1. Lebenszeichen Überwintern in Benajarafe und Las Palmas November 2024 bis Januar 2025

1.11.24 bis 13.11.24

Während des Flugs nach Malaga kamen wir uns vor wie Ölsardinen, so eng bestuhlt war der Flieger. Wir erhielten aber unmittelbar nach der Landung eine Entschuldigungsemail von Eurowings, dass sie uns den Aufpreis für größere Stzabstände erstatten, da wir den nicht erhalten konnten, da sie den Flugzeugtyp gewechselt hatten.

In Malaga wurden wir von Hartmut abgeholt und zur Unterkunft gebracht. Dort wurden wir von unserer Gastgeberin Burgi herzlich empfangen. Von unserem Ferienhaus waren wir sofort begeistert, alles hochwertig, kreativ eingerichtet mit schönem Blick vom Balkon aufs Mittelmeer.

Wir fuhren dann noch einkaufen.

Nach einem gemütlichen Frühstück auf dem Balkon bei 23 Grad C erkundigten wir dann die ganze Ferienanlage. Sie besteht aus weiteren 3 Einzelhäusern, einem Haus mit 5 Wohnungen und einem Haupthaus mit Swimmingpool. Alles ist in einem schönen, üppigen Garten eingefügt, so dass jedes Haus keine Sicht auf ein anderes hat. Das Haupthaus ist der Hammer, so etwas habe ich zuletzt in Barcelona von Gaudi gesehen.

Wir haben uns dann um einen Mietwagen gekümmert und diesen günstig für 14 Tage gemietet. Dazu mußten wir mit dem Bus nach Malaga zum Flughafen fahren und dort den Wagen übernehmen.

Den Rest des Tages verbrachten wir in Malaga beginnend mit einem leckeren Essen im Hard Rock Cafe.

Dann entdeckten wir noch 3 Superyachten. Yacht Nr. 1: Sycara V, gehört dem 400 Millionen schweren Amerikaner Ray Catena, 68 m lang, 70 Millionen wert.

Yacht 2: Dynasty, gehört dem 16 Milliarden schweren Usbeken Alijan Ibragimov, 101 m lang, 200 Millionen € wert.

Yacht Nr.3: Alaiya, gehört dem 10 Milliarden schweren Lakshmi Mittal, 111 m lang, 300 Millionen wert

Wir sind also in bester Gesellschaft.

Tags drauf sind wir unseren Spuren in Torre del Mare gefolgt, wo wir schon 2 Mal waren, ein nettes gepflegtes Städtchen.

Dann galt es ein Fahrrad zu besorgen. Der ortsansässige Fahrradladen offerierte im Schaufenster Fahrräder zum Tagespreis von 35€, im Gegensatz zu unserem Tagespreis für unseren Leihwagen von 12€ hielt ich das für überteuert. Also fragte ich Burgi, unsere Gastgeberin, ob sie noch weitere Leihstationen kenne. Sie offerierte mir ein Mountainbike zur kostenloen Nutzung, das ein Gast letzte Woche vom Verleiher für 100€ gekauft hatte, da dies billiger war als eine Miete für den Urlaub und es dann kostenlos hier ließ. Das hat ja wieder gut geklappt, die erste Testfahrt nach Torre del Mare verlief reibungslos, und ich fühlte mich auf dem Rad gleich wohl. Nichtsdestotrotz habe ich dann noch einige Utensilien gekauft: einen Helm, Ersatzschlauch, Werkzeugset, Luftpumpe und Schloss, alles für 45 €.

Es stand unsere erste ernstzunehmende Wanderung auf dem Caminito del Rey, der kleinen Schwester des berühmten Camino del Rey, an. Die Hängebrücke El Satillo, die drittgrößte Hängebrücke Spaniens, stand auf dem Programm. Erst mußten wir 1 Stunde bis zum Startort Cannilas de Aceituro fahren. Von dort führte der Weg steil bergauf, einem alten Viadukt folgend, 4 km auf teilweisen ziemlich ausgesetztem Weg zur Hängebrücke. Diese wurde erst vor ein paar Jahren dort gebaut. Normalerweise kehrt man dann auf demselben Weg zurück, wir wollten allerdings weiter nach Sedella über den gegenüberliegenden Berg und dort den Bus zurück nehmen. Davor stand allerdings ein Aufstieg, wie ich ihn noch nie gemacht hatte. Es war ein Klettersteig zum Teil mit Ketten gesichert. Das war mein Limit. Oben angekommen, teilte sich der Weg, der sowieso nicht gekennzeichnet war, und wir wußten nicht welche Richtung wir einschlagen sollten, 50/50. Dann endete der Weg nach 1 km. Wir sahen tief unter uns die Strasse, wußten aber nicht dort hinzukommen. Dann fiel mir Komoot ein und richtig, er zeigte uns einen Weg, der völlig überwuchert war und uns dann schließlich abenteuerlich auf die Strasse brachte. Wir entschlossen uns dann direkt zum Ausgangsort zu gehen. War ein echtes Abenteuer, gespickt mit körperlichen Herausforderungen, aber auch grandiosen Aussichten in die schöne Natur des Nationalparks Sierra Tejeda. Vor der Heimfahrt, die wir noch mit einer „Fahrt ins Blaue“ um 1 Stunde verlängerten, gab es noch zur Belohnung den cafe con leche.

Die nächste Radtour, die wir Richtung Malaga machten, endete wie alle Radtouren, die ich außerhalb von Wetter/Wengern unternehme, mit einem Platten. So konnte ich die gekauften Utensilien Werkzeug, Pumpe und Schlauch gleich ausprobieren. Ich werde mir wohl doch noch 2 neue Mäntel kaufen.

Ein Ausflug nach Cordoba stand auf dem Programm, 175 km ins Hinterland von Andalusien. Die Anreise erfolgte problemlos und schon hatte ich mich bei der Suche nach einem Parkplatz völlig verfahren und fand mich mitten in der Altstadt in 2 m breiten Strassen wieder. Die zahlreich vorhandenen Touristen wurden dann von mir genötigt in Hausgänge zu verschwinden, damit ich durchkam. Es endete in einer Sackgasse – also wenden und auf demselben Weg wieder zurück, die selben Touristen noch einmal genervt, um schließlich in einem ultraengen Parkhaus den Wagen endlich los zu werden. Immerhin standen wir unmittelbar bei den Attraktionen der Stadt, die wir dann im Laufe des Tages ausgiebig besuchten.

Da wir nur 170 km entfernt von der Sierra Nevada wohnen, wollten wir uns das einzige Skigebiet der Spanier noch einmal anschauen. Vor Jahren waren wir schon einmal mit dem Wohnmobil dort. Es ist eine grandiose Landschaft und wir konnten bei schöner Fernsicht sogar einen Parkplatz am höchsten Parkplatz ergattern. Von dort auf 2500 m Höhe machten wir noch eine kleine Wanderung.

Ein weiterer Ort, der es wert ist besucht zu werden, ist die weiße Stadt Frigiliana. Es machte wieder viel Spaß durch die engen Gassen der Altstadt zu schlendern und zum Schluß noch ein leckeres Eis zu genießen.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stop in Nerja am Balcon de Europe.

Dann hatten wir Glück. Karten für die Alhambra waren bis in den Dezember hinein ausgebucht. Ich fand eine Seite, die eine Warteliste führt, auf die man sich setzen kann und im günstigsten Fall bekommt man am gewünschen Tag um 8 Uhr morgens die Karten oder eine Absage. Wir erhielten die Karten, und so machten wir uns früh auf die 130 km Anreise nach Granada. Die Alhambra ist wirklich ein Gesamtkunstwerk. Wunderschöne Gärten, Paläste und dann das Highlight, die Nasridenpaläste, für die man eine verbindliche Uhrzeit erhält.

Nachts gab es dann über die Handys eine Unwetterwarnung auf der Nina App. Starkregen war angekündigt. Am nächsten Morgen war davon nichts zu sehen, es war bewölkt und es hatte etwas geregnet. Ich machte mich auf, das Rad im Auto eingeladen, zu meinem Fahrradhändler nach Torre del Mare, um neue Mäntel montieren zu lassen, da die alten völlig rissig und abgefahren waren. Der Laden hatte zu. Ich rief den Besitzer an, der mir erklärte, es gäbe eine Unwetterwarnung, er dürfe den Laden nicht öffnen, und ich dürfte nicht draussen sein. Fand ich etwas übertrieben, aber auf der Fahrt zurück wurde ich von einem Starkregen überrascht, den ich zuvor noch nie erlebt hatte. In Sekunden sah ich nur Wasser, konnte mich nur im Schritttempo bewegen und die Strasse stand im Nu unter Wasser. Das dauerte nur 5 Minuten, dann klarte es wieder auf, nicht auszumalen, wenn es so mal 1 Stunde oder länger regnet.

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5. Lebenszeichen Irland Mai 2024

21.5. bis 25.5.

Bushmills, Belfast, Dublin

Der heutige Tag stand zur freien Verfügung. Natürlich stand ein Besuch der Giants Causeway and Causeway Coast auf dem Programm. Heute waren wir getrennt unterwegs, Ute mit dem Bus, ich mit dem Fahrrad. Die Küste ist wirklich spektakulär und es gibt schöne Wege zum Wandern. Wenn man sich etwas von den Basaltsäulen entfernt hat, geht man fast alleine.

Am nächsten Tag sahen wir – nichts. Es war unglaublich neblig, so dass wir die geplante Küstenroute strichen zugunsten des direkten Weges nach Belfast.

Auf dem Weg lag jetzt allerdings die Black Heads, die wir sonst nicht angefahren hätten. Hier handelt es sich um eine uralte Eichenallee, die sich schon bei einigen Filmen als Kulisse anbot, so zum Beispiel bei Game of Thrones.

Gott sei Dank war es im Inland besser mit dem Nebel. Wir erreichten Belfast und fuhren direkt zum Titanic Museum, für das wir uns am Vortag schon Eintrittskarten gesichert hatten. In Belfast wurde die Titanic gebaut und das Museum ist sehr kreativ aufgebaut, zum Beispiel fährt man mit einer Seilbahn durch das Innere des Schiffes. Viele Details sind sehr anschaulich präsentiert.

Da wir gut in der Zeit waren und der Hop on Hop off Bus direkt vor dem Museum hielt entschlossen wir uns spontan zu einer Stadtrundfahrt. Leider regnete es so dass Fotos aus dem fahrenden Bus kaum gelangen. Es wurde mehr als deutlich, dass die Menschen immer noch unter dem Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken leiden und es wahrscheinlich Generationen und viel guten Willen bedarf diesen zu überwinden.

Abends freuten wir uns auf das Leverkusenspiel und wurden leider enttäuscht.

Wettermäßig erlebten wir den schlechtesten Vormittag der gesamten Reise. Nachts hatte es geregnet und es kam Sturm auf. Die Temperatur sank auf 9°C. Trotzdem starteten wir früh, da wir einen gemeinsamen Besichtigungstermin von Newgrange hatten, nach 120 km. Vorher schauten wir bei den Hohlkreuzen von Monasterboice, einem verfallenen Kloster aus dem 9. Jahrhundert von dem gut erhaltene bis zu 5,5m hohe Hohlkreuze übrig geblieben sind, auf denen Szenen aus dem alten und neuen Testament eingemeisselt sind.

Von Newgrange hatte ich offen gestanden noch nie gehört. Es zählt allerdings zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Irlands. Es handelt sich um jungsteinzeitige Hügelgräber 5200 Jahre alt. Diese wurden erst per Zufall im 16. Jahrhundert entdeckt und erst in den 1970iger Jahren der Öffentlich zugänglich gemacht. Hier ist das weltweit größte und am besten erhaltene Grab zu besichtigen, das so ausgerichtet ist, dass durch einen kleinen Spalt zur Wintersonnenwende für 15 Minuten Licht auf den Altar fällt, auf dem die Toten gebettet wurden. Leider sind Fotos vom Inneren nicht erlaubt. Dort sieht man die Konstruktion aus großen, zum Teil verzierten Steinen, die verschachtelt dafür sorgen, dass auch nach 5000 Jahren kein Wasser eindringen kann.

Dann ging es nach Dublin, wo wir 2 Nächte blieben.

Der nächste Tag fing verregnet an. Wir starteten dehalb erst am Mittag und fuhren mit dem Bus in die Innenstadt. Dort nahmen wir den Hop On Hop Off Bus und fuhren eine Runde. Dublin war voll von Menschen, es herrschte ein komplettes Verkehrschaos.

Dann folgte ein Bummel durch die Innenstadt. Wir blieben beim Trinity College hängen. Alle Besucherslots bis abends waren vergeben. Ute schaffte es, dass wir nach Lösen der Eintrittskarte, sofort eintreten konnte. Das College verfügt über eine beeindruckende, alte Bibliothek, die 700000 Bücher besitzt.

Dort befindet sich seit dem 16. Jahrhundert das Book Of Kelts. Dies ist eins der wichtigsten Kulturgüter Irlands. Es beinhaltet eine Illustrierte handschriftliche Aufzeichnung christlicher Texte, die im 8. Jahrhundert im Kloster Iona von Mönchen erstellt wurde. In der Zeit der Wickingereinfälle, die nicht viel vom Christentum hielten, brachte man sie zur Westküste. Im Jahr 2011 wurde si zum Weltdokumentenerbe erklärt. Das Original befindet sich streng geschützt in einem klimatisierten Glascontainer, kann besichtigt aber nicht fotografiert werden.

Um 18 Uhr hatten wir unser Abschiedsessen im Arlington Hotel. Hier stießen auch wieder 2 Mitreisende zu uns, die vor 3 Tagen im Norden wegen Kupplungsschaden hängen blieben. Sie mußten auf das Ersatzteil warten und gestern bis 23 Uhr wurde die Kupplung eingebaut.

Danach streiften wir noch etwas durch das Temple Street Viertel. Aus allen Pubs drang Musik, es war überall übervoll, man kam in keinen Pub mehr.

Damit endet unsere Irlandreise. Morgen gehts per Fähre nach Cherbourg und dann nach Hause. Das Land hat uns sehr gut gefallen, wir haben wieder viel Neues gelernt – nur auf die engen Strassen hätten wir gerne verzichtet – nichts für Wohnmobilanfänger.

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4. Lebenszeichen Irland Mai 2024

Connemara, Achill Island, Ballina, Sligo, Dungloe, Glenveagh National Park, Rosguill, Derry, Bushmills

15.5. bis 20.5.

Heute hatten wir wieder einen vollgepackten Tag. 11 Stunden und 260 km waren wir insgesamt unterwegs und hatten unsere erste Feindberührung. Ein entgegenkommender Kleintransporter meinte nicht bremsen zu müssen und touchierte den linken Außenspiegel, dieser klappte ein, aber der untere kleine Spiegel löste sich und hing an den Kabeln runter. Natürlich fuhr er weiter, als wäre nichts geschehen. Bei der nächsten Möglichkeit hielt ich an und konnte den kleinen Spiegel wieder in die Führung stecken, er funktioniert sogar wieder elektrisch. Allerdings haben wir einen kleinen Riß im Außengehäuse des Spiegels, ein kleines Souvenir aus Irland.

Ansonsten gab es viel zu sehen. Über Küstenstrassen ging es zum Alcock und Brown Monument. Hier befindet sich der Landeplatz des ersten 1919 durchgeführten Non Stop Transatlantikfluges von Alcock und Brown. Außerdem gelang es Marconi dort die erste Funkverbindung über den Atlantik herzustellen.

Danach fuhren wir zum Connemara National Park, wo wir eine Wanderung unternahmen.

Es folgte die Besichtigung von Kylemor Abbey mit den Gärten. Hier residierte Herzog Henry von Manchester mit Familie und ließ es sich augenscheinlich gut gehen.

Dann folgte eine traumhafte Strecke über den Dhulough Pass mit wunderschönen Aussichten.

Schließlich gönnten wir uns noch einen kleinen Umweg auf einer kleinen Strasse auf Achill Island bis wir den Campingplatz erreichten.

Das Briefing war für 20:30 Uhr terminiert, wer nicht da war, war unser Reiseleiter. Es folgte eine SMS, „ ich komme 15 Minuten später“. Um 21:15 Uhr kippte dann die Stimmung, er war immer noch nicht da. Um 21:30 kam er schließlich an und entschuldigte sich, er hätte die letzte SMS vergessen abzuschicken, er hätte im Stau gestanden. Einige Mitreisende sind ziemlich bedient – mal sehen wie sich das weiter entwickelt.

Es folgte ein freier Tag, den ich vormittags zu einer schönen Radtour nutzte. Es ging steil über einen Pass nach Keel, wo die Strasse endete. Dort gibt es einen schönen Strand, wobei man sagen muß, dass Irland wirklich viele schöne Strände hat, die auch noch total sauber sind – kein sichtbares Plastik zum Beispiel.

Danach hieß es Beine hoch, erst am späten Nachmittag ging es noch mal zum Strand, Füße vertreten.

Abends wurde wieder gemeinsam gegrillt. Die Emotionen schienen sich gelegt zu haben – „beide Seiten“ gingen wieder freundschaftlich miteinander um.

Es zog Sturm auf und am nächsten Morgen war es neblig und kalt. Es gab 2 erwähnenswerte Stopps auf der Route. Zunächst hielten wir bei den Ceide Fields an der Nordküste des Mayo Distrikts. Hier wurde über Jahrhunderte Torf abgebaut. Dabei wurden Steinansammlungen gefunden, die auf eine frühe Besiedlung hinwiesen. Tatsächlich erforschte man die Gegend dann wissenschaftlich und fand das größte durch Steinmauern aufgeteilte Siedlungsgebiet aus der Steinzeit der Welt, bis zu 6000 Jahre alt. Durch Klimawandel wurde es schließlich unmöglich dort weiter zu leben. Über Jahrhunderte entstanden Moore. Zu sehen sind für uns nur einige Steinhaufen und aufgrund des Wetters ließen wir auch die geplante Wanderung durch das Moorgebiet ausfallen.

Trotz des Wetters machten wir dann doch den Umweg nach Downpatrick Head und wurden nicht enttäuscht. Der Nebel lichtete sich ein wenig und so hatten wir eine gute Sicht auf die Steilküste. Von den 50m hohen Felsen trafen wir auf Angler, die tatsächlich reichlich Beute machten.

Dann ging es auf direkten Weg nach Strandhill zum Campingplatz und 10 km davor wurde es sonnig und warm.

 Es folgte ein weiterer langer Fahrtag mit einigen Zwischenstationen. Die ersten beider waren allerdings enttäuschend. Die erste war noch verschlossen und die zweite, das Grab Irlands großer Dichter und Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats mußten wir auf den Friedhof lange suchen, so unscheinbar war es.

Über teilweise wieder enge Strassen fuhren wir nach Slieve Legue, dort gibt es die höchsten Klippen Irlands. Dann war es soweit – auf einer 20%iger Steigung kam mir ein Wohnmobil entgegen. Keiner konnte ausweichen – hinter mir ein PKW – zentimeterweise ließ ich das Womo zurück rollen, bis wir eine etwas breitere Stelle fanden. Das braucht man nicht jeden Tag.

Die Klippen wiederum waren allerdings sehenswert. Dort unternahmen wir eine Wanderung.

Dann besuchten wir nich Glencolumbkille Folk Village – ein liebevoll errichtetes Museumsdorf.

In Dungloe erreichten wir abends den Campingplatz. Fußläufig konnten wir dann den Pub erreichen, wo ein hervorragendes Gruppenessen  auf uns wartete.

Das Wetter war weiterhin sonnig und so freuten wir uns am nächsten Tag auf den Besuch des Glenveagh National Parks. Auf guten Strassen mit wenig Verkehr durch eine schöne Landschaft erreichten wir ihn. Dort wanderten wir wieder ausgiebig, besuchten das Glenveagh Castle und die Gärten.

Heute ließen wir den Besuch eines weiteren Leuchtturms aus, der uns 60 km Umweg gekostet hätte und fuhren direkt zum am Tra Na Rosann Beach wo wir direkt am Strand übernachteten. Der Strand war so traumhaft und das  Wasser so blau, dass ich beschloss ein Bad im Atlantik zu nehmen. War doch sehr sehr sehr erfrischend. Dann setzten wir uns auf ein paar Felsen am menschenleeren Strand. Ute meditierte und nach einer halben Stunde kam eine alte Frau mit einem Kleinkind um die Ecke. Begleitet wurden sie von einem mittelgroßen Hund. Ich ahnte was kommen musste. Ute hatte die Augen geschlossen, der Hund, sehr friedlich aber neugierig inspizierte Ute und blieb vor ihr stehen. Ute öffnete die Augen und schauten in 30 cm Abstand dem Hund in die Augen. Der Schreck war entsprechend und die Frau entschuldigte sich. Wir mußten dann allerdings alle lachen. 

Von Rosguil fuhren wir am nächsten Tag direkt nach Derry und verließen damit Irland, von einer Grenze nach Nordirland merkten wir nichts. In Derry empfing uns Gerry, unser Stadtführer. Nach einem kurzen Ausflug in vorige Jahrhunderte, widmete er sich der neueren Geschichte, nämlich die Diskriminierung der nordirischen Katholiken durch die protestantischen Briten. Das Ganze gipfelte in dem sogenannten „Boody Sunday“ am 30.1.1972 als britische Soldaten 17 unbewaffnete Demonstranten hinterrücks erschossen. Es stellte sich heraus, dass der Vater von Gerry einer von ihnen war und im Alter von 32 Jahre erschossen wurde. Inwieweit heute hier Frieden herrscht darf bezweifelt werden.

Die weitere Route führte uns auf der Causeway Costal Route am Atlantik entlang, wo es Klippen aus Kreidefelsen zu bewundern gibt.

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3.Lebenszeichen Irland Mai 2024

Killarney National Park, Dingle, Tralee, Doolin, Galway

9.5. bis 14.5.

Jetzt wurde es richtig sommerlich. Das Radio verkündete den heißesten Tag des Jahres mit 25 Grad. Weiter ging es auf den Wild Atlantic Way. Wir fuhren zum Killarney National Park, wo wir eine ausgedehnte Wanderung machten.

Dann ging es auf die Dingle Halbinsel zum Inch Beach. Den kann man befahren aber wir zogen es vor, uns bei einer langen Pause die Szenerie von oben anzuschauen.

Da wir noch Zeit hatten, hängten wir noch den Slea Head Drive an die Etappe, der erst für den morgigen Tag geplant war. Hier wurde es richtig eng aber spektakulär. 

Etwas außerhalb von Dingle konnten wir dann übernachten.

Abends fuhren wir mit 7 Mitreisenden per Taxi nach Dingle um unseren ersten Irischen Pub zu besuchen. Im Old Sullivan Pub fanden wir etwas Passendes und um kurz vor 22 Uhr begann ein Duo mit der Musik. Hat uns gut gefallen. Der Musiker Thomas Sullivan war wohl einer der Headliner des Irish Music Festivals 2009 in Bremerhafen, so sagte es ein aufgehängtes Plakat im Pub.

Kurz vor Mitternacht kehrten wir zurück zum Platz und wurden von Nordlichtern empfangen. Das hatten wir wirklich nicht erwartet.

Wir starteten den nächsten Tag mit dem Besuch des über 1000 Jahre alten Steinhauses Ghallarius Oratory, das wir fußläufig vom Platz erreichen konnten. In einem Video erfuhren wir die Geschichte der Steinhäuser, von denen sich 80 % im County Derry befinden. Sie sind so kunstvoll konstruiert, dass kein Wasser eindringen kann, obwohl sie Stein auf Stein errichtet wurden. Auch tausende von Stürmen konnten ihnen nichts anhaben.

Wir befuhren den Rest des Slea Head Drives, den wir gestern noch ausgelassen hatten.

Es folgte wieder ein Strandbesuch in der Brandon Bay, wo wir pausierten.

Kurz vor unserem Tagesziel in Tralee schauten wir uns die größte noch funktionstüchtige Windmühle Irlands, Blennerville Mill, an.

Blennerville Mill

Abends gab es ein gemeisames Grillen.

Morgens regnete es und es war sehr neblig. Von Trailee ging es nach Tarbert. Dort nahmen wir die Fähre nach Killimer.

Fähre nach Killim

Wir nahmen die Küstenstrasse nach Loop Head. Dort erwartet uns eine grandiose Steilküste mit heftiger Brandung. Pünktlich kehrte der Sommer zurück, und so hatten wir schöne Sichten und unternahmen eine kleine Wanderung.

Nach der Mittagspause ging es auf sehr engen Strasse zu den Cliffs von Moher. Hier entstand vor Millionen Jahre eine bis zu 200 m hohe Steilküste. Nach dem Besuch des Informationszentrums, begannen wir unsere zweite Wanderung den Klippen entlang. Es ist wirklich eine einzigartige Landschaft.

Relativ spät und ziemlich müde erreichten wir unseren Campingplatz in Doolin.

Endlich irisches Wetter. Nachts trommelte es heftig aufs Womo und der Blick nach drausßen zeigte waagerechten Regen.

Macht nichts, vorausschauend hatten wir am Vortag schon Tickets für die Doolin Höhle und der Caherconnell Sheepdog Demonstration gebucht.

Los ging es mit der Höhle, für die ich eigentlich keine große Lust hatte, da wir schon viele Höhlen gesehen haben und ich nichts Spektakuläres erwartete. Weit gefehlt, dort gibt es den zweitgrößten Stalaktiten der Welt zu bewundern. Etwa 7,20m lang und 16 t schwer ist er, und er wächst weiter. Wir befinden uns im Burrengebiet eine Kalksteinlandschaft, die vor 400 Millionen Jahre Meeresboden eines warmen Ozeans war. Nachdem der Ozean verschwunden war sorgte Sturm und Regen für die Erosion. Übrig blieben die ausgewaschenen Steinplatten in deren Spalten sich dann wieder Vegetation entfaltete.

In der Höhle konnte man in den Wänden Fossilien sehen. Entdeckt wurde sie von 2 Studenten 1952, die den Mut hatten, in einer Spalte einen engen Gang kriechend 2,5 Stunden entlang einen kleinen Bachs zu folgen um dann die große Kammer mit den Stalaktiten zu finden.

Dann schauten wir uns die Shepdog Demonstration an. 4 ausgebildete Hunden wurden nur durch unterschiedliches Pfeifen zu den unterschiedlichsten Aufgaben geführt. Jeder Hund hört auf einen bestimmten Ton. Sie mußten Schafe zusammentreiben, vereinzeln, in ein Gatter bringen usw. War wirklich eindruckvoll, wie exakt die Hunde reagierten.

Das Wetter wurde trockener, und so hängten wir noch eine Wanderung in das Burrengebiet an.

Abends besuchten wir den 1 km entfernten O‘Conner Pub. Musik wurde versprochen. Es begannen 2 Musiker und im Verlauf des Abends wurden es 6. War wieder schöne irische Mucke.

O‘Conner Pub

Die nächste Etappe unserer Tour schien einfach zu sein, nur 85 km ohne Zwischenattraktionen. Wir wählten die Küstenstrasse und erlebten unser blaues Wunder. Die von mir schon früher erwarteten Reisebusse, die nie kamen, kamen geballt heute. Es ging teilweise um Millimeter. Die Strasse war für so große Fahrzeuge ungeeignet, man könnte auch sagen so Fahrzeuge, wie wir sie fahren habe dort nichts zu suchen. Ohne Blessuren überstanden wir auch diese Prüfung und erreichten unseren Stellplatz direkt an der Küste. Wir entschieden heute mal zu Chillen.

Abends stand der Besuch einer irischen Tanzvorführung an. „Trad on the Prom“ heißt die Veranstaltung, die es seit 20 Jahren gibt. Sie hatten alles aufgefahren was Rang und Namen hat, den Produzenten und Erfinder von „Lord of the Dance“, die 6fache Weltmeisterin im Stepptanz, den Weltmeister im Stepptanz, den irischen Vertreter für den ESC und eine super Band. Das war ein wahrer Genuss die irische Musik in all ihren Facetten zu hören, Balladen und die gewohnten schnellen Lieder und nicht zuletzt die atemberaubenden Tanzeinlagen.

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2. Lebenszeichen Irland Mai 2024

Fähre Dublin, Redcross, Kilkenny, Blarney

3.5. bis 8.5.

Es wurde tatsächlich Sommer. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch Valognes, ein kleines nettes Städtchen, mit der gewaltigen Kathedrale Notre Dame. Wir kauften noch etwas zum Mittagessen ein, denn alles Frische war aufgebraucht, da wir auf der Fähre 18 Stunden weder Kühlschrank noch Gefrierfach benutzen dürfen.

Die Mittagspause machten wir beim empfohlenen Hafen Le Becquet, 5 km vor dem Fähranleger.

Wie immer bei Fähren begann dann das Warten. Schließlich ging es los und ohne Probleme fanden wir dann auch unsere Kabine. Die Fähre ist riesig und hat Kreuzschiffniveau. Die Kabine ist klasse, die einzelnen Lounges, Shops und Restaurants sind sauber und gepflegt und selbst das Essen schmeckt gut.

Halbwegs gut ausgeschlafen, nach einem kleinen Frühstück ging es dann von der Fähre runter. Wir waren mit unseren guten Reisebekannten Anke und Jürgen am Fähranleger verabredet, da sie gerade ihre Irlandreise beendet hatten und mit „unserer“ Fähre wieder nach Deutschland fahren wollten. Das war wieder ein sehr schönes Wiedersehen.

Dann ging es kreuz und quer durch Dublin, ich weis nicht was das Navi da mit uns veranstaltet hatte. In Dublin herrschte viel Verkehr und das Linksfahren erforderte dann doch einige Konzentration. Durch das Rumgegurke verloren wir so viel Zeit, dass wir gerade noch pünktlich in Redcross zur Besichtigung der Wicklow Brewery ankamen. Dort erhielten alle Teilnehmer nach einer Einführung in das Brauwesen zur Verköstigung 6 verschiedene Biere. 

Danach gab es im angeschlossenen Mickey Finn`s Pub ein super leckeres 3 gängiges Willkommensdinner.

Es folgte um 22:15Uhr unser erstes Briefing.

Am nächsten Tag starteten wir früh mit dem Besuch der Klostersiedlung Glendalough.

Anschließend unternahmen wir eine knackige Wanderung auf „The Spinc“ eine Anhöhe in den Wicklow Mountains.

Den Rest des Tages erlebten wir überall das absolute Verkehrschaos. Es war Sonntag, super Wetter und alle Dubliner entschieden sich in dieser Region den Tag zu verbringen. Sie verbrachten ihn aber vorwiegend im Stau auf engen Strassen. 

Unser nächstes Ziel, den größten Wasserfall Irlands, den Powerscourt zu besuchen endete 4 km vor dem Ziel im Stau zum Parkplatz. An jedem entgegenkommenden Fahrzeug mußte ich mich zentimeterweise vorbeiquetschen.

Der Wasserfall war sehenswert. Dort campierten Hunderte mit Grill, Kind und Kegel.

Dann ging es, ebenfalls in Zeitlupe, zum Powerscourt Garden, einer wunderschönen Garten- und Parkanlage.

Dann fuhren wir, Gott sei Dank, auf der Autobahn zurück zum Platz, wo wir noch einmal den Pub zum Abendessen besuchten.         

Tags drauf fuhren wir nach New Ross. Dort liegt das Auswandererschiff Dunbrody. Mit solchen Schiffen versuchten Millionen Iren 1840 dem Hungertod zu entkommen indem sie nach Amerika auswanderten. Trotzdem verhungerten Millionen Iren, da das einzige Gemüse was damals angebaut wurde, die Kartoffel war. In der Zeit grassierte die Kartoffelfäule und führte in 2 aufeinanderfolgenden Jahren zum Totalausfall der Ernte. Im kleinen Ausstellungsraum hing eine Karte mit den Prozentzahlen der irischstämmigen Bürgern der einzelnen Bundesstaaten von Amerika, insgesamt sind dies 35 Millionen.

In New Ross fanden wir noch eine interessante Strasse mit monumentalen Fassadenmalereien.

Dann ging es weiter zum John F. Kennedy Arboretum. Zu seinen Ehren wurde ein wunderschöner Park angelegt.

Jürgen hatte uns den Tip gegeben den Leuchtturm in Hook Head und die schroffe Küste dort zu besuchen. Dies stand zwar nicht im Programm, wir machten es dann zusätzlich. War wirklich schön dort, sogar Seelöwen zeigten sich im Atlantik.

Anschließen machten wir uns auf den Rückweg zum Tagesziel Kilkenny. Jerpoint Abbey          ereichten wir aber zu spät, sie war bereits geschlossen. Also blieb es nur bei einer kurzen Aussenbesichtigung.

Abends gab es noch eine Geburtstagslage einer Mitreisenden und eine ausführliche Vorstellrunde aller Teilnehmer – war sehr interessant.

Den nächsten Tag begannen wir mit einer kleinen Wanderung nach Kilkenny. Die anderen Teilnehmer nahmen das Fahrrad oder ihr Womo. In Kilkenny machten wir einen Stadtspaziergang, der von unserem Reiseleiter moderiert werden sollte. Die Infos, die wir bekamen waren aber sehr dürftig.

Dann machten wir uns nach der Rückkehr zum Womo auf eine 60 km Etappe nach Rock of Cashel. Dort sollten wir um 15 Uhr eine Führung bekommen. Die gab es aber nicht, sondern ein langweiliges 15minütiges Video. Hier herrschten die Könige von Munster 500 Jahre lang ehe es im 11 Jahrhundert an den Bischof von Limerick also an die Kirche überging. 

Es folgten die restlichen 80 km nach Blarney. Unterwegs machten wir noch Halt beim Cahir Castle,einer  mittelalterlichen sehr gut erhalten Festung, die der Familie Butler gehörte, ehe sie an den Staat überging. Die Butlers waren Normannen und  ab dem 11 Jahrhundert 200 Jahre sehr einflußreich. 

Dann, nach den letzten stauträchtige 30 km erreichten wir unseren Stellplatz in Blarney. 

Der Tag begann mit einem gemeinsamen Tagesausflug nach Cork. Der erste Stop war bei dem Buttermuseum. Hier wird sehr anschaulich beschrieben, wie der EU Beitritt Irlands das Land wirtschaftlich positiv am Beispiel der Butter verändert hat. Es gab um 1920 etwa 170000 Buttermacher in Irland, die unwirtschaftlich wirtschafteten, da sie sehr klein waren. Nach dem Eu Beitritt blieben davon 6 große Player übrig. Es wurde die Marke Kerrygold etabliert und mittlerweile weltweit vermarktet.

Dann hatten wir einige Freizeit um den English Market und die Innenstadt zu besuchen. War ok aber nichts Besonderes. Außerdem gab es von der Reiseleitung keine weiteren Informationen zu Cork, ebensowenig zu Cobh unserer nächsten Station.

Cobh hat den zweitgrößte natürliche Binnenhafen der Welt nach Sydney. Es gibt dort einTitanic Museum, da die Titanic von Cobh zu ihrer tragischen Reise aufbrach. Etwas verloren schlenderten wir durch den kleinen Ort.

Ich glaube der Reiseleiter wird sein Engagement schon noch steigern müssen, will er Ärger vermeiden. Im Übrigen seht ihr auch auf den Fotos, dass wir uns zur Zeit mehr mit alten Steinen in Form von Festungen, Schlössern und Kirchen beschäftigen als mit der Natur – dass soll sich in den nächsten Tagen ändern.

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1. Lebenszeichen Irland Mai 2024

Anreise vom 25.4. bis 2.5.24

Denain, Etretat, Le Havre, Honfleur, Dives Sur Mer, Arromanches, Carentan Les Marais

Vormittags starteten wir unsere Reise. Das Ziel war, nach 350 km, ein Übernachtungsplatz in Denain, kurz nach der französischen Grenze. Dort mußte man erst einmal eine Tel.-Nr, anrufen, um den Code für das verschlossenen Tor zu bekommen. Das klappte aber gut. 

Ich machte dann einen kleinen Spaziergang in den Ort. Dort möchte man nicht tot über den Zaun hängen. Der Ort hatte gar nichts. Ein Park lud zu einer kleinen Runde ein, das war es dann aber auch. 

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich nach Honfleur. Beim Programmieren des Navies sah ich dann aber, dass in unmittelbarer Nähe Etretat liegt, berühmt für seine aussergewöhnlichen Klippen. Wir erinnerten uns, schon mal da gewesen zu sein und beschlossen unser heutiges Ziel zu ändern.

Nach 280 km und 47 Euro Maut erreichten wir auf sehr guten Autobahnen Etretat. Pünktlich bei Ankunft fing es an zu regnen. Wir wetterten dann diese Phase in horizontaler Lage im Wohnmobil ab. 

Erfrischt und ausgeruht, bei mittlerweile 16°C und trockenem Wetter, begannen wir unsere kleine Wanderung in den Ort und zu den wirklich sehenswerten Klippen.

Tags drauf beschlossen wir, noch Le Havre in unsere Tour einzuschieben. Nach 25 km erreichten wir es. Direkt an der Promenade konnte ich parken und beschäftigte mich dann 20 Minuten mit der Parkuhr. Als ich endlich für 4 Stunden 2,80€ eingegeben hatte, fehlte nur noch das Bezahlen mit der Kreditkarte. Meine PIN enthält eine 4 und diese nahm der Automat nicht an. Also alles umsonst. Zusätzlich fing es an zu regnen, und ein Blick in die Wetterapp (hätte man auch vorher machen können) zeigte, bis zum nächsten Tag Dauerregen. Wir steuerten den aus dem Internet ausgesuchten Stellplatz an, den es nicht mehr gab. Im Navie des Womo fanden wir einen Promobil Stellplatz in der Nähe – den gab es auch nicht mehr. Dann fanden wir einen dritten etwas außerhalb gelegen, der sogar kostenlos war.

Ab da konnten wir das Womo nicht mehr verlassen, so schüttete es. Es folgte ein gemütlicher, wenn auch langweiliger Fernsehnachmittag.

Nachts stürmte es, und es hörte auf zu regnen. Mittags versuchten wir per Bus in die Stadt zu fahren, doch die „nette“ Busfahrerin fuhr einfach an uns vorbei. Also riefen wir einen Uber. Es folgte ein ausgedehnter Spaziergang an der ausgedehnten Waterfront. Unterwegs gab es noch ein leckeres Mittagsessen.

Spät am Nachmittag unternahmen wir unseren 2. Versuch mit dem Bus „nach Hause“ zu fahren. Als wir beim Fahrer bezahlen wollten, wurden wir darauf hingewiesen, dass Tickets nur online oder per SMS zu erwerben seien. Es gab nur einen Automaten gut einen Kilometer entfernt. Also machten wir uns wieder auf, diesen zu finden und zu verstehen. Das gelang dann doch. Nach Rückkehr zur Haltestelle konnten wir dann doch einmal, 1 Stunde später, eine Busfahrt in Le Havre genießen.

Am nächsten Tag sahen wir das erste Mal blauen Himmel. Nach Ent- und Versorgung stellten wir zum zweiten Mal Wasser im Eingangsbereich fest. Leider waren auch die Böden der Schränke und der Spüle nass. So was brauche ich gar nicht. Blöderweise waren alle Zu- und Ableitungen der Spüle schön mit einer Abdeckplatte abgeschottet. Ich machte mich dann trotzdem an die Demontage. Die Ursache war ein aus dem Abwassertankstutzen rausgerutschter Gummischlauch. Der war so knapp bemessen, dass er nur 1 cm in den Stutzen reichte. Also mußte das Panzerband herhalten. Ich hoffe, die Verbindung hält.

In Honfleur fanden wir auf dem uns bekannten Stellplatz einen Platz und begannen gleich mit der Ortsbesichtigung. Mit einem Schlag wurde es touristisch. 2 250 m lange Flußkreuzfahrschiffe hatten fest gemacht. Die reichlich vorhandenen Restaurants waren voll. Nur mit Mühe fanden wir dann doch noch einen schönen Platz und hatten dort ein leckeres Mittagsessen. 

Honfleur hat eine sehr schöne Altstadt, dort haben sich Künstler aller Coleur angesiedelt. Man sieht wirklich schöne, aber auch schräge Sachen.

Dives Sur Mer war unser nächstes Ziel am nächsten Tag. Wir ergatterten den letzten Platz auf dem kommunalen Stellplatz und machten einen Spaziergang durch Cabourg und auf der Promenade Marcel Proust am Kanal entlang.

Die nächste Etappe führte uns nach Arromanches, eins der zentralen Orte des D-Days. Hier landeten vor 80 Jahren die Engländer. In einem 360 Grad Kino konnten wir uns die Dokumentation anschauen.

Dann begann ein 14 stündiger, heftiger Dauerregen.

Tags drauf war es wenigstens trocken, wenn auch frisch bei 10 Grad. Wir fuhren nach Carentan Les Marais, unserem Treffpunkt für die Irlandreise. Unterwegs tankten wir noch einmal Gas.

Nachmittags hatten wir unser erstes Briefing mit Dirk, unserem Tourleiter. Der erste Eindruck ist gut, scheint ein lockerer Typ zu sein. Abends lud er die Gruppe noch zu Rotwein Baguette und Käse an seinem Wohnmobil ein.

Morgens gehts auf die Fähre nach Dublin.

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5. Lebenszeichen Falklandinseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

22.1. bis. 26.1. Petermann Island, Yalour Island, Drake Passage, Beagle Channel, Punta Arenas

Dann hatten wir Kaiserwetter. Vor unserer Anlandung gab es noch wunderbare Motive zu fotografieren, vom Schiff aus.

Die Anlandung fand auf Petermann Island statt. Dort konnten wir erstmals Adelie Pinguine beobachten, die bereits Junge hatten.

Neben den dort auch heimischen Eselspinguine, hatten wir sehr schöne Aussichten.

Die geplante Anlandung am Nachmittag in Yalour Island konnte wegen zu viel Eises nicht durchgeführt werden. Dafür machten wir eine Zodiakfahrt durchs Eis.

Dann verließen wir die Antarktis, das heißt wir fuhren norwestlich direkt in die Drake Passage. Zum Abschied gab es noch einige Eisberge

Es lagen jetzt 2 Seetage vor uns. Vor der Drakepassage hatte ich großen Respekt, da ich glaube nicht „seefest“ zu sein. Die Wettervorhersage sieht gar nicht schlecht aus. „Nur“ Windstärken 5 bis 6 und Wellenhöhen von 3 bis 4 m. Bis jetzt gehts mir gut, ich mußte heute nur nach 30 Minuten vom Rad steigen, da ich dachte, ich kippe wegen des Seegangs um. Ansonsten werden weitere Vorträge angeboten.

Die Nacht war dann allerdings heftig. Windstärke 8 und die Welle von den Seite bedeuteten, dass man nur auf dem Rücken im Bett liegen konnte. Seitenlage war unmöglich. Geschlafen haben wir nicht viel, aber der Magen hat gehalten. Der nächste Tag blieb zunächst sehr unangenehm, dann zum Nachmittag hin wurde es besser und wir konnten uns noch sportlich betätigen.

Tags drauf fuhren wir in den Beagle Channel und damit in die chilenischen Fjorde. Das Wetter meinte es wieder gut mit uns, und nach dem Frühstück konnten wir die schöne Landschaft mit den mächtigen Gletschern genießen.

Dann begannen die Vorbereitungen für die Rückreise, Pässe einsammeln, Formulare ausfüllen, packen…. Es gab weitere Vorträge am Nachmittag, wobei der Vortrag des Expeditionsteams noch einmal die Highlights der Reise in einer sehr sympathischen Art und Weise zusammenfasste.

Dann hieß es Abschied nehmen von der Fram. Wir machten noch einen kurzen Fotostop in Punta Arenas.

Dann flogen wir nach Santiago de Chile, unterwegs konnten wir noch einige schöne Blicke auf Patagonien, Gletscher und Vulkane werfen.

Wir sind insgesamt 5200 km mit der Fram unterwegs gewesen und haben die Reise richtig genossen, zumal sie ohne Anzeichen von Seekrankheit verlief. Wir haben 8 Arten von Pinguinen gesehen, Orcas, Buckelwale, Finwale, Seeleoparden, Weddellrobben, Ohrenrobben, Seelöwen, Seeelefanten, Albatrosse und eine ganze Menge anderer Seevögel.

Morgen werden wir nach Hause fliegen und haben dann wieder Gelegenheit euch persönlich von unseren Eindrücken zu berichten.

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4. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

16.1. bis 21.1. Southorkney Islands, Signey Island, Southshetland Islands, Antarktis

Gestern erfuhren wir, dass wir außerplanmäßig die Orkney Inseln anlaufen werden. Dies steht nicht im Programm, war früher aber eine Station der Reise. Wir haben 2 Wissenschaftler in Süd Georgien an Bord genommen, die ihre Forschungsarbeit in Süd Orkney fortsetzen. Dort setzen wir sie ab. Seitens der Expeditionsleitung versucht man für uns einen Landgang zu organisieren.

Heute ist ein Seetag. Westlich und östlich von uns toben Stürme, aber die Passage dazwischen, unsere Route nach Süd Orkney, ist relativ ruhig – Glück gehabt.

Der Tag ist wieder mit Vorträgen, einer Schnitzeljagd, Reinigung der Bekleidung und Schuhe sowie ein Pfannkuchenessen mit dem Kapitän, gut gefüllt.

Vormittags legte ich wieder eine Radrunde ein, während Ute auf Schnitzeljagd ging und später ihre Sporteinheit absolvierte.

Dann gab es noch ein Highlight – wir durften bei laufenden Betrieb auf die Brücke. Dort erklärte uns ein deutscher Student der Maritime Wissenschaften Grundlegendes. Am Beeindruckensten fand ich folgendes. Wir ankern nie. Trotzdem bleibt das Schiff punktgenau auf der Stelle liegen, wo es soll, bei unseren Anlandungen und Zodiakfahrten. Das regelt ein Steuerungscomputer der mittels Satelitennavigation unter Berücksichtigung von Strömung und Wind, mittels 4 Motore das Schiff ständig hält.

Wir erreichten die ersten kleinen Inseln von Süd Orkney.

Nach dem Frühstück, am nächsten Tag, gab es eine Durchsage, dass vor uns 30 bis 40 Finn- und Buckelwale fressen würden. Aus der Ferne waren sie auch zu beobachten. Um uns herum konnte man den Blas deutlich sehen, aber zum fotografieren waren sie zu weit weg.

Wir steuerten die Forschungsstation auf Signey Island an. Dort werden die beiden Forscher abgesetzt und den Sommer dort verbringen. Wir werden die ersten Touristen sein, die auf der Antarktis nach Corona eine Forschungsstation besuchen dürfen, bisher gab es ein striktes Verbot dafür.

Dort angekommen wurden wir von dem Stationsleiter freundlich empfangen. Es ist eine kleine Britische Station mit dem Namen: Signy Research Station Base H. 4 Forscher leben dort den Sommer über und beobachten das Wetter und die Auswirkungen des Klimawandels. Früher war dort eine Walfangstation.

Abends gab es noch eine erfreuliche Information. Da wir durch den ungeplanten Besuch der Orkney Inseln den eigentlichen Kurs verlassen mußten, würden wir am Eisberg A23a vorbeikommen. Morgens um 4 Uhr sei die geplante Sichtung, und wir würden bei Bedarf geweckt werden. Außerdem würden wir 4 Stunden an dem Eisberg entlang fahren – klang spannend.

A23a hat sich 1986 vom Filchner Ice Shelf gelöst lief dann aber schnell auf Grund. 37 Jahre verharrte er dort bis er sich 2022 löste und die Weddle Sea kreuzte. 2024 wird der Eisberg die antarktische Strömung erreichen und durch den Südlichen Antlantik in der sogenannten „Iceberg Alley“ sich in Richtung Süd Georgien bewegen. Die Ausmaße des größten Eisberges der Welt sind gigantisch: 74 km lang, 59 km breit, durchschnittliche Höhe 300 m, höchste Höhe 430 m.

Um 4 Uhr standen wir, wie viele Mitstreiter an der Reling und sahen – nichts. Es war neblig und so blieb es auch die nächsten Stunden. Sogar ein solcher Koloss versteht sich zu verstecken.

Der Seetag war weiterhin neblig, lediglich 1 Stunde hatten wir etwas klarere Sicht. Vom Außendeck konnten wir wieder Wale und Seevögel beobachten.

Am Nachmittag hatten wir Gelegenheit den Maschinenraum der Fram zu besichtigen. Ich hatte mich gleich in den ersten Tagen dafür angemeldet und die Info erhalten, ich sollte mit der Möglichkeit zur Besichtigung zurückhaltend sein. Sie wollen nicht 170 Leute durch diesen Bereich des Schiffes lotsen.

Die Führung vom 1. Offizier war natürlich für uns sehr interessant, wann hat man schon Gelegenheit dazu und dann noch im laufenden Betrieb. Ein paar Details, die ich behalten habe: 4 Propeller, die sich um 360° drehen lassen und das Schiff ziehen nicht schieben. Antrieb durch 4 Generatore, die durch Dieselaggregate versorgt werden. Verbrauch auf der Reise 340000l Maritimdiesel. 2 3m lange hydraulische Stabilisatore. Meerwasserentsalzungsanlage, die für jeden Passagier kalkulierte 210 l Wasser pro Tag aufbereitet. Die Fram kann bis zu 70 cm Frischeis brechen.

Am nächsten Tag erreichten wir die Antarktis zumindes nach der Antarctic Treaty Organisation, die alles oberhalb des 60. Breitengrades als Antarktis definiert und als Schutzgebiet erklärt hat.

Tatsächlich erreichten wir die Südshetlandsinseln. Es schneite und die Sicht war schlecht. In Half Moon Bay gab es die nächsten Anlandung und dort waren die Zügelpinguine zu bewundern. Es ist schon erstaunlich welch lustigeGesichtsausdrücke die Natur schafft – natürlich nur aus unserer Sicht.

Nachmittags fuhren durch Neptune‘s Bellows, eine Meerenge, die auch für die „kleine“ Fram tricky ist.

Dann erreichten wir unser Tagesziel Whaler’ Bay auf Deception Island. Dies ist ein aktiver Vulkan, der überwacht wird und zur Zeit mit „grün“ bewertet wird. Unsere Anlandung führte uns zum verlassenen Hafen Port Foster. Dort befindet sich eine verlassenen Walstation, die 1936 verlassen wurde. Anschließend wurde sie von den Engländern als Forschungsstation genutzt und 1967, nach dem Vulkanausbruch, beschädigt aufgegeben. Hier befand sich seit den 20er Jahren sogar eine Landebahn und ein Hangar für Flugzeuge mit deren Hilfe man bessere Landkarten anfertigte.

Dann, während unseres Briefings für morgen, gab es plötzlich Tumulte. Orcas wurden gesichtet, der Käptn stoppte die Maschinen, und wir konnten etliche, leider wieder in der Ferne, gut beobachten.

Finally we did it – heute betraten wir erstmals die Antarktis in Orne Harbour. Wir landeten neben einem mächtigen Gletscher an und mußten dann 100 Höhenmeter durch ein sehr steiles Schneefeld klettern. Oben erwartet uns erst einmal ein phantstischer Ausblick sowie eine Zügelpinguinkolonie. Die brüten dort oben und haben Junge. Jedes Mal müssen sie den Weg zum Meer und zurück machen, um Futter zu holen. Der Aufstieg war nicht ohne und ich hätte nicht gedacht, dass sich Ute das traut – hat sie aber – Chapeau!

Am Nachmittag erreichten wir Cuverville Island. Die ganze Strecke dorthin begleiteten uns Inseln und mächtige Gletscher, die eine Abrisskante von bestimmt 50 m hatten. So stellt man sich die Antarktis vor, obwohl es wieder wärmer geworden war, 4°C.

Wir landeten dort an und waren natürlich nicht alleine. Eselspinguine waren diesmal die Landbesitzer, die uns ignorierten und ihrer Wege gingen. Es ist immer noch sehr schön sie zu beobachten obwohl wir schon so viele gesehen haben. Die Szenerie vom Aussichtspunkt war spektakulär mit den Eisbergen und Abbrucheis in der Bucht.

Abends gab es noch einmal um 23:30 Uhr ein paar stimmungsvolle Fotomotive.

Am nächsten Tag halfen wir den Forschern bei ihren Probenentnahmen. Mit dem Science Boot ging es raus, und mit verschiedenen Geräten und Sonden wurden Wasserproben entnommen, gefiltert und die Proben gesichert. Dabei ging es um Salzgehalt, Phytoplankton, ph-Wert, Temperatur, Tiefenmessung wo Phytoplankton vorhanden ist usw. Die Ergebnisse werden an die Forschungsleitung in San Diego übermittelt.

Dann gab es eine Anlandung in Neko Harbour, mit Besuch von Eselspinguinkolonien und schönen Gletschern. Hier hatten sich die Pinguine Highways angelegt um einfacher zum Wasser zu kommen. Sie hatten immer Vorfahrt vor uns.

Nach dem Mittagessen wurden wir nach draußen gerufen. Eine Gruppe Buckelwale waren ganz nah am Fressen. So nah hatte ich sie noch nie gesehen. Völlig überrascht war ich von den Lauten, die die Wale ausstießen, fast wie Elefanten. Selbst unsere mitreisenden Meeresbiologen hörten diese Laute zum ersten Mal und waren völlig verblüfft.

Anschließend durchfuhren wir den Neumeier Channel und erreichten Damoy Point, wo eine weitere Anlandung anstand.

Heute hatten wir viel Verspätung, so fuhren wir erst um 23:30 Uhr durch den Lemaire Channel. Der war aber wieder spektakulär, sehr eng mit senkrecht aufragenden Felsen.

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3. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

10. 1.24 bis 15.1. Süd Georgien

16 Nationalitäten sind an Bord: 55 Amerikaner, 43 Engländer, 29 Australier, 10 Deutsche, 7 Holländer, 7 Franzosen, 6 Schweizer, 5 Chinesen, 4 Kanadier, 2 Österreicher, 2 Neuseeländer, 2 Finnen, 1 Belgier, 1 Malaye, 1 Portugiese und 1 Spanier

Das ruhige Wetter war vorbei. In der Nacht frischte der Wind auf, und wir hatten 3 m hohe Wellen. Trotz der Schaukelei konnten wir einigermaßen gut schlafen.

Es lagen 2 Seetage Richtung Süd Georgien an, und wir dachten diese entspannt zu verbringen. Da hatte Hurtigruten etwas dagegen. 

Hurtigruten ist Mitglied in der 1990 gegründeten IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators). Diese verpflichten sich, sichere und vor allem umweltverträgliche Reisen in die Antarktis durchzuführen. Was heißt das konkret für uns? Zuerst mußten wir an einem verpflichtenden Vortrag zu dem Thema teilnehmen, in dem uns die bevorstehenden Aufgaben erläutert wurden. Dann erfolgte die Reinigung der Stiefel mit Zahnbürste und Büroklammer. Kein Steinchen darf an den Schuhen zurückbleiben. Diese werden bei der ersten Anlandung in Süd Georgien von externen Inspekteuren geprüft. Je nach Reinigungsgrad der Schuhe wird ein Score errechnet. Liegt der Score unter 85 verliert der Veranstalter die Genehmigung für diese Reisen.

Danach erfolgte die Reinigung der Außenbekleidung, Hose, Jacke, Mütze, Handschuhe sowie  Kamera und Rucksäcke. Diese werden komplett abgesaugt und die Klettverschlüsse händisch von anhaftenden Teilen befreit.

So möchte man verhindern, dass Verunreinigungen in das Ökosystem von den Reisenden eingebracht werden. Sehr beeindruckend ist, wie bestimmt und konsequent die Crewmitglieder auf die Einhaltung dieser Maßnahmen achten. Nach der Prozedur mußten wir noch eine Erklärung unterschreiben und bestätigen , dass wir mit dem vorgeschriebenem Standard entsprechender gereinigter Kleidung anlanden. Diese ganzen Papiere werden vor Erreichen Süd Georgiens der zuständigen Behörde übermittelt, und erst dann sind Anlandungen erlaubt.

Außerdem dürfen in Süd Georgien nur jeweils 100 Menschen an einer Anlegestelle zugleich anlanden.

Ansonsten war der Tag vollgepackt mit den unterschiedlichsten Vorträgen der Wissenschaftler.

Wir bekamen Sturm. Die Temperaturen sanken auf 3 Grad C, 6 m Wellen und Windstärke 9. Ich bin bis jetzt überrascht, dass ich noch keine Anzeichen von Seekrankheit verspüre. Ich hoffe es bleibt so. Wir konnten sogar bei dem Seegang eine Sportrunde einlegen.

Es wurden wieder sehr interessante Vorträge angeboten von einer Historikerin über die Shackelton Expedition. Eine Geologin erklärte uns das Entstehen von Steinen und ein Meeresbiologe hielt einen Vortrag über die gigantischen Mengen von Phytoplankton und Krill als Lebensgrundlage praktisch aller in den antarktischen Gewässern lebenden Spezies. Außerdem vermittelte er die Wichtigkeit der Antarktis für die hier entstehenden Meeresströmungen, die Einfluß auf das weltweite Wetter haben. Im Übrigen hat hier der Klimawandel schon viel schneller eingesetzt als bei uns – in den letzten 60 Jahren stieg die Durchschnittstemperatur hier um 3 Grad C.

Plötzlich wurde er unterbrochen mit einer Lautsprecherdurchsage: der erste Eisberg. Wir werden sicher noch viele weitere sehen.

Es wurde kalt und es blieb stürmisch. Um 5:30 Uhr stand ich alleine auf dem Außendeck, um die ersten Felsen von Süd Georgien zu betrachten. Außerdem sah ich einen Wal, viele jagende Pinguine und Seelöwen sowie Albatrosse – war ein schöner Tagesbeginn.

Süd Georgien hat mit den angrenzenden, geschützten Gewässern das größte Naturschutzgebiet weltweit. Dort leben die meisten Pinguine und Seelöwen auf der Erde. Süd Georgien hat mich ganz stark an die Lofoten erinnert, mit den steilen, schroffen, und hohen Felsen und den schnellen Wetterwechseln.

Unsere erste, geplante Anlandung in Possession Bay mußte gestrichen werden, da unsere Expeditionsvorhut zu viele tote Seelöwen am Strand vorfand, die aufgrund der grassierenden Vogelgrippe gestorben waren. Wir machten stattdessen eine Zodiakfahrt an den Stränden entlang und wurden pitschnass. Fotografieren bei den Bedingungen ist Glücksache.

Nach unserer täglichen Sportrunde ging es dann am Nachmittag auf eine weitere Zodiakfahrt in Prince Olav Harbour. Hier stehen noch die Überreste einer alten Walfangfabrik. Vor hundert Jahren wurde hier bis in den 30er Jahren Walöl produziert. Man geht davon aus, dass ca 1,3 Millionen Wale in dieser Zeit in den verschiedenen Fabriken verarbeitet wurden, eine unvorstellbare Biomasse. Kaum hatten wir die Bucht verlassen, kamen wir in eine solche Dünung und starkem Wind, dass der 60 PS Außenbord Motor nicht mehr dagegen ankam, und wir umkehren mußten. In einer geschützteren Bucht konnten wir dann wieder Pinguin- und Seelöwenkolonien beobachten.

Um 20 Uhr gab es dann eine Durchsage, man könne auf dem Außendeck die größte Pinguinkolonie der Welt sehen. Aus der Ferne sah man die in Salisbury Plain lebenden ca. 850000 Pinguine in einer gigantischen Kolonie. Bei dem Sturm und Regen hielten wir es allerdings nur kurz draußen aus.

Nachdem wir die vorabendliche Absage für die eigentlich am nächsten Tag geplante Wanderung aufgrund von Sturm und Schneefall verdaut hatten, ermöglichte uns das Expeditionsteam eine Anlandung in Sandebugten. Die Bucht war die einzig windgeschützte.

Wir betraten erstmals Süd Georgien und das noch an einer Stelle, die wunderschön war. Wir liefen durch Kolonien von Seelöwen, deren Junge noch keine Menschen gesehen hatten und neugierig auf uns zukamen. Eine kleine Kolonie Königspinguine war auch zugegen. Die Landschaft war einmalig, wir liefen auf Moos, auf dem wir bestimmt 10 cm einsanken, so dick war es. Es gab die unterschiedlichsten Grün- und Brauntöne zu bewundern. Das war bisher ein wirkliches Highlight.

Leider mußte die 2. Anlandung für den Nachmittag abgesagt werden aufgrund des zu starken Windes. Der Kapitän versuchte 2 Stunden lang eine Möglichkeit zu finden, mußte dann aber aufgeben. Die Natur ist wie immer der Sieger. Wie auf den Fotos zu erkennen, nehmen die Eisberge zu.

Wir bekamen wieder gutes Wetter. Die erste Zodiakfahrt führte uns in die Herkules Bay. Dort leben Seelöwen, Königspinguine und Goldschopfpinguine in einer wunderschönen Bucht mit Wasserfall.

Dann nahmen wir Kurs auf Grytviken. Grytviken war eine große Walfangstation vor 100 Jahren. Dort wurden in der Fangsaison täglich 70 Finnwale verarbeitet. Heute steht noch die alte Stabkirche dort, eine Poststelle und ein kleines Museum. Während des Sommers leben dort 15 Menschen. Hier befindet sich auch Sheckletons Grab.

Wir begannen die Excursion mit einer 2 stündigen Wanderung zu einem Aussichtspunkt.

Dann konnten wir uns noch die Reste der Station ansehen.

Natürlich durften auch die Seelöwen mit den Jungen und die Kaiserpinguine nicht zu kurz kommen, die sich völlig furchtlos uns gegenüber zeigten.

Ziemlich durchgefroren kamen wir zurück auf das Schiff. Ein Saunabesuch half, um wieder auf Temperatur zu kommen. Abends kam dann noch ein besonders eindrucksvoller zweifarbiger Eisberg vorbei.

Der Morgen begann regnerisch, aber mit wenig Wind, was für unsere Aktivitäten wichtig ist. Wir unternahmen eine Zodiaktour in der St. Andrews Bay. Diese zeichnet sich aus durch eine riesige Königspinguinkolonie von etwa 500000 Paaren. Diese wächst sogar, da die Tiere hier beste Lebensbedingungen mit ausreichendem Futter vorfinden.

Dann machten wir uns auf zum Gletscher des Drygalski Fjords, der letzten Station auf Süd Georgien. Dort machte sich der Kapitän einen Spaß daraus, das Schiff 3 x um 360° auf der Stelle zu drehen, bis keiner mehr wußte was eigentlich los war. Dann fing es an zu schneien und wir verließen den Fjord und Süd Georgien.

Süd Georgien hat uns echt überrascht. Wir waren und sind sehr beeindruckt von der Tier- und Pflanzenwelt, den schroffen Bergen und das extrem schnell wechselnde Wetter – ein außergewöhnlich schönes Land.

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2. Lebenszeichen Falkland Inseln, Süd Georgien, Süd Orkney, Antarktis Januar 2024

6.1.24 bis 9.1.24 Magelanstrasse, New Island, West Point, Saunders Island, Carcass Island, Stanley

Gestern hatten wir noch eine Sicherheitseinweisung sowie die offizielle Vorstellung der Besatzung und des Expeditionsteams.

Werden wir hoffentlich nie brauchen

Das Wetter war bestens, kaum Seegang und so konnten wir sehr gut schlafen.

Der nächste Tag war ein Seetag. Es war sonnig, 12 Grad C, wenig Seegang. Wir befuhren die Magelanstrasse Richtung Falklandinseln, die wir morgen erreichen.

.Wir begannen den Tag nach dem Frühstück mit dem Besuch des Fitnesscenters.

Im Laufe des Tages erhielten wir ein Briefing über die zukünftigen Abläufe bei den Anlandungen mit den Zodiaks, sowie das Verhalten an Land. Aufgrund der Vogelgrippe, die im letzten Jahr auch diese Region erreicht hat, ist es nur erlaubt mit desinfizierten Stiefeln das Land zu betreten. Dies wird beim Verlassen des Schiffes durch zwei akribisch arbeitende Mitarbeiter unter Zuhilfenahme von Stirnlampe und Pinzette kontrolliert. Hinsetzen, knien, hinlegen, selbst eine Tasche absetzen ist auf den Inseln verboten. Nach Rückkehr werden die Stiefel auf dem Schiff wieder desinfiziert.

Es folgten Vorträge zu Wissenschaftsprogrammen, an denen Hurtigrute beteiligt ist. Insgesamt 10 Wissenschaftler begleiten die Tour, Geologen, Ornitologen, Meeresbiologen, Historiker und 2 Gastwissenschaftler der Oxford Universität. Man kan freiwillig an diesen Projekten teilnehmen und Daten sammeln, zum Beispiel Vögel zählen, Wolken bestimmen, Wale und Orcas fotographieren und die Photos zur Verfügung stellen und Wasserproben entnehmen.

Wußtet ihr, das die Antarktis 2 Mal so groß ist wie Australien?

Zwischen den Vorträgen hielten wir Ausschau nach Tieren und sahen Delphine und Albatrosse. Natürlich gab es auch Erholungspausen.

Die Nacht war wieder ruhig, der Morgen ebenfalls, es war aber bedeckt bei 10 Grad C.

Wir begannen unsere Erkundungen auf einigen Inseln Westfalklands

Zuerste erreichten wir die nordwestliche Insel der Falkland Inseln, New Island. Hier hatten wir die erste Anlandung.

Mit den Zodiaks ging es zu einem kleinen Strand, dann 1,5 km über die Insel zu den Schwarzbrauenalbatrosse und Felsenpinguinen. Unterwegs sahen wir noch weitere Vögel.

Es war ein beeindruckender Anblick, der sich uns an den Kolonien bot. Albatrosse und Felsenpinguine brüteten nebeneinander. Einige hatten bereits Junge, die es zu füttern galt. Es war ein ewiges Kommen und Gehen. Die Albatrosse mußten Windboeen abwarten, um zu starten und zu landen. Die Felsenpinguine waren sehr neugierig und kamen teilweise direkt auf uns zu um nachzusehen, wer denn da kommt. Teilweise mußten wir vor ihnen „flüchten“ um die 5 m Distanz zu ihnen einzuhalten. 16000 km schwimmen die Felsenpinhuine ab April Richtung Norden. Sie sind monogam, Männchen und Weibchen suchen für die Jungen unterschiedliches Futter. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.

Vormittags waren wir wieder zurück auf dem Schiff und wir entschieden uns noch eine Runde im Fitnesscenter zu machen.

Am Nachmittag erreichten wir die Insel West Point. Die zweite Anlandung versprach Magellan Pinguine und eine große Kolonie Albatrosse. Die Magellanpinguine waren bereits in ihren Höhlen, so mußte ein einsamer Pinguin als Fotomodell herhalten

Die Albatroskolonie war erst nach einer 2,5 km langen, sehr anstrengenden Wanderung zu erreichen.

Es bot sich hier auch wieder ein phantastisches Bild von Albatrossküken mit Eltern und die putzigen Felsenpinguine, die gerne in Gesellschaft von Albatrossen brüten, da sie dort gut gegen Raubvögel geschützt sind.

Zurück auf dem Schiff waren wir echt groggy, war doch sehr anstrengend, und wir waren zu warm angezogen.

Wieder erlebten wir eine ruhige Nacht und erreichten am Morgen, bei Sonnenschein und 10 Grad C, Saunders Island.

Wir starteten unsere erste Excursion auf Sauders Island. Dort leben 4 verschiedene Pinguinarten, die zur Zeit Junge haben, Königspinguine, Magellanpinguine, Felsenpinguine und Gentoopinguine. Wir konnten viele Kolonien beobachten und machten einen ausgedehnten Spaziergang bis zum malerisch gelegenen weißen Strand. Dort ließen sich Delphine beobachten, die teilweise mit den Wellen surften.

Nachmittags erreichten wir Carcass Island. Hier wartete eine 9 km lange Küstenwanderung auf uns. Landschaftlich wieder ein Erlebnis, das Meer wirkt schon unwirklich blau. Teilweise erinnerten die Strände an die Karibik. Die Sonne schien wieder, und obwohl wir nur ein T-Shirt unter der Windjacke trugen waren wir wieder nass geschwitzt, durch die Sonnenstrahlung.

Am weißen Sandstrand befand sich wieder eine Kolonie Magellanpinguine. Diesmal konnten wir sie auch schwimmen sehen und waren über ihre Geschwindigkeit beeindruckt.

Nach der Wanderung gab es bei den einzigen Bewohnern der Insel noch Kaffee und Kuchen.

Die Belohnung nach der Wanderung

Es erfolgte die Überfahrt nach Stanley, der Hauptstadt der Falklandinseln. Um 6 Uhr morgens, so wurde uns am Vorabend empfohlen, gäbe es eine gute Chance Wale zu sehen. Also stand ich um 6 Uhr als folgsamer Tourist bei Regen an Deck und schaute mir die grauen Wellen an. Allerdings war ich nicht allein, es gab noch andere unausgeschlafene Mitreisende. Den Walen war es dann 6 Uhr doch zu früh, sie ließen sich nicht sehen.

Kurze Zeit später legte ein Lotsenboot bei uns an. Es galt die Enge „The Narrow“ zu passieren, dies ist nur mit Lotsen erlaubt. Dann sahen wir die ersten Häuser von Stanley und legten dort an.

Wir ließen den angebotenen Bus aus und gingen zu Fuß in den Ort. Auffällig waren die blühenden Blumen überall.

In Stanley wartete ein Stadtführer auf uns, um uns Stanley näherzubringen. Vorher beobachteten wir noch eine Seelöwin, die voll entspannt ihr Junges säugte, jedoch von einem Truthahngeier belagert wurde. Es stellte sich heraus, dass er es auf die Milch der Seelöwin abgesehen hatte, die beim Säugen teilweise auf den Boden kleckerte.

Dann streiften wir durch den kleinen Ort, der vor vielen Jahrzehnten als Handelsort bedeutender war, da zu der Zeit 800 Schiffe im Jahr dort anlegten.

Es fing an zu regnen und wir beschlossen, zurück zum Schiff zu kehren. Hier warten das Sportcenter, die Sauna und der Jacuzzi auf uns.

Am Abend verließen wir die Falkland Inseln und machten uns auf den Weg nach Süd Georgien.

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