen Militärgelände. Wir standen direkt an der Schlei, und konnten mit dem Fahrrad in 10 Minuten die Innenstadt erreichen. Hat uns gut gefallen, Schleswig mit seiner sehr schönen Altstadt.

Weiter ging es Richtung Wacken, denn unser nächstes Abenteuer, der Besuch des Metal Festivals Wacken Open Air, mit unseren Bekannten, Anke und Jürgen, stand an.

In Agethorst, 3 km vom Festvalgelände entfernt, durften wir auf dem Grundstück der Tochter der beiden, das Womo hinstellen. Ihr Womo war bereits Vorort. Das Wiedersehen war wieder sehr herzlich .

Wacken war toll. An 3 Tagen besuchten wir das Festivalgelände und die Festmeile in Wacken. Wir besuchten folgende Konzerte: Fischer-Z, Judas Priest, Dirkschneider, Nightwish, Doro, Ghost, Otto und die Friesenjungs. Ich kann Euch beruhigen, die meisten Bands kannten wir vorher auch nicht aber wir hatten ja Anke und Jürgen an unserer Seite, mit langjähriger Wackenerfahrung, die aus den über 100 Bands, die dort gespielt haben, diese ausgewählt hatten und deren Musik uns größtenteils gefiel.

Die Konzerte finden auf 10 Bühnen statt. 210 Trucks transportieren allein das Bühnenequipment. Das Gelände ist 240 Hektar groß, das heißt, man muß gut zu Fuß sein.

Beeindruckend an Wacken ist der friedliche Charakter der Veranstaltung Obwohl man von vermeintlich Untoten aber mindestens von bös aussehenden, in scharz uniformierten, tätovierten Wesen umgeben ist, tun die gar nichts. Alle sind gut drauf, sicherlich dem Alkohol und der einen oder anderen Droge geschuldet. Ich habe keinerlei Aggression erlebt, und das ohne sichtbare Polizei. Es war ein tolles Erlebnis und auch noch mal an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Anke und Jürgen, das ihr so für Wacken geworben hattet, dass wir nicht darauf verzichten konnten.

Willkommensgruß
Einlaß
Kontrolle
kleine Bühne
Endzeitscene
Endzeitscene
Das „Infield“ vor den großen Bühnen
Dirkschneider Konzert
„böse Jungs“
Doro Konzert
Aussichtsplatform
Nachtkonzert
Nachtkonzert

Nach 3 Tagen Heavy Metal stand unsere letzte Station an, Peter und Angela in Lübeck zu besuchen.

Sie hatten viel von ihrer Ladakh Reise zu berichten. Wir besuchten das Duckstein Fest und am nächsten Tag Travemünde. War auch wieder ein sehr schönes Treffen.

Die Rückreise von Lübeck nach Wengern verlief erstaunlich gut, obwohl wir 140 km Landstraße einbinden mussten, da zwischenzeitlich die Autobahn gesperrt war.

Nun sind wir wieder zu Hause.

Danke für Eure aufmunternden emails oder Kommentare.

Wir sehen uns.

 

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7. Lebenszeichen Dänemark – Schweden 2018

Die Nacht war kurz, und um 6 Uhr standen wir am Fährableger. Die Abfertigung war zügig und dann hieß es wieder 3 ½ Stunden entspannte Fährfahrt nach Oskarshamn. Danach ging es direkt nach Kalmar, wo wir den letzten Stellplatz in Schlossnähe beziehen konnten.

Kalmar war wieder eine nette, lebendige Stadt, in der wir den Rest des Tages verbrachten. Auf dem zentralen Platz, wurden wir Zeuge vom Soundcheck einer Abba Coverband, die, wie sich heraus stellte, abends ein kostenloses Konzert gab. Das besuchten wir und irgendwie passten die alten Abba Hits zu unserem Schwedenurlaub.

Kalmar Schloß
Abba Cover Band Kalmar
Sandskulptur Kalmar
Sandskulptur Kalmar

Am nächsten Tag begann unser Besuch Ölands.

Auf Öland verbrachten wir 3 Tage, allerdings sind wir mit der Insel nie ganz warm geworden. Es gibt so gut wie keine Küstenstraßen, so dass man die recht großen Entfernungen im Inland zurücklegt. Die Vegetation ist entweder steppen ähnlich, bewaldet oder landwirtschaftlich genutzt, nicht langweilig aber auch nicht spektakulär. Außerdem eignet sich die Insel nicht für Freisteher wie wir, da es überall Verbotsschilder gibt. Als Attraktionen wurden Windmühlen, alte Steine, meist aus Gräbern stammend, und unzählige Badestellen empfohlen. Letztere erreicht man nur durch Stichstraßen. 3 Badestellen hatten wir dann aufgesucht, die aber nicht mal schön waren. Das Wasser roch unangenehm, wahrscheinlich durch dem heißen Wetter geschuldete, verstärkte Algenbildung.

Also ignorierten wir die anderen 200 Badeempfehlungen und fuhren die Insel von Süden nach Norden ab. Des weiteren gibt es noch die quer über den Süden der Insel errichtete Karl X Gustav mur, eine aus Steinen errichtete Mauer.

Auf der Westseite fanden wir dann doch noch eine schöne freie Übernachtungsmöglichkeit am Meer und auch eine schöne Straße, die eine Zeit lag am Wasser lang führte.

Karlevistinen, 1000 Jahre alter Runenstein
Grabfeld von Gettlinge aus der Eisenzeit, Gräber in Schiffsform angeordnet
Öland
Öland
Der lange Erik an der Nordspitze Ölands
Der lange Jan am Südzipfel Ölands
Öland
Burg von Eketorp
Öland

Eigentlich wollten wir danach die Insel verlassen, gerieten dann aber in einen Megastau. Es war Sonntag und die ersten 3 Wochen der Ferien waren vorüber. Das hatten wir nicht auf dem Schirm gehabt. Nachdem wir 1 Stunde gen Süden schlichen und es noch 35 km bis zur Festlandsbrücke waren, bogen wir rechts ab und entschlossen uns in Borgholm zu bleiben. Das war eine gute Entscheidung, denn Borgholm war ein quirliger Urlaubsort mit einem schönen Hafen und natürlich mit Anbindung an Solliden, dem Sommersitz des schwedischen Königshauses. Dahin führte dann auch ein kleiner Spaziergang. Den Eintritt von 12€ pro Nase schenkten wir uns dann und investierten das gesparte Geld teilweise in Eis und Kaffee.

Borgholm

Was wir aber positiv Öland betreffend in Erinnerung behalten werden, sind die schönsten Sonnenuntergänge, die wir bisher in Schweden gesehen haben.

Sonnenuntergang Öland
Hier ist der Beweis, ich habe einen Heiligenschein
Sonnenuntergang Öland

Am nächsten Tag fuhren wir dann entspannt über die 6 km lange, beeindruckende Kalmarsundbrücke, und dann weiter südwärts nach Karlskrona. Es folgte ein Stadtbesuch und den Rest des Tages verbrachten wir am Wohnmobil, dass wir wieder frei am Hafen platzieren konnten.

Karlskrona

Wir beschlossen noch einen Tag zu bleiben und eine Fahrt durch die Schärengärten Karlskrona zu machen. Die Fahrt dauerte 3,5 Stunden und führte zu den Inseln Tjurkö, Säljö, Sanda, Senoren, Yttre Park, Ytteron, Inlängan und Stenshamn. Das Wetter war wieder, wie schon in den letzten Wochen, sehr schön.

Schärenfahrt Karlskrona
Schärenfahrt Karlskrona
Schärenfahrt Karlskrona

Nach der Fahrt besuchte Ute noch das Marinemuseum. Ich hatte dazu keine Lust und fuhr zum Wohnmobil. „Ich hab noch eine Überraschung für Dich“, mit diesen Worten kam Ute nach ihrem Besuch zurück. Sie sagte aber nichts weiter. Nach dem Abendessen meinte Ute, wir müßten noch mal mit den Fahrrädern zum Hafen fahren. Das taten wir dann auch. Am Hafen befand sich der kostenpflichtige Stellplatz für Wohnmobile.

Als wir durch die Reihen fuhren, entdeckte ich plötzlich Elisabeth und Armin aus der Schweiz, die mit uns die Südafrikareise Anfang des Jahres gemacht hatten. Ute hatte sie auf ihrer Rückfahrt zum Wohnmobil zufällig entdeckt. Die Wiedersehensfreude war natürlich auf beiden Seiten groß und wir verbrachten dann einen sehr schönen Abend bei ihnen in Ihrem nagelneuen Wohnmobil. Sie kamen gerade vom Nordkap und wollten wieder nordwärts nach Stockholm und dann mit der Fähre nach Tallin, wo die nächste Seabridgetour „Die Schätze Russlands“ startet. Im nächsten Jahr haben sie schon die Seidenstrassentour gebucht und in 2020 geht es für sie auf dem Landweg nach Australien, wo sie dann noch 1 ½ Jahre verbringen möchten.

Die nächsten Tage führten uns über Kristianstad, Käseberga,Ystad, nach Koge.

Das südliche Schweden haben wir als nicht so eindrucksvoll erlebt, als Mittelschweden oder Lappland. Die Landschaft wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und gilt als die Badewanne Schwedens, mit unzähligen Badebuchten. Einige alte Grabstätten hatten wir besucht, aber davon gibt es viele, und die Besuche des Wickingergrabes bei Käseberga und des Kungagravens in Kivik hatten dann auch unseren Hunger nach alten Steinen gedeckt.

Kivik, Kungagraven
Kivik, Kungagraven, alte Grabplatten
Ales Stenar, Käseberga, größte Schiffsetzungsgrabstätte Schwedens
Ales Stenar, Käseberga, größte Schiffsetzungsgrabstätte Schwedens
Hafen Käseberga

In Koge bezogen wir ausnahmsweise mal einen Campingplatz, da „große Wäsche“anstand. Wir verlängerten dann noch einmal um 1 Tag, schauten uns Koga an und genossen mal einen Tag mit Nichtstun.

 

 

 

 

 

 

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