18. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

22.4. – 4.5.2019

Chinque Terre-Sportono-San Remo-Biot-Grimaud

Die nächsten Etappen sollten uns durch Ligurien führen. Zunächst blieben wir jedoch 3 Tage in Sportorno hängen, wegen schlechtem Wetter. Es regnete unaufhörlich, so dass der Stellplatz begann voll zu laufen.

Nach 3 Tagen war die Schlechtwetterfront durch, und wir machten uns auf nach San Remo. Wir fanden einen Stellplatz 3 km fußläufig von San Remo. Dort standen bestimmt 100 Wohnmobile auf einem großen Parkplatz, der für alle, aufgrund daueroffener Schranke auch noch kostenlos war.

San Remo hat mir vor allem wegen der urigen, sehr authentischen und touristisch nicht verunstalteten mitteralterlichen Altstadt gefallen. Sie ist vollständig bewohnt.

San Remo
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt
San Remo, mittelalterliche Altstadt

Die Stadt war voll und nach dem einsamen Abwettern im Womo war das wieder krasse Urbanität.

endlich wieder Menschen

San Remo war sehr lebendig, hat ein schönes, bekanntes Casino, schöne Parks und einen Hafen.  Alfred Nobel hat hier auch gelebt, es gibt eine nach ihm benannte Strasse und Villa.

San Remo, Casino
San Remo, Fischerhafen
San Remo, Yachthafen
San Remo, Giardini Comunali

Danach stand die französische Riviera auf unserem Programm, und wir verließen Italien. Diese Ecke ist für Womos, besonders wenn man frei stehen möchte, ungeeignet. Es gibt keinen Platz, die Strassen sind schmal und die ganze Küste ist vollständig besiedelt. Also suchten wir uns einen geografisch gut gelegenen Campingplatz, von dem aus wir die Besichtigungsziele per Bahn oder Bus gut erreichen konnten.

Diesen fanden wir in Biot. Die Fahrt dorthin auf der Küstenstrasse war teilweise mühsam aber auch spektakulär, besonders die Strecke oberhalb von Monaco. Von Biot kann man mit dem Zug Monaco, Nizza und Cannes gut erreichen. Der Bahnhof lag nur 100 m entfernt vom Platz.

Nach einem weiteren Ruhetag und Schwierigkeiten ein Ticket zu ziehen, da es diese nur am Automaten gegen Münzen gibt, starteten wir per Bahn nach Monaco. Die Fahrt dauert knapp 1 Stunde und führt direkt an der Küste entlang mit schönen Ausblicken auf die Riviera. Es gab eine Ticketkontrolle durch Bahnmitarbeiter, die durch martialisch ausgerüstete Polizisten à la SEK begleitet wurden. Hier wirkt anscheinend die Terrorangst nach dem Anschlag in Nizza immer noch nach.

In Monte Carlo besuchten wir zunächst das Casino. Dort kann man auch die schöne Fassade des Hotels de Paris und das gegenüber liegende Café de Paris bewundern. Wir hielten uns eine Zeitlang dort auf, um Autos zu gucken. Alles was gut und teuer ist, wird dort einmal im Kreis herum gefahren und mit möglichst cooler Mine präsentiert. Oder man verläßt sein 200.000 € Gefährt mitten auf der Strasse stehen, gibt dem eilig herbei eilenden Casinomitarbeiter den Schlüssel und betritt lässig das Casino.

War sehr unterhaltsam.

Monte Carlo, Casino
Monte Carlo, Sky Mirror
Monte Carlo, Casinorückseite
Monte Carlo, Casino
Monte Carlo, Hotel de Paris
Monte Carlo, Café de Paris

Danach ging es zum Hafen, der auch sehr sehenswert war. Da in 14 Tagen der Formel 1 Grandprix stattfindet, war man überall mit den Vorbereitungen beschäftigt. Strassen wurden neu geteert, Leitplanken montiert und Tribünen aufgebaut. Die ersten Superyachten hatten sich auch schon die besten Liegeplätze gesichert.

Monaco wird größer, Landgewinnung
Monte Carlo, Yachthafen
Monte Carlo, Yachthafen
Monte Carlo, Yachthafen
die kann man für 620.000 €/Woche chartern
Monte Carlo, Fürstenpalast, Fürst Albert war zu Hause, die Fahne wehte
Monte Carlo, Vorbereitungen für den Formel 1 Grandprix
Monte Carlo, Le Stade Nautique Rainier III.

Nach 6 Stunden Stadterkundung ging es dann wieder mit den Zug zurück nach Biot.

Nizza war am nächsten Tag unser Erkundungsziel, wieder mit Zuganreise. Nach einem ersten Bummel auf der Promenade des Anglais und den Besuch des Blumenmarktes, ging es mit dem HopOn HopOff Bus los zu einer Stadtrundfahrt. Beeindruckend waren die schönen Häuser aus der Belle Epoque, die zu einem beträchtlichen Anteil russische Wurzeln haben. Auch der kleine Nachbarort Villefranche sur Mer war ein Abstecher wert.

Blumenmarkt
Bucht von Nizza
Nizza, Bahnhof
Nizza, schöne Häuserfassade
Nizza, schöne Häuserfassade
Nizza, auf dem Weg nach Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer
Villefranche sur Mer, Yachthafen
Villefranche sur Mer, Viermast Seacloud

Danach gönnten wir uns, ganz dekadent, einen Cappuccino im ersten Haus am Platze, dem Hotel Negresco. Dieses Hotel wurde vor dem ersten Weltkrieg von einem Rumänen gebaut, mit dem Ziel, das beste Hotel der Welt zu errichten. Leider kam dann der erste Weltkrieg dazwischen. Noch heute beeindruckt vor allem der Ballsaal mit seiner schönen Architektur.

Nizza, Hotel Negresco
Nizza, Hotel Negresco, Ballsaal

Nach einem ausgiebigen Bummel durch die Altstadt fuhren wir abends wieder zurück.

Am nächsten Tag gings zu Fuß nach Antibes. Die Stadt hat uns wirklich überrascht, mit der wunderschönen, gut erhaltenen Altstadt und kompletter Stadtmauer. Am beeindruckendsten war allerdings der Yachthafen Port Vauban, hinter dem sich Monte Carlo und Nizza verstecken können. Ich habe noch nie so viele Yachten, Super- und Megayachten auf einem Fleck gesehen, wobei der „Fleck“ riesig ist. 1700 Liegeplätze für Yachten bis 170 m sind dort vorhanden. Es gab viel anzuschauen und so verlief auch dieser Tag kurzweilig.

Antibes, Yachthafen
Antibes, Yachthafen
Antibes, Altstadt
Antibes, Altstadt
Antibes, Fort

Unsere Côte d’Azur Route führte uns am nächsten Tag weiter nach Cannes. Mit einer kleinen Bahn fuhren wir in Cannes die wichtigsten Orte an, die Croisette, das Carlton International, die Rue d‘ Antibes, das Palais de Festival, den Rosengarten, den Port Canto und die Altstadt.

Cannes, Blick von der Croisette
Cannes, Carlton International
Cannes, Port Canto
Cannes, Casino
Cannes, Palais de Festival mit dem berühmten roten Teppich
Cannes, Blick auf die Altstadt
Cannes, schöne Hausfassade

Wirklich beeindruckt hat uns Cannes aber nicht, das kann auch daran liegen, dass wir jetzt schon einige Côte d’Azur Highlights gesehen hatten, und sich doch einiges wiederholte.

St. Tropez sollte unsere letzte Station an der Côte d’Azur sein. Dafür fuhren wir auf der schönen Küstenstrasse bis nach Grimaud auf einen Campingplatz, den uns ein deutsches Ehepaar in Italien empfohlen hatte. Wir bekamen einen Platz am Strand und ließen den Tag bei bestem Sommerwetter entspannt ausklingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Boot nach St. Tropez. St. Tropez hat uns wieder sehr gut gefallen, ein schöner Yachthafen, eine sehenswerte Uferfront, eine sehr gut erhaltene Altstadt und überall der Mythos von Brigitte Bardot, ohne die St. Tropez nicht das geworden wäre, was es schließlich wurde. Wir probierten bretonische Crêpes, die Galettes heißen, sehr lecker. Am späten Nachmittag ging es mit dem Boot wieder zurück, und wir hatten einen sehr schönen Tag erlebt.

St. Tropez, Hafen
St. Tropez, interessantes Segeloutfit einer Frauencrew
St. Tropez, die Club Méditerranée 2 war auch da
St. Tropez, hier saßen schon früher die Schönen und die Reichen
St. Tropez, bretonische Crêpes
St. Tropez Waterfront
St. Tropez
St. Tropez, Tattoowerbung
St. Tropez, hier trinken selbst die Teddys Champagner
St. Tropez, und tschüss

Dies war die letzte Station am Meer, morgen geht es auf der Route Napoleon nach Norden gen Heimat. Wir werden über Brüssel fahren, um am 11. Mai dort Jürgen zu verabschieden, der mit seinen Freunden an der Rally „Knight of the Island 2019“ teilnehmen wird. Am 12. Mai planen wir wieder zu Hause zu sein.

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17. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

12.4. – 21.4.

Siena-Florenz-Livorno-Pisa-Lucca-Chinque Terre

Morgens brachen wir bei gutem Wetter mit dem Bus zur Innenstadt auf. Siena ist eine wunderschöne Stadt mit einer sehr schönen Altstadt und beeindruckenden Gebäuden. Vom Plaza del Campo ausgehend konnten wir viele Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen und besichtigen.

Piazza del Campo
Piazza del Campo
Piazza del Campo
Torre del Mangia
Dom
Dom
Dom
Dom
Dom
Dom

Bibliothek

ach ja, Siena hat auch ein Hard Rock Cafe

Zunächst wollten wir eine weitere Nacht auf dem Parkplatz verbringen. Das ging aber nicht, da am Samstag Markt war und um 6 Uhr morgens der Platz geräumt wird. Also machten wir uns nachmittags auf in Richtung Florenz, wieder auf einer  traumhaften Nebenstrasse. In Greve in Chianti fanden wir einen kostenlosen Stellplatz mit Infrastruktur und Busanbindung nach Florenz. Die Bewertungen im Internet waren hervorragend und so war es dann auch. Super Platz, super Ort und in 1 Busstunde in Florenz.

Am nächsten Moregen brachen wir dann für 3,70 € auf nach Florenz. Dort besorgten wir uns erst einmal Informationen bei der Touristeninfo und kauften eine 2 Tageskarte für den Hop On Hop Off Bus.

Wir starteten mit einer 1 stündigen Stadtfahrt zur Übersicht. Anschließend ging es zu Fuß weiter. Wir merkten sofort, dass Florenz die europäische Hauptstadt der Renaissance war. Es ist wirklich unglaublich, was die Stadt an schönen historischen Gebäuden und Plätzen zu bieten hat. Wir unternahmen einen ausgiebigen Bummel durch die Altstadt und fuhren abends wieder zurück nach Greve in Chianti.

Leider schlug das Wetter um. Es war am nächsten Tag kalt und regnerisch. Ungeachtet dessen ging es wieder nach Florenz, wo wir unsere 2. diesmal 2 stündige Stadtrundfahrt auch in die Umgebung von Florenz unternahmen. Besonders der Ausflug in die Hügel von Florenz nach Fiesole mit den wunderschönen alten Villen beeindruckten uns sehr.

Glücklicherweise wurde das Wetter am Ende der Rundfahrt wieder sonnig, so das einem weiteren Bummel nichts im Wege stand.

Wir erlebten April Wetter pur, denn nach 2 Stunden gab es ein Gewitter mit Starkregen. Dummerweise hatten wir den Abfahrtstermin des Busses falsch in Erinnerung, denn als wir kurz vor 5 zur Abfahrt kamen, war der Bus schon weg. Wir mußten dann noch 3,5 Stunden warten, da sonntags nur wenige Busse fahren.

Florenz
Florenz
Dom
Palazzo Vecchio

Ponte Vecchio
Ponte Vecchio mit Uffizien
Blick vom Piazzale Michelangelo
Kopie des David von Michelangelo auf der Piazzale Michelangelo
Piazza della Signoria
Piazza della Signoria, Palazzo Vecchio
Piazza della Signoria, Palazzo Vecchio, Fahnenträger
Piazza della Signoria, Loggia dei Lanzi
Piazza della Signoria, Neptun-Brunnen
Basilika Santa Croce

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Livorno aufbrechen, hatten aber beide keine Lust und machten  –  nichts. Endlich Urlaub.

Wir änderten unseren Plan und fuhren anschließend nach Marina di Pisa auf einen Stellplatz, den uns ein Womo Nachbar in Grevein Chianti empfohlen hatte. Wir wollten sowieso in dieser Gegend nicht frei stehen, da im Netz überall von Einbrüchen auf Parkplätzen berichtet wurde.

Marina di Pisa

Der Stellplatz war ein Treffer, zumal man mit dem Bus sowohl nach Pisa als auch nach Livorno fahren konnte. Also brachen wir nach Pisa auf und besuchten die Altstadt und den Turm. Es waren reichlich Touristen da, die anscheinend alle auf Photos den Turm stützen oder ihn mit dem Hintern umstoßen wollten, dementsprechend sahen die Verrenkungen aus, die vornehmlich unsere asiatischen Freunde vorführten. Wir amüsierten uns köstlich.

Pisa
Arno
Pisa
Pisa
Pisa
Der schiefe Turm
Kathedrale
Battistero
Gesamtansicht
Pisa
Pisa
Pisa

Livorno war am nächsten Tag unser Ziel. Der Busfahrer wollte kein Ticket verkaufen und nahm uns kostenlos mit. Livorno war im Gegensatz zu Florenz und Pisa so gut wie touristenfrei. Die Stadt hat nicht die Anziehungskraft wie die beiden anderen Städte, deswegen kann man sie authentisch und in Ruhe besichtigen. Sie hat schöne Plätze, Kirchen, eine neue Seepromenade und Neu Venedig, ein Kanalviertel, ähnlich wie in Venedig.

Mercato Centrale
Mercato Centrale
Neu Venedig
Neu Venedig
Neu Venedig
Piazza della Repubblica mit Fortezza Nuova
Fortezza Vecchia
Terazza Mascagni

Die letzte Station in der Toscana sollte Lucca sein. Nach entspannten 40 km kamen wir dort früh an, mußten aber bis 10 Uhr auf den Platzwart warten. Dann ging es zu Fuß in die Altstadt. Lucca hat eine beeindruckende, komplett erhaltene 5 km lange Stadtmauer, auf der man spazieren gehen oder Fahrrad fahren kann. Die Altstadt ist sehr gut erhalten und beherbergt wieder jede Menge Kirchen, historische Gebäude, Plätze und die Kathedrale. Wir verbrachten dort einige Stunden.

Lucca, Stadtmauer
Lucca
Lucca, Altstadt
ein besonderer Sohn der Stadt, Giacomo Puccini
San Michele in Foro
San Michele in Foro
Dom San Martino
Dom San Martino
Dom San Martino
Piazza Anfiteatro
Piazza Anfiteatro
Basilika San Frediano
eine Pause mußte auch sein

Nach so viel Stadtbesichtigung hatten wir mal wieder Lust auf Landschaft und Meer. Ute schlug die Cinque Terre vor, von denen ich bis dahin noch nichts gehört hatte. Die Bilder aus dem Internet begeisterten mich sogleich. Glücklicherweise erhielten wir auch kurzfristig die Bestätigung für einen Stellplatz in Monterosso, von einer Betreiberin, die dort 14 Plätze anbietet und ihre Gäste mit ihrem PKW in den Ort fährt.

Die Anfahrt war wieder abenteuerlich, die Strasse wurde immer enger und steiler, und die Einheimischen kannten jede Kurve, schnitten sie und fuhren viel zu schnell.

Das Cinque Terre besteht aus 5 an steilen Felswänden gebauten Dörfern, die früher nur vom Meer erreichbar waren, Monterosso Al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore. Heutzutage kann man sie erwandern, mit dem Boot und mit Autos erreichen.

Wir beschlossen am Nachmittag Monterosso zu besuchen und mußten erst einmal auf einem alten Eselspfad 300 Höhenmeter auf 2 km steil nach unten ans Meer bewältigen. Dort erwarteten uns nette, bunte Häuser, jede Menge Restaurants, ein schöner Strand und Touristen, Touristen, Touristen. Nach diesem ersten Eindruck hieß es, wieder die selbe Strecke nach oben z erklimmen und den Tag ruhig ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag ließen wir uns von der Besitzerin morgens früh in den Ort bringen und kauften ein Ticket, mit dem man – ähnlich wie Hop On Hop Off – alle Dörfer erreichen und wieder zurück fahren konnte. Wir planten, in Portovenere, einem Ort außerhalb der Cinque Terre zu beginnen, von dort nach Riomaggiore zu fahren und dann Dorf für Dorf abzufahren. Auf jedem Dorf hatten wir 1 Stunde Zeit. Man muß sagen, vom Meer sehen sie wirklich spektakulär aus, im Inneren sind sie ziemlich touristisch ausgereizt und ähnlich. Das Wetter war super und wir hatten einen sehr schönen Tag.

Ostersonntag versprach wieder gutes Wetter zu werden, und wir brachen zu einer Wanderung nach Vernazza auf.  Mit Rückweg hatten wir 9 km und jeweils 800 Höhenmeter rauf und runter zu bewältigen. Der Weg war spektakulär mit sehr schönen Aussichten, allerdings hatten auch andere diese Idee und so wanderten wir teilweise in Prozessionsstärke, passend zu Ostern.

Blick vom Stellplatz
Monterosso
Monterosso
Monterosso
Monterosso
Bootsfahrt Blick auf Monterosso
Corniglia
Corniglia
Corniglia
Manarola
Manarola
Weinterassen
Portovenere
Portovenere
Riomaggiore
Riomaggiore
Riomaggiore
Riomaggiore
Riomaggiore
Wanderung Blick zurück auf Montegrosso
Wanderung Aussicht auf den Golf von Genua
Wanderung
Wanderung, unser Ziel Vernazza
Vernazza

 

 

 

 

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16. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

1.4. – 11.4.19

Pergamon-Cannakale-Alexandropolis-Korinos-Kalambaka-Igoumenitsa-Fähre Ancona-Spello-Assisi-Siena

Abends beim Seabridge Abschiedsessen gab es für Ute noch eine schöne Geburtstagstorte als Überraschung.

Utes Geburtstagstorte

Am nächsten Tag begann unsere individuelle Rückreise. Zunächst ging es nach Cannakale, wo wir sofort eine Fähre fanden. Nach 20 Minuten waren wir auf der anderen Seite. Weiter ging es Richtung Grenze.

An der türkischen Grenze trafen wir Martin und Dorothee, die 3 Autos vor uns standen. Wir wurden schnell abgefertigt, und wir sahen sie wieder in einer Schlange vor einem riesigen Scanner. Wir erkundigten uns und erfuhren, dass sie gescannt werden sollten. Da ich unsicher war, ging ich zurück zum Grenzer, ob wir auch gescannt werden sollten. Nein, wir konnten ausreisen. Wir verabredeten uns mit den beiden in Alexandropolis auf einen freien Stellplatz am Meer.

1. Pause in Griechenland

Die Einreise nach Griechenland war ebenfalls problemlos, und nach 4 Monaten erreichten wir wieder Europa, allerdings auch die teuren mautpflichtigen Autobahnen und Dieselpreise jenseits von 1,40 €/l

Den Stellplatz in Alexandropolis fanden wir mit Mühe, da die Koordinaten aus unserer App wohl nicht ausreichend genau waren. Nach 2 Stunden kamen auch Dorothee und Martin, die noch lange aufs Scannen warten mußten. Der Platz war schön, ruhig, direkt am Meer. Allerdings gab es in der Taverne nur Kaffee, aber kein Essen.

Am nächsten Morgen stand ein drittes Womo aus Garmisch neben uns. Als wir abfahren wollten, kam ich mit dem Inhaber ins Gespräch. Er war Grieche, lebte schon seit Jahrzehnten in Garmisch, war in Alexandropolis geboren und der eigentliche Besitzer der Taverne, die er verpachtet hatte. Er bedauerte, nicht früher eingetroffen zu sein, um uns zum Essen einzuladen, denn er hatte bereits gehört, dass wir am Vorabend in der Taverne danach gefragt hatten. Dann empfahl er uns noch eine bestimmte Küstenstrasse statt der Autobahn zu nehmen, die sehr schön sein sollte.

Diese nahmen wir dann auch. Unser Tagesziel war ein freier Stellplatz in Korinos, den auch Martin anfahren wollte. Die Fahrt war wirklich sehr schön und wir befassen uns schon mit dem Gedanken, Griechenland noch einmal in Ruhe zu bereisen, so schön fanden wir die Küste und Landschaft.

Auch dieser Stellplatz war wieder schön, ruhig und einsam am Meer.

Unser einziger „kultureller Programmpunkt“ in Griechenland waren die Bergklöster von Meteora. Im Internet fanden wir mit Kalambaka den besten Ort für Exkursionen und dort gab es auch einen zentral gelegenen Campingplatz. Wir buchten im Ort eine geführte Wanderung zu den Schlössern und trafen uns mit unseren Mitreisenden abends zum griechischen Essen.

unsere Mitreisenden Dorothee und Martin

Leider gab es in der Nacht eine Wetteränderung, es war morgens bedeckt und regnete leicht. Um 8:30Uhr wurden wir mit einem nagelneuen und chicen Mercedes Kleinbus von Chris, dem Guide, abgeholt. Die Gruppe bestand aus 12 Prsonen, wobei wir die einzigen Europäer waren, ansonsten kamen sie aus Australien, Singapur, Süd Afrika und China.

Der Regen hörte pünktlich auf, und wir erlebten eine wunderschöne, anstrengende Wanderung zu einigen Klöstern in einer eher unwirklichen Landschaft. Wie in Kapadokien hat die Natur hier in den letzten 40 Millionen Jahren eine bizarre Felslandschaft geschaffen. Dass dann noch vor 700 Jahren Mönche auf den senkrechten Felsnadeln Klöster bauten, deren Fertigstellung sie nicht mehr erlebten, da der Bau 100 Jahre dauert, oder sie beim Heraufschleppen des Materials abstürzten, verwundert und beeindruckt doch sehr. Sie suchten Schutz, aber vor allem Einsamkeit. Diese ist natürlich in der Hauptsaison nicht mehr vorhanden. 2 Millionen Besucher kommen zu den Klöstern jährlich.

Chris war ein sehr guter Guide, der als aktiver Felskletterer uns einige Routen an den steilen Felswänden erklären konnte und auch Fauna und Flora gut kannte. Wir besuchten unter anderem ein verstecktes Kloster (hidden monastir), dass nur zu Fuß erreicht werden kann und erst seit am Vortag geöffnet wurde. War alles sehr eindrucksvoll. Kurz nach 13 Uhr waren wir wieder am Womo und Ute war so begeistert, dass sie sich um 15 Uhr in den öffentlichen Bus setzte, der quer durch das Meteora Gebiet fährt, um noch mehr Klöster und Kirchen zu genießen.

Start der Wanderung mit Chris
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Eremitenhöhle in Meteora
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Meteora Kloster
Der Abstieg

Da Dorothee nicht gut zu Fuß war, verzichteten sie auf diesen Trip und verließen uns am Morgen Richtung Fähre nach Italien.

Als wir nachmittags zurück kamen, trafen wir Christoph und Katharina auf dem Campingplatz, was wieder einen gemütlichen Abend zur Folge hatte.

Am nächsten Tag hieß es für uns in Richtung Igoumenitsa aufzubrechen und uns um eine Fähre nach Ancona zu kümmern. Die Fahrt war einfach und mittags trafen wir dort ein und suchten ein Verkaufsbüro auf. Wir erfuhren, dass für uns Platz vorhanden sei auf einer Fähre, die um 23.59 Uhr ablegt. Nachdem uns der Preis trotz Rentnernachlaß und ADAC Mitgliedschaft zu hoch war, erhielten wir ein Ticket für ein 6 m Womo mit einem weiteren Nachlaß von 85 €. 230 € statt 315 € erschien uns dann ok.

Da wir bis zum Ablegen viel Zeit hatten, gingen wir in Igoumenitsa Essen. Dann suchten wir am Strand ein schönes Plätzchen auf und trafen wieder auf Martin und Dorothee, die gestern keinTicket mehr bekommen hatten und auch auf unserer Fähre gebucht waren.

Pause in Igomenitsa vor der Fährfahrt

Abends waren wir wieder beeindruckt, wieviel LKWs (Hunderte) auf eine Fähre gehen. Auch wir konnten problemlos einfahren und unsere Kabine beziehen. Die Fähre hatte Kreuzfahrtqualität mit Spa, Außenpools, Casinos u.s.w.

unsere Fähre

Um 16 Uhr am nächsten Tag legten wir in Ancona an und hatten damit Italien erreicht. Nachdem wir fast 1 Stunde vergeblich einen Parkplatz in Ancona gesucht hatten, fuhren wir den etwas außerhalb gelegenen Stellplatz an und beschlossen, uns Ancona am nächsten Tag anzusehen.

Dies taten wir dann auch, mit dem Bus, der vor unserem Stellplatz hielt, ging es direkt zur Stadtmitte. Wir fanden eine Buchhandlung, wo wir Strassenkarten von Norditalien und der Toskana erwarben, um unsere weitere Tour zu planen. Dann verbrachten wir noch einige Stunden in der Altstadt, aßen eine super leckere Pizza und, da es anfing zu regnen, fuhren wir wieder zurück zum Womo.

Ancona, Camilli Benso di Cavour
Ancona, Chiesa San Francesco alle Scale
Ancona, Frühling, Ute und der Hafen
Ancona, Chiesa Santa Maria

Wir planten eine landschaftlich schöne Route nach Assisi, zu der wir am nächsten Tag  aufbrachen. Über Civitanova Marche ging es Richtung Foligno und dann nach Spello. Damit wechselten wir von der Region  Marche nach Umbrien.

unterwegs in Umbrien

Spello war ein altes, gut renoviertes Bergstädtchen, das wir für eine  Mittagspause nutzten und uns anschließend anschauten. Es waren kaum Menschen zu sehen, und das Städtchen wirkte wie eine Theaterkulisse.

Spello
Spello
Spello

Danach steuerten wir über eine Nebenstrasse Assisi an. Die 30 km auf einer     1 spurigen, engen,  kurvigen Bergstrasse hätten wir uns sparen können, da ich keine Sekunde die Augen von der Strasse nehmen konnte. Gott sei Dank kamen wir unbeschadet in Assisi an und fanden einen super schönen Stellplatz im Tal.

 

unser Stellplatz in Assisi
Assisi, Blick vom Stellplatz
Assisi, Blick vom Stellplatz
Assisi
Assisi
Assisi
Basilica di Santa Chiara
Basilica di Santa Chiara
Tempio di Minerva
Basilika di Santa Maria
Basilika San Francesco
Basilika San Francesco
Basilika San Francesco
Kathedrale di San Rufino
Kathedrale di San Rufino
Kathedrale di San Rufino
Chiesa di San Pietro
La Rocca Maggiore
La Rocca Maggiore

Die ganze Nacht hatte es geregnet und morgens konnte man die Basilika nur wolkenverhangen sehen. Wir bezahlten und brachen auf Richtung Siena.

Über Perugia und Magione erreichten wir den Lago Trasimeno, den wir südlich umfuhren, um im Ort Chiusi die Toskana zu erreichen. Die dann folgende Nebenstrasse über Pienza, Asciano nach Siena war überragend. Toskana wie aus dem Bilderbuch. Es war zwar bedeckt, aber trocken, und wir hatten eine schöne Fernsicht.

Lago Trasimeno
unterwegs in der Toskana
unterwegs in der Toskana
unterwegs in der Toskana
unterwegs in der Toskana
unterwegs in der Toskana

In Siena fanden wir den letzten Platz auf einem öffentlichen Parkplatz und machten erst einmal etwas zu essen. Dann fing es leider an zu regnen, so dass wir die Stadtbesichtigung auf morgen verschieben.

 

 

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15. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“

20.3. – 1.4.

Maku-Erzurum-Sivas-Hattusas-Göreme-Silifke-Bergama-Antalya-Pamukkale-Ephesos-Pergamon

Die Nacht war kurz, denn, wie erwähnt mußten wir um 7 Uhr an der Grenze sein, die 25 km entfernt war. Dann begann wieder das Warten. Nach einigen Stunden konnten wir aus dem Iran ausreisen und nach weiteren Stunden in die Türkei einreisen. Vorher mußten wir für den asiatischen Teil der Türkei noch eine Haftpflichtversicherung abschließen. Danach gab es kurzen Stop um den Ararat zu fotografieren.

morgens, auf dem Weg zur Grenze
Ararat
der kleine und der große Ararat

Dann ging es 350 km Richtung Erzurum.

Diese und die nächste Etappe führt uns durch Ostanatolien, das wegen der dort lebenden Kurden sensibel ist. Überall finden Militärkontrollen statt. Auf dieser Etappe deren 10, wobei 3 nicht besetzt waren. Die Militärs sind schwer bewaffnet, die Unterstände mit Sandsäcken geschützt, und wenn das Fahrzeug kontrolliert wird, muß es in eine bunkerähnliche Betonhalle, wo, wenn es explodiert, der Schaden begrenzt wäre. Hört sich alles schlimm an, war es aber für uns nicht, da wir  jedes Mal freundlich durchgewunken wurden. Allerdings wurden wir angehalten nicht die Route zu verlassen und zügig durchzufahren.

Das Wetter war freundlich aber kalt, die Landschaft sehr schön. Wir durchfuhren einige Pässe und hatten jedes Mal tolle Aussichten.

unterwegs nach Erzurum
unterwegs nach Erzurum
unterwegs nach Erzurum
unterwegs nach Erzurum
unterwegs nach Erzurum

Erzurum ist das wintersportliche Zentrum der Türkei. Hier gibt es Skipisten, Sprungschanzen und eine Eishockeyhalle. Wir waren auf 2100 m und konnten direkt an einem Restaurant am Skigebiet übernachten. Dort aßen wir auch zu Abend, türkische Pizza. Da ich Gas auftanken konnte, war die Nacht trotz -9 Grand angenehm warm im Womo.

Erzurum
Stellplatz in Ersurum
Eishockeystadion

Als Letzte, nach einem gemütlichen Frühstück,  verließen wir am nächsten Tag Erzurum. Es galt 470 km zu fahren bis hinter Sivas. Bei Kaiserwetter und einer super Autobahn, sowie kaum Verkehr ließen wir es tempomatunterstützt angehen. Es war wiederum eine sehr schöne Etappe. Wir bewegten uns permanent zwischen 1400m und 2200 m und sammelten im Laufe des Tages einige 1000 Höhenmeter.

Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas, Polizeiatrappe
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas
Unterwegs nach Sivas

In einem kleinen Ort sahen wir ein Schild PTT, das ist die hiesige Post, wo es Mautvignetten für die in den nächsten Tagen mautpflichtigen Autobahnen geben sollte. Ich hielt an, und Ute verschwand im Laden. Wir hielten genau vor dem Dorfzentrum, wo viele männliche Dorfbewohner vor den Läden saßen und Tee tranken. Ich verließ das Womo, um frische Luft zu schnappen und schon wurde ein Stuhl freigemacht, und ich von einem deutschsprechenden Kurden oder Türken zum Tee eingeladen. Als ich saß, kamen alle anderen zu dem Tisch und beobachteten mich. Mein Gastgeben hatte 20 Jahre in Bern gearbeitet und war dann wieder in sein Geburtsdorf zurück gekehrt. Wir unterhielten uns in Deutsch und es machte richtig Spaß zu sehen, wie interessiert auch diese Menschen an Fremden sind, die in diese Gegend nicht häufig kommen. Dann kam Ute zurück, leider unverrichteter Dinge, weil keine Vignetten vorrätig waren und sofort stand ein weiterer Mann auf und auch Ute bekam ihren Tee. Dies war eine nette Pause mit schönen Kontakten, die wir dann noch mit einem Foto abschlossen.

Netter Kontakt

Der Rest der Fahrt war problemlos und schön, unterwegs aßen wir noch in einem kleinen Restaurant, vor dem viele LKWs standen. In diesen Restaurants ißt man gut, günstig und es geht schnell.

Wieder folgte eine Strecke von 260 km nach Hattusas, durch das landschaftlich eindrucksvolle Anatolien. Die Etappen der letzten Tagen waren zwar teilweise anstrengend, aber durch die abwechslungsreiche Landschaft waren sie sehr angenehm.

Um 14 Uhr trafen wir uns an einem Campingplatz, von wo wir mit Fahrzeugen in das Hattusas Gebiet gebracht wurden. Hattusas war die Hauptstadt des Hethiter Reiches. Die ältesten Siedlungsspuren stammen von 3000 v. Chr., die Blütezeit der Hethiter war um 1300 v. Chr. Es lebten hier bis zu 50000 Menschen.

Was zunächst nur nach alten Steinen aussah, entpuppte sich dann doch als  interessanter Ausflug, zumal die Anlage weitläufig ist und man von interessanter Fundstelle zu Fundstelle gefahren wird und somit die ganze Ausdehnung der Stadt begreift. Nach 3 Stunden, kehrten wir zu unseren Womos zurück.

Hattusas
Hattusas, Felszeichnungen
Hattusas, Felszeichnungen
Hattusas, Felszeichnungen
Hattusas, alte Weinamphoren
Hattusas, Löwentor
Hattusas, Tempelfundamente
Hattusas, Hieroglyphenkammer

Auch in dieser Gegend ist der Tourismus völlig eingebrochen. Noch vor 4 Jahren kam allein Rotel Tours 20 bis 30 Mal im Jahr mit Gruppen. In den letzten 3 Jahren kam keine einzige Gruppe und für dieses Jahr ist 1 angekündigt.

Nach einer ruhigen Nacht führte uns die nächste Etappe nach Göreme in Kapadokien. Wie zuvor war dies wieder eine schöne Tour. Wir sahen zum ersten Mal blühende Bäume, also hatten wir den Winter hinter uns gelassen und der Frühling scheint uns zu begrüßen.

Blühender Aprikosenbaum
Blühendes Mandelbäumchen

Auch hier stehen wir auf einem Campingplatz mit voller Infrastruktur mit Aussicht auf Kapadokien. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Ausspannen und Blogschreiben.

Am nächsten Tag stand ich um 6 Uhr auf, um die Ballon aufsteigen zu sehen, die jeweils zum Sonnenaufgang ihre Fahrt beginnen. 150 lizensierte Ballons sind hier zugelassen, und die Unternehmen gehören mittlerweile einem türkischen General. Leider fielen die Fahrten aus, wegen zu starkem Wind.

Wir besuchten dann die Felsformationen in Göreme. Entstanden sind die Formationen vor 20 Millionen Jahre, als Vulkane Unmengen Tufasche freisetzten, die sich dann ablagerten. Die Schichten waren unterschiedlich hart und durch Witterungseinflüsse wurde und wird das weiche Material ausgespült und das härtere bleibt stehen. So entstehen die Feenkamine in unterschiedlichsten Formen und Farben. Vor 5000 v. Chr. siedelten die Hethiter hier in unterirdischen Städten und Höhlen. Ab 100 n Chr. suchten Christen hier Schutz vor Verfolgung. Als Kapadokien dann in das Osmanische Reich eingegliedert wurde, siedelten hier vermehrt Moslems an. Die letzten Christen verließen die Gegend 1923 durch den Bevölkerungsaustausch mit Griechenland

Göreme, Felsenstadt
Göreme, Höhlenwohnungen
Göreme, Feenkamine
Göreme, Feenkamine
Göreme, Höhlenwohnungen
Göreme, alte Kirche
Göreme, Felsmalerei in der Kirche
Göreme, Feenkamine
Göreme, Feenkamine
Göreme, Feenkamine
Göreme, Feenkamine
Göreme, Baum geschmückt mit Augen der Fatima
Göreme, Feenkamine

Mittags gab es Testi Kabap, ein Eintopf aus einem Tontopf, der erst am Tisch geöffnet wird, indem man mit einem Beil die Spitze des Tontopfes abschlägt.

Testi Kabap
Testi Kabap

Nachmittags ging es noch zu einer Töpferei. Dazu hatte ich eigentlich keine Lust, da ich das übliche Touriprogramm erwartete. Vorort war ich überrascht. Anscheinend hatten wir es mit echten Künstlern zu tun, die uns durch ihre tollen Arbeiten so begeisterten, dass wir uns einen künstlerisch gestalteten Derwisch als Andenken kauften.

Töpfermeister
Exponate
Maler
Exponate

Abends erfuhren wir, dass die geplante Ballonfahrt am nächsten Tag wegen starkem Wind abgesagt wurde.

Die nächsten Tage brachten uns wieder ans Meer und schließlich nach Bergama, unserer letzten Station der organisierten Reise.

Zunächst gab es eine Etappe ohne Programm über 360 km nach Silifke. Danach ging es nach Anamur und anschließend nach Antalya. Die Strecken waren anstrengend, da die Türken die Rote Welle perfektioniert hatten. Hunderte Ampeln standen immer auf rot. Man beschleunigt die Womos aufwendig auf 100 km, um sie dann wieder auf 0 abzubremsen.

wieder am Meer in Anamur
Stellplatz Anamur
Festung Anamur
Festung Anamur

In Antalya mußte erst einmal der Parkplatz von tief hängenden Ästen befreit werden, bevor wir unsere Womos parken konnten. Dort besuchten wir das archäologische Museum und hatten dann eine kurze Stadtführung. Die freie Zeit verbrachten wir in der sehr schönen Altstadt und am Hafen.

Baumschneideaktion in Antalya
das bekannteste Exponat des Museums, der Apollo
Hadrianstor Antalya
Hafen Antalya
3 Widder

Die nächste Station war nach 240 km Pamukkale.

Kurz vor der Stadt tankten wir an einer Shell Tankstelle in den Bergen. Der Tankwart erkundigte sich erst einmal, woher wir kommen und nach meinem Namen. Mustafa, stellte er sich vor, sein Kompagnon hieß Erdogan. Ob wir Tee möchten fragte er. Ich verneinte höflich und schon kam die Kassiererin mit einem Tablett, auf dem 4 Tees und frische Sesamkringel lagen. Während er tankte, konnten wir uns angenehm stärken. Solch einen Tankstellenservice hatten wir noch nicht erlebt. Wir schenkten ihm eine Deutschlandfahne als Schal, den er stolz der Kassiererin präsentierte. Wieder ein nettes Erlebnis.

Tanken mit Fullservice

In Pamukkale waren wir schon 2 Mal, waren aber positiv überrascht, dass sich die Kalkterassen wieder erholt hatten, da das Betreten mittlerweile verboten ist. Nebenan liegt die Ausgrabung von Hierapolis, die wir auch besichtigten.

Blick vom Stellplatz Pamukkale
jetzt haben wir den Frühling endgültig erreicht
Pamukkale
Pamukkale

Ephesos erreichten wir nach 240 km am nächsten Tag.

Wir hatten einen Studiosus Reiseleiter, der zu jedem Stein detaillierte Ausführungen machte. Nach ermüdenden 4 Stunden kehrten wir auf unserem schön am Meer gelegenen Stellplatz zurück und konnten uns von so viel Geschichte etwas erholen.

Ephesos
Ephesos
Ephesos

Als letzte Kulturstation in der Türkei stand noch Pergamon auf dem Programm. Nach 200 km erreichten wir unseren Campingplatz und fuhren per Bus nach Pergamon. Die eigentliche Bergstadt erreicht man per Seilbahn. Wir hatten wieder starken Wind, und ich hätte nicht gedacht, dass die Seilbahn fährt. Tat sie aber und wir schaukelten dann heftig nach oben. Es gab wieder viele Erklärungen und viele alte Steine zu besichtigen.

Pergamon
Pergamon
Pergamon
Pergamon

Abends hatten wir dann unser Abschiedsessen. Ab morgen sind alle individuell unterwegs, und wir werden schauen, je nach Wetterlage und Lust, wie wir nach Hause fahren.

 

 

 

 

 

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14. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

9.3. bis 19.3.2019

Sharja-Fähre Bandar Abbas-Bandar Lengeh-Siraf-Bandar Deylam-Chogha Zanbil-Dezful-Kermanschah-Bisotum-Takht e Soleyman-Tabriz-Maku

Es folgten 2 nervige Grenztage.

Zunächst mußten wir mittags am Fährhafen eintreffen. 7 Stunden später wurde geladen, und wir durften aufs Schiff. Dann ging die Warterei weiter bis 21 Uhr, dann legte die Fähre ab. Normalerweise konnten wir kurz nach dem Ablegen zu unseren Womos zum Schlafen, diesmal allerdings nicht. Der Seegang war so stark, dass aus Sicherheitsgründen die unteren Decks gesperrt waren. Also ging die Langeweile weiter. Plötzlich machte es einen riesen Schlag, alle wurden augenblicklich wach, ich dachte, wir hätten einen umherschwimmenden Container gerammt. Dann folgten weitere Schläge, das waren die hohen Wellen. Um mich herum verloren einige Gesichter ihre Farbe, und auch ich wartete auf entsprechende Symptome, da ich zur Seekrankheit neige. Gott sei Dank und den helfenden Armbändchen, die über Akkupressurpunkte innen an den Handgelenken Seekrankheit bekämpfen, kam ich davon.

Fähre Sharja

Um 1 Uhr hatte der Seegang nachgelassen, und wir konnten nach unten. Die lauten Schiffsdiesel in Verbindung mit 2 Kühltransportern mit laufenden Kühlaggregaten, schafften dann eine gemütliche Atmosphäre für einen ruhigen Schlaf.

Morgens um 10 Uhr erreichten wir mit Verspätung Bandar Abbas und damit wieder iranischen Boden. Sofort spürte man die uns von der Hinreise bekannte  Gastfreundschaft. Wir saßen im Womo gemütlich am Frühstückstisch, da klopfte es am Fenster, und der Fahrer des neben uns stehenden LKWs bot uns Tee an. Er saß, für uns armselig, vor einer Blechklappe seines LKWs und frühstückte auch. Unser Angebot Kaffee von uns zu bekommen, lehnte er bescheiden ab.

Die Einreise- und Zollformalitäten gingen überraschend schnell vonstatten, so dass wir bereits um 15:30 Uhr das Grenzgelände verlassen konnten.

Wir werden bis zum Ende der Reise jetzt viele Fahrtage haben, vor uns liegen mehr als 5000 km, die wir als Gruppenreise bis Ende März schaffen müssen, danach geht es von Bergama in der Türkei individuell weiter.

Die nächste Etappe führte uns nach Bandar Lengeh, wo wir schon einmal waren und die nächsten 2 Nächte verbringen werden.

Abends konnten wir Meeresschildkröten beobachten, die in Strandnähe immer wieder auftauchten, leider keine Chance sie zu fotografieren.

In Bandar Lengeh hatten wir unser erstes offizielles Briefing mit unseren „neuen“ Reiseleitern Oleg und Amin. Oleg hatte uns schon von Polen bis Dubai begleitet und wird uns auf der restlichen Rückreise unterstützen. Amin ist unser neuer Guide im Iran.

Wir erfuhren, dass die im Herbst 2018 verfügten Sanktionen jetzt langsam bei der Bevölkerung ankommen. Neben der galoppierenden Inflation sind die Preise u.a. für sogenanntes rotes Fleisch (Rind und Lamm) sowie Tomaten sehr gestiegen. Die Erzeuger bekommen durch die Inflation kaum Geld für ihre Produkte und versuchen diese ins Ausland zu verkaufen oder zu sehr hohen Preisen im Inland, die nur sehr wenige noch bezahlen können.

Eine andere Auswirkung war die Sperrung fast aller Handys der Gruppe. Durch den starken Schmuggel unregistrierter Handys sah sich die Politik gezwungen, alle Handys zu sperren und gegen Nachweis der Rechtmäßigkeit wieder freizugeben. Das ist für Ausländer fast unmöglich, und deshalb hatten wir auch mindestens 2 Handys mit für solche Umstände, denn die Handys, die wir auf der Hinreise benutzt hatten waren alle gesperrt.

Die Dieselsituation ist für uns jetzt noch kritischer als noch vor 3 Monaten. Gemeinsames Tanken ist so gut wie unmöglich. Wir sind gezwungen, täglich abends den Tank für den nächsten Tag voll zu haben und schaffen das nur durch Goodwill von Tankwarten und Lastwagenfahrern. Wir benötigen nämlich die Tankkarte eines LKW Fahrers um auf seinen Namen an Diesel zu kommen.

Jedes Mal ein neues Abenteuer, wenngleich die Leute vorort sehr hilfsbereit sind.

Die nächste Etappe führte uns über 320 km nach Siraf. Hier befindet sich die Erdöl- und Gasindustrie des Landes. Über 50 km fährt man an riesigen Raffinerien mit lodernden Schloten vorbei, wobei die ganze Gegend nach Schwefel stinkt.

Nach unserem ersten, erfolgreichen Solo Tankerlebnis, 40 l für 2 Euro (Einheimische zahlen die Hälfte), erreichten wir unseren Stellplatz am Meer.

wir geniessen die letzten Sommertage am Meer
wir geniessen die letzten Sommertage am Meer
Stellplatz in Bandar Lengeh

Um 21 Uhr, ich lag schon im Alkoven, klopfte es. Ute öffnete die Tür und ich hörte eine Männerstimme fragen: „Farsi?“ Darauf Ute: „No Thank you“ und schloß die Tür. Was ich nicht wußte war, dass – im Dunkeln – vor unserem Mobil 2 Soldaten mit Maschinengewehren standen und sich mit No Thank you nicht abspeisen lassen würden. Das Klopfen wurde energischer, und Ute brachte die beiden dann zu unserem iranischen Reiseleiter Amin, der erfuhr, dass wir und 3 weitere Mobile genau an der Beobachtungsstellung der Soldaten parkierten und uns von dort entfernen  sollten. Sie hielten dort Ausschau nach Schmugglern, die vom Meer kommen und nachts an Land gehen.

Von Siraf fuhren wir am nächsten Tag 400 km nach Bandar Deylam. Dies wird unsere letzte Station am Meer sein. Wir werden in den nächsten Tagen leider auch den Sommer verlassen, da wir in Nordiran Nachttemperaturen von – 2 Grad C erwarten. Auf dieser Etappe verließen wir die Industriezone und konnten uns wieder an der abwechslungsreichen Landschaft erfreuen.

Stellplatz in Bandar Deylam
Meer werden wir erst wieder in der Türkei sehen
hier herrscht jetzt Frühling

Es folgten 380 km nach Chogha Zanbil. Dort befindet sich das Weltkulturerbe Dur – Untash. Dies ist ein über 3000 Jahre altes Zikkurat, ein Tempel in Pyramidenform. Er wurde vom König Untash Napirisha gebaut, der König der Elamiten, das Urvolk der Iraner. Diese Anlage wurde erst vor 40 Jahren entdeckt und in der Gegend werden noch viele weitere Ausgrabungen in den nächsten Jahre vorgenommen.

Dur – Untash

Auf unserer nächsten Etappe nach Dezful machten wir in Shushtar halt, um das alte Wasserversorgungssystem, das von König Darius errichtet wurde, zu besichtigen. Auch dies gehört zum Unseco Weltkulturerbe.

Shushtar

Wir fuhren danach 350 km nach Kermanschah in der Provinz Kurdistan. Damit hatten wir den Winter wieder erreicht. Wir befanden uns auf der Hochebene auf 1400 m. Die Temperaturen sanken in den einstelligen Bereich. Die Strecke war allerdings sehr abwechslungsreich und schön. Wir fuhren 4 Tankstellen an um jeweils 20 l Diesel zu bekommen. Das wird zunehmend nervig.

unterwegs auf der Hochebene
hat gehalten
jetzt wurde es kalt
jetzt wurde es kalt

Unser Stellplatz befand sich an der Karawanserei direkt im Weltkulturerbe Bisotun. Die Karawanserei wurde im 16. Jahrhundert errichtet und zum (iranischen) 5 Sterne Hotel ausgebaut. Dort konnten wir für 2 Nächte Zimmer beziehen. Die Zimmer hatten keine Fenster, so, wie es in einer Karawanserei üblich war.

Bisotun Karawanserei
Bisotun Karawanserei

Am nächsten Tag besichtigten wir Bisotun. In einer riesigen senkrecht aufsteigenden Felswand sind Reliefs aus der Zeit von Darius I. zu besichtigen. Es ist u. a. Herakles dargestellt und eine Szene einer Machtübergabe. War ein netter Spaziergang, aber auch nicht besonders eindrucksvoll.

Bisotun Herakles
Bisotun

Nach dem Mittagessen in Kehrmanschah besichtigten wir noch Tak-i Bustan, wo weitere Reliefs aus der Sassaniden Periode 350 vor Christus zu sehen waren. Diese waren schon eindrucksvoller, weil sehr gut erhalten und größer.

Tak-i Bustan

Danach ging es zurück ins Hotel, wo wir eine landestypische Teestube aufsuchten, in der fleißig Shisha geraucht wurde.

Da wir am nächsten Tag bis auf 2200 m fahren werden, und es schon diese Nacht auf -4 Grad abkühlen soll, hatte ich vorsorglich für die Nacht die Womoheizung angestellt, obwohl wir in der Karawanserei schliefen. Hauptsache wir bekommen keinen Schnee.

Wir arbeiteten uns weiter gen Norden. Es war jetzt wirklich Arbeit, weil die Etappen sehr lang waren, die Strassen sehr schlecht und der Verkehr iranisch. Unser heutiges Ziel hieß nach 360 anstrengenden km Takht e Soleyman auf 2100 m. Hier befindet sich ein weiteres Unesco Weltkulturerbe, eine Festung mit Feuertempel und einem 21 ° warmen kleinen See. Im Reiseführer wird dies als eine der schönsten Sehenswürdigkeiten des Iran gepriesen. Leider waren nur Ruinen zu besichtigen.

unterwegs nach Takht e Soleyman
Takht e Soleyman

Wieder folgte eine 360 km Etappe nach Tabriz, in der Provinz Ost Aserbaidschan. Über zwei 2000er Pässe und Regen erreichten wir nach 7 Stunden die Millionenstadt Tabriz und gerieten gleich mal in einen Megastau und Schneeregen, die uns 13 km vor dem Ziel 1 Stunde kostete.

Tabriz ist eine Industriestadt. Hier werden auch die iranischen Autos gebaut. Außerdem ist es das Zentrum der iranischen Teppichproduktion. Es liegt leider in einem erdbebengefährdeten Gebiet, das im Jahre 1780 ca. 200000 Menschenleben kostete und 1840 weitere 50000. Dadurch sind alle alten Gebäude zerstört. Es hat den größten Basar der Welt und viele große Parks. In einem davon übernachteten wir.

Der nächste Tag begann mit einer Überraschung. Nachts hatte es geschneit und es lagen 10 cm Schnee. Alle waren begeistert, denn die kältesten Orte unerer Rückreise liegen noch vor uns.

das brauchten wir nicht

Wir besichtigten In Tabriz die Blaue Moschee, von der nach den Erdbeben noch Fragmente stehen geblieben waren, und die restauriert wurde, und den historischen Basar. Zwischendurch stärkten wir uns in einem landestypischen netten Restaurant.

Tabritz Blaue Moschee
Historischer Basar
Filiale von Victoria`s Secret?
typisch gedeckter Tisch für das Nouruz Fest (iranisches Neujahrsfest am 21.3.)

Abends gab es im El Goli Pars Hotel noch ein Seabridgeessen, als Abschluß unserer Iran Etappen (eine folgt allerdings noch)

Desserttisch

Der Iran schenkt uns nichts. Nachts hatte es wieder geschneit. Morgens fuhr sich Christoph erst einmal seine Treppe beim Abbiegen ab, sie war noch ausgefahren. Es folgten Schnellreparaturen, da wieder 270 km vor uns lagen. Der Schneefall wurde immer schlimmer und der Verkehr in Tabriz auch.

so starteten wir in Tabris

Nach 1 1/2 Stunden ließ der Schneefall nach und in der Ferne konnte man blauen Himmel und schneebedeckte Berge sehen. Die Fahrt entwickelte sich dann zu einer sehr schönen.

Wie immer kam das dicke Ende zum Schluß. Der Stellplatz an einem Hotel in Maku war eine Zumutung. Der Verkehr dort war schon heftig, dann mußte man im laufenden Verkehr 90° in eine schmale Zufahrt einfahren, die rechts und links einen tiefen Wassergraben hatte. Da wegen Nouruz, dem iranischen Neujahr, heute sehr viele Gäste im Hotel erwartet und Parkplätze benötigt werden, mussten wir mit unseren Womos ständig umparken. Um 17 Uhr hatten wir dann alle unsere endgültige Parkposition erreicht – pünktlich zum Beginn der Knallerei. Um das neue Jahr zu begrüßen, werden jetzt die ganze Nacht Raketen abgefeuert, und es wird laut geknallt. Gut, dass wir morgen ausschlafen können, bis ca. 5.30 Uhr, denn um 7 Uhr müssen wir an der Grenze sein. Wir fahren in die Türkei.

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13. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

20.2. – 7.3.

Ibri-Al Ain-Abu Dhabi-Liwa-Moreeb Düne-Al Mirfa-Abu Dhabi-Jumeira-Sharja

Heute stand wieder ein Grenzübergang an, vom Oman nach Abu Dhabi. Wie gewöhnlich, waren wir auf lange Abfertigungszeiten gefasst. Wir trafen uns Mittags an der Grenze und nach 3,5 Stunden konnten wir in Abu Dhabi einreisen.

Unser Stellplatz lag in einem großen Freizeitpark kurz vor Al Ain. Es wehte ein strammer Wind und es war kalt, so dass weitere Outdooraktivitäten unterblieben. Nachts sanken die Temperaturen auf 12 GradC.

Vormittags, am nächsten Tag wurden wir zu einer halbtägigen Stadtrundfahrt im Bus abgeholt. Wir fuhren nach Al Ain und besuchten zunächst die Oase, wo wir die Arbeiter beobachten konnten, die auf die weiblichen Dattelpalmen mklettern um diese mit den Fruchtständen der männlichen zu befruchten. Das nächste Ziel war das Al Ain Museum und das Al Ain Palast Museum wo die Geschichte Al Ains dargestellt wurde. Mittags folgt der Besuch einer großen Mall.

Oase Al Ain
Telecom Bau Al Ain
Al Ain Museum
Al Ain Palast Museum
in Abu Dhabi ist alles nobel, selbst die Ampeln

Der Rest des Tages war frei.

Ich hatte vor unserem Wohnmobil eine Feuerstelle mit Steinen entdeckt und beschloß abends unser seit 4 Wochen mitgeschlepptes Feuerholz dort bei einem Lagerfeuer zu verbrennen. Dies taten wir auch und es war bei diesmal angenehmeren Temperaturen sehr gemütlich. Um 21:30Uhr löschten wir das Feuer und ich wunderte mich, dass der angekündigte Besucherandrang, mit lauten Autos, Motorrädern und Grillfeierlichkeiten, aufgrund des anstehenden Wochenendes, überhaupt nicht zu bemerken war. Vorsorglich steckte ich mir Stöpsel in die Ohren und schlief tief und fest. Was sich in der Nacht abspielte, erzählte mir Ute dann am nächsten Morgen, bzw. ich konnte die Spuren noch selbst sehen.

Um 11 Uhr kam das erste Auto von 6 weiteren. Sie parkten direkt an unserem Wohnmobil. Es folgte ein Lkw mit Speis und Trank und dann noch ein Bus mit weiteren Gästen. Dann wurde gekocht. Die vermeintliche Feuerstelle entpuppte sich als Kochstelle, die von den Bangladeshi jede Woche benutzt wurde und unsere Anwesenheit schien sie in keiner Weise zu stören, sie verhielten sich, als wären wir nicht da, laut und rücksichtslos. Das Ganze ging wohl bis 3 oder 4 Uhr und dann breiteten sie ihre Matten aus und schliefen zu unseren Füßen. Ute war bedient.

unsere Nachbarn

Wir verließen früh diesen ungastlichen Ort und machten uns auf den Weg nach Abu Dhabi Stadt.

Seit 2 Tagen versuchte Ute Informationen zu erlangen wann und wo Kamelrennen in Abu Dhabi stattfänden. Unsere Reiseleitung war nicht in der Lage das zu klären, also fuhren wir auf gut Glück zu der Kamel Rennbahn. Nachdem wir eine erfolglos angefahren hatten und den Hinweis auf eine zweite erhielten, standen wir plötzlich vor einer tiefen Sandpiste. Ich wollte schon aufgeben aber Ute motivierte mich noch zu einer möglichen Umfahrung und tatsächlich fanden wir die Bahn, auf der ab 14 Uhr Rennen stattfinden sollten.

Trainingseinheit für ein Rennkamel

Wir machten Pause und dann füllte sich das Areal mit Kamelen und Autos.

Punkt 14 Uhr startete das erste von 16 Rennen. Das war sehr interessant zu beobachten, wie aus 3 Startboxen je 10 Kamele losrennen und links und rechts jeweils 50 SUVs mitfahren und ihre Favoriten anfeuern. Seit einigen Jahren werden die Kamele durch kleine Roboter mit einer Rute „motiviert“, schneller zu laufen, nachdem es zu viele Unfälle mit den früheren Kinderjockeys gab.

auf dem Weg zum Rennen
Fernsehinterview mit Abu Dhabi TV
Kamelrennen Startboxen
Kamelrennen
Kamelrennen
Jockeyroboter

Wir verbrachten dort einige Stunden und fuhren dann die restlichen 60 km nach Abu Dhabi Stadt, wo wir den Stellplatz am neuen Hafen bezogen, wo wir 4 Nächste bleiben werden.

die waren natürlich auch da

Abu Dhabi ist das mit Abstand reichste Emirat. 93 % der Erdöl und Erdgasvorkommen befinden sich in Abu Dhabi. Während Dubai das Wirtschafts- und Touristenzentrum der Emirate ist, beansprucht Abi Dhabi die politische Führung. Auch die Ausrichtung von Dubai und Abu Dhabi sind völlig unterschiedlich. In Dubai dominieren private wirtschaftliche Aktivitäten und es gibt einen langfristigen Plan, das Land vom Öl und Gas unabhängig zu machen und den Tourismus auszubauen. Die großen Projekte werden in der Regel vor geplanten Termine fertiggestellt, da die privaten Investoren auf schnellen return on investment achten. In Abu Dhabi wird die Wirtschaft vom Staat dominiert. Öl und Gas sind die Grundlage der Wirtschaft und der Zukunftspläne. Die Vorkommen sollen noch 90 Jahre reichen. Investitionen gehen in der Regel vom Staat aus und Projekte werden selten pünktlich abgeschlossen. So befindet sich der neue Flughafen terminlich 3 Jahre im Rückstand.

Um gegen die überlegene Außenwirkung von Dubai etwas entgegen zu setzen, hat man auf einer Kunstinsel Sadiyat das Louvre – und das Guggenheimmuseum errichtet. Mit astronomischen Summen, hat man die Namensrechte für 30 Jahre erworben und bezahlt dem Louvre Paris 750 Mio. € dafür, das man Kunst aus Paris leihweise zeigen kann.

Dieses Museum war dann am nächsten Tag unsere erste Station. Für mich, als Museumsbanause, war der Besuch nicht sehr eindrucksvoll.

Louvre Abu Dhabi

Danach fuhren wir die neue Corniche entlang der Skyline und hielten am teuersten Hotel der Emirate, dem Emirate Palace. Dann fuhren wir noch einige Viewpoints an, von denen man jeweils schöne Sichten auf die Skyline hatte.

Skyline Abu Dhabi
Skyline Abu Dhabi
Emirate Palace
Emirate Palace
Fairmont Abu Dhabi

Den Abschluß bildeten dann noch Besuche von Obst- Gemüse- und Fischmarkt.

Es folgte ein Tag ohne Programm. Wir beschlossen zur Ferrari World zu fahren. Dort befindet sich neben verschiedenen Themenparks auch die Formel 1 Strecke, Yas Marina Circuit und die größte Mall in Abu Dhabi, Yas Mall.

Yas Marina Circuit
Yas Marina Circuit

Die Insel Yas ist die drittgrößte Insel von Abu Dhabi und hier finden momentan die größten Investitionen statt.

Nachdem wir „einen Blick“ auf die Rennstrecke geworfen hatten, schauten wir uns die völlig unübersichtliche Yas Mall an und nahmen dort einen Imbis.

Dann fuhren wir zurück zur Corniche, wo wir einen guten Parkplatz für unser Womo fanden. Eigentlich wollten wir dort einen ausgiebigen Spaziergang machen aber nach 2 km entschlossen wir uns zurück zu kehren und erst einmal die feuchte Mittagshitze abzuwarten. In Abu Dhabi ist es im Gegensatz zu Dubai fast immer schwülwarm, im Sommer hoch in die 40er Grade und die Wassertemperatur steigt auf 38 Grad.

Am späten Nachmittag machten wir uns dann doch auf und konnten von der Corniche an der Skyline entlang gehen. An fast allen Hochhäusern hängen riesige Schilder mit Tel.-Nr., über die man Büros und Wohnungen mieten oder kaufen kann. Die Hochhäuser sollen zu 2/3 leer stehen und es wird fleißig weiter gebaut.

Skyline Abu Dhabi am Abend

Unser Ziel war das Etihad Towers Hotel, wo wir hofften in die obersten Etagen zu kommen und Abu Dhabi bei Nacht zu bewundern. Das gelang uns auch und wir besuchten Ray`s Bar in der 62. Etage, wo wir sogar noch in den Genuß der Happy Hour kamen. Die Ausblicke von oben waren atemberaubend. Die Bar hat nur komplette Glaswände und man hat somit einen 360° Blick. Abu Dhabi ist nicht Dubai, was die Illumination betrifft, es war trotzdem ein eindrucksvolles Erlebnis.

Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Blick aus dem Etihad Towers Hotel
Emirate Palace am Abend
illuminierte Hotelfassaden
illuminierte Hotelfassaden

Mit dem Taxi ging es zurück zum Womo und dann zum Stellplatz.

Der 3. Tag unseres Aufenthaltes in Abu Dhabi begann mit einer Busfahrt zur Scheich-Zayid-Moschee, der größten in den Emiraten mit einer Kapazität von 40000 Personen im großen Gebetssaal. 800 Mio.€ hat sich das der Scheich kosten lassen und das feinste Material war gerade gut genug. Man findet dort den größten handgeknüpften Teppich mit 5000 qm, der von 1200 Knüpferinnen im Iran hergestellt wurde und den größten Kronleuchter der Welt mit einem Gewicht von 17 t.

Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee
Scheich-Zayid-Moschee

Hier ist alles maßlos, verschwenderisch und überhaupt nicht nachhaltig.180 km 6 bis 8 spurige Autobahn werden großzügig begrünt, künstlich bewässert und beleuchtet. Die Unmengen Wasser werden in riesigen Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen und das Salz umgehend wieder ins Meer geschüttet, was einen dramatischen Anstieg der Salzkonzentration zur Folge hat mit den damit verbundenen ökologischen Auswirkungen. Geld spielt überhaupt keine Rolle, Fertigstellungstermine für Großprojekte anscheinend auch nicht, der neue Flughafen ist 3 Jahren über Termin und immer noch nicht fertig. Am deutlichsten wurde uns das beim Besuch der Zukunfts- und Ökostadt Masdar vor den Toren Abu Dhabis. Hier soll eine Stadt entstehen, die klimaneutral ist, gebaut von Sir Norman Forster. Sie sollte 2016 fertig sein, der Termin wurde dann auf 2018 verlängert und jetzt wurde 2030 genannt. 100erte von Milliarden fließen in dieses Projekt. Mein Eindruck war, das hier die westlichen Industrieländer dem Scheich einen Floh ins Ohr gesetzt hatten, für die Zeit nach dem Öl eine Vision zu haben und diese mit einem Megaprojekt zu untermauern. Stolz wurden wir in eine fahrerlose 4 Personen Kabine gesetzt und erwarteten eine Fahrt in die Zukunft. Ich traute meinen Augen nicht, als wir nach 3 Minuten Fahrt durch die Tiefgarage wieder am Startpunkt ankamen. War das ein Teil der Zukunftstechnologie? Fahrerlose Transportsysteme kenne ich schon seit 30 Jahren. Solar und Wind spielen hier jetzt auch eine Rolle aber sind die heutigen Technologien 2030 überhaupt noch aktuell?

Mit innerem Kopfschütteln ging es weiter zur Ferrariworld und der Yas Mall, die wir schon von gestern kannten.

Zum Abschluß des Tages fuhren wir mit Motorbooten die Corniche entlang der Skyline. Unser Boot hatte 400 Ps und der Bootsführer ließ es tüchtig krachen, bis er von der Polizei angehalten wurde weil der Wind und die Wellen zu stark waren für die Strecke, die er fahren wollte. Also tuckerten wir 15 Minuten vor uns hin. „Das ist ja eine bessere Kaffeefahrt“ sagte ich zu Ute, wohl wissend, das der Bangladeshi nicht der deutschen Sprache mächtig war. Irgendwas musste er doch verstanden und sich in seiner Ehre gekränkt gefühlt haben, denn dann gab er es uns richtig. Mit 70 km/h heizte er zurück und alle, bis auf ihn, waren klatschnass. War eine Riesen Gaudi.

Bootsfahrt mit 400 PS
dann kann es ja losgehen
Skyline

Zum Thema Visa für Saudi Arabien war zu sagen, das der ursprüngliche Plan B (Rückreise durch den Iran und der Türkei) jetzt zum Plan A erklärt wurde. Wir werden wohl kein Visum bekommen und es wurden bereits Visa für den Iran für die Gruppe beantragt.

Danach stand wieder Wüste auf dem Programm. Es ging 300 km südlich ins Leere Viertel zur Liwa Oase. Die Fahrt war zunächst wieder langweilig. Das änderte sich auf den letzten 25 km. Da ging es auf einer kleinen Teerstrasse mitten hinein in die Sandwüste. War wieder ein schönes Erlebnis.

Anfahrt zum Camp

Wir standen an einem Wüstencamp in einer Sanzpfanne an der Moreeb Düne.

Camp an der Moreeb Düne

Dort blieben wir 3 Nächte. Unsere Fähre nach Iran ist für den 6.3. gebucht, jetzt müssen wir die Zeit bis dahin improvisieren und überbrücken.

Wir unternahmen einige Wanderungen in die Dünen, genossen die Sonnenuntergänge und bestiegen die 120 m hohe Moreeb Düne.

Wanderung in den Dünen
Moreeb Düne
Moreeb Düne

Hans hatte Kontakt zu einem Einheimischen bekommen, der eine Mitfahrt in seinem 400 PS. 8 Zylinder SUV in die Dünen anbot. Da war ich sofort dabei. Unglaublich, was diese Wagen im Sand leisten können. Der Luftdruck wurde auf 1,7 bar gesenkt und dann ging es los. Er hatte sichtlich Spaß uns zu zeigen, was er und sein Wagen kann. Der Höhepunkt war allerdings, dass er uns dann selbst fahren ließ. Das hat richtig Spaß gemacht.

sieht harmlos aus, hat aber 400 PS und 8 Zylinder

Abends waren wir noch zu einem Grillabend beim Besitzer des Camps eingeladen. Wenn Araber einladen, dann gibt es immer reichlich. Nicht nur die Menge war beeindruckend, sondern vor allem die Qualität, super Fleisch auf den Punkt gegrillt. Wir hatten es genossen.

sieht nicht nur lecker aus
sondern war es auch

Die Nacht war schwülheiß, bestimmt über 30 GradC im Wohnmobil, am Tag hatten wir an die 40 Grad. So waren wir froh, dass das nächste Ziel uns wieder an die Küste bringen sollte. Es ging 200 km nach Al Mirfa, nahe an der Saudi Arabischen Grenze.

Es war sehr stürmisch geworden und wir erlebten wieder einen Sandsturm. Das Thermometer sank auf 20 GradC und dann, nach 50 km leuchtete beim Womo die gelbe Motorwarnleuchte auf mit dem Hinweis: Motor überprüfen. Das kam zum richtigen Zeitpunkt, denn wir waren noch mindestens 50 km vom nächsten Ort entfernt, und Fiat gab es erst wieder in Abu Dhabi. Wir hatten in unserer erst kurzen Wohnmobilkarriere zwei Mal die Ehre, von dieser gelben Lampe besucht zu werden. Das erste Mal endete es in Spanien mit einem Turboschaden, das zweite Mal traf es uns im Leihwomo in Namibia, das zum Austausch des Womos führte. Also keine guten Erinnerungen.

wieder ein schei…. Sandsturm

Wir nahmen Kontakt zu Valerie auf und erfuhren, dass er 1,5 Stunden hinter uns war und das Fehlerauslesetablett dabei hatte. Wir hatten jetzt Zeit und fuhren zu einem LKW Car Wash, um unsere Salzschicht, die wir uns beim Sturm in Abu Dhabi eingehandelt hatten, zu entfernen. Ich bekam Kontakt zu einem jungen Araber, der in den USA studiert und nur kurz zu Hause war. Wir unterhielten uns nett, als sein Wagen fertig war stieg er ein und gab dem Wagenwäscher das Geld. Der kam dann zu uns und sagte: Your car ist payed. Ich konnte den abfahrenden Spender gerade noch erreichen und mich bei ihm bedanken. Solche Erlebnisse hat man hier öfters.

Wir trafen dann Valerie und die Diagnose zeigte den Fehler Partikelfilter. Er löschte ihn und forderte mich auf hochtouriger zu fahren, dann wäre das kein Problem. Also ist der 6. Gang für den Rest der Reise tabu.

Der Sturm nahm weiter zu und wir konnten in dem eigentlich sehr schönen Zielort nicht mal das Womo verlassen. Auch die Nacht war stürmisch und wir beschlossen für die nächsten 4 Tage unser eigenes Programm zu gestalten. Die Wettervorhersage sagte weiter stürmische Tage voraus und die nächsten, an der Küste liegende Ziele, wären für das Wetter ungeeignet gewesen.

Wir starteten nach Abu Dhabi um abends die Sheik Zayed Moschee beleuchtet zu erleben. Die Fahrt verlief problemlos, die Warnleuchte kehrte nicht zurück.

Nach dem Besuch einer Mall trafen wir abends noch Ernst und Christine, denen wir von unseren Plänen berichtet hatten und die dann entschieden, ebenfalls zur Moschee zu kommen.

Abu Dhabi in vom Sturm gereinigter Luft

Wie nicht anders zu erwarten, war sie illuminiert noch eindrucksvoller als am Tage, was dazu führt, dass ihr noch einige Fotos der Moschee aushalten müßt.

Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet
Sheik Zayed Moschee beleuchtet

Wir hofften, auf dem Parkplatz vor der Moschee übernachten zu können und richteten uns entsprechend ein. Leider war dem nicht so. Um 22:30 Uhr klopfte es, ein Security Mann forderte uns freundlich aber bestimmt auf, das Gelände zu verlassen, nicht aber ohne uns inen Alternativplatz in der Nähe zu empfehlen. Den fanden wir dann auch nach einigen Runden im Kreisverkehr. Wir standen mit direkter Sicht auf die Moschee auf einem riesigen Parkplatz.

Wir entschlossen uns die nächsten 3 bis 4 Tage in Dubai zu zubringen, da es nach wie vor stürmisch war und die alternativen Ziele bei Wind ungeeignet erschienen. Außerdem wollten wir Dubai etwas intensiver kennen lernen als bei unserem ersten Besuch.

Wir fanden in Jumeira einen kleinen, öffentlichen Parkplatz, 100 m vom Meer und beschlossen dort zu bleiben.

Zunächst machten wir eine kleine Wanderung und kauften unterwegs einen 3 Tagespass für den Hop On Hop Off Bus. Diese war zwar nicht ganz billig, wir haben ihn aber in den nächsten Tagen voll ausgereizt.

Das Gute war, dass sich eine Station direkt am Strand befand, so dass wir über diese Linie immer wieder gut nach Hause kamen.

Wir befuhren 4 unterschiedliche Strecken am Tag, besuchten das Aquarium, machten eine Creekfahrt mit der Daw , unternahmen 2 Nighttouren durch ganz Dubai und fuhren mit dem Boot in und um die Palme. Dabei hatten wir besonders Glück, denn wir gerieten in eine Kreutzfahrertour, die so nicht angeboten wird. Diese Tour dauerte doppelt so lange, wie die übliche Tour und umfuhr die ganze Palme. Außerdem hatten wir eine deutsche Reisleitung, die ihrer Gruppe viel zur Insel und dem Leben in Dubai erzählen konnte.

Unsere letzte Station in den VAE war wieder Sharja, wo wir die letzte Nacht verbrachten und dann gemeinsam zur Grenze und Fähre nach Iran aufbrachen

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12. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

9.2. – 19.2.2019

Salalah-Deem-Mughsay-Muqshin-Nizwa-Adam-Wadi Muaydinl-Misfal Al Abriyeen-Tanuf-Al Hamra-Bahla-Al Ayn-Ibri

Von Salalah führte uns die nächste Etappe 90 km weiter südwärts nach Shaat.

Vorher hieß es aber noch, das Wohnmobil waschen zu lassen, um den Salzbelag, den wir uns in den letzten Wochen eingefangen hatten, zu entfernen. Wir fanden einen geeigneten Car Wash noch in Salalah. Der Bangladeshi gab sich alle Mühe und kletterte sogar aufs Dach, um auch dieses abzukärchern. Danach sah unser Wohnmobil wieder aus wie neu – für die nächste Stunde. Der nächste Staub und Sand folgte natürlich sofort.

Die zu fahrende Strecke war wieder wunderschön und andpruchsvoll mit starken Steigungen, Haarnadelkurven und Abfahrten. Man staunt immer wieder, wie man in diesen Bergen eine Strasse planen und dann bauen kann.

Strasse nach Shaat
Strasse nach Shaat
Strasse nach Shaat

Wir ließen uns Zeit und machten eine Mittagspause mit Blick auf den Eftalquot Strand, der unberührt 150 m tiefer lag und auf dem man noch eine Schildkrötenspur von der letzten Nacht erkennen konnte.

Eftalquot Strand

Wir mußten einige Umleitungen fahren, da letztes Jahr erstmalig in der Geschichte des Omans 2 Zyklone das Land getroffen und schwere Schäden angerichtet hatten. Statistisch gesehen trifft ein Zyklon alle 8 Jahre das Land. Der Klimawandel läßt auch hier grüßen.

Unser Stellplatz lag direkt an einer 1000 m hohen Felsklippe, von der man wieder einen grandiosen Blick auf den Indischen Ozean hatte.

Blick vom Stellplatz in Shaat
Blick vom Stellplatz in Shaat

Nach einer sehr ruhigen und kühlen Nacht beschlossen wir, zur normalen Tagesetappe über 40 km nach Mughsayl, zusätzlich 160 km bis zur jemenitischen Grenze nach Deem zu fahren. Der Grund war die Strasse, die wild durch das Jabal Al Qamar Gebirge gebaut wurde. Für diese 200 km benötigten wir 5,5 Stunden ohne Pause und überwanden einige tausend Höhenmeter, unzählige Haarnadelkurven und verbrauchten wahrscheinlich 50% unserer Bremsbeläge. So steile Strassen waren wir noch nicht gefahren. Unterwegs sahen wir noch Restschäden an der Strasse, die vom letzten Zyklon stammten.

Sonnenaufgang in Shaat
unterwegs zur jemenitischen Grenze
Strassenschäden vom letzten Zyklon
die haben Vorfahrt
unterwegs zur jemenitischen Grenze
unterwegs zur jemenitischen Grenze

Nach diesen spannenden Stunden erreichten wir am Nachmittag unseren Stellplatz am Strand von Mughsayl.

Stellplatz am Strand von Mughsayl

Die nächsten 2 Tage verbrachten wir am Strand von Mughsayl, weil dies die letzten Strandtage im Oman waren. Bei Flut konnten wir die Fontäen aus den Blow Holes beobachten,die in einer schön angelegten Felsenparkanlage eingebunden waren. Dort sahen wir auch in einer kleinen Bucht eine Meeresschildkröte im Wasser schwimmen.

Blow Holes in Mughsayl

In den nächsten 3 Tagen galt es die ca. 1000 km bis Nizwa zu fahren. Es gab mehrere Vorschläge mit Stellplatzkoordinaten.

Wir verließen Mughsayl in leichtem Nieselregen. Dies reichte aus, unser vor 2 Tagen gewaschenes Wohnmobil total zu verdrecken. Wir fuhren 420 km, auf einer guten Strasse, nach Verlassen des Dhofar Gebirges allerdings eine langweilige Geröllwüstenlandschaft nach Muqshin. Unterwegs besuchten wir noch eine Weihrauchbaumplantage.

Regen in Salalah
Weihrauchbäume
Das Weiße ist Weihrauch

200 m vor dem anvisierten Stellplatz (nach 420 gefahrenen Kilometern) war die Strasse komplett weggespült, und wir mußten durch das trockene Flußbett auf die andere Seite zu unserem Übernachtungsplatz fahren. 4 weitere Mitreisende trafen später auch noch ein.

hier war es noch langweilig
das änderte sich hier
und hier

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir zur nächsten Etappe. Wir hatten uns vorgenommen, bis Nizwa durch zu fahren, da auf der Strecke nichts zu erkunden war. Dann begann die bisher heftigste Etappe der Reise. Nach ca. 50 km kamen wir in einen Sandsturm, der uns 400 km begleitete. Es war kalt, kaum 20 Grad, was 10 Grad weniger war als üblich. Der Wind kam von schräg vorne und ich kam nicht über 85 km/h. Dabei verbrauchte ich knapp 20 l/100 km. Das schlimmste waren aber die Sichtverhältnisse und der starke LKW Gegenverkehr. Beim Passieren der entgegenkommenden LKWs versetzte unser Womo jedes Mal heftig. Die Fahrerei war dadurch sehr anstrengend. Der Sandsturm kam aus der Rub Al Khali Wüste, die wir im Osten durchfuhren. Diese Wüste ist die größte Sandwüste der Erde und reicht von den Emiraten, Oman, Jemen, Saudi Arabien bis nach Jordanien. Die Übersetzung lautet „Das leere Viertel“, da sich kaum Zivilisation in ihr befindet. 100 km vor unserem Ziel hörte der Sturm auf und die Temperatur stieg wieder auf 30 Grad.

Sandsturm
Sandsturm

In Adam, der ersten Oase nach der Wüste, heute eine kleine Stadt, versuchten wir einen Car Wash zu finden. Wir erhielten einen Tipp und fanden eine Möglichkeit, allerdings nur für PKWs auf einer schrägen Rampe und außerdem anscheinend geschlossen. Ute befragte einen nebenan befindlichen Restaurantbesitzer und dieser telefonierte dann mit dem Betreiber. Es öffnete sich ein Fenster oberhalb der Garage und ein Inder kam zum Vorschein. Der Unterhaltug konnten wir nicht folgen, sahen aber zum Schluß, wie der Inder mit einem Kopfschütteln das Fenster schloß. Das war ein gutes Zeichen, denn in Indien schüttelt man bei Zustimmung den Kopf. Er tauchte auf und Ute wollte wissen, ob wir ihn beim Essen stören würden. Er verneinte, nicht beim Essen, sondern beim Schlafen. Trotzdem war er bereit unser Mobil zu waschen. Erst mußte ich rückwärts auf die Rampe, was wieder Erinnerungen an die ungeliebten Fährauffahrten hochkommen ließ, danach wenden und vorwärts. So schaffte er es mit seinen begrenzten Schlauchlängen unser Mobil blitzbank zu putzen, für umgerechnet gut 7 €.

danach war das Womo wieder blitzblank

Nach einem kurzen Einkauf in Nizwa kamen wir nach 570 km an unserem Stellplatz im Wadi Muaydin an, den wir aber wieder unentspannt über eine 2 km lange Anfahrt durch das trockene steinige Wadi-Flußbett erreichten.

Der nächste Tag war frei, da wir ja 1 Tag Vorsprung zum Plan hatten und wir begannen, nach einem entspannten Frühstück und Besuch von einer Ziegenherde, mit einer Wanderung ins Wadi hinein. War sehr schön, sich nach dem gestrigen Tag etwas zu bewegen, außerdem war die Landschaft wieder sehenswert.

Nach ca. 5 km kamen wir in ein Dorf am Ende des Wadis und waren überrascht, was dort für Häuser standen.

Frühstück im Wadi Muaydin
Stellplatz im Wadi Muaydin
morgendliche Besucher
morgendliche Besucher
so leben anscheinend heutzutage die Ziegenhirten im Oman

Im Laufe des Tages kamen dann alle anderen Womos an, und wir sahen abends, beim Open Air Kino, wieder einige informative Beiträge zum Oman.

Open Air Kino

Am nächsten Tag stand ein ganztägiger Ausflug mit Geländewagen auf dem Programm. Zunächst besuchten wir den Freitagsmarkt in Nizwa, wo neben den üblichen Marktangeboten wieder Vieh verkauft wurde. Die Tiere werden in einem Kreis an den Interessenten vorbeigeführt, und der Verkäufer ruft lautstark seinen Preis. In dem für uns völligen Durcheinander werden dann die Geschäfte abgeschlossen.

Nizwa Souq
Nizwa Freitagsmarkt
Nizwa Freitagsmarkt
Nizwa Freitagsmarkt
Halwa – wichtigste Süßspeise des Oman

Nebenan wurden die bekannten omanischen Krummdolche und andere Waffen angeboten, für die sich vorwiegend alte Männer interessierten.

Nizwa Waffenmarkt
Charakterkopf

Danach ging es zum Jebel Shams auf 2000 m, wo wir eine einstündige Wanderung dem Grand Canyon Arabiens entlang unternahmen. Es folgte ein Seabridge Essen in einem schönen Resort, bevor wir zum 2. 2000er, dem Jebel Al Akhdar aufbrachen. Neben wunderschönen Ausblicken auf ein Terassendorf und Terassenfelder im Wadi Bani Habib, fanden wir fossile Abdrücke von Muscheln und Korallen, denn wir befanden uns auf 2000 m Höhe auf früheren Meeresboden.

Jebel Shams Canyon
Jebel Shams Canyon
Jebel Shams Canyon
Terassendorf im Wadi Bani Habib
Terassenfelder im Wadi Bani Habib
Fossilienabdruck
Fossilienabdruck

Die Distanzen waren enorm, wir wurden an diesem Tag über 300 km gefahren, allerdings komfortabel in 6 bzw. 8 Zylinder Landcruiser von Toyota. Um 19 Uhr wurden wir wieder an unserem Stellplatz „abgeliefert“.

Am frühen Morgen trafen wir uns alle in Nizwa, um uns den Gewürz- und den Handwerks- Souq anzuschauen und erhielten eine Führung im Nizwa Fort, wo wir von Schwerttänzern empfangen wurden.

Nizwa Fort
Nizwa Fort Schwerttänzer
Nizwa Fort Bäckerin

Die Tagesetappe führte uns über 70 km nach Misfat Al Abriyeen. Auf der Strecke machten wir noch einen Fotostop in Tanuf an den alten, verlassenen Lehmruinen.

Lehmruinen in Tanuf

Nachmittags trafen wir uns zu einer sehr schönen Wanderung durch das Terassendorf und die Palmenoase.

Tanuf Wanderung
Tanuf Terassenoase
Tanuf Terassenoase
Tanuf Terassenoase, Granatäpfel
Tanuf Terassenoase
Tanuf alter Dorfkern
Tanuf alter Dorfkern

Die nächste Tagesetappe war mit 10 km die kürzeste der Reise. Also hieß es piano den Tag beginnen. Ich machte vormittags mit einigen Gleichgesinnten noch einmal eine Wanderung durch die beeindruckende Terassenoase. Anschließend hielten wir bei einem Inder in Al Hamra und aßen zu Mittag. Danach war es nur noch ein Katzensprung zu unserem Stellplatz auf einer Anhöhe in Al Hamra. Auch hier unternahmen wir eine Wanderung durch die Oase und die verlassene Altstadt. Danach genossen wir noch den schönen Ausblick, den wir vom Stellplatz aus hatten.

Al Hamra Oase
Al Hamra, verlassenen Altstadt
Blick auf Al Hamra
Blick vom Stellplatz

Es folgte am nächsten Tag eine Fahrt mit der einzigen Eisenbahn im Oman. Sie dauerte nur 2 Minuten und führte in die Al Hoota Cave, eine Höhle, 5 km lang aber nur 580m waren freigegeben für die Öffentlichkeit. Sie ist nicht immer geöffnet, da sie nach Regenfällen voll laufen kann. Unten befand sich ein See mit kleinen weißen, blinden Fischen. Da Fotographieren verboten war gibt es nur ein halblegales Foto.

Al Hoota Cave

Danach gab es noch einen Fotostop am Bahla Fort bevor wir früh das Tagesziel Schloß Jabrin erreichten.

Bahla Fort

Am nächsten Morgen besichtigten wir das Jabrin Schloß, dass für uns genauso aussieht wie ein Fort.

Jabrin Schloß
Jabrin Schloß
Jabrin Schloß, Dattellagerraum

Danach fuhren wir Richtung Al Ayn um 5500 Jahre alte Bienenkorbgräber zu besichtigen. Viel weiß man nicht über die Hintergründe und obwohl man keine Knochen fand geht man von einer Grabstätte aus.

Bienenkorbgräber
Bienenkorbgräber

Da wir keine Information für einen neuen Stellplatz bekamen, der geplante war nicht zumutbar, entschlossen wir uns alleine Richtung Ibri zu fahren. Hier übernachten wir auf dem Lulu (Supermarkt kette im Oman) Parkplatz.

Da wir morgen den Oman verlassen werden hier noch ein kurzes Fazit von Ute zu unserem Aufenthalt hier.

Fazit Oman:

Zunächst mal wieder ein kleiner Witz:

Sagt die Frau zu ihrem Mann: das Auto fährt nicht. Darauf er: Schatz, wenn ich nicht dabei bin, musst Du links sitzen.

Bevor wir den Oman verlassen, müssen wir noch auf einen Mitreisenden zu sprechen kommen, von dem bisher noch gar nicht die Rede war: Bruno-Valentin. Er ist 13 Jahre alt und fährt im Wohnmobil von Kai und Iris mit. Bruno reist mit eigenem Reisepass, der auch an der Grenze stets vorgezeigt wird, was zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führt, und mit 2 Koffern, womit er mehr Garderobe dabei hat als Kai. Hier eine kleine, aber feine Auswahl seiner Outfits:

Was haben wir nicht alles im Oman erlebt!

Wir haben überwintert bei allerbestem Wetter. In 8 Wochen sind wir 5.000 Kilometer gefahren von Nord nach Ost, von Süd nach West, so gut wie immer auf Straßen, die top in Schuss sind. Als Sultan Qaboos 1970 seinen Vater entmachtete und das Sultanat übernahm, gab es 6 km asphaltierte Straßen (in der jetzigen Hauptstadt Muscat), heute sind es 60.000 km. Wir waren in der Exklave Musandam, sind die Küstenlinien des Indischen Ozeans abgefahren, durch Geröll-, Kies- und Sandwüsten gefahren, in die Gebirge bis auf 2.200 m, in Terassendörfer, durch Wadis, tief eingeschnittene Canyons, Oasen und grosse Städte wie Muscat, Salalah und Nizwa. Wir sind die legendäre Weihrauchstrasse bis zur jemenitischen Grenze gefahren und haben im Süden, in der Dhofar Region den einzigen Teil der arabischen Halbinsel bereist, der vom Monsun heimgesucht und von Arabern aus nah und fern von Juli – Oktober bevölkert wird, weil sie es lieben, im Nieselregen zu sitzen, statt bei sich zu Hause bei 50 Grad. Wir sind an der Strasse von Hormuz, am Golf von Oman, am Arabischen Meer/Indischen Ozean vorbeigekommen, haben Dhowfahrten unternommen, sind im Golf geschwommen, geschnorchelt, haben in Lagunen das Peeling der Knabberfische genossen, sind gewandert in Wadis, Dolinen sowie am Strand und haben beim Dünenbashing mit unseren Guides im 4 x 4 Geländefahrzeug 200 m hohe Dünen vorwärts und bei voller Rückwärtsfahrt von oben nach unten überlebt.

Wir haben das einzigartige Bewässerungssystem Falaj, das von angesehenen Wasserwächtern kontrolliert wird, kennengelernt, waren in UNESCO Welterbestätten, im Kupferland der Sumerer, in verschiedensten Museen, in Souqs mit Goldschmuck overload, in schlichten und pompösen Moscheen, auf Fischauktionen und auf traditionellen Kamel-/Ziegenmärkten. Wir haben das angeblich teuerste Parfüm der Welt (von Amouage) geschnuppert und Weihrauch ein- und ausgeatmet.

Wir haben die schönsten Sonnenauf- und -untergänge erleben dürfen, einen fantastischen Sternenhimmel mit vorbei flitzenden Satelliten und Sternschnuppen sowie nicht gezählten Lagerfeuern. Wir haben im Open Air Kino bei Popcorn gesessen und interessante Beiträge über den Oman gehört und gesehen.

Wir haben mehr Kamele gesehen als in Afrika, Ziegenherden, die bis ans Wohnmobil gekommen sind, die grüne Meeresschildkröte nachts bei der Eiablage, Delfine, kleine Haie und einen unblutigen Stierkampf.

Wir haben gelernt, das die Omanis nicht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus gehen. Die Männer tragen bestickte, runde Kappen (Kummas) oder ein Kaschmirtuch (masar) als Turban, dazu das lange weisse Gewand (dishdash) mit einer Quaste, die mit Parfüm benetzt werden kann, so dass der Mann gut riecht. Die Frauen tragen Kopftuch (lahaf), bestickte Hosen, darüber schöne bunte Kleider und einen langen Mantel. Die Berberinnen tragen Gesichtsmasken.

Wir haben die Omanis als sehr, sehr gastfreundliche Menschen kennengelernt, stets wird man zu Tee und Datteln eingeladen.

Oman – ein wundervolles, neutrales und friedliches Land zwischen Tradition und Moderne, umringt von starken Nachbarn.

Was noch war:

  • eine Drohne, die gegen eine Palme geflogen ist, und statt Filme nur noch Bilder macht,
  • 2 Mäuse in Wohnmobilen, die eine wurde gefasst, die andere wohnt noch, isst Schokolade und knabbert die Isolierung an
  • Fliegengittertür-Faden gerissen
  • ein streikender Anlasser
  • eine defekte Starterbatterie
  • zwei abgerissene Abwasserrohre
  • ein defekter Abwasserauslass
  • ein Kühlschrank, der immer wieder ausfällt (bei 30 Grad)
  • zwei geklebte Reifen
  • einseitig abgefahrene Reifen
  • verzogene Spur
  • zwei defekte Luftfederungen
  • eine defekte Hinterachse
  • ein in Beton eingebrochenes Fahrzeug
  • Ad Blue Probleme – Fahrzeug bleibt stehen
  • Verschmutzter Tank – Fahrzeug bleibt stehen
  • Blockierter 4 x 4 Drive
  • eine am Dach abgefahrene Fahrzeugecke
  • eine abgerissene Dachluke
  • ein verbeulter Abschlepphaken, steckt im Fahrzeug fest und lässt sich nicht mehr lösen
  • partout nicht zu öffnende Wohnmobiltüren, temporärer Eintritt über Dachluke
  • verbeulte Anhängerkupplung
  • dauerhaft ausgefallene Klimaanlage
  • „spinnendes“ Automatikgetriebe, schaltet hin und her
  • verunreinigte Dieselpartikelfilter
  • Rauchwolken aus einigen Fahrzeugen
  • 9 Werkstattbesuche

Übrigens, wir wissen noch nicht wie es weitergeht. Die Visa für Saudi Arabien haben wir noch nicht und es scheint wahrscheinlich, das wir sie auch nicht bekommen. Seabridge arbeitet schon am Plan B, das heißt Rückreise durch den Iran und die Türkei. Wir sind gespannt.

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11. Lebenszeichen „Überwintern im Oman 2018/2019“

vom 29.1. – 8.2.2019

Filim-Ras Madrakah-Sharbathat-Shuwaymiah-Wadi Suneik-Mirbat-WadiDarbat-Salalah

in Filim verließen wir die sogenannten Wetlands, das ist eine Lagune, die regelmäßig durch die Flut überschwemmt wird. Hier gab es Flamingos, die wir in einiger Entfernung beobachten konnten.

Filim Wetlands
Filim Wetlands
Filim Wetlands

Es ging südwärts 320 km nach Ras Madrakah. Die Strasse war wie immer perfekt. Unterwegs erreichten wir unseren 10.000sten km dieser Reise. Unser Stellplatz war direkt am Ras Madrakah Beach, der einer der schönsten Strände im Oman sein soll. Ist er auch. Menschenleer, sauber, und kilometerlang. Leider war es zu windig und bei der heftigen Brandung verzichtete ich auf das Bad.

Ras Madrakah Beach
Ras Madrakah Beach
Ras Madrakah Beach

Der Omani ist von Hause aus neugierig und wie schon überall, werden wir, nachdem wir unsere Wohnmobile abgestellt, haben von den in der Nähe wohnenden Omanis mit ihren Pick ups oder 8-Zylinder besucht, indem sie ganz langsam an uns vorbei fahren, wenden, und wieder vorbei fahren. Dies meinte auch ein Wassertank-LKW tun zu müssen und fuhr sich vor unseren Augen fest. Das war peinlich. Kai, mit seinem 4 x 4 und 9 Tonner hatte ihn dann rausgezogen. Er bedankte sich und verschwand. Kurze Zeit später tauchte ein Pick up auf und fuhr vor uns direkt in den tiefen Sand um zu zeigen, was er kann. Ging nicht. Als er ausstieg, war es der Fahrer des LKWs nebst gleichem Beifahrer. Dämlicher ging es nicht. Er meinte, sich nichts anmerken lassen zu müssen und ging mit seinen Kumpels zum Strand und machte demonstrativ Selfies. Wir beobachteten das Schauspiel genüsslich weiter. Irgendwann kamen sie dann zurück, versuchten wieder aus dem Sand zu kommen und buddelten sich noch tiefer hinein. Dann hieß es Schieben und mit unserer Hilfe befreiten wir ihn zum zweiten Mal aus der misslichen Lage.

Dieses war der erste Streich
Und der zweite folgt sogleich

Danach hatten wir einen freien Tag und konnten, da der Wind abgenommen hatte, Baden und Relaxen.

Abends gab es wieder Open Air Kino, wir sahen einen Film über den Südoman, den wir zur Zeit bereisen.

Morgens wurde vom bestellten Wassertankwagen erst einmal Wasser gebunkert.

Dann ging es 260 km nach Sharbathat. Unterwegs machten wir noch einen kurzen Halt bei den Pink Lagoons und dem Sandwäldchen von Al Khahil. War nicht sehr eindrucksvoll.

Pink Lagoon
Sandwäldchen

Weiter ging die Fahrt recht eintönig durch die Provinz Al – Wusta bis zur Grenze zur Provinz Dhofar. Hier erblickten wir auch das erste Grün an den Strassenrändern.

unterwegs in Dhofar
Das erste Grün

Dhofar ist der Garten des Oman. In den nächsten Tagen werden wir das auch landschaftlich sehen können.

Unser Stellplatz lag wieder an einer super schönen Bucht mit einem Top Strand. Langsam gehen uns die Superlative zu Stränden und Sonnenuntergängen aus.

Abends brannten wir das bisher größte Lagerfeuer ab, da wir jede Menge angeschwemmtes Holz fanden.

Kai sammelt Holz ein
Strand von Sharbathat
Alles meins
nach getaner Arbeit

Die nächste Etappe führte uns über 120 km nach Shuwaymiah. Unterwegs fuhren wir einige Male auf das 200 m hohe Hochplateau und wieder herunter, was spektakuläre Aussichten mit sich brachten.

unterwegs nach Shuwaymiah
unterwegs nach Shuwaymiah

Der Höhepunkt war der Fotostop mit Blick in den Shuwaymiah Wadi. Unglaublich, wie sich in Millionen von Jahren eine Meeresbucht auf diese Höhe erhob.

Shuwaymiah Wadi
Shuwaymiah Wadi

Unser Stellplatz war wieder direkt am Strand, und es erfolgte sofort wieder das Bad in den erfrischenden Fluten.

Abends stand wieder ein Grillabend mit Fisch auf dem Programm.

Es folgte ein Strandtag ohne Fahrerei und Programm.

Auf der nächsten Etappe befuhren wir über 70 km eine neugebaute Bergstrasse mit traumhaften Kalkfelslandschaften durch Ausläufer des Jabal Samhan Gebirges. Das war eine spektakuläre Fahrt, die Strasse gehört jetzt zu meinen Top 5. Unglaublich, wie tief die Strasse in die Felsen geschnitten wurde.

Bergstrasse nach Wadi Suneik
Bergstrasse nach Wadi Suneik
Bergstrasse nach Wadi Suneik

Unser Ziel war das Wadi Suneik. Hier hier hielten wir nur für einen Fotostop und fuhren dann weiter zu einem View Point, mit prächtiger Aussicht auf den Indischen Ozean, wo wir übernachteten.

Wadi Suneik
Stellplatz am View Point
Stellplatz am View Point

Das erste Mal im Oman hörten wir Vogelgezwitscher. Die Landschaft hat sich merklich geändert. Es gibt kleine Bäume und viel Grün. Man merkt, dass es erheblich mehr Wasser gibt. Vor allem von Juni bis August verwandelt sich der Südoman in eine grüne Oase. Der Khareef, ein monsunartiges Wetterphänomen, bringt zwischen Juni und August ergiebige Regenfälle. Millionen Touristen aus den anliegenden arabischen Ländern und aus dem Nordoman, bevölkern dann dieses Gebiet. Die dann vorherrschenden Temperaturen von 30 Grad C sind bekömmlicher als die 48 Grad C im Norden.

Wir waren ganz alleine auf dem Parkplatz, und Ute entschied sich für eine Einheit Yoga in der Stille und mit Blick auf das Meer. Kaum hatte sie begonnen, kamen 5 Womos und die Ruhe war vorbei. Ute ließ sich aber nichts anmerken und zog ihre Übungen durch.

noch war es ruhig

Am nächsten Tag blieben wir auf der schönen Bergstrasse und fuhren einige empfohlene View Points an. Besonders beeindruckend waren die riesigen Stalaktiten, die durch einen Wasserfall gebildet wurden.

Sonnenaufgang
View Point
View Point
Wasserfall mit Stalaktiten
Wasserfall mit Stalaktiten

Nach 150 km erreichten wir das Tagesziel Mirbat.

Mirbat

Die nächste Etappe führte uns über 110 km zum Wadi Darbat.

Unterwegs gab es wieder einiges anzuschauen. Zum Beispiel Baobab Bäume, die wir bisher nur aus Afrika kannten. Neben einem Großen gab es Hunderte kleine Baobabs zu sehen. Wir vermuten sie bleiben so klein, da sie permanent durch die dort reichlich anzutreffenden Ziegen, Kamele und Rinder klein gehalten werden, wie Bonsais.

Baobab Baum
Blüte des Baobab Baumes

Das Tawi Atayr Sinkhole, ein 100 m weiter und 200 m tiefer Karsttrichter, war eine weitere Station.

Wir entschieden uns, die angebotene 2 stündige Wanderung in die Taiq Sinkhole zu einer 50 m hohen und 50 m tiefen Höhle mit zu machen. Das war wieder Abenteuer pur. Den Weg konnte man nicht erkennen. Teilweise gingen wir auf schmalen ausgesetzten Tritten in der Trichterwand entlang. Ich hätte nie gedacht, daß Ute mitkommen würde, wegen ihrer Höhenangst, aber sie hat diese Herausforderung bravorös gemeistert.

Taiq Sinkhole
Höhle im Taiq Sinkhole
Wanderung im Taiq Sinkhole

Dann ging es noch zum 1300 m hohen Jebel Samhan, von wo man von 3 Aussichtspunkten fantastische Blicke auf die Ebene von Mirbat und die Küstenlinie hatte. Dieses Gebiet ist auch als Naturreservat für die letzten verbliebenen, wildlebenden arabischen Leoparden eingerichtet. Ich überraschte draußen eine Wadi Racer, das ist eine 1,2 m lange, zum Glück ungiftige Schlange. Die hatte ich nicht gesehen und war zu schnell auf sie zu gelaufen. Sie bäumte sich senkrecht auf und suchte dann schnell das Weite. Muß ich nicht jeden Tag haben.

Aussicht vom Jebel Samhan

Unser Stellplatz im Wadi Darbat war wieder sehr schön, und wir wurden von den zahlreichen umherziehenden Kamelen besucht. Abends gab es wieder ein Open Air Kino mit einem Beitrag über die Weihrauchstrasse und Saudi Arabien.

Wadi Darbat
Wadi Darbat
Wadi Darbat

Die nächste Tagesetappe war nicht lang, sie führte nur über 50 km nach Salalah. Ab jetzt befinden wir uns im Bereich der legendären Weihrauchstrasse, die über 3500 km bis ans Mittelmeer führt. Weihrauch aus dem Dofahr Gebiet hatte den Reichtum des Oman begründet und wird immer noch traditionell von wild wachsenden Weihrauchbäumen mühevoll gewonnen.

unterwegs nach Salalah

Wir machten noch einen kleinen Abstecher zu einer Lagune mit angekündigten Flamingos. Diese war nicht sehr eindrucksvoll und der einzige, dort vorhandene Flamingo war auch noch müde.

Lagune in Salalah
einsam und müde

Unser Stellplatz für die nächsten 3 Nächte befand sich am super schönen Strand von Salalah an einem Beach Resort.

Strand von Salalah

Am nächsten Tag wurden wir um 8:30 Uhr von unserer lokalen, aus Deutschland stammende Stadtführerin Kathi mit dem Bus zur ersten Stadterkundung abgeholt. Zunächst ging es zu einem traditionellen Tagesmarkt, wo Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse angeboten wurde. Dieser Markt wird kaum von Touristen besucht und war noch sehr authentisch.

Fleischmarkt
Fleisch zum Trocknen aufgehängt
Fischmarkt
getrockneter Hai
raditionelle Omanis

Es folgte die eindrucksvolle Sultan Qaboos Moschee und der Weihrauchsouk, von dem leider nicht mehr viel übrig geblieben war, da in Salalah ein großer Umbau geplant ist und mit voraus eilendem Gehorsam schon mal die alten Gebäude abgerissen wurden, echt tragisch.

Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee

Wir erfuhren noch einmal die Geschichte und die Bedeutung des Weihrauchs und konnten uns, wer wollte, vorort mit Weihrauch und Parfüm eindecken.

Weihrauchbaum
Weihrauchblüte
Weihrauch

Mittags waren wir wieder zurück und verbrachten den Rest des Tages entspannt am Meer.

Am nächsten Tag fand der 2. Teil der Stadtbesichtigung von Salalah statt. Wir fuhren zunächst zur Wasserquelle Ayn Sahalnoot in idyllisch schönen Felsformationen. Dort fanden wir auch Kapern Pflanzen in Blüte.

Ayn Sahalnoot
Ayn Sahalnoot
Ayn Sahalnoot
Kapernpflanze
Blüte der Kapernpflanze

Anschließend besuchten wir die archäologische Ausgrabungsstätte Samharam. Hier befand sich 300 Jahre vor bis 400 Jahre n.Chr. der bedeutende Weihrauchhafen an der Lagune Rouri. Mittlerweile steht die Ausgrabung unter UNESCO Schutz.

Samharam
Samharam
ein heutiger Bewohner von Samharam

Danach hielten wir an einer Bananen- Kokos- und Gemüseplantage und konnten die für uns exotischen Arten bestaunen. Außerdem waren die 3 Etagenpflanzugen, Kokospalmen oben, Bananenpflanzen in der Mitte und Gemüse unten gut zu erkennen.

3 Etagenplantage
Gemüseangebot
kleine Erfrischung gefällig?
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10. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

19.1. – 28.1.

Wahiba Sandwüste-Wadi Bani Khalid-Sur-Ras AlHadd-Ras Al Jinz-An Najdah-Shannah-Fähra Insel Masirah-Hilf-Fähra Shannah-Filim

Am nächsten Tag stand nur eine Etappe von 90 km auf dem Programm zu einem Stellplatz im Nirgendwo hinter einem Dünenkamm.

Vorher trafen wir uns aber noch im Wadi Bani Khalid, einem der beliebtesten Wadis des Omans zu einer kleinen Wanderung mit Bademöglichkeit. Die Landschaft und der Weg waren wieder sehr eindrucksvoll. An den Pools gab es sogar eine Badeaufsicht und in den Engstellen hingen Ketten bis ins Wasser, an denen man sich im Notfall festhalten konnte, da die Wände links und rechts senkrecht nach oben gingen.

Einer unserer Mitstreiter meinte sich ohne großen Sichtschutz die Badehose anziehen zu müssen, obwohl das Baden in den Pools nur nach islamischen Vorgaben, also mit Hemd und Hose gestattet war. Als er nach seinem Bad die Badehose auszog, sang Kai: „Der Mond ist aufgegangen…..“ 20 Augenpaare suchten den Mond und fanden ihn bei dem mittlerweile blank stehenden Opfer. Das Gelächter war groß und die peinliche Betroffenheit beim „Mond“ hoffentlich auch.

Wadi Bani Khalid
Wanderung im Wadi Bani Khalid
Wanderung im Wadi Bani Khalid
Lifeguard im Wadi Bani Khalid
Wadi Bani Khalid

Den Rest des Tages verbrachten wir dann hinter einer großen Sanddüne.

Stellplatz im Nirgendwo
Training eines Rennkamels
Sonnenuntergang in der Wüste

Es folgte ein Tag an dem wir einiges zu erledigen hatten.

Zunächst trafen wir uns am Al Saleel Naturpark, wo die bereits fast ausgestorbenen Sandgazellen gezüchtet und ausgewildert werden.

Sandgazelle

Nach Entsorgung und Aufnahme von Wasser kauften wir noch im Carrefour fehlende Lebensmittel ein. Dort konnte man auch Duschen. Nach dem Mittagessen ging es dann Richtung Sur. Da wir alle volltanken sollten und wir gut in der Zeit lagen, ließen wir an einer Tankstelle das Wohnmobil 2 Mal waschen. Richtig, 2 Mal, denn nachdem die Wagenwäscher fertig waren, bat ich sie noch, die Solarpaneele auf dem Dach naß abzuwischen. Sie besorgten eine Leiter und sahen dann unser verdrecktes Dach. Das wurde dann komplett super gesäubert, dadurch war der Rest des Wagen wieder dreckig. Also alles von Vorne. Der Wagen sah danach aus wie neu.

Sur ist eine sehr schöne Stadt und wird als Omans Nizza bezeichnet. Wir legten einen Fotostop am Fischereihafen mit den Dhawbooten ein und fuhren anschließend zur einzigen Dahwwerft, die wir besichtigten, wie auch schon vor 20 Jahren auf unserer Oman Rundreise. Dort werden die Dahws für Kunden aus aller Welt gefertigt. Pläne gibt es nicht und der Rumpf enthält kein Metall, alles wird aus geschnitzten Holznägeln zusammen gefügt.

Blick auf Sur
Sur
Fischereihafen
Sur
Sur
Dahwwerft in Sur
Dahwwerft in Sur

Unser Tagesziel war Ras al Hadd. Dort gibt es einen kilometerlangen Sandstrand, an dem wir 2 Tage stehen werden.

Der Empfang dort war allerdings nicht einladend, es herrschte ein starker Wind, so dass das geplante Bad ausfallen mußte.

In der Nacht nahm der Wind weiter zu. Ich machte nach dem Frühstück einen Strandspaziergang und sah, wie die Fischer mit Pickups ihre Boote weiter an Land zogen, da die Flut sehr stark war. Ich konnte einen Krabbenjäger beobachten, wie er ein 1 m tiefes Loch mit den Händen grub um eine kleine Krabbe zu fangen. Auf dem Rückweg bekam ich Gesellschaft eines Hundes, der mich bis zum Womo begleitete.

Strand bei Ras al Hadd
Krabbenjäger
mein Begleiter

Am nächsten Tag hatten wir nur eine kurze Etappe von 25 km zum Turtle Reserve Ras al Jinz zu fahren. Darum blieben wir noch bis zum Nachmittag am Strand von Ras al Hadd, wo wir die Fischer mit ihren Wurfnetzen beobachten konnten. Sie hatten es auf kleine Fische abgesehen, die durch jagende Tunfische in Strandnähe gedrückt wurden. Die Schwärme konnte man als dunkelblaue Wolke im Wasser gut ausmachen. Die gelten bei den Einheimischen als Delikatesse und werden nach 2tägigen Trocknen in der Sonne gegessen.

Wir erreichten Ras al Jinz abends und warteten auf ein Signal der Ranger, ob Schildkröten zu beobachten seien. Diese kam dann auch und um 20 Uhr machten wir uns auf den Weg zum abgesperrten Strand.

Wir konnten 2 grüne Schildkröten beobachten, die ihre Eier bereits abgelegt hatten und die 2. Grube aushoben, die sich direkt neben der mit den Eiern befindet und von der sie dann wieder ins Meer gelangen. Diese 2. Grube dient nur als Tarnung zum Schutz der ersten, da die Spuren im Sand nur zur leeren Grube führt. Pfiffig, was die Tiere an Strategien entwickeln. Trotzdem überleben nur 3 von 1000 geschlüpften Schildkröten.

Dies war ein weiteres Highlight unserer bisherigen Reise.

Es folgte wieder ein Fahrtag über 230 km entlang der südlichen Wahiba Wüste nach An Najdah. Unterwegs machten wir einige Fotostopps an einem Salzsee und an sogenannten Aeoliten, das sind Fossiliensandformationen.

Kaum waren wir auf unserem Stellplatz, wieder im Nirgendwo, angekommen, erhielten wir die Nachricht, entgegen der Planung, schon um 17 Uhr nach Shannah, dem Fährhafen zur Insel Masirah zu kommen. Sie hatten für uns noch eine Abendfähre organisiert.

Dort trafen wir pünktlich ein und entdeckten 2 Fähren. Eine war neu und groß, die andere war uralt und klein. Natürlich war die uralte unsere. Es war Ebbe und die Auffahrt ging steil bergab und auf der Fähre wieder bergauf. Als wir sahen wie schwierig und risikoreich unsere Mitstreiter rückwärts auf die Fähre fuhren, lehnten wir diese Überfahrt ab, da wir unser Womo nicht unnötig beschädigen wollten.

Wir übernachteten im Fährhafen und wollten am nächsten Tag ein Ticket für die große Fähre buchen.

Dies gelang am nächsten Tag auch und frohgemut fuhren wir zum Anleger. Alles sah gut aus. Es war Flut und die Auffahrt erschien mir machbar.

Als vorletztes Fahrzeug wurden wir eingewiesen. Rückwärts sollte es die Auffahrt hoch gehen, da es nur eine Einfahrt gab und auf der anderen Seite vorwärts entladen wurde.

Dann machte sich eine Schwachstelle unseres Womos bemerkbar, die sehr eingeschränkte Bodenfreiheit und der große Hecküberhang. Sofort setzte ich auf, und die Crew versuchte mit dicken Matten eine Weiterfahrt zu ermöglichen. Auch sie stießen an ihre Grenzen und so wurde ich aufgefordert vorwärt einzufahren. Dies gelang dann auch, wieder mit Hilfe von Matten und Balken.

Erleichtert war ich allerdings nicht, denn auf der anderen Seite mußte ich jetzt rückwärts die Fähre verlassen.

Um kurz nach 9 Uhr ging es los. Ich sah, wie ein Poller langsam am Fenster vorbei zog, doch kurze Zeit später fuhren wir wieder zurück. Einer von 4 Motoren war ausgefallen. Nach 90 Minuten Reparaturzeit ging es dann endlich auf die 60 minütige Überfahrt los.

Ich hoffte, dass die Verspätung ihr Gutes hat und die Ebbe einsetzte und das Verlassen des Schiffes begünstigte. Leider war genau das Gegenteil der Fall.

Als wir in Hilf, auf Masirah ankamen, wurde mir fast schlecht. Die Flut hatte ihren Höhepunkt erreicht und die Fährausfahrt war so steil, dass selbst die Pickups ganz langsam über den Knick unten fuhren. Mir war klar, das geht für uns überhaupt nicht. Auch die Crew blickte besorgt zu uns. Der worst case war, wir verlassen die Fähre bis zur nächsten Ebbe nicht. Dies war allerdings auch nicht so einfach, da wir 3 LKWs blockierten, die sicherlich nach der Verzögerung der Abfahrt gerne noch 4 Stunden Wartezeit durch uns akzeptiert hätten. Die Crew diskutierte und wir wurden gebeten es zu versuchen. Wir forderten sie auf mehr als die vorhandenen 4 Matten zu besorgen. Daraufhin wurden alle im Hafen befindliche Fähren geplündert und ich wagte den Versuch. Es waren bestimmt 10 Crewmitglieder involviert, die permanent Matten vor die Hinterreifen legten, und nach dem Überfahren, diese wieder auf bereits vorgelegte Matten platzierten. So erreichten sie permanent einen Abstand unseres Hecks vom Boden. Das Ganze geschah Zentimeter für Zentimeter und dauerte bestimmt 20 Minuten. Endlich war es geschafft, ohne Schaden zu nehmen. Alle freuten sich und auch die mittlerweile 20 bis 30 Schaulustigen hatten etwas Unterhaltung geboten bekommen.

Fähre nach Masihra

Nach einem kurzen Einkauf fuhren wir 70 km zur Südspitze der Insel, wo wir die Anderen an einer super malerischen Bucht mit weißem Sandstrand und schwarzen Lavafelsen trafen.

Als erstes zog ich mir die Badehose an und ging schwimmen um die strapazierten Nerven zu beruhigen. Das gelang ganz gut und wir begannen den Spot zu genießen.

Abends gab es wieder einen Grillabend. Es gab Barsch und Scampis, das Ganze garniert an einer menschenleeren Bucht, war super. Gekrönt wurde der Tag allerdings durch einen Nachthimmel, den wir so noch nicht erlebt hatten. Ohne jegliches Fremdlicht, waren die Sterne zum Greifen nah. Wieder erlebten wir ein wunderschönes Naturerlebnis.

Wir beschlossen die nächsten Tage an diesem Stellplatz zu bleiben und die Natur zu genießen.

Am nächsten Morgen kam ein Fischer, der sein Boot zu Wasser bringen wollte. Er hatte anscheinend Zeit und Interesse mit uns zu sprechen und uns verschieden Fischfangtechniken zu erklären. Den Kingfisch fängt er mit der Leine, Barsche mit dem Netz, Lobster mit Reusen und die kleinen Fische mit dem Wurfnetz. War wieder sehr interessant.

Wurfnetz Fischer

Ich unternahm eine Schnorchelpartie und konnte an den Lavafelsen schöne Fische und Korallen sehen.

Insgesamt blieben wir 4 Nächte an diesem schönen Ort. Einige Mitreisende waren schon weiter gefahren.Wir waren zu Fünft und beschlossen in der letzten Nacht zu versuchen, Schildkröten zu beobachten. Der Mond ging um 00:15 Uhr auf, die Flut erreichte den Höhepunkt um 00:30 Uhr, also verabredeten wir uns zu 1 Uhr.

Tatsächlich konnten wir 2 Schildkröten beim Ausheben der Gruben für die Eiablage beobachten. Leider kam es nicht zur Eiablage, da sie immer wieder auf Korallenstücke und Steine stießen, die die Eier später beschädigen könnten. 3 Gruben hob eine Schildkröte aus und gab dann auf und zog sich zurück ins Meer. Da wir keine Lampen benutzen wollten, um die Tiere nicht zu stören, gibt es für dieses großartige Erlebnis leider keine Fotos.

Am nächsten Tag reisten wir ab, nicht ohne die Insel komplett zu umrunden. Wir kauften noch ein und nahmen Wasser auf. Dann ging es zur Fähre. Da Flut war, konnten wir relativ einfach, nur 3 Personen lagen auf dem Boden und achteten auf Bodenfreiheit, die Fähre befahren und später auch verlassen.

auf dem Weg nach Filim

Wir fuhren noch 70 km bis Filim, wo wir übernachteten.

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9. Lebenszeichen „Überwintern im Oman“ 2018/2019

vom 10.1. – 18.1.

Muscat-Wadi Dayqah-Hawiyat Najm Sink Hole-Fins White Beach-Sinaw-Mudayrib-Wahiba Sandwüste

Den Stellplatz am Sawadi Beach hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Ich erwartete Yachten und die Möglichkeit abends, noch etwas an den Schiffen vorbei zu gehen. Wir standen auf einem Parkplatz vor einer kleinen Werft, wo Motorboote repariert werden konnten, allerdings fügte sich dahinter ein sehr schöner Badestrand an,den wir auch benutzen durften.

Tags drauf begannen wir mit einer Bustour zu den Sehenswürdigkeiten von Muscat: der eindrucksvollen Sultan Qaboos Moschee, in der 20000 Menschen beten können, der Oper, dem Gas- und Ölmuseum und dem Sultan Qaboos Palast. Anschließen machten wir noch eine Dhaw Fahrt zum Sonnenuntergang.

Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee
Oper
Oper
Oper
Dahw Fahrt
Dahw Fahrt
nachgebildetes Weihrauchgefäß
Dahw Fahrt

Dann erfuhren wir, dass wir am Freitag den Stellplatz verlassen mussten, da er für Stammgäste vorgesehen war. Freitag ist, wie bekannt, der Sonntag der Muslime. Das fanden wir nicht besonders gut. Wir erhielten einige Koordinaten, wo wir den nächsten, für uns freien Platz, verbringen konnten.

Abends gab es wieder ein Briefing, was total in die Hose ging. Valery war offensichtlich nicht vorbereitet. Es stand eine komplizierter Etappe an, mit einigen alternativen Offroad Routen, die er unverständlich zu erklären versuchte, inwieweit sie für unsere Fahrzeuge geeignet wären. Er ließ die Gruppe ziemlich ratlos zurück und heftete dann im Dunklen eine Karte an sein Mobil mit den einzelnen Strecken.

Die Diskussion verebbte dann doch schnell, da wir an diesem Tag 2 Geburtstage zu feiern hatten und dazu nach dem Briefing eingeladen waren. Das war wieder ganz nett, keiner wollte die Geburtstagsstimmung durch Kritik stören.

Am nächste Tag entschieden wir uns für einen Strand, konnten dies aber sofort vergessen, da Christoph funkte, dass er bereits voll sei.

Also fuhren wir als erstes zum Al Bustan Palace Hotel, in dem wir vor 20 Jahren übernachtet hatten. Es ist ein 5 Sterne Hotel und nach Renovierung erst seit Oktober wieder in Betrieb. Es war sehr eindrucksvoll und Ute fand tatsächlich die Stelle, wo sie ihren ersten mit Kardamon gewürzten Kaffee getrunken hatte.

Al Bustan Palace Hotel

Leider mussten wir unsere Hoffnung begraben, an den Strand des Hotels zu gelangen und dort den Tag zu verbringen – alles gesichert und verrammelt.

Wir entschlossen uns, am Yachthafen, von dem wir die Dhawfahrt gemacht hatten, zu bleiben. Dort gab es ein kleines aber feines Restaurant mit Pool, Sonnenliegen und Sonnensegel für den Schatten. Bis zum Mittag waren wir dort alleine und genossen das Ambiente.

Am nächsten Tag stand noch eine halbtägige Besichtigungstour der Altstadt Muscats an mit dem Besuch des Bait Al Baranda Museums, dem Fischmarkt und dem Mutrah Souk.

Mutrah Souk
Mutrah Souk
eine der Dahws des Sultans
die kleinere Yacht des Sultans

Im Bus erfuhren wir, das Hammit, unser ägyptischer Reiseleiter die nächsten 4 Wochen seine vollverschleierte Frau und seine Kinder mit auf die Reise nehmen wird. Die Frage, wer etwas dagegen hätte, empfanden wohl viele als frech, da sofort ein offener Konflikt in der Gruppe ausgebrochen wäre. Auch wir waren sauer, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Weiter erfuhren wir, dass wir am nächsten Tag bis 10 Uhr auf dem Stellplatz bleiben mussten, da, nicht wie angekündigt, Hammit unsere Visaverlängerung für den Oman bereits alleine tätigen konnte, sondern er morgens vor Ort am Flughafen erfahren würde, ob wir alle anwesend sein müssten. Wieder eine Nachricht, die nicht gut ankam.

Am nächsten morgen knallte es in der Gruppe.

Anscheinend hatten sich wohl einige Gruppenmitglieder über die Art und Weise, wie uns der Urlaub von Hammits Familie beigebracht wurde, beschwert. Also gab es am Morgen ein außerordentliches Briefing, in dem sich Valery dafür entschuldigte, wie ungeschickt er dies gehandhabt hatte. Er versuchte Verständnis zu wecken, für den Urlaub Hammits Familie und eine Abstimmung zu vermeiden, da diese die Gruppe spalten würde, für den Rest der Reise. Das hatte er bis dahin gut hingekriegt und ich dachte schon, ok dann versuchen wir es mal mit der Familie, da gerieten sich 2 unserer Mitreisenden derart in die Haare, dass einer wutentbrannt das Meeting verließ, da er der Gruppe kollegtive Untoleranz unterstellte. Dies war eine völlig unangemessene Reaktion und rief bei allen nur Kopfschüttel hervor. Mal sehen, wie die gruppendynamischen Prozesse jetzt weitergehen.

Tatsächlich erfuhren wir um 10 Uhr, dass unsere Anwesenheit am Flughafen erforderlich war. Valery organisiert einen Bus und wir trafen uns an einem Supermarkt zur Abfahrt. Dann begann das gewohnte Warten vor den Schaltern. Alle erhielten ihre Visaverlängerung problemlos, nur Ute nicht. Sie musste als einzige zum Beamten zur Gesichtskontrolle und man stellte fest, dass sie gar nicht eingereist war. Im Pass war zwar ein Einreisestempel aber im Computer war sie nicht zu finden. Auch sie erhielt schließlich ihre Verlängerung.

Es war 14:30Uhr, der Tag war gelaufen und Valery schlug vor, dass wir eine weitere Nacht in Muscat bleiben sollten. Dies lehnte die Gruppe ab, als Alternative wurde ein Stellplatz am Staudamm des Wadi Dayqah beschlossen. Valery schlug noch vor, abend dort ein gemeinsames Lagerfeuer und Grillen zu veranstalten, für das er Fisch besorgen wollte.

Die Fahrt zum Staudamm durch das Wady auf Schotter war wieder interessant. Unterwegs sammelten wir Holz. Der Stellplatz war super gelegen an dem Ausfluss des Stausees unterhalb der Mauer. Der Abend war wieder harmonisch und der Fisch schmeckte.

Wadi Dayqah
Feuerholz
Wadi Dayqah Stausee
unser Stellplatz am Wadi Dayqah

Der nächste Tag führte uns durch eine schöne Landschaft zum Hawiyat Najm Sink Hole und anschließend zum Fins White Beach auf einem Strandstellplatz, wo wir gleich ein erfrischendes Bad nahmen.

Hawiyat Najm Sink Hole
Besucher am Fins White Beach
Stellplatz Fins White Beach
Stellplatz Fins White Beach

Am nächsten Tag stand eine Wanderung im Wadi Ash Shab an. Vorher sah ich mir noch die Blow Holes an, mit ihren Fontänen.

Frühstück am Fins White Beach
Blow Holes

Nach einer kurzen Anfahrt wurden wir mit kleinen Booten an das Ufer des Wadi gebracht. Dann folgte eine sehr schöne Wanderung ins Wadi durch enge Schluchten. Nach 1 Stunde erreichten wir den Zielpunkt und konnten die Badehose auspacken. Es galt schwimmend, durch mehrere Pools, in eine Höhle zu gelangen. Das ich in meinem Alter noch solch einen Blödsinn machen würde, war mir vorher auch noch nicht bekannt. Kai und ich waren mit die Ersten, die die Engstelle zur Höhle erreichten. Als ich den Spalt sah, der nicht breiter war als mein Kopf, war mir klar, da schwimme ich nicht durch. Dann rief Kai: Ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Etwa 15 m mußten wir dann durch diesen Spalt und erreichten einen weiteren Pool mit einem Wasserfall. Das war schon ein spektakuläres Erlebnis. Als ich die Höhle verlassen wollte, kamen mir eine Gruppe Japaner entgegen und ließen mich nicht durch. Erst nach energischer Ansprache, ließ mich dann ein Japaner durch und ich konnte den Weg zurück nehmen.

Wanderung im Wadi Ash Shab
Wanderung im Wadi Ash Shab
Wanderung im Wadi Ash Shab
Start zur Höhle
Höhle im Wadi Ash Shab
Höhle im Wadi Ash Shab
Wanderung im Wadi Ash Shab

Abends gab es wieder einen Open Air Film über den Oman zu sehen und anschließend machten wir wieder ein Lagerfeuer.

Es gab eine weitere Programmänderung, nämlich die nächsten, geplanten 2 Etappen zusammen zu legen, um in Sinaw den Kamelmarkt nicht zu verpassen. Alle stimmten diesen Vorschlag zu, da wir nichts Wesentliches auf der ersten Etappe verpassten. Es ging also über 320 km direkt nach Sinaw.

Die Strassen waren wieder hervorragend und wir fragten uns, warum man neben einer kaum befahrenen, sehr gut erhaltenen Strasse, eine 6 spurige, komplett mit Laternen bestückte Autobahn baut.

Unterwegs schauten wir uns noch ein Fort im Dorf Rawdah an, wo nichts los war. Wir waren die einzigen, sichtbaren Lebewesen dort, das Fort war geschlossen aber sehr schön restauriert. Plötzlich kam aus dem Nichts ein Bangladeshi mit einem Schlüssel. Er öffnete extra für uns das Fort und zeigte uns alle Räume.

Es ging weiter nach Sinaw, wo wir mitten im Nirgendwo unseren einsamen Stellplatz fanden.

Mitten im Nirgendwo

Am nächsten Tag ging es früh zum Donnerstagmarkt nach Sinaw. Hier werden neben Fisch, Obst und Gemüse auch Kamele und Ziegen gehandelt. Alles sehr ursprünglich und authentisch.

Kamelmarkt in Sinaw
Kamelmarkt in Sinaw
Ziegenmarkt in Sinaw
Krummdolchverkauf
Gesichter
Gesichter
Gesichter
Gesichter
Teppichmarkt

Zurück am Stellplatz scheiterte Ernst und ich beim Versuch, unsere defekte Mückenschutztür zu reparieren, werden wir zu Hause ersetzen müssen.

Für abends hatte die Reiseleitung Kamel-, Rind- und Lammfleisch zum Grillen eingekauft. Wir machten wieder die Salate. Kamel und Rind konnte man total vergessen, entweder war das Fleisch so zäh oder sie hatten es tot gegrillt. Das Lamm wiederum war hervorragend. Es gab wieder ein Lagerfeuer, an dem wir diesmal nicht teilnahmen, sondern weit abseits im Nirgendwo den Sternenhimmel bewunderten.

Der nächste Tag begann, nach dem Frühstück mit Entsorgen und unterwegs an einer Wasserstelle Wasser aufnehmen, da wir die nächsten 5 Tage autark sein müssen. Wir kauften dann noch im nächsten Ort bei einem Chinesen 2 Tücher und einen Besen.Der Besenstil soll als Gardinenstange dienen und die Tücher als Ersatz für den Mückenschutz. Dann ging es weiter zum Supermarkt, für die nächsten Tage einkaufen. Mittags erreichten wir Mudayrib, wo wir ein altes Lehmdorf besichtigten.

Lehmdorf Mudayrib
Lehmdorf Mudayrib

Unser Stellplatz lag am Rand der Wahiba Sandwüste. Wir wurden vor lockerem Sand gewarnt, kamen aber sehr gut zum Stehen. Ich wollte eine leichte Neigung mit Keilen ausgleichen. Das hätte ich besser gelassen. Die Keile brachen ein und ich fuhr mich fest. Sofort waren alle da, und jeder wußte natürlich ganz genau, was nun zu tun sei. Zuerst grub ich mit meinem neu erworbenen Bundeswehrspaten die Vorderräder frei und versuchte mit meinen Anfahrhilfen und Anschieben unserer Mitstreiter aus der Situation zu kommen. Ging nicht, saß wieder fest. Dann kam Edwin mit 3 m Profi Riffelblechen. Auch das ging schief. Dann kam Valeri mit seinem Womo zum Herausziehen. Die Spur vor meinen Vorderreifen wurde gewässert, dann konnte ich auch meinen neu erworbenen Bergegurt ausprobieren und schließlich gelang die Bergung.

Kurze Zeit später wurden wir von Geländewagen abgeholt zum sogenannten Dünenbashing und Sonnenuntergang. Das hat wieder richtig Spaß gemacht. Beim Dünenbashing fahren die Omanis steile Sanddünen mit ihren 8 Zylinder rauf und runter. War ein Heidenspektakel. Wir fuhren dann auch offroad und staunten wieder was die Autos leisten können. Der Sonnenuntergang war eher unspektakulär, wir sind halt schon verwöhnt.

Dünenbashing
Dünenbashing
Sonnenuntergang mit Drohne
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